Ausgabe 
10.4.1895 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

DtS »ächße mittelrheipffche ÄreiStiriftf findet, eoi einem am Sonntag in Mainz von dem Rrdßturntag gefaßten Beschluß, 1897 in Homburg v. d. H. statt. Dort hat die Bürgerschaft bereit- 76,000 Mk. Garantie gezeichnet. Au- dem auf dem Kreisturntag erstatteten Bericht ist zu entnehmen, daß dem MrttelrheinkreiS im Jahre 1894 37 Vereine neu zugingen, 29 auSschieden, so daß nach dem vorläufigen Ab« schluß der Bestand deS Kreise- am 1. Januar 1895 ist: 549 Vereine in 17 Gauen mit rund 51,000 Mitgliedern überhaupt, davon nahezu 22,000 Turnende, 7900 Zöglinge und über 41,000 Beitrag zahlende Mitglieder. Bon den glänzenden Erfolgen der fich an 1>en Wettübungen bei dem Deutschen Turnfest in BreSlau betheiligt habenden Mittel- rheiner, sowie von den Ergebnifien der Borturnerübungen im Kreise wurde Kenntniß gegeben, endlich die flotte Ab­wickelung der Kaffegeschäfte und der gute Bestand der KreiS- kafie berichtet.

* Vogelsberger Hohenelnb. Die diesjährige General- Versammlung findet am 5. Juni in Schotten statt. Da- LlubhauS auf dem HoherodSkopf ist am vergangenen Samstag eröffnet worden. Zwar liegt im Oberwald und in nächster Nähe deS ClubhauseS immer noch ca. 1 Meter hoch Schnee, doch ist der Weg von Breungeshain nach dem HoherodSkopf paffabel. Zur Erleichterung deS Besuches deS BogelSbergeS werden, wie seither, ermäßigte Fahrkarten auch fernerhin au-gegeben. Die durch die schlechte Witterung im vorigen Jahr verzögerte Wegmarktruug mit Farben wird fortgesetzt werden.

Landwirthschaftliche Ausstellung in Gießen. Bei der Zweiten Kammer haben die Abgeordneten HaaS, Hirsch und Dr. Hetdenretch den Antrag gestellt, als Zuschuß zu den Kosten der im laufenden Jahre abzuhaltenden landwtrth- schaftlichen Ausstellung zu Gießen den einmaligen Betrag von 15,000 Mk. zu verausgaben.

Einen schweren Ochsen schlachtete heute Metzgermeifter Schlörb. DaS Thier wog auSgeschlachtet 946 Pfund.

Vorsicht beim Seldeiunehmeu! In der Nachbarschaft sind wieder verschiedene falsche Geldstücke in Umlauf gesetzt worden. So sind bei dem Kaiserlichen Postamte in Butzbach mehrere Ein- und Zweimarkstücke angehalten worden.

Kriegerkameradschafttzasfia". Nach Erfüllung der satzung-mäßigen Pflichten wurden u. A. folgende Vereine in den Landesverband der KriegerkameradschastHasst a" aus­genommen: Kriegerverein Saasen, 19 Mitglieder, Bezirk Grünberg, Kriegerveretn Heimertshausen, 25 Mitglieder, Bezirk Al-feld.

DaS Denkmal der hessischen Division auf dem Schlacht­felde bei Metz befindet fich in einem vielfach beschädigten Zustande. Der Abg. Bogt hat daher bei der Zweiten Kammer beantragt, Großh. Regierung um baldmöglichste gründliche Wiederherstellung de- Denkmals zu ersuchen.

Militärisches. Während des diesjährigen Ofter- NrlaubS tritt eine ganz neue Verfügung über Meldungen beurlaubter Soldaten in Kraft, die Folgendes bestimmt: Beurlaubte Soldaten haben sich während der Reise nur dann den Offizieren zu melden, wenn sie letzteren an der Landstraße begegnen,- auch haben dieselben an Militärorten nur beim Commandanten bezw. Garnisonsältesten, an Orten ohne Garnison, an welchen sich ein Meldeamt befindet, an den demselben vorstehenden Bezirksoffizier, in sonstigen Orten ohne Garnison bei der OrtSbehörde Meldung zu erstatten.

