geantwortet, daß er seiner Zett nicht ermangeln werde, diese» patriotische Anerbieten zur Kenntniß deS Kaisers zu dringen und dessen Genehmigung zur Annahme zu erbitten. Weiter hat der Kriegsminister den Borstand aufgesordert, ihm die Namen Derjenigen, welche fich an der Widmung betheiligen wollen, bekannt zu geben.
X Hainbach, 17. April. Daß man bei dem gegenwärtig beginnenden Fuhrwerk Borficht gebrauchen muh, lehrt folgender Unfall. Der hiesige Landwirth O. hatte zum ersten Male seine Kühe eingespannt. Hierbei riß sich eine vom Geschirr loS unb* * ging durch. Da O. die Maulkerre um die Hand geschlungen hatte, wurde er mitgeriflen und kam zu Fall. Hierbei trat ihm die Kuh auf die Brust und zerbrach ihm zwei Rippen. Bewußtlos wurde der Schwerverletzte nach Hause gebracht. Die Verletzungen find so schwer, daß man für das Leben deS Verunglückten Sorge trägt.
— Romrod, 17. April. Durch die Unsitte, die von manchen Radfahrern geübt wird, selbst sehr steile Berge mit von den Pedalen aufgehobenen Füßen herabzurasen, hat sich der Geometer B. auS Ober-Breidenbach einen sehr schweren Unfall zugezogen. In gesagter Weise fuhr genannter Radfahrer den sehr steilen Berg herab, der am Ost-Eingang deS Ortes liegt. Er verlor die Herrschaft über das Rad, rannte wider einen Baum und kam zu Fall.» Bewußtlos und schwer verwundet brachte man den Verunglückten in das Dorf. Die Verletzungen sind so schwerer Art, daß man an seinem Aufkommen zweifelt.
][ Aus der Welterau, 15. April. Es ist eine wahre Lust, daS eben rasch fortschreitende Schwellen der in Hülle und Fülle an allen Obstbäumen sich befindenden Blüthen- knoSpen zu betrachten. Die Fruchtzweige sind dicht mit solchen besetzt. Selbst Bäumchen, die erst voriges Jahr ge- pstanzt wurden, haben solche sehr reichlich angesetzt. — Die begonnene Feldarbeit schreitet nur langsam voran. Einmal konnte wegen der Näsie daS Herbstpflügen nicht in dem nothwendigen Umfang geschehen, sodaß der Pflug jetzt mehr als sonst bei der Frühjahrbestellung zur Hand ge- Mommcn werden muß. Dann fitzt auf im Herbst gestürztem Felde die Ackerkrume, namentlich der schwere Boden, ungemein dicht, sodaß man nicht sofort das Säen beginnen und den Samen einfach untereggen kann, wie man das sonst wohl thut.
* Frankfurt a. M., 18. April. Die Programme für die Hindernißrennen am nächsten Sonntag find jetzt erschienen und bringen für die Zuschauer eine gewiß angenehme Neuerung. Jedem Programm ist nämlich ein größerer Plan der Rennbahn beigegeben, in dem sowohl die neuen Course der verschiedenen Steeple-ChaseS, wie die Hiudernisie eingezeichnet und benannt find, welche gesprungen »erben. Hierdurch kann man sich vorher genau informiren, welchen Weg die Rennen nehmen, waS bei den verschiedenen neu erbauten Hindernissen nur von Vortheil ist.
* München, 18. April. König Otto begeht am Samstag, 27. d. Mts., seinen siebenundvierzigsten Geburtstag, welcher in allen bayerischen Garnisonen in der vorgeschriebenen einfachen Weise gefeiert wird. Die Kasernen und sonstigen militärischen Gebäude werden beffcggt und die Truppentheile rücken Vormittags nach näherer Anordnung der Commandantur zu einer gottesdienstlichen Feier in die Kirchen ihrer Confession. Eine Parade findet nicht statt.
* Würzburg, 16. April. Die Strafkammer verurtheilte heute die Maurers Eheleute Gg. und Barbara Schenk von Bütthard zu je drei Jahren Gefängniß. Sie hatten in geradezu beispielloser Weise einen sünsjährigen Knaben, den die Schenk in die Ehe einbrachte, durch Nahrungsvorenthaltung, Schläge und Fußtritte zu Tode mißhandelt.
* Glänzende Ehrung eines Technikers. Dem hervorragenden Wasierbautechniker Oberbaudirector L. FranziuS in Bremen wurde in Anerkennung seiner Verdienste um die von ihm geschaffene Correction der Unterweser, einem großartigen Werke, daS viele Jahre Vorarbeiten und Ausführung erfordert hat, eine Ehrengabe von 100,000 Mk. von der Bürgerschaft Bremens auf Vorschlag deS Senats, seinem Haupt-Mitarbeiter, Jnspector H. Bücking, eine solche von 15,000 Mk. bewilligt.
