Ausgabe 
17.9.1895 Zweites Blatt
 
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zu schicken, wo die Möglichkeit der Flucht fast ausgeschloffen nfdj-en und deshalb keine starke Bewachungsmannschaft er­forderlich war. Die Hessen blieben während des weiteren Der'aufS des Unabhängigkeitskrieges an dem ihnen ange­wiesenen Aufenthaltsorte und wurden mehr als AHedler denn als Gefangene betrachtet. Sie zogen augenscheinlich ihren Aufenthalt in Virginia der Betheiligung am Kriege vor, ?enn eS wurde niemals ein Fluchtversuch gemacht. Nach Bcendigung des Krieges, als es ihnen freiftavd, in ihre Heimath zurückzukehren, beschlossen sie, für immer in Vir- fi nien zu bleiben. In den hundert Jahren seit Gründung dieser merkwürdigen Colonie haben sich die Nachkommen der besfischen Kriegsgefangenen mit der übrigen Bevölkerung nur in sehr geringem Maße vermischt und find von ihr durch He Eigemhümlichkeit ihrer Sitten und ihres DialecteS leicht au unterscheiden. CharlotteSville liegt am Fuße der Blue Ridge Mountains und ist von einem Kreise niedriger Berge umgeben, die sich nach allen Richtungen hin auSbreiten und der Eolonie eine natürliche Abgrenzung gegen die übrigen Thetle des Landes geben. Die Abgeschlossenheit, in der die Nachkommen der hessischen Kriegsgefangenen leben, ist ihnen nicht günstig gewesen- sie sind unwissender und ungebildeter als der Durchschnittsfarmer in Virginien. Sie besitzen indeß eirli. natürliche Schlauheit, die den Mangel an Bildung einigerrüübkN ersetzt, sodaß sie sich in günftigen^Müreriellen Verhältnisseö-befinden. Sie find von ruhiger, friedfertiger GemüthSarr, abMhen von gelegentlichen Prügeleien, die von den Amerikan-Vl der-germanischen Lust am Raufen zu­geschrieben werden. In die Kirche geben sie nur selten- in Folge dessen hat die Young Mens Christian Association der Universität von Virginia mehrere MisfionS - Sonntags- Schulen errichtet, um das religiöse Gefühl und Wissen der hessischen Eolonisten zu heben. In den letzten Jahren find sie aus ihrer Abgeschlossenheit mehr herauSgetreten, sodaß ihre Etgenthümlichkeiten bald verloren gehen dürsten.

Citerotur und ICanfL

Bti* btt Grfittdttttgett, «»werde tmb Industrien, Gesammtdaistelluna alter Gebiete der gewerblicbcn und mbuftrre^en Arbeit sowie von Weltverkebr und Wrltwirtbschait. Neunte, durchaus neugestaltet« Auflage. Vollständig in 10 Bänden, geheftet je 8 Mk., in Halbfram gefunden je 10 Mk. Auch in 160 Heften zu je 50 Pf., oder in 400 wöchentlich erscheinenden L-eferungen zu je 20 Pf. be­ziehbar. Dieses großartige, in seiner Anlage unter der gesammtm technischen Literatur aller Völker einzig dastehende nationale Werk, daS einen Stolz der deutschen populären Literatur bildet, genießt seit einer langen Reite von Jahren beim Publikum, Buchhandel und Preffe so hohes Ansehen, daß es 'ast überflüssig erscheinen möchte, dasselbe noch beienders zu empfehlen. Täglich und stündlich haben wir die Wunder vor Augen, welche die moderne Technik hervorbringt, in jeder Minnt« tast erfreuen wir unS einer der Er- rungenschaftm, die Nalurwissenichait und Technik vereint in stiller Emsigkeit geschaffen. Eisenbahn und Dampfschiff, Telegraph und Telephon, Photographie und electrisches Licht, von denen eine gar nicht »Io entfernte Vergangenheit noch gar nichts ahnte, find uns geläufige Dinge, die jeder kennt, die Niemand miffen möchte. Der- ständniß für die großen industriellen Zustände und Ereignisse der Gegenwart in weitere und weiteste Kreise zu tragen, das ist die Auf­gabe dieses volkSthümlichen Werkes von seinem ersten Austreten an gewesen das ist sie noch heute. Das$ud) der Erfindungen, Geryerbe und Industrien" will den Leser tinfübren in die wirkliche Welt, in dir W§lt des Schaffens und der Arbeit. Und Manchem wkro da eine neue Welt ausgehen nicht nur in den mächtigen Hallen der modernen Großindustrie, wo Dampf und Electricität ungeheure Kraft in Bewegung setzen: auch manches schlichte Hand­werk wird bei genauerer Betrachtung unerwartetes Jntereffe gewinnen. An der Hand des Buches wird er eintreten in die Werkstätten von Krupp und Gruson wie in die deS Töpfer- und FaßbwderS, er wird mit dem Bergmann zur Grube fahren und dem Chemiker ins Laboratorium folgen, die Wucht des Dampfhammers und der Schmiedepresse ebenso würdigen lernen, wie die Feinkunft deS Gold­arbeiters, er wird erfahren, durch wie vieler Hände Schaffen ein Messer entsteht oder ein Stück Strff, ein Glas, ein Bleiftfft, der Zucker, das Bier und fo vieles Andere, und schließlich wird er sehen, wie all dies mächtige vielgestaltig« Getriebe, in Verbindung gebracht durch einen alle TheUe der Welt umspannenden, mit mächtigen Hilfsmitteln ausgestatteten und stetig sich vergrößernden Verkehr, fich zusammenfügt zu dem gewaltigen Gebäude der heutigen Wett- wirthschast Das Buch der Erfindungen giebt somit ein umfassendes