Schuldienst Nachrichten. Am 14. März wurde der von dem Herrn Grafen zu Erbach-Erbach auf die Lehrer­stelle an der Gemeindeschule zu Ober Kainßbach präsentirte SchulamtSaSpirant Conr. Wilhelm Carl Rauch aus Rohrbach Pir diese Stelle bestätigt- am 16. März wurde dem SchulamtSaSpiranten Philipp Bender auS Grllningen die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wettsaasen, Kreis Als­feld, übertragen; an demselben Tage wurde die pro­visorische Zeichenlehrerin an der Bictoriaschule zu Darmstadt Minna Schleiermacher zur Zeichenlehrerin an dieser Schule, unter Verleihung der Rechte einer definitiv ange­stellten BolkSschullehrerin, ernannt; am 20. März wurde der SchulamtSaSpirantin Marte Hennemann aus Mainz eine Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule zu Weisenau, Kr. Mainz, am 23. März wurde dem SchulamtSaSpiranten Georg Appenheimer auS Partenheim eine Lehrerstelle an der evangel. Schule zu Wald-Michelbach, Kr. Heppenheim, an demselben Tage wurde dem Schullehrer Peter Josef My zu Appenheim, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zn Mombach, Kr. Mainz, -an demselben Tage wurde der Iehrerin Magdalena Burk zu Finthen eine Lehrerinnen- stelle an der Gemeindeschule zu Mombach, Kr. Mainz, am 27. März wurde der Schulgehilfin Wilhelmine No öl zu Dieburg eine Lehrerinnenstelle an der kathol. Schule da­selbst übertragen.

* * Die Volks-, Fortbildung«- und Privatschuleu im Kroß herzogthum Hesse» im Frühjahr 1894. Nach den Mittheilungen der Grobherzoglich hessischen Centtalstelle für die LandeS- statistik bestanden im Frühjahr 1894 in Großherzogtbum Hessen 993 einfache Volksschulen, wovon nach dem Bekenntniß 82 gemeinsame, d. h. keiner bestimmten Confession angehörige, 53 evangelische, 56 römisch-katholische und 2 israelitische Anstalten waren. In 909 dieser Schulen wurden durchweg, tu 56 theilweise also vermuthlich in den untersten Klaffen beide Geschlechter unterrichtet, 28 waren nur für je ein Geschlecht bestimmt. Nach der Zahl der Schulklaffen unter­schieden sie sich in 522 einklassige, 244 zwei-, 108 drei-, «1 vier- und 58 mehrklassige. In 633 einfachen Volksschulen war der Unterricht gänzlich frei, in 860 wurde noch Schul- geld euttichtet. Da- Lehrpersonal (mit «u-schlnß der .besonderen Lehrer und Lehrerinnen") setzte fich au- 2272 männlichen und 180 weiblichen, im Ganzen 2452 Personen zusammen. Die Zahl der Schulkinder, welche diese ein» fache» Volksschulen besuchten, belief fich auf 155 785, darunter wäre» 77 346 Knaben und 78 439 Mädchen; 105 811 Kinder gehötten dem evangelischen. 46 974 dem römisch-katholische»,

