Hof, kolichausen und Mühlsachsen, Münster, Nieder»Besfingen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbach.
1. Appell Nachmittags 3 Uhr.
Offiziere, Samtäts Offiziere und Beamten der Reserve uxb Landwehr I. Aufgebots.
Reservisten, sowie zur Dispofition der Truppeutheile uxb der Ersatz - Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen.
2. Appell Nachmittags 4 Uhr.
Wehrleute I. Aufgebots aller Waffeu und Ersatz- Reservisten.
Befreiungsgesuche find bis längstens 8 Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege (durch das Hauptmeldeamt) einzu- reichex und müssen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein, werden aber nur im dringendsten Rothfalle genehmigt.
Diejenigen Mannschaften, bei denm Fußmcssungeu noch nicht /vorgenommen wurden, haben überhaupt keine Aussicht auf Befreiung.
Die Leute treten in bürgerlicher Kleidung an. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Cigarren sind vorher wegzulegen.
Die Militärpapiere (Paß und Führungszeugniß) müssen zur Stelle sein.
Sämmtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Eontroltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militargesetz.
Gießen, den 25. März 1895.
Großherzogliches Bezirks-Commando.
I. 93.: Beck, Premierlieutenant und Bezirks-Adjutant.
Deutscher UHd?»
Berlin, 20. April. Die „Poft" theilt in Bezug auf die Flottenparabe in Kiel mit, die Zahl der parabtrenbeu Schiffe werbe gegen 85 betragen, von benen 35 bie beutsche NeichSfiagge führen würben mit fast 400 Seeoffizieren, Aerzten unb Maschineningenieuren unb mit über 10000 Mann an Borb.
Berlin, 20. April. Die „Norbb. Allg. Ztg." schreibt anschetnenb offiziös: „Die „Kreuzzig." äußerle bie Besorgniß, baß die beutsche Regierung in ber ostasiatischen Frage, noch bevor bie Abfichten ber anberen Mächte bekannt wären, ihre Abstinenz erklären werde. Nach unseren Informationen ist diese Befürchtung vollkommen unbegründet. Wir glauben, daß daö Cabtnet nicht gesonnen war, Abstinenzpolitik zu treiben, sonbern allezeit mit vollem Ernste bie Gefahren ins Auge gefaßt hat, welche für Europa in politischer unb Wirth- schaftlicher Hinsicht aus einer Neuorbnung ber ostasiatischen Berhaltnisse entstehen können. Mögen auch anbere Mächte noch mehr interessirt sein, als Deutschlanb, so ist ber beutsche vntheil an bem europäischen Gesammtinteresse in Ostafien
doch so bedeutend, baß sich unsere Regierung einer schweren versäumniß schuldig machen würbe, wen« sie nicht fest entschlossen wäre, jeden Antheil zur vollen Geltung zu bringen.
Berlin, 20. April. Dem „Berliner Tagebl." zufolge gab der natioualliberale Abgeordnete Freiherr Heyl zu Herrnsheim dem Prinzen Schönaich.Earolath seine volle Zustimmung zu dessen Erklärung gegen die Umsturzvorlage.
Eisenach, 20. April. Se. Majestät der Kaiser ist heute früh 81/, Uhr hier eingetroffen und hat sich sofort nach der Wartburg begeben. Die Stadt ist prächttg geschmückt. Die Bevölkerung bereitete dem Kaiser einen enthusiastischen Empfang.
Eisenach, 20. April. Der Kaiser spendete für das hiesige Wagner-Museum Tausend Mark.
Ausland.
Wieu, 20. April. Hiesige leitende kreise versichern, daß alle Gerüchte bezüglich Einberufung eine» europäischen EougresseS zum Zweck der Revision de» japanisch- chinesischen FriedenSvertrageS jeder Unterlage entbehren.
Preßburg, 20. April. In der Gemeinde H o t o S sind zwei Personen an Symptoneu der asiatischen Cholera gestorben. Die Behörde verfügte die bacteriologische Untersuchung.
Budapest, 20. April. Durch daS anhaltende Regenwetter find sämmtliche Flüsse hier im Steigen begriffen. Biele Ortschaften längs der Donau und Save sind in großer Gefahr. Bor Panctova erscheint eine Katastrophe unvermeidlich, bä ber Damm trotz übermenschlicher Anstrengung kaum zu halten ist.
Goerz. 20. April. Der Bürgermeister von Drecenca sanb auf bem Fensterbrett seiner Wohnung eine Cigarre liegen, welche mit Dynamit gefüllt war unb explodirte. Die Cigarre riß bem Bürgermeister 4 Finger ber rechten Hanb ab. Der Thäter ist unbekannt.
Nizza, 20. April. Gestern Abenb fanb im Circus eine von Rochefort unb JuleS Roche einberufene Versammlung statt. AlS ein socialtftischer Rebner Angriffe auf bie Armee machte, erhoben sich fast sämmtliche Theilnehmer unb riefen: „ES lebe bie Armee?" Die Organisatoren mußten zur Bahn flüchten, wo sie unter bem Schutze ber Polizei ab- bampsten.
Paris, 20. April. Der Ausstanb ber Omnibus- beamten ist brigelegt, nachdem bie Gesellschaft bteForberung derselben bewilligt hat.
