am Mcnlag trafen zwei Dampfer die „@aßcognc"; letztere lehnte aber die angebotene Hilfe ab.
Santiago, 11. Februar. Die chilenische Regierung theilte mit, sie «erde alle chilenischen Eisenbahnen an kaufen. ___
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 12. Februar. In der Budgetcommission deS Reichstages wurde heute die Berathung der einmaligen Ausgaben des MilitäretatS fortgesetzt. U. A. wurde die erste Baurate einer Trainkaserne in Darmstadt in Höbe von 300 000 Mk. abgelehnt, ferner wurde abgelehnt 660000 Mk. erste Rate für eine Infanterie-Kaserne in WormS. Bewilligt wurde die erste Baurate von 300000 Mk. für eine Cavallerte- Kaserne in Karlsruhe.
Berlin, 12. Februar. Im Reichstage circulirte heute das Gerücht, der Abgeordnete Lieberm ann von Sonnenberg habe den Abgeordneten Dr. Böckel zum Duell gefordert und zwar wegen beleidigender Aeußerungen, welche Böckel in einer Volksversammlung über das Vorleben Liebermanns gethan. Heute soll ein Ehrenrath darüber entscheiden, ob die Forderung berechtigt ist.
Berlin, 12. Februar. Der Dieb deS GeldkäftchenS, daS am Sonntag Morgen auf dem Hauptpostamte in Spandau entwendet wurde, ist in dem Postsecretär Staettke ermittelt worden, der Secretär ist sofort verhaftet worden. Derselbe kann angesichts deß vorliegenden klaren Beweises die That nicht leugnen.
Berlin, 12. Februar. Der wirthschaftlichen Bereinigung deS Reichstages ist ein Antrag des Abg. Meyer-Danzig (Reichspartei), betreffend die Lonvertirung der vier- proceutigen Staatspapiere, zugegangen.
Berlin, 12. Februar. Zur zweiten EtatSberathung haben die conservativen Abgeordneten von Leipziger und von Maffow und die CentrumSmitglieder Dr. Lieber und Reindl beantragt, im Poste tat bet den fortdauernden Ausgaben für den UnterstaatSsecretär 20000 Mk. und zwei Directoren je 15 000 Mk. einzustellen. In der Budgetcommission war die Ausgabe für den UnterstaatSsecretär gestrichen worden.
Berlin, 12. Februar. Der „Local-Anz." meldet auS Hamburg: Hier trafen 50 für die chinesische Regierung bestimmte Waggonladungen mit Gewehren aufl der Gewehr- fabrif von Steyr stammend, ein, um per Schiff weiterzugehen. Die von Suez gemeldete Beschlagnahme des Dampfers „Albingia" der Hamburger Packetfahrt, der gleichfalls Kriegsmaterial für China führte, bestätigt fick nicht.
Berlin, 12. Februar. Die antisemitischen Gegner Ahl ward t s hielten gestern Abend eine Versammlung ab, die einen sehr stürmischen Verlauf nahm. Redacteur Willberg griff Ahlwardt, Böckel, von Mosch und den Deutschen Antisemitenbund heftig an und nannte die Abtrünnigen „Pestbeulen am antisemitischen Körper". DaS Ahlwardt'sche Z^itungSunternehmen bezeichnet der Redner als einen Schwindel. Im Deutschen Antisemitenbund ist nunmehr eine Spaltung eingetreten, der größere Theil geht mit Ahlwardt und Böckel. In einer Resolution wurde die neue Spaltung der Partei verdammt.
Berlin, 12. Februar. Wie die „Poft" meldet, ist der Abg. Freiherr v. Stumm-Halberg an einer heftigen Halsentzündung erkrankt und infolge deffen aus der Umsturz- commisfion auSgeschieden.
Berlin, 12. Februar. Zu dem Empfang deS Fräulein Böcker bei der Kaiserin Friedrich und der Königin Victoria in OSborne wird aus London noch gemeldet, daß die Dame auch dem Connaught'schen Ehepaare vorgkstellt wurde. Alle nahmen daS lebhafteste Inter, ffc an der Erzählung über ihre Rettung bei dem Untergänge der „Elbe". Die Königin Victoria ersuchte Fräulein Böcker, ihren Namen in ihr GeburtStagSbuch zu verzeichnen. Die Kaiserin Friedrich gab der jungen Dame einen eigenhändig geschriebenen Bries mit einem Geschenk. Fräulein Böcker war ausS Tiefste von der ihr von der Kaiserin und Königin gezeigten Sympathie gerührt.
