einzelnen Parallelen) find sämmtliche drei Parallelen (den Festungswerken ungefähr gleichlaufende Erdwälle, in deren dahinter ausgehobenen Gräben Gesckütze und Schützen untergebracht werden) vollendet worden, ohne daß von Seiten der Belagerten erfolgreiche Störungen vorgekommeu wären; nichtsdestoweniger waren die Belagerung-arbeiten äußerst anstrengend für die Mannschaften, da diese den ganzen Tag bis an die Kniee im Wasser stehend arbeiten mußten.
Tie 9. Generalversammlung der drei landwirthschaftlichen Vereine im Groß- herzogthum Hessen
(Schluß.)
Der erste Gegenstand der Tagesordnung lautet:
Welche Maßregeln find anzuwenden, um die Landes- rindviehzucht derart zu fördern und zu stallen, daß das Ziel der Deckung des Bedarfs der heffischen Landwirthe an Zucht- und Milchvieh in der Hauptsache im Lande selbst erreicht wird? Der Referent Or. Rodewald begründete eingehend die dem Anträge beigegebenen Resolutionen, die von hervorragenden Sachverständigen geprüft und für gut befunden wurden. Unter den verschiedenen Zweigen der Laudwirth- schäft sei die Viehzucht noch derjenige, welcher eine Rente abwerfe, vorausgesetzt, daß er weise betrieben werde. Der Referent bezeichnet es als einen Mißstand, daß jährlich 10,000 Stück Rindvieh in Hefien eingeführt würden, trotzdem die Vorbedingungen dazu vorhanden seien, dieses Vieh selbst zu züchten. Nicht nur die Einfuhr von Zucht- und Milchvieh schädige die Landwirthschaft, fie werde durch dieselbe auch bedroht mit Seuchengefahr. ES sei zwar auf dem Ge- biete der Rindviehzucht in Oberhessen und Starkenburg viel geleistet worden, man solle aber auf dem Geleisteten nicht stehen bleiben, sondern weiter bauen. Die Viehzucht solle in gemeinsame Bahnen gelenkt werden, wozu es allerdings größerer Mittel bedürfe, besonders müsse der Kleinbauernstand in dieser Hinsicht gehoben werden, denn in ihm liege der Schwerpunkt der Viehzucht; eS werde nicht schwer sein, die Viehzucht genossenschaftlich zu organisiren. Don hohem Werthe sei ein bestimmtes Zuchtziel, die Errichtung von Herdbuch- und Zuchtgenossenschaften. Redner schloß seine eingehenden Ausführungen mit dem Wunsche, daß die Versammlung ein Ausgangspunkt würde zur Einlenkung der Viehzucht in einheitliche Bahnen, daß die Viehzucht in Hessen zur Blüthe kommen, und damit der Nothstand der Landwirthschaft gemildert werde. ES fand eine eingehende Besprechung der gestellten Anträge statt, an welcher sich betheiligten die Herren Graf zu SolmS Laubach, Dr. Heidenreich, Lucke, Hirsch und Referent, und wurden die Anträge schließlich einstimmig angenommen. Dieselben lauten:
1. Angesichts der im Bereiche deS Großherzogtbumö für die Rindviehzucht vorhandenen äußerst günstigen Bedingungen ist bss den auf diesem Gebiete in die Wege geleiteten Bestrebungen das Ziel der Deckung des Bedarfs an Zucht- und Milchvieh, in der Hauptsache durch die Züchtung im Lande selbst, erreichbar und unentwegt im Auge zu behalten
2. Die dermaltgen Veranstaltungen, so anerkennenSwerth, und die seither vom Staate geleistete financielle und legislatorische Hülfe, so dankbar sie zu begrüßen find, genügen nicht, um die LandeS- rindotehzucht auf die zu erreichende höchste Stufe zu bringen.
