reich würde dann alle Ursache haben, seinen Weg durch Belgien -u nehmen, um in Deutschland einzudringen.
Loudon, 7. Februar. Der Dampfer „Majestic", welcher auS Newyork in Queenstown eingelausen ist, theilt mit, er habe ungefähr 200 Meilen von Irlands Küste ein Schiff gesehen, welches Notsignale gegeben habe. Bevor sich jedoch die „Majestic" nähern konnte, war daS Schiff verschwunden. Die Nachkuchungen waren fruchtlos. Der Name des Schiffes blieb unerkannt.
Petersburg, 7. Februar. In offiziellen Kreisen wird bestätigt, daß Rußland eine Annektion Koreas durch Japan nicht zugeben, sondern die weitere Unabhängigkeit des Landes verlangen uitf diesen Willen zu geeigneter Zeit der japanischen Regierung kundgeben werde.
Newyork, 7. Februar. Der französische Dampfer .GaScogne" ist hier seit drei Tagen überfällig. Ebenso der Dampfer „Amerique", von welchem man seit dem 27. Januar kein Lebenszeichen Hot.
Sitzung der Stadtverordneten
am 7. Februar 1895.
Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneien Georgi und Grüneberg, von Seiten der Stadt- verordneten die Herren Adami, Brück, Flett, Dr. Gutfleisch, Habenicht, Helfrich, Heyligenstaedt, Jughardt, Keller, Löber, Petri, Dr. Ploch, Dr. Schäfer, Scheel, Schiele, Simon, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels.
Nach Mittheilung des Herrn Oberbürgermeisters Gnauth ergab sich auS dem für 1895/96 zum Ausgebot gekommenen Eichenslammholz (623 Fstm.) ein Erlös von 15,423 Mk., gegenüber einem Tarifpreis von 12,472 Mk.- eS wurde ein Einheitspreis von 24.79 Mk. pro Festmeter erzielt gegen 21.78 Mk. im vorhergehenden Jahre.
Dem Voranschlag des Gaswerks sür 1895/96 ist, «aS den Erlös für verkauftes GaS betrifft, zunächst und zwar mit Rücksicht auf die zunehmende Einführung des GlühlichtS, eine wenig belangreiche Zunahme des Verbrauchs an Leuchtgas zu Grunde gelegt, dagegen hat die Rechnung beS letzten Etatsjahres, besonders aber der Monat December 1894, eine erfreuliche Zunahme an Heiz- und Motorgas auf- gewiesen, so daß der AuSsall an Leuchtgas eingeholt wurde. Für die hauptsächlichsten ordentlichen Einnahmeposten find folgende Beträge eingestellt: GaS Mk. 129,364.10, EokeS Mk. 35,200, Theer 3912.30, Ammoniakwaffer Mk. 2484, Gsseinrichtungen Mk. 24,900, GaSmeffermiethe Mk. 1450, von Gebäuden und Grundstücken Mk. 1715, verschiedene Einnahmen Mk. 744.60. Summa der ordentlichen Einnahmen Mk. 200.000, der außerordentlichen Einnahmen Mk. 56,500. — Unter den ordentlichen Ausgaben erscheinen als haupisachlicheste Posten: Anschaffung von GaS- kohlen Mk. 47,700, CokeS rc. zur Unterseuerung der Relorten- -fen Mk. 10,488, Arbeitslöhne sür die Gaserzeugung Mk. 14,000, Hilfsmaterialien für den Betrieb Mk. 1500, Heizung und Beleuchtung der Fabrik Mk. 650, ArbeitS- und Fuhrlöhne rc. auf Nebeuerzeugniffe, ausgebrauchte ReinigungS- masse rc. Mk. 4000, Unterhaltung der Gebäude und Grund- stücke Mk. 900, Unterhaltung der Retortenöfen Mk. 1600, Unterhaltung fämmtlicherFabrikrohrleitungen, derFabrikationS- opparate, der Gasbehälter und des DampskeffelS rc. Mk. 700, Unterhaltung deSStraßenrohrnetzeS Mk.500, Unterhaltung der Betriebswerkzeuge und Geräthe Mk. 