Magdeburg, 12. Februar. Bei zahlreichen hiesigen Anarchisten wurden Haussuchungen abgehalten und eine Anzahl Druckschriften beschlagnahmt.
Wien, 12. Februar. Einer Meldung der „Politischen Eorrefpondcnz" auS Paris zufolge versprechen sich die dortigen politischen Kreise von der Mission der chinesischen Gesandtschaft an einige Mächte behufs Intervention wegen Beilegung des Krieges mit Japan wenig Erfolg. Die Intervention habe erst nach der Erzielung eines Ein« vernehmens zwischen den betheiligten Mächten Aussicht auf Gelingen.
Rom, 12. Februar. In der Stadt Acera, Provinz Eaierta, sind gestern Abend g r o ß e U n r u h e n vorgekommen. Eme große Volksmenge, welche gegen die Stadtsteuer für inländische Fabrikate protestirte, versammelte sich vor dem Hauptsteuerbureau, erstürmte daS Local, verwundete tödtlich den Bureauchef, sprengte die Kaffen und entführte bedeutende Geldsummen; hiernach zog die Menge vor daS Stadthaus und zündete dort die Bibliothek an. Einer herbeigerufenen Truppenabiheilung gelang eS, nachdem viele Personen verwundet und verhaftet worden sind, die Ruhe wieder herzu- pellen.
Paris, 12. Februar. Der „Newyork Herold" veröffentlicht ein Telegramm auS Berlin, wonach Kaiser Wilhelm die französische Regierung zur Eröffnungsfeier deS Nordostfee-EanalS einladen werde.
Paris, ) 2. Februar. Die Nachricht von dem Einlaufen deS Dampfers „GaScogne" in Newyork wurde von der Transatlantischen Gesellschaft gestern Nacht 12 Uhr Der» Sffentlicht. Der Sapitän der „GaScogne" erklärte, die Pasta- giere seien gestern Abend 7*/t Uhr an Land gegangen. Der Hauptmast und die Schraube sind während des irtzten Sturmes gebrochen und dadurch wurde das Schiff an der vorgefchrie- denen Fahrt verhindert. Die vom Capitän Ungeordneten
Nothfignale wurden des Nebels wegen von anderen Schiffen nicht wacrgenommen. Don Paris wurde die glückliche Ankunft deS Schiffes in Newyork sofort nach allen Departement! weitergegeben. Die Freude in Havre ist ganz enorm.
Boulogne, 12. Februar. Seit letzten Sonntag find 17 Personen, welche auf einer Yacht einen Ausflug auf! Meer gemacht hatten, spurlos verschwunden. Die Yacht wurde gestern steuer- und segelloS auf dem Meere treibend gesehen.
Loudon, 12. Februar. AuS Shanghai wird gemeldet, der Kaiser von China habe den deutschen Hauptmann Hannecken beauftragt, für baß kommende Frühjahr eine Armee zusammenzubringen, welche auß inländischen Soldaten bestehen und von fremden, meist deutschen Offizieren befehligt werden soll.
Petersburg, 12. Februar. Infolge ter ermäßigten Bahntarife hat der Personenverkehr in Rußland ganz bedeutend zugenommen. Die Personentarife auf mehreren Tampfer-L nien sollen gleich den Bahntarifen um 20 biß 30pCt. ermäßigt werden.
Cocalts tinö Provinzielle»
Gießen, den 13. Februar 1895
* ♦ KreiSavSschuß Sitzung. Samstag den 16. Februar d. I., Vormittags 9 Uhr beginnend, findet im Regierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung des KreisausschuffeS des Streifeß Gießen statt, in welcher folgende Gegenstände zur Verhandlung gelangen: 1. Gesuch der Christian Dräbing Wittwe zu Gießen um Eclaudniß zum Betriebe einer Schank« wirthschast. 2. Gesuch deS Wilhelm Mayer zu Gießen um Erlaubniß zum Betriebe einer Schankwirthschaft.
