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Nr. 95 Erstes Blatt.Mittwoch dm 24 April
Der chietzeaer Anzeiger erscheint täglich, nut Ausnahme deS MontagS.
Die Gießener IKmIlienvlLtter rotrbm dem Anzeiger wöchentlich dreimal^ beigckgt.
Gießener Anzeig er
Kenerat-Mnzeiger.
1893
Bierteltähriger , Avannementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg.
Redaktion, Exp>ditü»K und Druckerei:
Kchutstraße Ar.7.
Fernsprecher 51.
Anrts- und Anzeigeblutt für den Tireis Gieren.
Gratisöeikage: Gießener Aamitienötätter
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.
Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Amtliche»' Theil.
Bekanntmachung,
betreffend die Maul- und Klauenseuche.
Die zu Himbach und Ober-Mockstadt, Kreis Büdingen, ausgebrochene Maul- und Klauenseuche ist erloschen, und die Gehöft- und Gemarkungssperre aufgehoben worden.
Gießen, den 22. April 1895.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Deutsches Reich.
Berlin, 22. April. Fürst Bismarck empfing am Sonntag in FriedrichSruh eine Abordnung alter Herren der deutschen Burschenschaften. Hierauf begab er sich nach dem Platze, auf welchem die GeburtStagsgabe der Anhalter, eine vortrefflich auSgesührte eiserne Hirsch- gruppe aufgestellt worden ist. Hier empfing der Fürst die anhaltische Deputation, wobei ihm vom Oberbürgermeister Funk der Ehrenbürgerbrief der Stadt Deffau überreicht wurde. Der Altreichskanzler betonte seine besondere Genug- thuung über diese ihm aus dem Anhalter Lande gewordene doppelte Auszeichnung und rühmte er im Weiteren das rege deutsche Nationalgefühl im Herzogthum Anhalt, obwohl doch Anhalt das eigentliche Treibhausbeet des Part cularismus hätte sein können. Bei dem im Schlöffe später nachfolgenden Frühstück brachte Fürst Bismarck einen Trinkspruch auf den Herzog von Anhalt aus.
Berichtigung. In der Notiz im gestrigen Blatte, betr. den AuSgang der Stichwahl im Wahlkreise Eisenach- Dermbach, muß die Zahl der auf Casselmann gefallenen Stimmen 12,000, nicht 2000 heißen.
Neueste Nachrichten.
WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Berlin, 22. April. Die über den hiesigen Central- viehhos verhängte Ausfuhrsperre für Schweine ist der „Allgemeinen Fleischerzeitung" zufolge heute nach über zweimonatlichem Bestand aufgehoben worden.
Kiel, 22. April. Prinz Heinrich unternahm heute in Begleitung mehrerer Schiffs Commandanten die erste Fahrt durch den Nord-Ostsee-Canal, an Bord des AvisoS „Aagd", des ersten den Canal passirenden deutschen Kriegsschiffes.
Düsseldorf, 22. April. Heute wurden die Beralhungen der Centralstelle für Arbeiter-WohlfahrtS- Einrichtungen eröffnet. Dcn Vorsitz führt: Staats- secretär a. D. Herzog. Die Beralhungen waren gut besucht. Vertreter entsandten die ReichSregierung, das preußische M ntsterium, daS Kriegsministerium, das ReichSmarineamt und das Reichspostamt. Der Regierungspräsident Recke und der Beigeordnete Graefe begrüßten die Versammlung. Den Hauptpunkt der heutigen Berathung bildeten die Krankenkaffen. Die Reihe der Vorträge eröffnete Profeffor Hitze- Münster über die Minimal- und Maximalleistungen der Krankenkassen.
Budapest, 22. April. Der Unterrichtsausschuß deS Ab- geordnetenhauseS berieth heute den vom Magnatenhause zurückgewiesenen Gesetzentwurf, betr. die freie Religionsübung. Der Ausschuß nahm auf Antrag des Unterrichts- ministers eine von dem Magnatenhause vorgenommene stilistische Abänderung an, stellte jedoch die vom Magnatenhause ge- strichenen Paragraphen wieder her.
