Bürgermeister einer größeren Stadt bei der unendlichen Zersplitterung seiner Thät'gkeit unmöglich, die ihm als Borfitzenden deS Schulvorstandes in erster Lrnie obliegende Beaufsichtigung des städtischen BolkSschulwesenS nur einigermaßen ausreichend wahrzunehmen- selbst wenn dies der Fall wäre, würde er doch zur Herbeiführung oder Aufrechterhaltung der Einheitlichkeit im Schulwesen eines technischen BeratherS nicht entbehren können. Die Jnsufficenz des Bürgermeisters habe in einer Reihe von Schulangelegenheiten dahin geführt, daß mit Umgehung des Schulvorstandes ein dicecter Verkehr -wischen dem Oberlehrer und dem Kreis« Schulinspector sich entwickelt. Zur Bestellung eines Local- fchultnfpectorS habe man sich, mit einer einzigen Ausnahme, in keiner hessischen Stadt entschließen können, weil die geringe Eompetenz desselben ihn in eine heikle Stellung gegenüber dem untergeordneten Lehrerpersonal und dem KreiSschulinspector bringen würde. Die Bestimmung, daß in Städten der etwa vorhandene städtische Schulinspector gleichzeitig zum KreiS- schulinspector ernannt werden könne, sei unausführbar, eö dürfte nicht angängig erscheinen, daß der unter Vorsitz des DürgermeisterS amtierende städtische Schulinspector gleichzeitig alS KreiSschulinspector dem Bürgermeister bezw. Schulvorstand gegenüber die Function deS § 5 der Instruction für die Kreisschulcommission auSübt. Der Referent geht nach sehr eingehender Begründung seiner Darlegungen zur Behandlung der Frage: „Welche Organisation soll an Stelle d>r bestehenden angestrebt werden?" über. Er hebt hervor, daß eS den Stadtverwaltungen ferne liege, die Hand nach »^veräußerlichen Rechten der Staatsverwaltung auSzustrecken, die Erfüllung der Wünsche der Stadtverwaltungen seien vielmehr angethan, die Bestrebungen der Staatsverwaltung auf Hebung des Volksschulwesens wirksamer als bisher zu unterstützen u. s. w. Es seien zu erstreben: Die Beschaffung eines Schultechnikers mit den Befugniffen eines Kreisschul« inspectorS an Händen deS Bürgermeisters, ferner die Bildung eines Collegiums mit den Befugniffen der KretSschulcommts- fion für daö Bereich deS städtischen VolkSschulwesenS. ES schieden somit auS den Functionen der KreiSschulcommisfionen auS: die Aussicht über diejenigen Schulanstalten, welche nicht zu den öffentlichen städtischen Volksschulen gehören, sowie über die nicht an städtischen Schulen beschäftigten Schul aspiranten und Privatlehrer. Was die anzustrebende Stadt- schulcommtssiou betreffe, so wäre diese nach seiner Ansicht zu- iommenzusetzen aus drei von der Stadtverordneten-Dersamm- lung auS ihrer Mitte oder aus den zur Stadtverordneten- Decsammlung wählbaren Einwohnern zu bestellenden Mitgliedern, aus einem von dem Grohh. Ministerium zu ernennenden Staatsbeamten und aus dem staatlicherseitS ernannten Stadtschulinspector, und zwar unter Vorsitz des Bürgermeisters, bezw. seines Stellvertreters. Durch diese Zusammensetzung würden die staatlichen wie städtischen In- tereffen gleichmäßig gewahrt, eS könne sonach der Bürgermeister in eine Colltsion der Pflichten nicht mehr gerathen, da der Schulvorstand der Regel nach nur als aufsehende, beantragende oder die Befehle der vorgesetzten Behörde auS- iührende Stelle wirkt. Es bliebe, falls eine Colltsion überhaupt möglich, nur übrig, die Entscheidung von der Stadtschulcommission auf die Ministerialabtheilung für Schulangelegenheiten zu übertragen. — Der