1800, Herstellungen und Unkosten auf vermiethete GaSmrffer Mk. 1500, Löhne an die Laternenwärter Mk. 6260, Herstellungen an Straßenlaternen und sonstige Unkosten durch die Straßenbeleuchtung Mk. 1250, Gaseinrichtungen Mk. 18,000, Gehalte Mk. 10,900, Steuern und Abgaben, VersicherungS- und Vereinsbeiträge Mk. 4000, Bureaukosten, Anzeigen, Reiievergütungen rc. Mk. 1850, verschiedene Unkosten Mk. 1100, Zinsen Mk. 19,000, Amortisaiion Mk. 25,000, Anschaffungen sür daS Magazin Mk. 18,000. Summa der ordentlichen Ausgabe Mk. 225,000. Summe der ordentlichen Ausgabe M. 225000, der außerordentlichen Ausgabe Mk. 31,500 (unter letzterer befindet sich ein an die Stadtkaffe obzuliefernder Ueberschuß von 20 000 Mk.) Neben den alljährlich wiederkehrenden verd'sserungen der Betriebseinrichtungen, Erweiterung des Straßennetzes u. s. w. ist im Voranschläge diesmal ein Betrag ausgeworfen sür Versuche zur Anwendung des GlühlichteS für die Straßenbeleuchtung. — Der Voranschlag wurde, nachdem eine Anfrage des Herrn Wallenfels in Betreff der Beleuchtung der Moltkestraße und eine folche deS Herrn Habenicht in Betreff der Beleuchtung deS Eingangs der Senkenbergstraße in die Ostanlage Beantwortung gefunden, genehmigt.
Der Voranschlag des Wasserwerks sieht u. a. erhebliche Ermäßigung des WasserbezugSpreiseS für Großabnehmer vor. Der im Vorjahre auf 25 Pfg. per Eubikmeter ermäßigte Wasserprei» soll vorläufig bestehen bleiben für Abnehmer bis zu 500 Cbm. pro Jahr, doch gibt Herr Oberbürgermeister Gnauth der Hoffnung Ausdruck, daß im Voranschlag 1896/97 der Preis für diese Abnehmer- Kaiagorie auf 20 Pfg wird ermäßigt werden können- für Eonsumenten von 500—1000 Cdm. soll der Preis aus 22 Pfg., sür solche von 1000-10000 Ebm. auf 20 Pfg., für die Kliniken mit einem Verbrauch von 26—27000 Cbm. auf 17 Psg. (bezw. den Selbstkostenpreis), für Gerbereien auf 15 Pig., für Brauereien, bezüglich deren einer Verhandlungen eingeleitet find mit einem Bezug von 30000 Ebm., auf 121/, Pfg. — Neben den laufenden Herstellung-- und GrweitcrungSanlagen ist an Neubauten vorgesehen eine Wohnung für den Maschinisten in Queckborn im Voranschlags- betrage von Mk. 12500. — Für die hauptsächlichsten ordentlichen Einnahmeposten sind vorgesehen: Wasser- zinS 69 500 Mk., Waffereinrichtungrn 20000 Mk., in Summa 89500 Mk. Die außerordentlichen Einnahmen belaufen sich auf 98 635 Mk. — Unter den ordentlichen Ausgaben find vorgesehen: 6380 Mk. für Betriebs- und UaterhaltungSkoften der QuellfaffungS-,
Maschinen- und Kesselanlagen, der Gebäude und Grundstücke in Queckborn, 1700 Mk. für Unterhaltung der ZuleitungS- strecke bis zu dem Hochbehälter sowie des gesammten Straßen- rohrnetzes einschließlich Unterhaltung der Slollenanlogen, der Sammelstellen, der Hochbehälter und der Brunnen, 1400 M. für Unterhaltung nno Bedienung deS WafferwerkeS, 1600 M. für Unterhaltung der BetriebSwerkzeuge, 15000 M. für Waffereinrichtungen, 10 400 M. für Gehalte, 3200 M. für allgemeine Unkosten, 43538 M. Zinsen, 16000 M. für Amortisation. Die Summe aller ordentlichen Ausgaben be- ; läuft sich auf 109900 Mk., der außerordentlichen Ausgaben auf 28 635 M. — Der Voranschlag wurde genehmigt.
