Ausgabe 
9.4.1895 Zweites Blatt
 
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Dienstaq dm 9. April

Zweites Blatt

Wr. 84

Vierteljähriger

Amts- unb Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen

Gratisbeilage: Hießener Kamilienbkälter.

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1. Appell Nachmittags 3 Uhr:

Offiziere, Sanitäts-Offiziere und Beamte» der Neferve und Landwehr I. Aufgebots.

Reservisten, sowie zur Dispofitiov der Truppentheile und der Ersatz - Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen.

2. Appell Nachmittags 4 Uhr.

Wehrleute I. Aufgebots aller Waffen und Ersatz- Reservisten.

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1. Appell Vormittags 9 Uhr 30 Minuten:

Offiziere, Sanitäts-Offiziere und Beamten der Reserve Landwehr I. Aufgebots.

Reservisten, sowie zur Disposition, der Truppentheile der Ersatz - Behörden entlassenen Mannschaften aller

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Gießen, am 28. März 1895.

Betr.: Frühjahrs-Controlversammlungen.

Das Grotzherzogliche Kreisamt Gieße«

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Nachstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen lasten.

v. Gagern.

nach den vorläufigen Dtspofirionen dürfte die Anwesenheit tx die erste Septemberwoche fallen. Dies würde etwa die ganze Woche ausfüllen, indem ein fünf« bis sechstägiger Aufenthalt vo» 3. bis 8. September in Aussicht genommen fein fall.

Ein neues Zucker st euergefetz soll in Aus­arbeitung begriffen fein.

EinVerein zum Schutze der deutschen Goldwährung" hat sich auf die Anregung des national­liberalen Reichstagsabgeordneten für Stuttgart, Comrnerzien- rath Siegle, gebildet. Auf Wunsch deö AuSschusteS, der einstweilen die Geschäfte des neuen Vereins leitet, ist StaatS- minister a. D. Delbrück als Ehrenpräsident an die Spitze deffelben getreten. Der Verein soll seinen Sitz in Stuttgart erhalten, eS find schon zahlreiche Beitrittserklärungen erfolgt.

Der neue ReichStagSpräsident v. Buol hat angeblich den Berliner Lorrespondenteu eines Pariser Blatte» empfangen und soll sich ersterer hierbei über die jüngste PräfidentenkrifiS im Reichstage verbreitet haben. Herr v. Buol hätte, wie eS heißt, das Ganze als eigentlich anf einem Mißverständnisse beruhend bezeichnet und erklärt, auch daS Eentrum erkenne die großen Verdienste des Fürste» Bismarck an, aber eS fei in unhöflicher Weife aufgefordert worden, sich an der Bismarckehrung zu betheiligen, außerdem habe man aus der Feier eine Demonstration im Siune der BtSmarck'fchen Gesammtpolitik macken wollen und da mußte : sich daS Eentrum weigern._________

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E. Zu Sich

1895 am Bahnhof für die Bewohner von

Klein«), Odenhaufen mit Appenbörnerhos, Queckborn, Reinhards« Iain, Reiskirchen, Mddingshaufen, Saafen mit Bollnbach, öeitsberg und Wirrberg, Stangenrod, Stockhaufen, Weickarts­hain, Weitershain mit Hainerhof, Winnerod.

1. Appell Nachmittags 1 Uhr:

Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots, Reservisten sowie zur Dispofition >er Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlastenen Mannschaften aller Waffen.

2. Appell Nachmittags 2 Uhr 30 Minuten: Wehrleute I. Aufgebots aller Waffen und Ersatz-Reservisten.

D. Zu Hungen

am 27. April 1895 am Friedhof für die Bewohner von: Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langs­dorf, Muschenheim mit Hof-Güll, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof-Graß, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen.

Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Ausland«- nehm« Anzeigen für denGießener Anzeiger" nttgeg«.

Bringerloh«.

Durch die Post bezog« 2 Mart 50 Pfg.

Rtbachon, Expedition und Druckerei: KchutNrahe Jr.7. Fernsprecher 51.

Befreiungsgesuche sind bis längstens 8 Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege (durch das Hauptmeldeamt) einzu­reichen und müffen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein, werden aber nur im dringendsten Nothfalle genehmigt.

Diejenigen Mannschaften, bei denen Fußmessungen noch nicht vorgenommen wurden, haben überhaupt keine Ausficht auf Befreiung.

