Ausgabe 
19.5.1895 Erstes Blatt
 
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vung. Hierauf wurde der Antrag des Grafen Slinkowström auf Annahme einer Novelle zum Jagdpolizeigesetz ditcunrr und angenommen. Ebenfalls zur Annahme gelangte die Vorlage, betreffend die Aufhebung der Stolgebühren im ®e« z'rk Wiesbaden. Nächste Sitzung morgen. Kleinere Vorlagen.

Berlin, 17. Mai. Zu dem gestrigen'Artikel der »Köln. Zeitung" gegen den Minister von Köller schreiben heute Abend dieBerl. Reuest. Nachr.": Daß Fürst Hohenlohe au dieser Bekämpfung seine- Ministercollegen in keiner Weise betheiligt ist, steht unverbrüchlich fest. ES bleibt nur die Annahme Übrig, daß von irgend einer Seite her ein Druck auf den Fürsten Hohenlohe auSgeübt werden soll, den Minister v. Köller zu beseitigen, sei eS, daß dies der Zweck der Sache ist oder nur da- Mittel, um durch einen künstlich angebrachten Conflict Hohenlohe-Köller auf den Rücktritt des Reichskanzler- selbst hinzuwirkeo. Die Karten schienen ge- schickt gemischt zu sein. Lediglich von diesem GefichtSpunkte aus wird man dem weiteren Verlauf der Preßpolrmik Auf« merkfamkeit zuzuwenden haben.

Berlin, 17. Mai. In dieser Woche soll Hierselbst eine Versammlung sämmtlicher Oberbürgermeister der Monarchie behufs Herbeiführung wirksamer gemeinsamer Ar« betten der Lommunen stattfinden.

Berlin, 17. Mat. In einem Leitartikel wendet sich die Nordd. Allg. Ztg." gegen die Auffaffung der freifinntgeu Presse, als sei die Freiheit der Wissenschaft bedroht, falls man, wie dies im Falle des Privatdocenten an der Berliner Universität, Dr. AronS, geschehen sollte, akademische Lehrer wegen ihres außerdienstlichen politischen Verhalten- maßregele. Die Berechtigung zu solchen Maßregelungen sucht daS Blatt neuerdings aus Artikel 22 der Verfassung her« zuleiten und erklärt, daß es sich hier einfach um die Thatsache handle, daß Dr. AronS soctalrevolutionäre Propaganda ge­trieben und deßhalb die Berechtigung zu einem akademischen Lehramte verwirkt habe.

Berlin, 17. Mai. In Vertretung der Kaiserin wohnte beute die Frau Prinzessin Friedrich Leopold der feierlichen Einweihung der AuferstehungS-Kirche bet. Der Kaiser ließ sich, nach bereits früher getroffenen Bestimmungen, durch den Prinzen Friedrich Leopold vertreten.

Berlin, 17. Mckt. Die Berathungen des Stempel- steuergefetzeS durch die Commission deS Abgeordneten­hauses in der zweiten Lesung hatten in den letzten Tagen so bedeutende Fortschritte gemacht, daß es nicht unwahrscheinlich ist, daß die Commission dem Hause seinen Bericht bedeutend früher, als erwartet, zustellt.

Berlin, 17. Mat. Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, wird der Reichstag morgen in acht Tagen, also am 25. d. MtS., geschlossen werden.,

Berlin, 17. Mai. In der WahlprüfungS-Com­mission deS Reichstages wurden heute die Mandate der Ab­geordneten Iskraut-Schmalkalden und Bauermeifter (RetchSp.) für giltig erklärt.

Trier, 17. Mai. Die Temperatur ist hier nach heftigem Gewitter unter Null gesunken. Auf dem HundSrück herrscht starker Schneefall.

Karlsruhe, 17. Mai. In der heutigen Stadtverordneten« sitzung begrüßte der Stadtrath sehr sympathisch die an ihn ergangene Anregung zur Errichtung eines Bismarck- Denkmal- in hiesiger Stadt. ES wurde eine Commission eingesetzt zur Einleitung der erforderlichen Schritte. Daß Denkmal soll aus freiwilligen Beiträgen errichtet werden und seinen Platz mitten in der Stadt vor dem neuen Reichs­postgebäude erhalten.

Straßburg, 17. Mat. In den Vogesen ist Schneefall eingetreteu.

