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Der siebener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag».
Die Gießener D««ilienvtä11er werdm dem Anzeiger «dchentlich dreimal beigelegt.
Erstes Blatt. Sonntag den 28. Juli ______________
Gießener Anzeig er General-Anzeiger.
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Gießen, den 27. Juli 1895.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
I. V.: Roth.
Netteste Nttch^lchtem
WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Bochum, 26. Juli. Wie der „Märkische Sprecher" mit- theilt, betrug die Gesammtzahl der an der Explofions- stelle der Zeche „Prinz von Preußen" beschäftigten Bergleute 44. Hiervon sind 33 tobt, 8 verwundet.
Depeschen deS Bure«» „Herold*.
Berlin, 26. Juli. Die „Voss. Ztg." meldet auS London: ES verlautet, der Kaiser werde während seiner Anwesenheit in Cowes daS aus den spanischen Gewäsiern heimkehrende deutsche Geschwader besichtigen.
Berlin, 26. Juli. Die „Nordd. Allg. Ztg." veröffent- licht das vom Reichstagspräsidenten Freiherrn v. Buol an die Reichstagsmitglieder ergangene Einladungsschreiben zur Lheilnahwe an der feierlichen Grundsteinlegung zum Kriser-Wilhelm-Denkmal.
Berlin, 26. Juli. Wegen der beim Kaiser-Franz-Garde- Grenadier-Regiment vorgekommenen Typhus-Erkrank- uvgen wurde mittelst eines Commandanturbefehls ange- ordnet, daß das erste Bataillon des betreffenden Regiments heute seine Kaserne zu verlaffen hat. Die Soldaten werden in der Umgebung von Berlin einquartiert. Neue Erkrankungen find bei dem Bataillon seit sieben Tagen nicht vorgekommen. Die noch im Lazareth befindlichen Kranken befinden sich auf dem Wege der Besserung. Die betreffende Kaserne wird während der Abwesenheit deS Bataillons einer gründlichen DeSinfection unterzogen.
Berlin, 26. Juli. Prinz Max von Sachsen, dessen Eintritt ins Priesterseminar zu Eichstätt s. Zt. so großes Aufsehen erregte, empfing gestern, wie ein Provinzialblatt mittheilt, durch den Bischof von Eichstätt die Wethe des SubdiakonatS und soll heute die als Diakon erhalten.
Berlin, 26. Juli. Heute Mittag wurde der seit dem 6. Mai inhaftirte Anarchist Schneider Krebs aus der Untersuchungshaft entlassen. Das Verfahren gegen ihn ist ein
gestellt. Dagegen bleibt der verhaftete Töbs weiter I in Haft.
Breslau, 26. Juli. Der „Breslauer Generalanzeiger" meldet: In einer heute stattgefundenen Gerichtsverhandlung vor der dritten Strafkammer des Landgerichts Breslau erklärte der Rechtsanwalt Schreiber, der Mörder der Else Groß wäre ermittelt und in einer Irrenanstalt mternirt. Schreiber verweigerte jede weitere Auskunft, behauptete aber, seine Aeußerung in jeder Hinsicht vertreten zu können.
Raubten, 26. Juli. Zu dem Eisenbahn-Unglück wird noch gemeldet: Die Locomotive hat eine 4 Fuß dicke Ziegelmauer durchstoßen und steht mit erhobenem Dordertheil im Wartesaal 2. Klasse, wo eine Mauerecke ihr endlich Halt gebot. Auf dem Geleise liegen die Splitter emes Wagens 4. Klasse, zertrümmerte Theile anderer Wagen u. s. w. in wirrem Hausen durcheinander. Ein Wagen 3. Klasse lag ohne Räder halb im Wartesaal, umgeben von Ziegelstücken und Holzsplittern. Der Locomotivsührer Sonntag wurde vorläufig vom Amte suspendirt. Er soll bereits in Lüben einmal einen ähnlichen Unfall verschuldet haben.
Bochum, 26. Juli. Bis jetzt zählt man 3 8 Todte und 8 Schwerverwundete. Die Untersuchung ergab Explosion, entstanden durch Entzündung von Kohlenstaub bei den Schießarbeiten.
Essen a. d. R., 26. Juli. Heute Nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr ging ein außerordentlich starkes Gewitter mit luS Hühnerei großem Hap"' und Wolker^ruchregen nieder, welches viele Keller und niedrig gelegene Wohnungen überschwemmte. Die Ernte wurde durch das Unwetter arg geschädigt.
Köln a. Rh., 26. Juli. In der hiesigen Eisengießerei sind unter großem Knall mehrere Granaten explodirt, wodurch das Dach, sowie die innere Einrichtung zertrümmert wurden. Personen find nicht verletzt.
Coburg, 26. Juli. Fürst Ferdinand von Bul- garten ist mit seiner Gemahlin hier eingetroffen, desgleichen gestern Abend die Prinzessin Clementine.