Aus dem Zustizdienst. Durch Entschließung Groß- herzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz wurden beauftragt mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen 1) eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Darmstadt II der Gerichts- affeffor Neuenhagen in Beerfelden, 2) eineß Amtsrichters bei dem Amtsgericht Beerfelden der'.Gerichtsasteffor Mül ler in Darmstadt, 3) eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Lorsch der Gerichtsasseffor Ger lach in Darmstadt, 4) eineß Amtsrichterß bei dem Amißgericht Ulrichstein der Gerichtß- affeffor G lässing in Darmstadt, 5) eines Staatßanwaltß bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg der Gerichts- affeffor Altendorf in Büdingen, 6) eineß AmtSanwaltß bet dem Amtsgericht Darmstadt I der GerichtSaffeffor Dr. Friedrich in Darmstadt, 7) eineß AmtSanwaltß bei den Amtßgerichten Darmstadt II, Groß-Gerau und Langen der GerichtSaffeffor v. Pfister in Darmstadt, 8) eineß Amtßanwaltß bei den Amtsgerichten Büdingen, Altenstadt, Nidda, Ortenberg und Schotten der Gerichtsaffessor Sell- Heim in Gießen.
* * Die Feier des 70. Geburtstags des Reichsgerichtsraths i. P. Buff in Leipzig hat, wie von dort berichtet wird, zu zahlreichen Beweisen von Anhänglichkeit auß allen Kreisen geführt. Besonderß war auch Gießen und sein engereß Vaterland Hessen hervorragend an den vielen Gratulationen be- theiligt; eß gratulirten ferner die juristische Facultät, Se. Excellenz Finanzminister Weber, Geh. Staatßrath Hallwachß und viele Andere, auch daß Corpß Hassia, dem Buff während seiner hiesigen Studienzeit angehörte, gratulirte unter Uebersendung eineß prächtigen Corpßwappenß.
* * Theater Verein. Unter der Fülle von Genüffen, die der Februar in diesem Jahre bietet, dürfte die am Freitag um 6 Uhr stattfindende Aufführung der „Fledermaus" immerhin einer der interessantesten sein. Leider hat der „Vogelhändler" uns den Rücken gekehn, dem Theater- Verein aber ist es gelungen, den besten Vogel auß seinem Käfig, eine „Fledermaus", zu erhalten. Die Weisen werden zwar über unseren scheinbaren lapsus zoologiae gewaltig schreien, wenn fie aber am Freitag das Theater verlaffen, dürften sie unserer Meinung fein, denn die „Fledermaus" von Strauß ist ein überaus mobiler Geselle, der das Licht durchaus nicht scheut oder zu scheuen braucht. Doller Leben und Uebermuth legt der Strauß der „Fledermauß" die reizendsten Lieder, die schwungvollsten Walzeimelodien nicht in den Schnabel, aber in den Mund, und wer am Schluß seinen Mund nicht ebenfalls zum Pfeifen spitzt oder zum Summen schließt, dem wollen wir zugestehen, daß diese „Fledermaus" kein Vogel war.
H. Neues Theater. Sardouß Stück „Madame Sans G6ne" ist eigentlich gar kein Lustspiel, obgleich eß sich so benennt. Es besteht auß lose aneinandergerechten Bildern, in denen gezeigt wird, wie ein plötzlich in die höchsten Kreise versetzteß Kind deS Volkeß durch die Bewahrung seiner ursprünglichen Natürlichkeit überall anstößt, schließlich aber doch die Gnade der allerhöchsten Stelle, des Kaisers, erringt. Aber diese Rolle ist wundervoll angelegt und bietet die reizvollsten Scenen. Freilich ist sie auch die einzige bedeutende Rolle des ganzen Stückes, das nur ihretwegen geschrieben zu sein scheint. Der Gast, Fräulein Klinkhammer, bot uns denn auch als Madame Sans @6nc eine ganz vorzügliche Leistung. Ihre sprudelnde Laune, ihr keckes und doch fo decenteß Spiel, die unfehlbare Sicherheit und die vollendete Grazie ihres Auftretens: dies alles vereinigte sich zu einem Bilde voll reizendster Harmonie. Daß der Rahmen, in den dieses Bild gefaßt war, ein würdiger wurde, dafür sorgten unsere einheimischen Künstler nach besten Kräften. Sie Alle trugen zum Gelingen das Ihrige bei und wenn wir — in der Reihenfolge des Theaterzettels — die Herren N > emeier, Otto und Heyne nennen, so geschieht das, weil sie ver- hältuißmäßig am meisten Gelegenheit hatten, ihr Können zu i zeigen. DaS Publikum zeigte sich durch den lebhaften Beifall i dankbar für den seltenen Genuß und bewies damit, daß eß : sich trotz der unteren Verhältniffen entsprechlnden Streichungen \ befriedigt fühlte. — Daß zweite und letzte Gast'piel von Fräulein Klinkhammer brachte unß einen von Blumenthal für die deutschen Bühnen bearbeiteten englischen Schwank der Bifiber Panlton, „Niobe" betitelt. Der Director einer
Versicherungsgesellschaft träumt, daß die ihm vom Lord Hamilton-Tomkinß zur Aufbewahrung übergebene Statue der Niobe zum Leben erwacht sei und ihm durch ihre Anwesenheit ' in der FamiH in die unangenehmsten Situationen bringe.
