lieber den Besitz der
Dompräbendanten ernannt.
Die Gießener Industrie aufderOberhessischenGewerbe-Ausstellung zn Alsfeld.
(Originalbericht für dm „Gießener Anzeiger*.)
GießenS Industrie, welche auf der Alsfelder Ausstellung nächst der von der Stadt Alsfeld selber die erste Stelle etn- nimmt, lohnt wohl der Mühe, in Ihrer Zeitung ausführlich besprochen zu werden. ES fällt übrigens dem Berichterstatter nicht schwer, die einzelnen AuSstellungSobjecte bei der Wanderung herauSzufinden, denn die einzelnen Firmen haben eö durch ein sehr glückliches Arrangement ihrer Erzeugnisse verstanden, die Aufmerksamkeit der Ausstellungsbesucher auf dieselben zu lenken.
Betreten wir von der Lutherstraße her das AuSstellungS- gebäude durch daß von zwei Thürmen flankirte, zinnen« geschmückte, kühn gewölbte EingangSthor, so fallen unS gleich rechter Hand eine Collection Futterschneidemaschinen mit und ohne Kettenzug der verschiedensten Schnittlängen der Eisen« werke Hirzenhain und Lollar in die Augen, welche schon heute am Eröffnungstage vielseitig die Aufmerksamkeit der erschienenen Landbevölkerung erregten. — Gleich daneben liegt der in der eigenen Schmiede der Lahnkalk- und Marmor-Industrie Aug. Gabriel jr. in feiner Eisenconstruclion gefertigte zeltartige Pavillon, welcher die Erzeuqniffe des Werkes und deren Rohstoffe birgt. Die Fülle der BerwendungSarten, wozu sich das in den Bieberbrüchen bei Rodheim a. B. gewonnene Material verwenden läßt, wird uns in dieser Ausdehnung von dem ausstellenden Werk vor
erlauchtes Fürstenhaus stets den werkthätigen llnterthaaen angedeihen ließ- aber auch die jetzt an öie Ehrenrage des deutschen Volkes vor 25 Jahren erinnernde festliche Zeit laffe r nS aufschauen zu unserem Kaiser, der als Sohn das fort- f ye, waS der Vater gewollt- dankbar erinnerten wir unS Derer, die uns die Einheit des deutschen Vaterlandes, unter welcher sich die ErwerbSthätigkeit fo herrlich entfalten konnte, erstritten, herrlich habe sich nach den ruhmvollen unter dem alten Kaiser Wilhelm vollbrachten Thaten erfüllt der Wunsch nach Frieden. Stolz ständen wir zum deutschen Kaiserrhrone, zu unserem Kaiser, dem Hüter und Förderer des Bermächt« ntffeS seines Großvaters. Die zum Schutze des Gewerbes gebrachten Opfer seien groß, aber die deutsche Industrie stehe auch groß da in friedlichem Wettkampfe der Nationen- auch unser Großherzog bringe dem Gewerbe seine landesväterliche Theilnahme entgegen- ihm liege stets am Herzen die Förderung der Schulen und gewerblichen Fortbildungsanstalten - die Erzeugniffe unserer Industrie legten Zeugniß ab von der fruchtbaren Thätigkeit dieser Schulen. Unter dem Schutze ' »ne« starken Reiches, unter der Fürsorge eines kunstliebenden Fürsten würden auch in Zukunft Kunst und Gewerbe gedeihen u.id in dieser frohen Zuverficht lade er die Anwesenden ein, mit ihm einzustimmen in ein Hoch auf Seine Majestät den Kaiser und Seine Königliche Hoheit den Grobherzog! Nachdem das Hoch verklungen, spielte die Musik (116. Reg.) die Nationalhymne. — Herr KreiSrath v. Grolmann erklärte darauf die oberhesfische Industrie- und Gewerbeausstellung für eröffnet- er dankte Allen, die zum Gelingen derselben beigetragen, insbesondere den Ausstellern, welche weder Mühe noch Kosten scheuten, um die Ausstellung zu einem getreuen Bilde oberhesfischen Gewerbefleißes zu machen, der Großh. Centralstelle für das Gewerbe, die daS Unternehmen förderte, I ten Comitämitgliedern, die keine Mühe gescheut hätten, das Werk möglichst würdig zu gestalten. Herr v. Grolmann schloß seine Ansprache mit dem Wunsche, daß die Ausstellung dazu beitragen möge, die Industrie unseres Vaterlandes zu beben und anregend und fruchtbringend zu wirken auf weite Kreise. DaS walte Gott!