Gesammtblld der heutigen Cultnr, soweit diese im Besitze materieller- Güler besteht. Tas altd-währte Weik erscheint jedoch diesmal in völlig verjüngter Gestalt, innerlich und äußerlich. Zwar mußte es das vornehmste Bestreben der Verlagsbuchbandlung bleiben, auch der neuen Auflage den im besten Sinne populären Character zu wahren, der daS treffliche Buch von jeher ausgezeichnet: aber die großartigen Eirungentchofken der Technik gerade in jüngster Zeit haben es mit sich gebracht, daß die ganze Anlage befl Wei kes von Grund aus umgestaltet werden mußte. Die neunte Auflage de» »Buches der Erfindungen, Gewerbe und Industrien" erscheint in zehn Bänden, auf welche der ungeheure Stoff nach Möglichkeit in der Weise vcrlheilt ist, daß jeder Band ein scbstständtaes und zu­sammenhängendes Arbeitsgebiet behandelt, ein Umstand, der nicht nur der Uedersichtlichkcit ganz außerordentlich zu statten kommt, sondern auch den tbatsächlichen Verhältnisien besser entspricht und den Beifall jedes PractikerS gewinnen wird. Die einzelnen Bände werden unter besonderer Hervorhebung der neuesten Eisindungen von Fachmännern allerersten Ranges bearbeitet, wobei die Rücksicht auf daS practische Bedürfniß durchaus in den Vordergrund gestellt wird. Insbesondere werden durchgehends auch di« wirthkchaftlichen Verhältnisse eine entsprechende Behandlung erfahren Die Illu­stration wird vollständig erneut uud die böchstm Ansprüche üker- treffen. DaS Werk wird insgesammt n'cht weniger als etwa 6000 vorzügliche, anschauliche und instructioe Text - Illustrationen enthalten. Außerdem werden jedem Band« mehrere Chromotafeln beigefügt. Keine Lectüre ist so geeignet, nach allen Seit n hin An­regung zu geben, den Blick zu weiten, daS gerade in unfern von socialen Stürmen durchbrauftm Zeit io nothwmdige verftändniß für die Grundbedingungen des wirthschaftlichen LebenS |u heben und zu beleben, wie die d«S Buches der Erfindungen Die acht bisherigen Auflagen waren in nicht weniger als 200 000 Exemplar en oder über eine Million Bänden verbreitet. Ein Blick in bi« neue Ausgabe wird Jedem den unaeheuren Fortschritt zeigen. So darf denn wohl auch die neunte Auflage dieses WerkeS de» allgemeinen Antheils sicher sein, zumal der Preis im Verhältniß zum Umfang und der Gediegenheit des Gebotenen ein außerordentlich billiger zu nennen ist.

Bähe für 8 Pfennige erhält man vor Fliegen, Schnaken, Flöhen usw. durchDalma". Für 2 Pfennige davon tödtet all« Fliegen uiw. eine» Zimmers, der Küche oder Stallung in 3 Minuten unter Garantie. Für Menschen und HauSthiere unschädlich. Glatz 30 u. 50 Pfg., dazu gehöriger Patentbeutel 15 Pfg. In allen Apo­theken auf Lager. In Gießen in der HirschapofHeike. 5664

Bekanntmachung.

Die nachfolgenden Grundstücke:

1. Gemarkung Gießen.

3. Gemarkung Gießen. XXXXVIII 17 1725 Wiese an der Ochsenwiese.

4. Gemarkung Wiefeck.

Flur

Nr.

qm

XXXIX

69, 69a

1882 Acker hinter dem Wallbrunnen.

2. Gemarkung Wieseck.

XXI

4145

6069 Wiese in der Speck,

XXV

71

2481 Wiese in der Oberlach beim Kessel,

XXII

47

3300 Wiese in der Gänsbach,

XXV

36

1275 Wiese am Felsgraben,

XXV

52

3363 Wiese in der Oberlach beim Kessel.

XXVI

54

1319 Wiese am Morgenweg.

XXVI

152 14337

Wiese in den Herrenwiesen.

