Kiel gewählt. Zunächst wurde die Beschlußfassung über die Frage der Abhaltung eine- internationalen chirurgischen Con- grefie- für später zurückgeftellr. Sodann sprach Profeffor v. Bergmann'Berlin über die Fortschritte auf dem Gebiete der Chirurgie. Mehr als 90 Vorträge und Demonstrationen find angemeldet.
Depeschen de» Bureau .Herold".
Berlin, 17. April. Da» Befinden der Kaiserin hat sich etwa» gebessert.
Berlin, 17. April. Der bi»herige Gouverneur von Ost- Afrika, Freiherr von Schele, ist zum Flügeladjutanten de» Kaiser» ernannt worden.
Berlin, 17. April. Die „Nordd. Allg. Ztg." sagt zu der BlLttermeldung, wonach bei einer Audienz, welche der Reichskanzler dem Geheimrath von Kaufmann gewährt hat, politische Fragen und zwar betr. den Antrag Kanitz und den BimetalliSmuS besprochen worden sein sollen, daß diese Angaben irrthümlich seien. In dieser Audienz sei nur von den wissenschaftlichen Werken deS Herrn von Kaufmann die Rede gewesen.
Berlin, 17. April. Der Präsident deS Reichstages, Freiherr von Buol, hat sich heute auf mehrere Tage »ach Süddeutschland begeben.
Berlin, 17. April. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge find die Arbeiten des Reichstages nach den Ferien derart eingetheilt, daß nach der Erledigung des Entwurf» üver die Abänderung des Zolltarifs die erste Berathung der Gesetzentwürfe betr. die Branntweinsteuer, den Sclavenraub und die südwestafrikanische Schutztruppe rc. folgen. Sodann werden Initiativanträge usw. beratheu. Erst nach Erledigung diese» Material» kommt die zweite Lesung der Umsturzvorlage zur Berathung.
Berlin, 17. April. Die Verstärkung de» deutschen Kreuzer-Geschwader» in den oftasiatischen Gewässern ist ungeordnet worden, bevor die deutsche Regierung von dem Abschluß der Friedensverhandlungen in Schimonoseki Kcnntniß erhalten hat. Diese Maßregel wird der Post zufolge auch nicht rückgängig gemacht werden, fall» die chinesisch- japanischen FriedenS-Präliminarien thatsächlich ratificirt werden sollten. Sie ist in erster Linie dadurch veranlaßt, daß die Wahrung der deutschen Interessen namentlich deS Handels bei den zu erwartenden großen Veränderungen der dortigen verhältniffe event. den starken Schutz der deutschen Flotte beansprucht.
FriedrichSrnh, 17. April. Heute Mittag hat Hierselbst der Empfang der Innungen durch den Fürsten Di Sm arck stattgesunden. Auf die Adresse der OberinnungS- meister antwortete der Fürst in längerer Rede. Er führte ans, daß er in der letzten Woche viele Huldigungen empfangen habe, aber keine sei so zahlreich, so repräsentativ gewesen, wie die heutige, wie die ihm vom deutschen Gewerbe dar- gebrachte. Er, der Fürst, gehöre als Landwirth dem productiven Stande an; alle productiven Stände müßten zusammenstehen gegen die zahlreichen Gegner. BiSrnarck ging sodann auf keine frühere AmtSthätigkeit ein, wobei er betonte, er habe versucht, gesetzgeberisch dem Handwerk beizustehen. Er sei aber erlahmt an dem Widerstande deS Reichstage» und lehne alle Verantwortung für da» Klebegesetz ab. Für den Gedanken trete er zwar ein, aber die Ausführungen durch den grünen Tisch haben seine Absichten zu Schanden gemacht. Die Handwerker müßten fich vrganisiren und ihre Vertreter im Reichstage inftruiren, bann würde e« möglich sein, die gegenwärtige antinationale Mehrheit im Reichstage weg- -ufegen.
Laibach, 17. April. Die Hoffnung, daß die Erdstöße nachlaffen werden, hat sich nicht erfüllt. Die ganze Nacht, sowie heute Vormittag fanden fortgesetzt Erdschwankungen statt. Die Furcht der Bevölkerung wurde dadurch noch ge-
gehört. Dagegen fand das großartige Finale diese» ActeS nicht den verdienten Beifall.
