während 80 Personen mit dem Umladen von Patronen be- fdjäftiflt waren. Sämmtliche Gebäude wurden zerstört. 17 Leichen wurden bereit- unter den Trümmern hervor» gezogen. 40 Arbeiter find schwer verwandet. Da- Feuer wüthet fort. E'ne zweite Pulverfabrik tft bedrobt.
Der Krieg von 1870,71,
ze schildert durch Au-fchnttte «u8 Zettung! - Nummern jener Zett.
l Nachdruck verboten.) 28. November.
La Färe (ein wichtiger Punkt, der die Eisenbahnen nach Part-, Laon, Belgien und AmtenS beherrscht) hat gestern nach zweitägiger Beschießung sich ergeben- 200 Mann wurden gefangen, 70 Geschütze genommen.
AuS Moreui l, 28. November, meldet Graf Warten-- leben: „Gestern bis nach Eintritt der Dunkelheit siegreiche Schlacht der ersten Armee gegen die im Dorrücken begriffene feindliche Nordarmee,- der an Zahl überlegene gut bewaffnete Feind wurde mit Verlust von mehreren Tausend Mann gegen die Somme und auf seine verschanzte Stellung von Amten- zuiückgeworfen. (Ein feindliche- Marine-Bataillon wurde vom 9. Husaren Regiment niedergerttten. Eigener Verlust nicht unbeträchtlich."
Versailles, 28. November. General Feldmarschall Prinz Friedrich Karl meldet: Am 28. November wurde daß 10. Armeecorps durch bedeutend überlegene Kräfte des Gegners angegriffen- e- concentrirte sich bet Beaune la Rolande, wo es sich siegreich behauptete und am Nachmittage tn meinem Beisein durch die 5. Division und eine Cavallerte-Divtsion unterstützt wurde. Unser Verlust etwa 1000 Mann, feind» Udjet Verlust sehr bedeutend- viele Gefangene in unseren Händen, der Kampf endete nach 5 Uhr.
Siehe», ben 27. November 1895
** Vou der Universität. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog hat am 26. November an den Rector der Landesuniversität da- nachstehende Telegramm gerichtet:
Der gestrigen Festversammlung bitte ich für ihren freundlichen Glückwünsche der Großherzogin und meinen besten Dank zu übermitteln. Ernst Ludwig.
Dem Veteranen Verein, welcher am Montag den Geburt-tag Jyrer Kgl. Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogin feierte und dabei ein Begrüßungstelegramm absandte, ist gestern nachstehendes Telegramm zugegangen: ^Veteranen-Verein Gießen.
Darmstadt, 26. 11., 12,20 Mitt.
3- K H. Großherzog und Großherzogin laffen für Ihre Glückwünsche bestens danken.
CabinetSrath Römheld.
Slrafkammerfihung. Die 12 Jahre alte Louise Lang und deren Mutter, die Weichensteller Frau Mar. g ar e t h e L a n g, beide von Ober Eschbach, hatten sich gestern, die erstere wegen Diebstahl-, die Mutter wegen gewerbsmäßiger Hehlerei vor der Strafkammer zu verantworten. Da- Kind, welches einen sehr geweckten und frühreifen Eindruck machte, war geständig, in den Wohnungen seiner Verwandten in mehreren Fällen Geldbeträge in Höhe von 30 Pfg. bis 26 Mk., im Ganzen etwa 60 Mk. au- den Commodenkasten und ebenso drei goldene Ringe entwendet zu haben. Von dem gestohlenen Gelde will sie nur 90 Pfg. für Kirschen verausgabt haben, den Rest aber, so behauptet daS Mädchen, habe sie in die Eommode der Mutter so nach und nach gerhan, ohne daß diese davon gewußt oder etwas gemerkt hat. Von den Ringen habe sie zwei Stück verloren, der dritte Ring ist durch daS Mädchen selbst wieder in den Besitz der Bestohlenen gekommen. Der Vertreter der Staatsbehörde beantragte gegen daS Kind, welches die erforderliche Einsicht zur Erkenntniß der Strafbarkeit seiner Handlung beseffen, eine Gefängnißstrafe von 14 Tagen, gegen die Mutter aber wegen gewerbsmäßiger Hehlerei ein Jahr Zuchthaus. Der Gerichtshof ließ der jugendlichen Diebin gegenüber Milde walten und verurtheilte dieselbe zu einem Verweis. Die Mutter aber, welch: nicht vorbestraft war, wurde wegen einfacher Hehlerei zu drei Monaten Gefängnih tierurtbetlt.
