Ausgabe 
29.3.1895
 
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Abtheilung do*

2 Uhr trat bet ein. Der Ober­au die Weichsel

13jährigeS Mädchen wurde des 26jährigen Schlossers wurde verhaltet und gestand * Leipzig, 26. März.

keinen übergroßen Umfang annehmen.

Thorn, 27. März. Heute Mittag einem Wasserstande von 3,50 m Eisgang Präsident Dr. v. Goßler begab sich sofort zur Besichtigung. DaS Wasser steigt.

Piel, 27. Miirz. Heute tras eine

Eisenbahn-Regiment aus Berlin hier ein, um die alle Schleuse deS Nord-Ostsee-EanalS bei Holtenau zu sprengen.

Treiben, 25. März. Sin Doppelworb, der iLr

die sittliche Berwilderung einzelner Glieder unseres Volkes ein erschreckendes Zeugniß ablegt, ist hier von dem 18jährigen Tapezirer JulinS Theodor Ebert an der fast 80jährigen Almosenempfängerin Geißler und ihrem 10 Jahre alten Enkelkind verübt worden. Der Thäter ist ein üdelberüchtigter Bursche, der vor kurzer Zeit an» der Straf, und Besserungs- anstalt Sachsenburg entlasten ist. Er hat die alte Krau in ihrer Wohnung mit einem Mester erstochen, dann erdrostelt und beraubt. Der Baarbefitz der Opfers bestnnd aus 80 Pf.,

Mainz, 27. März. DaSMainzer Journal" veröffent- Dienstverrichtungen eines Richter- bei Großherzoglichem Land, licht folgendes an die Centrumsfraction des deutschen Reichs- gericht der Provinz Starkenburg; 2) der Großherzogliche

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Gießen, den 28. März 1895.

** Sitzung der Großh. Handelskammer vom 22. März l. Z. Anwesend die Herren Koch, Heichelheim, Katz, Klingspor, Kraatz, Wortmann. Die Eingaben der Handelskammern Leipzig und Mannheim an den Reichstag, worin um Ab­lehnung des Gesetzentwurfes, betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung gebeten wird, insbesondere insoweit derselbe aus Beschränkungen des Droguenhandels hinzielt, beschließt die Kammer in geeigneter Weise zu unterstützen. Am 31. März d. I. wird zu Frankfurt a. M. eine öffent- liche Kundgebung zu Gunsten der Beibehaltung unserer gegenwärtigen Währung ftattftnden. Indem man an dieser Stelle auf die im Gießener Anzeiger Nr. 71 (zweites Blatt) publieirte Einladung verweist, bittet die Kammer um recht zahlreichen Besuch der Versammlung. Den Inter­essenten liegt auf dem Geschäftszimmer der Kammer, die derselben Seitens der Kgl. Elsenbahn-Direction Frankfurt a. M. zugegangene Bekanntmachung betreffend die Einführung eines neuen TarifeS für den Deutsch-Ostafrika-Verkehr über Hamburg zur Einsicht offen. Auf Veranlassung der jkßdoci&tion Internationale pour le progrda de lHygidne in Brüssel theilt der Königlich Belgische Eonsul der Kammer mit, daß eine allgemeine Ausstellung eonservirter Nahrungsstoffe zu Ende des Monats April d. I. auf dem Magdalenen Markt zu Brüssel eröffnet werden soll. Näheres ist von Herrn Läon Philippart, rue Jules Van Praet 9 in Brüssel zu erfahren. Der Ausnahmetarif für die Beförderung von Zucker aller Art von den Stationen der EtsenbahndirectionS-Bezirke Altona, Berlin, Breslau, Dromberg, Erfurt, Frankfurt a. M., Hannover, Köln (linkSrh.), Köln (rechtSrh.) und Magdeburg, sowie der Braunschweigischen LandeSeisenbahn und der Oberhessischen Eisenbahnen nach Basel zur Ausfuhr nach der Schweiz, gültig seit dem 20. Februar d. I., enthält außerordentliche Frachtermäßig­ungen. Interessenten können von dem Tarif auf dem Ge­schäftszimmer der Kammer Einsicht nehmen. Bor Anknüpfung von Geschäftsverbindungen in Bulgarien und Ctzpern empfiehlt sich, über dortige Verhältnisse fich bei M0 zu unterrichten.