Correferent, Oberbürgermeister Vr. Gaßner«Mainz, erklärt sich mit obigen Darlegungen einverstanden- er ist nur bezüglich der Art der Organisation zum Thetl anderer Meinung. Seine Darlegungen faßt er dahin zusammen, daß eS sein Bestreben sei, die Selbstständigkeit der Städte in der Frage nach allen Seiten hin zu wahren- er beantragt schließlich im Anschluß an den bezüglichen Standpunkt deS Mainzer StädtetagcS von 1892 und unter Wegfall des Schulvorstandes die zu schaffende Stadtschulcommission zusammenzusetzcn aus dem Bürgermeister als Vorsitzenden, drei oder fünf von der Stadtverordneten Versammlung aus ihrer Mitte oder aus den zur Stadtverordneten-Versammlung wählbaren Einwohnern zu bestellenden Mitgliedern und einem Seitens der Regierung auf Vorschlag der Gemeinde zu ernennenden Stadtschulinspector. Sein Bestreben sei: Wahrung der Selbstständigkeit der städtischen Behörden nach allen Seiten hin. In der folgenden Debatte wurde besonders die Nothwendigkeit betont, die in dem Gaßner'schen Anträge nicht enthaltene Geistlichkeit in den zu bildenden Stadtschulcommisfionen vertreten zu sehen, desgleichen sprach man sich für Heranziehen der Oberlehrer aus und zwar aus technischen Gründen. Nur Herr Oberbürgermeister Morneweg von Darmstadt glaubte auf die Mitwirkung der Geistlichkeit lediglich deshalb verzichten zu können, weil den verschiedenen Consesfionen Rechnung zu tragen sei, in Städten aber, wie z. B. Offenbach, wo 6 Confessionen in Frage kämen, würde die Schulcommission zu viel Mitglieder erhalten. Herr Wasserburg ist für Beiziehung der Geistlichen nicht nur wegen Ueberwachung des Religionsunterrichtes, sondern wegen ihres EirfluffeS aus das Erziehungswesen überhaupt- auch Herr Oberbürgermeister Küchler bat keinen Grund, gegen die Mitwirkung der Geistlichen Einspruch zu erheben- er hält die Geistlichen für die Sachverständigen, die man nicht entbehren könne, ebensowenig wie die Oberlehrer, die man auS technischen Giünden beiziehen solle. Auch Herr Oberbürgermeister Brink-Offenbach spricht sich für Beibehaltung der Geistlichen auS. Herr Oberbürgermeister Gaßner modificirt schließlich seinen Antrag auf Zusammensetzung der Stadt- schulcommission wie folgt: 1) Vorsitz Bürgermeister, 2) drei oder fünf von der Stadtverordneten - Versammlung auS ihrer Milte oder aus den zur Stadtverordneten - Versammlung wählbaren Einwohnern zu bestellende Mitglieder, ein Geistlicher jeder Consession und zwei Oberlehrer, 3) ein Seitens der Regierung aus Vorschlag der Ge- meinde zu ernennender Stadtschulinspector. Es wird im Sinne dieses Antrages beschloffen. — Die Verhandlung über den in die nichtöffentliche Sitzung verwiesenen Antrag der Städte Kastel, Heppenheim, Groß-Gerau und Gernsheim auf Zulassung zum Städtetag schloß mit
Genehmigung des Antrags. — Der 7. Gegenstand der Tagesordnung : Die unterschiedliche Behandlung der Stadt« und Landgemeinden bei Aufbringung der Gehalte der Volksschullehrer kam der vorgeschrittenen Zeit wegen nicht mehr zur Berathung. — Nachdem rod) beschloffen, den nächsten Städtetag in Darmstadt abzuhalten, wurde der 5. Städtetag nach einigen geschäftlichen Mitkheilungen geschloffen.
*• Zur Stadtverordueteuwahl. Die socialdemokratische Partei beabsichtigt, zur bevorstehenden Stadtverordnetenwahl mit drei Caudidaten auf dem Plane zu erscheinen, wovon zwei bereits nowinirt find. Es find die Herren Bürstenmacher Julius Bräutigam und Kaufmann Eduard Krumm.