Hierauf erfolgte ein Rundgang durch die Ausstellungsräume.
Bevor wir auf die Besprechung der einzelnen AuSstellungS« gegenstände näher eingehen, bemerken wir, daß die Ausstellung in ihrer Gesammtheit in der That ein erfreuliches Bild d^imathlicher ErwerbSthätigkeit bietet und zwar deshalb, weil d e Zahl der Aussteller streng auf die Provinz Oberheffen beschränkt blieb. Alsseld und Gießen stehen mit der Zahl der Aussteller und der Menge des Ausgestellten obenan. Als Ausstellungsräume wurden zunächst die in zwei Gebäuden befindlichen Localitäten der Realschule benutzt und das über den Schulgarten hinauSgehende Gelände pachtweise erworben, die Lutherstraße in daS AusstellungSgebtet einbezogen. Auf dem Gelände wurden errichtet: eine große geschlossene, zweistöckige, in Bocksteinfachwerk ausgeführte Halle von 30 Meter Länge und 13 Meter Breite, eine offene, 27 Meter lange und 14 Meter breite offene Halle und die große RestaurationS« halle. Sämmtliche Baulichkeiten, einschließlich der gleichzeitig als AuSstellungSobjecte dienenden Pavillons, Gartenhäuser n. s. w. haben wesentlich zur Verschönerung deS Platzes betgetragen. Für die Ausschmückung haben fleißige Gärtner- und Decorateurhände gesorgt. Zwischen der geschloffenen Halle und dem Hauptgebäude wurde der Musikpavillon errichtet. Die Beleuchtung geschieht auf electrischem Wege durch eine hinter dem Schulbau aufgestellte Dampfmaschine. Sin in Mitte deS Platzes aufgestellter Springbrunnen bringt auch das oberhalb Alsfelds quellende Wasser zur Geltung. DaS Steinmaterial zum Springbrunnen wie zu einigen anderen Anlagen lieferte Herr Aug. Gabriel in Gießen gratis.
Die Ausstellung war am Eröffnungstage sehr stark besucht, u. A. auch von Gießen aus. Die Restaurationshalle erwies sich angesichts solchen Andranges als zu klein und als mit Beginn des von der Capelle deS 116. Infanterie Regiments ausgeführten ConcertS der Andrang größer wurde, wurde auf dem Ausstellungsplatz selbst Sitzgelegenheit geschaffen. Ern Waggon mit Stühlen war erst am Morgen aus Gießen eingetroffen, jedes einigermaßen geeignete Plätzchen wurde besetzt, sogar in den Pavillons und AuSstellungSzelten etablirten sich die dem Gießener Actienbier fleißig zusprechenden Besucher.
I Augen geführt. Erstaunt ist man, gleitet der Blick über die I eigenartig aber prächtig gemaserten Marmorflächen, und muß man unwillkürlich bedauern, daß dieses werthvolle Material seit Jahrzehnten ausschließlich nur zu Mörtel verbrannt wurde. — Vorerst lagern in dem Zelt gewaltige rohe Marmor-
I und Dolomitblöcke, wie dieselben direct in den Brüchen gewonnen werden. Hieraus wird der Marmorkalk (Weißkalk)
I resp. hydraulischer Graukalk in großen 20 Kammer-Ringofen in Massenproduktion Sommer und Winter gebrannt. Die ge- brannnten Kalke werden auch in patentirter Kugelmahlmühle
I fein pulverisirt und findet dieses Produkt in gemahlene« Zu- I stand sowohl alS auch in Stücken die ausgedehnteste Verwendung für Bauzwecke als auch zum Düngen für die Landwirthschäft. Das rohe Steinmaterial wird ebenfalls in den verschiedensten Körnungen hergeftellt und findet so Verwendung für chemische Zwecke, für Dungzwecke und zur Glasfabrikation. Rohe gesägte Platten zeigen unS einen anderen Zweig der Verwendbarkeit, denn fein polirte, wunderschön in der Zeichnung wirkende Tischplatten, quadratisch, oval und rund, in den verschiedenen Größen zeigen unS den Zweck der Plattenzerlegung deS MarmorgefteinS. Diese Platten sind es ganz besonders, die die Bewunderung des Beschauers erregen. An einem aus der einen Seite abgeschliffenen Marmorblock find die Initialen des Großherzoglichen PaareS, in Gold-Facett- Manier auögeführt, angebracht- in gleicher Weise prangt auch die Firma des Werkes an einem weiteren kantigen Stück deS edlen Materials. Kleinere geschliffene Marmorplatten, für Fußbodenbelag oder Wandbekleidunqen sich eignend, ver- vollständigen dieses Mustersortiment. Daß sich daS Bieber« bruchgeftein für Bauzwecke sehr eignet, beweisen die Schaustücke in