2574 dem israelitischen und 926 einem anderen Bekenntniß an. Durchschnittlich kamen auf 1000 Einwohner 156,9 Schulkinder; fast ebensoviel (157) entfielen auf eine Schule, während auf eine Lehrkraft 63,5 Schüler und Schülerinnen kamen. Außer diesen einfachen gab e- noch 25 erweiterte Volksschulen, nämlich 11 gemischte (für beide Geschlechter), 6 ausschließlich für Knaben und 8 für Mädchen. Dai Lehr­personal dieser Schulen wieder mit Au-nahme der besonderen Lehrkräfte bestand au- 140 Köpfen, darunter 20 Lehrerinnen. Die Zahl der Schulkinder, welche diese gehobenen Volksschulen besuchten, belief fich auf 3693, und zwar 1907 Knaben und 1786 Mädchen. Die Gesammtzahl unterschied fich nach dem Bekenntniß in 2820 evangelische, 598 römisch-katholische, 198 israelitische und 82 sonstige Schulkinder. Neben den öffentlichen Unterrichtsanstalten bestanden zur Berichtszeit noch 63 Privatschulen mit 4116 Schulkindern. Bon letzteren waren 1258 Knaben und 2858 Mädchen, 1795 evangelisch, 1811 römisch-katholisch, 466 israelitisch und 44 gehörten einer anderen Confession an. DaS Lehrpersonal mit Ausschluß der besonderen Lehrer und Lehrerinnen belief sich auf 262 Köpfe, darunter 137 Lehrerinnen. Wie fast überall in Deutschland, waren diese Privatanstalten überwiegend Mädchen­schulen (36), nur 13 waren ausschließlich für Knaben und 14 für Knaben und Mädchen bestimmt. Die meisten Privat­schulen (43) hatten keinen confessionellen Character, 8 waren evangelische, 9 römisch katholische und 3 israelitische Anstalten. Die Gesammtzahl dieser drei Atten von Unterrichts- anstalten für das schulpflichtige Alter belief sich auf 1081; dieselben wurden inSgesammt von 163 594 Schulkindern besucht, darunter 83083 oder 50,8 pCt. Mädchen; an denselben wirkten 2854 Lehrkräfte, davon 337 weiblichen Ge­schlechts. Die Zahl der im Lande bestehenden FottbildungS- schulen betrug 906, davon waren 758 einklassige, 91 zwei- klassige und 57 drei- und mehrklassige. Diese Fortbildungs­schulen wurden von 26019 Schülern besucht und zwar von 17 614 evangelischen, 7914 römisch-katholischen, 317 israeli­tischen und 174 Angehörigen anderer Confesfionen. Auf 1000 Einwohner kamen 26,2, auf 100 Schüler der Volks­schule 33,6 FortbildungSschüler, auf eine Fortbildungsschule durchschnittlich 28,7 Besucher.

* * Unterstützung hilfsbedürftiger Beteraue». Abgeordneter Dr. Vogt hat bei der Zweiten Kammer den Antrag einge­bracht, dieselbe wolle beschließen, Großh. Regierung zu er­suchen: aus paraten Mitteln deS Staates an erwer bS - unfähige, bedürftige und würdige Veteranen auS den Kriegen von 1866 und 1870 71 einmalige oder laufende Unterstützungen zu gewähre», auch wenn solche nicht den directen Nachweis des Zusammenhangs ihrer Krankheit oder Erwerbsunfähigkeit mit den Strapazen des FeldzugS zu führen vermögen, und zwar insolange, als nicht von ReichSwegen allgemein für diese Kategorie von Staats­bürgern in diesem Sinne Vorsorge getroffen wird. ES wird dabei u. a. bemerkt: Der hessische Staat ist in der Lage, ohne die ©teuertraft feiner Bürger in Anspruch nehmen zu müffen, bis zu einem gewiffen Grade jetzt schon hier Hilfe zu schaffen, und zwar aus Fonds, deren ursprüngliche Be­stimmung von dieser Art der Verwendung nicht sehr weit entfernt liegt und sich deshalb hierfür wohl rechtfertigen läßt. Im Jahr 1871 kam aus der französischen KriegSkosten- entschädigung eine Summe von 8 Millionen Thalern an die Bundesstaaten, nach dem Berhältniffe ihrer mobilen Truppen- contingente zur Verkeilung, um daraus Darlehen gegen geringen Zinsfuß an bedürftige Handwerker, Gewerbetreibende 20. zu gewähren, welche durch die Mobilmachung und Theil- nahme am Feldzuge in ihrem Geschäftsbettied rc. geschädigt worden waren. Diese Darlehen wurden durch die Kreis- ämter vermittelt, und insoweit nicht uneinbringliche Posten niedergeschlagen wurden, find diese Darlehen in die Kreis- kaffen wieder zurückgefloffen. ES ist dem Antragsteller bekannt, daß diese Capitalien, welche in manchen Kreisen eine recht ansehnliche Höhe erreichen, zur Zeit ohne beson­dere Bestimmung verzinslich auSgeliehe» sind. Der Vogt'sche specielle Antrag geht daher dahin, hohe Zweite Ständekammer wolle Großh. Regierung ersuchen, die Zinsen dieser Fonds künftighin, im Sinne vorstehender Dar­legung, zu Gunsten bedürftiger Feldzugsveteranen verwenden zu wollen.

