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20.1.1895 Erstes Blatt
 
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Nr. 17

D« frWtwx Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme dr- Montags.

Die Gießener P«mirie«vtäl1er werden dem Anzeiger »öchcutlich dreimal brigelegt.

Er-stes Blatt. Sonntag den 20. Januar_____________________

Gießener Anzeig er

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1895

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Deutsche» Reich.

Berlin, 18. Januar. Der Kaiser hielt am Donnerstag Mittag ein Capitel des Schwarzen Adlerordens im Capitelfaale des Berliner Refidenzschlosses ab. Boran» gegangen war dem Capitel die feierliche Investitur der schon früher ernannten jüngsten Ritter dieses höchsten preußischen Ordens. Abends fand für die fämmtlichen Theilnehmer am OrdenScapitel Festmahl im Elifabethsaale des Schlosses statt.

Der Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, Freiherr v. Scheele, soll sich keineswegs mit den ihm ^geschriebenen Rücktrittsgedanken tragen. Demnach würden auch die Muthwaßungen über seinen eventuellen Nachfolger, als welcher u. A. Major v. Wißmann genannt wurde, hin­fällig werden.

Berlin, 18. Januar. Die Freisinnige und die Deutsche DolkSpartei haben sich heute in einer gemein­samen Fracrionsfitzung gegen jede Herabsetzung der Beschlußfähtgkettszifser schlüssig gemacht. Frkf. Z.

Ausland.

Paris, 18. Januar. Der junge Herzog von Orleans hat sich anläßlich des PräsidentenwechselS den Franzosen als ihren Mann der Zukunst in Erinnerung gebracht. Dies durch ein bombastisches Schreiben an den orleanisti ch gesinnten Senator Buffet/ doch wird Philipp von Orleans wohl noch etwas Geduld haben müffen!

Felix Faure, der jetzige Präsident der französischen Republik, steht im 54. Lebensjahre, er kann als einselbstgemachter Manu" im besten Sinne des Wortes gelten, denn noch vor dreißig Jahren war er ein armes Schreiberlein im Bureau einer Gerberei. Aber er arbeitete sich aus dieser so untergeordneten socialen Stellung dann gar bald zum Chef eines großen Handlungshauses in Havre und Präsidenten der Handelskammer dieses wichtigen Seehandelsplatzes empor, und in Havre wurde er zuerst auch eine politische Persönlichkeit, nämlich Bürgermeister- Stellvertreter. 1881 wurde Faure zum ersten Male in die französische Deputirtenkammer gewählt, der er in der Folge nur mit jenen Unterbrechungen angehört hat, während derer er ministerielle Posten bekleidete. Der letzte derselben war derjenige des Marineministers im Cabtnet Dupuy, von welchem er nunmehr den weiten Schritt zum höchsten Posten der Republik gechan hat. Felix Faure gehört politisch zur nämlichen Richtung, wie sein Vorgänger auf dem Präsidenten- Auhle, Casimir Perier, indessen gilt das neue Staatsoberhaupt Frankreichs in mancher Beziehung, namentlich was seine Auffassung der großen Weltfragen anbelangt, noch als ein Nnbeschnebenes Blatt. Persönlich ist er ein durchaus ehren- weither Character.

Die Reihe der Staatsoberhäupter, welche die dritte Republik in den verflossenen 24 Jahren verbraucht hat, scheint sich schneller zu vergrößern, als man bei Begründung der Republik und später der siebenjährigen Amtsdauer gemeint hat. Wir stellen in folgendem, nach derStr. P.", die Staatsoberhäupter zusammen:

1870 4. September, General Trochu (geb. 1815), Vor­sitzender der nationalen Vertheidigung.

1870 October, Lüon Gam bett a (geb. 1838, gest. 1882), Dctator.

1871 17. Februar, L. Adolphe ThierS (geb. 1797, gest. 1877)7 Chef der Executivgewalt.

1871 31. August, Präsident der Republik.