verschiedenen für architektonische Zwecke in den ge« eignetsten Formen zu Werksteinen bearbeiteten Proben. Zerkleinert präsentirt sich das Gestein hervorragend zur Herstellung von Terrazzoböden. Hierzu verarbeitet, steht neben mehreren kleinen eine 3/< qm große Platte in sehr exact gearbeiteter Zeichnung zur Ansicht. Grottensteine, welche, von diesem Werk geliefert, auch in der Parkanlage vielseitig geschmackvolle dekorative Verwendung gefunden, vervollständigen daS ganze Arrangement im Innern des Pavillons, welches in feinem Aufbau von gutem Geschmack Zeugniß ablegt, und bildet dasselbe unstreitig einen Glanz- und Anziehungspunkt für die ganze Ausstellung. — Ganz nahe dabei hat eine zerlegbare eiserne Gartenhütte des Schlossermeisters Wilhelm Nagel Aufstellung gefunden, welche wegen ihrer einfachen aber praktischen Conftructton Anerkennung verdient.
Einige Schritte davon stehen wir vor dem Gail'sch en Pavillon, wie die Alsfelder das thurmartige, massive Ge- I bäude, in dem glasweise Selterswaffer, Liqueure und moussirende Getränke einer Alsfelder Firma verschenkt werden, zu nennen belieben. Von einem Baustyl kann natürlich bet dem beabsichtigten Zweck, der bei Errichtung des Gebäudes die Hauptrolle spielte, keine Rede sein. Die G ail'sch e Dam p f- ziegelei und Thonwaarenfabrik führt hier einen Bau vor, der die Anwendbarkeit ihres Materials in allen nur denkbaren Formen zeigt, und war die Ausgabe, die es zu lösen galt, für den Bauentwerfer keine leichte.
Wenden wir uns nun in den 1100 qm großen Park, der vom Kunst- und Handelsgärtner Carl Becker in geschmackvoller Weise arrangirt und angelegt ist. Wer diesen wüsten, mit Baumaterial, Hecken und Gräben verunzierten Fleck Erde vor vier bis sechs Wochen gesehen hat, kennt ihn nicht wieder.
Betreten wir die HauptauSstellungShalle, ein zweistöckiges in Fachwerk ausgeführtes Gebäude. Gleich am Eingang fällt uns das ebenfalls von Gärtner Carl Becker arran- girte Palmen-Arrangement, welches die Büste des Großherzogs umschließt, in die Augen. — In dem unteren Raum der Halle nimmt die Ausstellung der Werke H irz en h atn und Lollar den größten Raum ein. Ein tetraffenartiger Aufbau führt uns die Leistungen der Werke auf kunstgewerblichem Gebiete vor. Schön ornamentlite Wandteller, Schalen, Reliefs rc. in Eisen, gegoffen vergoldet, vernickelt, verkupfert rc. in vollendeter Ausführung erregen das Interesse jeden Kenners. Auf einem aus Schlackensteinen, welche ebenfalls ein Erzeug- niß des Werkes in Lollar sind, aufgemauerten Postament thront als Prachtstück dieser Kunstgußerzeugnisse die Germania, deren Ausführung in der Feinheit der Formen sowohl als auch betreffs der Galvanisirung tadellos ist. Zwischen den kunstgewerblichen Gegenständen liegen noch Proben der Erzeugnisse der Eisenabtheilung, für die verschiedenen Verwendungszwecke und Hartguß-, Gießerei-, Spiegeleisen rc., wie sie auf den Hütten erzeugt und gebraucht werden. Eine ganze Serie Keltern von den kleinsten Leeren ■ bis zu den größten Weinpressen mit Übersetzten Druckwerken bereichern die Ausstellung nebst in diversen Größen ausgestellten Rüben- brockenmaschinen um sehenswerthe Objecte. Hieran reiht sich eine wahre Musterkarte von Oefen neuester, zum Theil pa- tentirter Construction von den allereinfachsten und billigsten Mustern bis zu den kostbarsten Salonstücken, in kunstvollen stylgerechten Zeichnungen ausgeführt in schwarz, theilweise mit mehr oder weniger reicher Vernickelung, Bemalung und als besondere Neuheit mit Majolika-Einlagen auSgestattet. Einzelne Einsätze, für Majolika- oder Porzellanöfen verschiedener Systeme sind vorhanden. Die vielseitigen Kochherde veranschaulichen die Leistungen der Werke auch auf diesem Gebiete. Hier findet die ärmste aber auch die wohlhabendste Familie das nöthige Requisit für die Küche. Gewaltige Siebe- kessel mit darunter befindlicher Feuerung, im Freien eventuell aufzustellen, sind besonders für den landwirthschaftlichen Betrieb zum Kochen deS DiehsutterS als praktisch zu empfehlen.
