Ausgabe 
29.1.1895 Erstes Blatt
 
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stürme ein. Der Postverkehr wurde auf mehreren Strecken ganz eingestellt. Der 2 Meter hoch liegende Schnee wird von dem Sturme zu Dünen zusammengeweht, die Landstraßen von RothhauS nach Schluchten, Bonndorf und Grafenhausen find völlig verschneit. DaS in einem Thalkefsel liegende Dorf AmertSfeld ist von den über die Berge sich herunterwälzenden Schneemaffen lawinenartig zugeschüttet. Die Bewohner ver­kehren nur durch Canäle und Stollen von HauS zu HauS. In Sulzberg wurde gestern während eines heftigen West- sturmes ein leichter Erdstoß verspürt.

Amberg, 26. Januar. Wie dieAmberger Bolksztg." meldet, ist in FuchSmühl die Anklageschrift deS Staatsanwalts eingetroffen. 146 Personen werden wegen Landsriedensbruchs vor das Landgericht Weiden verwiesen, ferner werden 13 Personen wegen Mißbrauchs der elterlichen Gewalt und der Dienstgewalt unter Anklage gestellt.

Att-land.

Wien, 26. Januar. In der hiesigen Gesellschaft der Aerzte sprach sich Hofrath Dräsche dahin aus, daß nach seinen Erfahrungen daS Diphtherie-Heilserum den ge­hegten Erwartungen nicht entspreche. Thatsächlich sei bei injicirten Kindern Eiweiß im Harne gefunden worden. DaS Urtheil sei wohl noch nicht abgeschlossen, doch ließen die un­bestreitbaren Mißerfolge der Präventiv-Jmpfung und nicht ersichtliche Einwirkung des Heilserums auf Diphtherie an der Heilkraft des Pferde Serums von Roux und Behring nicht glauben. /

Wie», 26. Januar. Wie dieN. Fr. Pr." meldet, erklärte König Alexander von Serbien den ihn in Wien er­wartenden Herren, daß alle Gerüchte über einen Minister- Wechsel in Serbien unbegründet seien.

Ber», 26. Januar. In Folge der heftigen Schn er­stürme ist nunmehr auch der Eisenbahnverkehr über den Jura beinahe vollkommen eingestellt. Die Bergpässe sind unpassirbar.

Brüssel, 26. Januar. Im Justizministerium brach heute Mittag Feuer aus. Der Brand konnte noch rechtzeitig ge­löscht werden, ohne daß größerer Schaden entstanden wäre.

Paris, 27. Januar. Das Cabin et Ribot setzt sich wie folgt zusammen: Ribot: Präsidium und Finanzen, Hanotaux: Auswärtiges, Trarieur: Justiz, LeygueS: Inneres, Poincare: Unterricht, Gadaud: Ackerbau, Chauremps: Colonien, Dupuy: Arbeiten, Lebou: Handel, Jamont: Krieg, Admiral Bernard: Marine.

Paris, 26. Januar. Aus Toulon wird gemeldet, daß der DampferSarnorow" gestern den Hafen verlaffen hal und mit schwerer Ladung Kriegsmaterial und den ersten Truppen an Bord nach Madagaskar abgegangen ist. Die Volksmenge begrüßte das abgehende Schiff mit Hochrufen auf Frankreich.

Mailand, 26. Januar. Der Verfertiger der Bombe, welche kürzlich in der Via Borgonnovo gefunden wurde, ist in der Person eines jungen Mechanikers Namens Arturo Milani verhaftet worden. In seiner Wohnung wurden Explosivstoffe gefunden.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 27. Januar. Graf Finck v. Finkenstein/ General-Lieutenant und Commandeur der 17. Division, wurde unter Beförderung zum General der Infanterie, zum comman- direnden General des 1. Armeecorps ernannt.

