Ausgabe 
16.2.1895 Erstes Blatt
 
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Samstag den 16. Februar

Erstes Blatt.

Nr 40

1S95

Gießener Anzeiger

Kenerat-Mnzeiger.

2lmts» und Anzeigeblatt für den ICreU Gietzen

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chkße-er Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de- MonlagS

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Amtlicher Theil.

Nro. 5 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 9. d. M., enthält:

(Nro. 2212). Bekanntmachung, betreffend eine zweite Ausgabe der dem internationalen Uebereinkommen über den Eisenbahnfrachto^rkehr beigefügten Liste. Vom 26. Jan. 1895.

Gießen, am 14. Februar 1895.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

d. (Sagern.

Deutscher Reichstag.

87. Sitzung. Donnerstag, den 14. Februar 1895.

Die Berathung ins Etats deS Innern wird bdm Eapitel Behörden für die Untersuchung von Seeunfällen" fort­gesetzt.

Abg. Freese (frs. Dg.) dankt Namens des Norddeutschen Lloyd dem Reichskanzler und dem Hause für die Anerkennung, die neulich dem Norddeutschen Lloyd hier gezollt worden, und geht dann aus den Unfall derElbe" ein. DieCrathie" hätte erkennen müffen, daß dieElbe" ein viel größeres und schnelleres Schiff war, und deshalb hinter d rElbe" berumsteuern sollen. Statt d ssen suchte sie vorn vo, b.izukommen. Es ist gesagt worden, dieElte" hätte 20, statt 7 Schotten haben müssen. Dann aber wäre die H tze uner­träglich geworden. Auch der von Her>n v. Manteuffel empfohlene Doppelboden hätte wenig geholfen. DieCrathie" ist zu schnell weggi fahren. Die kleinen englischen Kohlendampfer haben jetzt in der Regel zu wenig Mannschaft. Redner wendet sich dan,- gegen staatliche Beaufsichtigung des Schiffsbaues. Di-. Hahn bemängelt schlechte Löhnung der Mannschaften und Ueberlastung der Oififlere. Aber gerade die Schiffe des Lloyd haben eine sehr große Besatzung und die Offiziere drängen sich zum Dienst daselbst. Der Lloyd bat auch meist attgtdiente Leute. Er hat seit seinem Bestehen etwa 3 Millionen Mensckrm befördert und fein Verlust beträgt nur 364 Personen. Wir dürften wohl auf unsere Handel? flotte stolz fein.

Abg. Bebel (Soc): Die Mannschaften eines «Schiffes müßten auf die Möglichkeit eine« Unfalles hin etngeübt sein. Auf derElbe" scheint dies nicht der Fall gewesen zu sein; so sollen Bootsmanöver gar nicht eingeübt wo'den sein. Leute, die 18 bis 20 Jahre auf Lloydschiffen waren, erklären, daß sie niemals ein solches Manöver mitgemacht haben. Und doch ist es so wichtig, daß die L-ute ein Boot rasch herunterlaffen können. Mir wird ferner mtlgethttlt, daß erst I-tzt, also nach dem Unfälle, bet den Lloydschiffen Schotten-Schließ- Uebungen stattstnden; daß die Taue u. s. w. mit Oelfarbe verschmiert gewesen seien, was gleichfalls eine rasche Handhabung der Boote hinderte, und daß die Scheidewände zwischen den Schotten vielleicht durch Rost zerfressen gewesen seien. Für cie Regierung erwächst daraus die Pflicht, einmal nachzusehen, ob auch bet der Marine der Dienst m allen diesen Beziehungen richtig gehandhabt wird. Dr. Lieber meinte neulich, die amerikanischen und englischen Dampfer legten zu wenig Gewicht auf die Sicherheit; aber gerade die amerikanischen Dampfer üb im Allaem tuen auf das beste eingerichtet. Auf die kleinen Schiffe, ohne Passagiere, nur mit Mannschaften, wird wenig geachtet, obgleich auf diesen fast Tag 'ür Tag Unfälle Vorkommen. D'e Regierung sollte auch dielen Schiff-n ihre Aufmerksamkeit zu- wenden. DaS ganze Schiffswesen mng von feinem ersten Ursprünge an fortgesetzt der Eontrolle unterworfen werden, wie sehr sich auch die Interessenten dagegen sträuben. Vor 22 Jahren kam ein Mann auf durchschnittlich 26 Tons Ladefähigkeit, jetzt dagegen ein Mann Besatzung auf 42 Tons. Inzwischen ist allerdings auch die durch- ichntttliche Größe der Schiffe gestiegen; aber es ist doch die Frage, ab in Bezug auf Verringerung der Besatzung nicht zu viel geschehen ist. Aufgabe der Regierung ist es weniger, auf den Schutz des Eigen ihums zu sehen, denn darauf sind die Unternehmer selbst bedacht, als auf die Sicherheit der Besatzung. Die von Herrn Wtsliscentus in feiner B »schüre gemachten Angaben Hal auch Herr Jcbsen nicht entkräftet. Die Classification der Schiffe soll pe rodisch wiederholt und jedes Schiff, bevor r§ in See geht, jedesmal untersucht werden. In 10 Jahren sind 1657 Schiffe untergangen und 3050 Menschen dabet umackommen. Unzählige Fälle sind vorgtkommen von hoher Declaration des Schtff-s, wobei der Rheder wußte, daß das Schiff die Fahrt überhaupt nicht durchmacht und die Mannschaft voraus- sichtlich umkommen würde. Bet 700 bis 800 Schiffen ist die Ursache des Unterganges amtlich festgestellt, da heißt es fast überall: zu schwere Ladung. Man spricht in solchen Fällen von Sargschiffen. Die Mannschaft kommt um und der Rbeder streicht die hohe Ver­sicherung ein. Es n üssen unbedingt Maßregeln zum Schutz des Gebens der Mannschaften getroffen werden.

