Ausgabe 
12.9.1895 Erstes Blatt
 
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fier dankte dem Präsidenten für sein lebhafte- Interesse. Alle Soldaten riefen: Hoch Frankreich! Hoch der Präsident? Der Präsident wird Abends nach Part- zurückreisen.

Depeschen bei Bureru ^Heroll)^.

Berlin, 10. September. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe ist derNordd. Allg. 3tg." zufolge heute in Petersburg eingetroffen und am Bahnhöfe vou den Mit­gliedern der deutschen Botschaft empfangen worden.

Berlin, 10. September. DieNordd. Allgem. Ztg." bestätigt, daß in Bezug auf eine Tonvertirung der vierprocentigen Staatsanleihen Beschlüsse bisher nicht gefaßt find.

Berlin, 10. September. Die Mufikinstrumenten- Arbeiter Berlin- haben in einer Versammlung beschlossen, gegen alle Fabrikanten, welche am Sedantage feiern ließen, ohne nachträglich den Lohn für diesen Tag auszuzahlen, beim Gewerbegericht klagbar zu werden. Die Metallarbeiter werden ebenfalls gegen 50 bis 60 Arbeitgeber die Klage einreichen. Sollte die Klage abgewtefeu werden, daun soll ein Generalstrike proclamirt werden.

Berlin, 10. September. DerVorwärts" theilt mit, daß seine Beschwerde gegen die Verhaftung seines Redacteur- Pfund keinen Erfolg gehabt hat. Selbst der Antrag, ihn gegen (Kaution freizugeben, wurde abgelehnt. Die Beschlagnahme der Nummer vom 17. August ist bestätigt, dagegen diejenige des ArtikelsSedan und kein Ende" vom 2. September aufgehoben worden. Auch in der Kritik über die Kaiserrede in der Nr. 206 wird eine MajeftätSbeleidigung erblickt. DerVorwärts" wird Beschwerde wegen Nicht­entlassung seines RedacteurS aus der Haft einlegen.

Berlin, 10. September. Der Redacteur de- Teltower VolkSblatteS, Johannes Trautmann, ist wegen Abdrucks der confiScirten Artikel desVorwärts" gestern verhaftet worden.

Berlin, 10. September. DieKreuzztg." bringt heute einen Artikel mit der Ueberschrift:Privatbriefe und ihre parteipolitische Ausbeutung", welcher die Ver­öffentlichung der Hammerstein'schen Briefe imVorwärts" behandelt. Das Blatt sagt, es stehe noch nicht fest, auf welche Weise die Briefe demVorwärts" zugegangen seien, jedenfalls aber seien dieselben in einem bei der Versteigerung der Hammerstein'schen Wohnungseinrichtung verkauften Schrank gefunden und angeeignet worden. Betreff- des RatheS, der in dem Briefe des HofpredigerS Stöcker dem ungenannten konservativen Abgeordneten ertheilt wird, schreibt dieKreuz­zeitung", von irgend einerJntrigue" und bergt, mehr könne da keine Rede sein. ES habe sich nur um einen Rath ge­handelt, wie die Preffe am besten benutzt werde, um für ganz concrete Fragen in der vorn Briefschreiber und seinen Freunden vertretenen Richtung zu wirken. Schließlich nimmt in dem Artikel Dr. Kropatschek baß Wort, inbem er er­klärt, er habe bisher von biefem Briefe nichts gewußt- ber» selbe sei ihm ebenso neu, wie bie in ihm ausgesprochenen Absichten StöckerS.

