Ausgabe 
18.1.1895
 
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Erklärung hatte CH allem el-Lac our in den ConloirS verbreite» lassen. Zwei Abstimmungen über die aufzustellen- den Candtdaten ergaben sür Waldeck-Rouffeau 84, für Briffon 64, für Dupoy 12, für Faure 12 Stimmen. DerT-mpS" schreibt in seiner Abendausgabe, er glaube, daß Waldeck-Rousseau doch noch seine Candidatur auf- stellen werde.

Paris, 16. Januar. FolgendeCandidaturen circuliren' Challemel-Lacour, Waldeck-Rouffeau, Dupuy, Brisson, General Sauffier, Admiral Gervais. Angaben über ihre Wahlaus- ffchten fehlen. Die CouloirS der Kammer sind dicht­gefüllt. ES herrscht große Erregung. Der Boulangist Michelin kündigt an, er werde in der bevor­stehenden Kammersitzung den Antrag auf Verfassungs­revision einbringen; werde derselbe zurückgewiesen, so bringe er ihn im morgigen Congreß wieder ein. Die Socialisten wollen die provisorische Fretlaffung Gerault-Richards und Urlaub für Mirman, sowie die Zurücknahme der Ausweisung von Jaurvs und Rouanet verlangen, damit dieselben morgen im Congreß mitstimmen können. Es heißt, die Radicalen hoffen, daß Brisson gewählt werde- wenn aber die drei ersten Abstimmungen keinen Candtdaten ergeben, über den die Republikaner sich einigen, könnte leicht ein General ge­wählt werden. Fkstr. Ztg.

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Paris, 16. Januar. DasJournal osfictell" ver­öffentlicht folgende Mittheilung :Der Präsident der Republik hat beschloffen, sein Amt niederzulegen und ersuchte die Minister, ihre Demission provisorisch zurückzunehmen, um die Uebergabe der Gewalten zu sichern." Wie die Blätter melden, habe Casimir Perier bereits seit längerer Zeit, namentlich seit dem Tode des Kammerpräsidenten Burdeau, die Perspective seiner Demission ins sfuge gefaßt. Die An­griffe gegen Raynal, welcher Minister des Innern im Cabinet Periers war und Freund deS letzteren ist, erschienen dem Präsidenten als gegen ihn selbst gerichtet. Die Mutter des Präsidenten habe zu seinem Entschluffe wesentlich beigetragen. Casimir Peri-.r empfing heute Vormittag 11 Uhr Dupuy und die übrigen abgetretenen Minister, welche ihm ihre hohe Verehrung für seine Person und das Bedauern über seinen Entschluß aussprachen, wofür Casimir Perier denselben lebhaft dankte. Die Unterredung war sehr herzlich. Ein Osficiöser des militärischen HausstaateS deS Präsidenten überbrachte heute Morgen Dupuy das Demissions­schreiben des Präsidenten, welches Dupuy sofort Challemel- Lacour und Briffon mittheilte. Diese werden das Schreiben heute Nachmittage im Senate und der Kammer verlesen und die wahrscheinlich auf morgen erfolgende Berufung des Con- greffeS nach Versailles anzeigen. Die Stadt Paris ist ganz ruhig.

Paris, 16. Januar. Einer Meldung derAgence Havas" zufolge gilt es jetzt als gewiß, daß Waldeck- Rousseau die Candidatur für die Präsidentenschaft definitiv angenommen hat. In den Wandelgängen der Kammer erklärte Floquet, Brisson würde 100 Senatorenstimmen und 300 Deputirtenstimmen erhalten - seine Wahl sei also gesichert.

Paris, 16. Januar. Mehrere royalistische Persönlich­keiten sollen nach Brüssel abgereist sein, um mit dem Prinzen Victor Napoleon einen Aufruf zu entwerfen, den der Herzog von Orleans an das französische Volk richten wird.

Depeschen des BureauHerold".

