Mathematiker, war immer zerstreut und so ganz in seine mathemalhischen Probleme vertieft, daß er alles um sich her vergaß. Zu früher Morgenstunde stolzirte er einst, den Hut auf dem Kopf, aber in Hchlafrock, Pantoffeln und Unterhosen nach dem Collegium, und erst das Gelächter der Zuhörer bei seinem Eintritt machte ihn auf sein Versehen aufmerksam.
Da er den Rückweg noch seiner Wohnung doch nicht im gleichen Aufzuge antreten mochte, ersuchte er einen der Anwesenden, ihm die nöthigen Garderobenstücke inzwischen aus seiner Wohnung zu holen: „Sagen Sie der Frau Professorin", rief er dem Betreffenden nach, „eS wäre zu heiß für die Hosen, sie möchte mir die Höschen schicken." Derselbe Gelehrte machte täglich um die Abendstunde im Sturmschritt und ohne aufzuseheu seinen Spaziergang um die „Schur", eine sich ringS um die Stadt ziehende Promenade. Am SelterSberg kam ihm ein Ochse in den Weg, an den er ziemlich unsanft anrannte, worauf er sofort den Hut zog und den „etwas starken Herrn" um Entschuldigung wegen des Anrempelns bat. — Der alte Professor Wilbrandt kam in seinem anatomischen Vortrag darauf zu sprechen, daß die meisten Säugethiere die Ohren willkürlich bewegen, was dem Menschen in der Regel versagt sei. „Mein Sohn, der Profeffor", fügte er hinzu, „kann's aber auch. Julius, fpitz' mal den Herren die Ohren!" Und Profeffor Wilbrandt jun., ein liebenswürdiger, kenntnißreicher, junger Mann, erschien auf dem Katheder und erfüllte den Wunsch Papas, natürlich zum nicht geringen Amüsement der Herren.
* * Urter die Litewka für Offiziere hat der Kaiser folgende Bestimmung erlassen: „Im Verfolg meiner Ordre vom 25. Januar 1890, betreffend das Tragen von Sommerröcken Seitens der Offiziere aller Waffen, genehmige ich, daß bei den dort angeführten Gelegenheiten neben diesen Röcken, beziehungsweise an Stelle derselben, Lttewkas nach beifolgender Probe — bei den Jägern (Schützen) in der Farbe der Mannschafts-Litewka — getragen werden dürfen. DaS Kriegsministerium hat hiernach das Weitere zu veranlaffen."
* • Freifahrlfcheiue für Eifeubahuarbeiter. Nach neuester Bestimmung durch die Bahnverwaltung der Staatsbahnen sollen, wie der „Wetzl. Anz." schreibt, die Arbeiter, welche entfernt von der Arbeitsstelle wohnen, und seither eine Jahreszeitkarte für den halben Preis erhielten, der aber von dem Lohne in Abzug gebracht wurde, nunmehr Freifahrt-
scheine nach und von der Arbeitsstelle erhalten.
* * Eriuueruugsfeier au 1870. Wie in der am Mittwoch stattgehabten Sitzung Les Geschäftsführenden Ausschusses zu Darmstadt berichtet wurde, sind bis jetzt zu der vorgenannten Feier aus der Kriegerkameradschaft „Hasfia" angemeldet: 9854 Festgäfte, 4216 Theilnehmer an dem Fest- effen, 1471 Gesuche um Freiquartier und 244 Fahnen. ES fehlt noch die Mittheilung aus 4 kleinen Bezirken. Ein vorläufiger Ueberschlag über die Gesammtbetheiligung der „Hasfia" an dem Feste ergibt in runden Zahlen 12000 Fest- päste, 4800 Theilnehmer an dem Festeffen und höchstens 2000 Freiquartiere.
* * Der 18. Deutsche FleischerVerbaudSlag in Köln hat verschiedene Beschlüffe von allgemeinem Interesse gefaßt. So soll eine Eingabe an den Bundesrath gerichtet werden, in der die Einführung einer allgemeinen staatlichen Viehversicherung befürwortet wird. Zur Prüfung der Frage des Wurst- färbenS wurde eine Commission gewählt. Es wurde sodann beschlossen, um Einführung der obligatorischen Fleischschau für Stadt und Land zu petitionieren, sowie um Abänderung des Gesetzes, betr. Besteuerung und Amortisation der commu- nalen Schlachthäuser. Aufs Neue soll um Einführung einer besonderen Berufsgenoffenschaft für das Fleischergewerbe petitioniert werden, außerdem wurde Stellung genommen gegen die Absicht, die Geschäfte um 8 Uhr Abends zu schließen.