"** Znftizpersonalien. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: den Landgerichts, direetor bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Karl Bonhard, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, in den Ruhestand zu ver setzen- den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt II. NmtSgerichtsrath Dr. Hermann Lahr, zum OberamtSrichter bei diesem Gericht zu ernennen. Durch Entschließung Großherzogltchen Mintstetium« deS Innern und der Justiz wurden biß auf Weitereß beauftragt: 1) der Großherzogl. AaudgerichtSrath Dr. Best in Gießen mit Wahrnehmung der

abend beschieden fein! Hierbei mag erwähnt werden, baff in unserer Gemeinde noch ein zweiteß Ehepaar lebt, daß am gleichen Tage auf einen 50 jährigen Ehestand zurückblickt, und ist dieß der hiesige Bürger Georg Konrad Harnisch und seine Ehefrau Katharine, geb. Schäfer. Sie iahen von einer öffentlichen Feier ab, und begingen den Tag in der Stille. Auch ihnen wünschen wtr für den Rest ihrer Tage Gotteß reichsten Segen.

A ttllfelb, 27. März. Am kommenden 1. April findet von Dormittagß 9 Uhr an im Lehrsaale der hiesigen Ge­werbeschule (Ackerbauschnlgebäude 2. Stock) die öffentliche Schlußprüsung der landwirthschastlichen Winterschule (Vorsteher Großh. Landwirthschaftßlehrer Leithiger) statt. Daß dießjährige Wintersemester nahm, wie der Jahresbericht bemerkt, am 5. November seinen Ansang. Ausgenommen wurden in den oberen öurfuß 17 Schüler und 1 junger Mann als Hospitant, in den unteren Eursus 14 Schüler, io daß die Schule im Ganzen von 32 jungen Leuten besucht wird. Gegen 1892/93 bedeutet die- einen Rückgang in der Schülerzahl von 6, gegen 1893/94 von 2 Schülern. Bei der augenblicklichen Lage des landwirthschastlichen Beruf» ist dieß für die Ackerbauschule zwar immer noch ein befrie* bigenber Besuch, es ist aber kaum zu erwarten, daß bet weiterem Anhalten der Nothlage der Landwtrthschast in den nächsten Jahren eine Steigerung eintreten wird. Es ist dieß umsomehr zu bedauern, al» die landwirthschaftliche Technik in den letzten 10 Jahren im Schulbezirk sehr bedeutende Fortschritte gemacht hat, dies aber mittel- und unmittelbar auf die Thätigkeit der landwirthschaftlichen Schule mit zurück­zuführen ist. Sollte aber die Frequenz der Schule wesentlich geringer werden, so wäre dieß gleichbedeutend mit einem Nachlasse in der Entwickelung unserer Landwtrthschast.

A Bon der Mainmnndvng, 27. März. Der vorderste Theil von Kostheim, die Gustavßburg und die niedersten Riedorte stehen bereit» unter Wasser, doch find die Bewohner weniger schwer davon betroffen, weil da» Hochwasser nicht überraschend kam und man daher die nöthigen Vorkehrungen rechtzeitig treffen konnte. Kastel, da» bei dem gegenwärtigen Wasserstand immer schon unter Wasser war, hat fich das Mainzer Canalsystern zu eigen gemacht und ist daher biß jetzt noch von der Ueberschwemmung unberührt geblieben.

A Mainz, 27. März. Die lange befürchtete lieber» schwemmung ist eingetreten und stehen seit heute Morgen die Ufer läng» der hiesigen Stadt unter Wasser. Die am Morgen vom Neckar und Maxau eingelaufenen Nachrichten, die Fallen des Wasser» gemeldet hatten, wurden alebalb wieder von Hiobßposten auß Mannheim, Worms, Würzburg, Aschaffenburg und Offenbach überholt, die erneutes starke» Steigen anzeigen, wie dies bei den fortgesetzten, theilweise heftigen Niederschlägen kaum ander» zu erwarten ist. Hier betrug daß (Steigen im Laufe beß Tages ca. 25 öentimeter und ist der gegenwärtige Stand (8 Uhr Abend») 3,95 Meter. Die Landungsbrücken vor der Stadt sind nur noch auf Pritschen zu erreichen und ist man eben eifrig thätig, die am Ufer stehenden Lagerhäuser zu räumen. Da der Fährepegel die vorgesehene Höhe bereit» überschritten, erleidet die Schiff­fahrt schon eine rheinpolizeiliche Beschränkung. Mit Aus­nahme der User wird die Stadt in Folge unsere» trefflichen Canalsystemß und der practischen Abschlußanlagen wohl von der Ueberschwemmung unberührt bleiben.