Der vierte Act, eingeleitet durch ein wehmüthige» Lied ber Umaha, bildet den Höhepunkt der Oper. Die etwas lange Erzählung de» von der Büßerinsel zurückkehrenden Ajatarko gibt dem Sänger Gelegenheit zu schönster Entfaltung ferner Mittel - in sinnfälligem Wohllaut reihen sich die Töne aneinander. Der Ehor der Priester, der die große Schluß- scene einleitet, ist schlicht und einfach gehalten, wie der größte Theil dieser Scene Überhaupt, die dadurch um so ergreifender wirkt. Leidenschaftlich gesteigert find die Worte AjatarkoS, al» er die Opferhandlung begehen soll, bis fich die Spannung in dem Zubelruf löst: „Sie hat gewählt! Heil Dir, Fürstin! Heil Dir, Inka!" Der Schlußchor: „Gottheit, Preis Dir! Friede bringe un» Dein Licht nach Sturme»- nacht!" vereinigt alle Stimmen noch einmal zu mächtigem Loblied.
Der Einheitlichkeit des ganzen Werke» kommt der Umstand zu Statten, daß der Eomponist zugleich der Dichter des Libretto» ist. So erscheint e» denn auch wie au» einem Guß, Scene um Scene, Act um Act wirkungsvoll gesteigert und das Interesse de» Hörers bis zur letzten Note feffelnb.
Die Besetzung ber Partien, die durchweg große Anforderungen an die Sänger stellen, war folgende: Der Inka: Herr Rupp a. ö; Ajatarko Herr Weber- HuaSkar: Herr Bär- UroS: Herr Riechmann- Astalpa: Fräulein Egli, Umaya: Fräulein Neumeyer- Topa: Fräulein Jungk. — ES ist unnöthig, zu bemerken, daß die Aufführung unter Leitung de» Eomponisten eine glänzende war, unterstützt von stimmungsvollen Decorationen und reichsten Eostümen. Der Beifall, der nach jedem Actschluß gespendet wurde, rief Sänger und Eomponist unzähligemale vor die Rampe. Sine große Anzahl Kränze nnd eine Lyra au» blauen und weißen Veilchen wurden Herrn de Haan zu Theil. Se. «önigl. Hoheit der Großherzog, dem do» Werk gewidmet ist, wohnte ber Ausführung bei.
steigert. Die Schaden an den Häusern werden immer größer. Weitere Gebäude find eingestürzt.
Laibach, 17. April. In voriger Nacht bi» heute Morgen erfolgten vier Erdstöße- am stärksten war derjenige gegen 4 Uhr. Die im Freien campirenden Menschen hörten schon eine halbe Stunde vorher ein dumpfes, unterirdifche» Rollen und sahen dem Erdstoß mit Schrecken entgegen. Die Panik niädjft stündlich. Ungeheure Bestürzung wird durch da» alberne Gerücht verbreitet, Falb habe telegraphisch noch heftigere Stöße in Aussicht gestellt. Die Bewohner fliehen immer weiter von der Stadt fort.
Triest, 17. April. Gestern wurden hier zwei Erdstöße verspürt, der eine früh 4 Uhr 10 Mm., der andere Nachmittag 31/, Uhr. Beide dauerten fünf Secunden lang und waren ziemlich schwach. Die Bevölkerung. ist beruhigt.
Belgrad, 17. April. Die radikale Partei hat beschlossen, am Empfang der Exkönigin Natalie demonstrativ theil- zunehmen. — Man bezeichnet als künftigen liberalen Parteiführer den bisherigen Gesandten in Pari», Groitzsch, eine bei Hofe sehr genehme Persönlichkeit.
Brussel, 17. April. Gestern reiste der Bischof von Lüttich nach Rom, um in Bezug auf die Ehristlich-Demo- kraten dem Papst einen Vortrag zu halten. Dieser Reise wird eine große Bedeutung beigelegt.
P»eis, 17. April. „Gil Bla»" verzeichnet da» unglaubwürdige Gerücht, Frankreich habe sich mit Deutschland dahin verständigt, die beiderseitige Einführung neuer, verbesserter Kanonen aufzugeben.
Pari», 17. April. Em hiesiges Blatt verlangt von ber Regierung, baß bieselde alle in ber Nähe von Festungswerken in ben Vogesen unb Alpen wohnende Fremde ausweise. ES handelt fich besonder» um Italiener, die angeblich mili- törische Geheirnniffe auSgekundschaftet haben.