Theater-Verein. Das sechste VereinSjahr begann gestern mit der Darstellung des auch in Frankfurt wieder aufgenommenen Schauspiels „HauS Fourcharnbault" van E. Augier. Das Stück ist alt, sehr alt- seine Fabel ist schwach, sehr schwach. Der Banquier Fourcharnbault steht vor dem Bankerotte, weil Madame schwach im Kopfrechnen ist. Herr Bernard, ein Selfmademan, der zwei Millionen und noch mehr Edelmuth besitzt, erbietet sich zum Kompagnon und er« theilt Madame Privatunterricht in der Zinsrechnung. Von da ab geht Madame nur in wollenem Kleide und fährt Droschke zweiter Klaffe. Das HauS ist gerettet. Herr Fourcharnbault hat auch eine Tochter, die, um Baronin zu werden, einen ungeliebten Baron heirathrn möchte. Herr Bernard ertheilt Frl. Blanche Privatunterricht über Herr Begriff von Jntereffenheirath, und Frl. Blanche erwählt einen braven, jungen Mann, der Herrn Bernard „unter Thränen" seine Liebe gestanden bat. Herr Fourcharnbault hat auch einen Sohn, der für Baccarat und freie Liebe besonders günstige Anlagen zeigt. Herr Bernard ertheilt Herrn Leo- pold Privatunterricht im Edelmuth, und Leopold kehrt auf den dornenvollen Pfad der Tugend zurück. — Der Stoff hätte sich trefflich für Ottilie Wildermut geeignet, hätte Augier eS nicht für nöthig erachtet, den edlen Mann mit dem erfolgreichen Privatunterricht zum natürlichen Sohne FourchambaultS zu machen- dadurch geht eß freilich einigermaßen über den Kreis der Mädchenpensionate hinaus. Schmackhaft wurde das Gericht durch die Sauce, in der eß servirt wurde - durch eleganten Dialog, blendende Schlagworte, feine Characterzüge, geschickte Führung und vor Allem durch ganz vorzügliche Darstellung. Herr Intendant Claar, dieser Förderer aller Kunst-Jntereffen, dem der Theaterverein so Vieleß verdankt, deffen thatkräftige Unterstützung wir Gießener mit freudigem Danke zu schätzen wiffen, hatte wieder die bewährte Schaar seiner Getreuen herübergesendet. Und diese unterstützten den Dichter aufß Beste, brachten die Vorzüge deß Stücke» wirksam zur Geltung und verdeckten fein« fühlig seine Schwächen. Augier hat dem edlen Sohne nebst seiner edlen Mutter die Hauptaufgaben zuertheilt- in Herrn Bauer lernten wir einen ganz hervorragenden Darsteller solcher Characterrollen kennen- Frl. Frank war uns von früheren Jahren her in bestem Gedächtniß: sie standen Beide auf der Höhe der Kunst und gestalteten den zweiten und den fünften Act ganz meisterlich. — Köstlich hob sich Herrn SzikaS friedltebender, unentschloffener, glattrasirter Fourcharnbault von Frl. Königs energischer, kluger Madame Fourchambault ab. Frl. Königs prächtiger Humor Überwand selbst die unangenehmen Züge ihrer Rolle. In ihrer Erscheinung wie in ihrem Spiel Überaus sympathisch war Frl. Ch. Doch- im Ernste wie im Uebermuth, in Zärtlich kett wie im Affect leistete sie Hervorragendes. — Die Geschwister Leopold und Blanche wurden vortrefflich von Herrn A. Meyer und Frl. A. Bock gegeben- sie machten sogar ihre wunderbaren Bekehrungen glaublich. — Herr Hermann endlich schuf einen Baron und Präfecten, auf den er stolz sein kann - in jedem Worte und in jeder Miene durchdacht, durcharbeitet und doch auß einem Gusse. — In Summa: Gießen kann auf eine künstlerisch vollendete Vorstellung, auf einen genußreichen Abend zurückblicken.
♦* Evangelischer Bund. Die fast in jedem Jahre an Lutherß Geburtstag stattfindenden Familienabende deß Evangelischen Bundeß, zu denen alle Evangelische un- entgeidlichen Zutritt haben, sind für Diele schon ein so festes Bedürsniß geworden, daß wir auf die am nächsten Sonntag Abend im Leib'scheu Festsaale stattfindende Feier kaum noch hinzuweisen brauchen. Im Mittelpunkt derselben steht wie immer ein dem Tage entsprechender Vortrag. Wenn dieser sich „über die socialen Anschauungen Luthers" verbreiten wird, so greift er in das Gebiet, daß heute nun einmal im Vordergründe deß Interesses steht, und über welches Lutherß Anschauungen zu kennen, von be sonderem Werthe sein muh- zumal, da der Vorstand in der Person deß Vortragenden, Herrn Pfarrer lic. theol. Eck von Rumpenheim, einen auf diesem Gebiete in Fachkreisen vielgenannten und verdienten Redner gewonnen hat. Sodann wird der Abend auch noch durch musikalische Vorträge außgezeichnet fein, seitens deß Kirchengesangvereins, sowie durch Violinvorträge seitens eineß sehr geschätzten hiesigen Freundes deß Evangelischen Bundeß, an deffen hervorragendem Spiel wir unß schon in mancher Aufführung zu kirchlichen oder humanen Zwecken freuen konnten. Somit darf den boffentlich recht zahlreich am Sonntag im Leib'schen Saale Erscheinenden eine in aller Schlichtheit würdige und genußreiche Feier in Aussicht gestellt werden.