Wien, 26. Juli. In der russischen Provinz Wolhynien tritt die Cholera äußerst heftig auf. Neuerdings wurden 93 Erkrankungen constatirt, von denen 25 tödt- lich verlausen find.
Wien, 26. Juli. Hier sind Meldungen auS Belgrad eingelaufen, wonach daselbst fortwährend sehr alarmirende Gerüchte über die politische Lage in Bulgarien I circuliren. An dte Rückkehr des Fürsten Ferdinand soll in I Bulgarien kein Mensch glauben- man spreche von einer Militär-Dictatur unter dem jetzigen Kriegsminister Petrow.
— Eine andere Meldung besagt, Rußland solle den Rath ertheilt haben, eine provisorische Regentschaft unter dem Metropoliten Klement einzusetzen, die Sobranje einzuberufen, und zwar zur Fürstenwahl, welcher^ein russischer und ein türkischer Commissar beizuwohnen hätte. Sollte Prinz Ferdinand wiedergewählt werden, so hätte Rußland nichts dagegen, doch müsse der Prinz bis nach Vollzug der Wahl außer Landes bleiben.
Budapest, 26. Juli. Der Weinhändler Franz Podruschk in RakoS-Palota, welcher bisher den Wein für den Fürsten Ferdinand lieferte, verweigert die Weinlieferung für den Fürsten in folgendem Schreiben an den Kellermeister: Mein Herr! Ich bedauere, daß ich Ihnen mit dem für den Fürsten Ferdinand bestellten Wein weder jetzt noch in Zukunft dienen kann. Ich bin ein Mann in bescheidener Stellung und ungarischer Gewerbsmann, welchem sein moralisches Selbstbewußtsein es verbietet, auch nur in Geschäftsverbindung mit Demjenigen zu bleiben, welcher den Tod Stambulows, eines Freundes von Ungarn, verschuldet hat.
London, 26. Juli. Die deutsche Brigg „Adolph", von Danzig nach Sunderland unterwegs, ist mit Besatzung untergegangen.
Paris, 26. Juli. In der zweiten Hälfte des August wird im Hafen von Cherbourg ein russisches Geschwader eintreffen. Die Ankunft des Geschwaders ist dadurch verzögert worden, baß dem Geschwader das Panzerschiff „Nikolaus II." zugelellt werden soll, welches noch nicht völlig armirt ist.
Sofia, 26. Juli. Nach einer gerichtlichen I.ventar- aufnahme beträgt das oeiammte zurückgelaffenr _ e. mögen Stambulows 260,000 ^anc?. *)ie Pa'-ivc. betragen 130,000 Franc» Hypothekeuschulden und 5 Francs Wechselschulden.
Sofia, 26. Juli. Die „Swoboda" veröffentlicht zwei Briefe Stambulows, welche dieser im Mai an den Fürsten gerichtet hat. In denselben spricht Stambulow die Bitte aus, ihn zu entschuldigen, wenn er Fehler begangen haben sollte. Er möge aber auf seine (Stambulows) Vergangenheit Rücksicht nehmen und ihn vor seinen Feinden schützen, welche ihn zu tödten trachteten- vor Allem aber möge ihm der Fürst eine aus Gesundheitsrücksichten nöthige Reise ins Ausland ermöglichen.
WB. Saintbrienx (Bretagne), 27. Juli. Ein gestern entgleister Pilgerzug enthielt 24 überladene Wagen und zwei Locomotiven. Die erste Locomotive entgleiste und riß den übrigen Zug mit sich. 6 bis 8 Wagen find voll-
^uilleton.
Wochenbriese aue der Residen?.
(Origtnalbericht des „Gießener Anzeigers").
