Schutz sollte man nicht blo« bei iWa&rung«mangd, sondern sterS, besonders aber zur Zeil de4 Nestttbauen- und BrutaeschSfte» bieten, waS vielfach übersehen wird, liniere nützlichen, genederten Sänger und Infeclenvertilger werden ,u allen Zettm verfolgt und btcimtrt. Hunger thul ihnen weh, aber wenn ihnen da- zierliche, mühsam gebaut« Nestchen rutnirl, die Eier verdorben, die Jungen geraubt werden, thu» die- nicht minder weh, wie daS Hungern im Linker. Man macht in den Schulm daraus aufmerksam, tag die Vogelnester nicht zerstört werden dürfen und straft die UebelthL'er, auch die Erwachsenen, von Poltzeiwegen. Aber eine Moise Uebelthäter lausen herum, die den armen Vögeln unendlich wehe thun und doch mit den Gesetzen nicht zu erreichen sind, weil sie selbst Thtere und al« folche ex lex stehen. Ihnen muh von anderer Seite zu Leibe gegangen werden^ daraus hinzuweiien ist der dieser Zeilen.
Ein unbarmherziger Vog'lmörder, Nestzerstörer und Eterdieb ist die Elster (pica). Sie treibt sich den ganzen Tag in ihrem Reviere herum, läßt ihr häßliche« Gekrächze erschallen und sucht nach Beute. Wehe dem kleinen Sänger, dessen Nest sie ausfindig macht, was bet ihren scharfen Sinnen leicht geschieht. Die Elster zerstört da« gefundene Nest und frißt die Eier oder später auch nackte Junge. Mit diesem Vogel soll man kein Erbarmen haben, da sein Nutzm gleich Null ist. Wegm seiner Gewandtheit und Schlauheit ist er schwer zu schießen, am leichtesten geschieht eS, wenn die Elster brütet. Man sollte ein hohe- Schußgeld (Prämie) auf jeden Elfter- kopf setzen, wie bet dem Fischreiher.
Aehnltch wie die Elster treibt eS der Häher fgarrulue); er bringt aber doch auch dadurch Nutzen, daß er Jnsrclen und ihre Larven, Käser und Würmer vertilgt. Man sollte ihn aber nicht zu zahlreich werden lassen, wie dies tn manchen Jahren an der Bergstraße, wo edle Kastanien und Wallnüsie gedeihen, vorkommt. Wenn der Häher an ein mit Eiern oder Jungen besetztes Nest von kleineren Singvögeln gcräth, ist eS verloren.
Wa« wir vom Häher berichtet haben, gilt auch vom Würger oder Neuntödter (laniue). Er bringt zwar auch einigen stutzen durch Vertilgung von Jnlecten, schadet aber mindesten- ebenso viel durch da« Morden von jungen Vögeln oder durch das Zerstören von Gelegtti. Wer seine Gartensänger schützen will, dn schosse sich ein gute- Teching an und mache fleißigen Gebrauch gegen den Neuntödter und — die ivtldernden Hauskatzen davon. Gegen Elster und Häher brauche man eine gute Jagdflinte.
Dir haben soeben von den Katzen gebrochen Taß btt(e unsere Feld- und Gartensänger in bedauttlichsttt Weise 'chSdigm, ist all-eitig bekannt und schon oft wurde daraus au’mtrtiam gemocht An den Lchaden, welchen Elsttt, Höher und Neuntödttt anrichten, denkt man weniger und darum haben wir zur Feder gegriffen, um zu veranlassen, daß man gegen diese Nesträuber vorgehen möchte. Sie sind schädlicher ol- Habicht, Bussard, Wethe und Eule.
Eine ähnliche Roll« wie Elsttt, Höhn und Neuntödttt spielen Eichhörnchen, Wiesel, Jlti- und Marder, weßhalb wir auf daS Treiben dieser Vierfüßler mit einigen Worten hinwksim wollen
Da- Eichhörnchen (aciurus) stellt sich dem Daldbesuchtt al« ein posfierlichtt, harmlostt Geselle dar, ist aber ein nichtsnutziger, ttbarmungSlostt RSubcr, der so gut rote keinen tflutzen bringt. Durch seine Gewandtheit und sein geringe- Körpergewicht ist eS ihm mög« sich, bi- in die dünnsten Zweige hinaus,uklettern und die Vogelnester auszustöbern. Jn Fafanttten richtet da-i>tchhorn ungeheuren Schaden an. Wegen seiner Gewandtheit und Schlauheit ist e- schwtt zu erlegen. Wo man e- nwischm kann, soll man keinen Pardon geben. In Nadelholzbeständen thut da- Eichhorn de- Samen- wegen nicht unbedeutenden Schaden.
