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15.3.1895 Erstes Blatt
 
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Freitag den 15. März

1895

Erstes Blatt

Nr. 63

Aints» und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren.

chralisbeikage: Hiekener Jamikienbkätter.

9U überweisen.

Alle Annonces-Vureaux de» In- und Auslandes nehme» Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Die Gießener

S-a«ttte»vrsi1er »erden dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigelegt.

Abg. Herbert (Soc) bekämpft den Antrag Heyl, dessen «osten die brodlos weidenden Arbeiter zu tragen haben würden.

Abg. Beckh (frs. Dg.) findet es um so wunderbarer, daß Konservative und Nat'onalliberale einen solchen Antrag stellen, als ja gerade ste die Kreuzer bewilligt haben zum Schutze unseres Handels. Redner bekämpft dann namentlich noch das Verlangen nach dem Ouibracho - Zoll. Die B sitzer von Schälwaldungen lhäten bester, sich durch eine rationellere Kultur zu helfen. Charakteristisch fei eS, daß fich die eigene Firma deS Fre'herrn Heyl von Hernsheim gegen die Kündigung des argenttnilchen Handelsvertrages peäuhert habe. Der Reichstag möge sich hüien, die gewerblichen Interessen so mit Füßen zutreten, wie das bet Annahme dieses Antrages geschehen wurde.

Abg. Dr. Hahn (fractionslos) empfiehlt den Antrag. Bedenke man, welche Lasten unsere Landwtrthschast, im Gegenlatze zu der argentinischen, zu tragen habe, so könne dieselbe es sehr wohl »er- I ... L r- V... CT.-k 1L - ... ClAUa hmm« l fötmtlPT hPÄ Nr

Aufforderung an die Reichstagsabgeordneten, durch unge- schmälerte Bewilligung des MarinebudgetS dem Fürsten Bis­marck zu dessen 80. Geburtstage eine Freude zu machen, und wieS auf den Vortrag des Kaisers in der Kriegsakademie hin. Thomson schloß mit der Bemerkung, daß die mächtige deutsche Kriegsmarine nicht blos eine Gefahr für den Handel und die Colonien Frankreichs bilde, sondern auch die Offensive an der Seegrenze ergreifen könne, da Deurschland eine ent­sprechende Militärmacht für darauf bezügliche Diversionen bef^e. Der Marineminister Admiral Besnard führte auS: Ich mache hier keine detaillirten Angaben über unser Pro- I zu bezeichnen, gramm- ich erwähne lediglich, daß es auf 24 diensttauglichen 1 Panzerschiffen bafirt ist, welche 4 ESeadres zu 6 Schiffe«

Ter

Giehener Anzeiger «scheint täglich, mit Ausnahme de» Montag».

Berlin, 13. März. Eine von etwa 500 Personen be­suchte Versammlung der Met«lldrÜcker beschloß die Ein*

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorrn. 10 Uhr.

Geh. Commerzienrath Frentzel in sachlicher, aber energischer Weise, um die Vorschläge des Grafen Kanitz als unausführbar

Depeschen deS BureauHerold*.

Berlin, 13. März. Die PetitionS-Commission deS Reichs­tages hat fich heute mit einer Petition, den Fürsten Bis­marck zum Ehrenbürger des Deutschen Reiche» zu ernennen, beschäftigt. Nach kurzer Debatte wurde beschloffen, über die Petition unter Zuziehung eines RegierungScommtffar» eingehend zu verhandeln.

Berlin, 13. März. Die meisten Abendblätter besprechen die Ernennung deS Grafen Wilhelm Bismarck zum Oberpräsidenten von Ostpreußen in sehr sympathischer Weise.

Berlin, 13. März. Im preußischen Landtage wurde heute der Antrag betr. confessionelle Friedhöfe im Rheinland an eine I4gltedrige Commission verwiesen und der Antrag Böttinger-Vopel'uS auf Beseitigung der Doppel­besteuerung nach kurzer Debatte angenommen.

