Ausgabe 
11.1.1895 Erstes Blatt
 
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Mol-rle. Rach B.-ndigung des «°rd- d-r «ufi

|aal wieder ausgesucht, w° man sich jnr^afel setzte. M- Mtlte nahm der «aller selbst ein und zur Linien und Rechten sahen ReichStagSpräfident von Levetzow und Graf Hompesch, während dem Kaiser und den beiden letzgenannten gegenüber Freiherr von Manteuffel, Ftuanzminifter von Miquel und Freiherr von Stumm Platz genommen hatten. Der Kaiser äußerte sich über den chlnefisch-japanefischen Krieg und rühmte die Kriegsiüchtigkeit der Japaner. Auch auf daS ReichStags- gebäude kam der Kaiser zu sprechen und erklärte, daß er erst auS den Zeitungen ersehen habe, daß die Inschrift:Dem deutschen Volke" auf der Vorderfront deS Gebäudes fort» geblieben fei. ES machte den Eindruck, als ob er diese Maß» regel nicht billige. Während des ganzen Abends sind weder die Umsturzvorlage noch die Haltung der Socialdemokraten und die Stellung des Reichötagspräsidenten zur Sprache ge­kommen.

Berlin, [9. Januar. Die nationallib. RelchstagSfractron hat heute beschloffen, eine von dem Abgeordneten Hasse be­antragte Interpellation wegen Schutzes der Deutschen im AuSlande beim Reichstage einzubringen.

Berlin, 9. Januar. Einer Mittheilung desVorwärts' zufolge ist der geheime Erlaß betreffend die Ueberwachung der Versammlungen gegen die Umsturzvorlage auch in Sachsen und Hamburg ergangen.

Berlin, 9. Januar. In einer Comitefitzung wurde be­schlossen, die drei in Berlin bestehenden antisemitischen BlätterFrei-Deutschland",Bundschuh" undReicks­herold" zu verschmelzen und an deren Stelle eine große anti­semitische Tageszeitung herauszugeben unter Leitung von Ahlwardt, Stöcker und Prof. Förster. Am 1. März d. I. soll die erste Nummer erscheinen.

Berlin, 9. Januar. In der letzten Zett wurden wieder verschiedene Anarchisten»Verhaftungen vorgenommen. Unter Anderen wurden auch der Buchdrucktreiarbeiter Greß und der Tischler Weis in Untersuchungshaft genommen.

Breslau, 9. Januar. Die anläßlich der Neuordnung der preußischen Staatsbahnen als überzählig bezeichneten Eisenbahnbeamten werden, wie derBreslauer General­anzeiger" aus bester Quelle vernimmt, zum größten Tbeile vorläufig noch weiter beschäftigt, obgleich sie vom 1. April

I. ab als zur Disposition gestellt gelten. Die Eisenbahn- verwaliung beabsichtigt die zur Disposition gestellten Subbaltern- beamten zum Zwecke der Erledigung der aus der bisherigen Organisation verbleibenden Arbeitsreste noch bis zum 1. Oc­tober d. I. zur Beschäftigung heranzuziehen.

Karlsruhe, 9. Januar. Die Handelskammer in Pforzheim beschloß, beim Reichstage gegen die Annahme des Antrages Hehl auf Kündigung des Handelsvertrages mit Argentinien Verwahrung einzulegen, weil Argentinien eines der wichtigsten Absatzgebiete für die Bijouterie- industrie sei.

Nom, 9. Januar. Aus Kassala wird gemeldet, daß sich dort der Mahdi in allernächster Nähe befindet und die Abficht hat, einen entscheidenden Angriff vorzunehmen. Er verfügt über 12 000 gut ausgerüstete Krieger, sowie 1000 Lanzenretter und genügende Artillerie. Die Italiener sind 10000 Mann stark und besitzen 18 Geschütze. Man befürchtet für den Fall, daß es nicht gelingen sollte, die Mahdisten zu schlagen, den Ausbruch einer Hungersnoth in Kaffala.

Brussel, 9. Januar. Anläßlich der wenig günstigen Ausnahme, welche der Plan einer Annexion des Congo» staateS durch Belgien gefunden hat, scheint die Regierung gesonnen zu sein, nur den Ankauf der Eongo-Eisenbahn vor­zuschlagen.

