189i
Somtag den 27. October
Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren
chratisöeikage: chießener Jamittenbtätter
KaldenuS.
(Schluß folgt.)
2.8 II 4.4 I1
«auahmr von Anzeigen zu der Nachmittag» für de, folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Norm. 10 Uhr.
Stätte, da- die steinigte das bärtige Schürbaum
sehen?" - „Brandhof"
Befteiungsgesuche sind bis längstens 8 Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege (durch das Hauptmeldeamt) einzureichen und muffen durch die Bürgermeisterei bezw. bei
Gießen, am 15. October 1895.
Betr.: Herbst-Controlversammlungen.
Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen
DA w Grstzh. B6re<rmd#€t€te* M «fNM»
Nachstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen lassen.
v. Gagern.
langem Gewand kommen nit zum Bornes die Dirnen aus dem Ort kommen wol hieher, doch keine trägt lange Gewandung."
„Wann habt Ihr mich erblicket allhie und belauschet?"
vierteljähriger
2 Mark 20 Pfg. mit Bringerloha.
Durch die Post bezöge» 2 Mart 50 Pfg.
Redaktion, Lxpcdttio« und Druckerei:
KchukstraheNr.H.
Fernsprecher 6L
Position der Truppentheile und der Erfatz-Behörden entlassene Mannschaften aller Waffen und alle übrigen im Reserve-Berhältniß stehenden Mannschaften.
4. Appell Nachmittags 3 Uhr 30 Minuten: für die Bewohner von Allendorf a. d. Lahn, Großen-Linden, Lang-Göns, Leihgestern, Watzenborn und Steinberg, Hausen.
B. Zrr Lollar
am 5. November 1895
Vormittags 9 Uhr neben dem neuen Bahnhofsgebäude für die Bewohner von Allendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubriugen mit HeibertShausen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda., Trohe, Wieseck.
C. Zu Grünberg
am 5. November 1895, Nachmittags 1 Uhr am Bahnhof für die Bewohner von: Allertshausen, Beltershain, Gerls- Hausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Zregel- hütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmuhle und Sommermühle, Kesselbach mit der Rabenau scheu Papiermühle, Lauter mit der Arztmühle, Bmgmühle, Georgenhammer, Strellesmühle und Walkmühle, Lindenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmidtmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte, Lumda (Groß- und Klein-), Odenhausen mit Appenbörnerhof, Queckborn, Reinhards- Hain, Reiskirchen, Mddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirrberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickarts- Hain, Weitershain mit Hainerhof, Winnerod.
v. Zu Hungen
am 6. November 1895
Vormittags 9Va Uhr am Friedhof für die Bewohner von: Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim mit Hof-Güll, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof-Graß, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen.
E. Zu Lich
am 6. November 1895
Nachmittags 3 Uhr am Bahnhof für die Bewohner von: Albach, Birklar, Dorf-Güll, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Grüningen, Holzheim, Lich mit Albacher- Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Nieder.Bessingen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbach.
Brkaantmachrmg.
Bei den diesjährigen Herbst-Controlversammlungen irn Kreise Gießen haben zu erscheinen alle zum Hauptmeldeamt Gießen gehörigen:
1) Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve
(Anzug: Helm, Waffenrock ohne Schärpe).
2) Reservisten, sowie zur Dispofitton der Truppentheile und der Ersatz-Behörden Entlassenen aller Waffen.
3) Diejenigen, der Landwehr I. Aufgebots angehörigen Mannschaften, welchen ein besonderer Gestellungsbefehl zum Erscheinen bei der Herbstcontrolversammlung zugegangen ist. ,
Die Ersatz-Reservisten haben bei der Herbstcontrol- versammlungen nicht zu erscheinen.
Nachstehend ist angegeben, wo und zu welcher Zeit die Controlpflichtigen anzutreten haben:
A. Zu Gietzen
am 4. November 1895
in Oswalds Garten für die Bewohner von Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg und Herrnwald, Heuchelheim, Klein-Linden, Oppenrod.
1. Appell Vormittags 8 Uhr:
Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve sowie sämmtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1888, 1889 und 1890 eingetreten find.
2. Appell Vonnittags 10 Uhr: .
Sämmtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1891, 1892,1893, 1894 und 1895 eingetreten find.
