und Mützen und riefen begeistert: „Es lebe der König, es lebe die Königin!* Während des BorbeizugeS kamen noch eine große Schaar von Garibaldianern unter Führung deS Deputaten Oberst Tina an. Um 1 Uhr, als der Vorbei- v-arfch unter dem rauschenden Beifall einer ungeheuren Menschenmenge zu Ende gegangen war, stellten sich die Veteranen außerhalb der ESplanade Macao auf, um den König und die Königin nochmals auf der Rückfahrt zum Quirinal begrüßen zu können. DaS KönigSpaar und auch CriSpi waren auf der ganzen Fahrt Gegenstand großer Huldigungen.
Petersburg. 23. September. In Poltawa findet heute die Enthüllung des Denkmals zum Andenken an den Sieg PeterS des Großen über die Schweden statt.
Depeschen de» Bureau .Herold*.
Berlin, 23. September. Die Kaiserin wird heute Abend gegen 10 Uhr nach Grünholz in der Provinz Schleswig-Holstein zum Besuche ihrer Schwester abreisen.
Berlin. 23. September. Die „Nordd. Allgem. Ztg." streikt: Nach einer durch verschiedene Blätter gegangenen Nachricht soll der Präsident der Reichsbank, Wirkl. Geheime Rath Dr. Koch, mit einem amerikanischen Zeitungsreporter emeUnterhaltung über die Währungsfrage gehabt haben. Abgesehen davon, daß die Aeußerungen der AuSgesragten bei solchen Gelegenheiten gewöhnlich ungenau wiedergegeben und nach Inhalt und Form tendenziös zugeschnitten werden, find jedoch die Angaben mit um so größerer Vorsicht aufzunehmen, a i Präsident Dr. Koch sich seit länger als einem Monat auf e>ner Urlaubsreise in der Schweiz befindet und aus diesen Angaben nicht erhellt, wann und wo Dr. Koch die ihm in den Mund gelegte Aeußerung gethan haben soll.
Berlin. 23. September. Wie daS „Tageblatt" erfährt, sollen in Rußland in aller kürzester Zeit wichtige Minister-Veränderungen stattfinden.
Berlin. 23. September. DaS v. Hammerftetn'sche Grundstück, Zimmerstraße 92/93, wurde bei der heutigen Zwangsversteigerung für 603100 IRarf loSgeschlagen.
Berlin, 23. September. Eine gestern in Rixdorf abgehaltene socialistische Parteiversammlung hat beschloflen: 1. zum Diätenantrage die wohlhabenden Abgeordneten aufzufordern, auf Diäten zu verzichten, 2. die Fraction zu beauftragen, den Achtstundentag und die Maifeier durch ein Gesetz festzulegen und 3. den Abgeordneten den Auftrag zu ertheilen, alljährlich im Reichstage gegen den Etat zu stimmen.
Berlin. 23. September. Zu der Verhaftung des französischen Ehepaares in Köln wird der „VolkSztg." geschrieben, daß eS sich um eine weit verzweigte französische Spionage handelt, die sich besonders auf die Construction und Fabrikation von Geschützen erstreckte. Auch hätten bereits in dieser Angelegenheit in Magdeburg, Braunschweig und Esten weitere Verhaftungen stattgefunden.
Kiel, 23. September. Der Ingenieur Ehrhorn von der Germania-Werft wurde verhaftet, weil er verdächtig ist, den Brücken-Tinsturz, bei welchem 14 Arbeiter umS Leben kamen, verschuldet zu haben. Er wollte sich einen Paß für daS Ausland beschaffen, worauf die Staatsanwaltschaft den Haftbefehl erließ.
Greifswald, 23. September. Die philosophische Facultät der hiesigen Universität hat beschloffen, Lehrerinnen, welche die Oberlehrerinnen-Prüfung machen wollen, zu den Vorlesungen zuzulasfen.
