Ausgabe 
22.2.1895 Erstes Blatt
 
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©ette wird der Wahl insofern eine weitgehende Bedeutung beigewefieo, als dadurch der Umsturz des bisherigen Boß- Regiments herbeigeführt wird.

Hiroshima, 20. Februar. Die gesammte japanische Flotte lief am Sonntag in den Hafen von Weihaiwai ein- Die FortS und alle Torpedolager, sowie zehn chinesische Kriegsschiffe und die gesummte Garnison werden den Japanern übergeben. Das chinesische Schiff ,»uangtid}i" »uröe, nachdem es abgerüstet worden war, den Chinesen jütn Transport der Leiche des Admirals Ting nach Tfchifu übergeben.

Tokio, 20. Februar. Der neue beantragte Kriegs- cr e d it beläuft sich auf 100 Millionen, nicht auf 10 Millionen. Hierdurch würden, falls der Landtag seine Bewilligung ausspricht, die gesammten KriegSauSlagen auf 250 Millionen erhöht.

Hongkong, 20. Februar. Reuter Meldung. Infolge der unsicheren Lage auf Formosa verlaffen die Kauf» leute die Insel. Gin in Hongkong eingetroffeneS Handels- sckiff berichtet, daß ein japanisches Geschwader in der Nähe von Formosa kreuze.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 20. Februar. Der Kaiser hat auS Anlaß des Ablebens deS Erzherzogs Albrecht von Oester­reich bestimmt, daß sämmtliche Offiziere der Armee drei Tage, die Offiziere des Grenadierregiments König Friedrich Wilhelm L, dessen Ehef der Generalfeldmarschall 36 Jahre lang gewesen ist, acht Tage hindurch einen Trauerflor um den linken Unterarm anlegen. Außerdem hat eine Abordnung des Regiment-, bestehend aus dem Commandeur, einem Stabs- osfiz'er, einem Hauptmann und einem Lieutenant, an den BeisetzungSfeierlichkeiten theilzunehmen.

Berlin, 20. Februar. In der heutigen Reichstags» fttzung ereignete sich während der Debatte über die mecklen­burgische BerfaffungSfrage ein bisher im Reichstag berspiel- loser Vorgang. AIS der mecklenburgische Bevollmächtigte v. Oertzen gegen die Linke den Ausdruck gebrauchte, sie hätte in empörender, allem Anstandsgefühl hohnsprechender Weise über die mecklenburgischen Verhältniffe sich ausgesprochen, begann auf der Linken ein furchtbarer Tumult. Präsident v. Levetzow erhob sich und gab seinem lebhaften Bedauern darüber Ausdruck, daß vom RegierungStische Aeußerungen gefallen seien, die mit der Ordnung des Hauses nicht im Einklang ständen. Dieser Ordnungsruf wurde von der Linken mit lebhaften Bravorufen ausgenommen.

Berlin, 20. Februar. DerReichsanzeiger" meldet, daß dem Oberhof- undHauSmarschall Grafen Eulenburg für seine Person fortan bei Hose der Rang unmittelbar nach den Staatsministern verliehen wurde.

Berlin, 20. Februar. Im Abgeordnetenhause wurde heute die Stempelsteuer Vorlage an eine 21er-Com- misfion verwiesen.

Berlin, 20. Februar. DasBerliner Tageblatt" meldet: Nachdem die Königin von England auf der Rückreise Darmstadt besucht hat, wird eine große Familtenzusammen- kunft stattfinden, an der auch der deutsche Kaiser theilnehmen wird. Sodann wird sich die Königin nach Cronberg zur Kaiserin Friedrich begeben.

Verliu, 20. Februar. Das Staatsministerium trat heute Nachmittag 2 Uhr im Reichstagsgebäude zu einer Sitzung zusammen.

