Ausgabe 
27.9.1895 Zweites Blatt
 
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*der diesem Regiment gegenwärtig cmgehörenden Thronfolger auf sechs gestiegen. Es sind dies außer dem Erbgroßherzog: 1) der Kronprinz Wilhelm des Deutschen Reichs unb Kron­prinz von Preußen, 2) Prinz Ferdinand von Rumänien, der a la suite dcS Regiments geführt wird, 3) Premier-Lieutenant Erbprinz Alfrev von Sachien Coburg und Gotha, 4) Premier- Lieutenant Prinz Ernst von Sachfen-Altenburg, der zwar nicht die unmittelbare Anwartschaft auf den Altenburger Thron hat, jedoch, da der regierende Herzog Ernst keine männlichen Erben hat, als Sohn des Prinzen Moritz dereinst zur Regierung gelangen dürfte, und 5) Erbprinz Wilhelm von Hohenzollern, Hauptmann im 1. Garde-Regiment.

* Stettin, 22. September. Der Präsident der hiesigen Eifenbahn-Direction hat allen Beamten und Arbeitern der Verwaltung, die bei den Truppentransporten anläßlich der Kaifermanöver und bei Bewältigung des hierdurch hervor­gerufenen sonstigen Verkehrs betheiligt waren, Anerkennung und Dank ausgesprochen. Wie bedeutend diese Leistungen im Eisenbahn-DirectionSbezirk Stettin thatsächlich gewesen sind, geht auS folgenden Zahlen hervor: ES waren für den Auf­marsch der Manövertruppen etwa 60 Sonderzüge nothwendig, während für den Abtransport, der innerhalb 24 Stunden erfolgen mußte, 69 Militär-Sonderzüge von durchschnittlich je 50 Wagen zu befördern waren. Die Zahl der aus dem Manöver zurückbeförderten Truppen betrug ungefähr 2700 Offiziere, 75 000 Mannschaften, 2670 Pferde, 60 Fahrzeuge und 3500 Kgr. Gepäck. Hierzu war die Heranziehung von etwa 80 Reserve-Locomotiven und 3000 Wagen, sowie von etwa 550 HülfSbeamten für den Fahrdienst erforderlich.

Außer der bedeutenden Verstärkung der regelmäßigen Züge find ferner noch während der Kaiienage nach und von Stettin 42 Sonderzüge für höchste Herrschaften und deren Umgebung, sowie für die Besucher auS der Provinz Pommern befördert worden. Diese erheblichen Mehrleistungen sind ohne jeglichen Unfall und ohne wesentliche Belästigung deS regelmäßigen Verkehrs auSgeführr worden.

Bei der Redactiou eingcgangene Bücher re.:

Die Wahrheit. Halbmonatsschrift zar Vertiefung in die Fragen und Aufgaben deS MenlL-nlebenS. Herausgeber: Ehr. S ch r e m p f. Monatlich zwei Hef.'e bo. Preis vierteljährlich 1.60 Mk. Heft 47/48. Fr. Frommans Verlag (E. Hauff) (Stuttgart.

Citaratur und Xnnft.

Der ^Lahrer Hinkende Bote* für das Jahr 1896 ist soeben erschienen. Auch dieser neue Jahrgang deS weltbekannten Dolkskalenders steht inhaltlich feinen Vorgängern ebenbürtig zur Seite und läfU es begreiflich erscheinen, daß der .Lahrer Hinkende ®oteN trotz aller Concurrenz noch immer der beliebteste und der am weitesten verbreitete deutsche Kalender ist. Der Hinkende bietet seinen Freunden wieder eine Fülle vortrefflichen Lesestoffes dar, der in den langm Winterabenden manche Stunde auf das Beste auSzufüllen vermag. In erster Reihe fei auf die prächtigen Erzählungen hin- gewiesen, die, mögen sie länger oder kürzer, ernsteren oder humoristt- schen Inhalts sein, sich doch alle in gleicher Weife durch ihre G^ dtegenheit und ihre echte DolkSthümlichkeit auszeichnen. Die Welt- begebenhetten des verflossenen JahreS werden in der hergebrachten populären Form dargestellt. Der elegant cartonnirte Grobe Volks- kalender deS Lahrer Hinkenden Boten bringt wetteren werthvollen Lesestoff. Mit welchem Eifer die Verlagsbuchhandlung befliffen ist, den Lesern des Hinkenden nur wahrhaft Gediegenes zu bieten, ergibt sich schon daraus, daß dieselbe einen Preis von 1000 Mark ausgesetzt

hat für die beste Erzählung, die ihr biS zum 1. Cdobet d. I. ein- gereicht wird.

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9Unti verfahr.« zur Herstellung von Schlacke«' ztegel«. Die btSber auS Hochofenschlacke erzeugten Z egelsteine haben den Nachthcil, daß sie entweder rissig werden, o>er beim Trocknen derart schwMden, daß sie ihre Form nicht unbeträchtlich verändern; außerdem ist ihre Druckfestigkeit in manchen Fällen nicht hoch genug. Paul Frauenholz in Berlin will nachAck. Gew.-Ztg." durch ein Verfahren Schlackenstein Herstellen, welches sich vor" den bisher bekannten dadurch auSzetchnek, daß 1. Schlacken mit Thon Verwendung finden, aber in der Weise, daß die Schlacke mindestens 80 vEt., der Thon nur 20 vCt der Masse für einen Stein auS- macht; 2. geschieht die nachfolgende Brennung so, daß keine Ber- kiinkerung eintritt; efi wird also bei derartigen Temperaturen und so lange gebrannt, bis die Grenze erreicht wird, bei deren Ueber- fchreiten eine V rklinkerung eintreten würde, und bevor diese Grenze überschritten wird, werden die Steine der Hitze entzogen. Um eine gute Bindung der zusammengemischten Materialien, oon denen die Schlacke sein gemahlen (granulirt) wird, herbeizuführrn, werden die Steine einem sehr hohen Druck durch die hydraulische oder Knie- hebelpresie ausgesetzt, woraus dann die Brennung erfolgt. Die so erhaltenen Steine zeigen gar kein« oder äußerst wenig Schwindung; sie behalten deshalb vollkommen die ihnen gegebme Form und zeichnen sich außerdem durch eine hohe Druckfestigkeit aus. Die Oberfläche derselben läßt sich marmorähnlich poliren, auch kann man den Steinen je nach Wahl der Thonerde, eine beliebige Farbe geben, und, watz der Hauptvortheil der neuen Steine ist, sie bleiben hygros­kopisch, welche Eigenschaft sämmtlichen bisher fabrizirlen «steinen abgesprochen werden muß. Die nach dem beschriebenen Versahren hergestellten Steine können als Verblender benutzt werden, als Filter- platten dienen oder sonst irgend welche Verwendung sinden. ES wird sich nur um eine geeignete Formgebung handeln, die bei der Wahl des Materials überhaupt von keinen Schwierigkeiten begleitet ist.

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