spräche im nächsten Konsistorium wird vorau-sichtlich au Stelle de» Papste- von einem Cardinal verlesen werden.
Part», 27. November. Rochefort ist an den Folgen der Influenza nicht unbedenklich erkrankt.
Part», 27. November. Nach der „Republique Francaise" hat der Martnemtnister beschloffeo, dte für 1896 den Privat Industrien überlassenen Lieferungen, welche ge wöhmich zu fpät fertiggestellt wurden, zu entziehen und dte Arsenale dafür mit den hauptsächlichsten Arbeiten zu betrauen.
Konstantinopel, 27. November. Der kaiserlich türkische Eommlssar bet bei Dette publique, Namen- Murad Bey, ist verschwunden. E» hettzt, daß er geflüchtet ist, weil er sich bet den letzten Palasttntriguen compromitlirt habe.
Der Krieg von 1870|71,
geschildert durch Ausschnitte au- Zeitung» - Nummern jener Zeit.
(Flachdruck verboten.) 29. November.
Ueber dte gefangenen franzöftfchen Offiziere kommen von allen Seiten bittere Klagen. In G log au haben e- diese Herren so arg gegen dte Damenwelt getrieben, daß viele Familien für dte Dauer der Internierung der Franzosen ihren Wohnsitz verlegt haben. In Hamburg sind gletchfall- Belästigungen von Damen durch französische Ossi ziere vorgekommen. Sie dürfen dort daher nicht mit dem Degen an der Sette erscheinen und müflen sich wöchentlich ein. oder zweimal zur Revision stellen.
Der Weg von Deutschland durch Frankreich ist weit und bö», zumal bet den vielen Htnderntflen unterwegs- da geht mancher Soldaten st tesel au- dem Leim. Wenn ein paar Bäuerlein querfeldein ziehen, giebt- jedesmal eine lustige Jagd- dte armen Schelme laufen, denn sie denken, es gilt ihr Leben, es gilt aber nur ihren Stiefeln, und dte deutschen Soldaten machen eigenhändig den Stiefelknecht. Dte Freude wollen sie den Parisern nicht machen, daß sie barfuß einziehen.
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Wetze», bett 28. November 1895.
* Schuldienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht, am 30. October dte Lehraml-assrssoren HanS Kromm zu Homberg a. O. Und Otto Wollweber zu Beerfelden zu Lehrern und Dirigenten an den erweiterten Volksschulen daselbst, sowie die LehramtSasiefforen Albrecht Kullmann zu Ober- Ingelheim und Dr. Ludwig Schüz zu Langen zu Lehrern an den erweiterten Volksschulen daselbst zu ernennen.
* * Parlamentarische». Vom ersten Ausschuß der Zweiten Kammer liegen u. A. folgende Berichte vor: 1) Utbcr dte Eingabe deS OrtSvorstandeS zu Bellersheim, dte Errichtung eines gemeinschaftlichen Bahnhofes für Beller-Heim und Obbo rnhofen betreffend, sowie zwei Gesuche von Bewohnern der Gemeinden Bellersheim und Obbornhofen in gleichem Betreff — Berichterstatter Ab- geordneter Mölltng. ES wird vom Ausschüsse vorge- schlagen, nachdem dte Großh. Regierung sich mit dem durch dte Anträge Beabsichtigten einverstanden erklärt und danach den betreffenden Wünschen willfahrt werden wird, dte Gesuche für erledigt zu erklären. 2) Ueber den Antrag deS Ab. geordneten Bogt und Genoffen, den Bau einer Nebenbahn Ltch—Grün berg (in Fortsetzung der von der Zweiten Kammer schon beantragten Bahnlinie Butzbach—Sich) betreffend. — Berichterstatter Abgeordneter Mölltnger. Großh. Ministerium der Finanzen erklärt in dieser Angelegenheit, daß eö bereit fei,, dte bezüglich der Linie Butzbach—Ltch in Aussicht gestellten Vorarbeiten seiner Zett über Ltch hinaus bis Grünberg fortzusetzen, vorausgesetzt werde dabet, daß dte derzeit bestehende Absicht einer Actien- gesellschast (Allgemeine deutsche Kleinbahn - Gesellschaft), eine Straßenbahn zwischen Buchbach und Ltch herzustellen, nicht zur Au»sührung komme. Nach dieser zustimmenden Erklärung Großh. FlnanzmintstertumS schlägtderAuSschuß derKammer vor, sie wolle den Antrag für erledigt erhören. — Bet der Zweiten Kammer ist ein Antrag der Abgg. Köhler und Genossen (die Abgg. Bähr und Ripper), betreffend die Errichtung einer staatlichen Ersatzkasse für Hagel- fdjüben im Großherzogthum Hessen, eingelaufen.
