Ausgabe 
27.3.1895 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Mllschalt

0 Mark.

äusser

rrumien.

Kien,

Z n, 2«2

^greunbeti unb@|n6m

N-M

Stube

Sect im Glas 25 e Weine zu ben bUgfie» 2479

, M1,

Lublinski,

lftraße 30

Wchivein,

M

2LZS

. Rahm 20 Arnold II., Ürahe 28.

n 'M

iiMsederbichte»

w* zendrcüe

e. :=-====:

^nsstattangi- Geschäft.

ch

Nr. 73 Erstes Blatt. MMwoch den 27. März

1893

Der -letzt»" ^njdget «fd)fint täglich, mn Ausnahme bei Montag!.

Die Gießener yemtrienSfittcr »erben bem Anzeiger »Hchentlich dreimal deigelrgt.

Gießener Anzeiger

Kenerat-Anzeiger.

Vierteljähriger -SonnemeutsPreisr 2 Mark 20 Psg. mit Bringerloh».

Durch die Poft br$egm 2 Mark 50 Pfg.

«edaction, Expeditto» nnd Druckerei: Kchutstratze Ar.7.

Kervfprecher 61.

Amts- und Anzergeblntt für den Tireis Gieren.

Hratisöeikaae: Gießener Aamikienbkätter

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag! für bcw fokgenben Tag erscheinenben Nummer bis Lorm. 10 Uhr.

Alle Annoncen-Bureaux bei In- unb Auslandes nehme» Anzeigen für ben ^Gießener Anzeiger" entgegen.

feiner Gäste entgegennahm und in einer etwa 20 Minuten währenden Ansprache betonte, daß eS für ihn eine hohe AuS- zeichnung fei, weit über feine persönlichen Verdienste und Stiftungen, daß er eine so vornehme Gesellschast, wie fie der Sachsenwald noch nie gesehen habe, in FriedrichSruh zu seiner Beglückwünschung versammelt sehe. Die Anerkennung gelte nicht ihm persönlich (lauter Widerspruch), sondern der Sache, die er vertrete. Fürst BiSmarck hob sodann die Verdienste der deutschen Fürsten um die Förderung der nationalen Ent­wickelung im Gegensatz zu den Fractionen hervor, welche sich durch politische Verstimmungen, lauteren und unlauteren Wett« bewerb mit anderen Fractionen leiten ließen. Der nationale Gedanke müßte ebenso, wie er in den Dynastien fest begründet ist, in den Landtagen der einzelnen Bundesstaaten zum Ausdruck kommen. Der Landtag sollte sich mehr mit Reichspolitik be- schästigen und nicht nur preußische, sondern kaiserlich deutsche Politik treiben. Zum Schluffe seiner Rede sagte der Fürst, wenn er gesund genug wäre, würde er noch viel zu sage» haben- so aber sei er ein matter, alter Mann. (Rufe: Rein!) Er danke nochmals für die ihm erwiesene hohe Ehre und bedauere, nicht mehr mitarbeiten zu können. Er sei aber nicht mehr gesund genug, um die Anfechtungen einer Berliner | Existenz in mehrfacher Beziehung auszuhalten. Er bitte aber die Herren, nicht zu vergessen, daß sie Reichsbürger feie» und treu zu ihrem König und Kaiser zu stehen hätten. Fürst BiSmarck forderte die Anwesenden auf, in den Ruf einzn- stimmen: Seine Majestät der Kaiser und König von Preuße» lebe hoch! Die Versammlung stimmte jubelnd in den Ruf

I ein. AlSdann wurden dem Fürsten stürmische Ovationen dar-

H. FriedrichSruh, 26. März. Der Kaiser ist heute Mittag 12 Uhr mit militärischem Gefolge und dem Kron- Prinzen hier eingetroffeu- er ritt an der Spitze der Halber- städter Kürassiere in den Schloßhof, wo herzlichste Begrüßung stattsand.

gebracht.

Stuttgart, 15. März. Die gestrige LandeSversammlun, der freisinnigen Volkspartei hat im Anschluß an mehrere Resolutionen ein Telegramm an die in Berlin weilende» Abgeordneten der Partei gesandt, worin die Versammlung denselben ihre Genugthuung über daS ablehnende Verhalten gegenüber der BtSmarck-Ehrnng tm Reichstage ausspricht.