** Der Getreidemarkt. (Berichtswoche vom 21.—28. Juni.) In der verfloffenen Woche bestand auf allen Getreidemärkten des In- und Auslandes die Neigung, die Preise zu steigern, da man immer noch große Bedenken in Bezug auf den Ausfall der Ernte hegt. Die steigernde Tendenz konnte sich aber nicht befestigen, weil immer noch viel Getreide, zumal russischer Roggen und amerikanischer Wetzen für nächste Termine zum Kaufe angeboten wurde. Die kleinen Preiserhöhungen, welche theilweise für Weizen und Roggen erzielt wurden, gingen daher im weiteren Verlaufe des Geschäftes wieder verloren und schließlich waren die Preise etwas abgeschwächt. In Berlin und Leipzig wurde gekauft: Weizen per 20 Gentner für 146 bis 158 Mk., Roggen für 126 bis 130 Mk., Gerste für 108 bis 156 Mk., Hafer 122 bis 148 Mk.
B. Albach, 28. Juni. (Verspätet eingesandt). Das Krieger-Fest zu Albach am 23. dieses Mts. hat bei günstiger Witterung einen sehr schönen Verlauf genommen. Die Festrede hielt Herr Lehrer Lanz, welchem im Namen der Anwesenden der Präsident des Lollarer Krieger-VereinS feinen Dank aussprach.
Grüuberg, 26. Juni. Infolge der neuen Wasser- leitungSanlage entfaltet sich gegenwärtig in unserem Städtchen eine sehr rege Thätigkeit. Herr Bauunternehmer Winn auS Gießen, der sämmtliche Bau- und Erdarbeiten, sowie das Verlegen der Rohre übernommen hat, beschäftigt lt. „Darmst. Ztg." etwa 80 bis 100 Mann, die zum Theil in hiesiger Stadt und Umgegend und theilweise tu der Gegend von Wetzlar ansässig sind. Den Leuten erwächst ein ganz annehmbarer Verdienst- sie erhalten je nach ihren Leistungen durchschnittlich 3 Mk. Tagelohn und darüber. Unserer größtentheilS Landwirthschaft treibenden Bevölkerung ist diese Einnahme sehr willkommen. Auch der Bau der Bahnstrecke Grün berg—Londorf bietet vielen Bewohnern der Gegend lohnende Beschäftigung, wodurch es freilich den Landwirthen bei den sich jetzt häufenden Feld- arbeiten oft an den nöthigen Hilfskräften mangelt.
Friedberg, 26. Juni. Die heute im Saale des „Hotel Trapp" abgehaltene Versammlung der evangelischen Conferenz für das Großherzogthum Hessen be- I
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Thema. Die Mitarbeit der Kirche an der Lösung der socialen Frage. Der Inhalt der 15 Thesen ist im Wesentlichen: „Bei Lösung der socialen Frage, der brennendsten der Gegenwart, hat außer den anderen Factoren des Volkslebens auch die Kirche mttzuwirken, weil diese Frage neben ihrer technischen noch eine allgemein menschliche Seile darbietet. Doch wäre eine directe und von einem bestimmten socialen Programm aus die Lösung in die Hand nehmende Mitwirkung der Kirche sowohl principiell unzulässig als practisch undurchführbar- nur die aus den human-socialen Prtncipien des Christenthums sich ergebenden Forderungen des gesellschaftlichen Lebens sind in das Auge zu faffen. Die ethisch - sociale Anschauung des Christenthums sieht die höchste Bestimmung in der Gotteskindschaft- LieGemeinschaft der GolteSkinder ist das Gottesreich, deffen Glieder eine Familie von Brüdern darstellen, deren Band die Nächstenliebe - ist. Dieses Ideal muß die Kirche durch die ihr zu Gebote stehenden Mittel zu fördern suchen- sie muß auf eine materielle und moralische Hebung der unteren Gesellschaftsklassen hinzuwirken suchen - sie muß daS rechtlich contractliche
Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I- V.: Wolff, Regierungs-Affeffor.