Posen, 23. September. In der Kaserne des zweiten Bataillons des 50. Infanterie-Regiments zu Rawitsch ist gestern Feuer auSgebrochen, welches großen Schaden anrichtete. Zahlreiche MontirungSstücke sind verbrannt. Die auf dem Kasernenhose lagernden Platzpatronen kamen nach und nach zur Explosion.
München, 23. September. Der Parteitag der deutschen VolkSpartei hat gestern, nachdem das neue Programm festgestellt war, seine Berathungen beendet. Als Vorort wurde wieder Stuttgart, als Ort für den nächstjährigen Parteitag Ulm gewählt.
Rom, 23. September. Als nach der gestrigen Enthüllung deö EavourdenkmalS daS Königspaar zum Quirinal zurückfahren wollte, sprang ein Offizier auf daS Trittbrett des Wagens, schwenkte seinen Hut und rief der Königin zu: „Majestät, als erste Frau Italiens beschwöre ich Sie, die Vivtsection abzuschaffen." Der König erwiderte: „Respectiren Sie Ihre Uniform." Der Offizier schrie noch mehrmals auf und fiel dann von Convulsion befallen zu Boden. Die Garde tranSportirte ihn zum Spital. Der Offizier heißt Chiavra, ist Mitglied des Thierschutzvereins und scheint plötzlich irrsinnig geworden zu sein.
Venedig, 23. September. „Gazzetta di Venezia" meldet, daß im Oclober in Monza eine Zusammenkunft deS deutschen Kaisers mit König Humbert stattfinden wird. Dieser Zusammenkunst werde auch Fürst Hohenlohe, CriSpi und Minister Blanc beiwohnen.
Pari», 23. September. Infolge der Bemühungen des Afrikareisenden Iebani hat die französische Regierung eine (Solenne, bestehend auS 800 See-Soldaten, einer EScadron SpahiS, einer Batterie Feldartillerie, 40 Kanonen und 80 Mauleseln nach Timbuktu gesandt. Diese Eolonne soll die von den TuaregS gefangen gehaltenen Mitglieder der Mission FlatterS aufsuchen und befreien.
London, 23. September. „Daily NewS" meldet aus Wien: Zwischen Hanotaux und Lobanow sei vereinbart worden, daß Präsident Faure mit einem französischen Geschwader von Brest nach Kopenhagen, Kronstadt und PeterS- bürg fahren solle. In Petersburg und Moskau solle er in den kaiserlichen Palästen absteigen und bei seiner Rückkehr die Höfe von Schweden und Dänemark besuchen.
Petersburg,23. September. Präsident Faure wird bei seinem Besuch in Moskau in einem kaiserlichen Palais absteigen und auf der Rückreise auch Schweden und Dänemark besuchen. _____________
Der Krieg von 1870[71,
geschildert durch Ausschnitte au8 Zeitung» - Nummern jener Zett.
(Nachdruck verboten.)
25. September.
Nach Part- kommt keine andere Post mehr als die Luftpost. Luftballons fliegen ein und aus. Im Lager der Deutschen werden viele derselben, angefüllt mit LiebeS- und anderen Briefen, aufgefangen und d.enen zur Unterhaltung.
ES war in Meanx, wo sich Graf Bismarck, ermüdet von den Strapatzen des TageS, spät in der Nacht zu Bette legen wollte. Er war mit einem Lichte in daS Schlafgemach gegangen, als er Unruhe bemerkte. Ec schlug daö Deckbett zurück und fand ein in grobe Leinen gehülltes Kind im Bette, dabei einen Zettel, worauf stand: „Mein Mann fiel bei Sedan, ich habe kein Brod und die Verzweiflung treibt mich, mein einziges Kind von mir zu geben." Das Kind wurde auf den Namen Vincent getauft. Die Mutter fand man erhängt. Der Graf hat daS Kind nach Berlin bringen laffen, um eS da aufzuziehen.