Pari», 9. Januar. Bei der gestern stattgefundenen Wahl Brissons zum Kammerpräsidenten haben sich die gemäßigten Republikaner, die Ralliirten und die Rechte der Wahl enthalten. Sie hofften dadurch zu bewirken, daß die nothwendige Stimmenzahl nicht abgegeben und eine zweite Wahl erforderlich sein würde. Dieser Plan wurde jedoch vereitelt. Von den 310 an der Wahl theilnehmenden Ab­geordneten erhielt Briffon 282 Stimmen, bei der ersten Wahl 249 Stimmen. Das anttmilttärische BlattConscrit", welches in vielen Exemplaren aus Frankreich in Belgien ein» geführt wurde, ist beschlagnahmt und der Verkauf desselben untersagt worden.

Pari«, 9. Januar. DieLibre Parole" meldet, die Radikalen werden in den ersten Tagen einen Amnestie- antrag für alle politischen Verbrecher einbringen.

Loudon, 9. Januar. DieTimes" meldet aus Souel, die Unabhängigkeit Coreas wurde vergangenen Montag feierlichst proclamtrt. Der König von Corea zog mit Civil» und Militärgefolge in den Tempel, wo er am Grabe seiner Borfahren die dauernde Unabhängigkeit Coreas auSrief. In Sanct Johann (Neufundland) haben gestern hungrige, »icht in Arbeit befindliche Arbeiter mehrere Leb enS- mittelmagazine ausgeplündert. Die Polizei nahm mehrere Derbastungen vor.

Coeafcs ttitö jpesviirztelle»

Siehe», bett 10. Januar 1895.

Se. Exeelleuz Staatsminister Finger vollendet am 13. dS. MtS. sein siebenzigsteS Lebensjahr. Man wird es an diesem Tage in Heffen besonders freudig empfinden, baß die körperliche und geistige Frische, welche Herrn Finger vor vielen seinen AlterSgenoffen auszeichnet, zu der Hoffnung berechtigten noch recht lange an der Spitze der hessischen StaatSregierung und damit zugleich einen Wunsch erfüllt zu sehen, der ihm wiederholt und in der gnädigsten Werse von seinem jungen Landesherrn zu erkennen gegeben worden ist. Wir hallen unS aber, so schreibt dieKöln. Ztg." (und wir stimmen ihr freudig bei. Red.), für verpflichtet, des Tages zu gedenken, um einen Staatsmann zu ehren, der sich um sein engeres, wie um daS weitere Vaterland wohl verdient gemacht hat. Nicht allzuweit liegt die Zett hinter uns, da bas An»

sehen HeffenS unter mancherlei Einflüffen schwer gelitten hatte. Erst das Jahr 1872 brachte durchgreifenden Wandel. Mit patriotischem und frecheitliebendem Sinne leitete damals StaatSminifter Hofmann, nachmals PräsidentdeS Reichskanzler» amtS und SlaatSsecretär in Elsaß Lothringen, segensreiche Reformen ein, Staatsminister v. Starck führte das erfolg» reich begonnene Werk in gleichem Gerste fort, und mit dem 1. Juni 1884 übernahm Herr Finger, der bereits tm Jahre 1872 durch Staatsminister Hofmann in das Juftiz- ministertum als Ministerialrath berufen worden war, die Leitung der StaatSgesckäste. Wenn Hessen heute als em wohlgeleitetes, dem Reiche treu ergebene» Staatswesen anerkannt ist, so schuldet es dafür Herrn Finger warmen Dank. Auf dem von seinen beiden Vorgängern bereiteten Boden sortbauevd, hat er während seiner mehr als zehnjährig^, Mlnisterthätigkeit vermocht, in einträchtigem Zusammenwirken mit der national und liberal gesinnten Mehrheit der Landesvertretung die Wertbschätzung von Jahr zu Jahr zu mehren, welche ihm die politisch Nahestehenden schon im Beginn seiner ministeriellen Laufbahn entgegengebracht hatten, Andersdenkende aber zu überzeugen, daß sie eS mit einem Manne zu thun haben, den die aus gewiffenhaftester Prüfung gewonnene Stärke der eigenen Ueberzeugung nicht hindert, abweichenden Anschauungen gegenüber allezeit ehrlich, maßvoll und gerecht zu bleiben. Nichts für sich zu begehren, aber in unermüdlicher Pflichttreue alles zu thun, was Liebe zum Vaterland, ein ernst religiöser Sinn und wahre Menschen­liebe als dem Gemeinwohl dienlich erkennen lasten, das kenn­zeichnet die Art, in der Staatsminister Finger sein verant­wortungsvolles Amt führt. Möge der Dank aller Wohl­gesinnten ihm diese Selbstlosigkeit lohnen!"

