Geschichte, an welche sich der Tchlußgesang: „Wun danket Alle ©ott* reihte. DaS Ganze klang in einem dreimaligen Hoch auf unser edleS Fürstenpaar au». Möge der durch Wort und Lied in die Herzen der Kinder eingestreute Samt auf fruchtbaren Boden gefallen sein, dort Wurzel fassen und dereinst in Thaten auSretfen, die zum Segen unseres Fürstenhauses und zum Wohle unseres Hessenlandes gereichen. Daß walte Gott!
• * Die militärische Feier de» Geburtstage» Ihrer Koaigl. Hoheiten wurde heule Morgen 6 Uhr eingelenet durch Tage-« reoeille drr Musik und Sp elleute deS Infanterie Regiments Kaiser Wilhelm. Um >/,8 Uhr fand Choralblasen der RegimentSmufik von der Stadtkirche, um 9'/a Uhr Militär« gotteSdienst, um 11 Uhr Parade auf Oswalds Garten statt. Bon dem üblichen Zapfenstreich am Vorabend wurde deS gestrigen TodtenfesteS wegen abgesehen. Die Kasernen find mit Fahnen und Tannengewinde geschmückt, viele Privathäuser beflaggt. Daö übliche Festessen fand um 7,2 Uhr im Saale des Gesellschaft-Vereins statt. Für die Mann- sedaflen de» Regiment» sind Festlichkeiten in versch ebenen Localen der Stadt vorgesehen.
• • Sine Anzahl von Ordensverleihungen h^ben aus Anlaß des Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des GroßherzogS statt« gefunden. Wir werden einen Auszug aus der Liste der Decorierten noch veröffentlichen, theilen aber heute schon mit, daß fich unter denselben auch Herr GaSwerkdirector Bergen befindet.
* * Segen die Stadtverordneteu Wahl sind während der achttägigen Frist für die Offenlegung des WahlprotocollS Einwendungen nicht erhoben worden. Die Wahl- act-n wurden deshalb an Großh. Kreisamt abgegeben.
* * Kriegerdenkmal. Der Ausschuß für Errlchtung eines K-iegerdenkmals in Gießen wird kommenden Mittwoch A'?end» 8Va Uhr im Saale deö Hotel Einhorn eine all- g meine Versammlung abhalten, in welcher über die seitherige Thätigkeit deS engeren Ausschusses Bericht erstattet wird, sowie über die weiter vorzunehmenden Schritte be« rathen und beschlossen werden soll.
* * Theater-Verein. In Rücksicht auf baß Gastspiel deS Fräulein Bernhard hat der Theater Verein die für den 29. November geplante Vorstellung verschoben. Dafür ist jetzt definitiv der Freitag 5. December bestimmt werden und wird an diesem Tage daS Wiesbadener Refidenz^Tbeater, w-lcheS bereits hier zweimal mit größtem Erfolge gastirte, fp len. Die Directton hat sich bereit erklärt, eine Novität z bringen, wir werden also baß letzte, reizende Lustspiel von Moser, welches erst ganz kürzlich in Berlin seine Erstaufführung erfuhr, zu hören bekommen. Der Titel desselben ist „ Der M ilitärstaut" und soll daS Stück eines der amüsantesten des eben so fruchtbaren als beliebten Autors sein.
* * Concert-Verein. Am nächsten Sonntag findet das zweite Concert statt, und wird dasselbe gleich dem ersten cm Sympbonieconcert sein. Beethovens achte Symphonie wird baß Concert etnleiten und Weberß Oberon-Ouverture dasselbe beschließen, beides Werke von unvergleichlicher Schönheit. Als Solisten sind ausersehen Fräulein Ni ess en aus Dresden, deren Gewinnung wir der liebenswürdigen Vermittlung der Frau M art e Wittich verdanken. F'äuletn Ntessen ist von Geburt Deutschrussin, eine Schülerin beß DreSbener ConservatoriumS unb später ber Frau Kammersängerin Ltlt Lehmann Berlin- in Wien, Dresden, Berlin und London hat fie alß Lieder« unb Oratoriensöngerin bcdeu- tenbe Erfolge erzielt, unb hat man überall ihre prächtige Altstimmi: unb vornehme GesangSwetse lobend anerkannt. Alß Pianist ist Herr Felix Drehschock gewonnen, derselbe ist ein Neffe des berühmten Componisten Alexander Dreh schock unö Sohn der geschätzten GesangSlehrerin unb früheren Concertsängerin Elisabeth D. Er selbst ist ein sehr geschätzter Claviervinuose unb zählt zu den hervor« ragendsten jüngeren Pianisten. Herr Musikdirector Krausse hat auch sür dieses zweite Concert die Direktion gütigst Übernommen.
