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24.4.1895 Erstes Blatt
 
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Eduard Meyer über die wirthschaftliche Entwickelung des AlrerthumS, in dem Redner zu dem Schluffe kommt, daß diese genau so verlausen sei, wie die des Mittelalters und der Neuzeit: Naturalwirthschaft, Geldwirthlchaft, Bankerott. Als letzter Punkt werden organisatorische Fragen behandelt und die versammelten Historiker constituiren sich als Ver- band deutscher Historiker. Um 1 Uhr schließt der Vorsitzende die Versammlung mit dem Wunsche auf frohes Wiedersehen beim vierten deutschen Historikertage.

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Gießen, den 23. April 1865.

Die Einführung des Herrn Dr. Stoeriko als Director der höheren und erweiterten Mädchen­schule fand heute Vormittag 10 Uhr in der Turnhalle ge­nannter Anstalt in feierlicher Weise statt. Dem Acte wohnten bei als Vertreter der Provinz und des Streifes Herr Provinzialdirector Frhr. v. Sagern, als Vertreter deS Großh. Ministeriums deS Innern und der Justiz Herr Geh. Oberschulrath Soldan, als Vertreter deS Kuratorium- und der Stadt Herr Oberbürgermeister Gnauth, ferner der Vorsitzende der Kreisschulcommission, Herr Schulrath Büchner, eine Anzahl Stadtverordnete, die Mitglieder deS Kuratoriums, die Geistlichkeit aller Konfessionen, die Lehrer und Lehrerinnen der Anstalt und die Schülerinnen der oberen Klaffen. Nach dem von den Schülerinnen unter Leitung des Herrn Lehrer Geller vorgetragenen GesangbuchliedeDu sollst in allen Sachen mit Gott den Anfang machen" ergriff Herr Geheim­rath Soldan das Wort, um zunächst das Allerhöchste Decret, betr. die Ernennung deS Herrn Dr. Stoeriko, zu verlesen - im Namen des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz wies er hierauf Herrn Dr. Stoeriko in sein Amt ein, bemerkend, es geschehe dies heute unter ähnlichen Verhält- niffen wie s. Z. bet Einführung deS Herrn Dr. Landmann, auch damals fei ein junger Mann gewählt worden, aber er sei ein Mann gewesen, von dem man die Ueberzeugung haben konnte, daß er ein tüchtiger Leiter der Anstalt werden würde, in der Pflege der Kenntniffe wie der Gottessurcht und Vater­landsliebe. ES habe sich nach nur wenigen Jahren das Großh. Ministerium veranlaßt gesehen, ihn von seinem Posten und an eine andere Anstalt in Darmstadt zu rufen; die Nothwendigkeit einer Neuwahl fei damit an Kuratorium und Stadtvertretung herangetreten, sie sei auf Herrn Dr. Stoeriko gefallen. Er spreche die Ueberzeugung aus, daß Herr Dr. Stoeriko leisten werde, was Herr Dr. Landmann geleistet, als guter Director, tüchtiger Lehrer, liebenswürdiger Dor- gesetzter der Lehrerschaft und väterlicher Freund der Jugend. Er wende sich mit dem Hinweis auf daS bestandene gute Verhältniß zwischen Herrn Dr. Landmann und den Lehrern und Lehrerinnen an diese, und gebe der Hoffnung Ausdruck, daß eS auch unter dem neuen Director so bleiben werde; nur ein Ziel sollten Director wie Lehrerschaft im Auge be­halten : daS Wohl der Schule. Auch an die Schülerinnen wendete sich Herr Geheimrath Soldan, hoffend, daß sie ihrem neuen Director entgegenkommen werden, Tüchtiges zu leisten suchen und ihn als Führer und väterlichen Freund betrachten würden. In den hierauf an das Kuratorium der Schule, insbesondere an Herrn Oberbürgermeister Gnauth gerichteten Worten gab Herr Geheimrath Soldan der Hoffnung Ausdruck, daß das durch die Wahl deS Herrn Director Dr. Stoeriko aufs Neue bekundete Einverständniß zwischen Großh. Ministerium und Stadt auch ferner bestehen bleibe zum Heil und Segen der Anstalt. Herr Oberbürgermeister Gnauth hieß hierauf im Namen des Kuratoriums und der Stadtverordneten'Versammlung Herrn Dr. Stoeriko als neuen Leiterder Anstalt willkommen; er nehme an dieser Stelle nochmals Gelegenheit, Ausdruck zu geben dem Gefühl der Anerkennung und des Dankes für die Leistungen des seitherigen Leiters der Anstalt, Dr. Landmann. Derselbe habe in den vier Jahren seines Wirkens das in ihn gesetzte Vertrauen in hohem Maße gerechtfertigt, die Schule auf eine hohe Stufe gehoben, die Hochachtung der Mitarbeiter und Schülerinnen sich erworben; Herr Dr. Landmann habe Gießen, sein Gießen, nicht leichten Herzens verlassen, ihm sei der Fortgang schwer geworden. Nun gelte eS, sich in daS Unvermeivliche zu fügen und die Arbeit de-Scheidenden fortzusetzen; dafür aber glaubte Kuratorium wie Stadtverordneten-Kollegium in der Person de- Herrn Dr. Stoeriko die beste Gewährleistung gefunden zu haben, die Wahl deffelben wurde durch gemeinsame Arbeit erleichtert, da sein Vorgänger eS war, der die Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt, auch Kuratorium und Stadtverordneten- Versammlung einstimmig in ihrer Entschließung waren. NamenS deS Kuratoriums und der Stadtverordneien-Versammlung stelle er daher dem neuen Director deren Unterstützung in Aussicht, in der Ueberzeugung, daß auch das Lehrercollegium sein Bestes einsetzen werde; NamenS Aller heiße er Herrn Dr. Stoeriko willkommen und wünsche ihm, daß er volle Befriedigung im neuen Amte finde, seine Arbeit der Schule und den Schülerinnen zum Segen gereichen möge. Herr Director Dr. Stoeriko erwiderte hierauf, daß ihn bei Uebernahme der neuen Stelle mancherlei Gedanken erfüllt und ihm besonder- die Frage vorgelegen hätte, ob er die Kraft besitze, diese Stellung auch au-zusüllen, sei ihm die- kein Kleine- gewesen, zumal fein Vorgänger da- ihm an- vertraute Schiff so sicher geführt habe: er (sein Vorgänger) habe aber da- Vertrauen seiner Schiffsherren, der Stadt, des Kuratoriums, der Regierung, ebenso gehabt wie dasjenige der Fahrgäste, in die er Lehrer, Lehrerinnen, Schüler und Eltern in gleicher Weise einrechne. Der Nachfolger eine- solchen Manne- zu werden, sei ehrenvoll, aber auch schwer. Er knüpfe in demselben Maße, in dem ihn da« zu Theil ge­wordene Vertrauen ehre, da- Gelöbniß, Alle- daran zu setzen, die auf ihn gesetzten Hoffnungen zu erfüllen, sich daS Wohl­wollen von Stadt und Staat zu erhalten und zu suchen, da- Vertrauen, das ihm entgegengebracht, auch zu verdienen. An die Lehrer und Lehrerinnen richte er nun auch