* Der Sicherheit de» Ga8- und WafferwerkSbetriebS wegen sind bei Emeriti von Schneefall, bezw. Frost, die Str aßen kap pen der Hydranten, Schieber und Abstellhahnschächte der Wasserleitung, sowie die Deckel der Syphons (CondensationS-Schächte der Gas­leitung) frei und zugänglich zu halten, zu welchem Zweck dieselben durch das Personal des Gas- und Wasserwerks regelmäßig untersucht und in geeigneter Weise gangbar ge» halten werden muffen, womit ein großer Zeitaufwand ver­bunden ist, besonders wenn, wie es vielfach vorkommt, seitens der mit dem Wegschaffen des Schnees beschäftigten Leute derselbe unachtsamer Weise auf die genannten Bestandtheile der Gas- und Wasserleitung gekehrt wird, infolgedessen burch jedesmalige besondere Wegschaffung des Schnees oder Eises die Arbeit, welche sich unter Umständen auf nahezu 1000 solcher Straßenkoppen u. s. w. erstrecken kann, wesentlich erschwert und vertheuert wird. Die Hausbesitzer oder deren Slelloertreter, insbesondere alle mit dem Wegschaffen des Schnees 2C. beschäftigten Leute werden deshalb ersucht, Für­sorge zu treffen, daß die genannten Theile der Gas- und Wasserleitung durch Schnee und EiS nicht bedeckt werden und jederzeit ohne Zeitverlust zugänglich sind.

♦♦ Fernsprechliuie Frankfurt Gießen. Auf Anregung des Friedberger Stadtvorstandes hin haben mehrere Nauheimer Einwohner an die Kaiserliche Oberpoftdirection Darmstadt einen Antrag gemeinsam mit Friedberger Jntereffenten um Errichtung einer Fernsprechlinie Gießen- Butz bach-Bad-Nauheim-Fried berg -Vilbel-Frank­furt a. M. eingereicht. Da sich ca. 25 Theilnehmer zu einem eventuellen Anschluß verpflichtet haben, dürfte die Oberpostdirection dem Projecte in nächster Zeit wohl näher­treten.

** Streit. Gestern entstand auf dem Buttermarkte zwischen einem Bauersmanne und einer Frau von hier eine Meinungsverschiedenheit, welche mit Hilfe der Polizei ge- schllchtet wercen mußte. Die Frau hatte von dem Bauern für ca. 2 Mk. Butter gekauft und demselben einen Thaler zur Bezahlung übergeben. Als die Frau den Rest des Geldes heraus haben wollte, wurde das Bäuerlein fuchswild und be­hauptete, er habe den Thaler erhalten, denselben aber der Frau wieder zurückgegebev. Beide Parteien führten auf der Polizei Beschwerde, waS eine Visitation des Bauern nach fick zog, und siehe da, daS Dreimarkstück fand sich bei dem entrüsteten Bauern in einer Seitentasche d-S Rockes vor. Obschon der­selbe gar nicht wiffen wollte, auf welche Weise der Thaler in seine Tasche gekommen, konnte man ihm die betrügerische Ab­sicht, wenn auch nicht nachweisbar, doch vom Gesichte lesen.

** Ernannt worden: der Gerichtsvollzieher in Lauterbach Friedrich Conrad Becker zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Höchst- der Gerichtsvollzieher-Aspirant Ludwig Rost auS Darmstadt zum Gerichtsvollzieher mit dem Amts­sitze zu Lauterbach.