• • Concert beß Sängerkranzeß. Die musikalischen Darbietungen des Sängerkranzeß haben in den letzten Jahren eine höhe erreicht, die für daß Musikleben in Gießen ent» sch eben von Bedeutung sind unb btefe Bedeutung würde sich noch steigern, wenn sich der geschätzte Verein mehr der Oeffentltchkeit dienstbar machte. Herr Franz Bauer, der Dirigent der Sängerschaar, welcher neben einem auß- gesprochenen Directionßtalent unermüdlichen Fleiß unb immense Zähigkeit besitzt, hat zielbewußt den Verein auß- gebaut und ihn nicht nur an Zahl, sondern vor allen Dingen an GeiangSsähigkett erweitert. Eine volle Bestätigung dieie» UrtheilS fand durch baß Concert am SamStag den 23. November statt. Geschmackvoll gewählt unb vielseitig außge- stattet war daß Programm, die Ausführung desselben eine wohlgelungene. Wir erlaffen unS die Aufzählung und Besprechung jeder einzelnen Nummer, da ja doch bet Darbietungen ei-ieS Vereines der Gesammteindruck das Entscheidende tft, unb dieser hat n cht nur voll unb ganz befriedigt, sondern würde auch jede» tiefere Eingehen recht wohl vertragen. Sehr glücklich war die VereinSleitung in der Wahl ber Solisten, betbc, Sängerin wie Sänger waren unß liebe Bekannte, bie sich hier schon manchen Erfolg ersungen haben. Frau Balser, die bis vor Kurzem als geschätzte Gesangs- lehrerin in Gießen wirkte, besitzt eine schöne, wohlausgebildete Sopran « Stimme, die in ber hohen Mittellage am wohllautendsten ist. Ein mufikalischer, fein durchdachter Vortrag zeichnet bie Künstlerin ganz besonder» au» und kam diese schöne Eigenschaft namentlich in der Wiedergabe beß Solo- partes in Mendelssohns Lo r eley-Finale jur höchsten W rkung; ächt dramatisch zeichnete sie bie sagenumwobene, geheimnisvolle Gestalt ber Leonore. Aber auch im Lieder- vortrag unb in der Wieoergabe der Duette mit ihrem Partner, folgte fie den Intentionen des Componisten in Vlnstlerischer Ausdruckßwetse. Herr Theodor Haubach, ber bie Baßsoli übernommen hatte, ist zwar kein Berufsfänger, seine erst kürzlich sehr ehrenvoll anerkannten Ver
dienste liegen auf einem ganz anderen Gebiete, trotzdem zeigte seine Art und Weise zu singen, daß er durchaus nicht Autodidakt ist, sondern sehr fl ißige Studien bei guten Gesangsmeistern gemacht hat. D'.e Chorleistungen — sowohl im Frauen- al» auch im gemischten, wie im Männerchor waren sehr beachten-werth- mit absoluter Sicher heit und schönster Tonfülle fanden die fleißig vo bereiteten Werke unter sicherer unb temperamentvoller Leitung eine tabellose W edergabe. Da» Orchester hielt sich sehr brav unb half wacker mit, daß Schlußwerk beß Abends, baß „Loreley-Finale", zu einem geradezu sensationellen Erfolg zu g-stalten.