Die Leute treten in bürgerlicher Kleidung an. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Cigarren sind vorher wegzulegen.

Die Militärpapiere (Paß und FührungSzeugniß) müffen zur Stelle sein.

Sämmtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen

Ausland.

Budapest, 6. April. Aus versecz wird gemeldet daß die Hochflnth der TemeS, die seit 1887 keine solche Höhe wie gegenwärttg erreicht hat, den Durchbruch deS SlsenbahndammeS bet Vota in der verfloffenen Nacht bewirkt hat, wodurch auf der Linie Versecz der Verkehr unmöglich ; wurde. Heute Morgen stuthete die vom Sturmwinde ge- , peitschte Waffermenge über den provisorischen Damm bei ; Boka. Die Bewohner deS In beträchtlicher Höhe liegenden Ortes wurden angesichts der hereinbrechenden Gefahr von einer unbeschreiblichen Panik ergriffen.

\ Preßbnrg, 6. April. Die Nachrichten auS dem über- : schwemmten Marchthale lauten trostlos. Bon Dim- . bürg bis Theben stehen 40,000 Joch unter Wasser.

No«, 6. April. Bon gut unterrichteter Seite wird mit- gciheilt, daß der Papst kein neues Dokument über die sociale Frage veröffentlichen werde. Derselbe habe vielmehr einer von eine« angesehenen Prälaten verfaßten Broschüre seine volle Zustimmung gegeben.

Pari», 6. April. DerGauloiS" meldet heute, daß i» Ministerium Nachrichten au« London eingetroffen find, wo- 1 nach die Anarchisten in London eine neue Campagne vor­bereiteten, um Frankreich mit Dynamitattentaten heim« ; zusuchen. Die Londoner Geheimpolizisten belauschten die ! Anarchisten. Die Regierung ordnete bereits eine strenge : Ueberwachung aller aus London kommenden Reisenden an. i Alle Verdächtige sollen verhaftet werden.

Paris, 6. April. Die Erregung unter de« ' strikenden Zünddolzarbeitern wird durch die täglich auS Belgien eintreffenden Sendungen aufs Aeußerste ge- j steigert. In allen ihren Versammlungen fahren fie fort, den ' Ausstand als das einzige Hilfsmittel anzusehen.

Der eene Kolonialkrieg der Engländer in den nord­westlichen Grenzgebieten Indiens, wie er fich' durch die englische Expeditton gegen Tschitral darstellt, hat den Eng­ländern mir der Erstürmung des MalakandpaffeS einen ersten größeren militärischen Erfolg gebracht. An einem der dieser Action zunächst gefolgten Tage kam eS zu einem Zusammen­stöße zwischen der ersten Brigade der Tichitral-Expedition und dem Feinde jenseits des MalakandpaffeS, doch lagen über die- Treffen Ende voriger Woche noch keine näheren Nach« richten vor.

Petersburg, 6. April. Der ehemalige Finanzmimster WischnegradSkh ist in der vergangenen Nacht um 12 Ähr gestorben.

In Japan wie in China fetzt man offenbar keme sonderlichen Erwartungen auf die Fried enSv erh and- lungen von Schinionoseki. Die Japaner betreiben mit ungeschwächten Kräften ihre Vorbereitungen für die eventuelle Fortsetzung des Krieges, anderseits wird auS China von neuen Truppenaushebungen und allerhand Vertheidigungs- maßregeln berichtet. Auf Formosa soll eine Schlacht zwischen den gelandeten japanischen Streitkräften und den dortigen, , angeblich 80,000 Mann starken Truppen Chinas bevorftehen. ; Aber auch Rußland scheint ein ernstes Wörrlein bei den kriegerischen Wirren in Ostasien noch mitsprechen zu wollen,

Conttoltages bis einschließlich Mitternacht unter Militärgesetz.

Gießen, den 25. März 1895.

Großherzogliches Bezirks-Commando.

I. V.: Beck.

Premierlieutenant und Bezirks-Adjutant.

26. April 1895 am Bahnhos für die Bewohner von: Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der DickelSmüble, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle und Sommermühle, Keffelbach mit der Rabenau'fchen Papiermühle, Lauter mit der Arztmühle, Bing-

Lekauntmachuag.