3. ES bedarf vielmehr einer einheitlichen und umfassenderen Organisation im ganzen Lande, namentlich aber in denjenigen Bezirken (Vogelsberg und Odenwald, welche für die Rtndoteh- zucht in erster Linie in Folge ihrer wirthschaftltchm Verhältnisse hierfür geeignet und durch die Natur bestimmt sind.
4. In diesen Bezirken ist daraus htnzuwtrken, daß die Rindvieh- zücht nicht von Einzelnen, sondern mit gleichen Zielen von der Äesammten landwirthschaftlichen Bevölkerung einschließlich der einen Landwirthe und in zweckmäßiger Vereinigung getrieben wird, wenn auf einen großen Erfolg gerechnet werden soll.
5. AlS Zuchtziele sind in Aussicht zu nehmen:
a) Die Erhaltung und Reinzucht der einheimischen Schläge.
b) Die Reinzucht des Simmenthaler Rindviehs und die Verbesserung der einheimischen Landschläge durch Simmenthaler.
Nur zur Durchführung dieser Zuchtziele sind fernerhin allgemeine Mittel zu verwenden. Hierbei ist eine Abgrenzung der Bezirke und Gemeinden mit gleichen einheitlichen Zucht- ztelen energisch anzustreben.
6. Soll aber eine solche einheitliche Organisation durchgeführt werden, so müssen neben der Selbsthilfe und der Selbstarbett der züchtenden Landwirthe hierfür auf längere Zeit wesentlich höhere Mittel vom Staat zur Verfügung gestellt werden.
7. Mit der einheitlichen Organisation der Landesrindviehzucht sind die Normen für baS AuSstellungs- und PrämiirungSwesen, die Bestimmungen der Körordnung und alle sonstigen auf die För derung der Rindviehzucht htnzielenden Einrichtungen, soweit solches noch nicht der Fall sein sollte, in Einklang zu bringen.
8. Seiten» der StaatS-Regierung, wie auch seitens der Landwirthe, ist eine energischere Bekämpfung der Viehseuchen in die Wege zu letten
9 Der LandeSauSschuß der landwirthschaftlichen Vereine wird ersucht, im Ginne vorstehender Beschlüsse die wetteren Schritte zur Durchführung einer einheitlichen Organisation der Rtndoieh- zucht im Großherzogthum Hessen baldmöglichst vorzubereiten.
lieber den zweiten Gegenstand, betreffend die Frage: In welcher Weise ist die wichtige Aufgabe der Organisation deS genossenschaftlichen Verkaufs des Getreides zu lösen? nferirte Herr LandwirthschastSlehrer Müller von Alzey. Derselbe konnte sich der vorgerückten Zeit wegen (die Eröffnung der Ausstellung stand bevor) leider weniger eingehend mit der Erklärung der Anträge befassen. Die Anträge wurden ebenfalls in der nachstehenden Fassung angenommen :
1. Die ganze wtrthschaftliche Entwicklung läßt erkennen, daß die Organisation deS genossenschaftlichen Verkaufs deS GetietdeS sowohl für den großen wie auch für den kleineren Besitzer alS ein dringendes Bedürfniß und als eine der wichtigsten Aufgaben der Arbeit der landwirthschaftlichen VereinSkörperschasten anzusehen ist.
2. SS ist an der Ueberzeugung sestzuhalten, daß die Organis Hon deü Getreideverkaufs auf genossenschaftlichem Wege dem Bedürf- ntß auf die Dauer und mit namhaftem finanziellen Erfolge nur dann genügen kann, wenn
a) von Versuchen im beschränkten Umfange und mit kleinen Mitteln abgesehen und
b) von vornherein die Sache durch Errichtung von größeren BezirkSgenossenschasten an GetreidehandelSplätzen, mit vollkommen kaufmännischen Einrichtungen, und in Anlehnuag an GetretdelagerHäuser richtig auSgeftaltei wird
3. Eine staatliche Mitwirkung ist in der Form noihwmdig und zu erstreben, daß der Staat in denjenigen LandeStheilen, in welchen brauchbare Lagerhäuser für die Zwecke deS genossenschaftlichen Verkaufs nicht verfügbar find, au» eignen Mitteln solche errichtet und den entstehenden Genossenschaften zur Benutzung überläßt.