• • ConcertSoir^en „Lötsch" im 6af6 Leib. Wir glauben vielen unserer Leser eine angenehme Nachricht durch die Mittheilung zu bringen, daß die Soncertsänger Gesellschaft „Lötsch" am Freitag und SamStag wieder im Saale de- Safü Leib auftreten wird. Wohl sind eS schon vier Jahre her, daß Lötsch zuletzt hier concertirte, aber wohl keiner der damals so zahlreichen Besucher dürste diese Abende vergeffen haben und jetzt gewiß gerne die Gelegenheit ergreifen, den in feiner Art unübertrefflichen Komiker wieder zu hören. In Fräulein Blanche Falkoni bringt Herr Lötsch eine Eon- cert- und Walzersängerin ersten Ranges und in Fräulein Martha Haller einen reizenden Backfisch, die mit ihren Backfisch-Nummern überall stürmischen Erfolg erzielt. Auch die komischen ©eenen, welche Lötsch aufführt, gehören ja, wie bekannt, zu ben besten in diesem Genre und da die Feinheit und Decenz der Lötsch.Programme bekannt ist, dürfte eß an zahlreichem Besuche von Seiten unsere- kunstfinnigen und humorliebenden^ Familien Publikums nicht fehlen.
* * Volkszählung. Behufs genauer Information waren gestern Abend 6 Uhr die Zähler von Herrn Regierung-- Affeffor Bechtold nach der Turnhalle der Stadtknaben- schule geladen, und nahmen dieselben dort gleichzeitig die Zählbriefe entgegen.
• • Gefälschte Poßfteimarkeu ,u 10 Pfg. find laut der „S. Ö-* kürzlich in den Verkehr gebracht worden. Die Fälschung-merkmale werden amtlich wie folgt angegeben: Die Marken find nicht in Buchdruck, sondern in Steindruck hergestellt, die Zeichnung ist verschwommen- Anzahl, Größe und Stellung der die Marken umgebenden Durchstoßlöcher sind abweichend. Bet den ächten Marken beträgt die Zahl der Durchstoßlöcher an der langen Seite 18, an der kurzen Seite 15, bei den falschen Marken 18, bez«. 11. Al-
Klebestoff ist nicht Gummi arabicum, sondern flüssiger Leim verwendet. Die Farbe ist heller und durch Waffer verwisch bar, sie enthält Eofin. Der Druck ist verschmiert, nament lich auf dem unteren Theile der Marke. Da- Original ist Umdruck des ächten Markenbildes auf Stein. Die Größe der Marken ist in der Zeichnung und im Papier richtig.
Srnaberg, 25. November. Zur Feier de- Geburtstages I. I. Kgl. Hoheiten des Groß Herzog- und der Großherzogin hatte sich heute Abend eine große Anzahl von Beamten und Bürgern zu einem Festessen im Gastdause zum Hirsch vereinigt. Die Feier nahm, unterstützt d»rch die Vorträge deS MufikoereinS, einen schönen und anregenden Verlauf.
Grünberg, 25. November. Heute wurde auf der Neubaulinie Glünberg —Londorf die Strecke bis Beltershain von der ersten Locomotive in einem Materialzug befahren.
Gründer^ 25. November. Verflossene Nacht verschied infolge eineß Schlaganfalleß, der ihn am vergangenen Dienstag Morgen auf dem Gange zur Dorschußkaffe betroffen, Herr Lehrer i. P. Martin Reuß. Der Verblichene stand 'm 70. Lebensjahre und war 50 Jahre im Dienste der Schule und davon 30 Jahre in hiesiger Stadt sehr segen- reich thätig. Darmst. Ztg.
Butzbach, 26. November. Begünstigt von Hellem Winterwetter, fand gestern der hiesige „Katharinenmarkt" statt. Auch diesmal hatten sich wieder Viele aus der näheren und weiteren Umgegend zu diesem Marke eingefunden, um theilS ihre Bcdürfniffe für den Winter in den hiesigen Geschälten oder bei den zahlreich auf dem Marktplätze aufgeschlagenen Buden zu kaufen ober auch liebgeworbene Bekannte zu begrüßen.