* * Eoncert Verein. Wie wir bereit- unseren Lesern mit- theilten, wirb Fräulein v. Niessen aus Dre-ben am kommenben Sonntag im Eoncert als Solistin mitwirken. So werthvoll nun auch bie Empfehlungen einer Frau W'ttich, glauben wir doch, wenn wir hiermit einige auswärtige Preß- stimmen wiedergeben. Ed. Han Slick schreibt in der „Wiener Freien Presse": Auffallenden, beinahe sensationellen Erfolg hatte die Sängerin Frl. v. Niessen. Die Stimme ist ein schöner, warmer Alt, Tonbildung und Text au-sprache vortrefflich und der Vortrag so poetisch und tief empfunden, daß er zuweilen an die Var bi erinnerte. Ebenso günstig urtheilt Richard Pohl, welcher sich wie folgt'auS spricht: Die Borträge de« Frl. v. Niessen haben uns wahrhaft erfreut. Sie ist eine ausgesprochene Altistin mit sehr sympathischer und ausgezeichnet geschulter Stimme. Sie zeigt keine -spur von Registerübergängen, die bei Altstimmen sich ost nicht angenehm bemerkbar machen. Die Tonbildung ist äußerst correct, die Aussprache meisterhaft, der Bortrag ist sehr empfindung-voll und sehr sein schaitirt. Sowohl die Individualität, wie der Stimmcharacter der Sängerin weift sie entschieden auf da- lyrische Fach hin, da- sie in nobelster Weise vertritt. — Frl. v. Niessen ist eine sehr empfehlen» werthe, feine Sängerin, welche verdient, allgemein bekannt zu werden.
• •H. Neue» Theater. Dresdener Ensemble-Gast, spiel. Der gestrige Theaterabend vermittelte un» bie Be- ■ kanntschaft be» fianzöflschcn LustspiclbichterS Sardou burch deffen „Eyprienne". Wirersparen unö ein nähere- Ein. gehen auf bie geistvollen Pointen be- Stücke- über Ehe '
I und Ehescheidung, Über den Reichthum feinsten Witze- und sonstiger vielen Vorzüge, auf welche die Eleganz diese- Lust, spiel- Anspruch zu machen berechtigt ist. Die Darstellung durch da- Ensewblefpiel verschiedener gleichwerrhtger Kunst kräfte bot da- erfrischende, lebhafte Ganze, welche da» Siück verlangt und in dem es auch nur gefallen kann. Im Höhepunkt de» Ganzen stand bie vorzügliche Leistung de» Fräul. Henriette Mas s on, welche in ber Rolle ber Cyprienne eine Verkörperung der Lebenslust und jene- Räthsel weiblicher Psychologie in Spiel und Sprache zur vollsten Geltung brachte. Ihr Partner Herr Rinald contrastirte durch die elegante, ruhig überlegene Weise der Darstellung be» Herrn v. PrunelleS. Der geschätzte Künstler bot eine Leistung au» I einem Guß. Der Hau-freund, Vetter Adhemar, fand in Herrn Jul. Wessel- einen Vertreter der besten Art, der diese dem Lächerlichen verfallende Figur de» Salvngecken durch wirksame nicht übertriebene Komik in gediegenster I Weise zur Darstellung brachte. Alle übrigen Mitwirkenden verdienen durch flotte- Zuiammenipiel alle» Lob. Der Abend gestaltete sich in Folge dessen zu einem danken-werthen und der Beifall de- vollen Hause- bafür war ein wohlverbienter. Heute gelangt Moser- köstlicher Schwank „Da- Stiftung-- fest" zur Aufführung, welcher feine Zugkraft wieberum auf- Neue bewähren dürfte.