Schiff-nachrichten.
Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof.
Bremen, 27. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Havel. Capt. Th. Jüngst, vom Norddeutsche Lloyd in Bremen, ist gestern 2 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
q a z, mti \ r~ * 2V. Weitzel von Lang-GönS -
2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrot» bei Louis Schmidt v.Gr.-Linden, Joh. Kd.Velte v.Ktrch-GönS, F. Schön o. Ruttershausen, W. Weitzel o. Lang-Göns W. Steinmüller v. Lang-Göns G. Jacoby v. Alten-Buseck
o Aug. Deibel v. Wieseck
3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod bei G. Jacoby v. Alten-Buseck Balth. Christ. Ww. v. Wieseck u. Wilh. Fabel von Wieseck Der Brodverküufer.
Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern. Gl eß en, den 29. Juni 1895.
Auszug aus -en Airchenbüchern
der Stadt Gießer,.
Svaugelifche Gemeinde.
Getraute.
Markusgemeinde.
Den 22. Juni. Julius Adam Ludwig Martin Schleuning, Lackirer zu Gießen, und Karoline Hof, Tochter des Maurer« Geora Hof zu Gedern.
Verhältniß zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in ein ethisches und humanes umsetzen helfen, indem sie auf die Gesinnung der einzelnen Gesellschaftsklassen umgestaltend und versöhnend einwirkt. Durch diese Mitarbeit kommt die Kirche in die rechte Stellung zur Socialdemokratie mit ihrem RepublikanismuS, CommuniSmus und Jndifferentismus. Bet aller Anerkennung der dem Socialtsmus innewohnenden Wahrheitsmomente muß die Kirche jedoch den Verirrungen derselben ganz entschieden gegenübertreten, da dieselben daS Familien-, Gesellschafts- und Volksleben, wie die ewigen Grundlagen der Religion und Moral in ihrer Wurzel bedrohen. Endgültig kann aber die materialistische, atheistische Weltanschauung der Soctaldemokratie nur durch Beseitigung der Entfremdung von Religion und durch Zurückführung der Gesammtheit des Volkes zur christlichen - theistischen Weltanschauung überwunden werden. Vorbedingung hierzu ist, daß die Kirche, statt bloß eine Geistlichkeits- und Bekenntniß- kirche zu fein, alle lebendigen Kräfte deS christlichen Volkes entfesselt und in ihren Dienst zieht, wodurch das Christen- thum als eine sociale Macht ersten Ranges anerkannt werden wird!" Darmst. Ztg.
Nidda, 27. Juni. Der 18jährtge Gehilfe eines hiesigen Agenturgeschäfts, der sich zur persönlichen Sicherheit bei seinen auswärtigen Berufsarbeiten mit einem Revolver bewaffnete, schoß gestern Abend aus Unvorsichtigkeit auf offener Straße einen Metzgerlehrling aus Gelnhaar und verletzte denselben an der Seite nicht unbedeutend. Zur Entfernung des Geschosses wurde derselbe heute nach Gießen verbracht.
Ortenberg, 27. Juni. Die heutige Nummer des „Büdinger Kreisblattes" enthält wortgetreu folgendes,^ auf ein nettes Familienleben schließendes Inserat: „Unter- zeichneter macht hiermit bekannt, daß meine Frau am Sonntag von Merkenfritz nach Hirtzenhain in die Kirche ging und bis heute noch nicht da ist. Ferner mache ich noch bekannt, daß ich nicht haftbar bin dafür, wenn ihr jemand etwas borgt ober leiht. Wilhelm Keutzer, 3er, Merkenfritz." Der Kirchgang der guten Gattin ist allerdings etwas lang ausgedehnt.
Beairdigße.
Matthäusgemeinde.
Den 23. Juni. Auguste Hobmeier, Tochter des verstorbene« Leinewebers Christian Hvhmeier, 36 Jahre alt, sterb den 21. Juni.
Markusgemeinde.
Den 23. Juni. Friederike Weber, geb. Eiff, Wittwe des SchreinermetsterS Johann Georg Weber, 73 Jahre alt, starb den 21. Juni.
Lukasgemeinde.
Den 23. Juni. Heinrich Jullmann, Calculator i. P, alt 71 Jahre, starb dm 21. Juni.
Johannesgemeinde.