Dir wollen nicht leugnen, daß das Siück, wie der Theaterzettel ankündigte, „hochdraftiich" ist, aber unsere Antheilnahme ; zu erwecken vermochte eß nicht. Der Kunst der beiden Hauptfiguren allein ist die Wirkung, dieser Schwank erzielte, zu danken. Fräulein Klinkhammer spielte mit unvergleichlichem ' Gesch ck die in baß moderne Leben versetzte Griechin. Die Rolle selbst hatte keinerlei Verdienst um den Genuß, dem wir unß gestern bingeben konnten. Die Art und Weise, wie sie gegeben wurde, fesselte allein unser Jntereffe. Die wunder- volle Aussprache, der Adel der Bewegungen, die Fräulei» Klinkhammers Spiel auSzeichnen, und die ganze Art der Declamation verlangten unwiderstehlich unseren Beifall. An der Seite dieser Künstlerin hatte Herr Niemeier ?al! „Dünn" einen schweren Stand. Aber er wurde feiner Aufgabe durchaus gerecht; eS wäre nur eine sorgfältigere Memorirung seiner Rolle zu wünschen gewesen. Letztere! ist überhaupt ein Punkt, an dem wir im hiesigen Theater Manches auSzufetzen haben. Wir glauben, daß vielfach die Aenderunq des Repertoires, die eine allzufchnelle Einstudirung neuer Rollen bedingt, hieran die Schuld trägt. — Fräulein Klinkhammer, die uns an den beiden vergangenen Abenden gezeigt hat, daß sie eine echte Künstlerin von Gottes Gnaden ist, wird heute unsere Stadt verlaffen. Wir wollen ihr daher danken für daß, maß sie unß geboten hat, und ihr ein herzliches „auf W -versehen" zurusen.
♦♦ Nene! Theater. Wie wir hören, wird in der nächsten Woche daß von Herrn Reinerß für eine Vorstellung ge» - wonnene Krnse'sche „Hänsel und Grethel-Ensemble" Humper- : dingckS breiartige Oper zur Aufführung bringen. Wir machen < schon jetzt auf diese Vorstellung aufmerksam und behalten I unß vor, demnächst darauf zurückzukommen.
