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Nr. 244
Erstes Blatt
Donnerstag den 17. October
1893
Gichmer Anzeiger
General-Anzeiger.
2Imte< unb Anzeigeblatt für den Kreis Gieren.
Rtbaction, Lxpebitto» und Druckerei:
-chxkstrahe?lr.7.
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Die Gießener Aamikien v lLtter werden dem Anzeiger »vchentlich dreimal beigelegt.
Der
Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme bei Montags.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für d« ßokgenben Tag erscheinenden Nummer bi« Bonn. 10 Uhr.
Gratisbeilage: Gießener Kamikienbkätter.
Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für dm „Gießener Anzeiger" entgegen.
Tlmilidyer Tbeil.
Gießen, den 15. October 1895. Betr.: Den Rundgang der Feldgeschworenen.
Daß Großherzogliche Kreisamt Gießen
<m die Grsßh. »»rgermeiftereie« M «reifes.
Wir empfehlen Ihnen, die Feldgeschworenen zu veranlassen, nach § 20 der Instruction vom 23. Februar 1833 (Regierungsblatt S. 105) im Laufe dieser MonatS die Gemarkungen zu begehen, um sich von dem Zustande der Grenzen zu unterrichten und über den Befund in ihr Tagebuch ein Protocoll aufzunehmen. Wir machen dabet darauf aufmerksam, daß zwar zu einem Steinsatze wenigstens drei Feldgeschworene beisammen sein müssen, daß aber an den Rundgäugen, wenn dabet nicht zugleich Steine gesetzt werden sollen, nur zwei Feldgeschworene theilzunehmen haben. Wegen Beseitigung der vorgefundenen Mängel wollen Sie das Geeignete veranlassen, wobei namentlich die Aufräumung, Geradertch- tung und Erneuerung der Grenzsteine ins Auge zu fassen ist. An den DreieckS', GemarkungS-, Flur« und Gewann-Grenzsteinen darf jedoch keine Veränderung ohneMttwirkung eines Geometers 1. Klasse vorgenommen werden. Die Wahl und Zuziehung desselben bleibt Ihnen überlassen- doch wollen Sie da, wo es sich um Grenzsteine mehrerer Gemarkungen handelt, sich unter einander desfalls benehmen. Für die Erhaltung der Parzellengrenzsteine deS Gemetndeeigenthums ist auf Gemeindekosten von Ihnen Sorge zu tragen. Wo noch keine AuSsteinung des Gememde-EigenthumS stattgefunden hat, beauftragen wir Sie, den Gememderath desfalls zu vernehmen und dessen Beschluß zu vollziehen. Die an den Parzellen- grenzsteinen der Privaten Vorgefundenen Mängel find den Betheiligten zur Beseitigung zu eröffnen. Im Uebrigen verweisen wir Sie auf das Gesetz vom 23. October 1830 (Reg.* Bl. S. 463) und die vorgenannte Instruction vom 23. Februar 1833 (Reg.-Bl. S. 105), wegen der Kostenverzeichntffe auf die Bekanntmachung vom 18. December 1874 (Reg. - Bl. S. 784) und auf unser Ausschreiben vom 29. Januar 1885 (Anzeiger Nr. 27).
Zu Ende laufenden Monats find uns Abschriften der in die Tagebücher der Feldgeschworenen aufgenommenen Proto- colle mit Bericht über Ihre desfallS getroffenen Anordnungen sammt den Kostenverzeichniffen von Ihnen vorzulegen.
v. Gageru.
Neriefte N^rcheichtett.
ÄolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Berlin, 15. October. Am Denkmal deS Königs Friedrich Wilhelm IV. fanden heute aus Anlaß des hundertjährigen Geburtstages pietätvolle Huldigungen statt. Die Akademie der Künste ließ einen riesigen Lorbeerkranz mit weißer AtlaSschleife und Widmung in Golddruck nieder- legen. Der uniformirte Kriegerverband, dem 1842 vom König die Uniform verliehen wurde, sammelte sich um 10 Uhr in DräselS Festsälen und marschirte von dort auS mit seinen fünf Fahnen unter klingendem Spiel nach dem Denkmal. Nach der Aufstellung der sechs Compagnien deS BerbandeS hielt Divisionspfarrer GönS eine kurze Ansprache. Dann nahm der Führer des Verbandes, Steinberg, daS Wort, um dem treuen Gedenken der alten Krieger Ausdruck zu geben. ES wurde sodann durch den Hauptmann Schulz ein mächtiger Lorbeerkranz niedergelegt, auf dessen schwarz-weißer Schleife die Widmung stand: „Sr. Majestät Friedrich Wilhelm IV. zum 100jährigen Geburtstage gewidmet vom uniformirten Kriegerverband. Berlin, am 15. October 1895."
Berlin, 15. October. Den Abendblättern zufolge wird die 25jährtge Wiederkehr der Capitulation von Metz und mit ihr das Gedächtniß des Prinzen Friedrich Carl am 27. ds. MtS. durch ein Festmahl im Katserhofe festlich begangen werden. Die Anwesenheit deS Kaisers wird erwartet.
Urville, 15. Oktober. Um 4 Uhr fahren der Kaiser und die Kaiserin mittelst SonderzugeS nach Metz, um die Kathedrale zu besichtigen. Die Rückkehr von dort erfolgt Abends 6V< Uhr. Morgen besichtigt das Kaiserpaar die Schlachtfelder, die Kaiserin jedoch in kleinerer Ausdehnung als der Kaiser. Nach der Rückkehr von den Schlachtfeldern wird Metz abermals besucht, wo die Kaiserin die verschiedenen Institute zu besichtigen gedenkt.
Metz, 15.October. DaS Kaiserpaar ist um 4^ Uhr hier eingetroffen und fuhr bittet zur Kathedrale, wo die von Baurath Tornow vorgelegten Pläne der Restaurirungs- arbetten besichtigt wurden. Um 6«/2 Uhr erfolgte die Atz«
fahrt nach Urville. Morgen früh erfolgt die Besichtigung der Schlachtfelder des 18. August. — Bezirkspräfident von Hammerstein wurde zum Wirk!. Geheimen Ober- regierungsrath mit dem Range eines Rathes erster Klasse ernannt.
Metz, 15. October. Als heute Vormittag die Nachricht von der bevorstehenden Ankunft des Kaiser Paares hier eintraf, hatte sich die Stadt innerhalb einer Stunde in den Hauptstraßen in einen Fahveowald verwandelt. Extrablätter verkündeten die Stunde der Ankunft des Kaiserpaares der Bevölkerung, deren Ovationen bei der Hin-, wie bei der Rückfahrt ungemein lebhaft waren. Der Kaiser und die Kaiserin dankten nach allen Setten und sprachen gegen den BezirkSpräfidenten ihre hohe Befriedigung über den Empfang aus. Der Bezirkspräfident hatte das Kaiserpaar am Bahn« Hofe empfangen und wieder dahin zurückgeleitet.
Depeschen deS Bureau „Herold*.
Berlin, 15. October. Dem Fürsten Lobanow hat der Kaiser sein Btldntß überreicht. Dasselbe ist'ein Kupferstich und zwar ein Brustbild in großem Format. Dasselbe trägt die eigenhändige Unterschrift des Kaisers.
Berlin, 15. October. Wie der „Reichsanzeiger" meldet, ist durch Allerhöchsten Erlaß der Minister der öffentlichen Arbeiten ermächtigt, auch noch während deS MonatS October dieses Jahres in geeigneten Fällen und unter den bisherigen Voraussetzungen den Veteranen des deutsch-französischen Krieges zum Besuch der Schlachtfelder, soweit fie auf deutschem Gebiete liegen, die Hin- und Rückreise in dritter Wagenklasse aller Züge zu einfachen Militärpreisen, in zweiter Wagenklasse gegen Lösung von je zwei Milttärfahrkarten zu gestatten.