4. Der LandeSauSschuß und der Verband der landwirthschaftlichen Genossenschaften werden ersucht, zur Ausführung dieser Resolutionen innerhalb ihre» Wirkungs-Kresse» die erforderliche Einleitung alSbald zu treffen
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♦ lieber einen ganz unglaublichen 6urfeofegea wird aus Liegnitz, dem schlesssfchen GurkeuparadteS, berichtet: Seit Jahren schon sei die Ernte nicht mehr so ergiebig gewesen wie diesmal, und täglich würden jetzt vom Liegnttzer Bahnhof 50 bis 100 Wagenladungen von Grünzeug versandt, an den Markttagen noch weit mehr. Natürlich drückt daS unver- hälwißmäßig starke Angebot die Preise vollständig auf ein Minimum herunter. Die feinsten Einlegegurken sollen zeitweise für 15 bi» 20 Pfg. per Schock verkauft werden.
• Ehemnitz, 14. September. Fräulein Marion Estelle Edison, die Tochter des bekannten Erfinders Edison in New -Uork, hat sich kürzlich mit dem hiesigen Premier-Lieutenant Oeser verlobt.
* Karlsruhe, 15. September Ein hervorragend es Kunstwerk eigener Art, ein Geschenk des Kunstdrechslers Ed. Morgenstern in St. Johann an den Großherzog von Baden, ist zur Zeit im hiesigen Kunstgewerbemuseum ausgestellt. ES ist dies ein Rauch tisch, gearbeitet auS Fundstücken vom Schlachtfelde bei Spicheren. Von einem Besucher deS Museums wird das Kunstwerk wie folgt de- schrieben: Die Tischplatte bildet ein aus dem Holz eines durchschossenen Birnbaumes gefertigtes eisernes Kreuz, das die Inschrift: „Spicheren, 6. August 1870" trägt, und auS dem gleichen Holz ein Postament mit der Büste Kaiser Wilhelms enthält. An den acht Ecken des eisernen Kreuzes befinden sich die Adler der in der Schlacht bei Spicheren engagirt gewesenen französischen Regimenter. In den vier Feldern deS Kreuzes find Granat- und Shrapnellftücke angebracht, welche geschickt als Cigarren-, Streichholz- und Aschenbehälteru, sowie als Leuchter verarbeitet sind. Da» Kreuz ist an 4 Chassepotgewehren befestigt, welche am Boden durch 4 Uatagans mit einander verbunden find. Ein Schild enthält die Widmung deS Kunstwerkes an den Großherzog.
* Leidensgefährten von Wörth. Ihre merkwürdige gleichzeitige Verwundung im französischen Kriege durch ein und dasselbe feindliche Geschoß haben bisher alljährlich zwei unserer Veteranen, ein Kaufmann Sch leising aus Ltegnitz und ein Stellenbesitzer in Groß-Krtchen bei Lüben, gefeiert. Die beiden Genannten gingen in der Schlacht bei Wörth als Infanteristen neben einander gegen den Feind vor, als ein französisches Artilleriegeschoß zwischen ihnen hindurchfuhr und Beiden je einen Arm wegriß, dem Einen den rechten, dem Andern den linken Arm. Doch wurden beide Schwerver- wunderen nach langem Krankenlager wieder geheilt und haben nun seitdem in jedem Jahre den denkwürdigen Tag durch eine Zusammenkunft und kleine Feier begangen. ' In diesem Jahre jedoch haben sie ihre Ertnnerungsfeier mit dem allgemeinen SedanSsestc verbunden, und sie in Lüben in ganz besonderer Weise unter Kameraden gehalten.