Frankfurt a. M., 27. März. Der Main ist bei anhaltendem Regenwetter wieder gestiegen und überfluten die Maininsel. Er dürfte Nachmittag» bet 3,16 m den höchsten Stand erreicht haben. Würzburg meldet Steigen, Aschaffenburg Fallen beß Mainß.

Köln, 27. März. Vom Oberrhein wird fortgesetztes Steigen gemeldet. Hier betrug der Wasserstand Abends 7 Uhr 5,80 m gegen 5,60 m um Mittag.

Eoblenz. 27. März. Die Mosel steigt schnell. In der unteren Stadt werden bereits die Keller geräumt.

* Hamburg, 27. März. Ein seit Montag vermißtes

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für baß Fleis chergewerbe hat bas Reichsgericht gefällt. Dieselbe lautet:Enthält die Wurst Mehlzusatz, so ist sie als gefälscht anzusehen." Danach ist jeder Mehlzusatz bei der Warstbereiiung, selbst der geringste, auch nur al» Binde­mittel verwendet, verboten.

Danzig, 25. März. Die Weichsel steigt fetzt tm Unterlaufe ziemlich schnell. Während in Galizien der Strom meist eißfrei ist, steht da» Ei» in Polen noch fest. Auf Anregung beß Grafen Schuwalow hat der Kaiser Genie­truppen beauftragt, bei dem (Stßgange durch Sprengung gefährdeter Stellen u. s. w. Hülse zu leisten. Auf der Warthe bei Posen trat heute Vormittag eine Stauung ein, die schnell beseitigt wurde. Hier wird da» Hochwasser

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tage» zu Händen beß Grafen Hompesch abgegangene Tele­gramm : Die ttentrumßfractton der Zweiten Kammer der Stände und der Landeßaußschuß der hessischen Centrumßpartei sprechen der öentrumßftaction beß Reichßtageß Namens ber Katholiken Hessens ihren wärmsten Dank bafür auß, daß baß Eentrum eine Betheiligung der Katholiken zu dem 80. Geburtstage Bißmarcks einmüthig abgelehnt hat, nachdem die gegnerischen Parteien diese Gratulation zu einer politischen Kundgebung zu mißbrauchen versucht haben. Für die EentrnmSfraetion: Wasserburg. Für den Landeßaußschuß: Dr. Schmitt.

Bern, 27. März. Die schweizerischen Radicalen, Libe­ralen und Cooservativen mißbilligen durchweg den Beschluß beß Reichstages betreffend die Ablehnung einer Beglück­wünschung deS Fürsten Bismarck unb betonen, so etwas wäre sogar in ber republikanischen Schweiz undenkbar, wenn sich um bie Ehrung einer großen politischen Persönlichkeit hanbelt. Die soctalistischen Blätter bagegen loben bie Haltung beß Reichßtageß in biefer Frage.

Paris, 27. März. Daß Ableben beß Generals Trochu steht jeben Augenblick bevor. Der General liegt bereits in Agonie.

Pari», 27. März. DerTernpß" unb baßJournal beß Debatß" veröffentlichen heute Leitarttkel über bie parla­mentarische Krisis in Deutschland Beide Blätter stimmen darin überein, daß der Conflict beß StaatSoberhaupteß mit bem Reichstage noch nicht zu einer beflnitiöen Krisis führen werbe.

