einer Gegend. Jeoachdem jener „Erftfrühltng^ in dir vorletzte oder letzte Woche des April, in die erste oder zweite Matwoche fällt, unterscheiden die Zusammenstellungen sowie die UeberfichtSkarte ein „sehr frühes", „frühes", „spätes" und „sehr spätes" Frühjahr. DaS erste ist fast ausschließlich auf das Rheingebiet beschränkt- daS letzte findet sich in den Hochlagen der Gebirge und bildet in Ostpreußen die Regel. Im Übrigen herrscht westlich der Elbe daS frühe, im Osten derselben das späte Frühjahr vor. Noch größere Abwetch- ungen zeigt die „VegerationSpenode", d. h. der Zeitraum vom „Erstsrühltng" biS zur „allgemeinen Laubverfärbung", schwankend zwischen etwa 180 Tagen im Südwesten und 150 Tagen im Nordosten Deutschlands sowie in Ober- schlefien und dem Harze. Hieraus erklärt sich u. A. die neuerdings mehrfach constatirte Mehrleistung an sich gleich vorzüglicher Standorte in der Holzproductton, die beispielsweise in Buchenbeständen Württembergs bis zu 7,7, in Pommern nur bis zu 5,2 Festmeter pro Jahr und ha beträgt. Eine hectographirte Uebersicht der Mitteldaten für Erstfrühling, Bollfrühling und Vegetationsperiode, geordnet nach geographischen Gebieten und Höhenschichten von je 200 m, wurde an die Anwesenden vertheilt. — Nach dem Vortrage von Profesior Dr. Wimmenauer machte Professor Dr. Elbs eine Mitteilung über das Argon, ein in diesem Jahre neu entdecktes, in der atmosphärischen Luft vorhandenes Element. Bisher hatte man das Gas, welches nach Entfernung des Masters, der Kohlensäure und deS Sauerstoffs aus der Luft übrig blieb, als reinen Stickstoff angesehen. Diese Annahme ist durch die Untersuchungen zweier englischen Forscher, Rayleight und Ramsay, als unzutreffend erkannt und zugleich nachgewiesen worden, daß dem so erhaltenen Stickstoff ein schwereres Gas in erheblicher Menge beigemischt ist, eine Substanz, die durch die chemische Trägheit und die Abwesenheit aller auffälligen Eigenschaften den Stickstoff noch übertrifft. Durch dies Verhalten ist der Weg zur Trennung des ArgonS vom Stickstoff gegeben - die wenigen Reactioneu, deren freier Stickstoff fähig ist, lasten das Argon unangegriffen, während der Stickstoff durch ihre ausgiebige Anwendung weggefchaffl werden kann. Reines Argon ist e n farbloses, geruchloses, geschmackloses Gas, bei sehr niederer Temperatur und hohem Druck eine farblose Flüssigkeit, die bei — 199° zu weißen K.yftallen erstarrt. Obwohl daS Argon der Menge nach hinter Sauerstoff und Stickstoff in der Luft sehr zurücklritt, ist eß doch ein reichlich vorhandenes Element, da in der AmtmoSphäre Millionen von Centnern davon zur Verfügung stehen. —
•• Eisenbahn Verkehr wahrend der Feiertage. Wir ver« weisen unsere geehrten Leser auf die in vorliegender Nummer befindliche Bekanntmachung der Königlichen Etsenbahndirection Frankfurt a. M., betr. die Beförderung von Sonderzügen.
** Postalisches. Zur glatten Abwickelung des Post« fchalterverkehrS während der Weihnachtszeit kann das Publikum selbst wesentlich beitragen. Die Einlieferung der WethnachtSpäckereien sollte nicht lediglich oder vorwiegend biö zu den Abendstunden verschoben, namentlich müßten Familiensendungen thunlichst an den Vormittagen oufgegeben werden. Selbstfrankirung der einzuliefernden WeihnachtSpakete durch Postwerthzeichen sollte die Regel bilden. Zeitungsbestellungen dürften nicht in den Tagen vom 19. bis 24. December bei den Poftanstalten angebracht werden. Für die am Postschalter zu leistenden Zahlungen
sollte der Auflieferer baß Geld abgezählt bereit halten. Die | Befolgung dieser Rathschläge würde der Poft und dem Publikum gleichmäßig zum Nutzen gereichen.