Berlin, 15. October. Zu der Straßburger Meldung der „Franks.Ztg.", daß der Reichskanzler den Bankdirector Dr, Petri als den geeignetsten Vertreter für den Unter» staatssecretärposten in Elsaß-Lothrtngen, Abtheilung für Justiz und CultuS, bezeichnet habe, der Vorschlag aber auf Schwierigkeiten gestoßen sei, schreiben heute Abend die „Berliner Neuesten Nachrichten": Der Correspondent der „Frankfurter Zeimng" fügt nicht hinzu, an welcher Stelle die Schwierigkeiten gelegen haben. Die weitere Verstärkung der reichsländischen Regierung mit eingeborenen Elementen ist ein Experiment, dessen Gelingen lediglich von den Persönlichkeiten abhängt. Bei aller Sympathie für Herrn Dr. Petri können wir die Meinung nicht unterdrücken, daß bei der Eigenart der reichsländischen Verhältnisse die Leitung des JustizreffortS besser in altdeutschen Händen bliebe. Soviel uns bekannt, war der Ober-StaatSanwalt Dr. Rassiga beim Oberlandes- gericht in Colmar, ein geborener Pfälzer, für diesen Posten in Aussicht genommen.
Berlin, 15. October. DaS zweite rheinische Husaren'Regiment Nr. 9 soll, wie die „Post" hört, von Trier nach Straßburg verlegt werden. ES wird dies daS einzige Husaren-Regiment sein, das in Elsaß Lothringen liegt, da jetzt in den Reichslanden nur Dragoner- und Ulanen* Regimenter stehen.
Berlin, 15. October. In der Aula der Universität fand heute Mittag die feierlicheUebergabe deSRectoratS statt. Nachdem Prof. Wagner den Eid als Rector geleistet hatte und mit den Zeichen seiner neuen Würde bekleidet worden war, hielt er seine Antrittsrede, die über die Entwickelung des nattonalöconomischen Unterrichts in Deutschland und die Stellung der deutschen Hochschullehrer der National- öconomie zum SoctaliSmuS handelte.
Köln, 15. October. Heute dauerte die Zeugenvernehmung im Mülheimer Crawallproceß fort. Die Gendarmen und Polizisten gaben zu, scharf geschossen zu haben. Im weiteren Verlaufe ereignete sich ein Aufsehen erregender Zwischenfall. AlS nämlich ein Verteidiger nachwies, daß zwischen der Aussage deS Polizisten Eysen und der zweier Zeuginnen ein Widerspruch besteht und er deshalb die Pro- tocolltrung der Aussagen des Polizisten beantragte, stellte der Staatsanwalt jenen Vertheidiger als Denuncianten hin. Sämmtliche elf Vertheidiger erklärten darauf, die Vertheidigung niederzulegen, und dies wurde nur dadurch verhütet, daß der Staatsanwalt, Assessor Schnell, erklärte, jeden Vorwurf zurückzunehmen.
Bielefeld, 15. October. Die durch die MandatSnteder- legung des Freiherrn von Hammerstein nöthig gewordene Nachwahl im Reichstags Wahlkreise Herford findet am 22. November statt.
Straßburg, 15. October. Heute . Nachmittag 4 Uhr wurde die Industrie- und Gewerbe-Ausstellung geschlossen. Der Feier wohnte der Staatssekretär v. Puttkamer, der UnterstaatSsecretär v. Strauß, der Ober-
Postdirector, der Bezirkspräfident des Unter-Elsaß und eine große Anzahl hervorragender Vertreter der elsäsfischen und lothringischen Industrie bei. Im Namen deS AuSstellungS* ComitSs ergriff zunächst daS Wort der städtische Beigeordnete Bergmann, der auf das Gelingen der Ausstellung, auch in finanzieller Hinsicht hinwieS. Der Statthalter, Protector her Ausstellung, betonte die hohe Bedeutung der Ausstellung als Friedenswerk und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die elsässische und lothringische Industrie gezeigt habe, daß fie auf der Höhe der Zeit stehe. Zum Schluß brachte der Bürgermeister Back ein dreifaches Hoch auf den Kaiser aus, in daS die Anwesenden begeistert einftimmten.