Berlin, 20. Februar. In der Reichstags-Commission für die Umsturzvorlage wurde heute die Berathung deS § 126 fortgesetzt. Nach der bisherigen Faffung des Straf­gesetzbuches wird mit Gefängniß bis zu einem Jahre bestraft, wer durch Androhung eines gemeingefährlichen Verbrechens den öffentlichen Frieden stört. In der Novelle wird die Verschärfung des Paragraphen beantragt durch Fortlaffung deS Wortesgemeingefährlichen" und Anfügung eines zweiten Absatzes, welcher lautet:Hat der Thäter in der Absicht gehandelt, auf den gewaltsamen Umsturz der bestehenden Staatsordnung hinzuwirken oder derartige anderweite Be­strebungen zu fördern, so tritt Zuchthausstrafe bis zu fünf Jahren ein, auch kann auf Zulässigkeit von Polizeiaufsicht erkannt werden." Dieser zweite Absatz wurde ebenso wie zwei VerbefferungSanträge abgelehnt und Absatz 1 in der Form wie ihn die Regierung vorschlägt, angenommen.

Berlin, 20. Februar. Wie derVorwärts" mittheilt, hat die Commission der Tabakarbeiter in Berlin alle Gründe gegen die Tabaksteuervorlage in einer Eingabe an den Reichstag zusammengefaßt. Die Eingabe wird heute den Mitgliedern deS Reichstages zugehen.

Stuttgart, 20. Februar. Heute Vormittag wurde im Ständehause der neue Landtag in feierlicher Weise eröffnet. König Wilhelm verlas die Thronrede, in welcher Vorlagen, betreffend den Staatshaushalt 1895/96, der, wie constatirt wird, mit einem größeren Fehlbetrag abschließt, angekündigt werden. Ferner wird eine gründliche Steuer­reform in Aussicht gestellt, desgleichen Gesetze betreffend die Wiedereinführung des WahlcouvertS, Hebung und Förderung der Viehzucht und Erleichterung der Hagelversicherung. Auch «ine Revision der Verfaffung wird in der Thronrede ange­kündigt. Die Thronrede wurde schweigend angehört.

Budapest, 20. Februar. Die Gräfin Karolt wurde in der vergangenen Nacht von einem unbekannten Räuber in ihrem Schlafzimmer überfallen. Der Gräfin wurden Ohr­gehänge im Wenhe von 3000 Gulden und ein großer Geld- detrag geraubt. Sodann wurde der Räuber durch eine herbeigeeilte Kammerzofe verscheucht.

Charleroi, 20. Februar. Die Lage der GlaS» industrie wird immer kritischer, da der amerikanische Markt für die hiesige Industrie vollständig verschloffen ist. Alle Fabriken sind mit ungeheuren Vorräthen versehen. Tausend Arbeiter find bereits drodloS, da mehrere Werke geschloffen find und andere noch Nachfolgen werden. Die Herabsetzung der Löhne hat unter der Bevölkerung eine gemisst Agitation hervorgerufen. In den nächsten Tagen soll von bem Comits

der Glasarbeiter.Bereme ein Reserendnm über die Frage eines allgemeinen AaSstandeS verfaßt werden. Alle Arbeiter, welche an dem vorum nicht theilnehmen, sollen bohcottirt werden. Am nächsten Sonntag wird das Resultat de» ReferenAemS bekannt gegeben und der allgemeine Ausstand wahrscheinlich am 15. März beginnen.

Pari», 20. Februar. Wie verlautet, ist hier ein Artillerie- offizier unter dem Verdacht deS LandeSverraths ver­haftet worden.

Paris, 20. Februar. Heute wurde ein Journalist verhaftet, der im DreyfuSproeeß einen Beamten zu be- stechen versucht hatte.

Petersburg, 20. Februar. Die Besetzung des Mi» ntsterpostens des Aeußern wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Vorläufig soll Schischkin den Posten ver­walten- der jetzige Gesandte in Teheran wird ihm alö AdlatuS betgegeben. Zum Gesandten in Teheran soll der Sect'vnSchef GierS ernannt werden. Die Abberufung deS Botschafters Baron Mohrenheim von Paris bezeichnet man als nahe bevorstehend. Montebello, der demnächst ins Ausland reist, kehrt nicht wieder nach Petersburg zurück.

CocaUs und provinzielle*

Gießen, den 21. Februar 1895

Empfang. Se. Königl-che Hoheit der Großherzog empfingen gestern u. A. den Oberstlieutenant Hof, etarS- mäßigen Stabsoffizier im Jnfanterte-Regiment Nr. 138.

