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mann haben bereits ihren Beitritt erklärt. Die Kosten deS ' Denkmals find aus 1 Mill. Mk. veranschlagt.
* Kiel, 10. Juli. Für die Feierlichkeiten bei Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-CanalS wurden allein in \ Harzgerode 40,000 Meter Kranze und Gewinde von Tannen- grün hergestellt. 240 Frauenhände haben mehrere Wochen lang volle Tagesarbeit daran gewandt und verbrauchten nicht weniger als 20 Eentner Bindfaden. Zur Beförderung dieses 40 Kilometer langen TannengrÜnS nach dem Bestimmungsorte Holtenau mit Sonderzug waren 10 Güterwagen zu je 200 Centner LadungSfähigkeit erforderlich.
* Bochum, 9. Juli. Bet dem Neubau eines Schulhaufes brach heute früh ein Gerüst zusammen. Fünf Arbeiter wurden verletzt, darunter einer tödtlich und drei schwer.
* Verlorene Orden. AuS Hamburg wird der „Voff. ; Zeitung" geschrieben: Der polizeiliche Bericht, der an den i Straßenecken über „gefundene Gegenstände" Auskunft giebt, ; verzeichnet diesmal fünf Gegenstände, die hier in den Kaiser- ! tagen ausgenommen worden sind. Trotzdem zwei davon schon vor acht Tagen als „gesunden" in den Zeitungen gemeldet wurden, ist bis jetzt nichts abgesordert worden. Gefunden ' wurde ein anhaltischer Orden im neuen Rathhaufe im Speise- saal, wo die Festtafel ftattfand, am 19. Juni- ein Rother Adlerorden am Dammthorbahnhofe, am 19. Juni, ein ebensolcher am 23. Juni in einer Barkasse im Hafen - ein dritter • am 26. Juni sogar in einem entlegenen Winkel St. Paulis, in der Wilhelmtnenstraße - endlich auch ein Kronenorden s im Rathhause in einem Nebenraum am 19. Juni. Unbe- ; grenzte Heiterkeit scheint demnach bei den Festtheilnehmern geherrscht zu haben. /
* Dresden, 9. Juli. Der Gärtner Johne, der in Lvschwitz eine alte Ausländerin beraubte und ermordete, wurde heute zum Tode verurtheilt.
Leipzig, 10. Juli. Die Dauernde Gewerbe- ; auSftellung wird im neuen Prachtgebäude am 14. Juli wieder eröffnet. Die Bethetligung seitens der Aussteller ist eine sehr lebhafte und der Inhalt der Ausstellung gestaltet sich sehr reichhaltig. Es sind Motoren, gewerbliche Hilfsmaschinen, Werkzeuge und technische Bedarfsartikel für alle Gewerbe, hauswirthschaftliche und allgemeine Gebrauchs
gegenstände, sowie kunstgewerbliche Erzeugnisse in großer Menge vorhanden. Die Dauernde Gewerbeausstellung bildet nunmehr nicht allein in ihrem Aeußeren durch den herrlichen Ausstellungspalast, sondern auch vor Allem durch die Mannigfaltigkeit des Inhalts eine hervorragende Sehenswürdigkeit Leipzigs.
* Mannheim, 9. Juli. Decan Einwächter in Hüffenhardt wurde wegen Unterschlagung von 30,000 Mk. Stiftungsgeldern verhaftet.
* Ulm, 6. Juli. Beim Exerzieren der Feldartillerte stürzte heute früh ein Geschütz um. Ein Soldat kam unter dasselbe und eS wurde ihm der Kopf zerdrückt. Er war sofort tobt. Zwei weitere Mann der Batterie find schwer, einer leicht verletzt.
Literatur und Aunst.