Bei den diesjährigen Frühjahrs-Controlversammlungen « Kreise Gießen haben zu erscheinen alle zum Hauptmeldeamt Gieße» gehörigen:

1) Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve xnd Landwehr I. Aufgebots (Anzug : Helm, Waffenrock ohne Schärpe).

B Reservisten, sowie zur Dispofitton der Truppentheile und der Ersatz-Behörden Entlaffenen.

3) Wchrleute I. Aufgebots, die vom 1. October 1882 ab eingestellt worden.

4) Ersah-Refervisteu, geübte und nicht geübte.

Nachstehend ist angegeben, wo und zu welcher Zeit die Coxtrolpflichtigen anzutreten haben:

A. Zu Gießen

« Oswalds Garten für die Bewohner von Annerod, Burk­hardsfelden, Gießen mit Schiffenberg und Herrnwald, Heuchel­heim, Klein-Linden, Oppenrod und zwar:

am 25. April 1895.

1. Appell Vormittags 8 Uhr:

Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots.

Reservisten sowie zur Dispofitton der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften der Infanterie.

2. Appell Vormittags 10 Uhr 30 Minuten: Wehrleute I. Aufgebots der Infanterie.

3. Appell Nachmittags 1 Uhr 30 Minuten:

Reservisten, sowie zur Dispofition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlaßenen Mannschaften und die Wehrleute I. Ausgebots aller übrigen Waffen und zwar der Garde, Jäger, Cavallerie, Feld, und Fuß-Artillerie, Pioniere, Eisenbahn- und Luftschiffertruppen, des Trains (einschl. Krankenträger), Sanitäts- und Veterinärpersonals, Büchsen- machergehülfen, Oecoi'.omie-Handwerker und Marine-Mann­schaften.

4. Appell Nachmittags 3 Uhr:

Sämmtliche Ersatzreferoisten.

5. Appell Nachmittags 4 Uhr:

für die Bewohner von Allendorf a. d. Lahn, Großen-Linden, Lang-Göns, Leihgestern, Watzenborn und Steinberg, Hausen.

Reservisten und Wehrleute I. Aufgebots zur Dispofition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassene Mann­schaften aller Waffen sowie der Ersatz Reservisten.

B. Zu Lollar

m 26. April 1895, neben dem neuen Bahnhofsgebäude für die Bewohner von Allendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen mit Heibertshaufen, Großen-Bufeck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda., Trohe, Wiefeck.

1. Appell Vormittags 8 Uhr 45 Minuten:

Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebot«, Reservisten sowie zur Dispofi- tite der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlaffenen Mannschaften aller Waffen.

2. Appell Vormittags 9 llhr 45 Minuten:

Wehrleute I. Aufgebots aller Waffen.

3. Appell Vormittags 10 Uhr 30 Mimtteu: Ersatzrefcrvisten.

C. Zu Grünberg

Llbach, Birklar, Dorf-Güll, Eberstadt mit Arnsburg, Ettings- Haufen, Garbenteich, Grüningen, Holzheim, Lich mit Albacher- Hos, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, RieoeriBessingen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbach.

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Waffen.

2 Appell Vormittags 10 Uhr 30 Minuten:

I. Aufgebots aller Waffen und Ersatz

Deutsches Reich.

Berlin, 6. April. DerNordd. Allg. Ztg." zufolge ist die Blättermeldung, wonach hinsichtlich des Empfanges der Reichstagspräsidenten v. Buol und Spahn beim Kaiser Vorbesprechungen stattgefunden hätten und Zu­sicherungen Über die Art deS Empfanges ertheilt worden seien, völlig erfunden.

Berlin, 6. April. Nach de« .Reichsanzeiger" ist die Meldung französischer Blätter, daß fich die deutsche Heeres- Verwaltung eines von dem französischen Obersten de Rue vor einigen Jahren erfundenen Säbelmodells unter Nicht­achtung der Rechte des Genannten bemächtigt und mit diese« Säbel die preußische Cavallerie bewaffnet habe, völlig un­zutreffend.

Berlin, 6. April. Mit Bezug auf die Mittheilnng, daß der Kaiser Franz Josef den diesjährigen bei Stettin abzuhaltenden deutschen Manövern beiwohnen werde, erfährt dieÄreu^tg.*, der Tag der Ankunft deS Kaisers Franz Joseph in Stettin sei zwar noch nicht genaufestgestellt-

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Steterer Anzeiger erscheint täglich, mk Ausnahme btl Montags.

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