* Hoftrauer. Wegen des Ablebens deS Erzherzog« Albrecht von Oesterreich ist auf Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer vom 20. bis zum 27. l. MtS. einschließlich angeordnet worden.

* * Ans dem GerichtSdieust. Durch Entschließung Groß» herzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz wurden bis auf weiteres beauftragt: 1) mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Alzey der GerichtSaffeffor König in Bingen und 2) mit Wahrnehmung der Dienstverlichtungen eines AmtsanwaltS bei de» Amtsgerichten Bingen. Nieder-Olm, Ober Ingelheim und Wöllstein der Gerichlsaffeffor Dähn in Mainz.

* * Hessischer' Handelskammertag. Auf dem Hessischen Handelskammertag, welcher am vergangenen Sonntag in Mainz stattfand, waren die Handelskammern der Städte Mainz, Gießen, Darmstadt, Offenbach, Bingen und Worms mit ungefähr 33 Vertretern vertreten. In der Hauptsache drehten sich die Debatten um den Gesetzentwurf über den unlauteren Wettbewerb". Es wurden eine Anzahl der Be- stimmungen gutgeheißen und ein Theil verworfen, es wurde enhgiltig ein Beschluß gefaßt, nach welchem der Delegirte auf dem Deutschen Handelskammertag die Ansichten der hessi­schen Handelskammern vertreten soll. In Sachen der AuS- dehnuzig der Unfallversicherung auf das Handelsgewerbe nahmen die Handelskammern einen ablehnenden Standpunkt ein mit der Motivtrunp, daß das Gesetz nur auf solche Handelsgewerbe ausgedehnt werden soll, welche mit beson­deren Gefahren verbunden sind. Bezüglich des Antrags auf Abänderung deS § 7 der Gewerbeordnung beschlossen die Delegirten, die Abänderung zu verwerfen, in dem Falle aber, daß der abgeänderte § 7 zum Gesetz würde, möchten alle Gewerbe, welche von demselben betroffen würden, nament­lich aufgesührt werden, mit dem Ausschluß, daß der Para­graph auch den Wein berühre.

* WohlthätigkeitS-Vorstellung. Zu unserer gestrigen Mittheilung über die Vorstellung zu Gunsten der Hinterbliebenen derElbe" können wir heute Nach­trägen, daß Fräulein Johanna Baltz, die Verfafferin von im Reiche deS WafferS", dem Comite einen von ihr ge­dichteten Prolog in liebenswürdigster Weise zur Verfügung gestellt hat. Fräulein Wen darf wird die hübsche Dichtung gleichfalls zum Vortrag bringen. Wir schließen noch die dringende Bitte an die Damen an, während der Aufführung die Hüte ablegen zu wollen.

* Feier der Fünfzigjährigen. Zur Richtigstellung der gestrigen Localnotiz, Feier der Fünfzigjährigen betr., wird unS mitgetheilt, daß alles, was bis jetzt geschehen ist, sich nur auf private Besprechungen bezieht und die gestrige Veröffentlichung einer JndiScreuon zuzuschreiben ist. Ist bie Angelegenheit weiter gediehen, so werden lie betr. Herren mit ihren Namen an die Oeffentlichkeit treten.

* Berichtigung. Der in Begleitung de» Herrn Divi- sionScommandeurs v. G o ß l a r gestern hier eingetroffene Commandeur der 49. Infanterie Brigade ist v6n unserem Berichterstatter mit dem früheren Brigadecommandeur von Obernitz verwechselt worden. Der dermalige, zur Zeit hier weilende Brigadecommandeur ist Generalmajor v. Oppen.