Staatssicretär v. Bötticher: Auch die Regierungen verfolgen das Ziel eines ausreichenden Schutzes der Mannschaften. Wenn aber Herr Bibel auf Grund einer Broschüre meint, bte beu sche panbeUflotle fei in Bezug auf Sicherheitsmaßnahmen für die Mann­schaften hinter anderen Ländern zurückgeblieben, so ist das grundlos. Die Broschüre von Wislicenius legt allerdings den Finger auf eine klaffende Wunde, aber sie geht zu weit. Ich habe mich gegen die sofortige Errichtung einer Rttchscontrolle nur deshalb ausgesprochen, weil tch glaube: wir kommen auf dem von uns in Aussicht genom­menen W-ge einfacher zum Ziele. Erweist sich die Einrichtung als unzulänglich, so bleibt immer noch die Reichscontrolle. Gegen die letztere spiicht nicht nur die Kostenfrage, sondern der Umstand, daß «ns nicht Sachverständige genug zur Verfügung stehen. Mit Recht bot Bebel fein Augenmerk auch auf die Zahl der Mannschaften der Schiffe gerichtet. Die ^Crathie" war so ungenügend bemannt, daß Re, felbft wenn sie gewollt batte, derElbe" nicht hätte zu Hilfe Fommen können. Weder den Eapiiän derElbe" noch bte Rhederei trifft eine Schuld. Das geht hervor aus den protocollarischen Ver- mehmuna-n wie aus den Erhebungen des Reichscommiffars. Aus .inem früheren Berichte ging hervor, daß auch Hebungen mit den Booten während der Fahrt angestcllt wurden. Die von Bebel ettirte brutale Aeußerung des Rheders Schiff in Elsfleth (Leider ist die Mannschaft gerettet") mißbilligen wir Alle; aber sie läßt

feinen Schluß zu auf die getammte Rh^derei, an deren Ehrenhaftig­keit, Pflichtbewußtsein und Treue nicht zu zweifeln ist. (Beifall.)

Abg. Jedsen (nl.): Ich habe die Reichscontrolle nicht be- kämplt, weil ich davon eine Beeinträchtigung unserer Concurrenz- fähtgkeit erwarte, sondern weil ich mir feinen Gewinn für die Sicherheit davon verspreche. Ich habe Schiffe, die feit 1879 in China sind und dort mehrfach Havarien erlitten haben. Wie will man da controtliren? Unsere Instrumente lassen wir prüfen; es fommt heutzutage nicht mehr vor, daß wir eine Seereise mit un­tauglichen Instrumenten antreten. Die Versicherungsprämien sind im Laufe der Jahre gefallen und die Ve'sicherungsgesellschasten zahlen dock gute Dividenden B weis, daß die Sicherheit unserer Schiffe gestiegen ist. Wir haben einen Antrag gestellt, der für die Mann­schaften, die durch Kranfheiten, Seuchen k. ebenso für die, welche an Bord invalid geworden sind, sorgen will. Damit bringen Sie den Leuten mehr Segen als mit Ihrer Reichscontrolle. Mit dieser verschonen Sie uns.

Abg. Dr. Lieber (Ctr.): Es liegt nicht der gerinoste Anlaß vor, demNordd. Lloyd", wie überhaupt unserer Handelsmarine Mißtrauen erttgegenzubringen. Mit der Vermittlung desGerma­nischen Lloyd" und mit der durch denselben geübten Controlle von Bau und Ausrüstung der Schiffe wird mehr erreicht als durch eine neue Beamten-Organisation.