E. Feuerwehr-StiftungSfest. Am Samstag Abend feierten in „Steins saaibau" unsere beiden Freiwill gen Feuerwehren das 40. Stiftungsfest durch emen großen Commers. Demselben wohnten u. A. bei Abordnungen der Feuerwehren zu Lollar, Klein-Linden, Gioßen-L nden, Grünberg, Butzbach, Annerod, sow-e der Gießener Pflichtfeurrwehr, ferner die Vertreter ber Staats- unb Stadtbehörden, sowie des Militärs. Herr Branddirektor Schm an bt, welcher dem Commers präfidirte, hob In seiner Begrüßungsansprache bie große Bedeutung der Feuerwehren für die Stadt Gießen hervor, sowie bie Opferfreudigkeit unb Selbstlosigkeit ihrer Mitglieder- er gedachte beß ©rünberß ber zuerst inß Leben gerufenen Galoschen Feuerwehr, bei Herrn Gg. Ph. Gail, sowie ber Verdienste, bie fich bie folgenden Commandeure derselben, die Herren Louis Köhler, Jacob Reiber, Georg Marx um dieselbe erworben. In einem kurzen Rückblick auf bie Geschichte der Gießener Freiwilligen Feuerwehr, wie fie aus ber ehemals städtischen Feuerwehr hervor- gegangen, hob er daS Wirken der Führer Heinrich Ferber, Christoph Rübsamen, Fr. Chr. Pietsch, Ottmar Weidig, sowie ber an der späteren Reorganisation betheiligt gewesenen Herren LouiS Petri II., Redacteur Scheyba usw. hervor. Her Branbbirector Schmandt gab angesichts beß bisherigen erfolgreichen Zusammenwirken- der Feuerwehren der Hoffnung Ausdruck, daß dies immer so bleiben möge und schloß mit einem dreifachen „Gut Wehr^ auf die Gießener Feuerwehren. — Herr Prov'nzialdirector Frhr. v. Gagern feierte hierauf die Gießener Feuerwehren als Geschwister und Zwillinge, alß Kinder der Stadt Gießen, bei deren Geburt die Bürgertugenden zu Gevatter gestanden. Er rühmte beß Weiteren bie Treue ber Feuerwehren für das angestammte Fürstenhaus, hinweisenb auf ben Empfang unseres Groß- herzogSpaareß gelegentlich beffen Besuch im September b. I., wo bie Feuerwehr mit alß Ehrenwache gestanben. Unser Großherzog bringe ber Feuerwehr stets hoheß Jntereffe entgegen, wie allem, waß ber Wohlfahrt beß Laubes unb feiner Bürger biene. Von unferm Großherzog wenbe fich ber Blick auf unseren Kaiser, besten Thatkraft wir verdankten die Wohlfahrt und Machtstellung Deutschland» nach innen unb außen unb beffen Bestreben eß sei, bie Segnungen beß FriebenS allen Culturvölkern zu erhalten. Herr Provinzial- btrector Frhr. v. Gagern brachte hierauf ein Hoch aus auf Se. Königl. Hoheit unfern Großherzog unb Se. Majestät unfern Kaiser- unter dem Gesang der Nationalhymne erhob sich ber Vorhang unb auf der Bühne erschienen in prachtvoller Beleuchtung inmitten einer schönen Pflanzengruppe bie Büsten beß Kaiserß unb beß Großherzogß. — Herr Oberbürgermeister Gnauth gab hierauf alß Vertreter der Stadt Gießen deren herzlichsten Glückwünschen zum gemeinsamen Begehen des Stiftungsfeste» Außdruck. Die Zweitheilung der Gießener Feuerwehr fei kein Schaben für bie Stadt gewesen, denn sic habe verdoppelt den Wetteifer aller Angehörigen der Feuerwehr, Dank auch der Hingebung ber leitenben Persönlichkeiten- eß habe fich ein schöne» Verhältniß zwischen beiden Wehren heraußgebildet und auch Feste befestigten baß Bund, welche» alle verknüpfe. Alß Vertreter ber Stabt liege ihm aber auch bie Pflicht ob, ber Feuerwehr für ihre bißherige aufopferung-frohe Thätigkeit zum Wohle ber Stabt zu banken, für baß reiche Maß von Hingebung zum Schutze von Leben unb Eigemhum ber Mitbürger. Die Thätigkeit ber Feuerwehr werde allenthalben bankend anerkannt, in Gießen habe diese Anerkennung Außdruck gefunden durch bie Betheiligung aller Kreise am vorjährigen Verdandßfeste, alle Kreise hätten gewetteifert zu Ehren der Kameraden. Er gebe den Glückwünschen ber Stad: unb bem Danke der- selben Außdruck, indem er die Anwesenden bitte, mit ihm einzustimmen in ein Hoch auf die freiwilligen Feuerwehren Gießen». — Herr M. Lo o ß, Kreiß - Feuerwehr - Inspektor und Hauptmann der Freiw. Gail'schen Feuerwehr, wie» in feiner Ansprache auf die Beweggründe hin, welche vor 40 Jahren eine Anzahl Bürger zur Errichtung einer Feuerwehr veranlaßt. Die Feuerwehr werde fich in ben Zielen, die sich die Gründer gestellt, zu vervollkommnen suchen, in strenger Pflichterfüllung und eifriger Arbeit zur