Friedberg, 26. November. Am Sonntag Nachmittag fand hier unter sehr starker Beteiligung der Gemeinde- glteber bie Einweihung beS nunmehr fertiggestellten Frieb- hofScapellchenß durch Decan Mayer statt. DaS Eapellchen macht gerade in feiner Einfachheit einen durchaus weihevollen Eindruck. Einige der gemalten Fenster wurden von Friedberger wohlhabenden Bürgern gestiftet.
Ober-Morleu, 24 November. Gestern wurde das hiesige Anwesen des Freiherrn Victor von Nordeck zur Rabenau, Schloß mit Hof, abermals versteigert und blieben Freiherr Friedrich von Nordeck zur Rabenau aus Groß Steinheim und Freifrau von Fechenbach-Lardenbach aus Dieburg mit 169 000 Mk. Letztbietende. Die bei der Subhastation anwesenden Jntereffenten haben die Geneh- migung der Versteigerung beantragt. Voraussichtlich wird demnächst der Zuschlag ertheilt. Bei der vorigen, am 12. September l. I. abgehaltenen Versteigerung waren dieselben Steigerer mit 167,500 Mk. Letztbietende geblieben.
Darmst. Ztg.
0. N. AuS dem oberen Niddathale, 26. November. Daß unsere Besenindustrie noch blüht, haben die kürzlich abgehaltcnen Nutzreisigversteigerungen bewiesen, die fleißig besucht waren, und gute Preise brachten. Weniger inter- esstren sich unsere Landsleute für Zapfen von Fichten, Kiefern und Weimuthsktefern, welche in Starkenburg ein so schönes Geld einbringen. — Der Handel mit Heu nach Frankfurt hatte bei dem nassen Wetter eine Stockung erlitten, hat sich aber in den letzten hellen, trockenen Tagen bedeutend gehoben. Tagtäglich sieht man hochaufgethürrnte Wagen mit Heu langsam die großen Staatsstraßen nach Süden ziehen. — Die Holzhauereien haben durch baß ausgezeichnete Novemberwetter sehr bebcutcnde Fortschritte gemacht; die Forstculturen wurden im Nachsommer durch die große Trockenheit zwar Anfangs nicht sehr begünstigt, haben sich aber durch die feuchtmilde Herbftwitterung sehr gekräftigt.
E. Echzell, 26. November. Die Ergänzungswahlen zum hiesigen Gemeinderathe spielen jetzt ein halbes Jahr, werden aber voraussichtlich noch eine Zeitlang die Bürger beschäftigen, denn eß muß zum dritten Male gewählt werden. Die erste Wahl wurde mit Erfolg angegriffen und kasfirt- bie bei diesem Recurse Unterlegenen griffen bie zweite Wahl mit Erfolg an unb nun kommen bie Ersteren micber an bie Reihe. Man kann mit großer Bestimmtheit sagen, daß die brüte Wahl auch wieder umfallen wird und zwar deshalb, weil man darauf bereits munter poculirt. E- ist feststehende Praxis bei den VerwaltungSbehölden geworden, daß alle Wahlen, welche unter dem Einflüsse von Trinkgelagen zu Stande kamen, für ungiltig erklärt werden. Daß ist ein großer Segen, denn durch solche Zechereien wird eine Unmasse von Vermög'« zwecklos vergeudet und bie Wähler werben unnöthig verhetzt unb verbittert. Von unseren Eckzeller Wählern kann lobend erwähnt werden, daß sie sich durch Wählen unb Trinken nicht aushetzen lassen, wie eS leiber anberwärtS so häufig geschieht. Wenn bie Wahlen unb Reklamationen vorüber sinb, merkt Niemanb etwas von Feindschaft und keiner trägt dem anderen nach, daß er für bie entgegenste e be Partei gestimmt hat.