AuS Starkenburg. 8. April. Der Bauer im Oden- walde, welcher gewettet, Mitte April noch eine Wagen­ladung voll Schnee abliefern zu wollen, kann, wie Darm­städter Blätter melden, diese Wette noch gewinnen, wenn er sich auf den Weg zwischen Vielbrunn und Brem-Hof begiebt, wo noch am Sonntag in einem Hohlweg eine so große Menge Schnee lag, daß man wohl ein paar Dutzend Wagen damit füllen könnte.

A Mainz. 8. April. Bezüglich der Feier des ersten Mai hat die hiesige soeialdemokratifche Partei beschloffen, am 1. Mai eine Volksversammlung abzuhalten, eS dagegen be­züglich der Arbeitsruhe jedem Einzelnen zu überlassen, waS er thun will. Ein allgemeine- Arbeiterfest findet am 2. Mai in derStadthalle" statt. Morgen begibt sich eine Depu­tation Mainzer Kaufleute nach Darmstadt, um wegen einheit­licher Regelung der Sonntagsruhe beim Ministerium vorstellig zu werden. Die hiesige Kaufmannschaft fühlt sich hauptsächlich dadurch beschwett, daß in den anderen rhein- hessischen Städten die Stunden von 11 bis 4 erlaubt sind, während hier die Geschäfte um 1 Uhr geschloffen werden müssen.

A Mainz, 8. April. Die heute Abend stattgehabte Generalversammlung der Mainzer Bolksbank (eingett. Genoffenschaft) beschloß, au- dem vorigjähttgen Reingewinn eine Dividende von 5'/,pCt. zur vettheilnng zu bringen.

Dermifdttcs*

Berit». 7. April. Fra» Mühling, die Wntter bei Herrn Adolf Mühling, bei vesitzeri bei Hotels bc Rome,

vollendet am 15. April ihr hnndertstei Lebensjahr. Di* alte Dame erfreut sich, wie die .Rationalzeitung* hött, et»er für ihr hohes Alter bemerkenSwerthen Rüstigkeit.

Tin seltener Abiturient. Eine Reifeprüfung, wie fte wohl sehr selten vorkommt, hat dieser Tage im Danziger Realgymnasium zu ©t. Johann stattgefunden. Der ehemalige H autb oist DrewS aui Königsberg, welcher dort nur die Volksschule durchgemacht hat, hatte 12 Jahre als Fagottdläfer in der Capelle deS 128. Infanterie Regiments zu Danzig gedient und während dieser Zeit durch eisernen Fleiß sich soweit wiffenschaftlich vorgebildet, daß er vor einem Jahre nach dem Abgang vom Militär die Reifeprüfung für die Prima etnei Realgymnasiums in Danzig ablegen konnte. In den jüngsten Tagen bestand er nun auch die Abiturienten* Prüfung. Herr DrewS gedenkt fich jetzt auf der Technische» Hochschule zu Charlottenburg dem ©tubimn deS Baufaches zu widmen.