Petersburg, 27. Januar. Der Minister v. Giers ist einer Brustbräune, zu der Lungenentzündung getreten war, erlegen. DasJournal de St. Petersbourg" schreibt zu dem Tode Gier'S: Rußland hat einen seiner hervorragend­sten Staatsmänner verloren. Seine Ernennung zum Minister der auswärtigen Angelegenheiten datirt vom März 1882, aber bereits seit dem Berliner Congreß leitete er unabhängig die auswärtige Politik, und es ist bekannt, ein wie treuer, begabter und überzeugter Aussührer der friedlichen Be­strebungen seiner erhabenen Herrscher er unter drei Regie­rungen gewesen ist, deren Dienste er, getrieben von heißer Vaterlandsliebe, seine Talente, seine Kräfte, seine unermüd­liche Arbeitskraft und seine unschätzbaren Erfahrungen während seiner langen, fruchtbaren Laufbahn gewidmet hat. Unter dem schmerzlichen Eindrücke der Todesnachricht beschränken wir uns heute auf djcse wenigen Worte zum Gedächtniß des verstorbenen Ministers und behalten uns vor, später auf die Einzelheiten dieses dem Vaterlande so nützlich gewesenen Lebens zurückzukommen.

WB. Berlin, 27. Januar. Eine heute früh erschienene Extraausgabe desReichsanzeigers" veröffentlicht an ihrer Spitze ein Schreiben des Kaisers an den Magistrat und die Stadtverordneten von Berlin, in welchem zunächst an die siegreichen Kämpfe im Jahre 1870/71 angeknüpst wird. In dem Schreiben heißt es dann weiter : Als Zeichen Meiner Aner­kennung für die Stadt Berlin und zur Erinnerung an die ruhmreiche Vergangenheit unseres Vaterlandes will Ich daher einen bleibenden Ehrenschmuck für Meine Haupt- und Resi­denzstadt stiften, welcher die Entwickelung der vaterländischen Geschichte von der Begründung der Mark Brandenburg bis zur Wiederaufrichtung deS Reiches darstellen soll. Mein Plan geht dahin, in der SiegeSallee die Marmorstandbilderder Fürsten Brandenburgs und Preußens, beginnend mit dem Markgrafen Albrecht dem Bären und schließend mit Kaiser Wilhelm I. und neben ihnen die Bildwerke je eines für seine Zeit besonders charakteristischen ManneS, sei er Soldat, Staatsmann oder Bürger, in fortlaufender Reihe errichten zu lassen. Die Kosten der GesammtauSführung will Ich auf

meine Schatulle übernehmen. Indem Ich Mir hierüber die weiteren Bestimmungen Vorbehalte, freue Ich Mich, dem Magistrat und den Stadtverordneten hiervon an Meinem Geburtstage Kenntniß zu geben- Außer zwei weiteren Schreiben an den Cultusminister publicirt derReichSanz." eine größere Anzahl von Ordensverleihungen an Staats­beamte und Offiziere und von Personalveränderungen in der Marine. Es erhielten u. a. die Minister Thielen, v. Hammer- steto, Schoenstedt und v. Koeller hohe Orden. Dem Staats- secretär deS Reichs-Postamts Dr. v. Stephan wurde der Rang eines Staatsministers verliehen.