Marschall Bazaine in Metz läßt zur Unterhaltung in müßigen Stunden Luftballons aufsteigen, in welchen schöne Briefchen liegen und in diesen erzählen die Absender, daß sie mit dem Ueberfluß von Mundoorrath nicht wüßten wohin, ja, einer dieser Spaßvögel schreibt sogar, er werde durch das gute Leben in der Festung geradezu dick. Meinen denn die Franzosen wirklich, daß in Denschland ein vernünftiger Mensch solchen Märchen Glauben schenkt?
FerriäreS, 25. September. Außer unbedeutenden Patrouillengefechten vor Paris nichts Neues, v. Podbielski.
Die Verhandlung zwischen dem Grafen Bismarck und JuleS Favre hat stattgefunden, aber, wie eS scheint, auf den französischen Unterhändler einen niederschlagenden Eindruck gemacht. Die augenblickliche Regierung zu TourS hat eine Proclamation vom 23. September erlaffen, in welcher es heißt: „JuleS Favre wollte BiSmarck sehen, um die Absichten deS Feindes kennen zu lernen, wir wiffen nun, was Preußen beabsichtigt. ES will den Krieg fortsetzen und Frankreich zu einer Macht zweiten Ranges herabdrücken. Elsaß und Lothringen bis Metz begehrt Preußen kraft des Eroberungsrechtes für die Gewährung eines Waffenstillstandes; ebenso fordert Preußen die Uebergabe von Straßburg, Toni und des Forts Mont Valerien. Paris wird sich eher unter seinen Mauern begraben laffen. Solchen Forderungen kann nur durch Fortsetzung des Kampfe- geantwortet werden. Frankreich nimmt den Kampf auf, eS rechnet auf seine Kinder!"
Gieße», den 24. September 1895.
* • Ernennung. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 20. September den Ober- consistorialaffeffor Ludwig Nebel zu Darmstadt zum Ober- consistorialrath, mit Wirkung vom 1. October l. I. ab, zu ernennen.
Errichtung der Eultnrinspeetioueu. Die vor Kurzem angeordnete Eintheilung deS GroßherzogthnmS in vier Culturinspe cttonen tritt nach einer neuergangenen Bestimmung deS Ministeriums am 15. October l. I. in Wirksamkeit.
* * Die officielle Ziehungsliste der Landwirthschaftlichen Ausstellungslotterie liegt, wie am Schluffe dieses Blattes bemerkt, der heutigen Nummer bei. Die officielle Prä- mttrungSltste wird der nächsten Nummer beigelegt.
Eine Nachfeier des landwirthschaftlichen Festes soll, wie wir vernehmen, am nächsten Sonntag in der Festhalle stattfinden.
* • Ueberfahren. Der 52jährige Bahnarbeiter Johs. Kaul auS Lollar wurde gestern Nachmittag auf der Strecke kurz vor der Station Lollar von dem um 1 Uhr hier ein- treffenden Güterzug überfahren und erlitt so schwere Verletzungen, daß er kurz darauf in der hiesigen Klinik, wohin er gebracht worden war, verstarb.
* ♦ Gestohlen. Einern Bäckerburschen wurde heute Morgen aus seiner Schlafstube sein Geld und eine Taschenuhr gestohlen.
Für Recruteu. Die demnächst zu ihren Truppen- theilen abgehenden Recruten machen wir jetzt darauf aufmerksam, daß sie, soweit sie der JnvaliditätS- und Altersversicherung unterliegen, bei der in Betracht kommenden Verwaltung ihre Quittungskarte abzuholen haben. Diese ist dann beim Wiederantritt in eine versicherungspflichtige Beschäftigung an den Arbeitgeber abzugeben und in jeder Beziehung sorgfältig aufzubewahren. Wer dies unterläßt, hat sich daraus refultireude Nachtheile jeglicher Art selbst zuzuschreiben.
n. Vilbel, 22. September. Eine Anzahl hiesiger Herren unternahm einen Ausflug nach Bergen. Auf dem Heimweg kam ihnen am Schöllberg ein Frankfurter Radfahrer entgegengerast, der aber bei der herrschenden Dunkelheit und einer vorhandenen Straßenbiegung erst wahrgenommen werden konnte, als er kurz vor ihnen war. Einer der Ausflügler, der nicht rasch genug zur Seite springen konnte, wurde Über- fahren, und mußte nach Hause getragen werden, wo er sehr krank darniederliegt.