1873 24. Mai, Marschall Mac Mahon (geb. 1808, gest. 1893), Präsident der Republik auf 7 Jahre.

1879 30. August, JuleS Grövy (geb. 1807, gest. 1891), auf 7 Jahre.

1885 28. December, zum zweiten Male.

1887 3. December, Sadt Carnot (geb. 1837, gest. 24. Juni 1894), Präsident auf 7 Jahre.

1894 27. Juni, Jean Casimir Perier (geb. 1847), Prä­sident auf 7 Jahre.

1895 15. Januar, Rücktritt Casimir Periers.

Neueste Nachrichten.

WolffS telegraphisches Correspondenz-Boreau.

Berit», 18. Januar. Der Botschafter Graf Schuwalow reiste mit Familie heute Abend 10^ Uhr ab. Das gelammte vsffziercorps des Kaiser Alexander-Regiments, viele Offiziere der Gardekürasfiere, das gesammte Hauptquartier deS Kaisers, diele Hofstaaten, hohe Beamte der Ministerien, die Mitglieder deS diplomatischen CorpS und die Botschaftsmitglieder hatten sich aus dem Bahnhofe eiugefuuden. Der Kaiser traf nach

10«/z Uhr ein und führte die Gräfin Schuwalow am Arme , auf den Perron, wo er von dem Borschaiterpaar Abschied nahm. Der Kaiser küßte der Gräfin die Hand und umarmte und küßte Schuwalow, der sich der Thränen nicht erwehren tonnte; auch der Kaiser war sichtlich gerührt. Der Gläfin wurden kostbare Blumenspenden überreicht.

Berlin, 18. Januar. Der Geheime Oberpostrath und Abtheilungs-Dirigent Triebe! Ist heute Vormittag gestorben.

Berlin, 18. Januar. In der Budgetcommifsion des Reichstages gab der Regierungscommiffar, Generalmajor v. Gemmingen, auf eine bezügliche Anfrage Aufschluß über die Quantitäten der im Jnlande und der im Auslande angekauften Naturalien. Danach sei von der Gesammtsumme, welche für Naturalien verausgabt wurde, etwas über acht Procent nach dem Auslande gegangen. Gegenüber der Anregung, möglichst aus erster Hand zu kaufen, hebt der Regierungscommiffar hervor, daß dies in den zur Zeit bestehenden Bestimmungen für die Proviantämter bereits vorgesehen sei. Abg Richter bemängelt die darin liegende B vorzugung der Landwirthe aus Kosten der Steuerzahler. Generalmajor v. Gemmingen weist demgegenüber nach, daß gerade durch die Zwischenhändler eine Vertheuerung des Getreides etngetreten ist. Auf eine Anfrage des Abg. Müller- Sagan bemerkt der Regierungscommiffar, daß in der Garnison von Glogau insgesammt 2 00 Mann erkrankt seien. In den Speiseresten hätten sich dort keine schädlichen Beftandtheile gefunden; die Militärverwaltung stehe hiervor einem Räthsel.

Berli«, 18. Januar. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Auf die Beschlüsse des Reichstags in Sachen der inneren DiSciplinareinrichtungen habe die Regierung keinen Einfluß. Wenn die Ansicht der Regierung, daß die bestehende Ein­richtung nicht genüge, bei der Volksvertretung keine Beachtung finde, so könnte die Regierung in die Lage kommen, sich bei den Reichstagsverhandlungen durch Commiffare vertreten zu lassen. Die Regierung habe die Ueberzeugung, daß das stärkste Interesse, eine solche Entwicklung zu vermeiden, beim Reichstag liege. In Betreff der Commissionsverhandlungen über die Umsturzvorlage lehne die Regierung den Vor­wurf ab, daß sie bet deren Rechtfertigung nicht mit dem ge­nügenden Nachdruck aufgetreten sei. Die Regierung habe ihre Gründe für die Vorlage angeführt und hinzugefügt, daß die Vorlage das Mindestmaß der als unumgänglich er­achteten Forderungen darstelle. Der Reichstage wisse also, daß es sich um rin feststehendes Ziel handle, das erreicht werden soll und wird. Wenn die Vorlage abgel'hnt oder ungenügend abgeändert wird, wird es sich für die Regierung nicht um die Frage handeln, ob andere, sondern lediglich welche Wege einzuschlagen sind, um das Ziel zu erreichen. Hier liegt nicht ein einseitiges Interesse der Regierung vor, vielmehr habe der Reichstag alle Veranlassung, dieses Interesse zu theilen. Dem Reichstage ging ein von Mitgliedern verschiedener Fracnonen unterstützter Antrag zu auf Ein­führung eines angemessenen Zolles auf Quebrachoholz und auf die daraus hergestellten Präparate.