3. Appell Nachmittags 2 Uhr:
Sämmtliche Reservisten der Garde, Jäger, Cavallerie, Feld- und Fuß-Artillerie, Pioniere, Eisenbahn- und Luft- schiffertruppen, des Trains (einschl. Krankenträger), Samtäts- und Veterinärpersonals, Büchsenmachergehülfen, Oeconomie- Handwerker, Marine-Mannschaften sowie sämmtliche zur Dis
Nr. 253 Drittes Blatt
Alle Annonccn-Bureaux de» In- und Auslands» nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
fragte ich unmuths.
„Gesehen hab Euch nun schon drei Malen und immer seid Ihr allein gesessen; was Ihr aber gesprochen, könnt ich nit vernehmen, so ich zu wett entfernet."
SelbigeS ist mir zum höchsten verwunderlich gewest, der Mann hatte ihrer nit gewahret. So habe gefraget: „Sagt, Köhler, wessen ist der Hos dort drüben im Walde unter den alten Eichen?" Die Richtung hatte ihm recht angezeigt, und dennoch: „Herr," sagte er ungläubig lächelnd, „dort stehn Buchen, aber ein Hof ist nit allda."
„Mensch," bin ich aufsprungen und auf ihn zufahren, „Du willst mich narren, sag, wem ist der Hof, den ich sah mit meinen eignen Augen?"
Da ist der Mann ernst worden, hat mich lang angeschaut, und es find gar gute Augen gewest, so mich an- gebltcket, dann sagte er: „Folgt mir, wennS Euch beliebt, ich will Euch künden, was ich weiß." Und kopfschüttelnd ist er vor mir her gangen mit langen Schritten.
Den Weg kannte ich nur zu gut, und die hin er mich geleitet, kannte ich auch. ES war Lichtung. — Dort blieb er stehen und lehnte Rinn aus die schwarzen Fäuste, die seinen
sein Weib find getödtet, der Hof verbrennet zusammt dem einzigen^as allhie hat der Hof standen?" hab ich
entsetzt gerufen, „wie sah er aus?"
„Ja, Herr," sagte der Köhler ernst, fast ängstlich mir inS Gesicht sehend, „daS kann ich nimmer sagen." Dann ist er rücklings einige Schritt von mir wichen, hat aus der Ferne mir Valet gesagt| und ist davon geeilet, ob ich gleich ihm nachgerufen, er möge bleiben.
Der Mann hat mich für irre halten..
Ach ja, ist mir gar oft so worden, daß die Leut, denen ich hab berichten wollen, mein schmerzvoll Erlebniß für Einbildung einer kranken Phantasie gehalten, dahero ich in der letzt geschwiegen, und mein Erfahren zusammt dem unheilbaren Weh verschlossen tief in dem Herzen. Vor meiner Seele aber lebt sie annoch, meine Rothraut, der ich mich gelobet, wie wenn ich gestern sie erschaut. — Mein Tüchlein und ich, wir halten gar oft Zwiesprach mitsammen von der, die ich nimmer kann vergessen, obs auch Wahnwitz sei. Ich frag nit mehr, wer Rothraut ist, kann- mir doch Niemand sagen- ob aber lebend oder lobt, mir ist die Maid die ein- zige, der mein Herze anhängt. — So oft ich auch nach- aehends am Borne droben gesessen, und wahrlich, oft genug istS gewest in dem Jahre, sie hab ich nit mehr erschaut. Zur Lichtung aber hab ich nit mehr gehen mögen, hat mich dort allemalen daS alt Grauen ersaßt. Lebst Du, meine herzige Rothraut, so führe der liebe Gott Dich zu mir, lebst nimmer, so geb er Dir eine fröhliche Urständ zu seeltgem Leben und JustuS Daniel auch."
Damit schließt daS Manuscript von JustuS Daniel
Der Lietzener Anzrigcr ctfdjeüit töglidj, mir Ausnahme dcs Montag».
Die Gießener Atamikienöttlier werben dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
i d^net Anzeiger
Kmerat-Mzeiger.
Feuilleton.
Aus alter Zeit.
(10. Fortsetzung.)