WB. Berlin, 27. Januar. Das Armee-Verordnungs­blatt veröffentlicht einen Armeebefehl des Kaisers, in welchem der Monarch anläßlich der 25. Wiederkehr des Krieges von 1870/71 allen Denen seinen Dank ausspricht, welche an der Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches mit­gewirkt haben- besonders richtet sich der Dank des Monarchen an daS Heer, welches mit den Truppen der BundeSgenoffen gewetteifert hat zur Erreichung des hohen Zieles. In dem Armeebefehl bestimmt der Kaiser, daß, so oft in der Zeit vom 15. Juli d. I. bis 10. Mai k. I. die Fahnen entfaltet werden, fämmtliche Fahnen und Standarten, denen Kaiser Wilhelm I. für die Theilnahme an dem Kriege Auszeichnungen verliehen hat, mit Eichenlaub geschmückt werden und die ersten Geschütze derjenigen Batterien, welche im Kriege 1870/71 gefochten haben, Eichenkränze tragen.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 27. Januar*. Anläßlich des heutigen Geburts­tages des Kaisers prangt die Stadt in Flaggenschmuck, zahl- reiche Privatgebäude sind mit Guirlanden geziert. Am Kaiserlichen Hofe fand zunächst Gratulation im engsten Familienkreise statt. Gegen 10 Uhr wurde in der Schloß- capelle feierlicher Gottesdienst abgehalten, um 11 Uhr begann die Gratulationscour, um 12*/, Uhr begab sich der Kaiser zu Fuß mit einer glänzenden militärischen Suite nach dem Zeuqbause, wo große Paroleausgabe stattfand - »ach derselben war im Königlichen Schlöffe Familien-Frühstückstafel, an welcher alle im Königlichen Schlosse erschienenen fürstlichen Gäste theilnahmen. Abends 6 Uhr findet Familientafel zu einigen 50 Gedecken und Marschalltafel zu ungefähr 120 Ge­decken statt.

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Siebe», den 28. Januar 1885

** Zur Feier des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers fand am Samstag Abend der übliche Zapfenstreich, gestern Morgen Tagreveille statt. Die Parade, welche dem Militärgottesdienste um IV]4 Uhr folgte, fand auf Oswalds Garten statt. Die in der Nacht vorher eingetretene Kälte (das Thermometer zeigte 15 Gr.) hielt auch während deS Vormittags mit geringer Abschwächung an, so daß das zahl­reich zu dem militärischen Schauspiele erschienene Publikum fast in steter Bewegung blieb. DaS Regiment war der Kälte wegen in Mänteln angetreten. Nachdem die Aufstellung be­endet, brachte der Regiments kommandeur Oberst v. Rosen­berg dasHurrah" auf den Kaiser aus, worauf nach Ab­schreiten der Front der Parademarsch erfolgte. Die Truppen rückten nach dem Vorbeimarsch sofort wieder in die Kasernen ab. Die Mannschaften wurden in der üblichen Weife be- wirthet und für dieselben am Abend Festlichkeiten veranstaltet. Ein großes Festdiner fand um 2 Uhr im Clubsaale statt.

* Oberhesfischer Geschichtsvereiu. Mittwoch den 30. d. M. wird der Verein seine Januarfitzung abhalten. Herr Privat- docent Dr. Sauer hat für den Abend einen Vortrag zu- gesagt, deßen Thema:Museen in alter und neuer Zeit", allseitigem Jnsereffe begegnen dürfte. (S. Inserat.) Der fünfte Band derMittheilungen des Oberhefsifchen GefchichtSvercinS" ist nun auch erschienen und wird demnächst an die Mitglieder ausgegeben werden. Er enthält: Klewitz und Ebel: Die Gießener Matrikel (Fortsetzung)- Otto Buchner: Die Anfänge des Buchdrucks und der Cenfur in Gießen - H. v. Ritgen: Das Alter der Kirche zu Großen- Linden- A. Matt haei: Erwiderung auf diesen Aufsatz - Ritgen: Schlußwort hierzu- E. Heuser: Chastels Tage­buch vom 6. Juli bis 18. September 1796; G. Freiherr v. d. Ropp. Urkundliche Beiträge zur Geschichte der Herren von Falkenstein-Münzcnberg- K. Ebel: Regesten zur Ge­schichte der Stadt Alsfeld. I. Ferner kleinere Mittheilungen von H. Haupt, A. Rösche'n und G. Frhr. v. d. Ropp, Auszüge aus den Vorträgen des vergangenen VereinßjahreS, die Chronik des Vereins und das Mitgliederverzeichniß.

