Ausgabe 
16.2.1895 Erstes Blatt
 
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von zwei Exercierkasemen in Ulm 75 000 bezw. 29 000 3RL Bewilligt werden ferner die geforderten 14 288 Mk. zur Gewährung von Zulagen an die Unteroffiziere rc. bei den Besatzungstruppen in Elsaß-Lothringeu. Eine längere Debatte knüpft sich an die Forderung von 9 000000 Mk. für Er« Werbung eines Truppenübungsplatzes für daS württembergifche ArmeecorpS. Die beiden Referenten, Abg. Gröber (Ctr.) und von Maffow (deutfchconf.) bemängeln den hohen Preis und regen an, ein billigeres Terrain zu erwerben. Der württembergifche Kriegsminister Schott von Schottenstein hebt hervor, daß weder die vorhandenen Exercierplätze noch die bchteßstandanlagen den Anforderungen genügen, welche infolge der weitergehenden Gefechtsausbildung der Truppen zu stellen find. (Sm Artillerieschießplatz für das ArmeecorpS fei über­haupt nicht vorhanden. Soll nicht die Ausbildung der Truppen in der Durchführung des Gefechts erheblich beein­trächtigt oder daS öffentliche Jntereste schwer geschädigt werden, so fei die Erwerbung eines geeigneten UebungsgeländeS un­umgänglich notwendig. Ein weiteres Warten würde keine günstige Gestaltung der PreiSverhältniffe erhoffen lassen, eher fei zu befürchten, daß die Ansprüche der Grundbesitzer von Jahr zu Jahr sich steigern würden. Die Fortsetzung der Berathung wird auf morgen vertagt.

Berlin, 14. Februar. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Zu dem Erstaunen, dem einige Blätter Ausdruck geben, daß der KreuzerFalke" trotz einer nicht ganz friedlichen Lage von Samoa abberufen und nach Aucklan- abgegangen ist, Folgendes. In Samoa beginne jetzt die Zeit äußerst gefährlicher Stürme und da derFalke" nur ein kleines Schiff fei, so fei die Gefahr der Sturmperiode für ihn doppelt groß. Deutschland hätte schon mehrere kleine Schiffe durch Wetterungunst vor Samoa verloren und könne nicht darauf ankommen taffen, die Reihe dieser empfindlichen und tief schmerzlichen Verluste noch verlängert sehen, ein größeres Schiff aber habe die Regierung nicht zu ihrer Verfügung. So kommen wir, schreibt daß officiöse Blatt, wieder auf den Punkt, von dem aus die vorliegenden, wie alle ähnlichen Be­schwerden allein erledigt werden können: daß dringende Bedürfniß einer möglichst schleunigen Herstellung einer Anzahl von geschützten Kreuzern.

Berlin, 14. Februar. Während der Rede des Abg. Jebsen in der heutigen Sitzung des Reichstags besuchte der Präsident v. Levetzow die Journalistentribüne, um sich persönlich von den Mängeln derselben, die neulich zur Sprache gebracht wurden, zu überzeugen.

Berlin, 14. Februar. In Sachen deß Duells zwischen dem Reichstagsabgeordneten Liebermann v. Sonnen­berg und Dr. Böcke! theilt eine parlamentarische Corre- spondenz mit, daß Dr. Böcke! die an ihn ergangene Forderung angenommen habe.

Magdeburg, 14. Februar. Infolge eines zwischen den hiesigen Socialdemokraten und den Saalbesitzern ausgebrochenen Streites haben die Letzteren beschlossen, den Socmldemokraten ihre Locale für Versammlungen nicht mehr zu überlassen.

Brüssel, 14. Februar. Die Soctalisten kündigen an, daß im Parlament die Regierungsvorlage, betreffend die Ge­meindewahlreform, heftig bekämpft werden wird und daß das einfache allgemeine Stimmrecht gefordert werden soll.

Loudon, 14. Februar. Die heutigen Morgenblätter theilen mit, eine deutsche Colonne habe in Straft an der afrikanischen Goldküste ihre Fahne ausgepflanzt.

Loudon, 14. Februar. DerStandard" meldet aus Tientsin, daß der Dicekönig, Prinz Kung und Str Robert Hart zu Bevollmächtigten der chinesischen Re­gierung ernannt worden find. Beide sind nach Aokohama gereist, um die Friedensverhandlungen wieder aufzunehmen.

