Ausgabe 
21.12.1895 Erstes Blatt
 
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Berlin, 19. December. Dem Minister des Innern, Freiherr» von der Recke, wird Seitens der AmtSkreise Düsseldorfs am 28. d. MtS. eine Abschiedsfeier tu der Ton- hakle gegeben werden.

Berlin, 19. December. DieNordd. Allgem. Ztg." kann heute unsere Nachricht bestätigen, daß die Einberufung des preußischen Landtages zum 15. Januar in Aussicht genommen ist.

Berlin, 19. December. DieNordd. Allgem. Ztg." erklärt heute die Blättermeldung über den angeblich bevor­stehenden Rücktritt des StaatSministerö v. Bötticher und den in Aussicht genommenen Nachfolger für vollkommen unbegründet.

Berlin, 19. December. Der Bun de Srath überwies in feiner heutigen Sitzung den Entwurf eines Ein- führuugSgefetzeS zum bürgerlichen Gesetzbuch dem zuständigen Ausschuß.

Berlin, 19. December. Der Minister für Landwirt- schäft rc. hat angeordnet, daß die Einfuhr von Schweinen auS Dänemark in die vorhandenen Seequarantänen, sowie die Einfuhr von frischem Schweinefleisch dänischen Ursprungs sofort verboten wird und nur bis zum 21. d. Mrs. ver­ladene Sendungen noch zu den bisherigen Bedingungen zu- gelaflen werden dürfen. Diese Maßregel wurde getroffen, nachdem in der Seequarantäne-Anstalt in Rostock seuchenkranke Schweine ermittelt worden waren, welche zweifellos schon vor der Verladung in Dänemark inficirt waren.

Spandau, 19. December. In der hiesigen Gewehrfabrik werden jetzt für die drei ältesten Söhne des Kaisers kleine Gewehre nach dem Modell 88 hergestellt, mit welchem die kaiserlichen Prinzen die militärischen Griffe ein« üben werden.

Frankfurt a. M., 19. December. DerFranks. Zeitung" wird aus London telegraphirt: Alle Nachrichten au» Amerika melden, daß die Botschaft Clevelands dort große Erregung hervorgerufen hat und daß deren Inhalt überall gebilligt wird. Bon den leitenden Newyorker Blättern hält nur die demokratischeWorld" die Botschaft für einen schwerwiegenden Fehler und die Ausführung derselben für verfehlt. DaS Blatt bestreitet, daß die Ausdehnung des englischen Besitzes in Venezuela den freien Institutionen in Amerika widerspreche und bezweifelt, daß Amerika in diesem Falle die Sympathien der ctvilisirten Welt finde.

Wien, 19. December. Sämmtliche Morgenblätter ver­öffentlichen Artikel Über die Botschaft Clevelands und sprechen die Ueberzeugung auS, daß von ernsten Berwick- lungen wohl kaum die Rede sein könne. Besondere- Auf­sehen erregt die Besprechung des osfictösen Fremdenblattes, welche in dem Schlußsatz gipfelt, Europa solle seine Haupt­absatzquelle im alten Eonttnent zu suchen trachten, wo immer noch Reichthümer zu erschließen wären.

Rom, 19. December. Gestern Nachmittag ging der Dampfer Noria mit 650 Soldaten und 35 Offizieren ab. Am 20. ds. sollen zwei weitere Dampfer mit je 2000 Mann nach Maffauah abgehen.

vrüffel, 19. December. Gestern Abend um 11 Uhr begab sich ein Polizei-Lommiffär in Begleitung mehrerer Polizisten in Livil in die Spielhöllen Brüssels und beschlagnahmte alle Einsätze. Einige Personen wurden ver­haftet. Unter denselben befanden sich mehrere französische Deserteure, Schwindler u. dergl.

London, 19. December. Nach hier eingetroffenen New- Yorker Meldungen ist die anti englische Stimmung in ganz Nordamerika im Wachsen begriffen.