E. Echzell, 26. November. ES gibt noch Hasen in ber Wetterau, benn bet bem gestern in unserer Gemarkung abgehaltenen Treibjagen würben 189 Stück Langlöffel zur Strecke gebracht. Nach mäßiger Schätzung kamen, als Satz für baß folgenbe Jahr, noch mindestens 100 Stück durch die Schützenlinie- ein Drittel der Davongekommenen dürfte indeffen „angeplätzt" fein und wohl ein* geben. Bei früheren kleinen Buschirjagden unb Hühnersuchen wurden rund 250 Stück erlegt, wir haben also einen starken Hasenstand und dem Bauer ist eS angenehm, wenn er redu- cirt wird. Die gestrige Jagd war von ausgezeichneter Witterung begünstigt.
§§ Eraiufeld, 24. November. Auf ber gestern in unserer Gemarkung abgehobenen gelb jag b schoß der Jagdpächter Bürgermeister Schmalbach hier einen Fuchs mit zwei Ruthen. Die beiden Schwänze waren ziemlich dicht zusammen herau-qewachsen.
§§ Srebenhat». 22. November. Sestern fand hier im Saale ber Sastwinh Ruhl Wittwe bie orbentltche Haupt-
Versammlung deS landwirthschaftlichen Bezirks- Vereins Laurerbach statt. Auf der TageSordnn.-g ftanben: 1. Vortrag deS Herrn fireißcullurtetfcmfer Kunz über bessere Verwendung ber Hurwetben unb Oeblänbereten tm Vogelsberg- 2. Festsetzung deS Voranschlags 1895/96. Herr Kunz sprach sehr eingehend über daS Thema, ebenso die Herren Bürgermeister Schmalbach Crainfeld, Muth-Salz und Weidner Herckenhain. ES wurde beschloffen, dem Vor- fitzenden, Herrn KreiSrath Dr. Fischer, den Dank ber Versammlung auSzusprcchen für bie gegebene Anregung, sowie auch bafür einzutreten, nur soll erst der Bericht einer Mission, welche diesen Herbst bie Verhältnisse im Westerwald kennen gelernt, abgewartet werden. ES ,st ein bringende- Vedürsmß, baß bie vielen Hutweiben unb Oebungen ii unterem Vogelsberg weggeschaffr, bezw. al- gute rentable Hutweiden caltivirt ober zu Waldungen angelegt werden.
§§ Vom Vogelsberg. 25. November. Ein Schuhmacher hatte einem Kunden ein Paar Stiesel gemacht. Trotz öftere» Mahnen- konnte der Mann nicht zu seinem Seide gelangen, bi« er endlich genöthigt war, einen auf 18 Mark lautenden Zahlungsbefehl zu erwirken. Der Schuldner erhob Einwand und mußte nun Klage erhoben werden. Dem damit betraute» Recht-anwalt mußten 30 Mark Vorlage gemacht werbe». Nackbem sechs bi- sieben Termine resultatlo- verlaufen, wurde der Beklagte zum Offenbarung-eid geladen- er erschien in diesem Termin nicht, deshalb wurde Haftbefehl au-, gesprochen. Aber um ben Haftbefehl zu vollziehen, sollten weitere 50 Mark für Verpflegung unb 20 Mark für bei Transport durch den Gerichtsvollzieher vorgelegt werden. Die« wurde dem Kläger bedenklich, sodaß er den Beklagten schließlich alß Schuldner behielt. Der Mann hatte, wie «an in h'esiger Gegend zu sagen pflegt, gute» Geld an böse- gehängt.