** Die Offenlegung der deutschen Patentschriften. Wie die Veröffentlichungen deS Kaiserlichen Patentamtes erweisen,

wächst der Patentverkehr von Jahr zu Jahr in stetiger Weise und lebt sich immer mehr ein. DaS in den Patentschriften gebotene Material gewinnt in Folge dessen mehr und mehr an Bedeutung für die beteiligten Kreise. Zumeist sind e§ Industrielle, Techniker und Gewerbetreibende, welche unmittel­bar durch eigene Erfindungen oder durch die Erfindungen Anderer in die Lage kommen, von den vorhandenen Patent­schriften und den bezüglichen Veröffentlichungen deS Patent­amtes Einsicht nehmen zu müffen, um einschlagende Gegen­stände in Bezug auf Neuheit, auf nachgesuchten oder be­stehenden Schutz, auf Dauer oder Verfall des Schutzes u. a. m. zu prüfen. Die von dem Kaiserlichen Patentamte herauS- gegebenen Patentschriften werden u. A. auch der Groß- herzoglichen C e n t r a l st e l l e für die Gewerbe, Darmstadt, Neckarstraße Nr. 3, zum Zweck der öffentlichen Auslegung unentgeltlich überlassen. Dieselben werden mit der Bibliothek genannter Stelle verwaltet und nach Maßgabe der Bestimmungen der Bibliotheksordnung sür daS Publikum zur Benutzung im Leiesaal offengelegt bezw. auch auSgeliehen. Daselbst kann auch Einsicht genommen werden von sämmt- lichen anderen Veröffentlichungen deö Kaiserlichen Patentamtes und von den Gesetzen und Verordnungen, welche daS Patent-, Muster- und Zeichenwesen betreffen, sowie ferner von Werken,

welche die praktische Handhabung deS gewerblichen Schutzes barlegen.

A Aos de» Ohmthal, 8. Januar. ES ist eine uubc» streitbare Thatsache, daß der Verkauf der landwirth- chastlichen Producte mit dem Ankauf der auS diesen Producten hergestellten Verkaufsobjecte in keinem richtige« Verhältniß steht. Wie da» Schlagwort im Handelsgewerbe vomunlauteren Wettbewerb", so könnte nicht mit Unrecht ein ähnliches vomungerechten VerkaufSverhältniß der land wirthschaftlichen Producte daS actuelle Interesse beanspruchen. Die sür BoikSwohlfahrt eintretende Presse kann nicht genug- »sam für eine Besserung dieses Mißverhältnisses ihre Waffen einlegen. Sattsam bekannt ist eS, daß daS Brod im 8er« gleich zu der tiefen PreiSstuse de» Getreides viel zu theuer verkauft wird. Als der Roggen daS Doppelte des jetzigen WertheS kostete, bezahlte man den Laib Schwarzbrod mit 58 und nur vorübergehend mit 60 Pfg. Hiernach dürfte er in richtigem Verhältniß nur 29 ober 30, statt 38 Pfg-, vic der Fall, kosten. Nur eine Besserung ist seit Weihnachten im Verkauf beS MehleS eingetreten. Man kauft Weizen- mehl, namentlich wo es im Großen bezogen wird von Der- einigungen, zu 12 Mk. den Centner, daS von vortrefflicher Qualität ist. Ebenso ist daS Schwarzmehl, baS zur Bieh- sütterung verwandt wird, von 8 Pfg. auf 6 Pfg. per Pfund herabgegangen. Wie das Brod, so ist der Preis deS BiercS auf bem Lanbe ein viel zu hoher, in keinem Verhältniß zum Preise der Gerste stehender. Wen» auch der Bierconsum auf dem Lande gegenüber dem der Städte viel geringer ist, so muß doch' daS Bier auch auf dem Lanbe al» ein Volks nahrungsmittel bezeichnet werden. AIS solches bürgert et- fich seit der Branntweinvertheuerung immer mehr ein und würde sich noch weit umfassender einbürgern, wenn cS eben auf dem Lande nicht zu theuer wäre. Bezahlt man doch hier den Schoppen Bier (>/, Liter) im Durchschnitt mit 16 und 17 Psg., die Flasche Bier mit 25 Pfg. (ohne GlaS). In den Städten kauft man den Sckoppen für 12, in Mainz sogar für 11 Pfg., die Flasche für 18 Pfg. Dabei ist meist die Qualität dcs LandbiereS noch eine schlechtere. Mar wende nicht ein, die Fracht deS BiereS biS zu den Ort­schaften vertheuere den Preis- die Brauereien fahren daS Bier den Wirthen gern vor die HauSthür. Noch mehr wie beim Bier ist der Preis des Weines ein unverhältnißmäßig hoher, fällt aber bei uns weniger ins Gewicht, weil der Wein eben seines hohen Preises wegen keinen Anspruch al» Volksnahrungsmittel machen kann. Wie könnte er eS hier auch, wo man nur zu häufig daS Liter Wein zu 60 Psg. ein- und zu 1,20 Mk. und mehr noch verkauft. Dann find es die Fleischpreise, die nie in gesunder Balance zu den Ver» kaufSpreisen deS ViehcS stehen. Wenn man in der Welterau, wie von Nidda aus berichtet wird, daS Pfund Rindfleisch mit 60 Pfg. bezahlt, warum muß man hier 65 Pfg. dafür auf» wenden? Für das Pfund Schweim fleisch bezahlt man aller» bingS weniger wie in ben Stäbteu, hier 60 Pfg., basür aber auch wieber um so mehr sür 1 Pfund Wurst, nämlich jahraus, jahrein, ob die Schweine billig ober theuer, 80 Psg. für da» Pfund, und sei eS nur Leberwurst. Man möge darum wie vonunlauterem Wettbewerb" im Handelsgewerbe auch von ungerechtem An» und VerkaufSverhältniß" der landwirtb schaftlichen Producte Notiz nehmen uad mit ersterer auch letzterer Beseitigung fordern.