Aba. Görtz-Lübeck (Frs. Vp.): Siebenten wegen der Con- cmrrnffäbigfeit mit b?m Auslanbe würben mich nicht Hinbern, mich für Schaffung eines Reichs-Controll Organs zu erflären, voraus­gesetzt, daß dasselbe segenbringend wirft Man soll nur nicht über­sehen, baß unsere Rhedereien jetzt schon freiwillig Alles tbun, was erforderlich ist, und zwar in ihrem eigenen Interesse. Ausichlag- geb-nd gegen Errichtung eines solchen Rttchsamts ist für mich der Umstand, daß angesichts der sich überstürzenden Neuerungen im Sch ffsbau feine Behörde im Stande fei, eine wirksame Controlle auszuüben.

Abg. Dr. Habn (f'actionslos) hält seine Angaben in Bezug auf Ueberlastung der Offiziere desNordd. L'oyd" aufrecht und wünscht Regelung des Heuerwesens

Abg. Bebel (Soc.s erklärt, daß er keineswegs die gcsammte d.utsche Rhederei habe discredittren wollen.

Staatssekretär o. Bötticher. Die Ausführungen Bebels konnten allerdings diesen Eindruck machen.

Das Capitel wird genehmigt, ebenso bas Capitel statistisches Amt.

Morgen: Disciplinarbefugniß bes Pläfibenten. Währungs- Antrag.

Deutsche» Reich.

Berlin, 14. Februar. Die für Mittwoch angesetzt ge­wesene Abstimmung ber Reichstagscommtssion für bteUmsturz-Vorlage", über ben wichtigen § 112 (Bestraf­ung der revolutionären Propaganda in Heer unb Marine) bat an diesem Tage nicht ftattgefun den. Es scheinen hinter den Couliffen Compromißverhand'ungen im Gange zu fein, um diesen vtelumstrittenen und stark bedrohten Para­graphen noch zu retten.

Im Reichstage ist der Gesetzentwurf über die Bestrafung des Sclavenraubes und SclavenhandelS, im preußischen Abgeordnetenhause das neue Stemp elfteuergesetz eingegangen.

Die seltsame Briefaffaire des Abgeordneten Fretherrn v. Manteuffel, in welcher die sozialdemokrati­scheLeipziger Volkszeitung" eine Rolle spielt, ziehr noch immer ihre Kreise. Bekanntlich erhielt der genannte Führer der Conservativen einen vertraul'chen Brief seitens seines politischen Freundes, des Herrn v. d. Gröben Arnistein, welcher Brief sich über allerhand merkwürdige Vorgänge bei der bevorstehenden Nachwahl im ostpreußischen Reichstags­wahlkreise Oletzko Lyck verbreitete. Der Adressat ließ das Schreiben versehentlich in einem Toilettenraume des Reichs­tages liegen, wo von einem Langfinger wcggestibitzt wurde, um dann im Wortlaut in derLpzg. Volksztg." zu erscheinen. Natürlich weiß die Redaction deS sozialistischen Organs von nichts, Herr von Manteuffel will aber die Sache auf alle Fälle zum Gegenstand einer gerichtlichen Untersuchung machen.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 14. Fibruar. Der vom Ncnionalvercin zur Hebung der Volksgesundheit zwecks Gründung von Volks- Heilstätten für Lungenkranke einberufenen Versamm­lung im Langenbeckhause wohnte der Reichskanzler in Be­gleitung seines Sohnes bei. Die Minister v. Bötticher, Boffe, Miqnel, Köller und der Kriegsminister sandten Schreiben, worin sie ihre Sympathie aussprechen, sowie ihr Bedauern, verhindert zu sein. Der Kriegsminisler und der Cullusmuttster hatten Vertreter entsandt. Geheimeralh Leyden und Andere hoben die Nothwcnoigkeit der Gründung von Volksheilstätten für Lungenkranke hervor. Die Ver­sammlung beschloß eine Resolution, worin sie ihr Einverftänd- niß mit diesen Ausführungen erklärte, und wählte einen Aus­schuß zur Ausführung des Planes.

Berlin, 14. Februar. D'e im Auftrage des Land- wirthschastsmimsters von der Deputation deS DeterinärwesenS am 4.^August v. I. gestellte Preisaufgabe, betreffend

den Ansteckungsstoff der Maul- und Klauenseuche, wird, da keine der zehn eingesandten Bewerbungsschriften genügt, erneut ausgeschrieben werden.

Köln, 14. Februar. Unweit von Wesel ist daS Rhein- et S bereits zum Stehen gekommen. Bei ReeS und Emmerich wird der ständige Verkehr zwischen beiden Ufern über die Eisdecke unterhalten, nachdem die Wege amtlich abgesteckt worden sind.