Prag, 17. Mai. Nach Schluß des auf der Schützen« Insel abgehaltenen JohanniSsesteS, welchem mehrere tausend Menschen beiwohnten, kam eS in den Hauptstraßen zu großen Tumulten. Dor dem PolizeidirectionS-Gebäude und dem deutschen Casino wurde gejohlt, gepfiffen und Pereat gcschrieen und die einschreitende Wache verhöhnt und mit Steinen geworfen. Erst um H UHr RachtS wurde die Ruhe wieder hergeftellt.

Paris, 17. Mai. Die dem Minister der Colonien au» Madagaskar zugegangenen Nachrichten lauten günstig. Die Kanonenboote werden Ende dieses Monats kampfbereit sein und die Landung der Truppen wird in bester Ordnung vor sich gehen.

Washiagtou, 17. Mai. Einem osficiellen Telegramme auS Tokio zufolge ist zwischen Japan und den europäischen Mächten eine Verständigung zu Stande gekommen. Die chinesisch-japanische Frage ist hiermit beendigt.

totales rrnd provinzielles,

Gießen, den 18. Mai 1895.

* Landwirthschaftlicher Provinzialveretn Starkenburg. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben durch Allerhöchste Entschließung vom 8. d. M. dem landwirth- schaftlichen Provtnzialvere in für Starkenburg die Rechte einer juristischen Person Allergnädigst zu ver- ldl)en geruht.

GaS Absperrung Wir machen auch an dieser Stelle unsere Leser auf die in heutiger Nummer erlassene Bekannt­machung des städtischen Gaß- und Wasserwerks, betr. die morgen (Sonntag) auf kurze Zeit erfolgende Absperrung des GaieS, aufmerksam.

Vraahilde" war der fünfte Vortrag io Frau Osten- Sa ckenS BonragS'Reihe genannt. ES war ein Auszug auS dem Nibelunge - Werk von W. Jordan, welcher den gänzlichen Abschluß dieser großen Dichtung gebracht hat. Die Leistung der Dame war belebt und verständr.'tßvoll. Die riesenhaften Stimmmittel, welche dieser Vortrag fordert, waren etwa» beeinträchtigt von einer schweren, sechSwöcheot« lichen Influenza, an welcher die Rednerin kurz vor ihrer Ankunft in Gießen in Kassel darniederlag. Nächsten

Montag, den 20. d. M, wird mit Goliath von W Neber, dem Dichter der dreizehn Linden, diese geistvolle Vortrags­reihe ihren Abschluß finden. Eine zahlreiche Zuhörerzahl war anwesend.

Der Deutsche Papier Verein, Schutzverein für Papier- und Schretbwaaren Industrie und Handel, dessen Bitz zu Berlin ist, erläßt nachstehende Veröffentlichung: Im Anschluß an die diesjährige Generalversammlung in Frankfurt a. M. wird der Königl. Hütteninspector und Attachee deS Kaiser!. ConsulatS in Chicago, Herr Carl Haller einen Dorrrag halten über: Handels- und Industrie-Verhält­nisse der Bereinigten Staaten Amerika«, inS- besondere in Bezug aus die Förderung deS Exports deutscher Producte dorthin. Herr Haller hält diesen Vortrag im Aus­trage der HandelSabtheilung deS Kaiser!. Deutschen Cansu- lareS in Chicago und bedarf eS wohl keines Hinweises da­rauf, daß eS für jeden Industriellen, Handel- und Gewerbe­treibenden, welcher sich für die Ausfuhr nach Amerika in- teressirt, von Bedeutung ist, diesem Vortrag beizuwohnen, zumal Herr Haller auch zu persönlichen Auskünften sich be­reit erflärt hat. Wir erlauben uns daher, die verehelichen Mitglieder der Handelskammer zu diesem Vortrag, welcher am SamStag den 25. Mai, vormittags 10 Uhr, im Saale der Alemannia (am Schillerplatz) zu Frankfurt a. M. statt- findet, freundlichst einzuladen.