* Zwei eigenartige Vorgänge, welche sich gelegentlich der am Ansang vorigen MonatS auf den deutsch - französischen Schlachtfeldern vollzogenen Erinnerungsfeiern abgespielt haben, werden von einem Besucher der Schlachtfelder wie folgt erzählt: Bei den Mitkämpfern des 48. Infanterie-Regiments befand sich bei der ersten Compagnie der Sergeant und Regimentstambour Karl Rößner, welcher als Invalide jetzt in Küstrin lebt und dort ein Geschäft besitzt. Dieser reiste Anfang vorigen Monats mit einem ehemaligen Regimentskameraden, dem Unteroffizier Ernst Wiechenbach, zum Besuche der Schlachtfelder nach Spichern und Vionville. Auf letzterem Schlachtfelde führte sie der Weg durch Gorze, und Rößner glaubte in einem Hause dasjenige zu erkennen, in welchem er feiner Zeit als schwer Verwundeter gelegen hatte. Während beide Freunde noch vor dem Haufe standen, kam auß diesem eine Frau heraus, welche von Rößner gefragt wurde, ob sie zu dem Hause gehöre- und als fie das bejahte und htvzusügte, daß baß Hauß schon seit langen Jahren im Besitze ihrer Eltern gewesen, fragte ber ehemalige Krieger die betreffende Frau, ob fie sich darauf besinnen könne, daß ttn Jahre 1870 ein schwer Verwundeter hier gelegen habe. Auch diese Frage wurde bejaht und nun erzählte die grau, den Einarmigen jetzt erkennend, daß sie ihn damals gepflegt habe, führte ihn in die Stube, in welcher er gelegen und zeigte ihm tm Garten sogar die Stelle, wo sie den verstümmelten und abgenommenen Arm des Verwundeten vergraben hatte. — Sm nicht minder merkwürdiges Zusammentreffen war dem Unteroffizier Wiechenbach beschieden, als er sich zum Besuche der Schlachtfelder auf französischem Boden befand. An chn trat heran, ein alter, wrißbärtiger Herr, der In gebrochenem Deutsch danach fragte, ob er nicht Brandenburg kenne. Und al» Wiechenbach bejahte und al» seine Heimath Kustrin nannte, er- zählte der Alte, daß er einen Sohn im Kriege verloren, der als verwundeter Gefangener nach einer deutschen Stadt ins Lazarelh gekommen sei. Dort habe sich seiner der Lazareth-Jnspector — ein Brandenburger auß Küstrin — liebevoll angenommen, und über baß Befinden des Verwundeten den Eltern fortlaufend Nachrtcht gegeben, auch ihnen später gemeldet, daß der Sohn seinen Wunden erlegen sei. In ihrem großen Schmerze hätten fie vergessen, dem menschenfreundlichen Mann — einem Unteroffizier Wiechenbach — gleich zu danken. W e erstaunt und gerührt der alte Franzose und der Deutsche über daS Zusammentreffen waren, läßt sich gar nicht beschreiben. Der Alte erzählte, daß er alle Briefe, die er von Wiechenbach erhalten, al» Familienheiligt um aufbewahrt habe.
• Französische Geographie. Eine vortreffltche Illustration zu der ja hinlänglich bekannten Geographiekrnntniß der Franzosen bietet ein Kreuzband eineß Musikalienhändler» auß
villetoureix (Dorgogne), baß falgenderrnaßen adressirr iR r „Envoi ä Monsieur X., marchand de musique a Dresde, Royaume de Saxe, Russie.* Da» Königreich Sachsen liegt also nach Ansicht dieses Herrn in Rußland.
• Ans Rußland, 14. September. In Petersburg steht ein Scandalproceß bevor. Es handelt sich um einen kaukasischen Fürsten, der sehr große Besitzungen sein eigen nennt und vor sieben Jahren 4 Millionen Rudel erbte, trotzdem aber bankrott wurde. Der Verwalter bei Fürsten hat einen Wechsel über 1 Million Rubel eingeklagt; die Echtheit bei Wechsels wird jedoch von dem Fürsten bezweifelt.