London, 19. December. Lord Salisbury beab­sichtigt, wie bestimmt verlautet, die Botschast ElevelandS wenn auch in höflicher Weise, so doch in präcise gefaßtem und scharfem Protest zu beantworten. Die Monroe-Doctrin soll der Gegenstand eines Jdeen-AuStauschS aller continentalen Großmächte werden.

London, 19. December.Daily Telegraph" theilt mit, daß Lord Salisbury erst mehrere europäische Cabinete zu Rathe ziehen werde, bevor er auf die Botschaft ElevelandS antwortet.Standard" sagt, durch seine ungeziemende Sprache beschwöre Eleveland einen Bürgerkrieg herauf, der unüber­sehbare Folgen haben könne.

Southampton, 19. Drcember. Wie verlautet, soll in der Nähe der Insel White der auf der Fahrt von Bremen nach Newyork befindliche, mit 350 Paffagieren besetzte Lloyd- dampferSpree" aufgefahren sein. Nähere Einzel- heiten fehlen noch, doch soll kein Unglück zu befürchten sein.

Washington, 19. December. Bon allen Seiten gehen dem Präsidenten Cleveland beglückwünschende Telegramme zu. Die Mitglieder des CongreffeS fanden sich gestern einzeln beim Präsidenten ein, um diesem ihren persönlichen Dank für fein energisches Eintreten in der englisch- venezuelanischen Frage auözusprechen.

Sitzung -er Stadtverordneten

am 19. December 1895.

Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Wolff Georgi und Grüneberg, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Brück, EmmeliuS, Flett, Dr. Gulfleisch, Habenicht, Helfrich, Heyligenstaedt, Hornberger, Jughardt, Keller, Löber, Orbig, Petri, Dr. Ploch, Dr. Schäfer, Schiele, Schwall, Dr. Thaer, Bogt und und Wallenfels.

Ein Schreiben des Kaufmännischen Vereins, worin derselbe seinen Dank für die Erhöhung deS bisher zu Gunsten der kausmännischen Fortbildungsschule von der Stadt gewährten ZuschuffeS ausdrückt, und um ferneres Wohlwollen der Stadtvertretung bittet, wurde zur Kenntniß der Ver­sammlung gebracht.

Herr Stadtverordneter Heß hat aus Gesund­heitsrücksichten sich veranlaßt gesehen, auf einige Zeit um Entbindung von der Theilnahme an den Verhandlungen der Stadtverordneteo-Bersammlung nachzusuchen. Die Versamm­

lung erklärt sich dem Gesuch, als zureichend begründet, einverstanden.

Die vorgeprüfte Rechnung des Realgymnasiums und der Realschule für 1894/95 wird dem entsprechenden Antrag nach gutgeheißen.

Gegen daS Gesuch deS Wei nhändle'rS Karl Küchel, in den zwischen der Stadt und seinem Geschäfts- Vorgänger, Herrn Patz, wegen Verpachtung deS unter der Turnhalle der Realschule befindlichen Keller» geschloffenen Vertrag eintreten zu können, wird nichts eingewendet.

DaS Gesuch deS Herrn Karl Zimmer um Erlaubniß zur Aufstellung einer Gartenhütte in seinem am Leihgesterner Weg belegeneu Garten wird ausnahmsweise und wider­ruflich befürwortet- deSgl. ausnahmsweise

ein Gesuch deS Herrn C. Heinzerling um Erlaubniß zur Erbauung eines WerkstättegebäudeS am Schiffenbergerweg.

lieber die vor einiger Zeit beschloffene Aufstellung von Ruhebänken in den Anlagen, am Friedhöfe und an der Altceschule wird der Versammlung specteller Voranschlag nebst Zeichnung eines gegen das frühere abweichenden Modells vorgelegt. ES werden zu Lasten deS künftigen Voranschlags bewilligt 614 Mk. für die Ruhebänke in den Anlagen- die Kosten für solche an der Altceschule sind auf 132 Mk., dagegen die deS Friedhofes auf Mk. 789 veranschlagt. HerrWallen- felS bemerkte hierzu, daß eS wünschenSwerth sei, die Bänke aus Rücksicht auf ältere Leute in ruhigere Theile der Anlagen zu stellen, und nicht sammt und fonderS an die Kinderspiel­plätze- er wünscht, daß schärfere Aufsicht geführt werde wegen der öfteren Verunreinigung der Bänke durch Kinder. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt hinzu, daß eS den erstatteten Anzeigen nach an Aufsicht nicht fehle, daß aber daS Publikum selbst die beste Controle führen könne, dem Schutze des Publikums müßten die Anlagen in erster Linie üderlaffen werden, mit polizeilichem Schutz laffe sich nicht viel weiter kommen wie bisher.