Z. Darmstadt, 26. Juli, gnm Kriegerfest. — Vom Sommertheater. — Vom Großh. Hoftheater.
Große Feste werfen gerade wie große sonstige Ereigniffe des Lebens ihre Schatten schon voraus, das sieht man deurlich, wenn man die Vorbereitungen beachtet, die unsere Stadt zu dem am 11. August beginnenden großen Landeskrieger- fefte fortwährend trifft. Bekanntlich werden sich die Hauptacte der in Frage stehenden Feierlichkeiten in der noch vom Mittelrheinischen Turn- und vom Musikfeste her stehenden riesigen Festhalle auf dem Exercierplatz nächst dem Main- Neckar-Bahnhofe abspielen. Eine große Anzahl von Handwerkern ist schon seit Wochen emsig damit beschäftigt, die durch die Unbilden der Witterung rc. an dem gewaltigen Holzbau entstandenen Schäden auszubeffern und demselben durch Anbringung passender Decorattopen ein würdiges Aussehen zu geben. Mittlerweile hat man rund um die Festhalle eine Bretterwand gezogen, die ein colossales Quadrat einschließt, in dem wiederum fünf große gedeckte Hallen, die zu Restaurationszwecken bestimmt find, und zwei Mufiktempel Platz gefunden haben. Besonders prächtig wird fich das aus drei geräumigen Eingängen bestehende, im Stile eines mittelalterlichen Burgthores gehaltene und von vier stattlichen Thürmen flankirte Portal an der Vorderseite des Festplatzes in seiner Vollendung ausnehmen. Während so auf dem Exercierplatze alle Hände fleißig thätig find, herrscht auch in der Stadt, besonders in den einzelnen Commissionen ein überaus großer Eifer, um das Fest möglichst glanzvoll zu gestalten. Schon vor einigen Wochen erschienen Aufrufe tn den Tagesblättern, um die Einwohner zum gemeinsamen
Zusammentreten und Wirken bei der Ausschmückung der Straßen einzuladen. Wie die letzte Sitzung des Finanz- Ausschusses des FestcomiteS zeigte, hat außerdem die Bürgerschaft ihrer Sympathie für die Erinnerungsfeier durch namhafte Zeichnungen für den Garantiefonds und durch Spenden freiwilliger Beiträge zu den Kosten deS Festes recht angenehm Ausdruck verliehen. Die Proben zu den Maffenchören, welche zum Erinnerungsfest von 500 bis 600 Sängern zu Gehör gebracht werden, sind bereits in vollem Gange und auch an den patriotisch bedeutende Momente und Personen verherrlichenden lebenden Bildern, die nach Zeichnungen des Profeffors Hermann Müller und unter dessen Leitung zur Darstellung kommen, wird schon tüchtig geübt.
Der Brennpunkt der Festlichkeiten wird wohl der 18. August, als Gedächtniß jenes für unsere hessische Division so blutigen, aber auch so überaus glorreichen Tages werden. Zu ihm haben sich allein über 12000 auswärtige Krieger- Vereinsmitglieder hier angemeldet. Um die ordentliche Verpflegung einer so gewaltigen Menschenmaffe zur Zufriedenheit der Festgäfte besorgen zu können, haben schon jetzt die Gast- wirthe der Stadt, unter der Leitung des Ausschuffes, Schritte zur entsprechenden und planmäßigen Vertheilung der zu Erwartenden gethan. Am Festtage selbst wird des Morgens früh um 7 Uhr eine Parade der hiesigen Garnison statt- finden. Darauf sind in den Kirchen der verschiedenen Con- sessionen Festgottesdienste, die dem Danke an Gott für die Erfolge jenes Tages und dem Gedächtniß an die auf dem Felde der Ehre Gefallenen geweiht sein werden. Gegen 10 Uhr beginnt dann die Aufstellung des, den Vorarbeiten nach zu schließen, außerordentlich imposant fich gestaltenden Festzuges. Hoffentlich macht der Himmel dann ein freundlicheres Gesicht als jetzt und die Feier wird würdig ihres großen vaterländischen Zweckes verlaufen.
Die regnerische Witterung der letzten Woche hat in dem Sommerprogramm der verschiedenen Vereine und Corporationen mehrere minder angenehme Veränderungen
nothwendig gemacht, eine ganze Reihe von Gartenfesten mußten schon mehrmals verschoben werden und harren noch immer ihrer Begehung, indeffen des Einen Tod ist des Andern Brod. Das Sommertheater hat weniger Grund, Jupiter Pluvius zu zürnen, denn er verschafft ihm recht stattlich besuchte Häuser. So fand am verflossenen Sonntag die siebente Wiederholung der Zeller'schen Operette „Der Obersteiger" wiederum vor ausverkauftem Hause statt. Auch die erste Aufführung von Gerhart Hauptmanns „Weber" am verflossenen Dienstag hatte ein zahlreiches Publikum angelockt. Das Stück ging mit starkem — vielleicht etwas ostentativ starkem — Erfolg hier in Scene, an dem wohl besonders die überfüllte Gallerie schuld war, denn die Zuschauer auf den besseren Plätzen verhielten fich zu dem zweifellos künstlerisch werthvollen, aber von einer gewissen Tendenz doch nicht ganz freizusprechenden Werke wenn auch nicht ablehnend, so doch ziemlich reservirt. Immerhin muß man der Direktion des Instituts Dank wissen, daß sie den Darmstädtern die Kenntniß der modernen Dramen durch die Wiedergabe dieses Stückes, sowie Max Halbes „Jugend", Sudermanns „Schmetterlingsschlacht" u. A. m. vermittelte, die das Hoftheater doch nicht in sein Repertoire aufnehmen kann.
Die ersten Mittheilungen über den Spielplan unseres einheimischen Kunstinstituts für die kommende Wintersaison find übrigens auch vor einigen Tagen in die Presse gelangt. Danach find neu engagirt zwei Damen und zwei Herren, während eine Dame und drei Herren noch auf Engagement gastiren. Die Regie für Oper und Schauspiel ist in die Hände deS früheren Oberregisseurs deS Lübecker StadttheaterS Bald eck übergegangen, während zur Leitung des Ballets Frau Grüllmeyer vom Breslauer Stadttheater berufen wurde. Somit wird das Ensemble, das durch den Weggang mehrerer Künstler Lücken hatte, jetzt wieder vollständig erscheinen.