Gleich als Nachbar neben dieser räumlich umfangreichen I Abtheilung hat daS sehr interessante Modell des Werkes der Gail'schen Dam pf z i eg elei und Thonwaaren« fabrik, welches f. Zt. mit Recht daS allergrößte Interesse der Amerikaner erregte, Aufstellung gefunden, woran sich eine umfangreiche Gruppe von Verblendsteinen, Klinkern, Normal- profilfteinen, Keilsteinen, Kamin- und Brunnenfteinen, Cha- mottefteinn, Drainröhren sowie Falzziegeln rc. reiht in den I
nach Art. 1 und 4 des Gesetzes vom 5. Juli 1887 , die Vorbildung und Anstellung der Geistlichen betreffend, zur Uebernahme eines Kirchenamtes nothwendigen Eigenschaften ist der Nachweis erbracht worden bezüglich der katholischen Geistlichen: Jacob Blum aus Seligenstadt, Jacob Ebers- mann auS Büdesheim und Johann Baptist Schäfer aui Mainz.
* * Goncert Salzhausen. Am Sonntag den 25. August gab der Kronbauer jche Quartett-Verein in Salzhausen ein Concert, in. welchem neben Männerchören eiet Anzahl von Solooorträgen, aus der Reihe der Mitglieder, dargeboten wurden. Der Tendenz des Vereins entsprechend, waren selbstredend erstere den letzteren an Zahl überlegen, aber eben nur an Zahl. Alle Leistungen dürfen ausnahmslos als wohlgelungen bezeichnet werden und haben bewiesen, bafc der Verein noch auf feiner alten Höhe steht. Schade, daß diese Vereinigung, die über so vortreffliche Mittel gebietet, sich so wenig dem Kunstleben Gießens dienstbar macht- ein Einschwenken nach gedachter Richtung hin wäre wirklich z» empfehlen. DaS abwechslungsreiche Programm war mit Geschmack und Geschick zusammengestellt, wenn auch einige
Coeakt tuet prötxwfeO**
Gießen, den 26. August 1x1)6
** Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog empfingen am 24. August u. A. eine Deputation der landwirthschaftlichen Ausstellung in Gießen, bestehend aus dem Provinziald-rector Frhr. v. Gagern, dem Oberbürgermeister Gnauty und dem Oeconom Sch lenke- den Commandanten bei freiwilligen Feuerwehr von Lollar Feller, den Herrn Georg Buderus von Lollar.
• • Seine Majestät der Kaiser und Ihre Majestät die Kaiferin passirten heute morgen 78/4 Uhr mittelst Sonderzug mit kurzem Aufenthalt auf der Reife von WilhelmShöhe nach Ma-nz die hiesige Station. Dadurch, daß es nicht bekannt geworden war, hatte sich nur wenig Publikum am Bahnhofe emgefunben. Frau Oberst v. Rosenberg überreichte Ihrer Majestät ber Kaiserin ein Blumenbouquet auS LiedltngS- rofen Ihrer Majestät mit weißer Schleife, unb wurde darauf huldvollst empfangen.