Paris, 27. März. Die heutigen Blätter besprechen bie Reben beß beutschen Kaisers unb beß Fürsten BiSmarck in FriedrichSruh- besonders wirb bie Anspielung BiSmarckß auf bie französischen Verhältnisse lebhaft commentirt Die Republikaner bezeichnen dies als eine Anmaßung, während bie Monarchisten mit ben Aeußerungen Bismarcks über bie republikanische ©taatßform ihr Einverstänbniß erklären.

Brussel, 27. März. Gestern Abenb hielten bie Socia- sten unter freiem Himmel eine Versammlung ab, um gegen baß Gemeindewahlgesetz zu protestiren.

London, 27. März. Der Schuhmacher st rike scheint von längerer Dauer zu sein. Arbeitgeber wie Arbeitnehmer haben jeden Ausgleich abgelehnt.

Rom, 27. März. Ein Rundschreiben beß Ministerß beß Innern befiehlt allen Gemeinben bie größte Spar­samkeit, damit sie in ber Lage seien, ihre Pflichten gegen die Gläubiger zu erfüllen.

Havanna, 27. März. Bei der Ankunft beß ersten spanischen Bataillonß brach die Bevölkerung in be­geisterte Begrüßungen auß. Die politischen Parteiführer der Insel Euba telegraphirten Canovas,sieverfprächenbedingungSloS seine Politik zu unterstützen.

H. Darmstadt, 28. März. Die Königin Victoria von England trifft am 20. April zum Besuche der Groß- herzoglichen Familie hier ein.

AmtSgerichtßrath Seeger in Gießen mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eineß Richrerß bei Grobherzoglichem Landgericht der Provinz Oberhessen; 3) der Großherzogl. Gerichtsassessor Neuenhagen in Darmstadt mit Wahr- ; nehmung der Dienftverrichtungen eines Richters bei Groß- herzoglichem Amtsgericht Gießen.

* * Dienftnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht, dem durch Dekret vom 14. d. M. zum Oberförster ernannten Forstaffessor Wilhelm Hoffmann auß Darmstadt, anstatt ber Oberförsterei Lich die Dbetfcrfterei König mit Wirkung vom 1. April b. I. zu übertragen, sowie ben Oberförster ber Oberförsterei König, Heinrich Lener baselbst, in gleicher Diensteigenschaft in bie Oberförsterei Lich, mit Wirkung vom gleichen Tage an zu versetzen. %

-h*e BiSmarck-Eeinnernng. Um ben zahllosen Verehrern Bismarcks eine int wahren Sinne des Wortes bleibende und dauernde Erinnerung an die nationale Feier zu schaffen, durch welche der 80. Geburtstag des größten Deutschen überall, wo Landsleute wohnen, festlich begangen wird, hat sich unsere heimische Industrie, die BuderuS sche Eisen­werke, veranlaßt gesehen, ein Bild niß in Kupfer und Kunstguß Herstellen zu lassen, welche» seine Züge in so vorzüglicher Ausführung wie er heute unter uns lebt, bar­stellt, baß jebeß Lob überflüssig erscheint - es spricht einfach für sich selbst. Dasselbe ist in ben Schaufenstern ber Golb- unb Silberwaarenhanblung beß Herrn Heinrich Zimmer am Kreuz dahier ausgestellt und dürfte für Jedermann eine schöne unb bleibenbe Erinnerung an den Ehrentagunseres Bismarcks" sein! Gleichwie die Ausführung für bie bekannte Leistungsfähigkeit beß Werkeß spricht, bürste ber Entwurf Zeugniß oblegen.

DaS neue Schuljahr, welches nach den bestehenden Gesetzesbestimmungen für die Volksschulen deS Großherzog- thumS am 1. Montag im Mai beginnen sollte, nimmt Heuer schon am 29. April seinen Anfang. Diese Anordnung wurde deshalb von der Großh. Minifterialabtheilung für Schul­angelegenheiten getroffen, weil in diesem Jahre zwischen den Osterferien und den 8 tägigen Schlußferien nur einige Schul­tage liegen und darum eine Vereinigung der beiden Ferien als angemessen erschien. Die Ferien dauern demnach auß« nahmsweise vom 11. biß zum 27. April, eine Einrichtung, welche dem Lehrpersonal an den Volkßschulen nur erwünscht sein kann.