Paris, 16. Januar. Perier hat alle Aufforderungen seiner Freunde, welcheihn bewegen wollten, im Amte zu verbleiben, zurück gewiesen. Dupuy gegenüber erklärte er, daß seine persön­liche Ehre und das Wohl der Republik es erfordern, das Elysee-Palais und die passive Stellung der Präsidentschaft zu verlassen, um wieder einen Kampfposten in der Kammer zu bekleiden, wo er dem Lande bester dienen könne. Heute Mittag 1 Uhr fand eine Sitzung unter der Leitung Challemel- Lacourö statt. DaS Amtsblatt bezeichnet als Candidaten für die Nachfolge PerterS Challemel-Lacour und Dupuy, auch Briffon. Wie verlautet, find mehrere royalistische Persön­lichkeiten behusS geheimer Bersthung mit dem Prinzen Victor Napoleon nach Brüstel abgereift, um einen Aufruf zu entwerfen, welchen der junge Herzog von Orleans an das französische Volk richten wird. Ueber den Rücktritt Casimir PerierS äußern sich dieDebatS": In An­betracht der schrecklichen Gefahren, welchen unser Land durch die immer mehr wachsende Freiheit der Revolution ausgesetzt ist, in Anbetracht der Vaterlosigkeit der gegenwärtigen Republik, in Anbetracht der Schwäche der Verwaltung, welche unter dem Emfluste der Radikalen steht, in Anbetracht aller dieser Gefahren hätte Perier eine andere Resolution ergreifen können, als einfach abzudanken.

Paris, 16. Januar. Der Gouverneur von Paris, General Sausfier, traf sofort alle nöthigen Maßregeln, um allen Ruhestörungen und Ueberraschungen vorzubeugen.

Paris, 16. Januar. In den republikanischen Kreisen hat der Rücktritt PerierS sehr überrascht. Man ist stark erbittert gegen Perier, welcher daS Land in unabsehbare Wirren stürze. ES circulirt daS Gerücht, vor drei Tagen sei versucht worden, die kleine Tochter PerierS zu entführen. Perier schiebt dieses Entführungsattentat den revolutionären Socialisten in die Schuhe. Nach Bekanntwerden der Demission PerterS veranstalteten die Socialisten ein Champagner-Banket. Als Nachfolger Periers kommen nur zwei ernste Candidaten tu Betracht, nämlich Dupuy und Briffon. In Parlamen­tär,fchen Kreisen wird behauptet, Dupuy habe Perier beständig biScreditirt.

Pari«, 16. Januar. In Paris und in den Departements werden alle als Socialisten und Anarchisten bekannte Personen überwacht. Unter der Pariser Bevölkerung macht sich ein großes Unbehagen mb ein Gefühl der Unficherheit bemerkbar.

Paris, 16. Januar. SS steht fest, daß Perier dem Dumche seiner Mutter folgte, als er für die Präsidentschaft candidirte und mit der jetzigen Demission dem Wunsche seiner Frau nachgiebt. ES verlautet, die SenatSmehrheit sei fest entschloffen, die Sammerauflösung anzuordnen, um der poli- tischen Anarchie ein Ende zu machen. Die Candidatur Du­puys auf die Präsidentschaft der Republik gewinnt an Boden. P-rier soll sich bereits bei dem Tode Burdeaus mit Rück- trittSgedanken getragen haben. DaS Elysee ist militärisch besetzt, die Garnison ist confignirt. Die radicale und socialiftifche Preffe bezeichnet den Rücktritt Casimir Periers als eine Folge der bodenlosen parlamentarischen Corruption, welche daS allgemeine Stimmrecht knebele und der Nation Schweigen gebiete.

WB. Paris, 17. Januar. Die Stadt ist vollkommen ruhig. Die Deputirten und Senatoren haben sich früh um 9 Uhr nach Versailles begeben. Challemel-Lacour als Präsident des CongreffeS fand sich bereits früh im PalaiS zu Versailles ein. Als ernste Candidaturen werden fort­dauernd betrachtet Waldeck-Rousseau, Brisson und Faure. Nach Ansicht verschiedener Senatoren würde nach dem ersten Wahlgang eine Stichwahl erforderlich sein, beim zweiten Wahlgang würde Faure seine Candidatur zurückziehen zu Gunsten Waldeck RouffeauS.

