Depeschen M Bure«,
Berit», 8. Januar. Der Stalffr wird der Tochter deS Ministerpräsidenten Lri-pi, deren Hochzeit bevor steht, durch den Botschafter v. Bülow ein kostbare- HochzeitSgeschenk Löerreichen lasten. — Der „Kreuzzeitung" wird die Mit- theilung bestätigt, daß der Kaiser in der letzten Sitzung M Staatsministeriums an die Minister eine Ansprache gehalten hat. DaS Blatt bemerkt noch, verschiedenen An- Lentnngen zufolge sei man innerhalb der Staat-regierung zu der Ueberzeugung gekommen, daß der Nothstand der Land »irthschaft keinen Verzug mehr verträgt. Für diese müsse in der nächsten Zeit etwas geschehen. Anscheinend dürste für daS Zuckersteuergesetz, welches im nächsten Jahre im Reichstage eiuzubringen ist, der erste Schritt in dieser Richtung gethan werden.
Berlin, 8. Januar. Der „Vorwärts" veröffentlicht heute zwei als streng geheim zu halten bezeichnete Erlasse höherer Beamten des Weichsel-Gouvernements au die Grenzzollämter, betreffend die Verhinderung dec Ein. schmuggelung polnischer Flugblätter aus Krakau ta das Weichsel-Gouvernement. — Wie die „Nationalzeitung" erfährt, wird der Magistrat demnächst in die Berathung darüber eintreten, in welcher Welse die Stadt Berlin den ^vorstehenden 80. Geburtstag des Fürsten Bismarck begehen will. — Zahlreiche in Berlin anwesende Italiener haben der Tochter des italienischen Ministerpräsidenten TrtSpi, die morgen ihre Vermählung feiert, ein kostbares Brillantgeschenk übersandt. Aehuliche Geschenke sind von fast allen in europäischen Hauptstädten befindlichen italienischen Colonien an die Braut gesandt worden. Auch Fürst und Graf Herbert BtSmarck haben die Braut mit großartigen Gaben bedacht. Mittwoch veranstaltet der hiesige russische Botschafter zu Ehren der Vermählten ein Festmahl.
Berlin, 8. Januar. Dem Reichstage ist der Gesetz« entwarf, betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung im Hausirgewerbe, zugegangen.
Berlin, 8. Januar. In der nächsten Sitzung deö BriudesrathS, welche am 10. d. M. stattfinden soll, wird die Tabaksteuervorlage einer erneuten Berathung unterzogen werden. ES wird sich dabei in erster Linie um die von einigen süddeutschen Regierungen beantragte Erhöhung deS Zolls auf ausländischen Tabak handeln. Der badische Ktnanzwinister Buchenberger, welcher zur Berathung hier eingetroffen ist, hat an der entsprechenden Ausschußsitzung theilgenommen.
Lemberg, 8. Januar. Polnische Blätter melden aus Petersburg, es sei dort wieder ein Rückschlag zu Ungunst en der Polen eingetreten. Die Hoffnung der Polen, unter dem neuen EurS Bortheile und Erleichterungen zu erringen, dürfe sich also schwerlich erfüllen. Die Meldung, der Zar habe hervorragende Polen zur Anhörung ihrer Wünsche nach Petersburg berufen, ist dahin zu berichtigen, daß der Kaiser am 27. Januar nur eine Huldigungsdeputatton »US Polen empfängt.
Lemberg, 8. Januar. Erneute starke Schneefälle und Schnee stürme haben in Galizien großen Schaden angerichtet. Der Bahnverkehr ist an vielen Stellen gänzlich eingestellt- mehrere Ortschaften find seit längerer Zeit von allem Verkehr abgeschnitten.
Rom, 8. Januar. Aus gut unterrichteter Quelle verlautet, daß eine große Anzahl Katholiken durch die Ver- Mittelung mehrerer Cardinäle vom Papste die Erlaubntß erlangen wollten, an den nächsten Wahlen theilnehmen zu dürfen. Der Papst zeigte sich jedoch unerbittlich, da eine Versöhnung zwischen dem Quirinal und dem Vatican nnmög- lich fei. Man glaubt vielfach, die Wahlen werden durch eine Commission von Senatoren geleitet werden.