* Die Postschalter werden vom 1. April an um 7 Uhr Morgens geöffnet.

P ** Turnprnsnug in der Stadtknabeufchnle. Vor Groß- herzoglicher Kreißschulcommifsion, Mitgliedern beß Schul- unb Stadtvorstandes, geehrten Gästen unb bem Lehrerper- sonale der Schule fand gestern Mittag von 35 Uhr eine Turnprüfung mehrerer Klaffen statt, dazu angethan, die Schulprüfungen pro 1894/95 harmonisch abzuschließen. Die Pausen wurden durch (Sinlage geistlicher und weltlicher Lieber passenb ausgesüllt. Zum Turnen waren bestimmt worben bie Klassen IVb, Ila u. I. Zur Vorführung ge­langten: Leichte Frei- unb Drbnungßübungen; Umreichungen am Ort, Stabübungen, Barren- Umreichungen in ben Reihen, währenb ber Fortbewegung, Hantelübungen, Uebungen am Bock. Die Leistungen verbienten uneingeschränkteß Lob. Man wußte nicht, waß man mehr bewunbern sollte, baß sichere unb pracise Commanbo beß Lehrerß ober bie exacte Ab­führung beßfelben burch bie jungen Turner. Daß ber Turn­unterricht in ber Hanb des pädagogisch gebildeten und tech­nisch vorbereiteten Klassenlehrerß gut aufgehoben ist, bestätigt sonach die Erfahrung im Hinblick auf bie erzielten Resul- täte, und dürfte damit dem alten oder vielmehr veralteten System beß Fachunterrichts daß Unheil gesprochen fein. Zum Schlüsse wollen wir nicht unterlassen anzufügen, baß auch bie vorgesetzte Behörde in ihrem Unheil die Leistungen als vorzüglich anerkannte.

Befitzwechsel. Die Spieß' sche Wirthschaft am Oßtoalbßgarten ist mit dem ganzen Inventar für ben Preis von 66 000Mk. an bie Brauereifirma Friebel L ASprion übergegangen. Der frühereNeue Schütz en Hof", Grünbergerftraße 32, bisheriger Eigenthümer Herr Pöschel aus Cassel, ging für 35000 Mk. durch Kauf in den Besitz beß Kohlenhändlerß Georg Schäfer über.

-8- Lollar, 28. März. Zufolge Anregung beß Krieger- Vereins unb beß Turnvereins wirb ber 80. Geburtstag beß Fürsten von Bißmarck nächsten Sonntag ben 31. März von fämmtlichen hiesigen Vereinen gemeinschaftlich gefeiert. Die Gesangvereine haben zwei Lieder eingeübt, welche von circa 125 Sängern unter Leitung beß Herrn Lehrer Jacobi vorgetragen werben. Die Schuljugenb, welche ebenfalls an ber Feier theilnehmen soll, erhält Bretzeln, auch wirb vor bem neuen Schulgedäube eine Linde zur Erinnerung an den 80. Geburtstag des großen Kanzlers gepflanzt werben.

W. Reiskirchen, 28. März. In vergangener Nacht fuhr ber Fuhrmann Gerth von Linbenftruth von Winnerod aus nach Haufe. In Folge ber Dunkelheit kam der Mann vom Wege ab und stürzte mit feinem Einspänner einen an einer Walbecke gelegenen steilen Abhang herunter, wobei sich sein Pferd baS Genick brach unb ber Wagen arg beschädigt wurde. Daß Gerth, welcher den Sturz mitmachte, bet dieser Affaire ohne Verletzungen, außer einigen leichten Hautabschürfungen, davon gekommen, ist wie ein Wunder zu betrachten.

m. Watzenborn, 27. März. Der Landwirth Johannes Philipp IV. von hier beging am vorigen Sonntag den 24. März mit seiner Ehefrau Marie Ehriftine, geb. Schmandt, das seltene Fest der goldenen Hochzeit. DaS Jubel­paar, umgeben von Kindern und Enkeln, und vielen treuen Freunden des HauseS, begab fich Nachmittags 3 Uhr ins Gotteshaus, wo eine einfache würdige Feier stattfavd. Möge dem in Ehren ergrauten Paare ein heiterer friedlicher Ledens-