* Motor Fahrrad. Gestern hatten wir Gelegenheit, zum ersten Male ein Motorfahrrad zu sehen und zwar wurde dasselbe von Herrn Wilh. Hamel, Fahrradhändler, vorgeführt. Die Probefahrt fand auf OSwaldSgarten statt, sie zog aber nach einigen Minuten eine solche Menschenmenge zusammen, daß Herr Hamel das Fahren einstellen und durch mehrere Straßen nach dem Exercierplatz retiriren mußte. Hier ließ Herr Hamel daS Rad mit voller Straft arbeiten, sodaß in einer Minute 1000 Meter zurücklegte. Der Bau eines solchen RadeS ist bewundernSwerth. Der Preis stellt sich auf 1200 Mk., er wird aber ohne Zweifel billiger werden, sodaß die Maschine für die Geschäftswelt bald ein vorzügliches Beförderungsmittel werden dürfte. WaS die Geschwindigkeit des RadeS betrifft, so liegt dieselbe für die Landstraße zwischen 30 und 40 Kilometer pro Stunde, doch läßt sie sich nach Angabe von Fachkennern bei besonder» forcirten versuchen steigern bis zu 90 Kilometer (also der zulässigen Maximalgeschwindigkeit eines Eisenbahnzuges). DaS Motorrad ist für Herren wie Damen gleich geeignet; der Bedarf an Betriebsmaterial berechnet sich auf ungefähr ®/4 Pfg. pro Kilometer - der ohne Reservebebälter mitzuführende vorrath an Benzin reicht für eine Strecke von 300 Kilometern; Kühlung und Oelung deS Motors geschieht auf originelle Weife. DaS Erlernen des Fahrens ist leichter, wie bei den übrigen Maschinen.

* * Befitzwechfel. DaS Haus des Wirths und Metzgers Heinrich Schwall, Grünbergerstraße 15, ging durch Kauf an den Brauercidefitzer Georg Bichler über.

* Wechselstempelsteuer. Im OberpostdirectionSbezirke Darmstadt war die Einnahme an Wechsel stempel ft euer im April 1895: 12 777 Mk. 80 Pfg. (1159 Mk. 60 Pfg. weniger als im April des Vorjahres).

* Der Getteidemarkt. (Berichtswoche vom lO.bis 17. Mai.) Im AuSlande, zumal in Nordamerika sind die Getreide- preise wegen eingetretener Nachtfröste und großer Abnahme der alten Borräthe in letzter Woche wieder erheblich gestiegen, aber auf die deutschen Märkte hatte diese Steigerung deshalb wenig Einfluß, weil in Folge der starken Ankäufe in den beiden vorhergehenden Wochen die Kauflust etwas abgeschwächt ist. Weizen kostete in Berlin und Leipzig per 20 Centner 140160 Mk., Roggen 128135 Mk., Gerste 110165 Mk., Hafer 122148 Mk.

Ruppertsburg, 15. Mai. Die Vermessungsarbeiten für die neu zu erbauende Strecke der Zweigbahn Billingen Friedrich-Hütte haben unter Leitung des Herrn Forstassessor Sch r eh er einen günstigen Verlauf genommen. Gestern verweilten die Herren Geh. Bauräthe Meyer aus Darrn« siadt und Altvater auß Gießen zur Einsichtnahme in Friedrichßhütte.

Munster, 16. Mai. Am vergangenen Sonntag wurde eine hiesige Wittwe dadurch überrascht, daß ihre Kuh drei lebendige Kälber zur Welt brachte. Dieselben sind alle drei gesund und entwickeln sich in normaler Weise.

Friedberg, 16. Mai. Die Wittwe de- bekannten Oeko- nomen Sch. zu Wisselßheim wurde in Haft genommen, weil dieselbe im verdachte steht, ein in ihren Diensten ftebendeß Mädchen zum Ablegen eineß Meineidß veranlaßt zu haben. Gegen die Frau ist nämlich Anklage wegen Milchfälschung erhoben worden.

A «u8 dem Kreise vttselb, 17. Mai. Auß der bekannt gegebenen Uebersicht der Umlagen zur Bestreitung von Communalbedürsnissen in den Gemeinden deß Kretseß Alßseld entnehmen wir, daß die Höchstsummen von Alßfeld mit 68 416 Mk. und Homberg a. O. mit 18400 Mk. aufgebracht werden. Bon 25 Gemeinden beträgt die Umlage­summe 50009000 Mk., alle übrigen weisen geringere Be­träge auf. Den höchsten Beitrag auf 1 Mk. tiommunalfteucr« capital leistet die Gemeinde Ruhlkirchen mit 61,284 Pf., den Mindestbeitrag giebt Kirtorf mit 8.812 Pf. Einen Betrag von 50 Pf. und mehr auf 1 Mk. Eommunalfteuercapital haben sieben Gememden auszubringen, «eitere Kriegsschulden sind noch von achk Gemeinden zu tilgen.