Petersburg, 14. Februar. Dem Czaren gehen fast täglich Drohbriefe und nihilistische Manifeste zu, seitdem er die Selbstherrschaft proclamirt hat. ES geht baß Gerücht, es sei ein Palastbeamter verhaftet worden, als er sich NachtS in daS Arbeitszimmer des Czaren einschlich und Stahlstiche eiuschmuggelte, welche die Ermordung Alexanders II. dar- stellten.

Konstantinopel, 14. Februar. Nach Beendigung der Ausbildung der Jnstructoren für den Gebrauch des Mauser- gewehrcS soll sofort die Ausrüstung der türkischen Armee nm diesem Gewehr stattfinden.

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Gießen, den 15. Februar 1895.

OrdevS Verleihung. Seine Königl. Hoheit der Groß- Herzog haben dem Premierlieutenant Jockusch im 5. Rhei­nischen Infanterie-Regiment Nr. 65, seither im Infanterie- Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großherzoglich Hessischem) Nr. 116, daS Ritterkreuz 2. Klaffe des Verdienstordens Philipps deS Großmüthigen zu verleihen geruht.

Ernennung. Durch Entschließung Großherzoglichcn Ministeriums des Innern und der Justiz ist daS Vorstands­mitglied der land- und forstwiffenschastlichen BerusSgenossen- schast für baß Großherzogthum Hessen, Großh. Geheimer Obersorstrath Frey zu. Darmstadt, nach Ablaus seiner bis­herigen AmtSdauer wiederum zum Stellvertreter des Vor­sitzenden deS Vorstandes der gedachten Berufsgenoffenschaft ernannt worden.

* Schwurgericht. BehusS Bildung der Spruchliste für die am 4. Marz 1895 beginnende Sitzungsperiode des Schwurgerichts wurden die Namen folgender Hauptge­schworenen aus der Jahresltste für 1895 gezogen: 1) Holler, Wilhelm, Landwind in Ober-Hörgern, 2) Kornmann, Friedrich, in Trais Horloff, 3) Langsdorf, Heinrich Lud- wig, in Friedberg, 4) Hoffmann, Theodor, in Burkhards­felden, 5) Wagner, Heinrich IV. in Ober-Breidenbach, 6) Pröfcher, Wilhelm IV. in Schotten, 7) Weitzel, Joh. Heinrich, in Kaichen, 8) Schaaf, Karl, In Altenschlirf, 9) Stein, Karl, in Ober-Breidenbach, 10) Lang, Jobs. III. In WeiterSdain, 11) Jeckel, Valentin, in Ober Mörlen, 19) Bor eil, Paul Heinrich, in Eudorf, 13) Rieß, Fried­

rich, m Bobenhaufen bei Ortenberg, 14) Sparwaffer, Iohß. II., in Langenberghetm, 15) Möller, Georg, in Eulersdorf, 16) Schomber, Philipp II., in Beuern, 17) Fey, Ludwig II., tn Lollar, 18) Bausa, Christian, in Gteßen, 19) Grebe, Christian, in Aulendiebach, 20) Mayer, Sari, in Gießen, 21) Marx, Georg, in Gießen, 22) Bernbeck, Karl Wilhelm, in Friedberg, 23) Dem, Johann IL, in Leihgestern. 24) ®all, Wilhelm, in Gießen, 25) Wenzel, Anton VII., in Lang-GönS, 26) Kuhl, Konrad, in Dorf-G ll, 27) Alt, Heinrich IV., in Lauter­bach, 28) Schwalb, Christoph II., in Rödgen, 29) Brück» mann, Gg. Ludwig, in Steinfurth, 30) Eisländer, Conrad, in Unter-Sorg.

Bon der Universität. Nach einer Mittheilung in der Franks. Ztg." hat der Mineraloge Profeffor Brauns von der technischen Hochschule zu Karlsruhe einen Ruf nach Gießen erhalten.

Kirchengebet. Bom 17. Februar an wird baß Kirchengebet aus die glückliche Niederkunft der Groß­herzogin angeordnet.

