Ausgabe 
10.5.1895 Erstes Blatt
 
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Feuer noch löschen, ohne daß die brauchte.

Petroleums fallt jetzt wieder stetig, maßgebende Newyorker Nottrung für

bewohner konnten da» Feuerwehr einzugreisen

** Der Preis des Ende Marz betrug die

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Bieft es. den 9. Mat 1895

Sitzung der Grofth. Handelskammer am 3. Mai 1895. Anwesend waren die Herren: Koch, Scheel, Gail, Klingspor, Kraatz und Worlmann. Die Kammer beschloß in gemein­samem Borgehen mit dem Verein Mainzer Kaufleute eine Eingabe an den Landtag zu richten mir der Bitte, eine Ab­änderung der gesetzlichen Bestimmungen über die Sonn» rag »ruhe zu veranlassen, damit in Zukunft wenigsten» in den größeren Orten die Schaufenster auch außerhalb der freigegebeuen GeschästSsrunden Sonntag» offen gehalten werden dürfen. Unterstützt werden soll eine Petition der KaufmLnni'chen Innung zu Göttingen an den Reichskanzler, bett. Schutz gegen die dem Handel und Gewerbe durch die Concurrenz der (Sonf umveretne drohende Gefahr mit folgenden in Vorschlag zu bringenden gesetzlichen Maß­nahmen: Zulaffung der Eonsumvereine nur in Form ein­getragener Genoffenschaften, Beschrä'kung de» Geschäfts- Betrieb- auf die Mitglieder, Concesfionßpflicht für Klein handel mit Branntwein, Heranziehung zur Einkommensteuer,

Ausschluß von Ofsiziereu und Beamten al» BereinSleiter. ** Daß die Srunrerua-Sfeier an die großes Tage tu 1870,

In der Seiten» eme» Mitgliedes der Tabaksteuer- \ welche in den Augusttagen diese» Jahre» in Darmstadt,

** Periodische Quelle. In der Gemarkung TreiS a. d. Lda. liegt in einem Acker vor dem Todtenberge dergute oder Gesundheitsbrunnen". Die» ist der Name einer periodischen Quelle, welche regelmäßig nach je 7 Jahren plötzlich hervordricht, eine kurze Zeit fließt und ebenso ra^ch wieder verschwindet. Sie ist daS Räthsel und Wunder der Gegend, so wie der Zirknitzer See an den jütischen Alpen, da» wunderbare Geheimniß von Kratn. Ebenso wie dieser See dürste wohl auch dergute Brunnen" mit unterirdischen Höhlen oder Wasseradern in Verbindung stehen, welche die Erscheinung bewirken. In früherer Zeit aber, al» in den Schulen noch keine Naturwissenschaft und nicht viel mehr Erdkunde gelehrt wurde, al» da» Volk noch auf einer tieferen Bildungsstufe stand und noch sehr zum Aberglauben hinneigie, da schrieb man dieser Quelle, in der man wohl Übernatürliche» Walten zu erkennen glaubte, wunderwirkende Kräfte zu. So kamen denn bi» noch vor etwa 40 Jahren die Bewohner der ganzen Umgegend schaarenweise, ja oft mehrere Stunden Wege» her, um TresterGesundheit», brunnen" zu holen. Kranke au» Nah und Fern, da» Haden noch viele ältere Leute erlebt, ließen sich von diesem Waffer holen ober kamen auf Wagen gefahren, um durch den Genuß derheilkräftigen" Quelle zu gesunden. Lahme und ftrüppel seien an Krücken gekommen, so erzählt die Sage, hätten au» diesem Brunnen getrunken, sich mit dem Waffer gewaschen, und seien gesund und munter von bannen gegangen. Neugeborene Kinder wurden damit gewaschen, um sie vor der sog. Kinder­krankheit zu schützen. Bi» zum Anfänge der vierziger Jahre stand ein Opferstock an dieser Quelle, und Münzen vom ge ringen Heller und Kreuzer bi» zum preußischen Thaler unb österreichischen Gulden wurden geopfert. Seit mehreren Tagen fließt nun diese Quelle wieder, aber nicht so stark. Es scheint, al» habe sich eitle neue Ader gebildet, welche in den tiefer gelegenen Ackern auSfließt, da diese sehr feucht sind. Der Brunnen selbst ist stet» etwa» über die Hälfte gefüllt. Abends eilt nun fast die ganze Schuljugend hinaus, guten Brunnen" zu holen. (Siner der Lehrer besichtigte mit denKleinen" die Quelle- wie Linder machen, fo ruhten auch diese nicht, btß jede» einmal darau» getrunken.) Kürzlich waren sogar mehrere Schuljungen auß dem zwei Stunden entfernten Hachborn da und schöpften auß dieser Quelle, Beweis genug, wie sehr man noch heute an eine besondere Güte diese» Waffer» glaubt. Da» aber wollen viele ältere Leute mit Bestimmtheit behaupten, daß e» ein trockene» Jahr gegeben, fo oft der Brunnen sich gezeigt. Ob » diesmal wohl auch zutreffen wird ! Im Interesse der Volk», auftlärung wäre sehr zu wünschen, daß diese Quelle einmal chemisch geprüft würde.