Dresdener Gefammt Gastspiel. Aus allgemeinen Wunsch hat sich Frl. Bernhardt enrschloffen, noch 3 Vorstellungen zu geben unb kommt am Sonntag Lessing- unsterbliche Eomödie „M i n n a vonBarnhelm" zu überaus glänzender Darstellung. Am 4 December werden wir eine sensationelle Novität „Klein -Eyols" von Ibsen zu sehen bekommen, welche Frl. Bernhardt für Marburg unb hier unter großen Opfern angekauft. Bon- je 3 Stück sind zu be- kannten Preisen bei Herrn Challter zu haben. — Da | die Kaffenpreise betn Unternehmen entsprechend höhere sein | müssen, empfiehlt sich ber Bon-Verkauf von selbst.
* e Technische Hochschule zu Darmstadt. Dem Herrn Dr. Karl Mamroth ans Posen ist bie venia legendi für VolkSwirthschaftSlehre an ber Grobherzoglichen Technischen Hochschule zu Darmftabt ertheilt werben.
• • Der Nestor der hessischen Lehrer soll z. Zt. Ober- lehrer Kübel-Mainz sein, ber, obwohl 76 Jahre alt, noch ganz rüstig seinen Dienst versieht.
* * „hassia". Die nächste Sitzung beß GesammtpräfibiumS der „Haisia" wird Sonntag, 8. December, ftattfinden unb in derselben die Regultrung der Reclamationen der unbefriedigten Theilnehmer am Festessen beß 18. August zum Abschluß gelangen, waß alß General- antwort auf bießbezügliche Anfragen ertheilt wirb.
* * Handwerkskammern. Der Centralvorstanb beß All- gemeinenbeutschenHanbwerkerbunbeßzu München (Färbergraben l1/,) hat eine von ihm entworfene Petition an alle Innungen unb sonstigen Hanbwerker Vereinigungen Deutschlandß zu Unterzeichnung und Einreichung an ben Reichßtag verbreitet. Diese Petition, welche eine kurze Darstellung beß bisherigen Verlaufes der Frage der Organisation de» Handwerks bietei und der zu entnehmen ist, daß „vollste Uebereinstimmung in den Forderungen unb Zielen ber corporirtin deutschen Handwerksmeister" besteht und alle gegenteiligen Behauptungen grundlos sind, wendet sich gegen den dem BundeSrathe derzeit vorliegenden, von Staats- fecretör Dr. von Boetticher stammenden Gesetzentwurf betreffend bie Errichtung von Handwerkskammern und klingt in die Bitte auS: „Der Reichßtag möge nur einem solchen Gesetzentwürfe seine Zustimmung erteilen, welcher die vollständige Organisation beß HanbwerkS gleichzeitig und zwar unter Berücksichtigung der Beschlüsse beß 1894er Deutschen Jnnungß- und Allgemeinen Handwerkertageß durch- zuführen bestimmt und geeignet ist." Ferner wird in derselben gebeten: „Jede den Handwerkerstand neu belastende Gesetzeßvorlage, so namentlich die die Erweiterung ber Unfallversicherung auf daß gesammte Handwerk unb bie bie Versicherung gegen Arbeitslosigkeit betreffende, so lange zu- rückzuwelsen, biß bie Frage der Organisation beß Handwerks in befriedigender Weise gelöst ist." Petitionßformulare können von oben bezeichneter Adreffe bezogen wercen.
tt Groub rg, 27. November. Unter zahlreicher Bethei- ligung ber hiesigen Bewohner unb seiner Collegen von hier unb au» ber Umgegend wurde heute bie Leiche beß h esigen penfionirten Lehrerß Martin Reutz zu letzten Ruhe bestattet. Welche Verehrung unb Achtung sich ber Ber- ftorbene erworben hat, zeigte bie Menge prächtiger Kränze, bie seinen Sarg und den Leichenwagen alß Zeichen innigster Dankbarkeit und Liebe schmückten. Während seiner amtlichen Thätigkeit war er mit dem silbernen Verbienftkreuz beß DerdienstorbknS Philipps beß Großmüthigen und bei ber am 21. Mai 1894 stattgefundenen Feier feine- fünzigjährigen DienstjubiläumS mit der Krone dieses Orden» ausgezeichnet worden. Den wohlverdienten Ruhestand konnte er leibet nur kurze Zeit genießen. AIS treuer Lehrer, gewifferhaster Erzieher, tüchtiger Patriot, streng sittlicher unb tiefreligiöfer Eharacter hat er sich unsterbliche Verdienste erworben. Sein Gedächtniß bleibet im Segen.