Berlin, 10. September. In ihrem heutigen Abendblatt beschäftigt sich dieNordd. Allg. Ztg." im Leitartikel noch­mals mit der Frage der Bekämpfung der Social­demokratie und den Mitteln, bie bazu verwenbet werben müßten. Das Blatt sagt, man müsie sich vergegenwärtigen, baß noch einige Monate vergehen werben, ehe bie Parlamente wieber zusammentreten unb an einen Versuch, in welcher Gestalt auch immer gesetzgeberische Schritte gegen die Social­demokratie zu unternehmen, gedacht werden könne. ES dürfte nach den bisherigen Erfahrungen sich kaum empfehlen, Ab­sichten dieser Art schon jetzt in concreter Form bekannt zu geben und zur DiScusfion zu stellen. Der Artikel hebt ferner hervor, daß eine weitverbreitete Ueberzeugung fei, daß schon jetzt von Seiten der Polizei und beß StaatSanwaltS mehr gethan werben könnte, um den Ueberrnuth der Social- bemoEraten zu bekämpfen unb ber monarchisch gesinnten Bevölkerung täglich große Aergernifle zu ersparen. Nur bie Post" beschäftigt sich heute mit Maßnahmen gegen bie Socialbemokcatie unb schließt ihren Artikel mit ben Worten: //ES werben Maßregeln nöthig werben, aber erst eine grünb» lidje Prüfung aller Verhältnisse wirb bie leitenben Kreise ber Regierung in ben Stand setzen, sich darüber schlüssig zu werden, wie man vorgehen muß.

Berlin, 10. September. Die Anarchisten aller Länder werden Ende Öctober dieses Jahre- eine Zusammenkunft

welche auf die vorgeschrittensten und rasfinirtesten Bedürfnisse des Eulturmenschen deuten, stellt man jetzt häufig mit Vor­liebe die Reconstructio n von etwas Altem und BolkSthümlichen. So hatte die Wiener Theater- unb MuflkauSstellung ihrenHohen Markt" aus bem 17. Jahr- hunbert, unb Straßburg hat einElsässisches Bauern- haus" mit vollstänbiger Einrichtung, allem Zubehör, bis herunter auf ben Kuhstall, mit feinen prächtigen Preiskühen! DaS ist wirklich originell. Wir ftnb nämlich allgemach schon auf bem Stanbpunkt angekommen, baß unß alles Einfache unb Ursprüngliche alsoriginell" besticht! DaS Elsässische Bauernhaus man kann sich bei seinem Anblick ge- wisser Betrachtungen nicht entschlagen. Wenn Einem ber breite, gerabe nicht wohllautenbe Dialect, ber aber hoch so unverfälscht deutsch ist, entgegentönt, fragt man sich unwill- fürlin: haben sie sich nun endlich gesunden in die neue Ordnung der Dinge, wachsen fie wieder in deutsches Leben hinein? Fast könnte man eS glauben. In den letzten Jahren wenigstens ist baß affectirte Bestreben, nur auf Französisch Rebe unb Antwort zu stehen, merklich in ben Hintergrund gerückt. DieBaggeü" (so genannt nach benVogesen"), bie noch immer sehnsüchtig nach Frankreich blicken, sinb ent- schieben auf bem Aussterbeetat, unb im AusstellungSgebiet vollenbS werden wir durch Alles daran erinnert, daß wir auf deutschem Boden stehen.

abhalten. Der Ort derselben wird streng geheim gehalten AlS geeignetste Stadt wird London bezeichnet, weil dasselbe am sichersten für die Theilnehmer des CougresseS fei. Der au8 Deutschland geflüchtete Buchdrucker Werner soll der Ein- bernfer deS (Kongresses fein. Unter den Vertretern der ver­schiedenen Länder soll eine Verständigung über eine gemein­same Propaganda herbeigeführt werden. Ferner soll für die Verfolgten ohne Unterschied der Nationalität eine gemein­schaftliche Unterstützungskasse gegründet werden. Zur An­leitung der Propaganda der That soll eine neue Broschüre, ähnlich der Mosch'schen KriegSwiffenschaft, ausgearbeitet werden, welche alsdann in deutscher, englischer und französischer Sprache gedruckt zur Verbreitung kommen soll.

Berlin, 10. September. Unter choleraverdächtigen Erscheinungen find heute zwei Personen, eine Frau Müller und ein junger Mann, Namens BehrenS, in das Baracken- lazareth zu Moabit eingeliefert worden. Die Wohnungen der beiden Patienten wurden gründlich deSinficirt. Wie verlautet, soll die im Krankenhaufe vorgenommene gründliche Unter­suchung ergeben haben, daß sich in beiden Fällen nicht um asiatische Cholera, sondern um acuten Magencatarrh handelt.