Zum nächsten Punkt der Tagesordnung: „Erhöhung deS Schulgeldes an derhöheren und erweiterten Mädchenschule" ist ein schriftlicher Bericht erstattet, dem wir folgendes entnehmen:
Im Jahre 1890 hatte die Sladtverordneten-Versamm. lung daS Schulgeld an der höheren Mädchenschule dahin festgesetzt, daß nach Errichtung einer eigenen Vorschule sür diese Schulabtheilung daS Schulgeld in den 3 Dorfchulklaffen derselben (welches in der gemeinsamen Vorschule 32 Mk. betragen hatte) auf 60 Mk. erhöht wurde, während dasselbe in den übrigen Klaffen der höheren Mädchenschule durchgängig um je 12 Mk. erhöht wurde.
Inzwischen haben sich neben der Erhöhung der Gehalte des gesammten LehrköiperS die Aufwendungen der Stadt gesteigert, ebenso hinsichtlich der Lehrmittel, wie hinsichtlich der baulichen Einrichtung und »der Mobiliarausstattung der Anstalt. Eine vergleichende Zusammenst^llunq der an den übrigen höheren Mädchenschulen deS Landes sestgesetzten Schulgeldsätze hat ferner ergeben, daß die hiesigen zur Zeit die niedrigsten find. AuS angrstellten Berechnungen geht weiter hervor, daß an Schulgeldern eine jährliche Mehreinnahme von rd. 6430 Mk. erzielt werden müßte, wenn die jährlichen Zuschüsse der Stadt zu den Kosten der Anstalt für die Folge nicht höher werden sollen, als zur Zeit der Schulgeldregulirung im Dezember 1890. Darnach ist baß Kuratorium zu dem Antrag gelangt, mit Beginn des neuen Schuljahres das Schulgeld an der höheren Mädchenschule auf durchschnittlich 84 Mk., an der erweiterten Mädchenschule auf durchschnittlich 48 Mk., im Einzelnen nach nachstehender Skala zu erhöhen:
I. Höhere Mädchenschule».
Mainz Darmstadt Offenbach Worms
Sieben
biSber
künftig
Klasse
JC
JL
JL
JL
X
66
72
72
64
60
60
IX
66
72
72
64
60
60
VIII
66
72
72
72
60
60
vn
66
84
72
72
60
84
VI
84
84
72
88
60
84
V
84
84
72
88
60
84
IV
84
84
72
108
72
84
in
120
96
72
108
72
108
H
120
96
72
108
84
108
I
120
96
72
108
84
108
Sa. 876 840 720 880 682 840
y;87,60 M. 84 X 72 JU 88 JL 68,20 84
Darmstadt erhebt für Auswärtige jährlich 12 Maik mehr.
II. Andere höhere Lehranstalten und Erweiterte Mädchenschule.
Gymu. Realgymu.
Realschule
Erweiterte Mädchenschule
Klasse
Jt
Klasse
Klasse
JC.
JL
IX
60
(40)
10
40
8
32
36
VIII
60
(40)
9
8
40
7
32
36
VII
60
(40)
40
6
32
36
VI
96
96
7
64
5
40
48
V
96
96
6
64
4
40
48
IV
96
96
5
64
3
40
60
m ((“: n
108
108
4
3
64
76
2
1
40
40
60
60
108
108
2
76
Summe 296
384
r (u.
*(o.
108
108
1
76
Durchschn.
