ungarische Minister des Aeußern, Graf GoluchowSky, werde Veranlassung nehmen, den Fürsten Hohenlohe auf öfter« reichischem Boden zu begrüßen, vorausgesetzt, daß nicht etwa Rücksichten auf deS Fürsten Hohenlohe ErholungSbedürfniß dagegen sprächen.
Berlin, 9. Juli. In dem Strafverfahren gegen die beiden verhafteten Anarchisten TöbS und Krebs beschäftigt sich ein sachverständiger Chemiker mit der Analyse der bei dem Schneider TöbS vorgefundenen Säuren und anderen Flüssigkeiten. Bet einem der Verhafteten ist ein Most'scheS Buch, betitelt „KriegSwissenschafteu" aus dem Jahre 1886, gefunden worden. Dieses Werk ist eine Abhandlung über Herstellung von Sprengmitteln und Chemikalien. Die Voruntersuchung dauert fort.
Aachen, 9. Juli. Heute Nachmittag wurden in An» Wesenheit der staatlichen, städtischen und geistlichen Behörden die Reliquienschreine mit den großen Heiltg- thümern eröffnet. Der Menschenandrang war sehr stark.
Laibach, 9. Juli. Nachdem in den letzten Tagen bereits wiederholt Schwankungen vorgekommen, erfolgte gestern Nachmittag ein heftiger, verticaler Erdstoß mit starkem unterirdischem Getöse.
Neapel, 9. Juli. Auch der „Corriere di Napoli" weiß mit großer Bestimmtheit zu melden, daß Kaiser Wilhelm im September in Rom eintreffen werde.
Paris, 9. Juli. Ein Telegramm des „Petit Journal" auS Petersburg meldet: In Moskau habe man ein großes Complot gegen das Leben des Czaren entdeckt. Der Chef der Moskauer Geheimpolizei überwache die Affaire bereits seit einigen Monaten. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Acht Personen find direct an dem Complot betheiligt, darunter sechs vor Kurzem begnadigte Nihilisten. Die Folgen der Verschwörung hätten sehr schwere sein können. Der Czar ließ den Polizisten als Belohnung für ihre Thätig- keit 10000 Rubel überweisen.
Odessa, 9.Juli. Die hiesigen Hafenanlagen werden bedeutend erweitert, um den Petroleumdurchgangshandel zu heben. — Im Kaukasus sind wieder bedeutende Petroleumquellen entdeckt worden. Eine neue Quelle bei GroSny und Aldan Jurt gibt täglich 20 000 Pud Naphta, eine andere ebendaselbst sogar 200000 Pud täglich, sodaß diese Quelle jährlich ca. 70000000 Pud liefern wird.
Sofia, 9. Juli. Die Regterung^dementirt diejNach- richt von der angeblich beabsichtigt gewesenen Verhaftung StambulowS.
WB. Arolsen, 10. Juli. Reichstags-Ersatzwahl. Nach den bis lP/a Uhr Nachts vorliegenden Resultaten erhielten Böttcher (natllib.) 2362, Müller (Antisemit) 2951, Schücking (frs. Ver.) 1629, Garbe (Soc.) 666 Stimmen. Stichwahl zwischen Böttcher und Müller wahrscheinlich.
Der Krieg von 1870,71,
geschildert durch Ausschnitte aus ZeitungS-Nummern jener Zeit.
(Nachdruck verboten.)
11. Juli.
Die Nachricht, daß ein Hohenz oller König von Spanten werden soll, hat wie ein Blitz in die ganze politische und diplomatische Welt eingeschlagen. Es scheint kein kalter Schlag, denn in Madrid und in Parts brenntS lichterloh in den Köpfen, die Mintfterberathungen find permanent, der Herzog von Grammont, der Minister des Auswärtigen, eilte zum Kaiser und sandte Courtere nach Berlin. In der Kammer erklärte er, die Regierung werde nicht dulden, daß eine fremde Macht einen Prinzen auf den spanischen Thron setze und die Ehre und Würde Frankreichs in Gefahr bringe. Die Regierung vertraue auf die Weisheit des deutschen und auf die Freundschaft deS spanischen Volkes. Sollte sie sich aber in ihrer Hoffnung täuschen, so werde fie ohne Zögern und ohne Schwäche ihre Pflicht thun. — Die Zeitungen rufen die Candtdatur als eine Niederlage und Bedrohung Frankreichs aus. Bismarcks Name ist in Paris wieder auf Aller Lippen, überall hört man sagen: „Das hat der Einfiedler von Varzin gethau!" und an ein Wort erinnern, das ihm bei der ersten Nachricht von dem Aufstande in Spanien entschlüpft sein soll: „Das ist für mich der rettende Balken!"