* Nationalliberaler Verein. Der nationalliberale Verein beschäftigte sich an seinem letzten VortraqS- und DiscuisiönS- abend mit der Landagi tation der Soctaldemokraten. Vor Eintritt in die Tageßordnung verlaß der Schrislführer ein Telegramm auß dem Cabtnett Sr. Königl. Hoheit des GroßherzogS, durch daS dieser für die ihm bei der Feier des 18. Januar dargebrachte Huldigung dankte. Ferner wurde ein Einverständniß darüber conftatirt, daß die Feier des 80. Geburtstags des Fürsten BiSmarck nicht Sache einer Partei sein könne, und daß sich der Verein daher an der allgemeinen Feier betheiligen solle, deren Vorbereitung schon weit vorgeschritten sei. Hierauf referirte Herr Schlenkc über die Landagitation der Socialdemokratie und die Benützung der Ergebnisse der unter seiner Mitwirkung zu Stande gekommenen hessischen landwirthschaftlichen Enquete durch Herrn Ur. David in dessen Artikelreihe:Zur Landagitation in Mitteldeutschland". Zunächst setzte er die Schwierigkeiten auseinander, die die Untersuchung bei dem völligen Mangel jeder Buchführung in der kleinbäuerlichen Wirtschaft gehabt habe. Jedoch habe auch Herr vr. David kaum eine der von ihm gefundenen Zahlen angegriffen. Die damalige staatliche Untersuchung der Lage der Landwirtschaft sei durch die Be­fürchtung einer vorhandenen hohen hypothekarischen Verschuld- ung veranlaßt worden. Habe sie nun auch ergeben, daß diese Verschuldung nicht die damals befürchtete Ausdehnung hatte, so ergab sich doch schon damals eine überaus ungünstige Lage der Landwirthschaft. Auch habe man sich schon damals gesagt, daß sich nicht alle Schulden constatieren ließen. Allgemein wurde festgestellt, daß sich die bäuerlichen Wirth- schäften nicht rentierten. Den Rentabilitätsberechnungen wurde der damalige Roggenpreis von 16 und der Weizen- preis von 18 Mk. zu Grunde gelegt, während der Preis dieser Producte jetzt auf 1112 bzw. 11 13 Mk. gesunken ist. Nun stellt Herr Dr. David immer unter dem Gesichts­punkt der socialdemokratischen Agitation die Ernährung des Kleinbauern in Anlehnung an Artikel der Marburger Hessischen LandeSzeitung" als eine überaus elende hin: der schleppende Gang der Bauern, daS frühe Altern ihrer Frauen fei der deutlichste Beweis für die ungenügende Ernährung. Dabei übersehe Herr Dr. David völlig, daß doch immer noch 1/i Pfund Fleisch auf den Kopf komme. Auch da, wo die Fletschnahrung beinahe mangele, werde doch dieser Mangel, dieS werde völlig verschwiegen, erheblich durch die Milch­nahrung ausgeglichen. Diese betrage pro Kopf und Tag immerhin 0,8 Liter, während in den städtischen Haushaltungen auf den Kops nur etwa 0,2 Liter Milch komme. Der schlagendste Beweis dafür, daß die socialdemokratischen Be­hauptungen über die Lebenshaltung der Kleinbauern maßlos übertrieben, seien unsere RekrutirungSergebnisse und unser Kaiser Wilhelm" - Regiment, wie denn überhaupt die Land­bevölkerung procentuell dreimal soviel Soldaten als die industrielle liefere. Freilich bewirke unsere Erbtheilung bei Aufeinanderfolge mehrerer kinderreichen Ehen oft eine solche Zersplitterung deS Grundbesitzes, daß dem einzelnen nur ein kümmerliches Dasein möglich sei. Da sei dann baß kleine Gütchen mit einer großen Hofraithe beschwert, die einst für das fünfmal so große Gut deS Vaters ober Großvaters ge­baut worben fei. Vielfach fei ber Gebäudewerth höher als ber Grundwerth, während er nach wirtschaftlich richtigen Gesichtspunkten nur 35 Procent desselben betragen dürfte. Nun suchten viele kleine Bauernin der Zeit der frischesten Arbeits­kraft einen Acker hinzuzukaufen, um annähernd wieder auf den Besitzstand ihrer Eltern zu kommen. Dadurch, daß die Nachfrage nach Land so lebhaft sei, werde nun bet Boden verteuert (auf mittlerem Bobrn 600800 Mk. pro Morgen!). So labe sich Mancher eine gewaltige Schuldenlast auf den Halß. Dazu komme, daß die DarlehnSkaffen bis vor Kurzem 6 °/0 genommen hätten und die ersten Hypotheken zu 5 °/0 hätten verzinst werden müssen,- ferner die hohen Gerichtskosten bei der Erbtheilung. Daher regte der Vortragende die auch schon anderwärts erörterte Frage an, ob die Güterbelastung durch die AbfindungScapitalien vielleicht durch eine staatlich organifirte Lebensversicherung *btx Abzufindenden vermieden werden könnte. Man dürfe sich nicht dadurch zu falschen Schlüssen verleiten lassen, daß vielfach die Bevölkerung« ziffer der Dörfer stillftehe: die Zahl der Grundbesitzer, die letzt an der Dvrsflur Theil hätten, sei doch ungemein gestiegen. Daß dies nicht in einer Zunahme der Bevölkerung beß DvrseS seinen Ausdruck finde, erkläre sich einfach daraus, daß alle nicht durch Grundbesitz Festgehaltenen nach den In­dustriestädten abwanderten. Nun hoffe Herr Dr. David, der Sozialdemokratie dadurch bei den Bauern Eingang zu verschaffen, daß er ihnen sagt:Bor allem hohe Löhne für die Arbeiter- diese verzehren bann mehr, die Folge werden höhere Einnahmen für Euch sein!" Dabei vergißt er aber mancherlei, erstens nämlich beruht schon jetzt der scharfe, bei» ' nahe feindselige Gegensatz zwischen Bauer und Fabrikarbeiter eben zum großen Thetl auf ber höheren Lebenshaltung deS