Berlin, 13. März. DieBerl. Corresp." meldet, der Oberpräfidialrath von Brandenstein in Potsdam ist zum Regierungspräsidenten in Hannover ernannt worden.

Berlin, 13. März. Nach einer Meldung derMiltt.- Polit. Corresp." wird bei der in Aussicht genommenen Feier der Krönung des Czaren in Moskau auf dieTheilnahme des deutschen Kaisers gerechnet.

Berlin, 13. März. Der Präsident des Reichstages hat

WerreljShriger >ßöBtttmrnt»prrU« 2 Mark 20 Pfg. «rit vringerlohn.

Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.

Stbortion, Erpcditto» und Druckerei:

-chutstraße Kr.7.

Fernsprecher 51.

Vorwärts", gewisse bei der Annahme von Hand- I werkern zu Militärbauten verwandte Formulare seien I infolge der Publikation desVorwärts" abgeschaffr, stellt der I RrichSanzeiger" fest, die Formulare seien seit dem 2. Februar abgeschafft, während die Publikation deSVorwärts" erst am I 8. März erschien.

Berlin, 13. März. DerNatlib. Corresp." zufolge beabsichtigt der Reichstagspräfident v. Levetzow zur Geburts­tagsfeier deS Fürsten Bismarck die Veranstaltung eines parlamentarischen Festmahls in der Wandelhalle des Reichstages.

Hamburg, 13. März. In einer heute zur Berathung der Währungsfrage einberufenen stark besuchten Ver­sammlung desEhrbaren Kaufmanns" gelangte eine Resv' lution zur Annahme, die sich gegen jede Wertherschütterung der Grundlagen der deutschen Goldwährung und die Hoff­nung auf Zurückweisung der bimetallistischen Bestrebungen auSspricht.

Brügel, 13. März. Die Brüsseler Ar beit er-Der- einigung beschloß, im Falle der Annahme des von der Regierung eingebrachten Communalwahlgesetzes den allge­meinen Ausstand zu unterstützen.

Paris, 13. März. Nach dem imJournal Osficiell" veröffentlichten stenographischen Berichte über die gestrige Kammersitzuug beschäftigte sich der Referent Thomson eingehend mit den Bemühungen des Deutschen Kaisers, die Seemacht Deutschlands zu stärken, sowie mit seiner

die Einladung deS AusfchuffeS zum Bismarck-Commer« angenommen. Desgleichen wird fich eine größere Anzahl von Mitgliedern des Hauses an der Huldigungsfahrt betheiligeu.

Berlin, 13. März. Wie dieNordd. Allg. Ztg." hört, hat der Präsident des Reichstages die Absicht, die Oster- pause in den Verhandlungen ldes Reichstage- am 5. April beginnen zu laffen. Ob etwaige auf frühere Vertagung des Hauses gerichtete Wünsche Erfüllung finden können, dürfte von der Geschäftslage abhängen.

Berlin, 13. März. In der gestrigen Sitzung der engeren Versammlung des StaaisratheS sprach nach der Eröffnung durch die Rede deS Kaisers zunächst Graf Kanitz, dem daS Referat über den ersten Punkt der Tagesordnung:Maß­regeln zur Hebung des Getreidepretses" übertragen war. Wie derPost" mitgetheilt wird, trat Graf Kanitz in einer längeren Rede warm für die Vorschläge ein, die dem Antrag zu Grunde liegen, welcher seinen Namen trägt. Ihm antworteten der Kammerherr von Helldors-Bedra und der

bilden. Diese Zahl ist offenbar ein Minimum, wenn ma« bedenkt, daß sich soeben eine sehr ernste und sehr wichtige Thatsache, betr. die Marine, sowie die ihr obliegende Küsten- vertheidigung, vollzogen hat: Die Vereinigung der Nordsee­flotte und der Osise, flotte kann in sehr wenigen Stunde» vor sich gehen. Wenn man erwägt, daß alle deutschen Schiffe in einigen Stunden in die Nordsee sahren können, so ergibt sich, daß wir unserem Nordseegeschwader eine Krast und eine Cohaerenz geben müffen, welche uuS vollkommene Sicherheit gewährt.