Siebenten i. C, 16. Mai. Infolge deß bedeutenden Temperaturrückgangß hatten wir heute Vormittag hier Schneefall. Daß Gleiche ist von der Neunkircher Höhe zu melden. Daß winterliche Laudschaftßbild war jedoch nur von kurzer Dauer.

Reiste. 16. Mai. Auf dem Exercierplatz zu Stefans- 1 dorf stürzten beim Frontgalopp zwei aus dem Protzkasteu

! des Geschütze» fitzende Artilleristen herab und wurde» von dem iolgenden Geschütz so unglücklich überfahren, daß an

; ihrem Auskommen gezweifelt wird.

* Siefen, 14. Mai. Sech» Soldaten de» hiesigen 49. Infanterie-Regiment» sind an Trichinose erkrankt. E» sind saft sammtlich Leute, d«e in die Truppenküchen com« manbirt waren. Sie haben eingestanden, daß sie von dem rohen Fleisch, da» die Lieferanten in die Küche gebracht, vor dem Kochen genascht hätten. Die Lieferanten behaupten, daß da» Fleisch untersucht gewesen fei.

* Scheyern, 14. Mai. Eine rohe Blutthat melden bayrische Blätter. Zu Ilmried stritten zwei Burschen ha Alter von 18 und 20 Jahren. Der Eine, klein von Statur, rief dem Andern zu:Du, Du wirfst nn» untere Fenster nimmer ein, baß will ich Dir sagen." Der Größere er- wiberte. »Du LauSbub, was willst Du?" ergriff eine Schaufel, während der Andere eine naheliegende Hacke aufhob. Plötzlich besann sich der Größere eineß Bessern, warf die Schaufel weg und reichte feinem Gegner die Hand mit den wohl­gemeinten Worten: w®cb, lassen wir» gut sein, kommt nicht» Gescheidte» rouS". .Jawohl", stimmte fein Kamerad scheinbar bei, wars auch die Hacke weg, griff aber dafür zum Messer und während er die Hand zur Versöhnung vor sich sah, stach er den Andern unbarmherzig mtt sieden Stichen nieder.

Verleihung bei Ehreubürgerrechtl an eine Fran dieser gewiß seltene Fall hat sich in Strieg au in Schlesien zugetragen. In der letzten Sitzung der dortigen Stadt« verorbneten-versammlung gelangte zu deren Kenntniß, daß die frühere Fabrikbesitzerin Frau R. in Görlitz den viel­fachen zum Wohle der Bevö.kerung Striegau» gemachten Schenkungen und Stiftungen in hochherziger Weise eine neue Stiftung von 10,000 Mk. hinzugefügt bat, deren Zinsen zur Unterstützung bedürftiger Wittwen und Waisen der am Pro« gymnafium dafelbst verstorbenen Lehrer verwendet werden sollen. Die Bersammlung nahm die Schenkung mit Dank an und beschloß einstimmig, der Geberin In Anerkennung ihrer vielfachen Berdienste um da» Wohl der Stadt da» Ehren- bürgerrecht zu verleihen.

* Beim Kopsstehen gestorben. Der fünfjährige Sohn de» Eigenthümcrß Adolf Rau in Glashütte spielte meist allein und übte sich, wie seine Eltern wiederholt bemerkten, öfter» im Kopfstehen. Damit ihm die» besser gelinge, machte er mit den Händen in den sandigen Boden ein kleine» Loch und steckte den Kopf in diese». Neulich trieb der Rrabe wieder dasselbe Spiel. AIS seine Mutter nach längerer Zeit einmal nach dem Kinde außschaute, bemerkte sie, daß e», den Kops nach unten gekehrt, regungSlo» balag. hatte den Kopf in ein etwas zu tief gegrabene» Loch gesteckt und war jeden­falls erstickt. Möglich ist jedoch auch, daß der Kleine durch Beschädigung der Rückenwirbelsäule den Tod ge­funden hat.