Wechselstempelsteuer Im OberpostdirectionSbezirk Darmstadt wurden im November 1895 an Wechsel- stempelsteuer 12 384,60 Mk., zusammen mit den Vormonaten (ab 1. April 1895) 102 925,40 Mk. vereinnahmt, oder 47,20 Mk. weniger als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahre«
Universität- - Nachrichten.
— Die Universität Jena wird in bleiern Semester von 682 Studirenden und 41 Hörern besucht. Die iheologtsche Facultät zä-ilt 69 Studtrende, die juristische 169, die medicinische 207, die philosophische 271. — Die Königliche Academie zu Münster zählt im laufenden Semester 434 Siudirende, entgegen 423 im vergangenen Sommerhalbjahre. Davon gehören der theologischen Facultöt 269, der philosophischen 135 an — Die Universität Greifswald wird in diesem Semester von 807 Studirenden und 17 Hörern besucht. Von den Studirenden gehören 238 der theologischen, 133 der juristisch n, 351 der medictnischen, 85 der philosophischen Facultät an. — Aus Rostock wird geschrieben: Unsere Hochschule wird in diesem Semester von 426 Studirenden und 42 Hörern besucht. Der theologischen Facultät gehören an 36 Studtrende, der juristischen 108, der medic'ntschen 98, der philosophischen 184.
Eingesandt.
Gießen, 18. December 1895.
Den am hiesigen Platze bereits bestehenden Sport Vereinen hat sich in diesen Tagen ein weiterer ,«gesellt.
Veranlaßt durch die verschiedenen Strömungen, die sich in Radsahrkreisen vielfach zum Nachtheile der gemeinsamen Veran- staltungen und der mit dem Radfahren verbundenen Absichten gelte d machten, hatten sich schon seit etwa Jahresfrist eine größere Anzahl hiesiger Herren zu gemeinsamen Ausflügen zusammengefunden, ohne bisher einen eigentlichen Verein zu bilden.
Durch freundschaftliche Beziehungen Einzelner von diesen zu Mitgliedern de8 Bicycle-Club entstand dann allgemach der Wunsch, eine Vereinigung beider Theile berbeizuführen.
Im wohlverstandenen Interesse des Radfahrsports überhaupt und um insbesondere auf diese Weise einen eigentlichen größeren Verband am hiesigen Platze zu schaffen, dem allein e8 mög ich sein kann, auch In sportlicher Hinsicht entsprechend zur Geltung zu gelangen, beschlossen die Mitglieder des Bicycle Club in ihrer Generalversammlung vom 1. November d. I., diese Vereinigung berbeizu- führen. Nach langen Verhandlungen einigte man sich dahin, daß die Vereinigung die Farben blau-weiß des Bicycle Club beibehalten und fortan den Namen „Die Wanderer, Gießener Radfahrgesellschaft" führen soll
Wir begrüßen das für das Nadfahrwesen unserer Stadt hoch- erfreuliche Entgegenkommen der Mitglieder deS seitherigen Bicycle- Club und rufen den „Wanderern" ein kräftiges All Heil! entgegen
kirchliche Anzeigers dee Stafct Giehen.
Evangelische Seineinde.
Sonntag den 22. December. 4. Advent.
Gottesdienst.
I« der «tadtttrche.
Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Schlosser
Vormittags 11 Üb'-: Kinderkirche. Pfarrer Dr. Grein.
Nachmittags 31/» Uhr: Christfeier der Kletnklnderschule.
Pfarrer Dr. Naumann.
Dienstag de« 24 December r
N ichmtttagS 3‘/e Uhr: Christfeier der Kinderkirche. Pfarrer
Dr. G rein. _ _____
Mittwoch den 25. December. 1. WeihnachtSfeierta^
Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Schlosser-
Abends 5 Ubr: Pfarrer Dr. Grein.
Collecte für die hiesige Kleinkinderschule-
Donnerstag de« 28. Deed». 2. WeihnachtSfeiertaO.
Vormittag« 9*/i Ubr: Pfarrer Dr. Grein.
Abends 5 Ubr: Pfarrer Schlaffer.