-y. Hause», 7. Mai. Am vergangenen Sonntag Nach mittag sand hierielbst vor Herrn Klct»feuerwehlinspeetor Loo» au» Gießen eine Vorstellung der hiesigen Pflicht- f en erwehr statt. Nachdem die Revision der Löichgerütbe, sowie die Exercttien der Wehr beendet, empfahl Herr Loo» der versammelten Mannschaft, sowie den Gemetndeoertretern die Bildung eine» freiwilligen (5orp» und begründ«» dielen Wunsch mit den damit verbundenen bedeutenden vor- heilen. Daß die Gemeindevertretung, sowie die Mannschaft sich für diesen Vorschlag interelfuten, beweist, daß bereu» gestern Abend eine Versammlung stattfand, woselbst 24 Wann sich al» Mitglieder de» neu za errichtenden 8orp» eintet ebneten. Da auß geschäftlichen Rücksichten nicht alle diensttauglichen Leute anwesend fein formen, steht zu erwarten, daß min­desten» 30 Mann dem gtmeinnüQtgen Aufrufe folgen werden. Bezeichnend fei b er noch, daß da» kleine Haufen nur 379 Einwohner zählt, sich abet im Gegensatz zu anderen größeren und vermögenderen Gemeinden seiner Pflicht und Schuldigkeit bewußt ist. Gut Wehr!

nn. Darmstadt, 7. Mai. Die BeerdigungSseierlichkeites für den verstorbenen Präsidenten der Eentralstelle für die Gewerbe, Regier ungß rath Dr. Hesse gestaltete sich zu einer besonderen Kundgebung der Gewerbevereine de» Landes

al» Vantrfteier für daß ganze Großherzogthum Heffen, be­gangen werden soll, daß namentlich der Hauptfesttag, der glorreiche Tag von Graoelotte, Sonntag, den 18. August, den vielen Tausenden, welche au» dem ganzen Lande in die zur Feier des Iubeltag^es auf» festlichste geschmückte Residenz kommen werden, eine ganze Anzahl von Emzelseft l ich ketten aufweisen wird, ist selbstverständlich. Bor endgültig festge­setztem Programm wäre verfrüht, jetzt ichon auf einzelne» näher einzugehen; sei nur erwähnt, daß zur hohen Beide beß TageS wahrscheinlich auch die Grundsteinlegung de» Landeßdenkmal» für den hochseligen G roßderzog Ludwig IV., den tapferen Führer der hessischen Division, gehört, so daß die Milkämpfer auß jener ruhmreichen Zeit Zeuge eine» großartigen Acte» der Dankbarkeit brß treuen hessischen Volke» fein werden. E» dürfte diese» für viele ganz besonder» Beranlaffuag sein, den hehren Erinnerung», tag >m Verein mit den Kameraden in der Landeshauptstadt gu verleben. Möge man aber auch allerort» schon jetzt darauf bedacht fein, den bedürftigen Kameraden die Mittel zu gewähren, die Reise nach Darmstadt auSsühren zu können, damit sie, die vor 25 Jahren ihr Leben tapfer in bie Schanze schlugen, um da» Vaterland zu schützen, heute nicht hinter ihren beffer situierten Kameraden zutückzastehen brauchen.