nn. Darmstadt, 26. November. Dor der Civil- kammer II. des Grobherzoglichen Landgerichts Darmstadt schwebt zur Zeit ein interessanter Proceß, aus besten Bußgang man in ben weitesten Kreisen gespannt sein bürste, inßbefonbere ba eß sich bei bem Streitobjekt um baß nette Sümmchen von ca. 80,000 Mk. banbelt. Dor nunmehr 4 Jahren, unb zwar im Frühjahr 1891, würbe auf erfolgte anonyme Anzeige bie Pfungstäbter Spar- und DarlehenSkaffe durch die Staatsanwaltschaft resp. durch einen dazu ernannte! Revisor revidier, wobei eß fich nach und noch herau-stellte, daß in der Kaste ein Deficit von tnßgefammt 86,000 Mk. vorhanden war. Der damalige Rechner der Stoffe, Peter Fey III. von Pfungstadt, wurde denn auch in Untersuchung-- haft genommen und später mit einer Gefängnißstrafe von 2V2 Jahren belegt. Mit dieser Bestrafung de- Rechner- Peter Fey III. war wohl der Gerechtigkeit Genüge gethan, allein die Hauptsache, die Deckung beß Deficit- von 80,000 Mk. blieb noch übrig, da ber Rechner Feh inzwischen auch Eon» curß geworben war und hierzu sollten nun bie für bie Kaution beß Rechnerß sich verbürgt gehabten zwei Bürgen herangezogen werden. Desten weigerten sich nun dieselben unb zwar au- dem Grunde, weil bei der Prüfung ber Kastesührung nickt nur im Dorstand, sondern auch bet ber Eontrole unb im AuffichtSrath Nachlässigkeiten zu Tage getreten seien, für bereu Folgen fich bie Bürgen nicht haftbar erklärten. Nach langen Verhandlungen wollte fich der Vorstand dazu verstehen, einen Nachlaß von ca. 26,000 Mk. eintreten z» lasten, wenn sich die zwei Bürgen bereit erklären wollten, den Rest beß Deficit- von ca. 56,000 Mk. zu becken. Auch bieser Vorschlag wurde nicht acceptirt unb man würbe nun gegen btefelben klagbar. Al- Grund ihrer Weigerung geben dieselben an, daß auf sie nicht allein die Schuld der Zahlung de- Deficit- fallen könne, weil auf bie mangelhafte Ge- fckäftSführung durch den Vorstand unb feine Organe ber Hauptgrunb ber Unterschlagungen zurückzuführen sei. Scho» im Jahr 1890 sei durch die BerbandSrevifion in Offenbach ein Deficit in der Kaffe de- Rechners von 8000 Mk. fest- gestellt worden. Dieser Umstand sei jedoch nicht zur KenntnE des Vorstände- gekommen, wenigstens sei ein dieSbezÜgliche- Schriftstück nickt in die Hände de- Vorsitzenden gelangt Durch die Untersuchung wurde durch Betriebsnachweise bewiesen, daß Fey die gejammten Gelder der Raffe bei seiner Sagofabrik eingebüßt hat. Arn 9. November war zum ersten Mal Termin in dieser Sache, in welcher drei Rechtsanwälte thätig sind, anberaumt, der jedoch bis zum Anfang December verlegt wurde.
WormS, 22. November. Gestern wurden durch den Viceprasidenten deS Fifcherei-VereinS für da« Großherzog- thum Heffen, Herrn Hart mann hier, 10,000 Spiegel- und Lederkarpfen auf der Strecke vom Lampertheimer Altrhein bis nach GinSheim bei Mainz in den Rhein gefetzt. Da voraussichtlich jede« Jahr eine Aussetzung in diesem Maße vorgenommen wird, darf man hoffen, daß sich dieser Edelfisch zu» Nutzen und Segen der Fischerei treibenden Bevölkerung bald bei unß einbürgert.
A Vom Rhein, 25. November. Ein ber F rma Messerschmitt in Kastel gehörenbeS, großes Eicheu- floß, baß von einem Dampfer geschleppt wurde, carambolirte gestern Nachmittag oberhalb RüdeSheim mit einem zu Berg kommenden Fahrzeug. DaS Floß zerschellte zum größte» Theil unb trieb in Stücken fort. Der Anprall war ein so heftiger, daß bie auf bem Floß befindlichen Hütten auch i» Trümmer gingen, doch ist von ben Mannschaften Niemanb verunglückt. Der Zusammenstoß soll burch ben starke» Norboststurm, ber gestern Mittag tobte, verursacht worben sei».
PerurifötOc
• }Mh. Reffet 25. November. Eine große Feuersbrunst entstaub gestern auf bem Rittergute Schaashef in Solz bei Bebra unb äscherte in sehr kurzer Zeit bie umfangreichen Gebäulichkeiten nebst allen vorrätheu sämmtlich ein. Da« Vieh konnte nur mit knapper Noth gerettet werben. Bei dem Einsturz ber Rückwand beß WohuhauseS murben mehrere Feuerwehrleute getroffen und einer dav»» sehr schwer verletzt. Mau vermuthet Brandstiftung.