Mülhausen, 15. October. Wie der Mülhausener „Expreß" meldet, hat die Polizei gestern fünf Personen verhaftet, welche viel und vertraut mit dem Mörder deS Fabrikanten Schwartz, dem Fabrikarbeiter Mayer verkehrt haben. Die Verhaftung erfolgte auf Grund des § 139 des Strafgesetzbuchs. Die gerichtliche Voruntersuchung gegen diese fünf Personen ist eröffnet worden. Eine sechste Person ist vorläufig festgenommen worden.
Pilsen, 15. October. Indem Befinden deS Grafen Taaffe ist eine derartige Verschlimmerung eingetreten, daß Professor Albert aus Wien telegraphisch zu dem an einer Herzkrankheit und Nierenentzündung darniederliegenden Grafen gerufen wurde.
Rom, 15. October. Wie die „Tribuna" meldet, wurde die dem Präsidenten deS anglo * armenischen Co mit öS zugesagte Audienz beim Papst im letzten Augenblick verweigert, angeblich wegen schlechter Gesund- heil des Papstes, thatsächlich aber aus Rücksichten gegen die hohe Pforte.
Der Krieg von 1870|71,
geschildert durch Ausschnitte aus ZettungS-Nummern jener Zett.
(Nachdruck verboten.)
17. October.
Nach einer Mittheilung auS Epernay ist etwa eine Stunde von diesem Orte entfernt ein durch Ruchlosigkeit deS Feindes herbeigeführteS Eisenbahnunglück oorgekomwev. Ein Eiseubahnzug mit Kranken und Verwundeten der deutschen Armee ist verunglückt durch böswillige Beschädigung der Bahn- man zählte 5 Todte und 30 Verwundete. AlS Anstifter deS Frevels, der unter unseren Truppen große Aufregung hervorgerufen, ist ein alter Duc de Montebello verhaftet worden. Berl. Börs.-Ztg.
„Times" meldet: Die Viehseuche herrscht im Innern von Paris, Pferde werden abgeschlachtet- die Hämmel find gleichfalls von der Seuche ergriffen.
unb protritt
Dietzen, den 16. October 1865.
*♦ Oeffentliche Sitzung be8 Provinzial-AvsschufseS. 1) Bet der Geländeerwerbung für die Nebenbahn von Hungen nach Friedberg konnte mit Georg Reitz II. und Israel Katz von Inheiden eine Einigung bezüglich der von diesen abzutretenden Grundstücktheile nicht erzielt werden, indem das Angebot der Ankaufscommission und auch die Schätzung der Sachverständigen ausgeschlagen wurden. ES wurde deshalb das Enteignungsverfahren beantragt und zur Verhandlung vor den Provinzial-AuSschuß außer den genannten Grundbesitzern auch die Geländeankaufscommisfion und die Sachverständigen geladen. Nach dem mündlichen Verfahren entschied der Provinzial-Ausschuß dahin, daß die Schätzung der Sachverständigen als maßgebend anzusehen sei. — 2) Der OrtSarmenverband Kohden ist gegen den Landarmenverband deS Kreises Büdingen wegen verweigerter Uebernahme einer vorübergehenden Unterstützung für Magdalena Brill von Hain-Gründau klagend vorgegangen. Es waren außer den Parteien sechs Zeugen zur Verhandlung geladen. Der Sachverhalt ist folgender: Die Brill konnte im Herbst 1894 weder die Kosten für Entbindung ihres unehelichen Kindes, wie auch die späteren Kosten für Beerdigung desselben nicht bezahlen und die Mühe der Bürgermeisterei Kohden, die betreffenden Beträge von der Gemeinde Hain-Gründau oder von dem Landarmenverband Büdingen für die Gläubiger zu erhalten, war erfolglos. Die Gemeinde Kohden berichtigte nun die Rechnungen und trat gegen den Landarmenverband Büdingen klagend auf, da der UnterstützungSwohnsitz in Kohden durch eine etwa sechstägige Aufenthaltsveränderung der Brill unterbrochen war. Bei ihrer Vernehmung erklärte die Brill, daß fie noch kein Geld gehabt habe, um die Rechnungen zu bezahlen, daß fie die Gemeinde Kohden auch nicht um Bezahlung der Rechnungen angesprochen habe, und daß sie die Schuld nach und nach