Den 23. Juni. Dem Installateur Peter Walter ein Sohn, Heinrich Theodor Christian, geboren den 20. Mai.
Denselben Ein außerehelicher Sohn, Carl Reinhold, geborm
10. April.
Getaufte.
Mattbäusgemeinde.
_fe Jen 23. Juni. Dem Briefträger Konrad Frees eine Tochter, Else Elisabeth Reinbardine. geboren den 1. Juni.
Denselben. D-m Kutscher Christian Werner eine Tochter, Marie Friederike, geborm den 27. Mai.
Markusgemeinde.
Den 23. Juni. Dem Kaufmann Karl Textor ein Sohn, Carl Paul, geboren den 9. Juni.
LukaSgemeinde.
Den 23. Juni. Dem Posthilfsbotm Hermann Mickel eine Tochter, Elly Eleonore Marie, geboren den 12. Mai.
Militärgemeinde.
Den 22. Juni. Heinrich Flach, Vicefeldwebel, und Marie
schäftigte sich mit der Besprechung deS Referats und der I in vieler Hinsicht. AuS dem reichm illustrativm Theil nennen wir Thesen deS Herrn Profeffors D. W eiff enbach zu dem &ic vorzüglich ausgeführten Reproduktionen „Tennis-Court
Brodpreise
vom 30. Juni bis 14. Juli 1895.
. Ä Der hiesigen Bäcker.
1 Kg. (2 Pfd.) Taselbrod
2 Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod
1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrot»
2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrot» '
1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrod Roggen-Schwarzbrod bei Ernst Muth
2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrod....
Roggm-Schwarzbrod bei Ernst Muth u.W.Amend .'
3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod
1 « ™ ™ Der auswärtigen Bäcker.
1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrot» bei W. Weitzel von Lang-GönS Aug. Deibel von Wieseck
o ~ WUh. Fabel von Wieseck
2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod bei L. Schmidt von Gr.-Lindm
25 Pfg 50 „ 23 „ 46 „ 21 , 20 „
42 „ 40 „
63 ,
21 Pfg.
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Sr. Majestät d «Kaisers", „Die russi chen Windhunde Sr. Majestät des Kaisers", Ausmärker", „Bumping-Race in Oxford-, „Reiterfest in Prag , „Sporiwoche und Blumencorso in Dresden". Der textliche Inhalt muß ein wahrhaft gcdiegmer genannt werben und "Sport und Bild" dürfte unter den deutschen Zeitschriften bald einen hervorragenden Platz einnehmm.
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der Stadt «letze«.
_ «ufgebota.
et 1,. Sunt: 22 Äarl Biedenkopf, Postschaffner dahier, mit Anna Fritz von Ober-Seibertenrod. 24. Friedrich Anrud, Wittwer, Tag- lohner dahier, mit Sophie Christiane Wilhelmine Pamine Möbus Hierselbst. 25. Dr. Wilhelm Friedrich Rudolf Theodor Heinrich Grein, Pfarrer dahier, mit Paula Marie Gebühr zu Köln. 25. Nicolaus Koob,Realgymnasiallehrer dahier, mit Albertine Eltsabethe ©opfert ju Pfeddersheim 25. Ludwig Gräf, Hüttenarbeiter dahier, mit Karoline Katharine Elisabeth Röder zu Queckborn. 25. Otto Stier, A^ant dahier, mit Sophia Seum von Schwickartshausm. 27. Dr. Reinhard Anton Brauns, Universitäts-Professor dahier, mit K«roline Wirth zu Nürnberg. 28. Wilhelm Gerhardt, Gastwirth dahier, mit Katharine Scherer von Odernheim, Kr. Alzey.
•«otttu»
Juni: 17. Dem Gärtner Johannes Kuba ein Sohn, Wilhelm Konrad. 17. Dem Kaufmann Heinrich Lorbericb eine Tochter. 20. Dem Bildhauer Karl Schmidt eine Tochter. 21. Dem Gerber Konrad Fink eine Tochter, Eltsabethe. 22. Dem Polizei-Secrelär gronj $eter JRotfc eine Tochter, Elisabeth Katharine Regine Franziska. 23. Dem Handelsmann Jacob Neustädter ein Sohn, Sigmund. 23. Dem Schreiner Martin Wacker eine Tochter. 24. Dem Handelsgäxtner Louis Becker eine Tochter. 24. Dem Z^lhSndler Franz Brück ein Sohn. 25. Dem Zahntechniker Friedrich Lehrmund ein Sohn, Philipp Karl. 26. Dem Schreiner Johannes Vogel eine Tochter, Maria Minna. 26. Dem Musiklehrer Ludwig Huntemann eine Tochter.