Ob ich gleich gewiß zn sein vermeinet über die Richtung, die wir genommen, da ich an ihrer Seiten gegangen, hab -ealaubet, meine Lieb und ihre Gegenwart möge mich also verwirret haben, daß ich des Rechten dennoch nit Acht „habt. So bin ich denn in entgegengesetzter Richtung aanaen, aber ach, der Wald war mir ganz sremd, haben Fichten alldort standen und wir waren doch unter Laubholz gangen.
Mittag war längst vorüber, derweil ich also vergeblich «ich gemühet- da bin ich widerum zu dem Borne gangen, «eines Glücks und meiner Schmerzen Born. Hab dort «ein Mahl halten und dieweil ich gar ermüdet, bin ich hernach etvgeschlummert. Hoffte auch, mein hold Lieb möge sich zu mir gesellen. Da ich aber auf hartem Sitze balde erwachet, hat der Köhler vor mir standen, der mir den Weg gewiesen.
„Herr," fragte er treuherzig, „wie seh ich doch so oft Huch hie am Borne- hab schon bet dreien Malen unter den Bäumen standen, zu erkunden, was Ihr allhie betreibet. Da fitzet Ihr Stunden lang alleine, haltet auch wol laute Zwiesprach mit Euch selbst und schreitet dann durch den Wald zu Thal, wenn der Tag zu End. Zürnet mir nit, daß ich frag, doch wissen möcht ich, was Euch allhie also behaget?"
Da hab ich gegengeftaget: „Sähet Ihr die Jungfrau alt In langem Gewand mit dem Kopftüchlein überm Haar?"
„Welche Jungfrau meinet der Herr? Jungfrauen mit
Niederschläge etwas erholt. Letztere habm auch bewirkt daß die Ernte der Knollen- und Wurzelgewächse erleichtert und die Bestellung der Wintersaaten ermöglicht wird. Ueber den Stand der letzteren läßt sich noch wenig sagen. In der Provinz Rheinhessen dauert der Schaden durch Mäusefraß immer noch fort.
Amtliche». Theil.
Nachrichten über den Saatenstand im Grotzherzogthum Hessen
UM die Mitte de» Monats Oct ob er 1895.
stusammengestellt bei der Großherzoglichen Oberen landwtrthschaft- ltchen Behörde. _____________
umschlossen.
„Nun," fragte ich, „was ist allhie zu „Herr," sagte der Mann mit tiefer Stimm, „ nannte mein Ahn den Platz, dem hat- sein Ahn erzählt und dem wider der seinige, bis in alte Zett zurück- Der Ahn aber sagt, hie sei ein Hof standen, da die heilig Landgräfin noch gelebet, eines Freibauern Gut. Der Bauer und
Durchschnitt für Rbetnheffen . __________________________
Durchschnitt f. d. Großherzoglh-I 2,5 || 3,5 Ü 2,9 3,1 119/14 22
Bemerkungen: Die Kartoffelernte fällt mittelmäßig aus. Klee and Luzerne, auch Wiesen haben sich infolge der etngetretenen
Provinzen
und
Saatenstanb.
Ernteertrag in 100 Kilo per Hectar
Note 1 guter, geringer
---- sehr guter, 2 — 3 = mittlerer, 4 — , 5 — sehr geringer Stand
6
ErhebungSbeiirke.
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Provinz Starkenburg.
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Kreis Bensheim ....
4
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. Offenbach ....
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Durchschnitt für Starkenburg
-
3,3
-
-
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Provinz Oberhessen.
8
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—
—
15j— 18
S
„ Büdingen ....
2
2
2
23<|— 21
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„ Friedberg ....
3
4
—
24,1— 25
11
„ Gießen.....
2,5
3
17||— 20
12
„ Lauterbach....
2
2
—
20j|— 22
13
„ Schotten ....
3
2,5
15}|— 15
Durchschnitt für Oberhessen
2,3
2,7
1 2,5
1 -
I9||—1|22
Provinz Rheinhessen.
3
5
1 4
1
16 - 28 21,-122 20j — 28
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Landw. VeretnSbeztrk Alzey
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„ Flonheim .
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* „ Wöllstein .
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5
1 1
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18 — 25
30 -ß6
18-22
24
25
„ Wörrstadt.
WormS .
3
4
—
4
24— 22 251-124