Die Kosten des Neubaues des ArbeitS° und Geräthe- schuppens am OSwaldSgarten haben den auf 12,200 Mk. lautenden Voranschlag nicht ganz erreicht. Eine Vorlage Über Befestigung deS Lagerplatzes, über Chauffirungsardeiten de» dahin führenden Weges und Anlage eines EifenfpalierS auf der nach der Nordanlage hin abschließenden Mauer, ver­anschlagt insgesammt auf 1800 Mk., wird gutgeheißen.

Der Voranschlag über den Ausbau der Landmann­straße im Betrage von 4800 Mk. wurde gutgeheißen, es soll daS hierzu erforderliche Aufiüllmaterial dem Lutherberg entnommen und damit dessen terraffenartige Anlage erfolgen, welche spater den Friedhofsanlagen einzuverleiben sei.

Für zur Gerodelegun'g der Wies eck erforderliche Zimmerarbeiten werden 184 Mk. bewilligt - deSgl.

für den inneren Ausbau de» Latrinengebäudes im neuen Kasernement 420 Mk.

Zur weiteren Beschaffung von Bordsteinen für die Fort­setzung der aSp halt irten Trottoirs wird Genehmigung ertheilt, und weiter beschloffen, die ASphaltirungS- und Pflasterardeiten den bisherigen Accordanten zu übertragen. Desgleichen erklärt sich die Versammlung mit dem Austausch von Gelände In der Brandgaffe entlang der Reitbahn behufs Herstellung gleichmäßiger Breite der in der Brandgaffe an­zulegenden Asphalttrottoirs, wie zur Uebernahme der Kosten für die Versetzung der dortigen Mauer bereit.

Nachdem daS früher Emil Schmidt'sche HauS am Tiefenweg behufs Benutzung durch die Armendeputation zum Preise von 7900 Mk. von der Stadt erworben, werden die 330 Mk. betragenden Kosten für bauliche Veränderungen genehmigt.

Dem betr. der Bullenhaltung zwischen Stadt und dem Unternehmer Chr. Nebe hier abgeschloffenen Vertrage, wonach dem Genannten auf die Dauer von drei Jahren, ab 16. December 1895, das Halten zweier Bullen unter den bisherigen Bedingungen übertragen wird, stimmt die Stadt­verordneten Versammlung zu.

In Sachen des Friedhofs theilt Herr Oberbürger, meister Gnauth mit, daß die Vorarbeiten über die Erweite­rung deS alten, eventl. die Anlage eines neuen Friedhofes im Gange feien- Herr Prof. Dr. Gaffky, welcher mit dem diesbezüglichen Gutachten beauftragt worden fei, werde nach feinem Eintritt in daS Stadtverordneten Collegium darüber berichten. Nachdem der alte Theil des Friedhöfe» soweit belegt, daß außer einer Anzahl von Kindergräbern Platz für andere Gräber, auch für Erbbegräbnisse nicht mehr vorhanden, wurde Vorlage gemacht über die Anlage von Erb­begräbnissen im neuen Theile deS Friedhofes. Die Ver­sammlung erklärte sich damit einverstanden, und beschloß, den Preis für die entlang der nördlichen Scheidemauer anzu« legenden Erbbegräbnisse auf 40 Mk. pro Person, für die an anderen Stellen dort anzulegenden auf 35 Mk. pro Person festzusetzen.

