Ausgabe 
9.4.1895 Zweites Blatt
 
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S heißt, daß massenhafte russische Truppentransporte nach Ostaflen abgingeu.

Newyork, L. April. Ün8 Piladelphia wird qe- meldet, daß das Zuckerftzndicat ein Rundschreiben erlassen hat, in welchem die Unterhändler ausqefordert werden, keine Geschäfte in ausländisch em Zucker mehr zu waten, weil der deutsche Zucker in großen Mengen bedeutend billiger abgesetzt wird als der Zucker des ShndicatS von gleicher Qualität.

CocaUs nnö provinzielles.

Friedberg. 6. April. Das hiesige Schullehrer Seminar war im verflosienen Schuljahre von 108 Zöglingen 6c» sucht, wovon 92 der evangelischen und 16 der katholischen Tonfesfion anaehören. Bon den Seminaristen waren aus der Provinz Oberhesien 86, Starkenburg 13, dem König­reich Preußen 9. Die öffentliche Entlastung fand am 5. April statt, die Aufnahmeprüfung beginnt den 8. April und das neue Schuljahr nimmt den 6. Mai feinen Anfang.

Offenbach. 6. April, « Offenbach ist. wie dieOff. Ztg." mittheilt, zum Geburtstag des Fürsten Bismarck in Fried» richSruh ein äußerst originelles Geschenk eingetroffen. ES ist die- ein Stückchen Brod aus der Belagerung-zeit von Paris, das damals von dem Lieutenant Fischer, dem ersten Frankfurter Artillerie-Einjährigen, erworben wurde. ES ist nunmehr dem Fürsten Bismarck mit einer entsprechenden Widmung übersendet worden. DaS Stückchen Brod, aus Hafer, Stroh und Spelz bereitet, ist unter Glas gerahmt, die Firma Blohorn hat ein sehr geschmackvolles Kästchen mit Kornblumen und goldenen Sternen unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

A Mainz, 7. April. Für morgen Abend haben die hiesigen Socialdemokraten eine Volksversammlung in dieStadthalle" einberufen, in welcher der Reichstags»

abgeordnete Singer-Berlin über die allgemeine politische Situation sprechen und insbesondere das geplante Umsturz» gesetz in den SreiS seiner Betrachtungen z'ehen soll. Um übergroßen Andrang bei der Versammlung zu vermeiden", wird diese- Mal ausnahmsweise ein Eintritt-geld von 10 Pfg. pro Person erhoben. Infolge einer Verfügung deS Mini» steriumS haben neuerdings die SreiSämter die hessischen Polizeiorgane beauftragt, da« Verbot deS Besuches von WirthS Häusern und öffentliches Tanz- localen von Seiten der Sinder im schulpflichtigen Alter auf daS genaueste zu überwachen. Die Verordnung, woraus daS Verbot bafirt, bestraft die Wirthe. welche schulpflichtige Kinder in ihrer Wirthschaft dulden und Getränke verabreichen, zu einer Geldstrafe von 30 Mk. AuS allgemeinen poli­zeilichen Gründen hat daS hiesige KreiSamr nachgenannte Personen auf die Dauer von 3 Jahren au« dem Groß- herzogthum Hesten auSgewiesen: Ehr. Friedrich, Dach­decker, auS Kaiserslautern, W. Gebhard aus Eaffel, G. Kellmayer, Sreinhauer, auS Werrn, I. MerkowSky, Maler, auS Lytz. I. Göller, Taglähner, auS Fulda, I. Hur Witz, Metzger, auS Levern, D. Schamberg, Arbeiter, aus Neunkirchen und I. Schilling, Taglöhner, aus Stammheim.

Vermischte».

* Hamburg, 2. April. Die Criminalpolizei verhaftete gestern einen in der Allee wobuenden'jungen Mann, der feit Jahren de« deutschen Kaiser Briefe frivolen Inhalts gesandt hat. Nähere- über die Angelegenheit entzieht sich bis jetzt noch der Mittheilung. Der junge Mann wollte gerade heute als Einjähriger bei dem 31. Regiment ein» treten.

Preußische Staatsschuld. Der Betrag der preußischen Staatsschuld belief sich nach dem den beiden Häusern des

Landtages soeben zugegangenen Bericht der Staatsschuld«« commiision über die Verwaltung de« StaatSschuldenweseuA im Rechnungsjahr 1893/94 am 31. März 1894 auf 6,368,098,953.54 Mk gegen 6,239,839,629.93 Mk. am 31. März 1893.

* Heber Riesen auf der Schulbank, außergewöhnlich große Schulknaben, wacht diePreuß. SLulztg." inerefsante Mit theilungen. In Alexanderhütte (Schlesien) ist ein Schulknabe 1,73 Meter hoch, schon eine recht annehmbare Mannr-hthe. In Ragow bei Lübbenau maß ein Schüler 1,72 Meter. Die Dorfschule in Delbelang (Westhavelland) zählt einen 14jährigen Knaben zu ihren Kostgängern, der 1,75 Meter mißt und 135 Pfund wiegt. Aber über diele Größe kommen zwei Sprößlinge der Neumark, der Knabe I. Stembach in Lippedne mit 1,80 Meter und ein Schüler G. Fischer der 2. Bürgerschulklaffe in Sonnenburg, der mit 14 Jahren gar 1,85 Meter mißt, weit hinaus. Wie bedeutend da- Wach- thum in diesem Alter oft ist, zeigt eine Eintragung in dal Schultagebuch eine- SpreewalddorfeS. Dort stehl unter« 8. April 1891:P. Bär, 1,65 Merer. (Geht noch 1 Jahr.)" Der Knabe war also 13 Jahre alt. Im nächsten Jahre ist eingetragen:P. Bär, 1,77 Meter peinige Zentimeter mehr als der Lehrer!)" Man sieht, das Geschlecht der Riesen ist, entgegen der Meldung der Sage, noch nicht au-gestorben. Die vorstehend angeführten Beispiele stammen mit einer Aus­nahme alle au- der Mark Brandenburg. Vielleicht haben auch andere Lande-theile ebenso lange Kerle auf der Schul­bank aufzuweisen.

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