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v. Küäel
ing für alle Hassen höherer ihrig-Fre/rilligen, für Vor- i und andere Schulexamina, er verhindert sind, ist eine sich in verschiedenen Ab- lännischen Beruf ausbilden 7691 September.
Dr. Hubel.
Neuheiten md Paletots-
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D,r ttefctÄ« -»zeiger -r scheint täglich, o-rt Ausnahme deS MontagS.
T« Gießener >emiCi<w6f4(ter werden dem Anzeiger »Schenllich dreimal beigelegt.
Kießmer Anzeiger
Kenerat-Mzeiger.
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Amts- und Anzeigeblatt für den Aveis Grehen
Der Krieg von 1870,71,
zu nahe.
23. September.
In der Nähe von C ob lenz haben zwölf gefangene Turkos den ihnen zur Aufsicht beigegebenen deutschen Sol» baten während der Fahrt aus der Eisenbahn gepackt und zum Fenster hinausgeworfen. Glücklicherweise ist der Soldat mit dem Leben davongekommen. Die zwölf Scheusale find särnrnt- ltch erschoffen worden.
Um Straßburg sind die AnnäherungSarbeiten so gut wie vollendet; mit Hilfe der Sappe (mit Schanzkörben verstärkte Erdwälle) und der Approchen (Verbindungswälle der
Nummern nach auswärts postfrei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnementsbettag durch Quittung erheben lassen, salls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt.
Hochachtend
Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Univ.-Buch u. Steindruckerei (Pietsch & Scheyda).
Deutsche» Reich.
Berlin, 20. September. Die Nachrichten über an geb- liche Krisen an den höchsten amtlichen Stellen werden in wohlunterrichteten Kreisen mit aller Bestimmtheit als grundlos bezeichnet. Man verstchert hier, seit dem Zusammentreffen des Kaisers mit dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe in Danzig bestehe zwischen beiden Persönlichkeiten eine derartige Uebereinstimmung in Betreff der Fragen, die mit dem geplanten Dorgehen gegen die Socialdemokratie Zusammenhängen, daß von einem bestehenden Conflict absolut nicht die Rede sein könne. Der Reichskanzler denke ^ebensowenig an seinen Rücktritt wie der StaatSsecretär im Auswärtigen Amte, v. Marschall, deffen Politik fich der völligen Zustimmung deS Kaisers erfreue.
— Die Reich StagS Ersatzwahl in Oe lS - Warten- berg hat nun doch den Sieg Herrn v. Kardorffs gleich im ersten Wahlgange ergeben, nachdem es zuerst geschienen hatte, als ob eine Stichwahl zwischen dem freiconservativen und dem antisemitischen Candidaten nothweudig werden sollte. Nach einer vorläufigen Zusammenstellung haben erhalten: v. Rarborff 7126, Puchstein (Antis.) 3751, Doormann (Freis.) 2274 und Gießmann (Soc.) 198 Stimmen. Demnach ist Herr v. Kardorff mit einer absoluten Mehrheit von circa 900 Stimmen wiedergewählt worden.
— Die Blättermeldung über die angebliche Abneigung der japanischen Regierung, einen Handelsvertrag mit Deutschland abzuschließen, wird aus competenter japanischer Quelle, dem „Berl. Tagebl." zufolge, als unbegründet bezeichnet. Im Gcgentheil soll auf japanischer Seite ebensolche Geneigtheit zu einem derartigen Vertrage, wie ans deutscher, bestehen, sodaß die Ausfichten auf baß baldige Zustandekommen eines deutsch-japanischen Handelsvertrages die besten seien.
Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
eins finden schon seit dem ersten Jahre seine- Bestehens gebührende Beachtung, und die jährlich stattfindenden Ausstellungen haben regelmäßig schöne Resultate zu verzeichnen. Auch diesmal ist mit der Ausstellung eine Prämiirung ver- bunben, um die einzelnen Aussteller zu stets wachsendem @ifer zu veranlassen. Die neueste Darmstädter Sehens- Würdigkeit, das „Orpheum", erfreut sich andauernd der Gunst des Publikums. Seit dem 15. d. Mts. ist dort ein neues Personal eingezogen und bietet tüchtige Leistungen. Da ist vor Allem ein Handakrobat, der den geheimntßvollen Titel „Amerikas menschliches Räthsel" führt, ein Taucherkönig, der drei bis vier Minuten unter Wasser bleibt u. s. w. Daß Programm ist immer ganz hübsch zusammengestellt, und daß es in Darmstadt nicht an Publikum für die Leistungen eines Varietes fehlt, beweist der bis jetzt der- hältnißmäßig gute Besuch.