Budapest, 18. Januar. Das neue Cabinet stellte sich heute Abend im liberalen Club vor. Präsident Banffy entwickelte sein Programm, daS allgemeinen Verfall sand, und erbat die Unterstützung der Partei. Die Lvmng der Krise sei im Rühmen der liberalen Partei bewerkstelligt. Der Präsident der Partei, Daranyi, und mehrere Redner ver­sicherten daS Cabinet des Vertrauens und der Unterstützung der Partei, die aus diesem Anlaß auf den Antrag des neuen CabinetSchefs dem scheidenden Cabinet Dank und Anerkennung aussprach. De Mittheilung, daß der gewesene Just'zminister Szilagyi als Kammerpräsident candidirt, verursachte minuten­lange Ovationen für Szilagyi.

Paris, 18. Januar. Casimir Perier fährt fort, alle Audienzen zu verweigern, nur die Mitglieder des Civil- und Militärcabinets find zugelassen. Perier nimmt morgen Abschied von diesen. Am Sonntag und Montag findet der Umzug Periers vom Elysee in seine Privatwohnung statt.

Paris, 18. Januar. Der Präsident Faure trug Brisson die Cabinetsbildung an. Dieser lehnte ab und rieth Faure, die Cbess der republikanischen Gruppen zu be­fragen. Faure erklärte, er würde Abends Bourgeois berufen. Die Social!sten erklärten heute in den Couloirs, dem Präsidenten Faure nicht so feindlich gegen­über zu stehen, wie Casimir Perier. Sie wollen ihm jeden­falls Zett lassen, sich am Werke zu zeigen, und erwarten ver- söhnende Maßnahmen, beispielsweise die Freilassung Gerault- RichardS.

Paris, 18. Januar.

empfing heute Bormittag das Personal

um sich von demselben zu verabschieden. Hierauf begab sich der Präsident in daS E ysse, wo ihm militärische Ehren er­wiesen wurden. Er übernahm sofort daS Bureau Casimir Periers. Mittwoch wird Faure wahrscheinlich definitiv sich im Elysöe niederlassen. Der Minister des Auswärtigen, Hanotaux, legte dem Präsidenten das Telegramm vor, durch welches seine Wahl den auswärtigen Regierungen notificirt wird. Faure erhielt zahlreiche Glückwunschtelegramme. Er beauftragte den Ministerpräsidenten Dupuy, den Armen- verwaltungen von Paris und des Departements Seine inssrteure mehrere Geldbeträge zu überweisen. Heute Nachmittag wirb der Präsident Frau Carnot besuchen und dann nacheinander die Präsidenten des Senats und der Kammer empfangen. Dupuy wird die lausenden Geschäfte des Marineministeriums erledigen. Bezüglich der Lösung der Frage des neuen CabiuetS verlautet noch nichts Bestimmtes.

Auckland, 18. Januar. Die Fidschi Inseln wurden von einem furchibaren Orkan heimgesucht, durch welchen großer Schaden auf dem Lande und zur See angerichtet wurde. Die Schiffe haben schwer gelitten. Das SchiffOphir" ist mit 700 Tonnen Kopra auf einem Riff bei Liouka gestrandet» Ein unbekannter Schooner ist bei der Insel Tavauni gescheitert. Man befürchtet, daß alle Personen, die sich an Bord befanden, ertrunken sind.