Sehr trübe lauten die Nachrichten auS De»tsch-- aftika über die Verheerungen durch die Heuschrecken. I» der Nähe der Küste ist ei noch möglich, Hilfe eintreten zu lassen, aber weiter im Innern ist die HungerSnoih schrecklich und die Berichte auS Dabora wissen von einem großen Elend unter den Trägem, die an der Karawanenstraße verhungern, zu erzählen. Im vorigen Jahre war eS schon schlimm, die Träger kamen zum Theil in erbärmlichem Znstande in vaga- moho an, und manchen Karawanen war eS nur dadurch mög­lich, die Küste zu erreichen, daß ihnen Lebensmittel entgegen­geschickt wurden; in diesem Jahre ist die Lage geradezu trostlos geworden.

Citeratnr und Kan ft

Wer den Maßkrug liebt und welcher Deutsche thäte die- nicht! wird seine Heue Freude an den in prächtigem Färbern- Squarelldruck vorgeführten Klugen haben, die eu8 dem neuesten 14. Heft der trefflichen Halbmonatsschrift »Born FelS »um (Union Deutsche verlag-gesellschaft in Stuttgart. Preis de- Hefte» 75 Pfennig) dem Beschauer entgegmblinken. Und nicht minder fesselnd als die leuchtenden Farbendilder ist der baiu gehörige leit von dem beliebten Münchener Humoristen Benno Rauchenegger, der mit feuchtfröhlicher Sachkenntniß und die Eigenart und die Vorzüge eine- jeden Kruae-: Münchener Kindl, Et. Florian-krug (au»go- zeichnet zumLöschen' de- Durste-), Fuchs-, Bauern-, Kater-, Studentenkrug» u. f. w., schildert. Neben diesem stet- z itgemäße» Aufsätze liefert die farbige Reproduktion dreier japanischer Krieg»* aquarelle von Neuem den Bewei-, in wie hohem Maßetßom Fel» zum Meer" da-Lob, unsere beste und vornehmste Zeitschrift genannt zu werden, oerbient. Hierfür legen noch die weiteren Beiträge: Verbesserungen tm Eisenbahnwesen",Die elektrische Küche", .Di« Davoser EportSwoche",Schlittensahrt de» Kaiser» von Ehina", sowie der militärische AufsatzGesuchte und ungesuchte Eommando»" von Han» Nagel von Brawe vollgültige» Zeugnitz ab. Die treff­lichen Romane und die prachtvollen Illustrationen geben jedem Heft» eine Vielseitigkeit und Pracht, die auch den verwöhntesten Leser b* friedigen und entzücken muß.

Technische Fortschritte.

eint bedeutende Verbilligung de» elektrischen Sichte»k Die größte Schattenseite de» elektrischen Lichte» ist noch immer beffew tbeuere Herstellung Eine bedeutende Verbilligung de» elektrischen Lichte» steht nun aber nach in allen Staaten angemelbeten Patenten von Dr. Borchu» in Dui-burg a. Rh. in Aussicht. Die Erfin­dung bezweckt die unmittelbare Gewinnung von ElectrikitLt au» der Kohle ohne jede Maschinenanlage. Die Technik konnte bislang nur 10 pCt. der in der Kohle vorhandenen chemischen Energie nutzbar machen, während die Erfindung de» Dr. Borchu» etwa 2738 pLt. zu gewinnen im Stande sein soll. Ga» könnte bann mit elektrischem Licht nicht mehr in Wettbewerb treten. Immerhin dürfte die Nach­richt mit Vorsicht aufzunehmm sein.