Budapest, 25. März. Anläßlich des Jahrestages bet Todes KossuthS zogen gestern gegen 100,000Personen z» dessen GrabeSstätte, wo Reden gehalten und Kränze nieder- gelegt wurden. Die Ruhe ist jedoch nicht gestört worden.

Brüssel, 25. März. Die Lage in den großen Industrie- städten Lüttich, VervierS, Charleroi und Gent wird mit jedem Tage schwieriger. Die Zahl der Ausständige« nimmt täglich zu. In offictellen Kreisen scheint man sich auch über den AuSstand unb ble revolutionäre Bewegung sehr zu beunruhigen.

Brussel 25. März. Dem SocialistenblattPeuple" zusolge haben von 25 Syndikaten, welche die Brüsseler Arbeiterpartei zählt, 24 sich zu Gunsten des General- auSstandes ausgesprochen.

Pari«, 25. März. DerGauloiS" theilt mit, Fürst Bismarck habe mit einem Verleger in Stuttgart betreffs seiner Memoiren ein Uebereinkommen abgeschlossen «ud sei demselben bereits der erste Theil der Memoiren zuge- gegangen. Graf Herbert BiSmarck soll nach dem Tode seines Vaters mit der Herausgabe der übrigen Bände beauf- . tragt sein.

London, 25. Marz. Ein schrecklicher Orkan »er- nichtete gestern zahlreiche Fischerboote. Man befürchtet viele

Rewyork, 25. März. In ArkansaS-Eith wurde die Eonseivenfabrik durch eine große Feuersbrunst total zer- stört. Der Schaden beträgt mehr als eine Million Dollars.

Die Präsidenten beider Häuser t Bahnhose eingefunden hatte, hieß die Herren willkommen i» Lauenburg, in der Wildniß. Er begab sich sodann zu dem

Neueste Nuchrlchten»

WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 25. März. DerReichsanzeiger" schreibt: Der Kaiser hat mittelst Allerhöchsten Erlasses bestimmt, daß am 1. April, als dem Tage, an welchem Fürst BiS­marck, Herzog von Lauenburg, sein 80. Lebensjahr Vollender, die Reichs- und StaatSgebäude beflaggt werden. Der CultuS- minifter ordnete an, daß am 1. April der Unterricht in allen Schulen ausfällt.

Madrid, 25. März. Der Marineminister beschloß, zur Aufsuchung derReina Regente" ein Kriegsschiff, daS das Meer bis Madeira durchforschen soll, auSzusenden, eine Untersuchungscommisston einzujetzen und die ganze Angelegenheit dem obersten Marinerathe zu unterbreiten.

WB. Berlin, 26. März. Der Kaiser ist mit dem Kronprinzen heute Vormittag um 8 Uhr 20 Minuten nach FriedrichSruh abgereist. Die Rückkehr in Berlin wird Abends 7 Uhr erwartet.

Depeschen des BureauHerold'.

Berlin, 26. März. DieNordd. Allg. Ztg." meldet, daß der Kaiser sowohl am Samstag Nachmittag wie am Sonntag Nachmittag im ReichSkanzler-Palais den Vortrag des Reichskanzlers entgegengenommen hat.

Berlin, 25. März. Dem Vernehmen nach soll in der heutigen Sitzung des Staat!Ministeriums der Wortlaut einer dem Fürsten BiSmarck zum 80. Geburtstage seitens deS Staatsministeriums zu überreichenden Adreffe festgestellt worden fein.