— „Das Regiment der Kaiserin", dem bekanntlich die Leibgarde der hohen Frau entnommen wird, die Pasewalker Kürassiere, haben jüngst ihr RegtmentS-Jubiläum gefeiert. Dieses interessante Fest, an dem beide Majestäten Theil nahmen, findet in der neucstm Nummer XXI der »Moderne« Kunst" (Verlag von Rich. Bong, Berlin, & Heft 60 Pfg.) eine anziehende Schilderung durch HanS Nagel von Brawe, zu der R. Knötel flotte und sachkundige Illustrationen geliefert hat. In demselben Heft plaudert Conrad Alberti in interessanter Form über den „Hamburger Kaffeemarkt", sodaß man, durch bildliche Veranschaulichung unterstützt, Gelegenheit hat, sich über die Schicksale unseres Lieblingsgetränks zu unterrichten, von dem Augenblick ab, wo die Sacke mit den viel begehrten Bohnen an der deutschen Küste gelandet sind. Unter den belletristischen Beiträgen ist besonders auf eine reizende Novellette „Conversion" von F. v. Kapff- Essenther hinzuweisen, wie denn die „Moderne Kunst" auch in ihrem unterhaltenden Theil immer mehr zum literarischen Vereinigungspunkt unserer beliebtesten Schriftsteller wird. Die Auswahl der meisterhaft auSgeführten Kunstbeilagen in Holzschnitt zeugt von dem Geschmack der artistischen Leitung, die den Anforderungen des großen Publikums gerecht zu werden weiß, ohne dabei die Ziele der hohen Kunst je auS dem Auge zu verlieren.
Witterungsbericht vom 9. Juli.
Das barometrische Maximum hat an Intensität und Ausdehnung bedeutend verloren, doch sind Frankreich, Deutschland und das Alpengebiet noch von hohem Drucke beeinflußt. Die Depression, welche gestern im Westen von Irland lag, ist in nordöstlicher Bahn vorgeschritten und weist heute ihr Centrum nordwestlich der Hebriden
auf, dagegen ist im Osten und Nordosten des Erdtheils das Barometer ziemlich erheblich gesunken und bedeckt ein flaches, aber umfangreiches Minimum Rußland und die unteren Donauländer. In Süddeutschland war heute Morgen mit Ausnahme des östlichen Bayerns das Wetter meist heiter und lagen die Temperaturen wieder etwas höher als gestern.
BorarrSstchtliche Witterung»
Warmes, allgemein heiteres Wetter mit Neigung zu localen Gewittern.
Temperatur der Lahn und Luft
nach Reaumur gemessen am 10. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags.
Master 18°, Luft 20° im Schatten.
Rübsamen'sche Bade- und Schwimmanstalt.
Wöchentliche Ueberficht bet Todesfälle in Gliben
27. Woche. Vom 30. Juni biS 6. Juli 1895.
Einwohnerzahl: angenommen zu 22 400 (incl. 1600 Mann Milit r).
SterbUchkeitSziffer für Gießen, ohne Ortsfremde: 18,57 °/w.
Kinder
ES starben an: Zusammen: Erwachsene: hn vom
1. Lebensjahr: 2.—Ib.Jrhr.
Lebensschwäche 1
Brand 1
Darmcatarrh 1
Krebs 1
Lungenschwindsucht 2
Gehirnerweichung 1
Bronchitis 1
Herzleiden 2
Nierenentzündung 1
Unbek. Todesursache 1_________—_________—_________-
Summa: 12 7 4 1
— Die maschinentechnische Fachschule (Technicum) z« WormS a. Sih. beginnt einen neuen Lehrcursus am 1. October a c. Die Besucher dieser Schule erlangen in der Zeit von ■/< Jahren nicht nur die gleiche Ausbildung, wie auf anderen ähnlichen Schulen mit längerer Lehrdauer, sondern auch die den meisten Technikern fehlende Bureaupraxis. Der Unterricht erstreckt sich über alle Gegenstände, welche das Wissen eines gebildeten Technikers ausmachen. Ganz insbesondere hat sich die Anstalt, welche stets von jungen Männern aus allen Theilen Deutschlands und dem Auslande besucht ist, für die erwachsenen Söhne von Fabrikbesitzern und ebenso für solche empfohlen, welche ihre Existenz als Bureau- und Fabrikbeamte suchen. [5965
Concursv erfahren.
Zu dem Concursverfahren über das Vermögen des Karl Stiasny in Gießen ist zur Abnahme der Schlußrechnung, Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeich- viß und Beschlußfassung gemäß § 150 C.'O. Schlußtermin auf Montag, den 5. August 1895,
Bormittags 9 Uhr bestimmt.