ltcher Arbeit und mit Fleiß an die Lösung der hoben Ausgaben zu gehen, die sich die Schule gestellt, der anvertrauten Jugend ein Beispiel treuer Arbeit und Pflicht-

zwei Tage vor dem Einbrüche und auch am Tage der Tdat selbst tun daS DirectionSgedäude Herumgetrieben, jedenfalls,

die Bitte um vertrauen und darum m gemeinschaft- ' hellem weichen Filzhut und Zugstiefeln mit abgelaufenen oder ganz niedrigen Absätzen. DaS fragliche Judividuum hat sich

um sich die nöthige Locaikenmniß zu verschaffen.

* Xtl Hesiendeukmal bei Sruelitte. Die Großherzog, ltche Regierung hat daS LandeSkriegerdeukmal im

erfülluug zu geben, dann werde eS nicht schwer sein, die Zucht, die Grundlage der Schule, zu erhalten. Er selbst komme ihnen allen mit Vertrauen entgegen. Auch den Schülerinnen rufe er fein Willkommen zu, sie möchten sich betrachten als Zöglinge zur Unterweisung in allem Guten und Segensreichen; Zucht halten heiße nicht nur züchtig denken und fühlen für sich, sondern auch für die Neben- menschen; er erwarte, daß sich die Schülerinnen die Zu­friedenheit Aller erwerben, daß sie stets gewillt, da- zu leisten, was die Schule und die Eltern von ihnen verlangten. Herr Lehrer Dr. Molly begrüßte NamenS der Lehrer und Lehrerinnen den neuen Director; Herr Dr. Stoeriko sei ihnen infolge feines früheren Aufenthalts in Gießen kein Fremder, sondern als liebenswürdiger, fleißiger und in Aus­führung der ihm anvertrauten Stellung gewissenhafter Kollege bereits bekannt, und darum geschätzt; die Lehrerschaft wiffe, daß sie in dem Herrn Dr. Stoeriko einen vorgesetzten er­halte, der daS Vertrauen rechtfertige, da- in ihn bet seiner Berufung gesetzt worden fei, er verspreche, daß auch die Lehrerschaft ihm mit Vertrauen entgegen komme und in diesem Vertrauen mit ihm wirken wolle für da- Blühen und Gedeihen der Anstalt. Dies walte Gott! Mit dem Gesang des SchlußverseS des Liedes Nro. 404 schloß die Feier.