Rettung von Leben unb Eigenthum der Mitbürger glaube fie da» Gebot zu erfüllen: „Du sollst Deinen Nächsten lieben wie dich selbst." Die Feuerwehr habe ihr Z el nicht auß ben Äugen verloren, sie werde auch in Zukunft streben, ihren Mitbürgern sich h Isrrich zu erweisen. Von 36 Bürgern, die einem Ausruf beß Herrn Gg. PH. Gail im Jahre 1855 zur G Ündung einer Feuerwehr folgten, lebten noch 7, davon feien noch 3 Mitglieder beß Corps. Für die Sympathie, die dem Corpß baß Hau» Gail in so reichem Maaße zuwende, wie für die bem Corp» von der Stadt unb Bürgerschaft gewordene Anerkennung sei baß Corpß dankbar, eß verspreche, zu jeder Zeit seine Schuldigkeit zu thun - daß bie Feuerwehr bisher ihre Schuldigkeit gethan, dürfte fie nach den anerkennenden Worten au» dem Munde der Vertreter der Behörden an- nehmen- er danke namenß de» Corps für die e Anerkennung- die Feuerwehr freue sich über baß allgemeine Interesse. welche da» Feuerlöschwesen allgemein gtfunben. Dem Dante für da» bisher dew eiene Wohlwollen wolle er Au-druck geben durch ein Hoch auf die Vertreter der Behörden. — Herr L. Gail, Hauptmann der Gießener Freiw. Feuerwehr, drückte ebenfalls seine Befriedigung über die Vergangenheit der Feuerwehren auß, sowie über die Für
sorge ber Stadtbehörde durch Au'chaffu g neuer und Verbesserung vorhandener Geräthe, infolge dessen die Feuerwehr ste:» bereit und in der Lage sei, 8<b<n und Eigenthum ter Mitbürger zu schützen. Er getagte weiter der noch Itbtnben G ünber der Gießener Freiw. Feuerwehr, ihnen wünschend, daß fie auch da» 50sährige Stistungssest mufeiern möchten. Im Auftrage des Corpß tbeile er mit, daß dasselbe den früheren langjährigen H uptmann, Herrn Sta "wer ordnete« Louiß Petri II., zum öbrenmitgltebc ernannt habe, er überreiche ihm hiermit daß Diplom. An die Siadtvertreter unb an die Einwohnerschaft richte er die Bitte, der Feuerwehr auch ferner ihr Wohlwollen angedeihen zu lassen, die A. wesenden aber ersuche er, zu Ehren bt» Herrn Oberbürgermeister» unb ber Herren Stadtvertreter einen Salamander steigen zu lassen. — Herr Petri sprach hierauf seinen Dank für die ihm durch Ernennung zum Ehrenmitglied erwiesene Ehre au»- da» frühere Interesse verbinde ihn auch ferner mit dem Corp», er leere sein Glaß auf baß fernere Gedei' en der Feuerwehr. — Unter Leitung be» zweiien Hauptmann'' der Gießener Freiw. Feuerwehr, Herrn F. Wigand, wurden hierauf von Steigern beider Corpß einige sehr beifällig aufgenommene Leiterpyramiden gestellt — Herr Dr. Heuser sprach im Namen ber Gäste, besonder» der Pflichifeuerwehr, seinen Dank für die Einladung au» - fein Hoch galt den Gießener Feuerwehren. — Herr Lehrer Backes überbrachte die Glückwünsche beß Männer Turnverein», hob die Derwanbtschaft zwischen Feuerwehr und Turnern hervor' unb brachte ein dreisacheß „Gut Heil" auf dir Feuerwehren au». — Herr L. Petri II. toastete auf die Vorstände bet Feuerwehren, inßbefonbere den Herrn Branbdirector unb btt Hauptleute. — Herr Director Bergen dankte im Namen der ber Feuerwehr nicht angehörenden Gäste für den genußreichen Abend, drückte den Wunsch auf fernere Einigkeit der beiden Feuerwehren auß, feierte im Ferneren da» Zusammenwirken von Feuerwehr unb Wasserwerk unb schloß mit einem Hoch auf ben Stabtvorftanb alß biejenige Behörde, die baß Wasserwerk geschaffen. — Herr Gg. Kreiling überbrachte die Glückwünsche ber Feuerwehr zu Heuchelheim unb trank auf baß Wohl der Gießener Feuerwehren. — Herr Kalbfl ei sch - Butzbach dankte Namenß der Butzbacher Kameraden für die Einladung und betonte besonder» die von der Provinztalhauptstadt Gießen in die Provinz übergehende Anregung zur Gründung gemeinnütziger Werke, so audi der Feuerwehren, Gießen habe immer vorangeleuchtet in Förderung idealer Bestrebungen - sein Hoch galt der Stadt Gießen. — Herr Branddirektor Schmandt dankte für das auf bie Vorstände unb Hauptleute der Feuerwehren unb ihm von Herrn Petri bargebrachte Hoch unb brachte ein solches auf die Gründer unb Reorganisatoren ber Gießener Freiw. Feuerwehr auß. — Begrüßungs-Telegramme und -Schreiben gingen ein von den Feuerwehren zu Friedberg, Nidda, Lang-GönS, sowie von Herrn JustuS Bärrn, Frankfurt a. M.