Colhcte für die A men unserer Gemeinden-
Freitag den 27. December Abend« 6 Uhr, robb im Turnsaal der Etadtknabenfchvle von der V rttvlguna der confi-mirt-n Jugend der Matthäusgemeinde ein WethnachtSfeflspiel aufgefüh t werd.», wozu die Gemeinde herzlich cirgelaben robb. Kinder haben mit in Begleitung Erwachsener Zutritt. Zur Deckung der Kosten werden Gaben in die ausgestellten Teller erbeten-
An der AohanneSkirche.
Vormittags 9‘/i Ubr: Pfarrer Dingeldey.
vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die JohanneS- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann
Nachmittags S'/, Uhr: ChristbefcheerungSfeier für die Kinder- kirche der LucaS emUnde Pfarrer Dingelbe,
Am DtenStaa, ben 24 December, N chmiltagS S*/« Ubr: Cbrtft- befcheerungsfeier für die Kinderkirch: derJohanneSgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. „ t
Am 1 Ebristtag wird eine Collecte erhoben für die Kleinkinder- Bewahranstalt; am 2. Chrifttag desgleichen für die Armen.
Am 2 Feiertag, Abends 6 Ubr: Ltturgifcher Gottesdienst.
Am 2. Feiertage findet Beichte und hell. Abendmahl für die Lucas, und JohanneSgemeinde im VormittagsgotteSdienft statt-
Katholische Gemeinde.
Sonntag, den 22. December- 4. Sonntag im Advent.
SamStag:
Nachmittags um 5 Uhr und Abends um 8 Uhr GelegenheU zur hl. Beichte.
Von 4—6 Uhr wird ein fremder Priester Beicht hören-
S ' n u t a g:
Vormittags von 61/« Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte;
, um 6Vi Uhr erste hl. Meffe;
„ um 7‘/e Uhr AuStheiluna der hl. Communion;
„ um 8 Uhr zweite hl- Messe;
„ um 91/, Uhr Hochamt mit Predigt;
Nachmittags um 51/» Uhr Christenlehre; darauf AdventSandacht.
Witterungsbericht vom 19. December.
Das barometrische Maximum über den russischen Ostseeprovinzen bat gegen Westen an Raum gewonnen, während gleichzeitig daS Centrum des tiefen Druckes nach dem Süden deS ErdtheilS gezogen ist. Soweit eS die mangelhaften Nachrichten erkennen lasse-r, lag daS Centrum des niederen Drucke- heute Morgen über dem Mtttelmcer- becken. Außerdem sind über Central-Europa noch verschiedene kleinere Theilmintma vorhanden.
voranSstchtltche tBittmmfli
Trübes Wetter mit Nieder-chlägen.
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Im Samen -es Großherzogs! In der Privatklagesache des cand. med. Franz Freisfeld in Gießen, Privatktägers, gegen
den cand. med. Alfred Ermert daselbst, Angeklagten, wegen Beleidigung
hat das Großherzogl. Schöffengericht zu Gießen in seiner Sitzung vom 22. November 1895, an welcher Theil genommen haben:
1) Großh. Amtsgerichtsrath Gebhardt als Vorsitzender,
2) 3u6n8 Wageobach 3 , Alten-Buseck, 3) Ludwig Geißler 4., Lollar,
als Schöffen, Gerichtsaccessift GroS als Gerichtsschrcibcr, für Recht erkannt:
Der Angeklagte wird wegen Beleidigung, Vergehen gegen 185, 186, 200 des Str.-G -B. in eine Geldstrafe von Zweihundert Mark, die im Uneinbringlichkeitsfalle mit vierzig Tagen Gefängniß zu verbüßen sind und in die Kosten des Verfahrens, einschließlich der dem Privatkläger erwachsenen nothwendigen Auslagen, verurtheilt. Außerdem wird dem Beleidigten die Befugniß zugesprochen, den entscheidenden Theil dieses Ur» theils einmal innerhalb acht Tagen nach Zustellung einer beglaubigten Abschrift auf Kosten des Angeklagten öffentlich im „Gießener Anzeiger" bekannt zu machen. 10568
(L. 8) gez.: Gebhardt.
Bescheinigung.
Die Rechtskraft vorstehenden Ur- theils bescheinigt
Gi ßen, 18. December 1895.
Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts
(L. 8.) J.V.:
gez : Walbrach. HülfSgerichtSfchreiber.
Für die Richtigkeit der Abschrift:
Der Anwalt des Privatklägers
Dr. Gutfleisch, Rechtsanwalt.
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