Laibach, 22. April. Der gestrige Tag und die Nacht verlief ruhig- es wurden nur ganz unbedeutende Schwankungen verspürt. DaS Wetter hat sich gebeffert. Der Landes- Präsident organisirte einen öffentlichen Baudienst. Die unentgeltliche Vertheilung von Speisen, sowie die Unterstützung an die Nothleidenden wird fortgesetzt.
Laibach, 22. April. Heule Nachmittag 3 Uhr 50 Min. fand ein sehr starker, jedoch kurzer Erdstoß von schüttelnder Bewegung statt. Häuser wurden neuerlich beschädigt. Unter der Bevölkerung herrscht Beunruhigung.
Lüttich, 22. April. Dem Beispiele der Handelskammern von Antwerpen und Gent folgend, sprach sich die hiesige Handelskammer bet dreizehn Stimmenthaltungen mit 206 gegen 40 Stimmen für Annectirung des Congo- ftaates durch Belgien aus. Es steht schon jetzt fest, daß der gesammke hohe Handel für die Annectirung ist.
Paris, 22. April. Die Session der Generalräthe wurde heute ohne Zwischenfall eröffnet. Mehrere Mitglieder
hielten Ansprachen, in denen sie die Eigenschaften des Präsidenten Felix Faure rühmend hervorhoben.
Paris, 22. April. Der „Temps" erklärt, der Friede von Shimonoseki gestatte Japan, in Zukunft Chinas Macht zu seinem eigenen Dortheil zu confiSciren; daS wäre aber eine vollständige Zerstörung des Gleichgewichts im äußersten Orient und eine schwere Verletzung dec Rechte der an China angrenzenden Mächte. Die Cabinette von Peters- : bürg, Paris und Berlin haben diese Gefahr erkannt und j Japan von einem solchen Unternehmen abgerathen. Die ge- . nannten Cabinette seien einig, um eine gütliche Lösung herbei- : zuführen und hierbei einen für Japan genehmen Weg etn- • zuschlagen, sei es, daß die Präcedenz des Berliner CongreffeS | nach dem Frieden von San Stefano nachgeahmt würde oder i ein Gedankenaustausch der interesfirten Mächte stattfände. ! Europa würde es unverzeihlich finden, wenn eine westliche Macht aus Egoismus isolirt vorginge.
Tokio, 22. April. Centr. News. Der Kaiser dankte heute in einer langen Proclamation der Marine und dem Heer für ihr großartiges und erfolgreiches Zusammenwirken. Obwohl die Macht des Kaiserreichs vermehrt worden sei, bleibe doch noch viel zu thun übrig, die Civilisation weiter zu vollenden. 'Der Kaiser warnt die Japaner vor Selbstüberschätzung und mahnt sie, in Bescheidenheit die militärische Vertheidigungskraft auSzubtlden, die Erziehung und Verfeinerung ohne Verweichlichung zu fördern.
Depeschen des Bureau „Herold".
Berlin, 22. April. Der „Retchsanzeiger" schreibt: Von den „Berl. Polit. Nachr." und dem „Hamburger Corresp." werden Andeutungen verbreitet, als ob an maßgebender Stelle eine Zurückziehung der Umsturzvorlage aus den Beralhungen des Reichstages in Aussicht genommen Jet. Es ist demgegenüber darauf hinzuweiser/, daß die Einbringung der Vorlage auf einem Beschluß der verbündeten Regierungen beruht. Eine Entschließung deS BundeSraths, durch die jener frühere Beschluß rückgängig gemacht werden würde, steht nicht in Frage. Die Regierungen würden an der Erwartung festhalten, daß es den wetteren Beralhungen deS Reichstages gelingen wird, der durch die CommisfionSberathung erheblich umgestalteten Vorlage eine Form zu verschaffen, welche den von den verbündeten Regierungen bet der Einbringung befolgten Absichten gerecht wird.