Das 22. Mittelrhennsche Kreisturnfest.
Der dritte Festtag (Dienstag) war in seinem turnerischen Theile dem Fechten und Ringen gewidmet. Ueber das erstere haben wir bereits in voriger Nummer berichtet. Die Zeit zwischen dem Fechten und Ringen wurde durch ein gut besuchtes Frühschoppenconcert und die Vorbereitungen zu den für den Nachmittag und Abend vorgesehenen Veranstaltungen auSgesüllt. Zum Wett Ringen traten 16 Turner an. Außerhalb des Turnplatzes stand trotz glühenden Sonnenbrandes ein zahlreiches Publikum, mit großem Jntereffe den einzelnen Kämpfen zuschauend und den jedesmaligen Siegern Beifall zollend. Der eingefriedigte Turnplatz wurde streng freigehalten, so daß man das Ringen von allen Setten gut beobachten konnte. Der erste Gang war nach ungefähr 25 Minuten beendet und zu neuem Kampfe traten die Sieger desselben zu vier Paaren in Action, und nach 25 weiteren Minuten war auch dieser Gang beendet. Die vier besten Ringer kämpften lange um die Palme deS Sieges, denn zwei mußten naturgemäß auf dem Platze bleiben. Da traten die beiden Favoriten zum letzten Kampfe an und mit Aufregung wurde diese Entscheidung von den Zuschauern verfolgt. Dreimal lagen die Kämpfer, beide gepackte untersetzte Männer, abwechselnd am Boden, aber entgegen den Regeln des Kampfes mit dem Gesicht nach unten, bis endlich nach 10 Minuten langem Ringen der Kampf entschieden war. Auf dem Rücken eines Kameraden getragen, von dem Jubel der anderen Ringer begleitet und von ihnen umringt, langte der Sieger an der Borturnerbühne an, um dort allseitig
Glückwünsche zu empfangen. Den ersten Preis erhielt Anton Klug, Turngesellschast Offenbach, der zweite Preis wurde Johann Jost, Turnverein Alsheim, zuerkannt. Der turne- ■ rische Theil war hiermit für dieses Fest beendet. — Nach der Ansicht deS Herrn KreiSturnwarl Hetdecker- Wiesbaden ist dieses Mal in Greßen turnerisch Bedeutendes geleistet worden. Diese Ansicht hörte man vielfach von den Kampfrichtern bestätigen. Glänzend sei das Fest bis jetzt verlaufen, zwar habe der Kreis rauschendere Feste wo anders schon gefeiert, jedoch stände nach turnerischer Richtung unser Fest unerreicht da. — Bei dieser Gelegenheit wollen wir dankend anerkennen, daß der Kreisverrreter Rothermel- Darmstadt, sowie der KreiSturnwart Hetdecker-Wiesbaden, die Kampfrichter und ebenso die Berechnungs-Commission den Vertretern der Preffe auf das liebenswürdigste entgegen kamen und zu jeder Zeit gerne bereit waren, Auskunft zu ertheilen, wenn solche verlangt wurde. — Nach dem Weltringen war dem wieder zahlreich den Platz füllenden Publikum Gelegenheit gegeben, den unter Musikbegleitung ftattfindenden Turnspielen beizuwohnen, die trotz der großen Hitze flott von Statten gingen.
