Ausgabe 
27.3.1895 Erstes Blatt
 
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rommissariatS ©rünbeifl, de« jSteuereommissariatSasfistenten bei de« Steuercommiffariate Darmstadt Jacob Stein- tziuser zum Steuercowmifsar de» SteuercommiffariatS Alsfeld und den SteuercommiffariatSasfiftenten bei dem Steuercommiffariate Gießen Adam Hübner zum Steuer« oommiffar des Steuercommiffariat« Fürth- die Kreisbauauf« feherafpiranten Philipp Rahn au- Nieder-Florstadt «nb Pail Marx au- Gießen, erstere« zum Hochbauaufseher bei dem Hochbauamte Gießen, letztere» zum Straßenmeister z« ernennen.

** Bom Großherzogliche« Gymnasium. Dem diesjährigen Programm des Großherzogl. Gymnasiums zu Gießen ist eine Abhandlung de- Herrn Dr. Georg Clemm beigegeben, betitelt:UhlandS TrauerspielErnst Herzog von Schwaben" »IS dramaturgische AnsangSlectüre im Gymnasium, 1. Theil." Die am 14. März d. I. abgehaltene Reifeprüfung haben wir bereit- erwähnt. Die Anstalt hatte am Anfang de- SchuljahreS einen Bestand von 365 Schülern, wahrend de» Schuljahre» traten ein 23, ausgetreten find 25, sodaß für den JahreSschluß verblieben 363. Dem ReligionSbekenntniffe «ach befinden sich darunter 337 Evangelische, 16 Katholiken, 34 Israeliten, 1 ConfesfionSloser. Die Prüfungen finden am 29. und 30. März, nach denselben die Bekanntmachung der Versetzungen und die AuStheilung d?r Zeugnisse statt. Die Anmeldungen zur Aufnahme werden Montag, den 22. April, von 9 bis 11 Uhr entgegengenommen.

Der 80. Geburtstag bei Fürsten Bismarck wird hier am Sonntag den 31. März festlich begangen werden. DaS morgen erscheinende ausführliche Programm enthält folgende Nummern: 1) FestactuS von 6 Uhr ab in Steins Saal« bau mit Gesang-vorträgen, lebenden Bildern, Festrede und Festspiel. 2) Fe ftcommerö ebendaselbst von 9 Uhr ab. Da nur beschränkter Raum zur Verfügung steht, so ist zu empfehlen, daß man sich, sobald die Ausgabe der nummerirten Karten zum FestactuS eröffnet wird, mit solchen versieht.

* Die deutsche Turuerschaft wird bet der Ehrung de- Alt-ReichSkanzlerS nicht fehlen. Der deutsche Turn« Ausschuß hat beschlossen, anknüpfend an Jahn- Schlußworte seiner Schwanenrede:Deutschlands Einheit war der Traum meines erwachenden Lebens, das Morgenroth meiner Jugend, der Sonnenschein meiner Manneskraft und ist jetzt der Abend- Vern, der mir zur Ruhe winkt" dem Schöpfer der deutschen Einheit zu seinem 80. Geburtstage im Namen der deutschen Turnerschaft eine Ehrengabe darzubringen. Diese besteht in einem auf einer Eichenholztafel angebrachten vergoldeten Stlberkranz. Auf der Stirn der Tafel stehen die angeführten Morre des Turnvaters Jahn, in der Mitte des Kranze- die daran anknüpfende Widmung. Zu beiden Seiten des Kranzes befinden sich auf Silberbändern, die sich um Säulen winden, die Namen der Kreise der deutschen Turnerschaft. Unter dem Kranz steht die Jahreszahl 1895. Jeder Kreis trägt zu den Kosten 15 Mark bei.

Mtlitärdieuflnachrichteu. v. Han ft ein, Pr.-Lt. vom Juf.'Regt. Kaffer Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, von dem Commando als Erzieher bei dem Cadettenhause in Karlsruhe entbunden. Graf zu Solms-Laubach, Pr.-Lt. vom Leib-Garde-Hus.-Regt., k la suite des RegtS. gestellt. Erbprinz zu SolmS-HohensolmS-Lich, Sec.- Lieut. k la suite desselben RegtS., mit dem 1. April d. I. in daS Regiment wieder einrangirt. Bei der Eadetten- Bertheilung pro 1895 wurden dem Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 der Portepee-Unter­offizier v. Pentz I. als Secondelieutenant und der Cadett Kade als characterisirter Portepeefähnrich zugetheilt.