Berlin, 10. September. DerPoft" wird aus Frederiks- havn geschrieben: Das gesunkene, deutsche Torpedo­boot hat bisher noch nicht aufgefunben werben können, ob­gleich ber KreuzerGefion" bereits über eine Woche nach ihm gesucht hat. Nunmehr soll ber deutsche Taucherdampser Norden" mit 5 bis 6 Tauchern nebst 3 Torpedobooten demGefion" bei der Aufsuchung deS verunglückten Schiffes assiftireu. Eine Belohnung von 500 Kronen wurde von ber deutschen Mariueverwaltung für Denjenigen auSgefetzt, der irgend welche, zur Auffindung des Torpedobootes 8 41 führende Mittheilungeu machen kann.

Köln, 10. September. DerKöln. Ztg." wird ans Czarnikau von einer aus nationalem Haß von Polen gegen Deutsche verübten rohen Ausschreitung gelegent­lich des SedansesteS geschrieben. Von einem Ausflug heim­kehrende Schulkinder wurden mit fammt ihrem Lehrer und ihren Angehörigen von einem Menschenhaufen angegriffen. Der einfchreitende Gendarm wurde derart bedrängt, daß er von der blanken Waffe Gebrauch machen mußte. Ein Guts­besitzer, sowie ein Schulkind wurden schwer verletzt. Die Köln. Ztg." fordert die Regierung auf, den immer dreister hervortretenden Gewaltthätigkeiten gegen die friedliche deutsche Bevölkerung ein Ende zu machen.

Hamburg, 10. September. DieHamburger Nachr." bezeichnen die Behauptung, Fürst Bismarck habe seiner Zeit beantragt, den damaligen Hofprediger Stöcker außzu- weisen, als Erfindung, wenn auch die Erwägung dieser Frage damals nahe gelegen habe.

Hamburg, 10. September. DerHamburg. Corresp." meldet, bie Regierung plane keine Durchsicht beß preußischen VereinSgesetzeß. Ueberhaupt werbe Seitenß ber Regierung an gesetzgeberische Maßnahmen gegen bie Socialbemokratie nicht gebacht.

Wien, 10. September. Wie baßFrembenblatt" erfährt, hat Kaiser Franz Josef dem ftänbtgen ©ecretar ber Kgl. Akademie der Künste in Berlin, Profeffor Dr. Hans Müller, den Orden der Eisernen Krone dritter Klaffe ver­liehen.

Mailand, 10. September. DerSecolo" meldet auß Sofia: Ein alß Frau verkleideteß Individuum, weicheß in »ustschuk eine Bombe in den Wagen beß Fürsten Fer- Jinanb geworfen hatte, würbe verhaftet. Diese Verhaftung ührte zur Entbeckung eines Complotts, welches ben Zweck jatte, ben Fürsten Ferbinanb zu erworben, unb in Bulgarien )ie Republik auSzurufen. Zahlreiche Verhaftungen sollen in Sofia, Rustschuk, Varna unb Philippopel vorgenommen worden ein. Auch Offiziere sollen bei der Sache beteiligt sein.

Brussel, 10. September. DaS SocialistenblattPeuple" theilt mit, daß in den Kohlengruben ein General- auöftanb bevorsteht- unter ben Arbeitern herrsche große Aufregung. Dieselben verlangen energisch eine Lohnerhöhung.

Brussel, 10. September. Die hiesige Polizei stellt Nach- orschungen an, um festzustellen, ob nicht ber Revolver, 'essen sich einer ber Mörber StamdulvwS bebiente, im Auftrage TufekSschiewS hier angefertigt sei unb ob nicht Letzterer in Sofia eine größere Anzahl ähnlicher Revolver gehabt habe.

Paris, 10. September. Der Urheber bes Attentats auf baß Rothschilb'sche Bankhauß heißt Victor Vertier unb entstammt einer sehr achtbaren Bürgerfamilie.

Paris, 10. September. Der Attentäter auf baß Rothschilb'sche Bankhauß erklärte, er habe baß Attentat nur begangen, weil er von ber Norbbahn, deren Haupt- eigenthümer Baron Alphonß Rothschild ist, wegen socialistischer Agitation entlassen worden war. Er habe keine Mit- chuldigen.