Berlin, 22. April. Dem Vernehmen nach tritt die Commission des Reichstages zur Vorberathung der Umsturzvorlage am Mittwoch zur Feststellung des vom Abgeordneten von Buchka fertiggestellten Berichtes zusammen.
Berlin, 22. April. DaS „Berl. Tagebl." meldet aus Konstantinopel, daß die türkische Regierung zur Eröffnung des Nord-Ostsee-Canals den Kreuzer „Heybet Numa" nach Kiel entsendet.
Berlin, 22. April. Der erste Viccpräsident des Reichstages Schmidt (Bingen), der vor Beginn der Osterferien wegen eines HalSleidenS auf ärztliche Anordnung nach Pallanza gegangen war, ist um weiteren Urlaub eingekommen, um sich noch einer Nachkur unterziehen zu können. Er wird daher den nächsten Sitzungen des Reichstages fernbleiben. — Der zweite Vicepräsidcnt des Abgeordnetenhauses Dr. Graf (Elberfeld) ist an einer fieberhaften Luftröhrenentzündung erkrankt und wird daher vor Ende der Woche nicht hier zu den Sitzungen eintreffen.
Lemberg, 22. April. In voriger Nacht ist die der galizischen Creditbank gehörige Brauerei in Tefinier vollständig nieder gebrannt- zahlreiches Vieh kam in den Flammen um. Der Schaden beträgt ca. Vt Millionen Gulden.
Rom, 22. April. Die Vorbereitungen zur Ausarbeitung des definitiven ProjectS der Durchstechung des Simplon werden eifrig fortgesetzt. Die Delegirten der italienischen Regierung haben in Lugano die Besprechungen mit den Schweizer Delegirten wieder ausgenommen.
Antwerpen, 22. Apil. Heute Nachmittag stürzte unter donnerähnlichem Krachen die Cementbrücke ein, welche die Congo-Ausstellung mit der Weltausstellung verbunden hatte. 6 Arbeiter, die bei dem Abreißen der Brücke beschäftigt waren, wurden tödtlich verletzt.
Paris, 22. April. Der „GauloiS" schreibt: Durch eine Jndiscretion sei er in der Lage, melden zu können, daß der Präfident Cleveland im kommenden Herbst Parts besuchen werde. Der Besuch habe große politische und handelspolitische Bedeutung.
Madrid, 22. April. Die Vertreter der großen Arbeiter- Verbindungen haben sich in einer langen Unterredung mit den i Vorbereitung en zur Feier des 1. Mai beschäftigt. Die ganze Feier wird sich darauf beschränken, in mehreren
Städten große Meetings zu veranstalten und im ganzen Lande ein Manifest zu verbreiten.
London, 22. April. Die „Times" schreibt: Dar apostolische Schreiben deS Papstes an daS englische Volk wird den Beweis liefern, daß die Wiedervereinigung der englischen mit der römischen Kirche nichts weiter als ein Traum ist.
Dritter deutscher Historikertag.
Frankfurt a. M., 22. April.