Eine ähnliche Nolle wie da« Eichhörnchen spielt da- Wiesel maetela), welches nicht blo- den Vöaeln im Freien, sondern auch den Hühner- und Taubenschlägen gefährlich wird. Im Winttt hält es sich in Scheuern und Ställm auf, wo eS dadurch wenigsten- eintgen Nutzm bringt, daß e- Mäuse vttttlgt. Im Frühiahre zieht da- Wiesel in da- Feld hinaus, wo e- sich unter Steinhaufen, Gestrüpp, hohlen Bäumen u. dgl. m. vttbtrgt und von da au8 feine Raubzüge unternimmt. Da« Wiefel richtet unendlich vielm Schaden unter der Vogelwelt an und muß daher lahrau-, jahrein bekämpft n> erben.
N'ahe verwandt mit dem Wiesel find Jlti- (muetela putori») und Marder (muatela domestica). Sie gebm fast nut Nacht- auf Raub au- und sind, weil äußerst gewandt, scheu und mit scharfen ©innen begabt, schwtt zu erlegen. Am besten geschieht die« noch durch Klappfallen, Schnellfallm und Q-ietschfollm. Jlti- und Marder liefern ein gutes Petzwerk; her Jlti-balg hat Den Nachtheil, daß er den ihm anhaftenden üblen Geruch erst nach langer Heit verliert.
Schließlich müssen noch zwei andere Thiere erwähnt ronben, die ben nützlichen Sing- unb jagdbaren Vögeln mitunter recht ge- *
sührlich werben, e- find der Tach-r (txxae melee vulrarie und br Storch (ciconia;. Senn der Dachs em Gelege auf brr inbc erwischen rann, z. B. von Rebhühnern, Fafanen, Lerchen Kiebitzen, Mövm, Emm u. a. m., dann ist er gar nicht blöde, sondttn greift eifrig zu. Viel schädlichtt ist der Storch, desim 3Hmbul feit etwa einem Jahrzehnt bedeutend geschwunden ist. Wer noch in den 80n Jahren einen Storch schoß, ri-kirte eine empfindliche Strafe. Die neuesten Forfchungm und Erfahrungen haben dargethan, daß der Storch säst gar keinm Nutzen, bagegm vielm Schaden anriebte? Dadurch, baß er einer ber erftm FrühlingSbolm ist und aut ben -Väuiern nistet, wo er von Alt und Jung bequem beobachtet werden Fann, hat er eine Popularität erlangt, die er keineswegs verdient denn er Jft ein arger Räuber, ber btt Lanbwnthfchaft dadurch fchad,, daß er Thiere vernichtet, welche her Landwirthschaft von Nutzen find' Dtt Salbmann wirb mit dem Storche noch wmigtt Mitleid haben, al« ber L'anbmann. Bon Großmulh bet Storche« gegen ben Snatz, wie sie in bem befannten Gedichtchen gefchUdert wirb, kann keine Rede sein. Dtt Storch räumt bie Spatzennester au«, sobald er die Gelegenheit und Möglichkeit dazu findet. Ta« weiß dtt Spatz unb darum legt er da« Nest so an, daß dtt Storch nicht daran kann.
Stt Gelegmheit hat, die Voaelwell zu beobachtm wird gerne zugeben, daß Elsttt, Häher, N'euntöditt, '-tchhörnchen, Wiesel. Jltts und Mardtt im Laufe eine« Jahre« fast ebenso viel Unheil unter der nützlichen Vogelwelt anrichtm können, wie mancher raub« Stüter. Den Schaden de« letztttm kann die Mmschheit durch Anlegen von Futlnplätzm zum großm TheUe sernhaltm. Gegen btt Bogelftinde, wie wir sie kur, beschrieben haben, geschieht ieboch Diel ,u wenig. Lanbwirthschaftliche unb Vogelschutzvtteine tonnten viel mehr dazu beitragen, die Vogelseinde möglichst niebttzuhaltm und auch ber Privatmann kann mithelfm, wenn er dem Raubzeuge durch Fallm, dtt Elsttt, dem Hähtt, Sürger unb Eichhörnchen.aber mit bem Schießgewehr, unter Umständen sogar mit dem 8Latrobe behüt kommen sucht. Wer bad Blasrohr mit Naaelbolzen zu handhaben weiß, dem ist e4 eine Kleinigkeit, einm er abzu'chießm.
Dm wildemdm HauSkatzm brenne man von Zeit zu Zeit mit Lett» kugeln ein« auf ben Leib, sie bleiben bann halb von ben Gärten weg, wo sie in so unheimlicher Seife begrüßt werben.
Eonserveniilvistt
la. junge Schnittbohnen
b Pfd i Did 3 Vkb-2Pfd. 1 Vid. Tose 9V 7b 60 8» 26 Perl», Butter», Brech-, Wach««, Prinzeß , Kern« und Düke-Bohnen.