**i Kriegerverein Gießen.Ich bin eins mit meinem Volke!" Dieses Kaiserwort empfindet man so recht als wahr an Kaisers Geburtstag, wo Alles sich anschickt, dem Herrscher seine Huldigung darzubringen. Da können auch unsere Krieger- nnb Veteranen-Vereine nicht zurückbleiben; sie entfalten viel­mehr einen regen Wetteifer, den hrhren Tag festlich zu be­gehen. Auch der Krieger Verein Gießen hat mit seinem 21jährigenStiftungsfest am 26. Januar (im Gießener Feftsaal) eine würdige Kaiser-Ehrung verbunden. Vor hoch­ansehnlicher Festversammlung hielt der Vorsitzende, Herr Post- secretär Meyer, eine kernige Ansprache, auSklingend in stürmisch aufgenommenem Hoch auf Se. Maj. den Kaiser, so­wie Se. Königl. Hoheit, unseren geliebten Landeövater. Dann folgte daS sehr amüsante TheaterstückMilitärfromm"- es erklangen patriotische Weisen- auch fehlten nicht die humoristischen Vorträge rc. Diesem wirk ich angenehmen Programm schloß sich ein geschickt arrangirter Ball an, so daß Allen die frohen Stunden nur zu rasch verflogen. ES spendeten auch unser verehrter Herr Regimentscommandeur, Herr Oberst v. Rosenberg, sowie die zahlreich erschienenen Herren Offiziere vollstes Lob, welchem wir uns herzlich gern 1 anschließen. Sehr viel hat zum Gelingen des Ganzen wieder

Herr Jopp Kremer beigetragen, was speciell erwähnt sein möge, auch fämmtliche übrigen Mitwirkenden botren den reich­lich gezollten Beifall vollauf verdient.Viribus unitis bleibe stets die Devise deS Vereins!

* Neues Theater. Morgen, Dienstag, Abend wird Herr Arthur Hücker seine Benefizvorftellung geben, zu der er das reizende LustspielGoldfische" gewählt hat. Der junge Künstler hat in den verschiedensten Rollen bewiesen, daß er Talent besitzt und sich schnell besonders durch seine schüchternen Liebhaber die Gunst deS Publikums errungen. Wir wünschen ihm von Herzen ein volles HauS.

Vou der Eisbahn. Mittwoch Nachmittag- findet Concert der RegimentSmufik auf der Eisbahn deS EiS- Vereins statt.

Militärisches. DaSMilitär-Wochenblatt" meldet die Ernennung des Generals v. Bülow, CommandeurS der Großh. Hefsi'chen (25.) Division, zum commandirenden Ge­neral des 8. ArmeecorpS, unter Beförderung zum General der Cavallerie.

Einen neuen Wanderpreis hat der Kaiser an feinem Geburtstag gestiftet. Der diesbezügliche Erlaß lautet: Zu Meiner Freude habe Ich in letzter Zeit mehrfach Gelegenheit gehabt, wahrzunehmen, wie die Deutschen Männergefangvereine bestrebt sind, den vaterländischen Gesang zu pflegen und zu fördern. Eingedenk dcffen, daß Deutsches Sieb unb deutscher Sang alle Zeit auf die Veredelung ber Volksseele eine» segensreichen Einfluß geübt und die Nation in ber Treue gegen Gott, Thron, Vaterland und Familie gestärkt habe», wünsche Ich am heutigen Tage Meiner warmen Theilnahme an diesen Bestrebungen besonderen Ausdruck zu geben. Zu dem Ende will Ich hierdurch einen Wanderpreis stiften, welcher bei einem etwa jährlich zu veranstaltenden Wettstreit Deutscher Männergesangvereine dem jedesmaligen Sieger für die beste Leistung auf diesem Gebiet zuerkannt werden soll. Der Preis soll in Form eines Kleinodes auö edlem Metal hergestellt und bei feierlichen Gelegenheiten um den HalS ge­tragen werden. Wegen der näheren Bestimmungen über die Veranstaltung des Wettbewerbes und die Verleihung dek Ehrenpreises sehe Ich Ihren Vorschlägen alßbalb entgegen.