* Universitäts-Nachricht. Herr Professor BraunS, der Nachfolger von Herrn Profeffor Streng, beginnt feine Lehrtätigkeit mit Anfang deS Sommer-Semester-, nachdem kürzlich deffen Entlassung au- dem badischen Staatsdienst bewilligt worden ist. Als Vertreter der theologischen Facultät unserer Landesuniversität wird Herr Profeffor Dr. Stade am 30. dS. MtS. die Glückwünsche der Fakultät zum 50 jährigen Amtsjubiläum des Herrn Prälaten Dr. Habicht nach Darmstadt überbringen.

** Parlamentarisches. Die erste Ständekammer tritt am 29. d. MtS. zu einer Sitzung zusammen.

* Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung Donnerstag den 25. April 1895, Nach­mittags 4 Uhr, eventuell mit Fortsetzung Freitag den 26. April, Nachmittags 5 Uhr. 1. Gesuch des Ph. Pfeiffer um pachtweise Ueberlaffung eines Holzlagerplatzes am Lutherberg. 2. Gesuch des I. Dietz wegen Pachtung eines Kellers unter dem Schulhause aus der Westanlage. 3. Deögl. des W. Mayer um Erlaubniß zur Anbringung einer Laterne. 4. Desgl. des Khr. Weeg zur Verlegung der Haustreppe. 5. DeSgl. des W. Reinhold zur Benutzung eines TheilS des Bürgersteigs der Schulstraße. 6. Desgl. deS Gg. Hilgen zur Belastung eines Gartenhäuschens. 7. Desgl. des Jacob Weidenhaus zur Errichtung eines GartenhäuschenS auf dem Sandfeld. 8. DeSgl. deS Phil. Seipp für ein Bretterhäuschen auf dem Sandfeld. 9. DeSgl. des Phil. GanS am Wismarerweg. 10. DeSgl. deS Julius Bach am NahrungSberg. 11. DeSgl. des Georg Simon für eine Feldscheuer am Krosdorserweg. 12. DeSgl. des Fritz Kühn für eine Gartenhütte am NahrungSberg. 13. Desgl. des Martin Schmall zum Aufstellen einer Steinmetzwerkhalle. 14. DeSgl. des Theodor Geilfuß für eine Lagerhalle in der Westanlage. 15. Desgl. deS Joh. Vogel II. zum Bauen am Krofdorferweg. 16. DeSgl. des Johannes Häuser für die Frankfurterstraße. 17. Unterhaltung der städtischen Wiesen; hier: Anlage eines Wegs nach den Wiesen in den Torflöchern. 18. Die Entnahme von KieS aus dem Bette der Lahn; hier: Erlaß eines Localpolizeireglements. 19. Den Bau einer Kleinbahn von Gießen nach Bieber. 20. Ausbau der Ebelstraße; hier: Längenprofil derselben. 21. Anlage von Straßen unter Normalbreite. 22. Abtretung von Ge­lände zu Arbeiterwohnungen. 23. Die Wahl eines besoldeten Beigeordneten. 24. Erhebung der evangelischen und katholischen Kirchensteuer. 25. Gesuch deS H. Kühne um Eoncession zum GastwirthschaftSbetrieb im Hotel Einhorn. 26. DeSgl. des Eugen ASprion zum WirthschaftSbetrieb im Hause Neustadt 58.

** Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 5. April dem Pfarrer Albert Junker zu Ober-Ofleiden die erledigte zweite evangelische Pfarrstelle zu Beerfelden im Decanat Erbach, am 14. April dem Pfarrverwalter Heinrich Becker zu Ober-Ro«bach im Decanat Friedberg die erledigte erste evangelische Pfarrstelle daselbst zu übertragen.