Brussel, 8. Januar. Die Sicherheitspolizei von Brüffel ist von der schweizerischen Polizei benachrichtigt worden, daß eine Anzahl gefährlicher Anarchisten, welche aus der Schweiz ausgewtesen wurden, sich nach Belgien begeben haben. Dieselben werden an der Grenze zurückgehalten und sofort wieder au-geliefert werden.
Brüffel, 8. Januar. Das soctalistische Blatt „Peuple" veröffentlicht einen Aufsehen erregenden Brief, welcher die Unterschrift von vier soctalistischen Soldaten trägt. In dem Briefe beklagen sich die Soldaten über schlechte Behandlung von Setten der Genieoffiziere.
Pari», 8. Januar. Brisson wurde zum Kammerpräsidenten wiedergewählt.
London, 8. Januar. Die „Times" meldet aus Tientsin, daß die vom Vicekönig gemachte Mittheilung, die Generale Shan und Sheu seien auf dem Schlachtselde gefallen, unrichtig ist. Beide Generale sollen in Peking gesund und munter eingetroffen sein.
London, 8. Januar. Der „Standard" meldet aus Shanghai, daß die Friedensverhandlungen zwischen Japan und Ehina scheitern müßten- die chinesischen Gesandten hätten zwar die Instruction, jede Kriegsentschädigung zuzugestehen, jedoch jede Landabtretung zu verweigern und die Unabhängig- Seit Koreas zu verlangen.
Washington, 8. Januar. Nach einer hiesigen Meldung erklärte der Minister deS Aeußeren, der ehemalige amerikanische StaatSsecretär Forster habe sich auS eigenem Antriebe nach Peking begeben, um die FrtedenSverhand- lnngen zwischen Japan und Ehina zu führen. Sein Mißerfolg könne die amerikanische Regierung nicht berühren.
CocaUt unb provinzielles.
Gießen, den 9. Januar 1896
• • von den „Post- und Telegraphennachrichten" ist eine ntue Ausgabe erschienen. Die „Nachrichten" werden an den Schalterstellen des Hauptpostamts und der Stadtpost zum Preise von 16 Pfg. sür jede- Exemplar an das Publikum abgegeben.
Rationalliberaler Verein An feinem vorgestrigen Vortrags- und DtScutirabend beschäftigte sich der national
liberale Verein mit der Gesetzgebung über Arbener- Ve rsich erung unter besonderer Berückfichtigong der land- und forstwirthschaftlichen Arbeiter. DaS einleitende Referat hatte Herr Profeffor Dr. Wimmenauer übernommen. Derselbe warf zunächst einen kurzen Rückblick auf dle Geschichte der einschlägigen Gesetzgebung und besprach dieselbe alsdann eingehend in Bezug auf folgende sechs Fragen : 1. Wer ist vee sicherung-pflichtig? Im Anschluß hierin wurde zugleich der Selbstversicherung kleiner Bctriebsunteruehmer gedacht; eine Frage, die dem Referenten deshalb besonder- wichtig erschien, weil solche Unternehmer der Wohlthaten der Versicherung oft noch dringender bedürften, als ihre bezahlten Lohnarbeiter- in dieser Rich'ung seien weitere gesetzliche Vorkehrungen besonders wünschenswerth. — 2. Wer ist Träger der Versicherung? Hier wurde auf die durchgreifenden Unterschiede der Gesetzgebung bezüglich oer drei VersicherungS- arren — gegen Krankheit, Unfälle und Erwerbsunfähigkeit durch Invalidität oder Alter — sowie insbesondere auf die Schwierigkeiten und die zahlreichen Streitfälle hingewiesen, welche bei Unfällen durch Zweifel über die zahlungspflichtige Berufsgenossenschaft veranlaßt werden. — 3. Welche Ansprüche gewährt die Versicherung? Auch die Beantwortung dieser Frage ist ebenso wie die der drei folgenden eine sehr verschiedenartige, jenachdem es sich um Krankheit, Unfall, Invalidität oder hohes Alter handelt- wobei zugleich noch die Frage der Carenz- oder Wartezeit ihre unter Umständen sehr beachtenSwerthe Rolle spielt. — 4. Wie werden die Kosten aufgebracht? Der in der Krankenversicherung eingeführten Erhebung gew sser Procente vom Lohnsatz steht bei der Unfallversicherung das Umlageverfahren, bei der JnvaliditätS- und Altersversicherung