«eKorbsne.
»Hlmi: 2L Auguste Hohrneier, 36 Jahre alt, ledig dahier. 21. Friederike Weber,, geb. Eiff, 73 Jahre alt, Wittwe von Schrekrer- metster Georg Weber dabier. 26. Heinrich FrieS, 57 Jahre alt, Müller von Friedewald, Kreis Altenkirchen. 26. Luise Rinn, geb. Wagner, 27 Jahre alt, Ehefrau von Landwirth Philipp Rinn XVin. von Heuchelheim. 27. Ernst Emil Schmidt, 1 Jahr alt, Sohn von Bahnarbeiter Konrad Schmidt III. dahier. 27. Jean Retter, 75 Jahre 5", Schneidermeister dahier. 27. Peter Jmmel, 47 Jahre alt, Wirtb dahier. 27. Ludwig Bastelt, 30 Jahre alt, Schuhmacher dahier.
Vermischtes.
* Marburg, 27. Juni. Ein gefährlicher Einbrecher, der Schornsteinfegergeselle Gelbke, der bereits eine mehrjährige Zuchthausstrafe hinter sich hat, ist heute Mittag beim Transport vom Landgericht ins Untersuchungsgefängniß entwischt. (S. heutiges „LocaleS.")
* Bonn, 27. Juni. In dem benachbarten Mehlem geriethen zwei junge Leute in Streit darüber, wer den besten Sand zu einer Baustelle gefahren habe. Einer von ihnen, der Knecht Karlach, ergriff eine Flasche und schlug den anderen, den 17jährigen Sohn des Ackerers Bauer, tobt zu Boden.
♦ Lieguitz, 26. Juni. Die Verhanblungen bes 2 2. beutschen Gaftwirthstages, zu besten Ehren bie Stadt ein festliches Gewand angelegt hat, begannen gestern mit einer Sitzung der Bevollmächtigten der einzelnen Vereine, die der Vorsitzende des Verbandes, Th. Müller Berlin, leitete. Die Verbandskasse weift einen Baarbestand von 3372 Mk. und an Einnahme 18,187 Mk auf, denen Stuß» gaben in gleicher Höhe gegenüberstehen. Die Th. Müller- Stiftung schließt in Einnahme und Ausgabe mit 8480 Mk. bei einem Baarbestcmb von 255 Mk. Das Gesammtvermögen deS Verbandes^ beträgt 110,448 Mk., und zwar die Verbandskasse 28,675 Mark und die Th. Müller-Stiftung 81,773 Mk. Von den in der ersten Sitzung gefaßten Beschlüssen beziehen sich die meisten auf Skalierungen der Satzungen. Ein Ergänzungsantrag des GastwirthSvereinS Nürnberg, betreffend die Verleihung einer goldenen Medaille für 25jährtge Dienstzeit, wurde angenommen. F. Lasse- Berlin theilte mit, daß der Verband im verflossenen Geschäftsjahre 738 Auszeichnungen verliehen habe und zwar 32 Gedenkblätter für mehr als zehnjährige, 142 für dreijährige, sechsjährige und zehnjährige Dienstzeit und 342 Lehrbriefe. Mit dem GastwirthStag ist eine Ausstellung von Arbeiten der Fachschulen verbunden.
* Colmar, 26. Juni. Gestern Abend erschoß sich in der neuen Jägercaserne ein 17jähriger Avantageur des 10. Jägerbataillons. Als Grund des Selbstmordes gibt die „Colm. Ztg." an, der junge Mann habe einer Aufforderung nicht Folge geleistet und sich die darauffolgende Scene so zu Herzen genommen, daß er die Thal beging.
Citeratur unb Arrnst.
— Von im Bild", Jllustrirte Zeitschrift für alle Sportzweige, (trn Verlage von Pttcairn-Knowles, Simon & Co. Berlin W.) liegt nunmehr die zweite Nummer vor. Dieselbe reiht sich der ersten nicht nur ebenbürtig an, sondern übertrifft sie sogar