Deutsches Reich.

Berit«, 16. Januar. Der parlamentarische Abend beim Reichskanzler Fürsten Hohenlohe war von 200 bis 300 Personen besucht. Man sah fast sämmtl'che active und mehrere inactive Minister, wie Schelling, Delbrück, die meisten Mitglieder des Bundesraths, zahlreiche Parlamentarier des Reichstags und Landtags und ungewöhnlich viele Journalisten aller Richtungen, ferner die beiden Bürgermeister, Vertreter der Kaufmannschaft und Offiziere. Fürst Hohenlohe machte unermüdlich die Honneurs und führte in engeren Kreisen eine lebhafte Unterhaltung. Die Ereignisse in Paris wurden begreiflicher Weise viel besprochen- sie scheinen an hiesiger Stelle doch nicht so sehr überrascht zu haben, weil man über die persönliche Stimmung Casimir Periers und seiner Familie, die den Ausschlag gegeben hat, unterrichtet war. Die Chancen der verschiedenen Candidaten wurden erörtert, diejenigen ! Brissons wurden durchaus nicht für groß gehalten. Die Bewirthung erfolgte an einem mächtigen Buffet und an vielen kleinen Tischen. Keine Musik störte die lebhafte Unterhaltung der Gesellschaft, die bis gegen Mitternacht zu­sammenblieb. Franks. Ztg.

Neueste Nachrichten»

Äolffv tklegraphische» Eorrespouderrr-B'.rre«».

Berlin, 16. Januar. Ein der G eschäftsordnungs- Commifsion des Reichstages zugegangener Antrag Plefchel über die Erweiterung der Disciplinar- befugniffc deS Präsidenten bestimmt, daß ein Mit­glied des Reichstages, daS gröblicherweife die Ruhe des Hauses gestört und den Anstand verletzt hat, auf Antrag deS Präsidenten durch Mehrheitsbeschluß für die Dauer des Sitzungstages auSgeschloffen werden kann. Leistet der Be­treffende keine Folge, so kann der Präsident die Sitzung aussetzen oder aufheben. Dem Betroffenen kann vor der Abstimmung eine Aeußerung darüber gestattet werden, ob er etwa die Thatsache in Abrede stellt ober um Entschuldigung bitten will.

Rom, 16. Januar. Der Papst hat sich von der leichten Erkältung wieder erholt- er empfing heute die Car- dinäle Rampolla und Bianchi und nahm die gewohnten Be­schäftigungen wieder auf.

Rom, 16. Januar. DieAgencia Stefant" veröffentlicht ein Telegramm aus Massaua, worin General Baratter^ Einzelheiten über das Gefecht bei Coatit berichtet. Die Tigriner ziehen sich in Folge der Niederlage gegen Scumen- zana zurück. Die Richtung, die RaS Mangascha mit dem Reste seiner Truppen genommen, deutet darauf hin, daß er keinen weiteren activen Widerstand leisten zu können glaubt.

Petersburg, 16. Januar. Gutem Vernehmen nach er­suchte der Sultan den Grafen Mussin-Puschkin, dem Kaiser von Rußland zahlreiche Geschenke, darunter zwei arabische Pferde, Teppiche und Seidenstoffe zu übermitteln.

Washington, 16. Januar. Bei der Befürwortung feiner Vorlage, betreffend die Aufhebung deS Differential­tarifs für Zucker, welcher aus Zuckerpramien zahlenden Ländern kommt, hob Wilson im Repräsentantenhause hervor, der Differentialzoll verletze die Meiftdegünstigungsclausel und die Verträge, welche zwischen den Vereinigten Staaten, Deutsch­land und Oesterreich Ungarn bestehen. Deutschlands Verbot gegen die Einfuhr amerikanischen Fleisches sei durch den Differentialtarif veranlaßt worden und habe die HandelS- intereffen der Union bereits sehr geschädigt. Die repu­blikanischen Ausschußmitglieder bekämpften die Vorlage, indem sie geltend machten, eS würde ein schlechter Präzedenzfall ge­schaffen werden, wenn man die Gesetzgebung durch Drohungen deS Auslandes beeinflußen lasse.