daS sogen. CapitaldeckungS Verfahren gegenüber. Diese verschiedenen Systeme wurden nebst dem Modus der BeitragS-Vertheilung auf Unternehmer einerseits und Versicherte and rcrseitsj eingehend besprochen. — 5. Wie sind die Versicherungsanstalten organisiert? Genoffenschaftliche Organisation bildet die Regel, in Ermangelung einer solchen tritt bei der Krankenversicherung die Gemeinde subsidiär ein. Die Einrichtung der Genoffenschasten und ihrer Organe ist aber eine sehr verschiedene, jenachdem dieselben wie bei der Jnvaliditäts- und Altersversicherung, sowie bei der landwirth- schastlichen Unfallversicherung geographisch abgegrenzt sind oder sich wie bei der gewerblichen Unfallversicherung auf das ganze Reichsgebiet erstrecken. — 6. Wie werden eintretenden Falle- fctt Entschädigungsbeträge sestgestellt und verabfolgt? Hierbei wurde insbesondere auf die Schwierigkeiten der Berechnung und Vertheilung sämmtlicher einzelnen Altersund Invalidenrenten, an denen neben der Reichskaffe oft mehrere Versicherungsanstalten participiren, und auf die große Mannigfaltigkeit der eingesührtkn schiedsrichterlichen Instanzen hingewiesen. — Zum Schluffe besprach derReferent die inNr.5 des Gießener Anzeigers mitgetheilten statistischen Angaben, auS welchen u. a. heroorgeht, daß die jährlichen Versicherungsbeiträge der Unternehmer nahezu 3% des Gesammteinkommens aller zu mehr als 900 Mark eingeschätzten Reichsangehörigen ausmachen. Eine wesentliche Vereinfachung des Versicherungswesens wurde n s dringend noihwendtg bezeichnet, wenn dasselbe den hochherzigen Absichten seiner Begründer entsprechend, zum Gemeingute der Nation werden und nach allen Seiten hin Segen bringen soll. An das mit Beifall aufgenommene Referat schloß sich noch eine längere angeregte DiScussion an, in welcher insbesondere die Herren S ch l e n k e, Dr. Fuhr und Dr. Haupt interessante Mittheilungen aus der Praxis des VerficherungsbetriebeS machten.
*♦ Der Landeöansfchuß der landwirthschaftlichen Vereine ist, nach einer Mittheilung in der „Darmst. Ztg.", auf Montag, 14. Januar, Vormittags 9^ Uhr, zu einer eintägigen Sitzung nach Darmstadt einberufen. In derselben werden nur mehrere dringliche Angelegenheiten zur Verhandlung kommen- cine weitere Plenarversammlung ist für Februar oder März in Aussicht genommen.
** H. Neues Theater. Gestern betrat nach längerer, durch die Weihnachtsfeiertage und das Auftreten der Schlierseeer veranlaßten Pause, das Nelner'sche Ensemble zum ersten Male wieder unsere Bühne. Man wiederholte Sudermann» „Schmet te rlin g ssch lacht". ES sind erst wenige Tage verflossen, seit uns die Schlierseeer verlassen haben. Das mochte wohl die Schuld daran tragen, daß der Besuch des Theaters nicht eben gut war und daß Stück und Darstellung nicht den Beifall fanden, den sie verdient hätten. Gespielt wurde im Ganzen recht gut, aber eine gleichmäßige Wirkung konnte nicht erzielt werden, da die cigenthümliche Sprechweise der Darstellerin der Else beständig, besonder- in den ©eenen mit Rofi, unangenehm störte und dadurch auch deren Spiel beinträchtigte. Unbedingt zu loben sind Fräulein Ger lach, Herr Nie meier und Herr Otto, doch schien uns Fräulein Ger lach in ihrer letzten Scene das Hervorbrechen der lange zurückgedämmten Empfindung bet der ersten Aufführung wirkungsvoller gestaltet zu haben.
* * Im hiesigen Panorama, Neuen Baue 1, gelangt von heute Donnerstag und bis Samstag wieder eine ganz neue, noch nie au-geftellte Serie zur Ansicht, eine Reise durch Thüringen. Diese Reise erstreckt sich über Weimar, Jena, Naumburg, Schwarzathal mit herrlichen Partien und Sehenswürdigkeiten, Altenburg u. s. w. Nach allem diesem wird ein starker Besuch de- Panoramas zu erwarten sein.