37 JL
48 vA
Nach Mittheilung des Herrn Oberbürgermeisters sind im Rechnungsjahre 1893/94 auch die Zuschüsse, die die Stadt pro Schülerin zu leisten hatte, am höchsten gewesen ifl den oben angeführten Anstalten, denn sie betrugen 55.47 Mk., während fk sich stellten in der Vorschule deS Gymnasiums auf 14.56 Mk., in den Volksschulen auf 47.06 Mk., in der Realschule auf 41.47 Mk. pro Kops. Die Stadt habe keine Ursache, den Besuch der höheren und erweiterten Mädchenschule durch hohe Zuschüsse zu prämiiren, gegenüber der Volksschule oder RealschuleMdaS PluS müsse von den Eltern getragen werden. Eine Erleichterung des Besuches höherer Schulen für die Knaben fei berech'igt, weil die Knaben durch Besuch höherer Schulen den Grund zu ihrem Fortkommen suchten, welcher Grund bezüglich der höheren Mädchenschule fortfalle, abgesehen davon, daß für besonders begabte Schülerinnen, Kinder weniger bemittelter Eltern, Freistellen vorhanden seien, die bisher in der vordandenen Zahl nicht auS- genutzt wurden. Herr Scheel sprach sich für Annahme der Dchulgeldfätze aus, wie sie in Darmstadt bestehen, wo allerdings für den zehnjährigen Lehrgang ebenfalls 840 Mk. «wie für Gießen vorgefchlagen) erhoben, für die oberen Klaffen aber zu Lasten der unteren niedrige Jahresbeträge erhoben würden. Herr Dr. Schäfer bemerkt, daß die Schulgeld- fätze in Gießen nicht hoch feien, Herr Dr. Landmann möge, damit das über die Erhöhung mißbilligend sich äußernde Publikum erfahre, wie hoch die Sätze in anderen Städten j feien, entsprechende Mittheilungen machen. Herr Vogt ist für besondere Erhöhung drS Schulgelde- für solche Kinder, die von au-wärt- die hiesige Schule besuchen, worauf Herr Dr. Landmann entgegnete, daß deren Zahl höchsten-4 bi-5 betrage. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt, daß e- nicht der Stellung der Stadt entspreche, hier kleinlichen Unterschied -wischen hiesigen und auswärtigen Schülerinnen -u machen,
eß würde» hier auch staatliche Aufgaben erfüllt, nicht nur communale, der Staat leiste auch Gegendienste, u. A. durch Gleichstellung der Lehrer an den Gemeindeschulen mit denjenigen an staatlichen Anstalten, die Opfer, die die Eltern au»- »artiger Schüler in ihrer Lebenshaltung brächten, feien ohnedies so groß, daß man sie nicht noch durch Höhere- Schulgeld erhöhen sollte. — Zum Vergleich der hiesigen Schul- gelosätze führte Herr Dr. Landmann eine Anzahl außer- hessischer Städte an; danach werden erhoben durchschnittlich: in Marburg je nach Klassen 60 bis 90 Mk., in Cassel 90 Mk. (ohne Klassenunterschied), Frankfurt a. M. 120 Mk., Mannheim 72 bi- 144 Mk., Heidelberg 80 bi» 100 Mk., B aun- schweig 100 Mk., Creseld, erweiterte Schule durchschnittlich 68 Mk., höhere Schule 100 bis 150 Mk., W eSbaden 72 bi» 90 Mk., München 150 bis 180 Mk, Ludwigshafen 108 Mk., Uelzeu 90 Mk., Düsseldorf 80 bi« 100 Mk., Flensburg 60 btS 100 bi» 120 Mk., Ludwigslust 60 bis 120 Mk., Waren 60 bi» 100, Wismar 60 bi« 100 Mk., Stuttgart 60 bis 136 Mk., Dresden 108 bis 141Mk. — Der Antrag deS CuratoriumS auf Erhöhung der Schulgeldfätze in der vorgeichlageneu Höhe wurde hierauf angenommen.
