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Wir müssen es uns leider versagen, des Näheren auf den prächtigen Bau einzugehen und lassen noch einige geschichtliche Nachrichten folgen: Im 14. und 15. Jahrhundert wurde daS Kloster schlecht verwaltet- es hatte mit der Burg Friedberg oft Befitzstreitigkeiten. Der 30 jährige Krieg mit seinen Greueln schlug dem Kloster tiefe Wunden, die Kirche blieb von Verwüstung und Brand verschont und ist uns daher in ihrer Schönheit erhalten geblieben, wenn auch gegenwärtig die Vorderfront durch unschöne Wirthschafts-
Wenn der Wanderer das schöne Gotteshaus angeseh hat, versäume er nicht, sich den Pavillon zu betrachten, d als Thoreinfahrt zu dem Platze vor dem ehemaligen Klost dient. Er ist im Barokstil, einfach, ohne Ueberladung g halten, stammt aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts ui Zeigt uns jenen Stil in trefflicher Form. Auch die Müh des Dorfes sei der Aufmerksamkeit des Wanderers empföhle! weil auf der Langsette des Gebäudes einige bübscl Jnschriftsteine, mit bildlichen Darstellungen versehen, eil gemauert sind.
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ta der Nähe das Himmelfahrt- und Frühlingsfest gefeiert. In jenem Walddistrtcte, besonders aber in demjenigen, der sich etwas nordwestlich gegen das Dörflein Le.dhecken hinzieht, gedeiht die herrlich duftende Maiblume in solcher Menge und Schönheit, wie sie Einsender nirgends int lieben, deutschen Vaterlande, das er nach mancher Richtung durchwandert hat, wieder fand. ES sind Stellen vorhanden, wo man die Mai- glöckchen buchstäblich mit der Sense abmähen könnte, wenn man sich diese Barbarei gestatten wollte. Mit riesigen Sträußen beladen, daß sie die Hände kaum zu fassen vermögen, kommen die Kindex an Sonn- und Feiertagen aus den Wäldern gezogen, ohne daß der Nachwuchs bis jetzt gelitten hätte. ES ist sehr wahrscheinlich, daß der Maiblumen- reichthum einmal ein schönes Stück Geld einträgt, wenn die Bahn Friedberg—Salzhausen—Nidda ferliggeftellt ist.
Vom „Stuhl der wilden Frau", der wegen seiner Ein- fachheit und großen Unbequemlichkeit bet manchen modernen Touristen ein recht unbefriedigtes Gefühl zurücklaflen wird, führt der Weg steil abwärts nach dem nur eine halbe Stunde entfernten Städtlein Staden, dessen weißes Kirchlein mit abgestumpftem, viereckigem Thurme hell im Sonnenscheine herüberwinkt. Ein guter Sauerbrunnen, etliche alte Befestig- ungsüberrefte und das hübsche, freundliche, aber nicht mehr bewohnte Schloß der Herren von Stein verdienen beachtet zu werden. Der Weg führt weiter in einer halben Stunde zuerst über Nieder Flvrstadt, in einer weiteren halben Stunde nach Wtckstadt und von da wieder in einer halben Stunde nach Ilbenstadt, wo man sich etwas länger aufhalten muß. (Auch das Städtchen Assenheim, Sitz des Grafen von SolmS- Affenheim) verdient wegen seines Schlosses und seines hübschen hölzernen Rathhauses einen Besuch.)
. kehren wir nach Ilbenstadt zurück. Im Jahre 1803, als die Franzosen das linke Rhetnufer von Deutschland wegrissen, wurde eine stattliche Anzahl kleiner, reichsunmittelbarer Fürsten und Grafen ihrer Güter und Besitzungen jenseits des Rheines beraubt. Sie wurden dadurch
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Wir nehmen sonst nicht gerne einen größeren Raum für geschichtliche Nachrichten hinsichtlich unserer „Spaziergänge" in Anspruch. Ilbenstadt ist aber so interessant und bet dem Touristenpublikum so wenig gekannt, daß wir diesmal eine Ausnahme machen und einige kurze Nachrichten hier folgen lassen wollen. Das Dorf Ilbenstadt erscheint schon zur Zeit Kaiser Ludwigs d. Fr. (814-840) in der Geschichte. Wahrscheinlich im Jahre 1122 stifteten die Grafen Otto und Gottfried von Kappenberg, zwei Brüder, in Westfalen und auch in der Wetterau begütert, das Prämenstratenser Kloster Ilbenstadt. Im 12. Jahrhundert war man sehr baulusttg- dte Prämenstratenser, denen reichliche Mittel zuflossen, besaßen tüchtige Baumeister und wetteiferten mit anderen Orden in der Errichtung großartiger Kirchenbauten. Im Jahre 1159 wurde die Kirche eingeweiht, wenn sie auch wahrscheinlich noch nicht ganz — vielleicht zunächst nur die östlichen Theile — vollendet war, sie ist im romanischen Stile gehalten. Der Grundriß zeigt die Anlage einer kreuzförmigen Pfeiler- basilica. Das Schiff wird von acht Paaren engstehender starker Pfeiler getragen, welche auf den vier Setten mit Halb- saulen besetzt sind.
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Bauwerke des romanischen Stils (die Jlbenftädter Abtei 1 Arche), des besten Baroksttls (den Jlbenftädter Pavillon) und i i>er Frühgothik (die Friedberger Stiftskirche) so naht 1 beieinander findet- daneben hat man ein schönes Stücklein \ deutschen Landes durchmessen, kann um billiges Geld erhalten, was zu des Leibes Nahrung und Nothdurft gehört und rechtzeitig wieder zum häuslichen Heerde zurückkehren. Quod felix, bonum, faustum, fortunatumque sit!
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