, Leipzig, 14 Februar. Wie daSLeipz. Tagebl." meldet, besteht die Absicht, dem Fürsten BiSmarck anläßlich seines bevorstehenden 80. Geburtstages das Ehrenbürgerrecht aller sächsischen Städte mit über 10,000 Einwohnern zu verleihen. Erne Besprechung von Vertretern der in Frage kommenden Städte hat heute in Dresden stattgefunden.

Paris, 14. Februar. Die französische landwirthschaft- liche Gesellschaft beschloß, die Regierung aufzufordern, mit den Staaten des lateinischen Münzbundes, sowie mit Eng­land, den Vereinigten Staaten von Nordamerika und Deutsch­land zu verhandeln, um dem Silber seine alte Rolle als internationales Zahlungsmittel wiederzugeben.

Paris, 14. Februar. Der Präsident ber Republik Felix Faure gab heute das erste große offizielle Diner, vornehmlich für das diplomatische Corps. Die Toch'er des Präsidenten machte die Honneurs. Der deutsche Botschafter hatte seinen Platz zu ihrer Linken. Das Fest verlies glänzend.

Arco, 14. Februar. Der Zu stand des Erzherzogs Albrecht wird bedenklicher. Die Temperatur betragt 39 Grad. Professor Nothnagel ist schon gestern auS Wie« berufen worden.

Kopenhagen, 14. Februar. Hier herrscht eine entsetz­liche Kälte, die größte, die wir seit 20 Jahren erlebt haben. Die Rhede ist gänzlich zugefroren und die Schifffahrt völlig eingestellt. Auf dem Lande liegt der Schnee an vielen Stellen 15 Fuß hoch und mehrere Städte sind völlig ein» geschneit, so daß sie von allem Verkehr abgeschnitten sind. In vielen Erwerbszweigen ist eine vollständige Stockung ein­getreten und die Noth unter den Arbeitern sehr groß, ob­gleich man durch Sammlungen und Einrichtung öffentlicher Küchen der Noth zu steuern sucht.

Rotterdam, 14. Februar. Der Proceß desNord­deutsch' n Lloyd" gegen den Eigenthümer derCrathie" wegen deS Zusammenstoßes mit derElbe" wird vor dem Gerichts­höfe in Rotterdam zur Verhandlung kommen. DerNord­deutsche Lloyd" wird durch den seitens des Staates gest'llten Advocaten Van Raalte vertreten werden. Als Vertheidiger des Eigenthümers derCrathie" wird Advocat Reepmaker fung'ren.

London, 13. Februar. Auch gestern herrschte in London Frostwetter. Die obere Themse ist bet Kingston eine Meile weit zugefroren. Das ist für England ein Ereigniß. DaS Eis ist dort einen Fuß dick.

Konstantinopel, 14. Februar. Vom 5. bis 12. Februar wurden hier 61 Erkrankungen und 29 Todesfälle an asia­tischer Cholera festgestellt. Die Mehrzahl der Fälle ist in den Vorstädten oorgekommen.

Depeschen bes BureauHerold".

Berlin, 14. Februar. In Hofkreisen circulirt baS Gerücht, ber Kaiser begebe sich Ende März nach Friedrichsruh, um bem Fürsten Bismarck persönlich seine Glückwünsche auszusprechen.

Berlin, 14. Februar. Auf dem gestrigen SubscriptionS- balle unterhielt sich der Kaiser längere Zeit mit dem öster­reichischen, spanischen und italienischen Botschafter.

Berlin, 14. Februar. In einem LeitartikelManchester­lehre und Bundschuh-Programm" beschäftigt sich bteStaatS- bürger-Zeitung" mit dem Programm Ahlwardts und seiner Absicht, der Gründung einer neuen Partei. Am Schluffe dieses Artikels sagt das Blatt: Von allen den verunglückten Versuchen, den Antlsemitismus an eine ber alten Parteien anzulehnen, ist der neueste Versuch deS Herrn Ahlwardt der unglücklichste und unbegreiflichste.

Berlin, 14. Februar. DemVorwärts" wird auS Zwickau in Sachsen telegraphirt: Der 9200 Mitglieder zählende Verband sächsischer Berg- und Hütten- arbeitet wurde aufgelöst: demselben Sch-ckial verfiel die Begräbntßkasie des Verbandes, welcher 1700 Mitglieder angehören. Das Vermögen des unterdrückten Verbandes beläuft sich auf ca. 100 000 Mk.

Berlin, 14. Februar. In der Budgetcommission deS Reichstages wurde heute die Berathung der einmaligen Aus­gaben des württembergischen Militäretats fort­gesetzt. Zur Vergrößerung der Garnisonbäckerei in Ludwigs­burg werden 60000 Mk. bewilligt, ebenso für Neubauten