Gießen, den 8. Juli 1895.
Der Gerichtsschreiber des Großh.
Amtsgerichts. [5953 _______I. V.. Dofch.________ Mittwoch den 21. August,
Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die der Äatl Leib Ehefrau, geb. Löber, in Gießen gehörigen Grundstücke: 8lur 38 Nr. 59 — 3644 qm Wiese im Wallpsorter Feld, rechts der Chaussee auf die herrschaftlichen Wiesen,
Flur 39 Nr. 187'/io - 6813 qm Acker links des Wiesecker Wegs und rechts der Chaussee,
Flur 39 Nr. I88V10 — 18 qm Lackfied-, Häuschen daselbst,
kffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 10. Juli 1895.
Großh. Ortsgericht Gießen- __________I A-: Vogt._______6967
Steinkohlen- Lieferung.
Die Lieferung der für das Großh. Provinzial-Arresthaus dahier pro 1895/96 erforderlichen Steinkohlen, md zwar:
ca. 1000 Centner reine Stückkohlen, ca. 600 Centner gewaschene Nußkohlen, 30—50 mm Durchmesser, beide aus der Grube Mausfeld soll im Wege des öffentlichen Angebots unter den in Anlage A zu dem Ministerial-Erlaß vom 16. Juni 1893 enthaltenen allgemeinen und den von dem Unterzeichneten auf- xestellten besonderen Bedingungen, welche auf der Canzlei Großh. Staatsanwaltschaft zur Einsicht offen liegen md gegen Erstattung der Schreibgebühren bezogen werden können, vergeben werden.
Versiegelte Angebote sind kostenfrei bis zum Eröffnungstermine:
Mittwoch den 31. Juli 1895, Bormittags 10 Uhr,
auf der Canzlei Großh. Staatsanwaltschaft dahier, Justizgebäude, nieder- zulegen.
Der Zuschlag bleibt 3 Tage Vorbehalten 5954
Gießen, den 6. Juli 1895.
Der Großb. Erste Staatsanwalt beim Landgericht der Provinz Oberheffen.
Dr. Güngerich.
Submission.
Für die chirurgisch-ophthalmologifche Universitäts-Klinik sollen die bis Ende März 1896 nöthigen Weißzeug- und Kleidungsstücke, Roßhaarmatratzen und Schlappen auf dem Wege der öffentlichen Submission vergeben werden. Die Bedingungen liegen in den Geschäftsstunden auf dem Vermal- tungsbureau offen.
Offerten, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 29. Juli d. I., Mittags 12 Uhr, auf dem erwähnten Bureau abzugeben. Die ZufchlagSfrist beträgt 14 Tage. 5923
Gießen, den 8. Juli 1895.
Großh. Verwaltungs-Direction der chirurg. - ophthalm. Univ.-Klinik. _____Bose. Vossius._____
Bekanntmachung.
Freitag den 12. d. M., Vormittags 9 Uhr, kommen im Hof der Zeughauskaserne nachstehende nicht mehr verwendbare Gegenstände und zwar: 5 Karrenfahrzeuge,
1 Beilpicke, öffentlich meistbietend gegen gleich baare Zahlung zum Verkauf. Kauflustige sind eingeladen. 5917 Gießen, den 8. Juli 1895.
4. Bataillon
Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (116). "Arbeitsversteigerung.
Samstag den 13. Juli 1895, von Bormittags IO Uhr an, sollen auf dem Bureau des Bürgermeisters dahier nachstehende Arbeiten an den Wenigstnehmenden öffentlich versteigert werden:
1) Pflaster- u. Chaussier- arbeiten ... 30.-
2) Grundbaustein . . „ 12.50
3,) Liefern und Auffetzen
von Pflastersteinen „ 20.—
4) Liefern zerkleinerter
Decksteine ... „ 452,50
5) Das Vertheilen der
Decksteine auf der
Fahrbahn ... „15.—
6) Sand Lieferung . „ 34.80
Summa . JL 564.80 Mainzlar, am 9. Juli 1895. Großh. Bürgermeisterei Mainzlar.
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