Pari«, 17. April. Der frühere Präsident Easirnir Perier läßt officiell mittheilen, daß er nicht der Urheber der demnächst erscheinenden Broschüre: „Sech» Monate Präsident" fei.
London, 17. April. Die „Time»" hält ihre gestrige Meldung betreffend den FriedenSabschluß zwischen China und Japan ausrecht und ist der Anficht, daß da» Schutz- und Trutzbündniß nur handelspolitische Interessen vertheidigen soll.
London, 17. April. Nach einer Nachricht auS Tokio soll die von Japan verlangte Kriegsentschädigung dreihundert Millionen TaelS betragen.
London, 17. April. DaS „Daily Ehronicle" schreibt heute: Die Interessen Englands in den chinesischen Gewässern seien viel bedeutender als in Frankreich. Wenn Südchina getheilt werden sollte, so müßte ber größere Theil Englanb zufallen.
CoeaUs nwd
Sieben, ben 18. April 1895.
Empfang. Seine Königliche Hoheit ber Groß- Herzog empfingen am 17. April den Oberst z. D. Hofmann von Nauheim, den Oberstlieutenant z. D. E aS- Port), Präsidenten der Kriegerkameradschaft „Hassia", ben Steuercommissär Kritzler von Grünberg, ben I)r. S t ö r i t o, Director ber höheren Mäbchenschule in Gießen.
*• Landwirthschaftliche Ausstellung. Die erste Kammer hat für die im September in Gießen stattfindenbe lanb- wirthschaftliche Ausstellung 15 000 Mk. bewilligt.
** Parlamentarisches. Auf ber Tagesorbnung der 43. Sitzung ber Zweiten Kammer ber Stiinbe, bie DienStag, 23. April, Vormittags 91/, Uhr, stattfinbet, stehen u. 21.: Bekanntgabe ber Allerhöchsten Botschaft Sr. König!. Hoheit beS Großherzogs, bie Geburt einer Prinzessin betreffend, sowie Berathung einer Glückwunschabreffe. — Münbliche Berichterstattung, Dringlichkeitserklärung unb Berathung über bie Rückäußerungen Erster Kammer bezüglich: 1) des Antrags ber Abgeorbneten Wafferburg unb Schmitt, Entschäbigung ber an Militärübungsplätzen gelegenen Gemeinben für unoer- hältnißmäßige Einquartierungslasten aus ber Staatskasse be- treffenb; 2) ber Vorstellung ber Hilfsgerichtsschreiber um Neuregelung ihrer GehaltSverhältniffe, 3) ber Vorstellung ber Gerichtsschreiber-Aspiranten beß GroßherzogthumS Hessen wegen Aufbefferung ihrer Dienst- unb GehaltSverhältniffe - 4) beS Antrag» ber Abgeorbneten Pennrich unb Genoffen, auf Einführung einer hessischen Staats - Klaffenlotterie betreffenb- 5) des Gesuch» beS Bahnmeister» i. P. Feiger zu Hungen um Versetzung in ben Ruhestanb unb Berwilligung einer Pension- 6) ber Vorstellung auS Darmstabt unb anberen Orten um Zulassung ber Feuerbestattung, sowie die Vorstellung deS evangelischen Pfarrverein» im Großherzogthurn Hessen, die Zulaffung der Feuerbestattung betreffend - 7) beß Äntragß ber Abgeorbneten Schmitt unb Genoffen, Aufhebung beß OrbenßgesetzeS betreffenb. — Berathung über bie Rück- äußerungen Erster Kammer bezüglich: 1) ber Vorlage Groß- herzoglichen Ministerium» beß Innern unb ber Justiz, ben Gesetzentwurf, ben Wilbschaben betreffenb- 2) beß Antragß ber Abgeorbneten Mülberger und Genoffen, bie Uedernahme der Kosten ber Volksschulen auf bie Staatskasse betreffend - 3) a. ber Vorlage Großherzoglicher Ministerien beß Innern und ber Justiz, sowie ber Finanzen, bie Organisation beß Forstschutzes betreflenb, unb b. beß