* Militärdievstnachrichten. R itsert, Hauptm. z. D. und Bezirksoffizier bet dem Landw. Bezirk Gießen, der Eharacter als Major verliehen.

*e Hessische Reiter. Unsere hessischen Dragoner-Offiziere haben sich bei den Sonntag-Rennen auf der Frank­furter Bahn wieder als überaus schneidige Reiter erwiesen. Im Rennen um den Preis vom Rheingrafenstein errangen Lieutenant Suermo ndt vom 24. Drag. - Regiment den ersten, Lieutenant Goddefroy-Färber vom 23. Drag.- Regiment den zweiten und Lieutenant v. Schmelzing von demselben Regiment den dritten Preis. Der berühmte Herren Reiter 2t. Suermondt stieg bei den sämmtlichen sechs Rennen in den Sattel und errang 2 erste, 2 zweite und einen dritten Preis, beim sechsten Rennen kam sein Pferd am Waffergroben zum Sturz, wobei der Reiter glücklicher­weise keinen besonderen Schaden nahm.

* Verhafteter Einbrecher. Au- Mainz wird uns ge­schrieben, daß man in dem vor einigen Tagen verhafteten Einbrecher Kranz die Person ermittelt, welche die Einbrüche im DirectionSgebäude der Oberhessischen Eisenbahnen und im Verwaltungsgebäude de- GaS- und WafferwerkeS zu Gießen verübte. Der noch nicht verhaftete Komplice Kranz'S (ober Kreutz'S) wird derDarmfl. Ztg." wie folgt beschrieben: Alter 26 bis 28 Jahre, etwa 1,75 m hoch, gesetzte Statur, breitschulterig, volle- runde-Gesicht, hellgelbes kurzgeschnittenes Haar, bartlos. Bekleidet war er mit hellem Ueberzieher,

BoiS de la Kusse bei Metz untersuchen lasse» und bean­tragt bei der Zweiten Sammer die vewilligung von 6000 Mk. zur Reparatur deS Denkmal- und zur Erwerbung deS nöthigen (Selänb-* um einen besseren Zugang zu demselben herzuftcÜen. Das Denkmal steht nämlich auf französischem Gebiet un weit der deutschen Grenze und ist von dieser auS nur durch Passiren von Ackerfurchen zu erreichen, was schon zu Unan­nehmlichkeiten mit den den Deutschem ohnehin nicht besonder- gewogenen dortigen Grunbesitzern geführt bat.

* Neuerung in der ,>ahrkatten.Entwerthung. Die Schaffner der SraatS-Eijenbahnen werden gegenwärtig mit neuen Zangen zum Durchlochen der Fahrkarten (Koupir- zaugLn) -ausgerüstet, die eine bessere und schärfere Kontrolle ermöglichen, als die seither gebräuchlichen. Mit den neuen Zangen wird nicht nur daS bisher übliche runde ober eckige Loch in die Fahrkarten geknipst, sondern eS marhrt sich über dem Loch auch daS Datum des jeweiligen TageS.

* Miltelrhemischer Zweigverbanb deutscher Muller. Die diesjährige ordentliche General - Versammlung findet am Montag, den 29. April d. I., Nachmittags 2l/l Uhr, zu Frankfurt a. M. im Hotel Drexel statt. Auf der Tagesordnung steht u. A.: Vortrag deS Vorsitzenden des HauptverbandeS, Herrn Jos. van derWyngaert, Berlin, über: Wirthschaftliche und technische Fragen der Gegenwart, und Sonntagsruhe im Mühlengewerbe.

* Die Zahl der Tabakpflaujer betrug im Jahre 1893/94 in der Provinz Starkenburg 1431, Oberheffen 3, Rhein­hessen 1, zusammen 1435. Der Flächeninhalt der mit Tabak bepflanzten Grundstücke belief sich im Ganzen auf 44 735.29 Ar; die Menge des geernteten Tabaks in dachreifem trockenem Zustande anf 829 967 Kilogramm. Der mittlere Preis (einfchl. Tabaksteuer) von 100 Kilogramm Tabak war 96 Mk. 85 Pfg., der Werth der Tabakernte 803 810 Mk.