Für Ende October ist nun ein großes Fest für die ganze Stadt geplant, die feierliche Einweihung des neuen Polytechnikums. Der stolze Bau geht.mit Riesenschritten seiner Vollendung entgegen und wird zu Beginn des Wintersemesters vollständig benutzt werden können. Man verspricht sich von der Eröffnung dieser großartig angelegten Hochschule einen bedeutenden Aufschwung deS studentischen Lebens in Darmstadt, das ohnehin in den letzten Jahren ganz außerordentliche Fortschritte gemacht hat. Daß Programm für die EinweihungSfeierlichkeiten, denen auch der Großherzog beiwohnen wird, ist in großen Umrissen bereits aufgestellt, doch behalten wir unS die genaue Mtttheilung vor, bis auch über alle Einzelheiten entschieden sein wird. Die Bevölkerung verfolgt die Entwickelung unserer Hochschule natürlich mit größtem Jntereffe, das sie nun auch dem studentischen Leben und Treiben in höherem Grade zollt, al& das in früheren Jahren der Fall war.
Abonnements - Einladung
Zum Bezug des „Gietzener Anzeiger" für das 4. Vierteljahr 1895 laden wir hiermit ergebenst em. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zurKenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrichten-Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorkommnisse in demselben auf dem Lausenden. Unterstützt durch an allen Otten der Provinz Ob erheben ansässige Berichterstatter, ist der „Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz fo frühzeitig wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen bettiebenen Landwirthschaft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- tvetthen aus dem Gebiete derselben besondere Berück- sichtiqung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie m den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Em gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die Metzener Familienblätter". welche dem An- »ioer wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoft bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten.
Wir ersuchen nun namentlich auswaMge Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu vollen Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. October den Anzeiger kostenfrei zugestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe-
FeMllrton.
Wochrndritse ane der Residenz.
(Originalbericht beS „Gießener Anzeigers").
Z. Darmstadt, 20. September.
-erbstbe-iu». - Die „Saison". - Vom Hose. - Allerlei.
Ein paar rauhe unb kalte Tage haben unS zu Enbe der (rtaten Woche ben nahenben Herbst verkünbet, doch nun haben • totr wieder ben hellsten Sonnenschein unb die wanderlustigen Darmstadter benutzen die °°m Himmel g°«° M! Gunst zu -tiriaen Ausflügen in ben Obenwalb. So fanden in der ! legten Woche mehrere Excursionen unserer touristischen Vereine 8alt. Die Schönheiten des Odenwaide«, die j° nun auch )crt der Tauristenwelt ganz Deutschlands gebührend gewürdigt verdea, wie der große Fremdenverkehr in unseren heimischen »eraen bezeugt, erschließen sich dem Wanderer gerade Im S besander« grußartig. Die Lust ist zu dieser Zeit ierrlich klar und ersrtschend und die bunte Färbung des Waldes bietet ein prachtvolles Schauspiel. Mit vollem Rechte »urde daher dieser Tage in der Darmstadter Presie eine Wanderung im Herbst durch den Odenwald anempsohlen und sem gleichen Zwecke sollen diese Zellen dienen.
Das Nahen der „Saison" macht sich bereits bemerkbar, allerdings sind noch viele Sommersrischler und Reiselustige außerhalb, doch d°S Interesse sür Theater, Eoncerte, Bor- «5« re. ist bereit- rech, lebhast. Besondere, Glück, wenigst.n- m künstlerischer Hinsicht, hat in diesem Monat unsere H°s- dühne. Schon lang- nicht sah "UN solch abgerundete, v°r> iriffliche Vorstellungen wie in dieser Spielzeit. So gestaltete f»r H-'n-i» «-üb- °m leiten Dienstag zu einem wahrhaft glanzenden Ehrenabend «tr unser Schauspiel. Zur Aufführung kam „DewetttuS y,n Schiller mit Heinrich Laubes Ergänzung. Die Regie