A Au» dem Ohmthal, 28. November. So auffallend stark tm vorigen Jahre um diese Zeit da» Feld, b. h. bie Hecken bevölkert von Vögeln waren, so auffallend schwach ist in diesem Vorwinter bie Anzahl der zu bemerkenden Vögeln, ja da» gänzliche Fehlen einzelner Arten. Wer al» Jäger Gelegenheit hat, da» Feld öfters zu durchqueren, dem entgeht dieser Unterschied, der sonst wohl weniger bemerkt wird, nicht. Wohl zeichneten sich die Hecken im vorigen Jahre durch einen großen Beerenreichthum au», ber ben beerensressenden vögeln einen voll besetzten Tisch bot, aber auch Heuer freien die Beeren durchaus nicht. Dagegen fehlen die Krammetsvögel, die im vorigen Jahre in fo starker Anzahl auftraten und leibst den Wmter über Stand hier hielten, gänzlich. Allerdings fielen dem vorjährigen Nachwinter gerade viele Krammetsvögel zum Opfer; man fand
I öfter» erfrorene unb verhungerte Exemplare im Schnee. Auch die Schwarzamsel, die um diese Zeit die Hecken besucht, ist saft kaum zu bemerken. Ebenso fehlen die Schauren der Distelfinken und Hänflinge, bie sonst ba» Felb nach Sämereien burchsuchten. Eine andere auffallenbe Erscheinung der Vogelwelt zeigte ber überau» schwache Rückstrich von Kranichen. Elnsenber diese» hat z. B nicht einzige» Geschwader dieser Vorboten de» kommenden Wmter» nach dem Süden ziehe» sehen. Ob in anderen Gegenden die gleichen Erscheinungen in ber Vogelwelt zu bemerken gewesen find, ober anbere, dürste zu erfahren, nicht ohne Interesse sein.
Darmstadt. 27. November. Eine eigenartige Huldigung würbe am GeburtSfeste Ihrer Königlichen Hoheiten des GroßherzogS und ber Großherzogin dem Allerhöchste» | Paare bargebracht. In dem Palai»garten hatte sich ein anscheinend blinder Monn, geführt von einem etwa neunjährigen Mädchen, da» ein Fähnchen trug, an ber westlichen Terrasse be» Palais, woselbst auch eine Militärcapelle ein Stänbche» brachte, eingefunben. Al» bie Militärkapelle mit ihrer Piöce geenbet hatte, entlockte ber Mann seinem Instrumente (6lari- nette) ergreifenbe Töne, unb spielte u. A. auch ben Ehoral: H®tn feste Burg ist unser Gott", wa» zahlreiche Zuhörer herbeilockte.
A Mainz. 23. November. Im verflossenen Monat October wurden in Mainz 24,466 Hectoliter Wein in Fäs- fern, 483 Hectoliter ungekelterter Wem unb 278 Hectoliter Wein in Flaschen, zusammen 25,227 Hectoliter et»- geführt. Die Einfuhrin dem gleichen Monat be» vorigen Jahre» betrug: 24 989 Hectoliter in Fässern, 1191 Hectoliter angeheiterter Wein unb 152 Hectoliter Wein in Flaschen. E» wurde danach von allen Quantitäten Weinen in biete« Jahre merklich weniger eingeführt unb zwar von Wein t» Fässern 523 Hectoliter, ungekelterter Wein 1191 Hectoliter unb Wein in Flaschen 126 Hectoliter.