* * Zu Amerika verstorbene Hessen. New Aork City.: Frau Anna Maria Neumaon-Beger, 89 Jahre alt, auS Mainz. Arlington, O.: Eva Elisabetha Volhard geb. Neß, 76 Jahre alt, auS Gadern. Belleville, Jll. : Elisabetha Rodenmeyer, geb. Helfrich, 64 Jahre alt, auS Biblis. Brooklyn, N. A.: John Mohr, 61 Jahre alt, auS Oberhcffen. Georg Reuhl, 74 Jahre alt, auS Holzheim. Frau Marie Bachmann, 63 Jahre alt, auS Gießen. Hamilton, Ont.: Margaretha Roth, 54 Jahre alt, aus Alsfeld. Milwaukee, WiSkouf : Philipp Hunkel, 53 Jahre alt, aus Sprendlingen. NorriStown, Pa.: Carl Rau, 56 Jahre alt, auS WmgerShaufen. Waterloo, Can.: Heinrich Urstadt, 63 Jabre alt, auS AlSfcld.

* Lich, 19. Februar. Am SamStag, dem letzten Tag, an dem unsere Holzmacher im Walde beschäftigt waren, verunglückte ein Arbeiter noch dadurch, daß ihn am Fuße eine stürzende Eiche traf. Der BedauernSwerlhe, ein noch junger Familienvater, muhte heimgetragen werden und wird längere Zeit an» Zimmer gefeffelt fein. D. Z.

Wetterfeld, 19. Februar. Da der langjährige Bürger­meister unserer Gemeinde, Herr Neuß, nach Ablauf der Dienstzeit eine Wiederwahl ablehnte, wurde an seine Stelle Herr Beigeordneter Luckard mit 90 Stimmen gewählt­

fein Gegencandida: erhielt 34 Stimmen. Die dadurch nöthiq gewordene Wahl eines BetgeordueteN dürfte ebenfalls in nächster Zeit vorgenommen werden.

Bud Nauheim, 19. Februar. Zur Ucbernabme der nadjite Lauern ms Leden tretenden höheren Knabenschule baden sich bis jetzt ca. 25 akademisch gebildete Lehrer, «eist Rectoren an ähnlichen Schulen in Preußen, gemeldet. Es 'oll n dieser Schule dieselbe Ausbildung erlangt werden, wie in einer besseren Realichule ober in einem Gymnasium, dabei soll um deS Babe» willen Englisch und Französisch besonder- berücksichtigt werden.

It Reichelsheim L d W., 18 Februar. DaS neu» gegründete Bürgercasino hat gestern einen trefflichen Beweis seiner Leistungsfähigkeit gegeben, indem e» seine - neue Bühne emweihte, welche von kunstfertigen Vereins- Mitgliedern gebaut und gestiftet worden ist. Es wurde ein Lustspiel, fein einstudtrt, vorgeführt- daran schloffen sich humoristische Declarationen, mehrstimmige Gesänge, Jnstru- mentalvorträge für Streichinstrumente und Pianoforte und zuletzt ein Tänzchen. Dir in unserer Gegend auftretende VolköbilduogSverein hat schon wiederholt versuche zum An» landen gemacht, unsere Bürger hatten jedoch keine Reigung- sür jene Bestrebungen, sondern schufen aus eigenen Kräften, roa» für unsere verhältniffe zweckdienlich ist. Alle Die­jenigen, welche am gestrigen Abcnü mitwirkten, verdienten sich den Dank des Vereins und wurden durch lebhaften Bei­fall belohnt.

Ober Roden, 18. Februar. Hier ereignete sich heute Nachmittag ein sehr bedauerlicher UnglückSsall, durch welchen eine Familie in die größte Trauer versetzt wurde. In Gemeinschaft mit seinen beiden Söhnen war der Zimmer- meister Johann Mahr mit Verladen von Heu von einem auf den anderen Wagen beschäftigt. AlS der Wagen voll­ständig geloben war, liefe ber auf demselben stehende Vater Mahr seine Heugabel neben dem Wagen heruntergleiten, -nicht ahnend, dafe gerade an dieser Stelle sein 20jähriger Sohn Adam in gebückter Stellung stand, um dort da» da­neben gefallene Heu aufzulesen. Die Gabel traf den jungen Mann so unglücklich, bafe sie mit ihren Zinken ihm in bie Schädelbecke einbrang, au6 welcher der bestürzte Vater bier selbe im ersten Schrecken noch selbst herauSzog. Auf «er- anlaffung zweier dort anwesender Aerzte wurde der Schwer- verwundete auf einem Schlitten eiligst nach Darmstadt in daS Landkrankenhaus verbracht, wo er kurz nach feinem Ein­treffen verstarb. Die Eltern sind ob dieses schrecklichen Er- eigniffes der Verzweiflung nahe.