22 * Appetitlich. Der Bäckermeister Deutschmann in Jnowrazlaw wurde von der dortigen Straskammer zu 300 Mk. Strafe und in die nicht unerheblichen Kosten des Processes verurtheilt. Deutschmann hatte in seiner Backstube einen großen Trog, in dem er abwechselnd den Brodteig ein- rührte, die Kinder badete und in dem seine Frau regelmäßig die schmutzige Wäsche wusch.
* Welch hohen Werth man in England auf eine anständige Haltung der Zeitungen und auf eine reinliche Lectüre legt, beweist der Umstand, daß die Londoner „St. James Gazette", welche kürzlich durch öffentlichen Anschlag bekannt machen ließ, daß sie über den neuesten großen Londoner Scandalproceß in ihren Spalten nichts bringen werde, plötzlich einen großen Abonnentenzuwachs erhielt.
* Die jüngste Urgroßmutter der Welt ist Mrs. (5 la» rissa Jackson von Delaware, eine Negerin, die eben erst ihr 41. Lebensjahr erreicht hat. Mit 11 Jahren hei- rathete sie. Ein Jahr später gab sie einer Tochter das Leben. Diese heirathete mit 12 Jahren, und wurde mit 13 Jahren Mutter eines Töchterchens, dessen Großmutter erst 28 Jahre zählte. Die Enkelin heirathete erst mit 14 Jahren und hatte erst im zweiten Jahre ihrer Ehe ein Kind, so daß die Großmutter „schon" 41 Jahre alt war, als sie „Urgroßmutter" wurde. Im Uebrigen erhielt Mrs. Carla Smith in Chapel Hill, als die jüngste Großmutter Amerikas im vergangenen Jahre, eine Medaille. Sie war damals 24 Jahre 6 Monate alt. Die Kaiserin von Oester- reich war kaum 36 Jahre alt, als sie Großmutter wurde, die Königin von England noch nicht vierzig.
* Geplatzte oder durchgebrannle Siederohre wurden bis» her gewöhnlich durch Verstöpseln reparirt, wodurch selbstverständlich der Kessel entsprechend an Heizfläche verliert. Nach dem Vorgehen von Pirrie in Newcastle wird die letztere fast in ihrer ursprünglichen Größe dadurch erhalten, daß in das desecte Rohr ein zweites von entsprechend geringerem Durchmesser eingeschoben und an beiden Enden in der üblichen Weise abgedichtet wird. Das Verfahren ist besonders für Schiffskessel bestimmt, wo also einige solcher Rohre in Reserve mitzuführen wären. (Mitgetheilt vom Internationalen Patentbureau Carl Fr. Reichelt, Berlin N.-W.)
Technische Fortschritte.
- Ei« einfaches Mittel «»Bleizusatz in Verzinnungen L« entdecke«. Auf eine mit Sandpapier blank geputzte Stelle der Verzinnung wird ein Tropfen Salpetersäure gebracht. Bel Gegenwart von Blei bildet sich neben Zinnnitrat auch Blelnitrat. Verjagt man nun durch Erhitzen die vorhandene überschüssige Säure und befeuchtet die Stelle mit einer fünfprocentigen Jodcaliumlösung, so verwandelt sich das salpetersaure Blei in Jodblei, das an seiner
gelben Farbe erkennbar ist. Diese Probe ist, wie „9L Erf. u. Erf." schreiben, empfindlich genug, um noch 1 pCt. Blei deutlich evzu- zeigm. Da diese Probe auch von Laien leicht ausführbar ist, so kann dieselbe in Fällen, wo man sich Gewißheit über die Reinheit einer Verzinnung verschaffen will, nur anempsohlm werden.
— Gute Verwendung alter Dampfkessel. DaS „Paper Trade Journal" berichtet, daß amerlkanischc Papierfabriken ihre alten Dampfkessel in praktischer Weise als Grundpfeiler verwenden. Der Kesffl wird auf den Kopf gestellt und mit sogenannter Eoncret- masse (Mischung von Cement mit Bruchstücken von Ziegeln u. f.w.) gefüllt. Angeblich fallen solche Pseiler 20 Jahre und länger sich rostfrei erhallen, auch wenn sie von lausendem Waffer bespült werden.
— Verbindung von GlaS und Metall. Für die schwierige Verbindung von Glas und Metall wird von „Wieck'S Gew.-Ztg." eine Legirung von 25 Theilen Zinn und 5 Theilen Kupfer empfohlen, die durch Zusatz von 0,5—1 pCt. Blei weicher oder harter gemacht werden kann- Diese Legirung hat denselben AusdehnungScoesficienten wie Glas, eignet sich daher gut zur Herstellung von Glühlampen und ähnlichen Apparaten.