Fabrikarbeiters, zweitens laffe sich der Satz, hohe Getreide­preise bringen hohe Löhne, nid): umkehren, denn ber Betrag einer Lohnerhöhung werde ntcht, oder nur zum kleinsten Theil für Brot außgegeben. Außerdem scheint Herr Dr. David zu vergessen, daß heute daß Ausland (Union, Argen­tinien, Rußland u. s. w.), alß Concurrent auf dem Getreide- markt erschienen feien. Der Prophezeiung, daß demnächst die Viehzucht im kleineren Betrieb den Körnerbau ablöien werde, muffe man doch entgegenhalren, daß jetzt schon eher zu vrel, als zu wenig Vieh gehalten werde. Im Verlauf der Di«- cuifion wies Herr Professor Schwartz darauf hin, daß alle schönen Worte der Sozialdemokratie an die Bauern umsonst feien; denn die Fabrikarbeiter wollten immer noch billigere Getreidepreise haben- jeder Bauer sehe ein, daß er überhaupt keinen Taglöhner mehr be­komme, wenn die sozialdemokratische Agitation weiter gehe. Herr Dr. Fuhr roieß auf den Widerspruch zwilchen der hessischen (Srquete und der beß Vereins für Socialpolitik in einem Hauptpunkt hin: während dieser gefunden habe, daß gerade der kleine Grundbesitz, zu dessen Bearbeitung die ArbeitSkrälte der Bauernfamilie ielbft auSreichten, am gün­stigsten fituirt fei, habe die hefsi che Enquete durchaus ge­sunden, daß daß Sinken der Rentabilität ober vielmehr die Zunahme der Unrentabil tat mit ber Abnahme bet Größe beß Besitze« Hanb in Hanb gehe. Der Schluß ber Arbeit Davids fei baß beste Mittel, die Landagitation ber Social- bemofroten lahm zu legen. Bei ben positiven Vorschlägen verliere tiefer in ber Schilberung seines ZukunftSdorfeS mit allen mobernen Brq emlichkeitSeinrichtungen, wie alle Social- bemoCraten, vollkommen ben Boden der Möglichkeit unter den Füßen - feine Vorschläge für die nächste Zeit feien im Grunde urreactionär und bildeten sogar gegen die frühere feudale Organisation beß GrunbbesitzeS einen Rückschritt. Herr Meinert äußerte sich im Allgemeinen zustimmenb zu ben Ansichten des Referenten und weist daraus hin, daß die Lebenshaltung ber Bauern doch noch viel burch hygie­nische Unterweisung unb Winke gehoben werben könne. Er schilbert die Wirkungen beß hier herrschenden bäuerlichen Erbrechts unb bespricht neuere Erhebungen über die Renta­bilität bäuerlicher Betriebe und die jüngsten gesetzgeberischen Anregungen auf diesem Gebiete. Schließlich wurde noch besonders daraus hingewiesen, daß sich die Rathlosigkeit ber Socialdemokratie in der Landagitation au« ihrem rein groß­städtischen industriellen Charakter erkläre.