Gesuch» von 118 Gemeindeforstwarten um Regelung ihrer Gehalt»- unb Pension»- verhältniffe- c. de» Antrag» beß Abgeorbneten Metz (Darm- stabt), bie Verbesserung ber Gehalte ber Gemeinbe-Forstwarte unb verwilligung von Ruhegehalten für bieieiben betreffenb; 4) a. ber Vorlage Großherzoglichen Ministerium» ber Finanzen, ben Gesetzentwurf, ben brüten Nachtrag zum Gesetz vom 15. November 1890, die Herstellung von Nebenbahnen betreffend- b. der Vorstellung de» Stadtvorstande» zu Grün- berg, die Errichtung von Nebenbahnen im Großherzogthurn Heffen betreffend- c. de» Antrags de» Abgeordneten Schön- feld in gleichem Betreff- d. de» Gesuch» ber Ort»vorstänbe •en Freienseen, Altenhain, Babenhausen, Ermenrod, Flen
sungen, Groß-Eichen, Groß. Felda, Jlßdorf, Höckerßdorf, Kestrich, Kirschgarten, Klein-Eichen, Lardenbach, Laubach, Merlau, Ober-Odwen, Ober Seibertenrod, Cbentfeenerbof, Ruppertenrod, Sellnrod, Solm»-Jl»dorf, Stockdäuser Höfe, Stumpertenrod, Ulrichstein, Unter-Seibertenrod, Weickartshain, Wettiaai'en, Wohnseld, Zeilbach, um Erbauung der Bahnstrecke Laubach—Mücke, e. de» Gesuch» der Orr»vorstände Laurer und Detterfeld, betreffend Weiterführung der Bahnstrecke Hungen—Laubach - f. ber Eingabe de» Eisenbahnbau-Eowits» Wald-Michelbach unb Umgegenb, betreffend Bahnbau Mörlenbach—Wald Michelbach refp. Mörlenbach—Walen 5) ce» Antrags beß Abgeordneten Wolz, die Herstellung einer Bahnverbindung von Seligenstadt mit der Rodgaubahn betreffend - 6) beß Antrags ber Abgeordneten Schönberger und Genoffen, die Erbauung einer Nebenbahn Reichelsheim—Fürth i. O. betreffend.
• • Zur Beachtung für Spaziergänger und Aasstügler in preußischen Waldungen, lieber da» Rauchen im Walde hat da» Kammergericht eine beachten-werthe Entscheidung gefallt. DaS preußische Feld- und Forstpolizeigeietz bedroht Denjenigen mit Strafe, der mit „unverwahrtem Feuer ober Licht" ben Walb betritt ober fich bemsrlben in gefahr- bringenber Weise nähert. Da» Kammergericht hat nun erkannt, baß brennende Cigarren, öigarrertin und offene Pfeifen al» unverwahrte» Feuer im Sinne obiger Gesetze anzusehen seien, unb baß demnach ba» Rauchen im Walde baß ganze Jahr hindurch unter Strafe gestellt werden müffe. Daher seien die in verschiedenen Orten erlassenen Polizei- Verordnungen, die baß Rauchen im Walde in ber trockenen Jahreszeit verbieten, überflüssig. — Im Großherzogthum Heffen besteht u. W. ein Verbot beß Rauchens im Walbe nicht, doch wirb Seitens ber Behörben vor Fahrlässigkeit beim Umgang mit Feuerzeug, vor bem Wegwerfen von : Gigarrenreften u. s. w. gewarnt unb auf bie Strafen hin- gewiesen (§ 309 beß Reichsstrafgesetze» bebroht da» au» Fahrlässigkeit verursachte Herbeiführen eine» Waldbrande» mit Gesängniß bi» zu einem Jahre), welche den rhöter treffen.
* • Joko unb Minka, bie von ber „Schönen Au»sicht" entflohenen Affen, finb gestern ohne große Mühe wieber eingefangen worben. Die Thiere waren vor Hunger unb Durst halb verschmachtet. Jvko war, al» er gegriffen würbe, auf bem Weg ganz nahe ber „Schönen Au»sicht". Minka trieb gestern biß spät Nachmittag sein Wesen in der Alicestraße unb amüfirte bie Leute, inbem er voa einem Baum zum anbern sprang, biß auch er eingefangen würbe.