** Amerikanische Pensionen Durch Gesetz der Ber­einigten Staaten von Nordamerika vom 1. März 1893 war bestimmt worden, daß vom 1. Juli 1893 an amerikanische Pensionen an Personen, welche im Auslande wohnen unb nicht nordamerikanuche Bürger sind, nicht mehr gezahlt werden dürsten. Diese» Gesetz, durch welche» namentlich die tm Außlande wohnenden Wittwen und Eltern von ehemaligen Bediensteten der vereinigten Staaten betroffen wurden, ist nunmehr durch ein Gesetz vom 2. Marz dsc. I». wieder aufgehoben worden.

Standard white etroa 7,00, dann stieg sic gegen Mitte April auf 11,50; gegenwärtig steht sie auf 8,00 Die künstliche Preiserhöhung war daher nicht von langer Dauer.

** Kirchliche Dienstuachrichten. Ernannt wurden: Pfarr- amtScandidat Lic. Dr. Diehl zu Groß Gerau zum Pfarr- amtSassistenien in Darmstadt, Pfarrassistent Stotz zu Lang- stadt zum Pfarrvicar daselbst; Pfarrassistent Hoffmann zu Darmstadt zum Psarrverwalter in Jugenheim, Decanat Mainz; Pfarrvicar Dörr zu Offenheim zum Psarrverwalter in Oder Ofleiden; Psarrverwalter Psannmüller zu Beer­felden zum Psarrverwalter in Niedernhausen, Pfarramt»- canbibat Haustein zu Holzheim zum Pfarrvicar in Offen­heim; PsarramtScandidat Engel zu Oppenheim zum Psarr- Verwalter in Obbornhofen; PsarramiScandidat Nebel zu Groß Gerau zum Pfarrverwalter in Wetterfeld.

** Tal goldene Kreuz für 25jährige treue Dienste wurde von Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin in dritter Serie verliehen an 68 Dienstboten in der Provinz Rheinhessen. Die nächste Verleihung derGoldenen Kreuze" sinder erst wieder zum Geburtstage Ihrer Großherzoglichen Hoheit der Prinzessin Elisabeth am 11. März 1896 statt und müffen die Gesuche hierzu bl» spätesten» den 15. Februar 1896 einaeretdit fein.

* Fleischergewerbe. Am 14. und 15. Mai findet in Warm» ein Bezirkstag für alle dem deutschen Fleischer- Verbände beider Heffen und Naffau angehörigen Innungen unb selbstständigen Fleischermeister statt.

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C ornmissi on de» Reichstag» kürzlich vorgefchlagenen Er­höhung deß Einfuhrzoll» auf den zur Kautabakfabrikation nothwendigen Tabakextract erblickt die Kammer eine schwere Schädigung der Tabaktndustrte unb beichlteßt, bei etwaigem Wtederauftauchen solcher Projecle mit Entschieden- heit dagegen einzutreten. Noch vor dem 1. Mai war an die zuständige Stelle ein Gesuch um Einführung fester Rundreisefahrkarteu GießenGelnhausenFrankfurt- Gießen gerichtet worden. Da» Zntereffe für die projectirte Bahnlinie Weidenau-Haig er soll durch Eintritt eine» Mitgliedes der Handelskammer in da» zu Siegen couftituirte Hgttationßcomite betätigt werden, al» diesseitiges Comitv- mitgl'ed wurde Herr Commerzienrath Gail erwählt. Aus den Neu-Eingängen sei Folgende» mitgetheilt: die Reichsbank kauft in Folge Neuerrichtung einer Nebenstelle in Tonbern und der Eingemeindung Bockenheims Wechsel auf beide Plätze, diejenigen für Bockenheirn müssen jedoch an die Haupt- stelle Frankfurt giriert sein. Die Bestimmungen für den Verkehr ausländischer Geschäftsinhaber und Hand- lungs reisender in Rußland, eine Zusammenstellung der bevorstehenden belgischen Einfuhrzoll - Erhöh­ungen, Berichte über den schwedischen Lederwaaren- und Textilwaarenrnarkt, ein sachkundige» Gutachten über die Import-Verhältnisse Nord-Amerika», inSbeson- dere Chicagos, sowie Ergänzungen zum verzeichniß zweifel» Hafter Firmen im Ausland liegen zur Einsicht der Interes­senten offen. Al» Resultat früherer Bemühungen ist zu verzeichnen, daß unsere Petitionen, betr. die Erhöhung beß Maximalgewichts für einfache Briefe auf 20 Gramm und Herabsetzung der Fernsprechgebühren, durch Beschluß beß Reichßtagß vom 29. März den verbündeten Regierungen zur Erwägung überwiesen wurden. Zvm Sommerfahrplan bemerkt der Vorsitzende, daß mit deffen Inkrafttreten einem vor etwa 1% Jahren in Rücksicht auf den durch die Umwandlung der Schnellzüge 76 und 75 in D-Züge geschädigten Localverkehr diesseits gestellten, eingehend motivirten Anträge voll und ganz Rech- gung getragen sei, nachdem nunmehr der Frühzug 441 Cölbe- Gießen Fortsetzung nach Frankfurt erhalten habe. Der andere Theil jene» Anträge» befürwortete Früherlegung befl damals Abends 815 ab Frankfurt nach Nauheim gehenden Zuges Nr. 405 auf 73? und Durchführung nach Gießen zum An- schluffe an die letzten Züge von hier nach Betzdorf und lahnabwärtS. Nachdem Anfangs Ablehnung auch dieses Theile» unseres Antrags erfolgt war, fand derselbe in Folge persönlicher Vertretung im Bezirks-Eisenbahnrath Hannover tm Januar v. I. Annahme. Die zur Einführung gelangten Züge 405 Frankfurt-Gießen, sowie Zug 441 Cölbe Frank- furt entsprechen genau dem von hier auS feiner Zeit ge­stellten und wiederholt verfochtenen Anträge.