Dreschen bei 8uretu ,-erolb-.

Berlin, 16. Januar. Anläßlich der Abdankung Casimir PerierS suhr heute srüh 9*/, Uhr der Kaiser unangemeldet und ohne Begleitung nach der französischen Botschaft, woselbst er eine längere Unterredung hatte. Der russische Botschafter Graf Schuwalow wurde heute Mittag vom Kaiser in feierlicher Audienz empfangen behufs Ueberreichung feines Abberufungsschreibens. Die Audienz fand in Gegenwart des Staatssekretärs von Marschall statt.

Berlin, 16. Januar. In der ReichStagS-Budget- Commission wurde heute die Berathung deS Militär- etatS sortgesetzt. Ans eine Anfrage Dr. Schädler», bett, die verurtheilung der Oberfeuerwerker, erklärte der KriegS-

minifler, es habe sich um grobe Verstoße gegen den militä­rischen Gehorsam gehandelt. Die Preffe habe die Sache über alle Maßen übertrieben. Der Abg. Richter nimmt die Preffe in Schutz und erklärt, die plötzliche Alarmirung und noch dazu bei Nacht habe Aufsehen erregen müssen. Weiter thcilte der KriegSminister mit, daß angeftrebt werde, den volkS- ,'chullehrern die Berechtigung zum Einjährigendienft zu ge­währen. Zur Zeit sei dies noch nicht angängig. Richter kündigte eine Resolution an, worin er die sofortige Einführung dieser Berechtigung für Lehrer fordert.

Berlin, 16. Januar. In der heutigen Sitzung deS preußischen Abgeordnetenhauses begründete Finanz- Minister Dr. Miquel den Etat. Gegen die mehrfachen An­griffe, die Steuerreform bezwecke die Vermehrung der Steuer­einnahme, verwahrte sich der Minister. Die Staatsregierung habe zu Gunsten der Communen 108,9 Millionen Mark verausgabt, hierfür jedoch nur 1073/4 Millionen Mark Deckung. Hieraus ergebe sich ein Fehlbetrag von ungefähr 1 Million Mark.

Berlin, 16. Januar. Beim Kriegsminister General der Infanterie Bronfart von Schellevdorff findet am 19. Januar ein parlamentarisches Diner statt, z« dem die Einladungen an Mitglieder verschiedener Parteien ergangen sind.

Berlin, 16. Januar. Wie die .B. B. Ztg." hört, hat der Abg. v. Kardorff am Montag dem Fürsten Bismarck in Friedrichsruh einen Besuch gemacht.

Berlin, 16. Januar. Dem Vernehmen nach steht die Form, in welcher die Tabaksteuer-Vorlage an de« Reichstag gelangen wird, durchaus noch nicht fest. Ins­besondere dürste die von süddeutscher Seite gesorderte Er­höhung des Zolles aus ausländischen Tabak auf erhebliche Bedenken innerhalb deS Bundesraths stoßen. Welcher AuSweg gewählt werden wird, ist noch ungewiß- es scheint, daß eine gleichzeitige Herabsetzung des bisher in Aussicht genommenen Steuersatzes zunächst in Frage kommt.

Berlin, 16. Januar. Eine gestern hier abgehaltene Ver­sammlung, einberufen von der Frauen-AgitationS- commission, in welcher der Reichstagsabgeordnete Molkcn- buhr über die Gefindeordnung sprach und dieselbe als mittelalterlich und als eine den heutigen Zeitverhältnisse« nicht mehr entsprechende Institution bezeichnete, forderte i« einer Resolution die baldige Beseitigung der Gesindeordnung. Dem Gesinde solle wie jedem Arbeiter der gewerbliche Schutz gewährt werden. Redner machte noch daraus aufmerksam, daß im Reichstage bei der bevorstehenden Verhandlung über die gewerbliche Regelung der Arbeiterverhältniffe tm Gast- wirthSgewerbe auch jedenfalls die Gesindeordnung zur Sprache kommen werde.