** Der Centralansschuß zur Forderung der Fugend- und ' Bolkkspiele in Deutschland erläßt einen „Mahnruf an bas i deutsche Volk", ben wir nachstehend im Auszug veröffentlichen : „Das Leben besteht nicht im leben, sondern im gesund sein." Die Gesundheit ist baß kostbarste Gut für den Einzelnen in guten und schweren Tagen, Gesundheit de! ganzen Volke- ist die beste Kraft einer Nation. Diese gesummte Bolksenergie zu erhalten und zu erhöhen, ist der Zweck, welchen der Centralaußschuß zur Förderung der Jugend- und DolkSspiele in Deutschland verfolgt. Er ruft dehhalb so oft und vernehmlich in die deutsche Welt hinein: „Pflegt allerortß die Spiele und Leibesübungen in freier Luft." Wenn auch noch andere Bedingungen nothwendig sind, daß eine gesunde Seele auch einen gesunden Körper habe, so find doch die Spiele und verwandten Leibesübungen in freier Lust ein wichtiger Schritt hierzu. Der Ausschuß ruft daher olle Deutschen, alte und junge, arme und reiche, hohe und niedrige, hinaus in Gottes freie Natur, damit sie nicht allein Erholung suchen in Wirthshäusern und Bierlocalen und geselligen AbendvergnÜgui'gen, die bl! zum Morgen dauern, sondern auch draußen auf grünem Anger, in Berg und Thal und Feld ynd Wald. Daß ist wahre Erholung, die keinen Katzenjammer hinterläßt, sondern den Geist erhebt für weitereß, kräftige- Streben. Spielt, wie da- deutsche Volk in früheren Jahrhunderten, und wenn Ihr zu alt dazu seid, so haltet die Jugend dazu an und erfreut Euch am fröhlichen Treiben. Im Winter auf da- Eiß, im Frühling und Sommer in Gotte- schöne Welt, da! ist Leben, das ist Gesundheit. Wir wissen, daß unser Weckruf I manchen Schwierigkeiten begegnet, zunächst in der Beschaffung eines Spielplatzes. Allein diese Schwierigkeit wird sich leicht überwinden (affen, wenn man zur Erkenntniß gelangt ist, daß derselbe ein Gesundbrunnen für Jung und Alt ist, dem man Opfer bringen muß. Eß werben große Aufwendungen gemacht zur Abwehr aller Schäden, welche schlechte- Trink- waffer, verdorbene Nahrungsmittel, durchseuchter Boden im Gefolge haben können, warum sollte man nicht die Mittel haben, um beizutrogen, baß eine geiunbe, kräftige unb fröhliche Jugend heranwachse? Nur durch da-Regen unb Ueben der Körperkräfte erreicht man jene Leden-fülle, welche nicht nur die Leistungsfähigkeit in der täglichen Berufsarbeit erhöht, sondern auch edlen und reinen Leben-genuß und Dasein!- freube verschafft. Hierzu genügen aber nicht die wöchentlichen Turnstunden, sondern eß muß hinzutreten: Wandern unb Bergsteigen, Spielen, Schwimmen, Schlittschuhlaufen ?c. Aber keine bieser Beroegungßformen ist so vielseitig, al! das Bewegungßspiel. Die freubige, gehobene Stimmung, in welche baffelde versetzt, ist eine wahre Nervenstärkung, eine Erholung de- Geistes. Nervenschwäche, Blutarmuth, körperliche unb geistige Abspannung haben in unserer Jugend in erschreckenber Weste zugenommen und in Folge besten eine Jntereffenlosigkeit für die Schönbeiten in Gotte! Natur, wie eine Abnahme von Arbeitskraft u-id Berufsfreudigkeit hervor- i gerufen, bie auf bie nationale Wohlfahrt unsere- Volke! sehr ! schädigend einwirkt. Ebenso liegen bie erziehlichen und ' ethischen Wirkungen beß Spieles auf der Hanb. Es ent« ' wickelt sich bei btmfelben ein starker Sinn für Recht und i Ordnung, denn trotz der Freiheit des Etnzelnen ist bie un» ' bebingte Unterordnung unter daß Gesetz, die Spielregel, unrrläßlich. Unterncht-oerwaltungen, Gemeinden unb Eltern ' mögen für die Jugend in angebeuteter Weise sorgen, bie j Turn- und sonstige gesellige Bereinigungen müffen Antheil nehmen an dec Volksspielbewegung, alle müffen sich in diesem idealen Streben einen, damit der Erfolg nicht auf bleibe." . — Möchte dieser Aufruf auch in den maßgebenden Kreisen unserer Sta>>t Widerhall finden und d.-Jntereffe für Schaffung eines Spielrasens wecken. Der Frühling naht und eß gilt nun, mit irischem Eifer an baß W-rk zu gehen.
’* Gedenket der frierenden wandernden armen Mitmenschen. Dieser Mabnung rngebenf, bat unsere Naturalverpflegstation eine Art Bekleidung-anstalt für Handwerksburschen errichtet. Aui eine frühere Anregung in diesem Blatte hin, sind alte Bekleidungsstücke, Stiefel, Strümpfe :c.