♦ Eine eigeuthnmliche Schachparthie fand kürzlich bei einem reichen Lebemann statt. Man hatte da» Billard im Spielzimmer durch Kreidestriche in vterundzwanztg Felder eingetheilt und benutzte statt der Schachfiguren — Weinflaschen. Die beiden Könige wurden durch Champagner vertreten, die Königinnen durch Liebfrauenmilch, die Läufer durch „Moselblümchen", die Thürme durch Bordeaux. Dabei spielte eine Gesellschaft gegen eine andere und die genommenen Figuren mußten au-getragen werden. Da» Spiel soll damit geendet haben, daß Alles schachmatt war.
CUeratur «nd ICtinft.
— »Dänischer Esldatenhort", illuftrirte Zeitschrift für da» deutsche Heer und die Marine. Herausgeber: General-Lieutenant z D. H. v. Below. Preis pro Quartal 1.80 Mk. Verlag von Karl SiegiSmund. Berlin Mauerstratze68. VI. Jahrgang. Heft 36 erschien soeben.
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— »Der et«in der Weise«" enthält in seinem -kürzlich erschienenen 19. Hefte eine ebenso instructioe al» gediegene Abhandlung des Grafen Eduard Wllczek über .Die Schiffbarmachung der Donau Eataracte", ferner illustrirte Abhandlungen über den .Zoologischen Garten in Berlin" und die .Zahnradbahn auf den Schulder»' im österreichischen Salzkammergut, Artikel über .Elecirtsche Heizungen", über .Das Salz', „Naturwissenschaftliche Mitthettungen und eine größere Zahl von Bildern übet Butterfässer, Verzierungen an» Steinpappe, physikalische Experimente usw. In der gleichzeitig veröffentlichten Liste von Prämiengewinnsten (durchaus werthvolle Bücher) für gelöste Preisfragen bethäiigt die beliebte populär-wissenschaftliche Zeitschrift (A. HartlebenS Verlag, Wim) in splendider Weise ihre intimen Beziehungen zu dem ausgedehnten Leserkreise, den fie sich im Laufe der Jahre errungen hat. Vielseitiger Inhalt, zahlreiche Illustrationen, Ausnützung deS Raume» für reichlichen Lesestoff sichern der Zeitschrift einen Ehrenplatz In der deutschen periodischen Literatur.
— Die .Leipziger illustrirte Zeitung" vom 29. Juni 189» bringt unter Literatur folgende Kritik: Von Wilhelm Lambrecht in Göttingen ist eine Brochüre erschienen unter dem Titel: „W» und wie soll matt WeltersLule« baue«", die eine Mahnung an Eur- und Städteverwaliungen, Vers Hönerunks Vereine, Vereine zur Hebung des Fremdenverkehr» u. s w. zur Einführung derartiger Einrichtungen ist. Die Brochüre ertheill Rathschlägc dehus» der Wahl eines richtigen Standort.s, giebt die Einzelheiten der Bauart an sowie die Instrumente, deren man für eine Wetterfäule bedarf, wenn sie ihren Zweck vollständig erfüllen soll, Anweisung für die Beobachtungen, für die Bedienung der Apparate und sagt unter Anderem ganz richtig: „Um eine Wettersäule zu schassen, genügt e» keineswegs, irgend eine beliebige Säule mit Therma- metern, Barometern und sonstigen meteorologischen Instrumenten, wie sie in jedem optischen Laden käuftich sind, zu versehen, es muß vielmehr sowohl die Säule wie jedes der Instrumente für diesen ihren Zweck besonder» construirt sein. Die beste GonftiucHon ist daS Resultat einer langfährigen Erfahrung und Praxis und bildet einen Specialarlikel, der nur dann zweckentsprechend hergeftellt werden kann, wenn der Verfertiger ihn als solchen behandelt und seine nur in solcher Wesse erworbenen Ersahrungen für jede später zu erbauende Wettersäule in richtiger Weife verwerthet • — Der Verfasser ist durch feine langjähriaen Erfahrung n und Forfchungcn auf dem Gebiete ber Wetterkunde sowie durch die Herstellung meterologischer Instrumente wohl wie kein Ank er er berufen, nach dieser Seite hin die practtschsten Rathfchläge zu ertheilen, und hat sich bemüht, Eonstructionen ausfindig zu mach«, die nach allen Seiten hin ein befriedigendes Resultat gewähren: feine Wetterfäulen und Wettersäulen Instrumente sind die Früchte langjähriger Versuche und Erfahrungen.