* Die gegenwärtig gellende« Aushebungs-Bestimmungen, welche die früheren Anforderungen für die Beurtheilung der körperlichen Brauchbarkeit der in die Armee einzustellenden Mannschaften erheblich herabsetzen, haben, nach derDass. Ztg.", zur Folge gehabt, daß im Laufe deS verflossenen Winters zahlreiche Entlassungen wegen Dienstuntauglichkeit stattfinden mußten, und gewiß hätten viele junge Leute, die den strengen Anforderungen deS Militärdienstes nicht gewachsen waren, dauernde Schädigung ihrer Gesundheit erlitten. DaS habe dahin geführt, daß neuerdings die AuShebungScommissionen angewiesen seien, etwas ausgiebiger bei der Zurückstellung schwächlicher Mannschaften zu verfahren. Weiter theilt daS Blatt mit, die neuen Offizierssäbel und die grauen Mäntel hätten sich nicht bewährt. ES werde deshalb eine Aenderuug geplant.

Die Sonntagsruhe für?Z«dustrie^ vud Handwerk. Am kommenden 1. April treten die retchsgesetzlichen Bestim­mungen über die Sonntagsruhe für Industrie, Handwerk «nd Kleingewerbe in Kraft, womit daS seit 1. Juli 1892 in Wirksamkeit bestehendeSonntagSruhe-Gesetz" für daS Handelsgewerbe seine bedeutsame practische Ergänzung erfährt. Die Borerhebungen von zuständiger Seite über den muth« maßlichen Einfluß der Sonntagsruhe auf den Betrieb und die Leistungen in den vielen verschiedenen Branchen der in­dustriellen wie handgewerblichen Tätigkeit find sehr sorg« fällige und eingehende gewesen, so daß wohl gehofft werden kann, es werde die Durchführung der neuen gesetzlichen Be­stimmungen weniger mit den Jntereffen deS praktischen Lebens collidiren, als dies seinerzeit von der Sonntagsruhe im HandelSgewerbe gelten mußte und zum Thetl noch jetzt gilt. Wie schon im Handelsgewerbe, so sind auch in den «eisten Zweigen der Industrie, weniger allerdings deS Hand« Werks, von vornherein eine Reihe Ausnahmen von der all­gemeinen Sonntagsruhe festgesetzt worden. Dieselben be« ziehen sich bei der Industrie hauptsächlich auf complicirtere «ud schwierigere Betriebe, die eine Unterbrechung der Arbeit «tcht vertragen, beim Handwerk und Kleingewerbe auf die Branche mit sogenannter Saisonarbeit, bei der ebenfalls die Sonntage mit zu Hilfe genommen werden müffen. Doch selbst diese Ausnahmen haben nur für eine bestimmte Anzahl von Sonntagen im Jahre Gültigkeit, die Arbeit steht hierbei dazu noch unter strenger polizeilicher Soulrolle. In solche« !