* Seligenstadt, 18. Februar. Zum Landtags abgeordneten für den Wahlkreis Seligenstadt-Babenhausen an Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Wolz wurde heute Herr Weinhändler und Gastwirth David H o>n mit fämmt- lidjen 19 Stimmen der CentrumSwahlmänner gewählt.

Darmst. Ztg.

Babenhausen, 17. Februar. Die beiden Füfee buch- ft üblich abgefroren sind dieser Tage einem Hand- werkSburschen. Derselbe wollte in einem benachbarten Dorfe übernachten, wurde jedoch von verfchiedenen Seiten abgeroiefen und auf die mehrere Stunden entfernte Ver­pflegungsstation verwiesen. Bor Ermüdung konnte aber der BedauernSwerthe nicht weiter wandern und mußte so in einer Scheune übernachten. Bei einer Nachtkälte von 23 Grab erfroren dem Unglücklichen beide Füße. Mühsam schleppte er sich nach dem nahen bayeriichen Stockstadt, von wo au» ihn die Ortsbehörde per Fuhrwerk nach dem Krankenhause verbringen ließ. Die ärztl'che Untersuchung ergab, daß beide Füfee vom Brand ergriffen waren und zur Vermeidung weiterer Lebensgefahr amputirt werden mußten.

e Mainz, 20. Februar. Vor Eintritt in die Tages­ordnung der heutigen Stadtverordnetenversammlung erstattete Oberbürgermeister Dr. Gafever Bericht über den Erfolg der Schritte, die die städtische Deputation in Gemeinschaft mit der Handelskammer bei dem Großherzog und dem Ministe­rium in Darmstadt bezüglich der Belaffung der Eisen­bahnverwaltung in Mainz gethan hat. Der Grofe- Herzog, wie auch der Staatsminister Finger und der Finanz- Minister Weber Haden der Deputation ihre wärmste Sympathie für Mainz zu erkennen gegeben und erachtet e» da» Ministe­rium für zweifellos, daß nach Eintritt der Verstaatlichung der LudwigSdahn Mainz Sitz der Verwaltung bleiben werde. Weiter theilte der Oberbürgermeister mit, daß der der Stadt Mainz aus dem Ueberfchuß deS 11. deutschen Bundes- schiebens überwiesene Betrag im Einverständniß mit dem hiesigen Schützenverein statt zu einem monumentalen Zweck zu einer Stiftung verwendet werde, deren Zinsen all­jährlich einem städtischen Waisenkmde zugewendet werden fallen.

Mainz, 20. Februar. Der bekannte Arzt und Schrift­steller Dr. Aron Arnold Mayer ist gestorben. Er war 86 Jahre alt.

Vermischte».

Marburg, 20. Februar. Vorn Ertrinken gerettet wurde gestern Nachmittag ein kleiner Junge unterhalb der Weidenhäuser Brücke. Derselbe war in eine offene Stelle der Lahn gerathen und nur dem raschen Eingreifen eines gerade anwesenden Gymnasiasten war es zu verdanken, daß er nicht unter dem Etie verschwand.

Duren, 20. Februar. Die Beerdigung deS bei dem Untergang berölbeA mit verunglückten Walter Schüll findet Donnerstag den 21. Februar, Nachmittags 3 Uhr, vom hiesigen Bahnhofe aus statt.

Karlsruhe, 20. Februar. Nach den Localblättern tritt im hiesigen Leib-Grenadier Reg ment und zwar in der alten wie in der neuen Kaserne die Ge ni ckstarre auf. Fünf Mann sollen erkrankt, einer gestorben sein.

Bayreuth. 20 Februar. Die von der GenSdarmerie am Bahnhöfe Markredwitz verhafteten Arbeiter Otto Werner und Kellner Wilhelm Schmidt aus Leipzig sind