Nach einem von der Omnibus-Gesellschaft ein- gereichten Gesuch um ein weiteres Darlehen von 3000 Mk. hat sich der Personenverkehr nicht auf der früheren Höhe gehalten. Der durchschnittliche tägliche Geldertrag von 66 Mk. sank auf 40 Mk. und hob sich auf 55*/, Mk., als die Linie nach Wteseck eingerichtet wurde. Die Gesellfchaft hätte, io wird in dem Gesuch weiter auSgesÜhrt, einen gün­stigen Rechnungsabschluß erreicht, wenn ihr nicht infolge deS AuSinuchS der Rotzkrankheit unter ihren Pferden ein auf ca. 2500 Mk. zu berechnender Schaden zugefügt worden wäre- die Gesellschaft verlor 4 Pferde, eine Anzahl Pferde mußte längere Zeit unter Sperre gestellt und unterhalten, Geschirre und Decken an Stelle der vernichteten angeschafft, die Stallungen deSinficirt, andere Stallungen gemietet und die bisherigen umgepflastert werden. Die Gesellschaft er* sucht um da- Darlehen in oben bezeichneter Höhe, um da» Fortbestehen des Omnibusverkehrs zu ermöglichen. Nach dem bei Errichtung der Gesellschaft geschloffenen Vorträge ist die Stadt Mitglied der Gesellschaft mit einem Antheil von 1000 Mk., sie leistete ferner darlehensweise einmal 5000 Mk., das zweite Mal 4000 Mk. Die Finanzdeputa­

tion hat Bewilligung eine» weiteren Darlehen» von 3000 Mk. unter den Bedingungen, wie sie im September 1894 fest­gesetzt wurden, empfohlen. Die Versammlung beschloß dem­gemäß. Aus eine Anfrage des Herrn Löber, warum bet der Rundfahrt der Vertreter de» Städtetage» nur ein Fuhrunternehmer berücksichtigt und nicht die übrigen Drofchken- halter herangezogen worden feien, theilt Herr Oberbürger­meister Gnauth mit, daß lediglich üble Erfahrungen in Bezug auf Preis und Adjustirung gelegentlich der Fahrt der Theilnehmer an der internationalen kriminalistischen Der- einigung nach dem Gleiberg Veranlassung gegeben hätten, nur mit einem Unternehmer durch Herrn Stadtverordneten Scheel abschüehen zu lassen.

Nach den nunmehr abgeschlossenen Steuerlisten kommen im Jahre 1896/97 Mk. 42,100 locale Kirchensteuer zur Erhebung. Es wurde bereit» vor Kurzem bezüglich der katholischen Kirchensteuer beschlossen, dieselbe auf den Gemeinde- steuerzetteln kenntlich zu machen- dasselbe habe nun auch be- züglich der evangelischen Local-Kirchensteuer zu geschehen, und solle damit entsprochen werden dem von dem letzten Städtetag gefaßten diesbezüglichen Beschlüsse und dem bereit» von einigen der beteiligten Städte eingetragenen Verfahren.

Gegen die WirthschaftSconcefsionS- Gesuche von Jacob Gran aus Wächtersbach (Russischer Hos), Emil HarmS Ww. (Insel Helgoland), Ioh. Gg. Züng­lein (SchützenhauS), Wilhelm Neutzer auS Daaden (Zwölf Apostel) hat die Versammlung nichts zu erinnern, weil cs sich um Übertragung bestehender Wirtschaften handelt.

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Stehen, 20. December 1895.

* * Oeffentliche Anerkennung einer edlen Thal. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Ferdinand Röller zu Gernsheim in Anerkennung de» von demselben bei der unter eigener Lebensgefahr auSgefÜdrten Rettung der Margarethe König von Gernsheim vom Tode des Er­trinkens bewiesenen besonnenen und muthvollen Verhalten» die Rettungsmedaille zu verleihen geruht.

ernannt wurden am 11. December 1895 die Finanz- accesfiften Carl Becker aus Büdwgen, Jacob ®r eit öt efer qu» Schaasheim, Adam Hofmann au» Mainz, Earl Klingelhöffer aus Heufenstamm, Hermann May au» Altenstadt, Carl Platz au» Langen, Hermann Schreiner aus Alsfeld zu Steuerassefforen.