lieber daS veriheuerte Petroleum, deffen Preise indeß augenblicklich in Newyork und Philadelphia unverändert ge­blieben, schreibt daöB. T." Wir Haden von vornherein betont, daß bei der besonderen Art der amerikanischen Specu- lation es unmöglich ist, ein Urtheil darüber abzugeben, in wie weit thatsächliche Gründe d e Steigerung rechtfertigen, und diese Auffaffung wird von den meisten unabhängigen Zeitungen getheilt. DerPetter Lloyd" schreibt:Gegen­wärtig läßt sich noch nicht entscheiden, ob man eS in Wirk­lichkeit mit einer Abnahme der Production Amerika- zu thun habe, ober mit einem Manöver der großen Überseeischen Kompagnie, welche- die Erzwingung deS Kartell- zum Ziele hat. Vorläufig stehen wir der Thatsache einer colossalen Venheuerung eines wichtigen Konsumartikel- gegenüber. Unter solchen Umständen wird eS namentlich bei un- in Un­garn zur Pflicht, die Bohrungen am Gehänge der Karpathen eifriger fortzusetzen." Von anderer Seite wird darauf hin- gewiesen, daß der Leiter der Standard Oil-Kompagny, Rocke- fettet, ein viel zu gewitzter Geschäftsmann und Speculant fei, als daß man annehmen dürfte, er hätte sich von der gegenwärtigen Sachlage überraschen laffen. Die Plötzlichkett, mit welcher die Bewegung zum Ausbruch kam, laffe auf eine Verständigung der Interessenten schließen und die Behaup­tung, daß diese Verständigung sich auch auf die russischen Naphtha-Jndustrietten Rothschild und Nobel erstreckt, mag nicht ohne Weiteres von der Hand zu weisen sein. Die Er­wartung, welche wir früher auSsprachen, daß die vefferung der Preise die Bohrthätigkeit anfpornen würde, scheint sich bereits zu erfüllen Wie gemeldet wird, werden in Folge der Petroleum-Hausse in den Delfelbern OhioS, Indianas und West-BirginiaS Hunderte von neuen Quellen in Betrieb gefetzt. Von eigenartigem Interesse ist eS, festzustrllen, daß eben jetzt, wo die Petroleumpreise durch die Standard Oil- Komp, so stark heraufgesetzt worden sind, sich eine Polemik zwischen der Paderborner Petroleum-Actiengefettschaft und der Vertretung der Standard-Oil Komp, darüber abspielt, daß diese kürzlich noch der Koncurrenz gegenüber unnatürliche Preisunterbietungen anweodete. Die Paderborner Gesell­schaft hat eine Erklärung erlassen, wonach die Vertreterin der Standard-Oil-Komp. in Bremen, die Deutsch-Amerikanische Petroleum Gesellschaft, einer Firma in Lippstadt den Vertrieb ihrer Fabrikate übertragen hat, und daß diese in den Städten der Nachbarschaft durch starke Unterbietungen die Pader­borner Gesellschaft au» dem Geschäft zu verdrängen suchte. Selbst größere Unternehmungen, wie die Stettin-Amer'kanische Petroleum-Gesellschaft, haben vor diesem Mittel schließlich capituliren müssen.

ee Ein Zwischenfall an der russische» Grenze, wobei hessische Landsleute mißhandelt wurden. Kürzlich durchlief die Zeitungen eine Notiz von einem groben Exceß eines russischen Grenzsoldaten gegen Deutsche. DemDarmft. Tägl. Anz." wird hierüber auS PaproS bei Jnowrazlaw (preußische Provinz Posen, Streit Bromberg) mitgethetlt, daß der Exceß gegen eine aut unferm Großherzogthum stammende Familie gerichtet war. Man schreibt: Am Kharfreitag Nachmittag ging die (auS dem Großherzogthum Hessen stammende) Familie deS Grundbesitzers Grünewald in Khrostowo bei Louisen- selbe mit einem zu Besuch gekommenen Verwandten (ebenfalls ein Hesse) auf dem Felde nahe der russischen Grenze spazieren, um Die Saaten zu besehen. Ein russischer Grenzsoldat winkte der Gesellschaft, näher zu kommen, und als dies wirklich ge­schah, versetzte der Ruffe einem Sohn deS Grünewald mehrere Kolbenstoße. Den anderen lief er auf preußisches Territorium nach, fing obengenannten Verwandten, indem er ihm den Gewehrriemen über den Kops warf und so zu Boden etß, und schlug bann so unbarmherzig mit dem Kolben aus »hu loS, baß der Kolben Dom Gewehr abspraug. Sodann stach er mit dem vajonnett dem bereit- schwer verletzten von

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