Technische Fortschritte.
— Wie verhütet man die nachtheilige SUfinbUbmte bet dem eelsarbe«a«strtch Director Spannrath gibt in der „Maler-Ztg." eine zutreffend erscheinende Erklärung über die sehr nachtheiltge Bildung der Blasen bei dem Odfarbenanstrich und da» Mittel, um diese unliebsame Erscheinung zu verhüten. Nach seine« Erfahrungen wird die Blasenbildung wesentlich dadurch hervorgerufen, daß die obersten Schichten der Farbaufträge zu schnell er- hä ten, während die tieferliegenden noch weich sind, et findet bei stärkerer Erwärmung eine erhebliche Spannung ber ersteren statt, ber bie letzteren Schichten rachgeben, und hierdurch entstehen die Blasen. Wie mehrere auseinander aufgetragene Anstriche, verhält sich auch ein einmaliger, sehr ölreicher (fetter) Anstrich: daS Erhärten geht fiel» von der Oberfläche aus, indem da» Oel Sauerstoff auf- nimmt, und gestattet die einmal erhärtete Oberfläche nur nach schwierig bas Einbringen von Sauerstoss, weshalb die tiefere» Schichten nur langsamer erhärten Um da» Uebel zu verhüten, er giebt sich hieraus die Vorschrift, da» Grundtren mit reinem feinil durchaus zu unterlassen, da solcher Anstrich nie vollkommen tro<fnd. Der erste Anstrich soll im Gegenthetl recht mager gehalten werden und zum Trocknen ist ihm reichliche Zeit zu lassen. Nur der oberste Anstrich soll fett sein. In derartiger Weise au«geführte Probe- Anstriche blieben nach Versuchen des Dtrector» Spannrath auch beim Erwärmen stets glatt.
— Biegsame» «las mit Hülfe von Tollodt«mw»lle herzustelle«. Man nimmt 4 bi« 8 Theile Eollodiumwolle, löst diese in einer entsprechenden Menge ätherhaltigern Alkohol zu einer svrupd'.cken Flüssigkeit und setzt dieser 2 bis 4 pEt. RictnuSöl, oder ein anderes nicht verharzendes Oel, sowie darauf noch 4 bi» 10 p6t. Eanadabalsam zu Man bereitet alsdann diese Mischung auf einet Glasplatte aus und trocknet sie schließlich mittelst eine» Luftftrome« von 60® C. Hierbei verwandelt fie sich bald in eine harte, durch- sichtige, glasartige Masse, die geruchlos, biegsam und unzerbrechlich ist, die Behandlung mit Salzen, Akalien und Säuren d erträgt unb viel weniger entzündlich Ist als andere Eollodiummischungen Die Entzündlichkeit läßt sich durch einen Elormagnesiumzusatz noch vermindern. Fügt man bei der Herstellung ber Masse Zinkoxyd zu, so erlangt dieselbe ein dfenbeinartige» Aussehen. L Zig.
= A. Gretscher, GiesNen Neustadt 55. liessen empfiehlt Loose aller genehmigten Lotterien.
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