* Schuldienst Nachrichten. Am 20. November wurde der Lehrer an dem Realgymnasium und der Realschule z» Mainz Georg Martin Petru», unter Belassung in der Kategorie der Bolksschullehrer, zum Lehrer an dem Gym­nasium daselbst ernannt- an demselben Tage wurden de» Schulamtsaspiranten Philipp Kopp aufl Utberau, Johanne- Lösch auS Hofheim, Anton Mathay au» Sprendlingen, Georg Palzer aus Gabsheim, Carl Ritz au» U.llerS- Haufen und Heinrich St euer nag e l au» Windhausen Lehrer­stellen an der Volksschule zu Darmstadt, am 27. November wurde dem SchulamtSaSpiranten Emtl Buß auS Rod- heim v. d. H. die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wahlheim, Kreis Alzey, an demselben Tage wurde dem Schullehrer Heinrich Blank zu Ober-Mörlen eine Lehrer* stelle an der kathol. Schule zu Dieburg, an demselben Tage wurde dem Schullehrer Ludwig Bastian zu Buben­heim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Elsheim, Kr. Bingen, am 29. November wurde dem SchulamtS­aSpiranten Wols Sondhetmer auS Beerselden eine Lehrer- stelle an der Volksschule zu Darmstadt, am 30. November wurde dem Schullehrer August Hartmann zu Günter» sÜrft die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kleestadt, Krei» Dieburg, am 4. December wurde dem SchulamtS­aSpiranten Heinrich Wagner au» Ober-Erlenbach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu BidliS, Str. Bensheim, an demselben Tace wurde dem SchulamtSaSpiranten Johanne» Saal aus Ober-Klingen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober,Beerbach, Kreis Bensheim, am 6. Drcember wurde dem SchulamtSaSpiranten Matthäus Lautenschläger au» Winterkastel eine Lehrerftlle an der Volksschule zu WormS, am 7. December wurde dem Schullehrer Heinrich Berk le zu Gaul-Heim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu WieS Oppenheim, Krei» WormS, übertragen.

Die Einführung der »eugewählreu 6tabt»erorb»etee findet voraussichtlich am 9. Januar statt.

Oderheffische Gesellschaft für Natur- und Heilka»de. In der D'tzung am 17. d. MtS. berichtete Professor Dr. Wimmenauer überd i e Hauptergebnisse zehnjähriger forstlichphänologischer Beobacht- un gen in Deuts ch land." Diese Beobachtungen sind während der Jahre 1885 biß 1894 an etwa 250 Stationen angestellt, von der hiesigen sorstlicheu Versuchsanstalt ge­sammelt und alljährlich veröffentlicht worden. Der Bor- tragende hat eS nun auch übernommen, eine Hauptzusammen- stellung mit zugehöriger lieber sichtSkarte anzufertigen und herauSzugeben. Die letztere sowie die Tabellen, aus welchen DurchschnittSwerthe für die auSgeschiedenen geographtichen Gebiete und Höhenzonen berechnet sind, lagen zur Einsicht offen. Nach den weiteren Ausführungen de» Redner» ge­währen die gefundenen DurfchnittSzahlen Aufschlüsse einerfeit» über daS phänologische Verhalten der Haupt­holzarten, namentlich über die Zeit und Reihenfolge be» BlattauSbruchS, die wegen der Frostgefahr von hervorragender Bedeutung für die Forstwirtschaft ist- andererseits über da» phänologische Verhalten der Beobachtungs­gebiete. In letzterer Hinsicht giebt die Ausscheidung so­genannterphänologischer Jahreszeiten" den besten Maßstab zur Vergleichung ab und eignet sich unter jenen ganz besonders derErst fr Üh lin g", d. h. die mittlere Zeit de» BlattauSbruchS und der Blüthe der wichtigsten Laubhölzer (Birke, Hainbuche, Buche, S 4e) zur Deranschou- lichuvg der Gesammtwirk^ng aller klimatischen Faktoren-