Fälle« muß aber den betreffeudeu Arbeiter« dann Vers ein freier Tag t« der Woche gewährt werden. An den beiden Feiertagen der großen Kirchenfeste ist für alle dem neuen Gesetz zu unterstellenden Betriebe unbedingte Rahe vor« geschrieben, mit wenigen Ausnahmen. In Fällen, die zur SonotagSarbeir zwingen, ist stets besondere polizeiliche Er« laubniß erforderlich, was sogar für eigentliche Nothsälle gilt. Wie sich nun da- neue Gesetz für Industrie und Handwerk in der Praxis bewähren wird, das bleibt freilich noch ab­zuwarten. Sicherlich ist regierungsseitig bei Erlaß der Aus­führungsbestimmungen zu dem neuesten Sonntagsruhegesetze Alles gethan worden, um unnörhige Härten für die betref« senden Kreise möglichst zu vermeide«, aber in der Praxi- pflegen sich eben die Dinge stet- etwa- ander- darzustelleu, als am grünen Tische. Man weiß za, wie zahlreiche Klagen und Beschwerden alsbald nach Inkrafttreten der reichSgefetz« lichen Sonntagsruhe für daS HandelSgewerbe erschollen, da eS sich sehr rasch zeigte, daß dies Gesetz in sehr vielen Punkten mit den Erforderniffen und Jntereffen deS prakti­schen Lebens in direcrem Widerspruche stand. Seit jenem Zeitpunkte haben die Bestimmungen über die Sonntagsruhe im HandelSgewerbe wiederholt abgeschwächt werden müffen, und hat es sich überhaupt nöthfg gemacht, den zuständigen Behörden freiere Hand in der Auslegung der einzelnen Be­stimmungen zu lassen, trotzdem herrscht selbst heute noch viel­fach Unzufriedenheit mit dem die Sonntagsruhe im Handels« gewerbe betreffenden Gesetze. ES steht zu befürchten, daß die nämlichen Übeln Erfahrungen auch mit der Sonntags- ruhe für Industrie und Handwerk gemacht werden, eS werden sich zweifellos bei der Uebertragung auch diese- Gesetzes in- Practische so manche bedenkliche Härten und sonstige drückende Seiten desselben Herausstellen. Hoffentlich wird dann die Regierung hierbei ebenfalls möglichst Abhilfe schaffen und für milde Auslegung der einzelnen Bestimmungen sorgen, soweit hierdurch da- innere Wesen des ganzen Gesetzes, das doch in erster Linie Hunderttausenden von Arbeitern eine größere sonntägige Ruhe- und Erholungspause verschaffen will, nicht berührt wird. Vorerst aber wird jeder Industrielle und selbstständige Handwerker gut thun, sich bei Zeiten mit den Hauptpunkten deS neuen Gesetzes bekannt zu machen, und sich über etwaige seine spezielle Branche betreffende kniffliche Einzelheiten bet den zuständigen Behörden genau zu infor- miren, dennUnkenntniß der Gesetze schützt vor Strafe nicht \"

* Brauereien in Hesse«. In dem abgelaufenen Jahre waren im Großherzogthum Hessen 244 Bierbrauereien vorhanden und zwar 135 in den Städten und 89 auf dem Lande- davon waren nur 183 Brauereien im Betriebe- in den letztgenannten wurden nur in 7 obergährtgeS und in 176 untergährigeS Bier gebraut. Die gesammte Production belief sich auf 1,053,696 Hectoliter Bier, für welches 925,049 Mark Brausteuer vereinnahmt wurden. Mit dem EtngangSzoll rc. belief sich der Gesammtertrag au Bier« abgaben auf 1,072,464 Mark^

* Zur Beachtung für Viehzüchter. Ein Landwtrth ver­kaufte kürzlich eine fette Kuh nach Wetzlar. Dort wurde dieselbe auf die Freibank verwiesen und nach thierärztlichem Gutachten der Werth deS Fleisches auf 45 Pfg. das Pfund festgesetzt. Da sich in Wetzlar zwar eine Freibank, aber kein Metzger befindet, der auf derselben daS Fletsch auShaut, so war der Landwtrth gezwungen, daS ganze Fleisch für 80 Mk. an einen dortigen, Freibankfleisch führenden Metzger zu ver­kaufen. Hätte der Landwtrth die Kuh an einen Gießener Metzger verkauft, so hätte er, wenn sie auf die Freibank ver­wiesen worden wäre, gelöst für 500 Pfd. Fleisch k 45 Pfg. gleich 225 Mk., für die Haut 16 Mk., für Fett und Kopf 10 Mk., zusammen 251 Mk. Hiervon gingen ab an Octroi, Schlachthaus- und Freibankgebühr 36 Mk., so daß ihm noch 215 Mk. verblieben wären, also 135 Mk. mehr wie in Wetzlar. ES sollte sich daher jeder Landwtrth überlegen, bevor er Bteh nach auSwärtS verkauft.