Neues Theater. Die gestrige Aufführung beßBogel» Händlers" von Zeller, die zum Benefiz des Herrn Capell- meificrß Mölsheim stattfand, hatte dem Benkfizianten ein leidlich volles HauS eingebracht. Die Vorstellung selbst war, wie wir nach dem bisher Gehörten nicht anders erwarten konnten, eine recht gute und wurde von Seiten des Publi­kum» in gebührender Weise gewürdigt. Von den Darstellern erwähnen wir namentlich die Damen Ranko, Neumann und Krüger, sowie die Herren Rieck, Mcyer und Becker, die in ihren einzelnen Parthien vörzüglich am Platze waren und durch ihre Mitwirkung der ganzen Aufführung wesentlich nützten. Auch die kleineren Rollen waren fast durchweg gut vertreten; allerdings mußten wir bedauern, daß hier die recht hübsche Scene beß Profefforenduettß gestrichen wurde Herr Capellmeister Wolf he im leitete die Vor stellung mit großem Geschick und gutem Erfolg; auch die Leistungen de» Orchesterß konnten fast durchweg befriedigen. Möge den folgenden Vorstellungen deßDon Juan" und Martha" letztere, wie wir hören, mit Herrn Buff» Gießen als Lyooel, sich ebenfalls einer so guten Aufnahme erfreuen wie btc bisherigen.

Feser. In dem städtischen Hause Kirchenplatz 18 brach gestern Abend 10 Uhr Feuer auß. Die um baß Karnin herum befindlichen Balken brannten und hatten anscheinend schon länger gekohlt, biß zum Durchbruch kam. Die Hauß-

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im Friedrichshain vergraben, auch Versuche tm Freien ver­anstaltet unb darauf die durch Brandflecken beschädigten Manschetten vernichtet. Die Verhafteten leugnen und be­haupten, bie Denunciation sei lediglich ein Racheact. Die Frauensperson verharrte jedoch bei ihrer wiederholten Verneh­mung auf ihren Aussagen. Eine Haussuchung bei den Ber- hafteten verlief refultatloß.

Münster (Wests.), 8. Mai. Der westfälische Bauern­verein bewilligte 25,000 Mk. für ein, Schorlemer-Alst in Münster zu errichtendes Denkmal und faßte Resolutionen gegen Staffeltarife und für die Grenzsperre gegen Holland.

Budapest, 8. Mai. Der Kalvarienberg bet Titel ist heute neuerdings in einer Ausdehnung von 200 Metern abgerutscht. Ein Wohnhaus wurde verschüttet, wobei vier Insaffen desselben um'S Leben kamen.

Dcoeschen btß Bureau .Herold*.

Berlin, 8. Mai. DerReichsanzeiger" bementtrt die nach den ZeitungSmeldungen umlaufenden Gerüchte über einen neuen Maschinenzusammenbruch auf dem Kreuzer Kaiserin Augusta.