Ottawa, 10. September. Durch die gestern stattgehabte Eröffnung beß Sanalß Sault St. Maurice ist ein Wasserweg zwischen bem Oberen See unb bem Atlantischen Ocean hergestellt. Die Regierung von (Sanaba erhielt auß diesem Anlaß zahlreiche Glückwunschtelegramme auß ben Ver­einigten Staaten.

recefc» Hnö ptttotajtcOfe».

Oieftea, bett 11. September 1895.

* Neunte Generalversammlung der landwirthschafUichen Provinjialvereine vou Hessen in Stehen. Der Präsident beß Lanbeßaußschusseß der landwirthschafUichen Vereine beß Groß- Herzogtums Hessen, Herr Kreißrath Ha-Offenbach, hat bie Einlabung zur neunten großen Generalversammlung der drei landwirthschafUichen Provinzialvereine beß Canbeß auf Donnerßtag ben 19. September b. I., vormittag- 10 Uhr, nach Gießen ergehen laffen. Diese Generalversammlung oll statuarisch alle fünf Jahre, abwechselnb in ben brei Provinzen, abgehalten werben und schließt sich regelweise, wie auch diesmal, eine von dem betreffenden Provinzial­

verein veranstaltete laudwirthschaftliche Landesausstellung atr dieselbe an. Die letzte Versammlung fand 1890 in Mainz statt. Die Tagesordnung der Versammlung am 19. Sep- tember weist außer der Eröffnungsansprache deS Präfibenten nur zwei Gegenstände auf, einen landwirtschaftlich-technischen und einen volkswirtschaftlichen. Beide find aber in der Gegenwart unb speciell für die hessische Laudwirthschast vou der allergrößten Bedeutung. Der erstere betrifft die aus­reichende Organisation und Förderung ber Rtndviehzucht, ber zweite ben die ganze landwirtschaftliche Welt Deutsch. landS lebhaft bewegenden genossenschaftlichen Verkauf deS Getreides und die Errichtung von Silo- und Lagerhäusern zu diesem Zwecke. In beiden Punkten werden der Versamm­lung präcise Resolutionen zur Annahme vorgelegt. WaS die Rindviehzucht betrifft, so deabfichUgt der LandeSauSschuß durch geeignete Beschlüsse, hinter welchen die Autorität der ganzen hessischen Laudwirthschast steht, eine ausreichende Grundlage für ein planmäßiges Vorgehen auf diesem Ge­biete zu gewinnen. DaS Ziel ist, die Angesichts ihrer wirth. schaftlichen Verhältnisse für Viehzucht prädestinirten gebirgigen Landesbezirke (Vogelsberg und Odenwald) zum umfang­reichen Betrieb der Rindviehzucht durch die ganze landwirth- fchastliche Bevölkerung, nicht nur durch Einzelne, die dazu besondere Neigung verspüren, nach richtigen und gleichmäßig« Grundsätzen zu veranlassen, eine wirkliche LaudeSrindviehzucht zu etabliren, thunlichst die Möglichkeit der Deckung bei ganjen Bedarfs der hessischen Landwirthe an Zucht- und Gebrauchsvieh im Lande selbst herbeizuführcu und hierdurch zu verhindern, daß Unsummen Geldes außer Landes gehen. Wenn die beteiligten Landwirthe, die landwirtschaftlichen und Züchtervereinigungen und die Regierung Hand in Hand mit ernstem Willen, aller Macht und ausreichender Be­harrlichkeit an diese große, schöne, und wenn auch schwierige, so doch lösbare Aufgabe herantreteu, wobei Baden als vor- bild dienen kann, so wird ein ersprießlicher Erfolg nicht auSbleiben und insbesondere den genannten ärmeren GebirgS- bezirken nahmhaft aufgeholfen werden können. Allerdings find weitaus erheblichere Mittel hierfür flüssig zu machen, als dermalen zur Verfügung stehen, wenn der Zweck erreicht werden soll. Regierung und Landftände dürften, nach der in diesen Kreisen herrschenden Stimmung zu urtheileo, die­selben jedoch sicher bewilligen, falls ein Eingehen der Land- wirthe selbst, auf die doch in erster Linie ankommt, auf den Plan in Außficht steht. In Sachen beß genossenschaft­lichen Getreibeverkaufß ist im Großherzogthum durch die Gründung der Verkaufsgenossenschaft Wormß im Anschluß an baß mit Silo Einrichtungen versehene Lagerhaus daselbst bekanntlich bereits ein erfreulicher Anfang gemacht. Es gilt burch bie Verhandlung ber Frage in ber Landes - General­versammlung das Werk weiter zu fördern. DaS ganze Lavd soll mit einem Netze von etwa 5 bis 6 solcher Genossenschaften, die unter sich wieder in Verbindung treten können, über» zogen werden. Gewiß ist die Erwartung berechtigt, daß bie Versammlung Angesichts so hochwichtiger Verhandlung-- gegenstände von den Landwirthen au- bem ganzen Lande ehr zahlreich besucht werde.