XXVII

16 8181

Wiese in der Schinderseck.

5. Gemarkung Alteu-Bufeck.

VII 439 8200 Wiese in der Au bei der Schießheck

sollen

Mittwoch den 18. September d. I., Vormittags 9 Uhr, auf dem Armenamte (Zimmer Nr. 3 der Bürgermeisterei) nochmals zur Verpachtung kommen.

Gießen, den 14. September 1895.

7656 Die Armen-Deputation der Stadt Gießen.

Betarmtrnachrmg.

Das SPätobst von den städtischen Bäumen am Krofdorfer-, Wiesecker-, Anneröder- und Steinbacher-Weg, am Lutherberg, am Lärchen- Wäldchen, in der Südanlage und in den Friedhofü-Anlagen soll

Dienstag den 17. September, Nachmittags 3 Uhr, an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden.

Zusammenkunft am Krofdorfer-Weg.

Gießen, den 14. September 1895.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ________________________Gnautb._____________________7657

Bekanntmachung.

Nachdem die Arbeiten an der städtischen Laftwaage auf der Wcftaulage beendet find, bringen wir dies mit dem Anfügen zur Kenntniß, daß dieselbe für den Gebrauch von Montag den 16. d. M. ab wieder in Betrieb gesetzt wird.

Gießen, den 14. September 1895.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

7658 ________________Gnauth.________________________

» Morgen %

Dienstag den 17. September: Ziehung* der Alsfelder Ausstellungs-Lotterie.

Loose ä 1 Mark. 'M

11 Stück 10 Mk. X. tawr 6 Stück 5 Mk. 50 Pfg.

Ca. 1500 Gewinne i. W. v. ca. 18 000 Mk.

Loose hier za haben bei A. Gretscher, Neustadt 55, und all en durch Plakate kenntlichen Handlungen.7567

Loose

dkl landwirMastl.IusScllllllg io Gieße»

Ziehung am 23. Septemder

Hattptgew.r Erntewagen mit Her belgischen Zuchlstuten i. W v Str. 6000.

Loose a f Vit., 11 Sick. 10 »t. bei dem Haupt-Agenten für Gießen und Umgegend Mch Bnchackcr, Meßen, 6675 Neuen-Bäue 11.

KndmthjWlichk Auskeilung ni Gießen

vom 19. bis 22. September 1895.

Eintritts - Preise:

Familienkarte mit 3 Beikarten, nur für Familienangehörige (auf Namen lautend) für den 19. und 20. September gültig 4 Mk.

Beikarte zur Familienkarte (auf Namen lautend) für den 19. und 20. September gültig 1 Mk.

Aamilieukarte mit 3 Beikarten, nur für Familienangehörige (auf Namen lautend) für dm 21. und 22. September gültig 2 Mk.

Beikarte zur Familienkarte (auf Namen lautend) für den 21. und 22. September gültig 0.50 Mk. Familienkarten sind nicht übertragbar und die dazu gehörigen Beikarten nur für Töchter

oder Söhne der Familie gültig. Böhne über 18 Jahre haben besondere Karten zu lösen.

WWM" Mißbrauch dieser Bestimmung zieht den Verlust bet Karte nach sich Einzel-Dauerkarte (auf Namen lautend) für die Dauer der Ausstellung 2.50 Mk. im Vorverkauf

zu haben bei den Herren: Ernst Balfer, Mäusburg, Ernst Challier, Neuenweg, Eberh. Dort, Wallthorstraße, Daniel Heil, Lindenplatz, C. F. Henzerliug, Neustadt, Hch. Kühn, Seltersweg, Louis Lind, Kirchenplatz, flferb. Schott, Bahnhofstraße, Ph. Weiler, Markt 1. 7573

Nur an den Tageskassen erhältliche Eintrittskarten

gültig für den einmaligen Eintritt

Erwachsene

L

Mk.

1.

für Donnerstag, den 19. September, für

Kinder unter

14 Jahren

ff

0.50

Erwachsene

n

ff

1.

Freitag, 20.

Kinder

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050

Erwachsene

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0.50

Samstag, 21.

Kinder

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0.25

Erwachsene

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0 50

Sonntag, 22. w

Kinder

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0.25

Auf der vom 19. bis 22. September 1895 stattfindenden

Landumthschaftliihen Ausstellung iu Gicßcu sind wir mit einer reichhaltigen Collection Landwirthsryastl. Maschinen u. Geräthe vertreten und laden zur Besichtigung derselben ein. 7562

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Ziehung: 23. September. - Haupttreffer: Erntewagen mit vier Pferden 6607 i. W. von Mark 5000.

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