* * Rückkunft auS dem Nacht Manöver. Die gestern auS- gerückten Bataillone sind heute Mittag 12 Uhr bei unS'toieber eingeiückt. Der Mannschaft ist das Biwak im Freien gut bekommen, doch gab eS kalte Füße. Die jüngere Mannschaft war übrigens nicht unter den Zelten, sondern in Gambach NachtS über untergebracht.
W. Ein Zeuge wegen Meineid verhaftet. In der gest- rigeu Straskammersitzung unter Vorsitz deS Herrn Land- gerichiSrath Müller wurde gegen August Mohr von Leusel bei AlSfcld wegen Körperverletzung, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung in der Berufsinstanz verbandelt. DaS Schöffengericht Alsfeld hatte denselben zu 2 Monaten Ge- fängniß verurtheilt. Der erste Staatsanwalt, Herr Dr.
Süngerich beantragte nach Beendigung der Beweisaufnahme die Aufhebung de» fchöffengerichtlicheu Unheil» unb die Freisprechung deS Angeklagten, und demgemäß erkannte auch der Gerichtshof. Während dieser sich zur Berathung zurückgezogen hatte, veranlaßte der Staatsanwalt die Verhaftung deS Verletzten und Hauptbelastungszeugeu Roth von Leusel, wegen dringenden Verdachtes deS Meineides.
•* Die Zahl der Berate Deutschlands ist nach der neuesten Medicinalstatistik im vergangenen Jahre auf 22,287 gegen 21,621 in 1893 gestiegen - die Zunahme beträgt 3,1 pEt., etwas weniger al- in den Vorjahren. Preußen zählt 13,267, (12,851), Bayern 2546 (2431), Sachsen 1633 (1573), Baden 865 (855), Württemberg 764 (759), Els°ß Lothringen 634 (632), Hessen 568, Hamburg 453 (429), Mecklenburg- Schwerin 242 (249), Braunschweig 213 (217), Sachsen- Weimar 172(172), Oldenburg 140(135), Anhalt 120 (104), Bremen 117 (110), Sachsen-Coburg Gotha 98 (95), Sachsen- Meiningen 83 (81), Sachsen Altenburg 70 (70), Mecklen- burg-Strelitz 57 (59), Lübeck 53 (53), Lippe-Detmold 49 (50), Reuß j. L. 46 (44), Schwarzburg Rudolstadt 32 (36), Schwarz. burg-Sondershausen 32 (31), Waldeck 29 (30), Schaumburg- L'ppe 17 (18) und Reuß ä. L. 17 (18) Aerzte. Unter de« preußischen Provinzen hat die meisten Aerzte Rheinland mit 2061 (1992), demnächst der Stadtkreis Berlin mit 1834 (1799). Nach dem Flächenraum mrihrilt, kommen in Deutsch landauf 100 Quadrat Kilom. 4,07 Aerzte gegen 4 in 1893. In Hamburg kommen auf 100 Quadrat-Kilometer 113,25, in Bremen 46,80, in Lübeck 17,78 Aerzte- dann folgen Königreich Sachsen mit 10,95, Hessen mit 7,47 Aerzten usw. Auf 100,000 Einwohner kommen 4,50 (4,37) Aerzte, davon in Hessen 5,78 Aerzte. Don den Städten hat'verhältniß- mäßig die meisten Aerzte Straßburg mit 17,8 auf 10,000 Einwohner, dann Frankfurt a. M. mit 12,9, Halle m t 12,1, München mit 11,9, Stuttgart mit 11,3, Berlin mit 10,7, Königsberg mit 10,6, Breslau mit 10,6. Die Zahl der approbirten Zahnärzte war 1007 gegen 915 im Jahre 1893. Heilanstalten gab es im Vorjahr 3219 gegen 3182 im Jahre 1893 mit 199,561 (196,247) Betten. DaS günstigste Vnhältniß besteht in Hamburg, das 15,293 Betten zur Verfügung hat, d. h. 246,66 auf 10,000 Einwohner, während in Berlin nur 9000 Betten oder 57,01 auf 10,000 Einwohner vorhanden find.