Die Voraussicht, daß der Abend wieder den seit Beginn des Festes beobachteten Maffenandrang bringen werde, erfüllte sich, denn es waren neben dem Concert in erster Linie die Vorträge der Gießener Gesangvereine, in zweiter das auf 10 Uhr anberaumte Feuerwerk, die ihre Anziehungskraft gar nicht verfehlen konnten. Kopf an Kopf drängten sich in der Festyalle die Zuhörer, als durch Trompetensignal daS Zeichen zum Sammeln der Sänger gegeben wurde. Herr Franz Bauer dirigirte den gesanglichen, Herr Mufik- Director Krauße den orchestralen Theil des Concerts. Bon den Chören verdienen besonders hervorgehoben zu werden „Jetzt gang i ans Brünnele" und die „Niederländischen Volkslieder", letztere mit Begleitung des Orchesters. Die Solis lagen in den Händen der Herren Haubach und Schneider, die durch mehrmaligen Hervorruf ausgezeichnet wurden, was den Ersteren zu einer theilweisen Wiederholung des „Wilhelmus von Nassauen" veranlaßte. Chor wie Orchester hielten sich recht wacker und gaben die vorgetragenen Lieder Zeugniß davon, was die Gießener Männerchöre unter einheitlicher Leitung zu leisten vermögen.
Das Feuerwerk erlitt durch die Ausdehnung der Ge- sangSvorträge eine beinahe einstündige Verspätung und ist eS selbstverständlich, daß dieser Theil des Programms mit Ungeduld erwartet wurde. Wie ein Strom ergoffen sich die bisher in der Festhalle Versammelten auf den Platz, wo schon Tausende des in Aussicht gestellten GenuffeS harrten. Feuerwerker Becker- Wiesbaden hat denn auch die Erwartungen nicht getäuscht und bot in rüscher Reihenfolge seine mannigfaltigen Feuerspenden dar, wobei wieder durch den Gail'schen Scheinwerfer den Zuschauern eine willkommene Zugabe zu Theil wurde, die.Kuppel des Aussichtsthurmes erschien in brillantem Tiefroth. Den Schluß des Feuerwerkes bildete daS in drei Farben erscheinende Riesen-Turnerwappen, deffen Licht- fülle sich über den ganzen Platz ergoß und welches großen Beifall fand. Diese Schlußnummer wurde von dem Publikum mit dem Gesang der „Wacht am Rhein" begleitet. — Während hierauf in der Festhalle sich der 4. und 5. Theil deS von unserer RegimentSmusik gegebenen ConcerteS abwickelte, vergnügte sich das Publikum in der Festhalle, in den Wirth« schäften und aus dem Juxplatze bestens — wie lange, können vielleicht Diejenigen angeben, die in puncto Festfeier ausdauernder find wie unser Festberichterstatter.
Berichtigung. In der gestern mitgetheilten Rede des ! Herrn Handelskammer-Vorsitzenden F. C. B. Koch hakten sich - einige sinnentstellende Fehler eingeschlichen, die wir mit der Eile in der Herstellung deS Blattes zu entschuldigen bitten. Wir theilen nachstehend den Wortlaut der Rede nochmals mit:
Von einem Redner hörten wir unser Gießen als eine Feststadt preisen in dem Sinne, daß unsere Stadt vor vielen anderen im Kranze ihrer Schwestern eö verstehe, Feste von größerer Bedeutung gut vorzubereiten und nach allen Richtungen aufs Beste durchzuführen. Wir müssen zugeben, daß wir es in diesen Dingen durch häufige Hebung zu einer gewissen Schulung gebracht haben. Darum finden Sie, wenn ein Verein vor die Frage gestellt ist, ein Fest zu übernehmen, gleich dem gegenwärtigen, nie ängstliches Bangen und Zagen, ob man dieser Aufgabe auch gewachsen sein werde, berechtigten Erwartungen gemäß die Feier würdig zu gestalten vermöge. Was uns mit solcher Zuverficht erfüllt, ist nicht das Bewußtsein eigener ausreichender Kraft, diese Zuversicht gründet vielmehr in der Gewißheit, daß neben der uns bet solchen Veranstaltungen nie fehlenden wohlwollenden Förderung Seitens der staatlichen und städtischen Behörden wir uns voll und ganz verlassen können auf die Mitwirkung der hiesigen Vereine, wir alle in ächter Solidarität treu zusammenstehen, in