A Maio,. 27. November. Laut Mittheilung der Bürgermeisterei in ber heutigen Stadtverorbnetensitzung finden die Er g ä nz un g ß wa h l e n zu der hiesigen Stadtverordnetenversammlung mit Rücksicht auf die gegen die Wahllisten von verschiedenen Seiten erhobenen Proteste wahr- scheinlich erst im kommenden Januar statt. E» tritt daher voraussichtlich der Ausnahmefall ein, daß bie Stadtverord- netenversammlung In ihrer heutigen Zusammensetzung i« kommenden Jahre noch einige Sitzungen halten muß. - Eine lebhafte Debatte rief im Verlauf ber heutigen Stabt- Verordnetensitzung ein Antrag ber stäbtischen Hallencomnmfion hervor, bie „Stabthalle" nur gegen 7000 Mark Mieihe zur Veranstaltung ber Maskenbälle an da» geschäft-führende ComitL de- EarnevalveremS „Narhalla" zu Überlassen. Ob- wohl es von verschiedenen Seiten al» eine große Unbilligkeit bezeichnet wurde, trotzdem die sonst üblichen Earn.val»- sitzungen nicht stattfinden, für die Maskenbälle allein die hohe Miethe von 7000 Mark zu beanspruchen, trat die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Mehrheit dem Beschluß ber Hallencommission bei. — Verflossene Nacht ließ sich auf der Eisenbahnstrecke Mainz.Bingen der Kanonier Meiselbuch vom Nass. Feld-Art.-Regt. Nr. 27 von einem Personenzug todt fahren. Der Kopf und die Beine de» Selbstmörder» wurden durch die Räder beß Zuge» total vom Körper obgetrennt. Meiselbach, ber aufl Roda stammt, ist ber Soh» wohlhabenber Eltern - bi» jetzt fehlen alle Anhaltspunkte, wa- ben jungen Mann zu dem Selbstmord bewegte.
Vermiete*.
• Frankfurt a. M, 25. November. Nach angestellten Erhebungen in den hiesigen Schulen hat sich herauSgeftellt, daß etwa 700 Kinder Morgen» nüchtern in die Schule kommen. Um dieser recht dedauern-werthen That- fache abzuhelfen, hat eine Anzahl Damen sich vereinigt, denen e» gelungen ist, in kurzer Zeit etwa 3500 Mark zu sammeln, theiis in Jahresbeiträgen, theil» al» einmalige Gaben. Diese Summe genügt, um 350 Kindern während ber kälteste» Wintermonate jeben Morgen eine Tasse warmer Milch und ein Stück Brod vor Beginn der Schule zu verabreiche». Heute, am 25 November, wird der Anfang mit 150 Kindern gemacht, im Laufe dieser Woche soll der Rest folgen. Weiter hat sich ein Eomilö gebildet, ba» bauernd für die 700 Kinder ausreichend sorgen will. Da» Öomitß wird keinen öffentliche» Ausruf erlaffen, sondern sich je nach dem Bedürfniß an die hiesige Einwohnerschaft brieflich um Zuwendung von Mittel» wenden, die ihm in Anbetracht dc- guten Zwecke- hoffentlich reichlich zufließen werden.
* Wiesbaden, 24. November. Am Freitag gegen Abend schlugen zwei Schäfer aus dem Vogelsgebirge auf dem Acker hinter der Klostermühle ihren Pferch auf, in dem sie etnn 500 W anderfchafe unterbrachten. In ber Nacht vo« Freitag zum Samstag brachen, während die Schäfer summt ihren beiden Hunden in der Mühle nächtigten, mehrere fremde Hunde, die auf Wild jagten, in ben Pferch ein, zerrissen benfelben und erwürgten sechs Schafe. Die übrige Heerde ergriff die Flucht nach der Stadt zu, wo sie von mehreren jungen Leuten aufgefangen und Morgen» 6 Uhr den beiden Schäfern Übergeben wurde. Beim Abzählen der Heerde zeigte sich, daß fünf Hämmel fehlten.
* Bei der jüngste» Jagd in Letzlingen ließ der Kaiser durch Gen-darmen bei den Jagdthcilnehmern eine Jagdschein-Revision vornehmen. Da» ergötzliche Ereigniß hatte da» Ergebniß, daß einzelne Jagdgäste ihre Jagdscheine nicht bei sich hatten und einer Gtrafnotirung verfielen.
* Nordhausen. 27. November. Hier sind der Getreidemakler Rudolph, dessen Frau, Sohn und verheirathete Tochter vergiftet aufgefonben worden. Rudolph ist tobt, die übrigen lebten noch und wurden in» Krankenhau» gebracht. Der Grund zu dieser That soll in Nahrungssorgen liegen.
* Guben, 26. November. Heute früh 7 Uhr wurde hier der Arbeiter Pari Rädel au» Grabow Hingerichte». Derselbe hatte im Mai an einem Grubenarbeiter Rundmor»