Berlin, 25. März. Heute Vormittag begaben sich in drei Extrazügen 418 Abgeordnetenhaus-, Reichstags- und Herrenhaus-Mitglieder zum Fürsten Bismarck nach FriedrichSruh, woselbst fie von dem Grafen Waldersee, den Grafen Herbert und Wilhelm Bismarck, sowie dem Grafen Rantzau empfangen wurden. Bei dem Empfange durch den Fürsten BiSmarck, welcher innerhalb des Schloß« pattes erfolgte, hielt der Präfident des Abgeordnetenhauses, v. Köller, eine Ansprache, welche Fürst BiSmarck erwiderte. DaS Wetter ist hell und klar. Außer Herrn v. Köller hielten noch Ansprachen die Herren Graf Stolberg und v. Levetzow. Letzterer erklärte: Er spreche leider ohne Auftrag deS Reichstags, aber im Namen aller derjenigen Mitglieder deffelben, die sich seit Jahrzehnten unausgesetzt dessen erinnern, was Fürst Bismarck für daS Vaterland ge- than habe. Sein schwacher Mund könne eS nicht bekunden, die Geschichte habe es aber mtt goldenen Lettern verzeichnet. Wie ein Sturmwind durchrauschte ganz Deutschland das Ge­fühl der Dankbarkeit und Ergebenheit für den ersten Reichs­kanzler- Segenswünsche für ihn ertönen brausend überall, wo nationales Bewußtsein vorhanden ist. war unser Recht und unsere Pflicht, auszusprechen,- so schloß Redner, .daß nicht vergessen ist und mcht vergeffen wird, waö Eure Durchlaucht für unS gethan. Gott segne, waS Eure Durchlaucht unter unserem ersten großen Kaiser für Deutschland er­rungen I" Fürst Bismarck dankte in etwa viertelstündiger Rede und brachte ein Hoch auf den Kaiser auS, welches stürmisch ausgenommen wurde. Sodann folgtenj stürmische Ovationen für den Fürsten. Die Empfangsfeierlichkeiten

totales rrrrd prooiniielles*

Sieße», den 26. März 1895.

** Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben durch Allerhöchste Entschließung vom 23. l. M. Allergnädigst geruht, mit Wirkung vom 1. April d. I. an: ben Steuercommiffariatsasfistenten bei bem Stenercommifsariatt Mainz Karl Kritzler zum Steuercommiffar deS Stener-

waren gegen 2 Uhr zu Ende.

des Landtags, der bisherige Reichstagspräsident v. Levetzow, Lauenburg, in der Wildniß. L. -.o .

sowie die Vorstände der Fractionen wurden vom Fürsten Schlosse zurück auf die Terrasse, woselbst er die G^ückwü sch mit einer Einladung zum Frühstück beehrt, während die 1 ............. 20 ®?,nuteM

übrigen Herren nach dem Bahnhofe zurückkehrten. Graf Waldersee reifte um 2 Uhr 30 Min. nach Hamburg zurück.

Berlin, 25. März. AuS FriedrichSruh wird ge­meldet, der Kaiser habe für seinen morgigen Besuch dem j Fürsten Bismarck eine besondereUeberraschung und Aus- | zeichnung zugedacht.

Berlin, 25. März. Die Mittheilung, daß der Groß« | Herzog von Baden der ReichStagSfitzung am SamStag I beigewohnt, beruht auf einem Jrrthum. In der Hofloge I befand sich unter Anderen Prinz Hermann von Sachsen- I Weimar.

Berlin, 25. März. Wie die .Nationalzeitung" ver« I nimmt, werden sich auf Anordnung des Kaisers mehrere I Schwadronen des Magdeburgischen Kürassier« Regi-l mente Nr. 7, dessen Chef Fürst BiSmarck ist, mit dem Obersten unb sämmtlichen Stabsoffizieren nach Fried- I richsru h begeben und auf einem Wiesenplatz in der Nähe I des Schlosses Paradeausstellung nehm-n. Der Kaiser wird I voraussichtlich selbst dem Chef des Regiments die Truppen I Vorführer,. Die Schwadronen treffen schon heute in Fried- I richSruh ein und werden in den umliegenden Dörfern ein- I quartiert. I

Berlin, 25. März. Die Ankunft des Kaisers beim I Fürsten Bismarck erfolgt morgen Mittag 12 Uhr. Die I Abreise von FriedrichSruh erfolgt morgen Abend 6 Uhr. I Wenn das Wetter günstig ist, wird der Kaiser mit dem I Fürsten Bismarck eine Spazierfahrt durch den Sachsenwald I unternehmen. Der Gesundheitszustand des Fürsten Bismarck I ist ein durchaus erfreulicher. Für die Ankunft der Ab« I geordneten hatte heute der Bahnhof in FriedrichSruh ein I Festgewand angelegt. Auch die Empfangshalle war grün I bekränzt und mit den Farben der deutschen Länder geschmückt. I