•• Eircrrs Althoff. Gestern Abend gab Herr Director .'l Ith off bte erste Vorstellung In dem auf OswaldSgarten ausgestellten Zeltcircus. Trotz deS regnerischen WeiterS war ein zahlreiches Publikum erschienen. Die Einwohnerschaft GlehenS kennt bereits die gediegenen Leistungen des Personals und erscheint eS daher nicht nStdig, auf die Einzel« heilen der gestrigen Vorstellung näher einzugehen. Es fei nur hiermit auf die heute Abend stattfindende zweite vor- stellung aufmerksam gemacht. Wer fich einen genußreichen Abend verschaffen will, der versäume nicht, die Vorstellung • zu besuchen.
nn.e* Die Einnahme» an Zölle» und gemeinschaftlichet: Verbrauchssteuer» im Großherzogthum Hessen im Rechn ac fahr 1894/95 beliefen sich inSgesammt aus 12,448,961 Mk. 35 Pf. Hiervon entfielen aus EingangSzölle 7,851,322 Mk., auf Tabaksteuer 385 689 Mk., Zuckersteuer 582,451 Mk., Salzsteuer 1,098,029 Mk., Branntweinsteuer 1,220,466 Mk., Brausteuer 915,589 Mk., Uebergangßabgaben von Bier 119,082 Mk., ReichSstempelabgaben 119,183 Mk. und Re chS- spielkartenstempel 157,135 Mk.
•* Statistisches. Nach dem vorläufigen Ergebnisse der Berufs« und Gewerbezählung vom 14. Juni b. I. betrug die Zahl der Haushaltungen im Großherzoardvur Hessen 218,142 (Starkenburg 93,037, Oberheffen 56,861, Rheinhessen 68.544), ort-anwesende Bevölkerung 1,031 791 (512,802 m., 518,989 w.) - davon kamen aus Starten bürg 440,274 (219,397 m., 220,877 w.), Oberheffen 273 588 (134,997 m., 138,591 w.), Rheinhessen 317,929 (158,408 in., 159,521 w.). Landwirtdschaft-karten wurden ausgestellt 135,979 (Starkenburg 55,925, Oberheffen 14,344, Rhe u- hessen 35,510); Gewerbebogen 31,353 (Starkenburg 13,849, Oberhessen 8066, Rheinhessen 9938). 5 Städte haben irhr als 10,000 Einw. (Mainz 74,917, Darmstadt 61,268, Offenbach 38,841, WormS 27,165, Gießen 22,753). — Im Großherzogthum Hessen wurden im Jahre 1894 15,014 ehel che männl. Kinder lebend geboren, 14,434 weibl.- tobtgetoren 635 m., 456 w., unehelich lebend m. 1254, w. 1263, tobt 69 m., 55 w., im Ganzen 33,180. ZwillmgSgedu^r n kamen 396 vor, DrillingSgeburten 6. Die Zahl der Gestorbenen (einfch. der Todtgeborenen) belief sich auf 11,047 m , 10,392 w., im Ganzen auf 21,439. Vie Zahl der Eheschließungen war 8241 , der Ehescheidungen 71. D. Tgl. Anz.
** Aus dem Amte Hultenberg Auf Anregung Sr. König!. Hoheit deS GroßherzogS ist eben in unserer Gebend ein Verein in der Bildung begriffen, der die Erhaltung und Veredelung der oberhesfischen weiblichen Do ks- trächten bezweckt. Der Verein, der ordentliche Mitgl eder (Jahresbeitrag 20 Pfg.) und außerordentliche Mitgl rder (1 Mk. Jahresbeitrag oder 10 M'. ci-.mal'ger Beitrag) auf» nimmt, wird unter anderem jährlich Preise ober Ausstat- tungSbeihülfen an besonberS brave und gefitt te Verein nnt glieber verteilen, wie auch Cvnfirmandinnen unterstützen. Zunächst können bie Gemeinden deS alten Amtes Hüttenderg, die Rabenau und TreiS a. b. Lumda, wv fich die alte Tracht noch am meisten erhalten hat, als Arbeitsgebiet des Verein- gelten, der fich bann aber hoffentlich in Oberhessen weiter außbretten wird. Wir wünschen dem Vereine, der ja viele Vorbilder in Baden und Bayern hat, ein fröhliches Gedeihen- daß Festhalten an alter Tracht und Sitte Seitens feiner Mitglieder bei allen feierlichen Gelegenheiten kann bte Liebe zur Heimath und ein gesunde- StandeSbewußtsein nur fördern.