U|E. Echzell, 24. März. In dem benachbarten Bingen­heim feierte gestern daS W. Scheib ffche Ehepaar daS seltene Fest seiner goldenen Hochzeit. Es war beabsichtigt, den Jubilaren, die beide noch rüstig sind, eine Ovation zu bringen. Da aber gebeten wurde, davon abzuseheu, wurde jede weitere Veranstaltung unterlassen. Ein anderes Ehe­paar, I. Sch l euntng und Frau, feierte tm vorigen Jahre die goldene Hochzeit, und ein drittes Paar, Herr Altbürger­meister Lahm und Frau konnte bereits vor drei Jahren die goldene Hochzeit begehen. Da der Ort Bingenheim nur sechshundert bis fiebenhundert Seelen besitzt, kann eS als eine große Seltenheit angesehen werden, daß drei Ehepaare sich darunter befinden, welche bei relativ guter körperlicher und geistiger Frische ihre goldenen Hochzeiten feierten. Der Fall steht aber durchaus nicht vereinzelt in dem genannten Dorfe da, denn Ende der fiebenziger Jahre kam es vor, daß gleichzeitig drei Ehepaare an einem und demselben Tage ihre goldene Hochzeit feierten. DaS ist ein Ereigniß, welches im Hinblick auf die jetzt noch lebenden Jubelpaare darauf schließen läßt, daß die^Ehen in Bingenheim durch ein langes Bestehen gesegnet finb.J

§ Aus dem Ohmthal, 25. März. Die Preise für fette Schweine sind in letzter Zeit ganz bemerkenSwerth herab­gegangen. Während noch kürzlich für daS Pfund Lebend­gewicht 40 und 41 Pfg. bezahlt wurden, geben die Händler nur 34 Pfg. Im vorigen Jahr bezahlte man im diese Zeit noch 43 Pfg. für daS Pfund Lebendgewicht. Auch in den hohen Ferkelpreisen berichtet man von einer RückwörtSbewegung. So wurde daS Paar Ferkel auf verschiedenen Märkten erst mit 20 bis 30 Mark bezahlt, Einlegschweine waren schon für 60 bis 70 Mark erhältlich. Wenn auch den Schweinezüchtern ein Fallen der Preise nicht- weniger al- willkommen ist, so muß doch betont werden, daß diese Preise fßr Ferkel und Läufer seither entschieden zu hoch waren «nd

i» keine« rechten Berhälwiß zu de« Preise der gemästeten Schweine standen.

Altenhai«, 25. März. Zn den hiesigen Brände« bemerken wir, daß verschiedene Umstände, wie da» Ausbreche» beider Brände um dieselbe Zeit, auf evenr. Brandstiftung schließen ließen. Infolge dessen har da- Gericht die Unter­suchung in die Hand genommen. Beide Abgebrannten find in der Stettiner Feuerverficherung-gesellschaft versichert. Der Jnspector der Gesellschaft, der behuf- Regulirung de- Gotta» scheu Brandschaden- hierher gekommen, befand sich noch in der Nähe, al- er abermals hierher eilen mußte.

A Mainz, 24. März. Vie Hochwasser- «nd UeberschwemmungSgesahr rückt immer drohender heran. Hier wächst der Rhein fongesetzt sehr beträchtlich in den letzten 24 Stunden nahezu 50 Eeatimeter und lauten in gleichem Sinn die von Maxau, Mannheim und dem Main vorliegenden Nachrichten. Nur von Wimpfen wird langsame- Fallen de» Neckar- gemeldet. In den Niederungen nächst der Stadt find die Aecker und Wiese« bereit» tbo schwemmt, ebenso werden die niedergelegenen Ufer i« der Stadt schon stellenweise von dem Wasser überspült. I« früheren Jahren waren bei dem gegenwärtigen Wafferftand die unteren Stadttheile schon vielfach überschwemmt, eine Calamität, die Dank unseres Entwässerung»- und Eanal- system» erst wieder dann eintreten kann, wenn der Rhein «och etwa 3 Meter steigt, beziehungsweise zu einer Höhe kommt, die den bis jetzt bekannten höchsten Wasserstand vom Jahre 1784 um einen halben Meter überragt. Nach einer Mit­theilung der hiesigen Localblätter planen eine Anzahl hervor­ragender Mainzer Persönlichkeiten im Jahre 1897 hier i« Mainz eine internationale WetnauSstellung z« veranstalten und soll dieserhalb bereit- eine Besprechung statv- gefuoden haben. In WeinhandelSkreisen ist hiervon nicht­bekannt und bedarf daher die Mittheilung noch der Be­stätigung.

Dermifcfctc».

Frankfurt a M., 21. März. Die Stadtverordnete» beschlossen heute bei der Etat-berathung die Aushebung bei BürgerrechtSgelde».

