Ausgabe 
22.10.1895 Zweites Blatt
 
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des erschlagenen Feindes, des tapferen Generals Abel Douay stand, da wurde das Auge manches Bärtigen wieder feucht, und wer sich noch turz vorher im mäanermordenden Kampfe gegenübergestanden, reichte sich nunmehr waffenbrüderlich die Hand, denn der besiegte Feind ist nicht mehr unser Feind. Als hier bet Wörth der Schlachtendonner allmälig verhallte und die sinkende Sonne mit ihren letzten blutrothen Strahlen die blutige Wahlstatt beleuchtete, da eilte er von Ort zu Ort, hier feinen ihm zujauchzenden Truppen Anerkennung und Dank spendend, dort für die Verwundeten zu sorgen, den Gefangenen einen Schutz zu gewähren und die erschreckt uulherirreuden Landbewohner zu beruhigen und aufzurichten. In dem noch brennenden RetchShofen stieg er vom Pferde und trat in einer einfachen Bauernstube an daS Lager des zu Tode verwundeten Generals Ra o ult, reichte ihm die Hand und erkundete sich nach feinen Wunden ein letzter DankeSblick verklärte die Züge deS sterbenden Kriegers von Sebastopol. Mit der ihm angeborenen Hochherzigkeit und dem Ge­rechtigkeitssinn seines Stammes, wußte er stets die Verdienste Derjenigen anzuerkennen und zu belohnen, welche witgerathen und mitgethan hatten und es geziemt sich daher auch wohl an dieser Stelle, noch mit wenigen Worten der treuen und tapferen Mttgehilfen zu gedenken, deren Namen die Ge- schichte mit dem feinigen für immer verknüpft hat. Da nenne ich zuerst den erprobten und vertrauten Berather in zwei glorreichen Feldzügen, den schlachtenkundigen und stets

siegeszuversichtlichen Blumenthal- ich gedenke K irch b a ch s, deS ManneS von echtem deutschem Schrot und Korn, der, infolge seiner bei Weißenburg erhaltenen Wunden verhindert, in den Bügel zu steigen, vom Wagen her, im Mittelpunkte der Schlacht, zeitweise hart bedrängt, nach zähem und blutigen Ringen seine tapferen Schlesier und Polen gegen Wörth führte. Ich erwähne den jugendfrischen, schneidigen Bose, der, in der vordersten Reihe schwer verwundet, noch im Sattel blieb und seine braven Thüringer, Hessen und Naffauer auf das aufflammende Elsaßbausen an sich vorbetstürwen ließ, bevor er, zum zweiten Male getroffen vom Pferde sank. Ich gedenke der beiden tapferen baye­rischen Heerführer Hartmann und von der Tann, dieser klassischen Heldengestalten, deren Bildniß eine dauernde, ehrende Stätte in der Hauptstadt ihres Landes bereitet ist- ich erinnere an den TodeSmuth der württembergischen Brigade Starkloff, sowie an die erfolgreiche Mitwirkung der tapferen badischen Truppen und ihrer Führer. Ein dankbare« und ehrendes Gedächtniß widmen wir allen den tapferen Söhnen, die hier gekämpft und geblutet für des geeinigten deutschen Vaterlandes Ruhm und Ehre, die freudig ihr Leben ließen für Kaiser und Reich.--Und wiederum an einem welt­

geschichtlichen Schlachtentage, dem Tage von Fehrbellin und Belle-Alliance öffneten sich noch einmal die Pforten des KönigSschloffeS zu Potsdam, aber die Purpurftandarte wehte auf Halbmast. Der königliche Dulder hatte vollendet.

Da trugen wir ihn hinaus, sein treues Schlachtroß Wörth unmittelbar dem Sarge folgend, zur silbstgewählte« Stätte des Friedens, wo zwei hoffnungsvolle, in blühender fugend ihm vorangegangene Söhne ihn erwarteten. Wohl prangte die Natur im schönsten Frühlingsschmuck, die Wald. Vögel sangen ihrem Herrn und Liebling ihr Abschiedslied, aber von den Thürmen der Stadt tönte dumpfe« Trauer« geläut, die Trommeln wirbelten gedämpft, die Fahnen war« umflort. Tiefes Weh war in die Herzen Aller eingezoge». Er ward begraben, aber nicht vergessen. Länger al« da« von Meisterhand in Stein und Erz geformte Bild den leib« lichen Augen der Mitmenschen und denen der kommende» Geschlechter sichtbar sein wird, wird seine hehre Llchtgestalt der Seele der Nation vorschweben, so lange Preußens Aar nicht der Sonne weicht, so lange deutsche Treue nicht in der Welt erstorben Kaiser Friedrich der Edle! Nun, ihr ruhmgekränzten Feuerschlünde, die ihr vor 25 Jahre» an dieser Stäite Tod und Verderben in die Feindesreihe» geschleudert, traget heute Euren ehernen FefteSgruß hinaus zu den Wolken! Drommeten erschallet! Ihr mit Eichenlaub geschmückten Fahnen senkt Euch vor dem königlichen Sieger! Auf Allerhöchsten Befehl Sr. Majestät de« Kaiser« falle btt Hülle mit unserem Schlachtenruf:ES lebe Se. Majestät der Kaiser, Hurrah, hurrah, hurrah!"

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