Verkehr, CanO» rrnd Volkswirthschaft
A Groß-Felda, 17. April Das prächtigste FrühlingSwetter begünfttflte unseren gestrigen „Ostermarkt", der hierdurch auch einen sehr guten Verlauf nahm Der Schweinemarkt war auffallend stark mit Ferkeln befahren Der Handel ging recht lebhaft bei nicht hohen Preisen, infolgedesien war der Absatz ein recht bebeutenber. Im Durchschnitt kostete bas Paar guter Ferkel 50 Mk., geringere 40—45—60 Mk., bessere 50 bis 55, ausnahmsweise bei besonberS starken Thieren auch GO Mk. Läufer waren schwach aufgetrieben; man bezahlte für biete per Paar 70 bis 80 unb 80 bis 90 Mk. — Der Krämer- unb Vergnügungsmarkt war gut besucht.
LitNbnrg, 17. April Fruchtmarkt. Rother Weizen X 12.60, weißer Weizen X 00.00, Korn X 9.60, Gerste X 0.00, Hafer X 6 20.
wittermirgsarrsfichtei*
am 18. April Mittags 12 Uhr (Wetterhäuschen in ber Sübanlage).
Barometerstand
ÜIIIH'I!
Thermometer:
min. 4- 7° R.,
max. 4- 15q R.
Hygrometer:
Neigung für Regen.
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Witterungsbericht vom 17. April.
DaS barometrische Maximum bewegt sich allmälig weiter nach Osten unb liegt fein Kern heute über betn östlichen Deutschland, doch stanb am Morgen noch ber größere Theil Europas unter seiner Herrschaft. Zu gleicher Zeit rückt vom Westen langsam ein mebercr Druck nach dem Eontinent herein. Mit bem weiteren östlichen Forte schreiten desselben wird Trübung eintreten, ble im ©üben zunächst noch burch Föhn-Einfluß verzögert wirb.
Voraussichtliche Witterung r
Allgemein heiteres, wteber wärmeres Wetter.
Im Norben Sübbeutschlands meist trübes, im Süben zunächst noch heiteres Wetter. Später gleichsalls Zunahme ber Bewölkung.
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Bekanntmachung.
xom 9. bis 22. Mai 1895 sollen 24 Unteroffiziere und 220 Mann de» Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (actioe Leute) ohne Verpflegung in geeigneten Privatquartieren gegen eine Vergütung von 40 Pfg. pro Mann und Tag untergebracht werden.
Es werden daher alle diejenigen Einwohner, welche zur Uebernahme von Einquartierung für die genannte Zeit und gegen die angeführte Vergütung bereit sind, hiermit aufgesordert, bis spätestens 25. I. Mts. ihre diesbezügliche Anmeldung auf unserem Bureau — Zimmer Nr. 15 — »orzubringen.
Gießen, den 17. April 1895.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
I. V.: Grüneberg. 3503
In
8 Engi. Tüll-Vorhängen 8 S sind wieder preiswerthe Parthien eingetroffen, ä ä hierunter breite Stückwaare pr. Meter 45 Pfg., E d 50 Pfg., 60 Pfg., 65 Pfg. und höher.
D Abgepasste Vorhänge von Mk. 1.65 an M das ganze Fenster. M
3485
D ■■ Rouleaux-Stoffe in allen Breiten.
8 Fritz Nowack, d Ausstattung#-Geschäft.
ürschner’s Lexicon
ä Mark 3.—, sind eech einige Exemplare abzugeben in der Expedition dee „Giessener Anzeiger“, Schnlstrasee 7.
Die am 10. b. Mts. abgehaltene Holzversteigerung in dem Revier Friedelhausen ist genehmigt.
Die Abfuhrscheme können vom 23. d. Mts. an bei Waldkaffenrechner Stephan in Staufenberg in Empfang genommen werden. Ueber- weisung des Holzes findet Mittwoch den 24. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, statt.
Friedelhausen, am 16. April 1895. _________Schneider._____3489 Uilteldklltsch.Eiseildahn-Uerband.
Am 15. d. M- werden zu den Güter, tarifheften Nr. 1, 2a, 2b, 3 unb 4 die Nachträge IX, zu Nr. 5 der Nachtrag XI unb zu Nr. 6 der Nachtrag XIII ein, geführt.
Nähere Auskunft über den Inhalt derselben erthellen die Güterabfertigungen.
Gießen, den 13. April 1895.
Gr. Direktion der Oberhessischen Eisen« bahne«.___3513
V er Steiger ung.
Freitag den 26. April,
Mtttags 2 Uhr, versteigere im Pfandlocal, Seltersweg 11, gegen Baarzahlung:
3 Kühe, 4 Schweine, 1 Schreibtisch, 1 Nähmaschine, 1 Hobelbank, Sophas, Commode, Schränke unb 1 Küchenschrank.
Gießen, den 18. April 1895.
3501 M«lch, Vollziehungsbeamter.
Mt. Schlachthaus.
Freibank. [3504 Heute und morgen:
Ochsensteisch nicht ladenrein, pr. Pfd. 5« Pfg. 3—4 Bernhardiner (rasserein), 6—8 Wochen alt, abzugeben. 3507 Löberstratze 3.
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