Im Tode vereint. Als dem CentrumS-Abgeorduete» von Schalscha die Sterbesacramente gespendet werde» sollten, stürzte seine Gattin plötzlich hin und war nach kurzer Zeit eine Leiche - der Priester, der ihre- Gatten wegen erschien« war, konnte ihr nur noch die letzte Oelung reichen.

* Denkmal für Eapitäu von Gössel. Dem heldenmllthtge» Capitän derElbe", von Gössel, soll al- ehrende An­erkennung seine- echt seemännischen Verhalten- ein Denkmal errichtet werden. Der Bildhauer Everding in Breme« hat den Auftrag erhalten, eine Reliesbüste de» Eapitän» anzw- fertigen. In drei Monaten soll die Büste bereit» fertig fei». Der Kops wird lebensgroß und in weißem Marmor, die Umrahmung in töuigem Marmor au»gesührt werden Al- Ort der Anbringung der Büste hat der Norddeutsche Lloyd seine Paffagierhalle in Bremerhaven zur Verfügung gestellt. Die Kosten de» Kunstwerk» trägt zu einem Theile der Lloyd, zum Theil sind sie durch freiwillige Gaben im Jnla»de auf­gebracht worden.

* Zur Wohnungsfrage. Da» Einfamilienhau» so sagt derVorwärts", da» Eentralorgan der focialdemo- krattfchen Partei Deutschland» sei eine rechte Bourgeois« schöpsung für die kleinen Rentier» und soliden Leute. DaS Zufammenwohnen hingegen Pflanze die Solidarität i» gleich bedrängte Herzen. DaS heißt aus deutsch solide Leute geben keine Rekruten ab für die Exerziermeister, welche die Masse der zielbewußten Proletarier commandiren Da» heißt ferner: in den Arbeiterkasernen der Großstädte und Jndustrieorte und in den unsäglichen Mißständen, die i» diesen Zellenbauten aufgehäuft liegen, findet die Soeial demokratie ihre bequemsten Agitationsgebiete. Durch diese UrtheilSabgabe wird derVorwärts" wider feinen Wille» in überzeugender und eindringlicher Weife der beste Anwalt all der Bestrebungen, die sich eine Verbesserung der Arbeiter­wohnungen in Stadt und Land al» Ziel vorgesetzt habe». ES ist doch eine recht eigenthümliche KampseSweise, für die MiethScasernen einzutreten und dabei zu behaupten, «a» nehme die Jntereffen de» arbeitenden Volke» wahr. Vir wissen wohl, warum sich die Socialdemokratie nicht damit befreunden mag, auf dem Dege der WohnungSreform Volk»- Wohlfahrt und BolkSgefittung zu festigen. Diese Arbeit ja nicht darnach angethan, da» Volk unzufrieden zu mache» und die foctale Revolution in die Wege zu leiten. Um io mehr sollen sich alle wahren Volk-freunde in Stadt und Land die Aufgabe stellen, unseren arbeitenden Volksgenosse» möglichst angenehme MiethSwohnungen zur Verfügung zu stellen und, wo eS irgend angehr, ihnen ein Stück deutscher Erde mit einem eigenen Häuschen unter die Füße zu geben. Jeder seßhafte Mann, der den Werth der eigenen Scholle erkannt hat. entwächst ganz von selbst dem Einflüsse social­demokratischer Irrlehren. Arbeitervereine, Männer- uni Jüngling-Vereine, Spar- und Ballgesellschaften müssen noch viel nachdrücklicher wie bisher den Bau von ArVeiter- Wohnungen betreiben. Der Staat und die Gemeinde hat, wie auch schon geschehen ist, für ihre höheren und niedere« Beamten mustergtlttge Wohnungen zu schaffen. Bor Allem aber muß die Gemeinde der frevelhaften Speculation-wuth mit Grundstücken und MielhSkaierneu entgegentreten «nd nicht länger zögern, den Bau von Arbeiterwohnungen, aber nicht in besonderen Arbeitervierteln, selbst zu betreiben. Da» Eapital, da» sie hier anlegt, trägt die besten Zinsen.

Rußlands Aeichthu« in Erzen aller Metalle, a» Sohle» und Petrolenm ist wohl so groß, wie in keinem andere« Lande Europa»- aber so lange noch Eisenbohnverbindunge» nach den Hauptfundstellen fehlen, kann von einer lohnende» Hebung dieser Schätze noch nicht die Rede sein. Die Haupt-