* • Kirchliche Dienstnachrichten. Am 30. Juli wurde de« Pfarrer und Decan Stumpf zu Offenbach die katholische Psarrstelle zu Dieburg übertragen; am 31. Juli wurde der Domcaplan Eduard Hellmeister in Mainz zum brüten
I verschiedensten Formaten, Dimensionen oder Farbentonungen^ wie daS Werk seine Fabrikate für die verschiedenen Zwecke liefert. — Hier Wollen wir auch ein Werk deS SchlossermerfterS Carl Stohr erwähnen. Als ein wahres Meisterwerk ber Kunst har betreibe ein reich ornamentirteS schmiebeeiserneS Fahnenschilb ausgestellt, welches von besten Können beredte» Zeugniß ablegt.
Berechtigtes Aufsehen erregt bie ausgestellte Gruppe der Firma A. Kilbinger, bestehenb a) aus einem Herr- schnftsschlitten auS gebogenem Natur-Eschenholz. Die Eisentheile sinb mit Mattfilber belegt. Die Dorbertasel ist in leichter, geschmackvoller Zeichnung mit Rabterarbeit ver- ziert. Die innere Ausstattung besteht auS russisch-grünem Plüschpolster unb schwarzen Pelzdecken mit Angorabesatz - b) einem Jagdwagen, ebenfalls in Naturholz ausgeführt, besten Eisentheile in schwarz gehalten unb besten innerer Ausschlag mit grünem Tuch auSgesührt ist - c) alS dritter Luxuswagen, in Naturholz auögeführt, fällt ein Parkwagen, mit Alluminium-Bronze lacfirt, auf- die innere Ausstattung ist aus blauem Tuch- Vortheilhaft für daS Gefährt ist ein Sitz zum Selbstkutfchiren und ein abnehmbarer Dienersitz. Diese beiden Equipagen zeichnen sich durch flotte Bauart, sowie wegen ihrer zweckdienlichen Construction besonders aus. Ein geschmackvolles Halbverdeck (Mylord), sowie ein Herrschafts- Landauer zeigen, daß in diesem Gebiete Gießen- Gewerbe- I treibende Tüchtiges leisten und mit jeder größeren
Stadt in Concurrevz treten können. Ein Paar hochelegante, silberplattirte Gefcknrre, sowie ein Einspänner-Kutschgeschirr mit vergoldeten Beschlügen erregten schon heute häufig da» Jntereste von Pferdebefitzern, weil sich dieselben durch taubere, tadellose Sattlerarbeit auSzelchnen.
A. Kretz sch mar hat die Ausstellung mit werthvollen Pelzen und Pelzsachen beschickt. CapeS in Sealskin und Bieber, Neuheiten in geschmackvollen Damen-BarettS, eine Collection von 30—40 Muffen, aus den verschiedensten Pelzarten gearbeitet, interesfiren besonders die Damenwelt. Eine Seehundfußtasche, sowie ein auS 18 Fuchsfellen kunstvoll arrangirter Teppich bilden werthvolle Objecte. Für Jäger und Sportleute dürfte die eigenartige Umrahmung eine» Wandspiegels mit Seehundfell und Büffelhörnern Ausmerk« famfeit erregen.
Verlusten wir diesen Ausstellungsraum unb gehen wir durch ben Park, der inzwischen in electrischem Lichte strahlt, in die 4- bis 500 Personen Platz bietende Restaurations- Halle. Die innere, große Giebelseite derselben wird tönernem Arrangement der Actienbr auerei Gießen decorativ benutzt. Hier an ber Stätte ihrer Wirksamkeit in ber Halle wird daS mit ber golbenen Medaille jüngst in München prämiirte Pilsener Bräu verzapft unb hängt an ber oben bezeichneten Wanb, von Scheich- Gießen in Del gemalt, in gewaltigen Dimensionen auSgesührt „Actienbrauerei Gießens geschmackvoll becoratiti umrahmt, gleichsam ben Sockel de» Bildes auSmachend, ein stylvoll wirkendes Arrangement von Fässern und Flaschen, auf dem GambrinuS mit erhobenem Becher thront. — Nun zum Schluß der Festwirth Reinhold. Er hat heute gezeigt, daß er gastronomisch tüchtig etwa» leisten kann. Allgemein war dqS Urtheil, daß daS Essen gut und die Bedienung prompt war. lieber daS zum Verzapf gekommene Bier ein Wort zu reden, wäre überflüssig, machte es die Hitze heute, oder der vorzügliche Tropfen, wer kanns wissen. Aber es wurde bis spät in die Nacht hinein tüchtig gezecht und der Stoff mundete vorzüglich.
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