-u- Gambach bei Butzbach, 8. Januar. Ein seltenes Fest wurde heute von der Familie Markus Rosenbau« hier gefeiert, daS Jubiläum der goldenen Hochzeit, »nb erfreut sich das goldene Brautpaar im Alter von 81 und 76 Jahren der besten Gesundheit. DaS Fest wurde im engsten Familienkreise in Anwesenheit von 4 Kindern und 18 Enkel« verlebt.
Herbstein. 8. Januar. Ja diesem Jahre feiert Herr Decan HilSdorf sein filternPriester-Jubiläum.
F. EichelSdorf, 8. Januar. Die bet uns abgehaltenen Holzversteigerungen haben recht befriedigende Preise gebracht, denn die Tarifsätze wurden nicht nur erreicht, sonder» nicht unerheblich Überschritten. Wir haben aber auch treffliche Qualitäten und meistens gute Absuhrwege, woher eS (ommt, daß Steiglustige sogar auS bet Wetterau: Reichelsheim, Heuchelheim, Echzell, Gettenau und anderen Orten kommen, die das Holz zur Zeit, wenn die Feldarbeiten noch nicht beginnen, mit ihren eigenen Gespannen abfahren, wodurch die Leute auf billige Weise zu trefflichem Brennmaterial gelange*.
Laubach, 7. Januar. In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde in der Wohnung deS Georg Göbel VI., schwarze Ellergasse, ein Einbruchsdieb stahl verübt. Der Thäter bediente sich einer in der Hofraithe stehenden Leiter und gelangte, indem er ein Fenster an der Frontseite bei HauseS eindrückte, in die Stube deS unteren Stockwerks, in welchem er ungestört zu Werke gehen konnte, da di? Insassen des HauseS ihre Schlafzimmer im oberen Stockwerke haben. In der Stube entfernte er eine Tischplatte und entnahm der Tischschublade nicht nur die vorhandenen 30 Mark in baar, auf welche Summe der Dieb es jedenfalls nur abgesehen hatte, sondern auch die beiliegenden Werthpapiere im Betrage von 2500 Mark. Als man am Morgen den Diebstahl entdeckte, sand man am Thatorte noch einen Fünfmarkschein unb in der Nähe das ZeituugSpapier, in welches die Werthpapiere eingewickelt waren. Da» Gericht begab sich baldigst ait Ort und Stelle und die Polizei fahndet eifrig nach dem Verbrecher.
8. Hungen, 7. Januar. Bei einer im Laufe diese» Winters dahier abgehaltenen landwirthschaftlichen Versammlung wurde von Seiten einiger Landwirthe die Gründung einer Molkerei-Genossenschaft für Hungen und Umgegend in Anregung gebracht. Da der Vorschlag in dieser Versammlung Anklang fand, werden nun seit letzter Zeit die Zeichnungen für das erforberHitc Milchquantum angenommen. Wie bei allen Neuerungen, so finden sich auch hier ängstliche Gemüther, welche, durch allerhand Vorurtheile verblüfft, glauben, vorerst dem neuen Unternehmen gegenüber zurückhaltend sein zu müssen, während doch der Landwirth gerade in der jetzigen Zeit unbeirrt seinen Blick dahin richten sollte, wo er noch etwa- Bortheil erhoffen kann. Die günstigen. Jahresabschlüsse anderer Molkerei Genossenschaften berechtigen ohne Zweifel zu Hoffnungen.
Lludheim, 4. Januar. Gestern nahm der erste Eursu» für 1895 der landwirthschaftlichen HauShaltungS- schule hier seinen Anfang. In Verhinderung de« Vorsitzenden deSOrtScomitö», Herrn Geh. RegierungSrathS Klietsch zu Büdingen, eröffnete Herr Dberamtmann Westernacher hier die Schule, indem er die erschienenen Schülerinnen und bereit Angehörige willkommen hieß und mit den Bestimmungen der Hausordnung bekannt machte. Herr Medicinalrath Dr. Hauser zu Büdingen vergewisserte sich über den Gesundheitszustand oer Schülerinnen. E» waren zunächst zehn Schülerinnen erschienen und zwar je eine au» Gießen, Rieder Ofleiden, Aulendiebach, Dauernheim, Fronhausen, Oder-Eschbach, Griedel, Jugenheim a. d. B. und zwei auß Bingenheim. Zwei weitere
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