diesen Ehrendienst uns zu tbetlen, jeder Einzelne unserer Mitbürger mit Herz und Hand dabet ist, den wohlbegrün- deten Ruf unserer gastlichen Stadt mehren zu Helsen. Dieses innige Zusammenwirken ließ alle seitherigen Feste wohlgelingen, und der Verlauf des heutigen zeigt aufs Neue, was vereinte Kräfte vermögen. Nachdem uns während der Vorbereitungen von Setten der hiesigen Vereine die wirksamste Unterstützung zu Theil geworden war, sahen wir sie gestern durch decorattoe Vtelgestaltung des Festzuges Vorzügliches leisten und auch hierdurch zur Verherrlichung des Festes beitragen. Die Gesanaveretne unserer Stadt werden auch diesmal ihren alten Ruhm glänzend bewähren, ihrem Rubmeskranze neue Lorbeeren zufügen, durch die Macht des deutschen Liedes werden sie tm Laufe ves Festes Herz und Ohr entzücken, durch die Allgewalt der vereinten Chöre uns hervorragende Genüsse bieten Wenn alle diese treuen Mitarbeiter auch nicht um äußerer Ehre willen, sondern in selbstloser Hingabe sich in dm Dienst des Ganzen stellten, so mindert dies doch nicht das Gefühl der Anerkennung, welche wir ihnen zollen, mindert nicht daS Gefühl des Dankes, den die Festlettung ihnen schuldet und welchen darzubringen mir der ehrenvolle Auftrag geworden ist. Diesem tiefempfundenen Danke glaube ich am Besten Ausdruck zu geben in dem Wunsche, daß die uns unterstützenden Vereine zur ferneren Pflege des Guten und Schönen in alle Zukunft blühen, wachsen und gedethm mögen.
Bekräftigen Sie, meine lieben Festgenossen, diesm Dank durch ein dreifaches Gut Heil!
jfoeobf rrrrS ptetHmköw.
»ießen, den 10. Juli 1895 *
* * 22. Mittelrheiuisches Turnfest. Auf die am Montag an Seine Königliche Hoheit den Großherzog abgesandte
Begrüßungsdepesche ging heute Vormittag an den 55or fitzenden des Festausschusses, Herrn Georgi, nachstehendes Telegramm ein: „Seine Königliche Hoheit der Großherzog, sehr erfreut über den Ausdruck treuer Huldigung der bei dem 22. Kreisfeft vereinigten Turner, läßt hierfür bestens danken. Darmstadt, 10. Juli 1895. Großh. Hofmarschallamt."
** DaS seltene Schauspiel einer Luftballoufahrt mit Fallschirmabsturz wird die Nachfeier des Turnfeste- am nächsten Sonntag bieten. Fräulein Paulus auS Frankfurt a. M, die seit dem tödtlichen Sturze ihres Gefährten Lattemann zur Berühmtheit gelangt, wird die Fahrt und den Absturz mittelst Fallschirmes unternehmen. Die Auffahrt findet um 6 Uhr Nachmittags statt.
• * Bier- und Wein Cousum während deS Turnfestes. Beim Turnfest wurden verzapft etwas über 400 Hectoliter Bier, an Wein sind 9000 Flaschen getrunken worden. Gestern Abend war in einer der Bterhallen der Stoff nahe am Ausgehcn und mußte mit der Schnelligkeit eines geölten Blitzes Alles in Bewegung gesetzt werden, um Bier heranzuschaffen; gerade hatten die Zäpfer den letzten Trank auS den aufliegenden Fäffern gezapft, da traf der neue Vorrath ein und weiter konnten die Gäste dem Gambrinus huldigen. Auch in den anderen Bierhallen mußten nach 11 Uhr neue Biervorräthe besorgt werden.
* • Fahrraddieb. Ein hiesiger Schloffergeselle, welcher vorgestern in Frankfurt a. M. ein Fahrrad gestohlen haue und damit nach hier gefahren war, wurde gestern verhaftet. Bei dieser Gelegenheit stellte es sich auch heraus, daß derselbe Schlaffer auch in Hanau vor einiger Zeit ein Fahrrad unterschlug und daffelbe in Frankfurt versetzte.
* * Der Verein hessischer Zahnärzte hielt am 6. und 7. Juli d. I. in Mainz seine 6. Versammlung ab, bei welcher die Herren Zahnärzte Dr. HarreS-München, W. Koch - Gießen, Landau-Friedberg, Lautz-Zürich, Möser-Frankfurt, Mylius - Mannheim, Rüger-WormS als ordentliche Mitglieder einstimmig ausgenommen wurden. Als Ort der nächsten Versammlung am 5. und 6. October d. I. wurde Gießen gewählt.