** Nene« Theater. Wie schon in vorgestriger Nr. er­wähnt, stiht ben Musiksreunben unserer Stabt in nächster Woche ein großer Kunstgenuß bevor, inbem Herrn Di­rector Reiners gelungen, baßHänsel unb Gr ete l- Opern-Ensemble" zu einem einmaligen Gastspiel dahier zu verpflichten. Diese« Opern Ensemble unter Leitung feine« Direciors G. R. Kruse befinbet sich seit October v. I. auf einer Tournee durch Deutschland, die Schweiz, Holland u. s. w. unb hat allerorts sensationelle Erfolge erzielt. So schreibt u. A. bieFürstl. Reuß-Geraer ZtgGera (Fürftl. Hoftbeater). Die Aufführung ber Oper durch daß G. R. Kcuse'sche Ensemble hat alle Schönheiten beß Werke« außzu- schöpfen gewußt. Mit seiniühliger Hand suchte der Dirigent, Herr Kruse, bie Begleitung dem ununterbrochenen Flusse beß Gesanges unterzuorbnen. Zwei jugenbfrische, entzückend klingende Stimmen, Frl. von Roggenbucke (Hänsel) und Frl. Thorsen (Gretel) versenken die Hörer in ben vollen keuschen Märchenglauben. Ihr sich anschmiegendeS, immer schlagfertiges Spiel fesselte unausgesetzt unb forberte stür­mischen Beifall heraus, an dem Frl. Br einreich, welche die Knusperhexe mit origineller Accentuirung gab, sowie Frl. Schäfer als allerliebstes Sandmännchen, Herr Beling unb Frl. SchneIle (das Besenbinderpaar) partizipirten. Für die scenische Jlluftrirung war baß nur Mögliche geschehen. DaS liebliche Bild der herabsteigenben Engel unb bie neuen Decorationen der Knusperhäußchenscene waren von stimmung- erweckender Wirkung."

* Die Gießener Rndergesellschaft erzielte mit ihrem am vergangenen Mittwoch abgehaltenen 18. Stiftungsfest wiederum einen vollen Erfolg. Der Festsaal deSCasöLeib" hatte durch Fahnen, Wappen und eine große Menge Ruder einen ächt sportlichen Character bekommen und war bi« auf ben letzten Platz gefüllt. Al« noch Verklingen der Leutner'fchen Fest-Ouverture sich der Vorhang hob, wurde dem sich bietenden überraschend schönen Bilde bereits allseitiger Beifall gespendet. Vor einem fächerförmigen Arrangement von Rudern waren terraffenförmig die sämmtlichen Ehrenpreise, fast ein halbes Hundert, welche die Rubergeselllc?aft zu er­ringen wußte, mit dem deutschen MetsterfchaftSstern in der Mitte ausgestellt. Die ganze Gruppe war durch Guirlanden und Tannenbäumchen geziert und die lebensgroßen Büste» Kaiser Wilhelm« unb Großherzog Ernst Ludwig« hoben sich von diesem Hintergründe in wirkungsvollster Weise ab. In einem von Herrn Fillmann meisterhaft vorgetragenen Prolog gedachte der ungenannte Autor in rhyimisch wohlklingenden Strophen der Vergangenheit, Gegenwart unb Zukunft ber Rudergesellschaft. DeS Gründer« derselben, Herrn Christoph Rübsamen, besten Sohn Herrn Albert Rübsomen alß der- zeitiger Inhaber de« deutschen Meistetschaft«stern«. sowie namentlich ber großen Verdienste beß jetzigen Ehrenvorsitzenden, Herrn Jean Kirch, wurde in ehrenvollster Weise gedacht. Unter Hinweis auf bie für ben Rudersport unschätzbare kaiserliche und großherzogliche Huld, welcher namentlich in letzterer Zeit stet« neue Gunstbezeugungen entsprungen find, wurden die Ruderer zum Weiierstreden aus dem eingeschlagenen Wege ermahnt unb ermuntert und mit den Worten:

Dann werden wir, gleichwie die Jünger Jahn« Auch unfrer Jugend fürder dazu helfen D m deutschen Vaterland, dem cin'gen, großen, Ein stark Geschlecht mit wagemutd gern Geist Zn sichern unb zu bilden stet« auf« Neue!

endete ber mit wohlverdientem Beifall belohnte Prolog, von | unterer RegimentSmusik flott gespielte Corcertstücke wechselte» ' nunmehr ohne Unterbrechung mit Vorträgen ber Herren

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