Berlin, 25. März. Der Abgeordnete Schröder I (fks. Vg ), welcher durch ernste Erkrankung verhindert ge« I wesen ist, der Samstags-Sitzung des Reichstags beizuwohnen, würde, wie er derNationalzeitung" mittheilt, für den An­trag aus Ehrung des Fürsten BiSmarck zu dessen 80. Geburts- tage gestimmt haben. 1

Berlin, 25. März. Graf Matusch ka in Langmeil bei Züllichau erklärt als guter Katholik und deutscher Patriot in einer Zuschrift an verschiedene Blätter, daß der Beschluß des CentrumS, den Fürsten Bismarck zu seinem 80. GeburtS« tage nicht zu beglückwünschen, von Millionen Katholiken als eine unsterbliche Blamage dieser Partei bedauert werde, welche mit den Parteien deS Umsturzes und der ReichSfetnde sich | als identisch erwiesen habe.

Berlin, 25. März. Das Staatsministerium hat heute Nachmittag 2 Uhr eine Sitzung abgehalten.

Berlin, 25. März. Gegenüber anderweitiger Meldung derKreuzzeitung" erklärt dieNordd. Allgem. Ztg.", daß der Antrag Kanitz im StaatSrathe thatsächlich mit einer Majorität von 39 gegen 4 Stimmen abgelehnt worden ist. Ein weiterer Vorschlag, welcher durch Verhandlungen mir den hauptsächlichsten Vertragsstaaten eine Verständigung über Maßnahmen zur Hebung der Getreidepreise auf Grundlage der bestehenden Verträge herbeiführen wollte, wurde mit 27 gegen 16 Stimmen abgelehnt.

Berlin, 25. März. Wie dieNational - Zeitung" zuverlässig erfahren haben will, bestehe innerhalb der Re« gierung jetzt keine Abficht', Neuwahlen herbeizuführen. Wie die Regierung fich sonst zu den jüngsten Vorgängen im Reichstage zu stellen gedenkt, sei noch nicht bekannt.

Berlin, 25. März. Wie verlautet, will das Centrnm bei der Wahl des Reichstagspräsidenten int ersten Wahlgange Herrn v. Levetzow wiederwählen, der die Wahl ' indeß bestimmt ablehnt. Beim zweiten Wahlgang soll Frhr. ! v. Buol gewählt werden- als erster Vicepräsident wird vom Centrum und den Freisinnigen Herr Schmidt-Elberfeld gewählt i werden. Nach einer anderen Version soll Herrn Rickert die - erste Vicepräfidentenstelle angetragen worden sein- doch soll ! er sich hierauf Bedenkzeit erbeten haben.

I Berlin, 25. März. Der Gouverneur von Kamerun, -von Zimmerer, der Anfang März von München hier eintraf, ist kurz nach seiner Ankunft erkrankt uftd noch nicht ganz wiederhergestellt. DerKreuz-Ztg." zufolge sprechen manche Anzeichen dafür, daß er nach Ablauf seines Urlaubs eine andere Verwendung im äußeren ReichSdienste, vielleicht ein erledigtes.Generalconsulat, erhält.

Friedrichkuh, 25. März. Fürst Bismarck, welcher sich zur Begrüßung der Abgeordneten persönlich auf dem

Amtlichem Theil.

Gießen, den 21. März 1895. vetr.: Die Ableistung des Huldigungs- und Verfassungs- eides.

DaS Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Gr. Bürgermeistereien der Amtsgerichts­bezirke Grüuberg und Homberg.

Die Ableistung des Huldigungs- und Verfassungseides der in Ihren Gemeinden neu aufgenommenen Ortsbürger, sowie derjenigen Grobherzoglich Hessischen Untertanen, welche sich ohne OrlSbürger zu werden, verheirathet haben, soll Samstag den 6. April d. I., Vormittags 9 Uhr in dem Rathhause zu Grünberg stattfinden.

Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Per- sonen zu dem Termine vorzuladen und wie geschehen unter Angabe der Namen der Vorgeladenen anzuzeigen ober zu berichten, daß Niemand vorzuladen war.

Halten sich derartige Personen auswärts auf, so wollen Sie deren Aufenthaltsort angeben.

v. Gagern.