Berlin, 8. Mai. DieKreuzztg." schreibt, werde bestimmt versichert, die CentrumSfraction habe be­schlossen, an den CommisfionSbeschlüssen beß Umsturz» Gesetzes unbedingt festzuhalten. Damit sei die Ablehnung de» Gesetzes nicht mehr zweifelhaft.

Berlin, 8. Mai. Dem Abgeordnetenhause ist heute die offizielle Einladung zur Theilnahme an den Kieler Fest­lichkeiten zugegangen. ES sind dem Hause im Ganzen 50 Karten zur Verfügung gestellt worden; davon erhält der Vorstand für seine Mitglieder zunächst 13 Karten. Wie bie --Poft" hört, werden die Karten innerhalb der Fractionen auSgeloost werden.

Berlin, 8. Mai. Die ReichStagS-Cornmission für den Antrag Kanitz hat heute die Resolution des Grafen Schwerin mit 13 gegen 12 Stimmen abgelehnt.

Berlin, 8. Mai. Im Abgeordnetenhause wurde heute der Antrag Letocha (Ctr.) auf Ermäßigung der Eisen- dahnfrachtsätze für Montan - und landwirthschastliche Pro- ^i.'cte auß Schlesien an eine 14er-Commission verwiesen. Weiter wurden Petitionen berathen.

BreSlau, 8. Mai. Aus eine Verfügung beß CultuS- minifterß ist baß DiSciplinarv erfahren gegen die Unterzeichner beß beschlagnahmten stubentischen Ausrufes gegen bie Umsturzvorlage emgeleh't worben.

Wien, 8. Mai. Au» Tientsin wird gemeldet: Der Kaiser von China beabsichtige an Kaiser Nicolaus, Kaiser Wilhelm und den Präsidenten Faure eine Gesandtschaft mit Geschenken zu senden, um den Herrschern für ihre Bemühungen zu Gunsten Chinas zu danken.

Brüns, 8. Mai. von unbekannten Thätern wurde in dem Vorgarten eineß in der GiSkcastraße gelegenen ©oft« baufeß eine Bombe zur Explosion gebracht. Verletzt wurde Niemand. Die polizeiliche Untersuchung ist eingeleitet worden.

Nom, 8. Mai. Man glaubt, daß Leo XIII., um den verschiedenen Auslegungen seiner Encyclika bezüglich der socialen Frage ein Ende zu machen, demnächst feine Ansicht über diesen Gegenstand genauer präcisiren unb biefelbe ber ganzen Welt mittheilen werde. Man weiß nicht, in welcher Form die» geschehen soll.

Pari», 8. Mai. Ein Festausschuß hat sich gebildet, um bie 800jährige Gedenkfeier beß ersten Kreuz­zuge», welcher im Jahre 1096 unter Papst Urban II. zur Ausführung kam, feierlich zu begehen.

Pari», 8. Mai. Ein erster Credit von 150000 FrcS. ift dem Präfecten beß Vogesen-DepartementS zur Verfügung gestellt worden, welcher zur Vertheilung an bie lieber» schwemmten von (Spinal verwendet werben soll. Ferner sollen auf Staatskosten große Arbeiten auSgesührt werben, um den Ausbruch ansteckender Krankheiten zu verhindern.

Madrid, 8. Mai. Au» Havanna wird gemeldet: Der Rebellenführer Mafeo habe einen Personenzug in ber Nähe von Cristo zur Entgleisung gebracht. Zahlreiche Personen seien getödtet worden. Die Entrüstung hierüber soll unbeschreiblich sein. Die Rebellen würden dadurch die Sympathie der Vereinigten Staaten verlieren.

Newyork, 8 Mai. DerNew Uork Herald" meldet au» Tokio: Japan überlasse Port Arthur und Liaotong China gegen eine Entschädigung von hundert Millionen Tael». Japan gebe ferner an Corea denjenigen Theil der Mandschurei zurück, welchen e» amuctirt habe. Man glaube, diese» Ab­kommen werde Rußland befriedigen und den Frieden sichern.

Hongkong, 8. Mai. Die chinesische Regierung hat 5000 Soldaten auß (Santon nach Formosa abgefanbt, um jeden Widerstand Seiten» der Schwarzflaggen zu verhindern und die Occupation durch die Japaner zu sichern.

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