n. Masseuheim bei Vilbel, 22. September. Vorgestern wurde beim AuSgraben einer Dickwurzgrube am früheren Weg von hier nach dem benachbarten Harchheim ein Milchtopf mit altem Geld aufgefunden. Die Münzen, welche sehr gut erhalten sind, haben ein Gesammtgewichr von 2Vt Pfund und stammen auS der Zeit von 1600 bis 1720. ES find ausschließlich Silbermünzen von der Größe de» Einmarkstückes bis herunter zu ter deS SilberzwanzigerS. Die Wappen der Münzen find sehr verschieden. Manche haben große Sehnlichkeit mit dem hessischen Wappen. Sie
e.
unterscheiden sich von diesem hauptsächlich durch einen da Wappen umschlingenden Blätterkranz. Wir haben eS hier nach der angegebenen Prägezeit der Münzen höchst wahrscheinlich wieder mit einem Schatze zu thun, der vor den räuberischen Schaaren, von denen unsere Gegend während deS siebenjährigen Krieges und der CoalitionSkriege so sehr zu leiden hatte, in Sicherheit gebracht werden sollte und durch den eingetretenen Tod deS EigenthümerS nach dem Kriege nicht wieder gehoben werden konnte.
△ Ober Ohme«, 23. September. Gestern Nachmittag fand bei herrlichstem Wetter die Einweihung unserer beiden neu erbauten Schulsäle statt. Als Vertreter Großh. Kreisschulcommission Alsfeld waren erschienen Herr KreiSamtmann Rach und Herr Krei»schulinspector Müller. Eine große Zahl von Gästen beteiligte sich an der Em- weihungSseierlichkeit. Um 2 Uhr stellte sich der Festzug im Pfarrhofe auf und zog unter Dorantritt einer Musikcapelle zu den alten Schulsälen. Nach dem Gesang der Schuljugend und dem, „unfern AuSgang segne Gott" von der Festversammlung nahm Herr Lehrer Eimer in herzlichen Worten Abschied von den alten Schulsalen, den Wegzug dem Wan- derer vergleichend, der angekommen am Ziele seiner Wanderung rückwärts schaut auf den zurückgelegten Weg und die gastliche Herberge. Hiernach durchzog der Festzug die OrtS- straßen und begab sich zu den neuen Schulsälen, deren prächtiger Bau in wirklich geschmackvollem Festgewand prangte. Nach dem Festgesang der Schüler hielt Herr Pfarrer Jung von Ober-Ohmen die Weihrede. Hiernach überreichte Herr KceiStechniker Braun, der Baumeister der Schulsäle, den Schlüssel Herrn KreiSamtmann Rach, der als Vertreter der Behörde daS Thor aufschloß. Herzliche Worte der Ermahnung richtete Herr KceiSschulinspector Müller an die Schuljugend, sie ausfordernd, durch Fleiß und Gehorsam ihren Dank zu bezeugen für die ihr gebrachten Opfer zur Werkstätte der Erziehung und deS Unterrichts. Eine warme Ansprache deS Herrn Lehrers Schwarz schloß die Feier der Einweihung. DaS neue Schulsaalgebäude ist ein Werk, daS den Meister lobt. Aeußerlich eine Zierde de- Dorfe-, entspricht eS tm Innern in seinen großen, geräumigen, hellen Schulsälen, seinen Vorplätzen und Treppenstiegen allen heutigen Anforderungen in schulhhgienischer Beziehung. DaS Fest der Schulsaaleinweihung nahm seine Fortsetzung in Tanz und Ball zweier hiesigen Festwirthschaften, die stark besucht waren.
Darmstadl, 23. September. AuS dem Arbeitshaus Dieburg wurden im Monat August 31 Personen entlassen , die meiftentheilS als unverbefferliche Landstreicher und Bettler eine längere Nachhaft verbüßt haben. Eine Person war 630 Tage in fraglicher Anstalt untergebracht.