»in neue*, sehr wirksames verfahre« |«t Ver­tilgung vo« Hau-schwam«. Em neue» «erfahren hierzu bet der RegierungSbaumeister Seemann in Berlin erfunden. Zur Ausführung ist eine Aufnahme der Dielen nicht nothwendig, daher tritt keine Störung bei benutzten Räumen ein. Da- Verfahren be­ruht auf der Erfahrung, daß der HauSschwamm bei absolut trockener Luft zu Grunde gehen muß, da er nur in Feuchtigkeit enthaltender Lust, fpeciell zwischen Diele und Schalung der Gebäude gedeiht, woselbst sich dem Bauholze anhaftende ober au» der Bauperiode herrührende Feuchtigkeit befindet. Diese letztere wird, wie bte .Electr. Rbsch." schreibt, in sehr energischer Weise durch eigen» co» ftrukte Apparate, ohne Störung der Räume derart vertrieben, bat da« ganze Schwammgebiet absolut au-getrocknet wird. Hierdurch erstirbt der Schwamm zu einem leberartfaen Gebilde, da- nicht mehr leben-fähig ist. Al-dann wird durch denselben Apparat unter frohem Drucke tn die einzelnen Balkenfelder ein Ga- gedrückt, ba» n die feinsten Poren ber Hölzer unb der Au-füllung dringt und alle pflanzlichen OraanUmen daselbst vernichtet. Da- ganze Ver­fahren nimmt in jedem Balkenfelde nur einige Stunden in Anspruch. Behuf- Erhaltung de- gesunden Bestände» des Holze- wird bona noch eine bleibende Fußbodenventtlatton eingesührt, die einzige bauliche Arbeit dabei, die tn wenigen Stunden beendet ist. Da» «erfahren hat sich bewährt, unb zwar nicht nur für Hausfchwamm- Zerstörung, sondern auch zur Trockenlegung neuer Balkenlagen resp. Zwischendecken. Die Kosten sind gering gegenüber denjenigen, die sonst für Beseitigung bei Hausschwamme» au-gegeben werbe» mußten. ,8. Zig."

- Schutzmittel »ege« A«sette«fratz«

Da bie Zeit naht, wo sich der Lanbwirth unb Gartenbesitzer nach wirksamen Mitteln gegen den Insektenfraß an Cbftbäumen umsehe» muß, so sei nach ber Drogisten - Zeitung eine Reihe blefer Mittel empfohlen. Anstrich gegen bie Blutlan«.> 75 % grüne Seife, 50 r Leinöl unb 25 g Earbolsäure werden gemischt; bann wirb bie Mischung mit 15 Liier Wasser versetzt. Eine Mischung von 4 Ibellen Karbolsäure mit 100 Zbellen Wai'ergla». Kleb- oder Raupenleim. 500 Theil« Harz, 350 Theile Schweinefett und 35t bi- 500 Theile Del werden »uiammengelchmolzen. Die An wen dang bei Leime» geschieht tn ber Weile, daß man sogenannteKlebgürick* 1 »m den Baum legt, wodurch da» «ufft eigen der In fetten an bee

Verkehr, Cant« rrn- VolftwirthfcbafL

Uta«» 9 April. Marktbericht- Auf dem heutigen Vochenmarkt kostete: Butter pr Vst». x 0,901" , Hühnereier per Stück 66 4, Enteneier pr. St. 6 4, Gänsetttt pr. St- 1011 4, Käse pr. Vt. 5-8 4b ÄWemcfe or. 8 4, erbte» pr- Liter 18 4, öttffen vr. Liter 30 4, Tauben pr. vaar X 1,00 bi» 1,20, Hühner pr. Stück X 1,30 bi» 150, Hahn*- pr. etibf X 1.502,00, Enten pr. St- X 1,80 -2,20, Ochsenfleisch pr. «5- 7278 4- Äup* u. Rindfleisch pr. Pfd. 6688ch, Schwere «fleisch pr. Pfb. 6070 4# Kalbfleisch pr. Md. 5664 4, Hammelfleisch pr. öfb. 6070 4, Kartoffeln pr. 100 KUo 5,006,00 X, Bett traut pr. Stück4, Zwiebeln pr- Centn ei 6,00- 0,00 X, Mstch pr. £tter 16-20 4-