-n- Aus dem Kreise Büdiugeu, 9. Januar. In Nr. 4 deSBüdinger Allgem. Anzeigers" vom 8. d. MtS. erschien ein Artikel mit der UeberschriftEin VolkSbllbner im dunkle» Oberhessen", der an Geschmacklosigkeit, grober Unwahrheit und widerlicher Kriecherei daS Stärkste leistet, was zur Lob­hudelei deS Herrn vonSa.cher-Masoch in Lindheim bisher verübt worden ist. Die Schmiererei verdient darum etwa» niedriger gehängt zu werben, sonst könnte auSfthen, als hielten die Leute ben offenbaren Nonsens süc wahr. Nach diesem famosen Scriptum fand Herr v. Sacher-Masocham Fuße des Vogelsbergs noch einendunklen" Winkel, in be» baß Licht ber Bildung bisher nicht gedrungen sei." Wo» bet unS in Hessen für Volksbildung, Mittel- und Gelehrten­schulen, für Ackerbau' und Handwerkerschulen gethan wird, ist so allgemein in Deutschland und bis nach Amerika bekannt und anerkannt, baß man sich fragen barf: RappeltS bem Artikelsckreiber im Kopfe oder ist ihm irgendwo eine Sckraube los? Weiter heißt: Er (Sacher-Masoch) sah da» Land mit Unwissenheit, Aberglauben, Undulbsamkeit und Rassenhaß erfüllt unb empfand Erbarmen mit bem Unglück lichen Volke. Wer konnte Helse»? Wer denn anberß als Herr von Sacher-Masoch selbst!" Mose», Christus, Paulus, Luther unb--Herr von Sacher Masoch gehören

in Zukunft zusammen. Merkt Euch bas, Ihr Wetterauer. Die Wirkung auf die DolkSverebelung ist so bedeutend, baß bisweilen schon bie bloße Erscheinung ber Mitwirkenbe« einen mächtigen Einbmck macht", verkünbigt baS Pamphlet. Und daS alles erfahren wir erst jetzt. DaS Machwerk schließt mit ben Worten:Man sieht, eine neue Zeit beS Lichts, ber Wahrheit unb beß Glückes ist für Hderhessen angebrochen. Möge ber eble DolkSbeglücker noch reckt lange mit unge» schwächter Kraft unb 'mit bem gleichen Erfolge zu unserem Besten thätig sein." Wir bemerken bazu: Der liebe Gott gebe seinen Segen, baß in einigen Köpfen keine egyptische Finsterniß auSbricht, sonst reicht Heppenheim nicht auß. De« Herrn von Sacher-Masoch trauen wir Verstand und Ueber» lefjung genug zu, daß er eine solch kindische Sckmiererel weder selbst gefertigt, noch bestellt hat. Gott schütze mich vor meinen Freunden! wird er außrufen, sobald er da» un» begreifliche OpuSculum durchlesen hat. Wtr geben bem Herta bie Versicherung: Wo ber NonsenS gelesen wirb, brtcht Mn» grheureS Hohngelächter los und baß wirkt nicht bloß in Paris, sondern auch in ber Wetterau tödtlich.

Sau-Algesheim, 6. Januar. Verflossene Woche wurden einem jungen Weinhändler, ber eine lehr reiche Fra» auß ber Pfalz geheirathet haben soll, bie Möbel unb der Wein zwangsweise versteigert. Leider waren baß keine Weine

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