Darmst. Ztg.
Mainz, 22. September. Der Arnachistentopf ober „Ruhe ist die erste Bürgerpflicht", unter dieser Spitzmaike berichtet das hiesige „Tagblatt" folgendes Geschichtchen. In einem Hause in der Nähe deS Theaters begab sich dieser Tage der Bureau-Chef von einem Zimmer im Parterre in ein Nebenzimmer. Als er nach Verlauf von wenigen Minuten wieder in das erste Zimmer zurückkehrte, stand auf dessen Fußboden ein großer, geheimnißvoll mit einem Teller zugedeckter Topf. Der Herr Chef sah erstaunt den Topf,, und eS tauchte in seiner Seele jäh die Erinnerung auf an die Attentate auf Rothschild u. s. w. Er wagte nicht, den Topf zu berühren, einige beherzte Leute trugen ihn vorsichtig auf den Hof, wo an den Teller ein Kordel befestigt wurde, die der Herr Chef vom zweiten Stocke aus leitete. DaS Personal brachte sich in Sicherheit, um überall auS verborgenen Ecken mit schlotternden Knieen die Katastrophe zu erwarten. Der Herr Chef verrichtete noch ein kurzes Stoßgebet, ehe er die Schnur anzog, an deren anderem Ende der Deckelteller befestigt war, bann — noch einmal tief Äthern geholt, bic Augen zu , ein Ruck! ber Teller ist fort. Gott, bewahr daS Hau«! — Doch eS erfolgte nichts, kein Knall, kein Rauch. DaS Personal, ber Herr Chef, Alle» nähert sich, von der Harmlosigkeit befl TopseS vollständig Überzeugt, dem Unglücksgeschirr. Da erdröhnt eine furchtbare Salve, — nämlich Lachsalve, denn an» dem Topfe grinset» — Handkäse! Der Herr Chef hat seinem Personal, aut leicht begreiflichen Gründen, Stillschweigen auserlegt. Wie man sieht, hat daS Personal Discretion vollständig bewahrt.
Vermischtes.
♦ 6t Johann, 23. September. Ein Brand zerstörte vollständig das Fördermaschinengebäude nebst dem Mittelbau zu der Grube „Camphausen". Die Kohlensörderung ist für einige Wochen eingestellt. Die arbeitslos gewordenen Berg- leute werden, soweit es möglich, bei anderen Gruben beschäftigt werden. Der Schaden ist sehr beträchtlich.
♦ Um verwerfliche Ausbeutung zweier armer Soldaten handelte eS sich in einem Prccesse, welcher vor der eierten Strafkammer am Landgericht I zu Berlin stattfand. Die Kaserneuwärter Paul Jacob und Johann Borgmann hatten sich wegen schwerer Urkundenfälschung unb Betrüge» zu verantworten. Die Angeklagten waren in der Kaserne des 2. Garde - Dragoner - Regiment» angestellt. Im Sommer 1892, während der Manöverzeit, erhielt der Kasernen-Jnipector Colett den Auftrag, die Roßhaarmatratzen auspolstern und ta» dazu nöthige Zupfen der Roßhaare besorgen zu laffen. Colett beauftragte die beiden Angeklagten mit dieser Arbeit. Zur Bedienung der Zupfmaschine waren drei Mann eriorderltch, die sonst au» dem Civilstande genommen und mit 25 Pfennig pro Stunde bezahlt wurden. Diesmal gestattete Colett aber den beiden Wärtern, Soldaten zur Bedienung der Zupfmafchine zu verwenden. Die Wärter wandten sich an ihnen bekannte Unteroffiziere, welche ihnen die beiden Dragoner Witucky und Regler zur Verfügung stellten. Diese hatten von Morgens 5 bi» 8 Uhr Stalldienft zu thun und bann unter Aussetzung von zwei Mittagstnnden bi» Abend» 6 Uhr die schwere Zupfmaschine zu drehen.