geschildert burch Ausschnitte aus ^tung^—
28. September.
In einem weiten Umkreise von Paris sinb alle Ort« schasten menschenleer. Die schönen Villen unb Schlösser mit ihren prächtigen Gärten unb Parkanlagen sinb verwüstet. All biete Verwüstung, klagte ein Franzose, haben wir unseren eigenen Leuten zu verbanken. Sie haben bie letzten Bewohner burch bie schänblichsten Rohheiten vertrieben, die Frauen entehrt unb bie Männer mit ihren Sabeln unb Bahonetten gemißhanbelt unb sinb erst abgezogen, als nichts mehr übrig war, was ihre Habsucht hätte befriedigen fÖnnC£)eute ist Englanb bas eigentliche Arsenal für die französische Erhebung in Maffe. Herr Chaffepot hat seinen Wohnsitz selbst nach Englanb verlegt unb leitet bie Fabrikation ber Waffen, bie nach einem Transport von wenigen (Stauben in bie Hänbe ber französischen Mobilgarben ge- langen. Solchen Thatsachen gegenüber entsteht allerdings für uns bie Frage, ob Frankreich ober Englanb in biesem Augenblicke ber gefährlichere Feinb für unß ist. Frankreich stellt nur bie Rekruten, welche Englanb bann gegen unß &j6r^u§ bem Capitol in Rom weht seit bem 20. September bie Fahne Italiens. Das bedeutet: Rom ist bie fcauptftabt Italiens unb bie weltliche Herrschast beß Papstes gestürzt worben. Ein weltgeschichtliches Ereigniß. Der Papst hatte seinen Zuaven bie Bertheibigung Roms besohlen, machte ihr aber nach vierftünbigem Kampfe ein Enbe, indem er bie weiße Fahne aufpflauzen ließ. Die Truppen Victor Emanuels zogen burch bie Porta Pia in bie ewige Stabt ein. Rom wirb bie Residenz des Königs von Italien, der Papst bleibt im Befitz des VaticanS, ber Engelsburg unb der PeterSkirche. Seinen Befugniffen unb Rechten als geistlichem Oberhaupte ber katholischen Kirche tritt Niemand
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für ben 1 folgenden Tag erscheinenden Nummer
feierte an diesem Abend einen Triumph und in der Fach- frttif wurde anerkannt, daß außer Bayreuth und den Meiningern die Jnsceniruugspracht, die in dieser Vorstellung entfaltet wurde, wohl unerreicht dastehe. Hoffentlich hält ber Verlauf ber Spielzeit baß, was der Anfang versprochen hat. Der berühmte Reuter-Interpret Aug. Junker mann, der ja auch in Gießen bekannt ist, wird demnächst hier einen Vor- lesungSabend halten. Der Künstler ist namentlich von seinem Gastspiel im vorigen Winter hier Vortheilhaft bekannt und bringt diesmal ein ganz neues Programm mit.
In den großen Gesangvereinen ist man mit den Vorproben zu den geplanten Eröffnungsconcerten eifrig beschäftigt, denn bie „Saison" beginnt allmälig unb Alles ist bamit beschäftigt, sie genußreich unb interessant zu gestalten.
Am Hofe ist eS infolge ber Abwesenheit der höchsten Herrschaften noch recht still. Jnteresstren dürfte eS auch die Gießener Leser, daß bie kleine Prinzessin Elisabeth zur Zeit gemalt wird, sie gewährt zu diesem Zwecke Herrn Hofmaler Kröh täglich eine „Sitzung", lieber die Dauer des Besuches der hohen Fürstlichkeiten, bie zur Zeit am Hofe als Gaste weilen, ist noch nichts Bestimmtes bekannt geworben. Allgemein hofft man hier, im Laufe beS Winters werbe auch das Kaiserpaar von Rußlanb zu Besuch hier erscheinen, doch sinb auch hierüber noch keine bestimmte Angaben in bie Oeffentlichkeit gebrungen.
Ein interessanter Vortrag politischer Art war für den gestrigen Donnerstag angekündigt. Herr Landtagsabgeordneter O Wolf ske hl hatte sich bereit erklärt, im nationalliberalen Verein über die „Declaration zur Einkommensteuer" zu sprechen. Wir müffen eß unS versagen, schon heute über ben Vortrag zu berichten. Für nächsten Sonntag hat der Verein für Blumenpflege in Arbeiterfamilien eine Ausstellung im Gebäude der K nabenarbeits- anstalt angekündigt. Die nützlichen Bestrebungen deS Der-