* Die Krönung bei Zaren Nikolai II. soll im Mai nächsten Jahre» in Mo»kau stattfinden. soll dabei, unbeschadet de» nach althergebrachter Weise zu entfaltenden Pompe», möglichste Sparsamkeit beobachtet werden. Unter dem Borsitz de» Hofminifterß ist eine Ktönungßcommission eingesetzt worden, der die einzelnen Abteilungen deß Hof- ressortß Kostenanschläge für die von ihnen vorzunehmenden Arbeiten einzureichen haben. Erft nach deren Prüfung in der krönungßcommission erfolgen je nach dem Gang der Arbeiten ratenweise Geldanweisungen. Biß Ende diese» Jahreß werden die Vorbereitungen zur Rrönung nur in Petersburg betrieben; Anfang 1896 beginnen die faktischen Vorbereitungen in Moskau. Die Krönungßze^ in Moskau dürfte etwa 28 Tage in Anspruch nehmen.

Citeratur unö Kauft.

,et»mar(f*, Jllustrirte Rundschau für Bißmarck-Bte- graphie, deutsche Geschichte, Leben und Kunst. Mit einer unßemrtn reizvollen Schilderung der großen Woche von Friedrichßruh au» der Feder de» berühmten Novellisten Hans Hoffmann, einer Humoreske oom Liebling der Münchener. B. Rauchenegger, Beiträgen von Felix Dahn, Tb. Fontane, Otto Geile, Wilh. Jordan, Otto Pfleiderer, Ä. Trinius, Karl Wörmann, Bildern von A. von Werner (Ratter proclamation), L. Dettmann, O. Grrlach, F. von Lendach, H. Lüder», Otto Strützei, kurz mtt einer Reihe erster Namen der Literatur und rtunft leitet der Verlag von G. Heuer ck Kirmse, Berlin W. 30, sein Unternehmen ein. Letztere» wird allvierieljährlich den Bißmarck- Verehrern aller Länder die Gestalt de» eisernen Kanzler» in Wort und Bild näher bringen und zwar in erquiftta, prachtwerkartiger Ausstattung. Da der Preis sehr mäßig (Einzelheit 1 Mk ), so dari dieser BtSmarck-Rundschau eine große Verbreitung vorauSgetegt I werden, umsomehr al» Heit 1 auch alle wichtigen Reden und Au« ; sprachen oom 25. März btß 15. April (Besuch der Grazer) enthält und sich dadurch zu einem historischen Gedenkbuche von bleibaibnn Wert he erhebt. Unter Kreuzband versandt eignet sich die» Heit I ganz vorzüglich zu einer Aufmerksamkeit für ausländische deutsche Freunde, denen e» nicht geboten gewesen ist, über die Bismarck GebuN»tag»s<ier Eingehende» zu lesen. Die Läufer de» im gleichen Verlage erschienenen herrlichen, großen Lenbach-Porträt» de» All reichtzkanzlci» (Kupferätzung 12 Mk.) erhalten für 1895 die «Uustrirte BtSmai ck-Rundichau grati» und franco. Besonder» sei noch hervor- gehoben, daß Fürst BiSmarck die Güte hatte, die Widmung bet einzig gelungenen Äanddilde» anzunehmen und der verlag»handlung unter« 13. März seine eigenhändige Unterschrift zu »eben.

Technische Fortschritte.

- Practische Reinigung klebrig geworbener Waschin«' tdeile. E» gelingt die» am besten mit Sodalaug«. Eine hierzu besonder» geeignete Mischung stellt man nach dem .Oesterr. lanbe Wochendlatte" in der Weise her, daß man auf 1000 GewichttztheAe Safier 10 bi» 15 GewichtStheile kaustische Soda und 10U GewtchiS- lhelle gewöhnliche Soda nimmt. Die Mischung laste man koch», lege die Maichinentheile hinein und alle» Feil. Od, Schmutz wird sich rasch abläsen; bedarf nur dann noch, da» Metall abiulptUm und gut |u trccknen. Es gibt übrigen» noch ein einfache» und pracliicheo Verfahren, um zu verhüten, daß die Schmieröle »c. sich an den Mal chinent Hellen verhärten. Diese» Mittel besteht darin, dem Schmieröl ein Drittel Petroleum hinzuzuiüaen, auch empsiehlt ct sich, von Zeit zu Zeit mtt Petroleum die Maschinentheile eivzureiden. Obige Methode soll sich io England allgemein Bahn gebrochen haben