London, 13. März. Die Besorgnisse um de« spanischen KreuzerReina Regente" find beträcht­lich gewachsen, da in der Nähe von Tariffa Sch'ffstrümmer mit dem Namen des Schiffes aufgefunden wurden. Man befürchtet, daß daS Sch'ff während des heftigen Sturme» am Sonntag untergegaugen fei. Es befanden fich 420 Man» an Bord.

Lowestoft, 13. März. Der Bürgermeister überreichte gestern der Mannschaft deSWild Flower" öffentlich eine Summe von 85 Pfund Sterling, welche für dieselbe gesammelt worden ist. Dem Capitän desWild Flower ; wurde eine Photographie der überlebenden Offiziere der IE l b e" überreicht, welche die Osfiziere mit warmen Danke-- ausdrücken übersandt hatten. Gleichzeitig theilte der Bürger­meister mit, daß der Mannschaft deSWild Flower" später eine Summe von 100 Pfd., welche derNorddeutsche Lloyd" für dieselbe bewilligte, übergeben werden würde. Gestern hat der Bürgermeister auch der Mannschaft des Fischerboote- Legion of Honor", welche die Mannschaft der deutsche» BarkTitania" gerettet hat, eine Geldbelohnung übermittelt.

Waldenbourgh (Colorado), 13. März. Als 9 I t a- I ltener, welche gedungen waren, den Deputy.Sherif zu I ermorden, von Polizeibeamteu nach dem Gesängniffe ge- I bracht werden sollten, wurde von im Hinterhalte liegende» I Leuten auf dieselben geschaffen. Vier der Gefangenen und I der Führer des Wagens wurden getödtet. Da die Italiener I sich bewaffnen, werden Ruhestörungen befürchtet.

Gießener Anzeiger

Kenerat-Anzeiger.

Nes-efte Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 13. März. Der Antrag Kanitz wurde unter­zeichnet von 59 Deutsch-Conservativen und 10 Reichspar- teilern, einem Narionalltberalen, 11 DeutsäpSocialen und Reformpanetlern, 8 Polen und 9 Parteilosen. Unter letzteren befindet sich Graf Herbert Bismarck.

Berlin, 13. März. In parlamentarischen Kreisen heißt es, das Gerücht, der Retchscomm'ssar von Wtßmann sei zum Gouverneur von Ostafrika ernannt, werde von best- unterrichteter Seite für unzutreffend erklärt.

Berlin, 13. März. Die Centrumssroction des Reichs­tags beschloß in der heutigen Fractionssitzung einstimmig die Ablehnung deS Antrages Kanitz. Die Fraction sprach sich ferner gegen das geplante Zusammengehen mit der Wirthschastlichen Vereinigung des Reichstag« auS- da­gegen bildete sich aus dem Schooße der Fraction eine wirth- schastliche Abtherlung.

Berlin, 13. März. Gegenüber der Behauptung deS

Deutschem Reichstag.

59. Sitzung. Mittwoch, den 13. Marz 1895.

Bor der Tagesordnung erklärt Abg. Gamp (RckSp), er habe »eulich bet Beralhung der Anträge dem ffend Verbot der Juden- Etuwanberung rc. nur auS zwingenden Gründen gefehlt. Er wurve aber felbftoeistündlich gegen die Anträge gestimmt haben.

Zur Beralhung steht der Antrag Heyl o. Hernshetm. Der Reichstag wolle die verbündeten Regierungen ersuchen, den Handelsvertrag mit Argentinien auf Grund deS Artikels 14 diese-

träges beriefen sich auf das Interesse der Jndustiie-Arbeiter. Aber wo bleibe dann, wenn die Landwtrthschaft ruinirt werde, die Masse der Landarbeiter?'. Und da orelfe man noch den Bund der Land- wtrthe an wegen einzelner Vorkommnisse. Diese Bewegung fei so königStreu wie nur jemals eine Bewegung gewesen fei. (Lebhafter Beifall rechts.). Redner verbreitet sich iodann unter Bezugnahme auf specielle Beispiele Über die Roth der Landwirthe. Es fei da der Ausdruck gefallenKornwucher ober B> obwucher". Sei denn aber FZebrtch der Große, ber eine ähnliche Maßnahme, wie bet Antrag Kanitz sie wolle, getroffen habe, ein Kornwucherer ober Brobwucherer gewesen? Man möge es ihm baher nickt übel nehmen wenn er zum Schluß ein Wort für ben Antrag Kanitz etnlege. (Beifall rechts!)