Yokohama, 18. Januar. Nach einem Telegramm des General Nodzu vom 15. d. M. aus Kai ping befinden sich in der dortigen Umgegend 41 feindliche Regimenter. Der Commandeur der 3. Division berichtet, daß eine feindliche Ab- tbeHuag in südwestlicher Richtung von U-lnsai vorgerückt sei. 2000 Mann befinden sich mit fünf Feldgeschützen in Karsts« Tokako.

WB. München, 19. Januar. Der Aesthetiker Professor Moritz Carrlöre ist an einem Schlaganfall gestorben. (Prof. Carriöre, vor feiner 1853 erfolgten Uebersiedelung nach München an die dortige Akademie in Gießen thätig, ist geboren am 5. März 1817 in Griedel bei Butzbach. Seine Hauptwerke sind:Die philosophiiche Weltanschauung der Reformationszeit",Wesen und Formen der Poesie", Aesthetik",Die Kunst im Zusammenhang mit der Cultur- entro ckelung",Die sittliche Weltordnung",Characterblld Cromwells" ,Religiöse Reden"',Erbauungsbuch für Denkende",Lebensbilder", eine Anzahl Gedichte undGe­sammelte Werke".)

Depeschen des Bureau"Hero!d".

Berlin, 18. Januar. DerReichsanzeiger" schreibt: In der Presse tauchen seit einiger Zelt Immer von Neuem Gerüchte über angebliche Veränderungen im Staats - mtntflerlum auf. Dieselben entbehren jeder Begründung und müssen um so entschiedener zurückgewiesen werden, als die frivole Verbreitung solcher Verrnuthungen geeignet ist, das Ansehen der Regierung zu schädigen. Das StaatS- rnIn ist erium trat heute Nachmittag 2 Uhr im RelchstagS- gebäude unter dem Vorsitz des Fürsten Hohenlohe zu einer Sitzung zusammen. DieNordd. Allgem. Ztg." bestätigt, daß der Kaiser dem bisherigen russischen Botschafter Graf Schuwalow bei der Abschiedsaudienz die Brillanten zum Schwarzen Adlerorden verliehen. Von der Kaiserin er­hielt Frau Gräfin Schuwalow deren Bildniß mit eigen­händiger Unterschrift. DerNordd. Allg. Ztg." zufolge enthalten die in den Blättern umlaufenden Meldungen von einer demnächst zu erwartenden Berufung des Staats­rath es einen zutreffenden Kern, indeffen ist EndglltigeS über die Verhandlungsgegenstände, sowie über die Frage, ob der gesammte Staatsrath oder nur einTheil desselben etnberufe« wird, noch nicht beschlossen. Die Mittheilung, daß Gras Kanitz in den Staatsrath berufen Ist, ist unzutreffend. Wen« weiter auch die Frage erörtert worden ist, ob Fürst Bismarck noch dem Staatsrath angehört, so kann kein Zweifel darüber bestehen, daß diese Frage bejaht werden muß. Die Kreuzzeitung" meldet, über die Ankunft des zum Nachfolger des Grafen Schuwalow in Aussicht genommenen Fürsten Lobanow, derzeitiger russischer Botschafter in Wien, ist noch nichts Näheres bekannt. In hiesigen russischen Kreise« bezeichnet man Herrn von Nelidow, den Vertreter des Zaren in Konstantinopel, als Nachfolger des Fürsten Lobanow in Wien. Für Konstantinopel soll der Gesandte in Stock­holm, von Sinosfjeff, die meiste Aussicht haben. In diplomatischen Kreisen verlautet, der hiesige französische Botschafter Herbette habe zu vertrauten Personen die Absicht geäußert, in absehbarer Zeit vom Botschafterposten zurückzntreten. Es wird jedoch angenommen, daß er Infolge dessen persönlicher Freund Herbette ist,

Der Präsident Felix Faure der Wahl FaureS, deS Marineministerium-, auf feinem Posten verbleiben werde.