Zunge Erbsen (mittel)
1 l<fb « Pfb 1 Wb. Dole 1.10 86" 36
Feiae junge Erbfm PeO» **<»>• **) 4 Oftz. 2 Pib 1 Pib Dose
1.40 -6 40
sowie zwei weitere Quai. Erbfm Stanamspargel in 3 verfch S ärken Brechspargel ,2 , Larottm, Larotten und Erbsen, Semtfdjte Gemüse keltower'Räbm, hampignon« in 3 versch Sorten, L einpilie. Morcheln. Irüffel, To» maten, Tomatenvuröe.
ferner sämmtliche Obst-Eonserven Ananas gz Fr , Anana« in Scheiben, Aprikosen, Birnen, rath unb weiß, Erdbeeren, Kirschen, Melange. Mirabellen, Nüsse, Lflaumen, Pst siche, Preiselbeeren, Reine» da üben u. f. w-, empfiehlt in ben bekannt heften Marken billigst Emil Orbig, BabihatatroMe 30.
Bekanntmachung.
Die Steigerer von Holz im District Philosophenwald, für welche« bie Abfuhr bis 1. b. Mts. bestimmt war, werden aufgefordert, das noch im Walde sitzende Holz so gewiß bis zum 20. d. Mts. ab« fahren zu lasten, als sonst Anzeige gegen sie erhoben werden wird.
Gießens den 6. Mai 1895.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
4248 __________Gnauth.
Bekanntmachung, betreffend: Berwerthung der Gras» und Kleenutzung von den Wegen in der Gemarkung Gießen.
Die rubricirten Gras- und Kleenutzungen sollen Dienstag, den 14. Mai d. Js. versteigert werden und zwar:
») Bormittags 9 Uhr mit Zusammenkunft am Neu- städterthor die Kleenutzung von zwei Grundstücken am Wismarerweg, sowie von dem oberen Theile des Friedhofs;
b) Nachmittags 2 Uhr im Laale des alten Rathhauses die Grasnutzung von sämmtlichen städtischen Wegen. Gießen, den 9. Mai 1895.
Kroßherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
__Gnauth.___________________4247
Lertehrserleichterung zum Gebrauch der Badeeur in Salzhausen.
Die Oberhesfischen Eisenbahnen geben Abounementkarten zur Fahrt in II. und III. Wagenklaste mit 50% Fahrpreisermäßigung aus, »elche zu 12 bezw. 20 einzelnen Fahrten zwischen der aus der Fahr« karte bezeichneten Abgangsstation und der Station Nidda an beliebigen Tagen während der Dauer der Badesaison, bezw. vom 15. Mai bis zum 15. September d. I. berechtigen.
Salzhausen, am 10. Mai 1895.
Wrotzherzogliche Badedirectiou. 4261
Einladung
Die Mitglieder des Tpar- und Borschußvereins, eiugetr. Genossenschaft mit unbeschr. Haftpflicht, zu Dreis a. Lda., werden zu der ordentlichen Generalversammlung mit folgender Tagesordnung auf den 19. Mai 1895, Nachmittags 3 Uhr, anher einzuladen:
1. Abhör der revidirten Rechnung für 1894.
2. Festsetzung der Dividende.
3. Decharge für den Vorstand und Aufsichtsrath.
4. Sonstige Vereinsangelegenheiten.
Treis a. Lda., am 8. Mai 1895.
Der Borfiyeude des Auffichtsrath.
Georg Kehr IY.
Bilanz
w e. vMllßmkins tu Srtis a.lda. - G.m.u tz.
am 1. Januar 1895.
Activa.
i. Au-geliehene Capitalien:
*) Gegen Obligationen 89 709.21
b) „ Bürgschaften 141 883.29
c) Werthpapiere 15 015.68
d) w Güterkaufschilling 27 518.34
2. Kastenvorratb, baar 12 929.06
Ausstände 11 826.74
3. Mobilienwerthe 319.78
JL 299 202.10
Passiva.
1. Aufgenommene 6a« pitalien 280 979.19
2. Mitgliederguthaben:
a) Stammantheile 12 710.00
b) Reservefonds 3 484.23
3. Betriebsrücklage 2 028.68
JL 299 202.10
Tie Zahl der Mitglieder betrug Ende 1893 145
in 1894 sind neu eingetretcn 5
und au«geschieden 2 3
Summe Ende 1894 148
Treis a. Lda., am 1. Januar 1895.
Der Borftaud des Tpar und Borschustvereins.
Der Director Der Rechner Der Sontrolleur
$. Decker VI. I. Becker VI. H^Dapver. [4251
Bekanntmachung.
Das 1. Ziel Gemeindesteuer für 1895/96, sowie die Bei» träge zur land« und forftwirthschaftlichen Berufsgenostenfchaft für 1894, sind innerhalb 8 Tagen bei Meidung des Bettreibung-verfahrens zur! hiesigen Stadtkaste zu bezahlen
Zahltage: Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Gießen, den 10. Mai 1895.
Der Stadtrechner:
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