Das Haus vertagt sick iobann.

Morgen: Fortsetzung, fobann Postetat.

8n,t0Ä.UÄ(ntL): 1891 W. @raf

gegen lieber sckwemmung mit Getretbe seien wir immer noch durch

den 3i/e Mark-Zoll aesickert. DaS ist aber nicht richtig. Evenfo e» «**«' v-«-, w .......

hat eS sich nicht bestätig'! baß bte HanbelSvertiäge unsere Handels- langen, baß der Staat ihr zu Hilfe komme. Die Gegner des An-

bilani bessern würben. Diese l.tztere bat sich vielmehr verschlechtert, )-« c>n,'r'n* h,r ^nbxtt.ie-Arbeiter. Aber

auf Kosten unserer Lanbwttthsckcnt. Namentlich Hal bazu bas ar^n- ttnische Getretbe beigetragen. Einzelne meiner Freunde sind ber An­sicht, baß wir Argentinien nicht die Meistbegünstigung zu gute kommen lassen dürfen, nachdem Argentinien uns gegenüber seine Zölle erhöht. Andere Unterzeichner des Antrages, und zu diefen gehöre auch ich, meinen, daß wir der Ueberschwemmung mit über: seeischem Getreide, abgesehen von dem norbameritanifdien, entgegen­treten, und da mit Argentinien den Anfang machen müssen. Indi­sches und australisches Getreide würden später nachzufotgen haben. Einem Weltmarktpreis, wie er sick j tzt bildet durch die Eoncurrenz deS argentinischen, indischen, australischen, russischen Getreides, kann fich Deutschland auf die Dauer nicht unterwerfen. Da auch andere Staat-n sich fckutz.öllnerifch gegen jeneS Getreide absperren, wurden jene Productionsländer voraussichtlich ihre Production mehr ein: schränken und dadurch auch auf dem Weltmarkre ber Preis sich heben. Argentinien hat überdies solche Valulenveihällnisse ein Goldag o von 300%, baß eS selbst Rußlanb gegenüber mit seinem Agio auf Papier von nur 45% bet ber Getreibeausfnhr im Vorsprung ist. Argentinien gerabe ist deshalb auf b.m Getreidewelima.kte au^ fchlaggebend. Durch baS hohe Gotbagio in Argentinien ist auch unserer Industrie bie Ausfuhr nach dort erschwert, ganz abgesehen von den schütz.ollnerischen Bestrebungen in Argentinien. Ob ein lhetl meiner Freunde noch weiteren Maßnahmen zustimmen wird, zur Hebung des GetreidepreiseS, wird von ben Eik errungen der Regierung abhängen, die allerdings leider heute nicht hier vertreten

^Abg.^Fr^se (frs. Vrg.): Die Bcunruhtgung, welche durch die Einbringung dieses Antrages veranlaßt worden ist, ist so groß, daß eine Erklärung ber Regierungen allerbtngs dringend nolhwenbtg ist. Wir sinb in Argentinien mit allen anderen Staaten glechgestellt Ein Wollzoll gegen Argentinien würde nur unsere Tex tltnbuftite schäbigen. Wir exporitren nach Argentinien für 80 Millionen Mar abgesehen von brutschen Waaren, die über Frankreich gehen. Argen­tinien würde sicher sofort, wenn diesem Anträge Folge gegebni wurde, k-sprungszeuan.ffe verlangen. Unser Export nach Argentinien ist von 18851893 um 24% gestiegen, der englische nur um 6/0 fle- sttegen. (Hört! hört!). Der Antrag bezweckt offenbar auch, auf Ouebracko einen Zoll zu legen. Ein solcher Zoll würde aber unsere Lederindustrie schwer schäbigen. Unsere Rhedereien in Bremen und Hamburg haben sich auf ben Handel gerade mit jenen Ländern ganz besonders etnrichten müssen, durch ben Bau ganz besonbers großer Schfffe, benn kleinere würden für diesen Verkehr nicht lohnend genug sein. Wenn bann Argentinien uns gegenüber einen Flaggenzoll ein» führte, so würde unseren Schiffen nichts übrig bleiben, als eine fremde Flagge anzunehmen. t u ni ...