Köln. 16. Januar. DieKöln. Ztg." meldet, der jetzige rusfifche Botschafter in Wien, Fürst Lobanoff, werde der Nachfolger deS Grasen Schuwalow in Berlin.

München, 16. Januar. Im größten Saale Deutsch- landS, nämlich in dem der Münchener Kindl-Brauerei, hielt gestern Abend Ahlwardt einen 2*/4stündigen Vortrag, welcher indeß keine neuen Gesichtspunkte enthielt. Dor mächtige Saal war bis aus den letzten Platz gesüllt. A» den Vortrag schloß sich eine Discusfion, bei welcher es sehr tumultuarische ©eenen gab. Die Versammlung konnte nut mit Mühe und Roth durchgesührt werden.

Rom, 16. Januar. AuS den Provinzen wird gemeldet, daß wegen des anhaltenden Schneefalles die Eise»- bahnverbindungen vollständig unterbro che» sind. Die Linie der St. Gotthardbahn ist stellenweise unpasfirdar.

London, 16. Januar. Die Hoffnung, daß eS gelinge» werde, die 92 noch in der Diglake-Kohlengrube be­findlichen Personen zu retten, ist ganz aufgegeben worden. Infolge des heftigen 9? gen6 stürzten fortwährend gewaltige Waffermaffen in die Grude hinein.

Cocatcs und prowittjUac».

Siehe«, den 17. Januar 1896.

Einkommensteuergesetz bett. Der Bericht der Mehr- heit des Ersten AusschuffeS über die Vorlage Großherzogi. Ministeriums der Finanzen, betr. den Gesetzentwurf über Abänderung des Einkommen steuergesetzeS, gipfelt in dem Anträge: 1) die Gesetzesvorlage zur Zett abzulehnen, 2) Großh. Regierung zu ersuchen, den Landständen demnächst eine umfassende Vorlage zwecks Reform der directen Staats- steuern unter Beseitigung der Realfteuern und Beschaffung eines Ersatzes für dieselben im Sinne deS Antrags Möllinger zugehen zu taffen.

** Koste« der Volksschule. Von dem Abg. Mül berget war s. Z. der Antrag auf Uebernahme der Koste« der Volksschule auf den Staat gestellt werden. Die Großherzogl. Regierung hat ihre Stellung hierzu gekenn­zeichnet, indem fie durch ihren Berichterstatter erklären ließ: daß sie nach bereits früher gegebenen Ausführungen und auf Grund statistischen Materials es nicht als ein BedÜrfniß erachten könne, die zur Zeit auf Herkommen und Gesetz be- ruhenden Grundsätze bezüglich der Aufbringung der Schul­kosten in wesentlicher Hinsicht abzuändern, daß sie vielmehr den bestehenden Zustand als der Billigkeit und den allgemeine« Interessen am meisten entsprechend erachten müsse, zumal auch bei den geltenden Grundsätzen in vollem Maße die Möglichkeit vorliege, die Interessen armer, bedürftiger Ge­meinden zu wahren.

** eine Lettlerspeciulität. In letzter Zeit hat sich bei den alten GewohnheitSbettlern ein neuer Geschäftskniff ge­zeigt, der darin besteht, daß sie. vorwiegend um getragne Kleidungsstücke anhalten, diese dann aber alsbald bei einem Trödler versilbern. So passirte eS vor einigen Tagen, daß ein Herr einem Bettler einen noch guten abgelegten Anzug schenkte, den er aber kurz daraus in dem Erker eines Trödlers als Ausstellungsstück prangen sah. Gestern hatte ein Bettler zwei noch gute Hemden gefochten und am Abend wäre« die-