Paris, 20. April. Gestern fand im 8. Bezirk der Stadt ein große»Protest-Meeting statt, welches die soctalistische Partei gegen die Absendung der französischen Flotte nach Kiel einberufen hatte. An demfelben nahmen mehrere Abgeordnete unb Municipalräthe Theil.
21. April. Dir „Time»" veröffentlicht den Text de» apostolische» Schreiben» bei Papste» an ba» englische Volk. Der Papst rühmt bart» den religiösen Siu der Engländer unb erklärt, der Himmel werde da» Volk er segnen, wenn e» zur katholischen Kirche zurückgekehrt sein wird. Da» Schreiben schließt mir einen Ablaßgebet.
Dermifdptes-
• Der bestimmte Nachweis Ma Blut spielt bekanntlich in der gerichtlichen Chemie eine große Rolle, wen» e» sich z. B. darum handelt, einem Verbrecher den Bewei» zu erbringen, daß sich an feinen Sachen Blutspurrn befanden. Die bisher angewandten Methoden waren alle mehr oder weniger unzuverlässig unb daher du» Amt de» diese Untersuchung anftellenden Sachverständigen ein sehr verantwortliche». Ein sehr einfache» zuverlässige» Verfahren nun, welche» ba» Vorhandensein von Blut selbst in den kleinsten Mengen noch erkennen läßt, besteht nach dem Vorgehen der Franzosen Thierry unb Perrin einfach darin, daß man die zu untersuchende Flüsfigkett in ein Rohr bringt, vor welchem ein Gla»-Pri»ma ausgestellt ist- läßt man nun durch da» Rohr einen Lichtstrahl auf ba» PriSma fallen, so erhält man em farbige» Spectrum, welche» wie für jede Substanz auch für Blut eine ganz characteristische farbige Spectral Linie darstellt. Neben diesem Apparat wird noch ein zweiter, ein mit stärkerer Blutflüssigkeit gefüllte» Rohr besitzend, aufgestellt, dessen Normalspectrum al» Vergleich dient. Durch diese einfache, absolut untrügliche Methode haben die genannten Erfinder Blut noch in einer Verdünnung von 1 : 850000 nachgewiesen- wa» der Methode aber einen ganz besonderen Werth verleiht, ist der Umstand, daß der Apparat selbst Menschen- und Thierblut völlig von einander unterscheiden und erkennen läßt, indem die Spectra der verschiedenen Blutsorten auch verschiedene Linien zeigen. Die Genannten wollen ihr System noch auf viele andere Untersuchungen organischer Stoffe auSdehoen und dürften dadurch der Spectralanalyse eine ungeahnte Anwendung selbst im practischen Leben anbahnen. (Mitgetheilt vom Internationalen Potentbureau Carl Fr. Reichelt, Berlin N.W.)
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Spidplai der vereinigten ZranKfurter rtadtthenler epernbau».
DienStag den 23. April: Stumme von Portict. Mittwoch den 24. AprU: Zauberflöte. Donnerstaa den 25. April: Carmen. Freitag den 26. April geschloffen. Samtlag den 27. April: Jefson da. Sonntag den 28.April, Nachmittag! 3'»Uhr: Seecadet. Äber.bi 7 Uhr: Bajazzo. Hieraus: Die Nürnberger Puppe.
Schaufpietcha«».
Dienstag ben 23. April: Frauenlob. Der «tzemer und sein Sohn. Mittwoch ben 24. Avril: Frauenlob. In Cioil. Donnerstag ben 25. Avril geschloffen. Freitag den 26. April 'Der Seecadet. SamStag den 27. April: «zedora. Sonntag ben 28. April: Der alte B ürgercapitatn. Jungfern Köchinnen. Der Atzemer und sein Sohn. Montag den 29. April Der Seecadet. Dienstag den 30. April: Königileld.
Wilmm-KMim-MtW
!« Khre» der 25 jährigen Regierung des hochstieligen Eroß- heriogs Ludwig III.
Aus obiger Stiftung, welche bezweckt, daß Tius den Capitalzinfen drei junge Leute, und zwar aus jeder der drei Provinzen Einer, eine gleichmäßige Subvention zu den Kosten ihrer Ausbildung auf einer höheren Bildungsanstalt erhalten sollen, sind für das Jahr 1895 drei Stipendien zu vergeben. Das Stipendium kann auf drei Jahre ausgedehnt werden - es können jedoch nur Angehörige solcher Gemeinden berücksichtigt werden, welche Beiträge zu dieser Stiftung geleistet haben.
Hiernach berechtigte und qualificirte junge Männer, welche zum Zwecke ihrer Ausbildung eine höhere Bildungsanstalt besuchen oder besuchen «ollen und sich um das Stipendium zu bewerben beabsichtigen, sind eingeladen, ihre Gesuche, mit den nöthigen Zeugnissen belegt, durch ihre betr. Bürgermeisterei an die Bürgermeisterei der Hauptstadt ihrer Provinz, also au» Orten der Provinz Starkenburg an die Bürgermeisterei Darmstadt, aus Rheinhessen an die Bürgermeisterei Mainz, aus Oberhessen an die Bürgermeisterei Gießen bis längstens zum 11. Mai d. I. gelangen zu lassen.
Darmstadt, Mainz, Gießen, den 17. April 1895. 3580
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von Darmstadt.________ von Mainz. von Gießen.
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