* * SiSverei». Wir wollen nicht versäumen, unsere Leser nochmals daraus aufmerksam zu machen, daß heute Dienstag ben 26. dS. M. der Termin zur Abholung der bei Herrn Friseur Gerhard, Lindenplatz, d poniiten Mitgliedskarten abläuft. Die Namen der nicht abgeholten Karten werden alsdann auß der Mitgliederliste gestrichen unb müssen die Betreffenden bei Wiedereintritt in den Verein nochmal» Eintrittsgeld bezahlen.
Vom Schwurgericht. In der zweiten Session ber diesjährigen SchwurgertchtStagungen stand die Verhandlung gegen Jacob Filz von Affenheim wegen Brandstiftung zur Verhandlung. Die Vertheidigung führte damals Herr Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch. — Die Sache wurde jedoch nach Vernehmung einiger von der Vertheidigung geladene« Zeugen au-gesetzt, weil die Vertheidigung begründete Zweifel an die Zurechnungsfähigkeit beß Angeklagten zu haben meinte. Filz wurde der Irrenanstalt zur Beobachtung feines Geisteszustandes Überwiesen. Daß Gutachten ber Aerzte muß aber die Zweifel über ben Geisteszustand deß Angeklagten behoben haben, denn Filz befindet fich seit einiger Zeit wieder in Untersuchungshaft und kommt diese Sache nunmehr vor den Geschworenen zum Außtrag. — Ebenso wird fich Heinrich Glück von vtlbel wegen versuchten Tobtschlageß vor den bießmahgen Geschworenen zu verantworten haben.
• * Ein Kellerdieb. Am vorigen Sawßiag Abend gegen 10 Uhr wollte daß Dienstmädchen einer Herrschaft am Neuenweg im Keller Kohlen holen, und ertappte hierbei im Vorkeller einen 16 jährigen Burschen, der sechs Flaschen Wein gestohlen batte, und diese in einem Sack fort chleppen wollte. DaS Mädchen hielt ben Dieb fest, biß ein Schutz' mann kam unb ihn verhaftete. In seinem Besitze fanden sich D etriche unb eine Dtebßlaterne, sodaß anzunehmen tft, baß ber Bursche schon mehr die» Hanbwerk getrieben hat.
n. Aus dem Kreise Friedberg, 23. November. Heute Morgen lag der Schnee bei unß 2, an mae chen Orten 4 Zentimeter hoch. Gleichzeitig hat fich Frost eingestellt, sodaß eß nicht unmöglich ist, daß der Schnee längere Z tt liegen bleibt.
n. Nieder Wollstadt, 23. November. Gestern Morgen wurden hier von bem Frühzug der Main-Weserbahn zwei werthvolle Fohlen überfahren. Diese waren aus bem nicht verschlossenen Hof fortgelauftn und wahrscheinlich durch die Lichter beß Zuge» angezogen, auf den Bahndamm gekommen, wo fie vom Zuge erfaßt wurden. Die Foh en haben auf ber letzten Ausstellung einen ersten unb einen zweiten Preis erhalten.
Darmstadt, 23. November. Die Stadtverordneten ge nehmigten den Bau und Betrieb einer elektrischen Straßenbahn mit Oberirdischer Leitung durch die 6taM selbst.
Universität» • Nachrichten.
Berlin, 23. .November. Weiblichen Hospitanten de« gegnet men, so schreibt man bet ,Nordd. Lüg. Ztg." in diesen^