Hambach, 7. November. Bei einem vorgestern dah er stattgehabten Brand wurde eine Scheune, ein Stall nebst Anbau eingeäschert. Daß Feuer brach Mittag- 1 Uhr in der Hof- raithe beß Herrn Heinrich Frank auß. Der aufopfernbm Thätigkeit der hiesigen Bewohner ist es zu verdanken, daß unser Ort von größerem Unheil verschont blieb. Die erschienene Ober - Hörgener Feuerwehr brauchte nicht me^r einzugreisen
D. Ober Mörlen, 8. November. Die v. R a b e n a u’idje Besitzung hierselbst kommt am 23, November nochmals zur Versteigerung. Der Zuschlag soll sofort ertheilt werden. (Siehe Bekanntmachung des Großherzogl. Amtsgericht- Bad - Nauheim in heutiger Nummer.)
§ Herbstet», 6. November. Der Sohn der WiUwe und Gasthalterin Wiegand von hier wollte gestern seine Mutter auf die Kirchweih nach dem nahen Müß fahren. Obwohl er ermahnt wurde, das Pferd nicht einspännig in der Schecre zu fahren, that er rß dennoch. Etwa eine Halde Stunde von hier entfernt, auf der R'xfelder Höhe, wurde da- Pferd wild und warf den Wag-n um. Die Frau mußte nach hier zurückgebracht werden, roetl sie eine arge Schulterverletznng erlitten hatte.
Darmstadt, 7. November. Se. Königl. Hoheit der Großherzog hat sich heute früh nach WormS begeben, um an der im Nonnenbufch von Herrn Major v. Hehl veranstalteten Fafanenjagd theilzunehmen. Gleichzeitig mit Sr. Königl. Hoheit nehmen eine Anzahl hiesiger Herren aus den höchsten Kreisen an dieser Jagd Theil. In den nächsten Tagen sollen die bekannten großen Jagden bei Osthofen :c. beginnen. Gestern wurde in einem Theile der Gemarkung Benßheim, in dem von Herrn Major Hall« wachs gepachteten Gebiet eine Treibjagd abgehalten, wo- bei von 12 Schützen 102 Hasen und 9 Hühner geschossen wurden.
A Mainz, 7. November. Mit dem MainzerCarneval ist eö für baß kommende Jahr nidjtß ! Die gedrückten Geschäft-Verhältnisse, bie sich in allen Klassen ber hiesigen Bevölkerung fühlbar machen, haben allseits den Muth und bie Lust zu größeren carnevalistischen Veranstaltungen genommen^ unb sagt sich baher Jeber, baß eß angezeigt, für daß kommende Jahr den Carueval hier pansiren zu lassen. Bon dieser allgemeinen Stimmung beherrscht, hat auch daß letztjährige Comite der „Narrhalla" gestern Abend beschlossen, der den 11. b. Mtß. stattfinbenben geschäftlichen Generalversammlung nur bie Wahl einer Commission vorzuschlagen, die die Verwaltung deß Vermögen- ber ^Narrhalla* übernehmen unb da- Arrangement einiger Maßkenbälle an den Carnevalßtagcn betätigen soll. Wie groß bie gegenwärtig hier herrschenbe Carnevalßmüdigkeit ist, läßt fich daran- erkennen, daß biß jetzt noch nicht eine Stimme laut geworden, bie ernsthaft für baß Abhalten beß nächstjährigen Carneva's eingetreten ist. — Die Ergäuzungßwahlen zur hiefigen Skabtverordneten - Versammlung finden am 28. dsß. Mtß. statt. Man ist vielseitig bemüht, unter den verschiedene» Parteien auf der Grundlage der Wahrung beß Besitzstände-