Abg. Graf Arnim (Retchsp.): ES handelt sich hier nicht um die Interessen von Rhederet und Handel, sondern um die der Land- wirthschafl. Den Antrag H.yl begrüße ich um so mehr, als er zeigt, daß jetzt auch bte tnbuftrteU productiven Kreise einen Schuh bet Lanbwrrthschast für geboten halten und bie Gefahr erkennen, welche nicht nur Deutschlanb, sonbern auch anberen europäisch nLanbern von den Sommerlänbern her broht. Rebner schilbert fobann bte Billigkeit der Production in Argentinien. Jedenfalls liege in dem Antrag ein wichtiger Gedanke. Die Verträge müßten revibirt werden, wenn nicht Deutschland und ganz Europa zu Grunde gehen sollen. Argentinien werde gewiß sich gegen die Reo>sion deS Vertrages nicht sträuben. Er gebe zu, daß unser Handel nach Argentinien etwas größer fei, als der Antragsteller gemeint habe, er betrage aber doch nur 1'/, pCt. unseres gesammten AutzlandshandelS. Europa mühte sich durch eine Zollunion gegen Amerika schützen, sonst gehe Europa zu Grunde.

Abg. Münch-Ferber (ntl.) spricht gegen ben Antrag. Wenn man Argentinien ein Ausfuhr-Rohr verstopft, fo würbe das dortige Getreide doch andere Aussuhrwege etnschlagen. Es würbe den tonboner Markt sofort so über füllen, baß ber Rückschlag auf bie Weltmarktpreise und daher auch auf Deutschland nicht ausbleiben könnte. Der Antrag würde also unseren Lanbwirthen nichts helfen, »ufere Exportindustrie aber schwer schädigen. Da Argentinien sofort gegen Deutschland Differentialzölle einführen würde, wäre bas für ans eine Einbuße von 70 bis 80 Millionen, zum Schaben besonberS unserer Tex ilinbustrie. Die Wolle, die wir aus Argentinien beziehen, liebt in verarbeiteter Form gerabe wteber nach Amerika zurück. Besonders würde der Antrag, wenn ihm stattgegeben werbe, Tausenbe von Handwerkern in meinem Wahlkreise (Oberfranken) ruiniren.

Abg. Graf Schwer tn-Löwitz erklärt Namens der Confervattoen: Wir werben für den Antrag stimmen, obwohl wir uns große wtrth- schaftltche Vortheile davon nicht versprechen und auch bte großen Schwierigkeiten nicht verkennen, welche mit ber Nothwendigkeit ber UrfprungSnachweife, oh»»-welche es ja künftig nicht abgehen würde, verknüpft sind. Wir halten es aber überhaupt für bedenklich, Metst- begünsttgungsoerträge mit Ländern zu haben, welche in ber Fest­stellung ihrer Zölle unbegrenzt sind. Auch unserer Exportindustrie hoffen wir damit zu nützen.

Abg. Czmata (Clr.) stimmt für seine Person im Jntereffe ter Landwirthschast für ben Antrag. Er glaubt, daß die argentinische Wolle kein Bedürfniß für unsere Textilindustrie sei, wünscht einen Zoll auf Quebracho im Interesse unserer Schälwaldungen und be- vntragt schließlich, ben Antrag Heyl einer besonderen Commission