* * Kriegerkameradschaft Hasfia. Der soeben erschienene Jahreßbericht über baß 20. Berbanbßjahr enthält a. A. folgenbe Daten : Die Einnahmen betrugen 12836 Mk. 74 Pf., die Ausgaben 12 991 Mk. 76 Pf.- daß Baarvermögen be trägt 32 610 Mk. 45 Pf., dasjenige der Prinz Ludwig- Stiftung 27 210 Mk. 33 Pf. und das Vermögen der neu- gegründeten Ernst Ludwig - Victoria Melita- Stiftung weift 5000 Mk. auf- daß Gesammt - Baarvermögen demnach 64 820 Mk. 78 Pf. Ausgenommen wurden in den Verband 21 Vereine mit 935 Mitgliedern, ausgetreten sind 3 Ber- eine mit 41 Mitgliedern. Der Verband besteht jetzt au» 37 Bezirken mit 640 vereinen und 33 751 Mitgliedern. Da» Baarvermögen der einzelnen Vereine beziffert sich auf 244 002 Mk. Der Zuwachs betrug im Jahre 1894 17 000 Mk. Das Inventar der vereine hat einen Werth von 223069 Mk. Die Gesarnmt-AuSgabe für Unterstützungen beträgt 27 000 Mk. Die Vereine haben seit ihrem Bestehen zusammen 353 846 Mk. bewilligt.
• • Berfichert die Südfrüchte. Beim jetzigen Beginn der Ausstellung vieler Feldfrüchte machen wir die Land- wirthe auf die Dortheile ber Hagelversicherung ihrer Eres cenzien bei zum Geschäftsbetrieb im Großherzogthurn zu- gelassenen auswärtigen Hagelverficherungß.Gesellschaften aufmerksam, zugleich bemciftnb, baß Collecten für Hagel- befdjäbigte behördlicherseits nicht mehr gestattet werbend
* • Cbpbaucntfe für Geistliche, Lehrer, Landwinde, Freunde des Obstbaues. Wie in ben Vorjahren finden auch diesen Sommer in Friedberg zwei Obstbaucurfe statt, in welchen eS älteren Obstbau-Jntereffenten ermöglicht wird, sich die Technik des Obstbaues und der Obftverwerthung^ soweit es ihren Zwecken entspricht, anzueignen. In diesen Eursen geht ber theoretische Unterricht in Form von Bor- trägen und DiScussionen Hand in Hand mit den Hebungen in den Pomologischen Gärten, in Baumschulen unb ben übrigen Baumanlagen, beren 14 Hectar ber Lanbw. Winter- scktule zur Verfügung stehen. Der erste Cursu» beginnt am 13. Mai unb bauert in feinem ersten Theil biß 18. Mai. Mn zweiter Theil finbet bann im Juli statt. Der zweite Cursu» beginnt am 17. Mai unb bauert den ganzen Sommer hindurch. Die Vorträge während beßfelben werben je am Freitag, Nachmittag» von 5 biß 7 Uhr, abgehalten, während bie Uebungen am SamStag, Vormittags von 7 bi» 11 Uhr, bezw. am Montag, Nachmittag» von 3 biß 7 Uhr, fiattfrnbtn.
* Sonservirtes Eichenlaub. Bekanntlich bat ber Kaiser angeorbnet, baß zur Erinnerung an die fünfundzwanzig- jährige Wiederkehr ber brutschen Siegeßtage vom 15. Juli 1895 biß 10. Mai 1896 an allen Tagen, an denen bei ben verschtebenen Truppentheilen die Fahnen entfaltet werben, biese mit Eichenzweigen, sowie da» erste Geschütz einer Batterie mit einem Eickenkravz zu schmücken find. An Stelle de» Eichenlaubes soll im Winter unb Früh- jahr ber Lorbeer treten. Der verbanb ber HanbelSgärtner Deutschlands hat nun an alle HanbelSgärtner einen Aufruf er- lassen, Anstalten treffen zu wollen, baß nicht der außerhalb deS Vaterlandes gewachsene fremde Lorbeer den Ehrenplatz erhält, der deutschem Eichenlaube gebührt. E» würde ben deutschen Gärtnern ein Leichte» sein, Eichenlaub biß in den Sinter hinein frisch zu erhalten und später getriebene» Laub an deffen Stelle zu setzen. Der Verband will also der deutschen Armee für ihre Ehrenzeichen deutschem Eichenlaub widmen. Der Vorstand hat fich berei'» mit einer Eingabe an den preußischen KriegSminister gewandt, und dieser har