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A Rieder-Ohmen, 8. Juli. Ein entsetzlicher Unfall ereignete sich hier am verfloffenen Freitag. Der hiesige Landwirih Lenz, ein bejahrter Mann, fuhr mit seinem Pferde Jauche auf den Acker. Auf dem Wagen befand sich sein Enkelchen, ein Knabe von 4^2 Jahren. Während nun der Großvater mit Arbeitern auf dem Felde sprach, zog da- Pferd den auf einer Seite in einer Ackerfurche stehenden Wagen an. Durch die Neigung desselben stürzte daS Kind herab und der Wagen ging ihm über die Brust. DaS Kind blieb auf der Stelle eine Leiche. Der untröstliche Groß« Vater war dem Wahnsinn nahe.
§ HartmannShain (Kreis Schotten), 7, Juli, ©eftern Mittag gegen ein Uhr wurde unser Ort plötzlich durch Feuerwehr-Signale erschreckt. Es brannte nicht etwn im Ort selbst, sondern in dem nahegelegenen Walddistrict Hundsbach (an der Staatsstraße zwischen hier und Gedern). Da die hiesige Feuerwehr schnell zur Hilfe kam, auch gleichzeitig die Feuerwehr auS dem benachbarten Volkartshain, so wurde daS Feuer rasch auf seinen Heerd beschränkt und
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gedämpft. Es war eine größere Fläche mit großen Bau- fichten und Celuloseholz, welches verfloffenen Winter gefällt und an die Zellstoff - Fabrik Waldhof bei Mannheim von Seiten der hiesigen Gemeinde verkauft worden war, in Brand gerathen. Schulkinder sollen das Feuer angezündet haben.
n. Büdingen, 9. Juli. Die hiesigen Metzger haben sich zum Bau eines gemeinsamen Schlachthaus es geeinigte Die Arbeiten sollen bald in Angriff genommen werden.
Darmstadt. 9. Juli. Laut einem Erlaß, welchen W „Darmstädter Zeitung" auf die Proteft°Erklärung der Hessischen Ludwigsbahn veröffentlicht, beharrt die Staatsregierung bezüglich der Verstaatlichung auf de«, früheren Standpunkte. Bei zu erneuernden Verhandlungen,, wozu die Regierung bereit sei, muffe bie Hessische Ludwigsbahn vor Allem durch eine entsprechende Ermäßigung ihrer in der seitherigen Höhe für die Regierung unter keinen Umständen annehmbaren Forderungen auf ein auch den Interessen deS Staates Rechnung tragendes Maß zunächst selbst die Hand bieten.
Alzey, 9. Juli. Nach der Berufs- und Gewerbezählung vom 14. Juni d. I. hat die Bevölkerung Alzeys seit 1890 um 435 Einwohner zugenommen. Sie beträgt jetzt in 1393 Haushaltungen 3276 Personen weiblichen und 3225 Personen männlichen Geschlechts, demnach im Ganzen 6401.
Mainz. 9. Juli. Der bekannte Componist und langjährige Dirigent der Mainzer Liedertafel, Friedrich Lux, ist heute Nachmittag gestorben.
Finthen bei Mainz, 9. Juli. Die Spargelernte ist nun bei uns vollständig beendet. Nach ziemlich genauer Schätzung haben die hiesigen Producenten nahezu 200,000 Mk. vereinnahmt. Der hessische Morgen (2500 Quadratmeter)- lieferte einen Reinertrag von mindestens 200 Mk. im Durchschnitt. Gewiß ein rentable- Geschäft, daS sich zudem sehr glatt abwickeln läßt.
Dermtfd?tes.
* Frankfurt a. M., 9. Juli. Die Ablieferung des Kaiserdenkm als, das für den Posthos bestimmt ist, ist gestern erfolgt. Die Aufstellung soll sofort vorgenommen werden; eS ist, der „Franks. Ztg." zufolge, zu erwarten, daß der feierlichen Enthüllung der Kaiser beiwohnen werde.
* Nationaldenkmal für Bismarck. In Altona hat sich ein Cornitv zur Erricbtung eines Nationaldenkmals für den Fürsten Bismarck auf Bismarckstein bei Blankenese gebildet. General Graf Waldersee, sowie der Oberpräfident Stein-
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