* Der neue Entwurf eines Tabaksteuer Gesetzes beckt sich im Wesentlichen mit bem vorjährigen. In dem vorliegende» Entwurf ist eine Erhöhung der Einnahmen aus der Tabak­steuer um 32 Millionen Mark geplant. In dem Entwurf wird die Einführung der Fabrikatbesteuerung in Vorschlag ge­bracht. Die Jnlandsfteuer von 45 Mk. für 100 kg fermentirten Rohtabaks soll wegfallen und der Zoll deS ausländischen Roh­tabaks um den gleichen Betrag, von 85 auf 40 Mk. für 100 kg, herabgemindert werden. Die gleiche Zollminderung soll auch den Tabaksdosen zu Theil werden. Von den aus­ländischen Tabaksfabrikaten soll nur noch ein Eingangszoll erhoben werden, unb zwar Cigarren und Cigarretten 900 Mk., für andere Tabakfabrikate 450 Mk. für 100 kg. WaS die Controle betrifft, so bleibt für den inländischen Pflanzer die Verpflichtung fortbestehen, ber Steuerbehörde die bepflanzten Grundstücke anzumelden und den geernteten Tabak zur Ver­wiegung zu stellen. Die bisherige Feldcontrole fällt fort. Der wesentliche Gesichtspunkt der Controle liegt in der An­ordnung, die Lager unter Mitverschluß der Steuerbehörde zu stellen. Die Controle der Fabriken besteht im Wesentliche» in einer Buch Controle und in periodischen Bestandaufnahmen. Für den Kleinbetrieb ist auch in dieser Beziehung weit- gehende Erleichterung Vorbehalten. Die Facturen derFabrikante» sollen von dem Empfänger mit einem ihre Richtigkeit be­stätigenden Vermerk versehen und dem Fabrikanten zur Be­legung des Faciurenbuches wieder zugestellt werden.

4- Büdingen, 27. Januar. Zur Feier deS Kaisers Geburtstag sand gestern Nachmittag imStern" ein Festessen und Abends imFürstenhof'/ eine vom Kriege» unb Militär-Verein veranstaltete gesellige Bereinigung mit Musik statt.

A Mainz, 27. Januar. Seit heute Morgen geht der Main wieder schwer mit EiS und ist bei andauernder Kälte auch bald Treibeis im Rhein zu erwarten. Im Freien wäre» verfloffene Nacht hier 11 12 Grad unter Null. Der Geburtstag deS Kaisers wurde hier mit einer Fackel- serenade an dem gestrigen Abend unb einer groß-n mili­tärischen Parade am heutigen Mittag begangen. In den Kirchen der verschiedenen Consessionen sand FestgotieSdienst unb nach demselben Gratulation und Empfang ber Behörden bei bem Gouverneur statt. Neben ben staatlichen und städtischen Gebäuden haben eine große Anzahl Privathäuser Flaggenschmuck angelegt. Das vor einigen Tagen statt- gehabte Entweichen eines gefährlichen Verbrechers auö bem hiesigen UntersuchungSgefängniß hat die Staatsanwaltschaft zu strengen Maßnahmen über die Bewachung ber be­fangenen veranlaßt. Insbesondere finb auch Vorkehrungen zum Schutze beS GefängnißpersonalS gegen Uederfälle durch Gefangene getroffen.

Vermischte».

Frankfurt a. M., 26. Januar. Ein seltener An­blick wird seit voriger Woche den Besuchern deS zoologischen Gartens zu Theil, Dort sitzen nämlich in einemtauben- fäfig zwei Raubvöge l friedlich in der Gesellschaft der sanften Täubchen, ohne diesen eine Feder zu krümmen. Sie sind an ihre Hausgenossen vollständig gewöhnt unb lassen sich gerne von diesen im Gefieder grauen, während sie jeden fremden zu ihnen gebrachten Vogel sofort erwürgen. Diese biologische Merkwürdigkeit ist ein Geschenk, daS Herr Opel in Rüffelsheim bem Garten überwacht hat. Die Geschenke ! für den Garten scheinen überhaupt im neuen Jahre wieder ! recht reichlich zu fließen. Auch durch Ankauf erwarb der