In der Zeit vom 18. bis 20. d. M. tagte in den Mauern unserer alten Kaiserstadt die dritte Versammlung deutscher Historiker, die durch einen wohlgelungenen Ausflug der Theilnehmer nach der Saalburg und dem Museum zu Homburg v. d. H. am gestrigen Sonntag ihren würdigen Abschluß fand. Aus allen Theilen deS Reichs nicht nur, auch aus Oesterreich und den Niederlanden hatte fich eine stattliche Anzahl Historiker eingefunden, von denen wir nur Namen wie Heigel, Stieve, Lamprecht, Stählin, Prutz, Eduard Meyer, Haupt, Hansen, Grolefend, Stern, Zwiedineck- Südenhorst, Fredericq, Pirenne u. s. w. zu nennen brauchen, um die Summe von Intelligenz auszudrücken, die sich hier ergab. Eröffnet wurde der Congreß durch den Vorsitzenden des vorjährigen Tages, Profeffor Lamprecht aus Leipzig - dann schritt man zur Wahl des Präsidiums, aus der Heigel- München als Vorsitzender, als dessen Stellvertreter Hartwig- Frankfurt und Grolefend-Schwerin, als Schriftführer Warschauer-Posen, Fe st er-München, Liermann und Löhr en-Frankfurt hervorgingen. In die Verhandlungen eingetreten, brachte Stern-Zürich einen Antrag ein, der Congreß wolle sich mit der Bitte an den Reichstag wenden, derselbe möge der Umsturzvorlage seine Zustimmung versagen. Der Antrag wird jedoch, da er in die Politik übergreife, einstimmig abgelehnt. Der Antrag Kaltenbrunnr- JnnSbruck, eine Uebersicht der Fundorte der periodischen Litteratur herzustellen, wird angenommen. Sodann hält Profeffor Oelsner-Frankfurt einen längeren Vortrag über den Frankfurter Geschichtsforscher Johann Friedrich Böhmer, dessen hundertjähriger Geburtstag am heutigen Tage begangen wird. Nach einhalbstündiger Pause folgt die Be- rathung über die Anlage des historischen Studiums auf der Universität. Berichterstatter Zwiedineck-Südenhorst faßt seine Ausführungen in folgenden zwei Sätzen zusammen:
I. Es gehört zu den Aufgaben des historischen Studiums auf Universitäten, daß in einem Zeitraum von beschränkter Ausdehnung die genaue Erkenntniß der in Wechselwirkung stehenden politischen und Cultur-Verhältnisse angestrebt wird. Innerhalb dieses Zeitraumes soll der Zusammenhang der Erscheinungen, das Werden der Ereignisse zu ergründen versucht werden, um auf diesem Wege eine wissenschaftliche, universelle Geschichts-Auffassung zu erzielen.
II. Das historische Studium auf Universitäten muß mit dem Studium der politischen Anschauungen und Einrichtungen der Gegenwart verbunden sein, es empfiehlt sich daher namentlich für den Unterricht in der mittleren und neueren Geschichte, die Beziehungen zwischen der zu behandelnden Epoche und der Gegenwart herzustellen und einerseits auf die dabei hervortretenden Unterschiede aufmerksam zu machen, anderseits die Elemente klarzulegen, aus denen sich die modernen Zustände entwickelt haben.
Correferent ist Prof. Dr. Vogt-Augsburg. Die sehr lebhafte Debatte, in der besonders das berühmte Programm des Leipziger historischen Seminars behandelt und als auf andere Universitäten nicht übertragbar bezeichnet wird, wirb in der Nachmittagssitzung fortgesetzt. ES schließt sich an ein Vortrag des bekannten Nationalöconomen und Wirthschafts- Historikers Profeffors Bücher-Leipzig „über den Haushalt der Stadt Frankfurt a. M. im Mittelalter". Aus eine Wiedergabe des Vortrages verzichten wir, da zu erwarten steht, daß der Redner, der bereits ein umfangreiches Werk über die Bevölkerung Frankfurts im Mittelalter geschrieben hat, seine Ergebnisse veröffentlichen wird. Der Freitag brachte nur eine Vormittagsberathung. In ihr wird die Frage der Grundsätze, welche bei Herausgabe von Acten- stücken zur neueren Geschichte zu befolgen sind, behandelt. Im Zusammenhang hiermit steht ein Antrag Dobenecker- Jnnsbruck, daß den Archivdirectoren nicht zustehe darüber zu befinden, ob in Acten, die ein Historiker durchforschen will, fich für deffen Zwecke etwas Brauchbares finde, oder nicht. Der Antrag wird angenommen. Von Wichtigkeit ist ferner die besprochene Angelegenheit betr. Feststellung deS auf Archiven und Bibliotheken vorhandenen Zeitungsmaterials. Um 2l/2 Uhr beginnt das Festessen.
Der dritte und letzte Tag brachte einen Vortrag von