** Truppentransporte. Am nächsten Freitag treffen hier auf der Main-Weser-Bahn 10 Militärsonderzüge ein, die nach kurzem Aufenthalte nach Grünberg, Großeu-Buseck, Niedergemündeu, Hungen, Marburg u. s. w. befördert werden, wo in der Umgebung der bezeichneten Orte die Truppen Quartier beziehen.

* Die Lotterie-Commission bet Alsfelder Gewerbe AnSstellnng hat, wie bereits mitgetheilt, als ersten Hauptgewinn die Speisezimmer Einrichtung, welche die Möbelfabrik W. Reiber- Gießen ausgestellt hat, angekauft. Außer diesem ersten Hauptgewinn sind noch Gegenstände im Werthe von 1000 Mk., 800 Mk., 600 Mk., 2 Stück L 500 Mk., 2 Stück ä 400 SRI unb 2 Stück A 300 Mk. zu gewinnen, welche nur von den Ausftellungßobjecten angekauft werben bürfen.

Als weitere Gewinne bei der Berloofnng der Gewerbe- ausstellnng zu Alsfeld sind von Gießener Ausstellern angekauft: von Herrn A. ftilbinger ein Luxuswagen für 650 Mk., von Herrn F. Krogmann ein feuerfester Caffenfchrank in Möbelform für 320 Mark.

♦♦ Ausflüge. Am Sonntag unternahmen 10 Mitglieder ber Gießener Rubergesellschaft eine BootStour nach Weilb urg mit bem DollenbootStrahlenberg" unb bem GigLahn". Die Herren brachen Morgens 5 Uhr von ber Münbung der Wiefeck bei Regenwetter auf. Man ruberte in einer Tour biß Wetzlar, wo kurze Rast gehalten wurde. Bei Altenberg war bie Schleuse nicht in Orbnung unb würben die Boote eine kurze Strecke über Land tranßportirt. Bei ©eiter« wurde ben Ruberern Wasser offerirt eine Wohlthat bei der herrschenden große Hitze, welche auch dankbar ange­nommen wurde, und bann in Löhnberg eine zweite Pause gemacht. Um 5 Uhr Nachmittag- war Weilburg erreicht unb war die Mannschaft in bester Verfassung trotz der großen Hitze beß Tageß. Am Montag unternahm ein kleiner Theil unserer Schützen eine Wagentour nach Lanbach zu bem Herbstabschießen ber bortigen Schützenbrüder.

* Diebstähle. Ein hiesiger Schreinerlehrling be­nutzte am vorigen Sonntag die Abwesenheit seines Meister-, um dessen Schreib-Consolchen mittelst Nachschlüssel zu öffnen und entwendete daraus den Betrag von 110 Mark. Der Junge ist feit dieser Zeit von hier verschwunden. Gestern Nachmittag wurde ein hiesiger Glaserlehrling von seine» Meister auf die Actienbrauerei geschickt, um dortselbst eine Reparatur außzusühren. Während der Arbeit erbrach der Junge zwei im Brauhaus befindliche, den Brauburschen gehörige Schränkchen und entwendete daran- einen kleinen Geldbetrag. In beiden Fällen wurde Anzeige erhoben.

** AuS bem Bundesamt für das Heimathwef«. Der OrtSarmenverband Gießen hatte gegen den Ort-armen- verband Steinebach Klage auf Erstattung von Armenpflege- losten erhoben und in erster Instanz bei dem Bezirksausschuß zu Coblenz ein obsiegende- Unheil erstritten. Die von dem Beklagten gegen diese- Unheil eingelegte Berufung ging

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