Bei Vornahme von Bauveränderungen im vormals Pe tri'fchen Haufe in der Neustadt mußte der vorgesehene Cred't um 480 Mk. überschritten werden, weil sich während des Baues die Nothwendigkeit zu Herstellungen ergab, die nicht vorherzulehen gewesen, desgleichen machte die Unterhaltung der städiischen Thorhäuser eine Crediterweiterung von 470 Mk. nöthig, wozu Genehmigung ertheilt wurde.
Am Ausbau der BiSmarckstraße ist behuf» AnschlusseS an die Stephanstraße eine 20 Meter lange Strecke zu chaufsieen; diese Arbeit soll zum Voranschlag-Preise von 478 Mk. den Accordanten für den Ausbau der Stephanstraße mit übertragen werden.
Zur Verpachtung eines Kellerraume» im städtifchenSchlachtha-tfeandie Firma HaaSLStrauß in Frankfurt wird Genehmigung ertbeilt, ebenso zum frei* händigen Verkauf von nicht mehr verwendbaren Ausziehfeilen.
Eine Gebührenrechnung Großh. Ortsge richt» im Betrage von 18 Mk. 80 Pf. für im Interesse der Stadt besorgte Amtsgeschäfte wird gutgeheißen.
DaS Gesuch der L. C. Rübsamen Dwe. um pacht- weife Überlassung eines KieSlagerplatze« unterhalb der Neumühle wird genehmigt.
Die 4 auf der Tagesordnung stehenden Wirthschäft»- EonceffionSgefuche von Heinrich Koch (im Schwanen), Heinrich Gilbert (Wolfstraße 9 und 11), Prokop Schadeck (Frankfurter Hof), Andrea- Sorgenfrei (Asterweg 7) werden in üblicher Form durch Bejahung der BedÜrfnißfrage erledigt.
totales unO prooittiUac»,
Sieben, den 8 Februar 1895.
•* Schwurgericht der Pronin, Oberhessen. Am 4. März beginnt die erste Schwurgertchtstagung für 1895. Den Vorsitz führt Herr LandgerichtSrath Dr. Best, voraussichtlich wird die diesmalige Tagung ca. 3 Wochen in Anspruch nehmen, da 15 bi« 16 Fälle zur Aburtheilung kommen sollen.
*♦ Theater Verein. „Grüß' Euch Gott, alle miteinander." Mit diesem Eintrittslied de« Adam auS dem Vogelhändler begrüßen wir den Vorstand de« Theater- Vereines, der die famose Idee hatte, durch eine vo rziig- liche Operetten-Gesellschaft den Bogelhändler von Zeller in Gießen zur Aufführung zu bringen und eben so freudig begrüßen wir die Wiesbadener Residenzler, die für die Operette ganz ausgezeichnete Kräfte zur Verfügung haben. Der Vogelhändler gehört zu den wenigen der neueren Operetten, die Lebenskraft gezeigt haben, während die meisten Kinder dieser Muse gleich vielen armen Menschenkindern in dem ersten Lebensjahre dahinsanken. Nicht» an der Lebenskraft deS DogelhändlerS ist gekünstelt- die Fabel, die zu Grunde liegt, ist bei aller Unwahrscheinlichkeit höchst belustigend, Scherz und Liebe, Drastik und Confusion tummeln sich dabei in liebenswürdigster Weise umher. Und, daß sich schließlich trotz oller Hindernisse Alle kriegen, ist selbstverständlich. Ausgeschlossen von dieser Vergünstigung sind nur zwei alte, leibhaftige Professoren, die mit einem schlecht vorbereiteten, aber protegirten Candidaten ein hochnotpeinliche» Exarncn abhalten. Das kaleidoskopische Libretto wird nun durch die Musik auf daS wirksamste unterstützt, so millionenmal die vorhandenen 12 Töne auch zur Melodien- bilbung durcheinanber geworsen find, Zeller hat c« verstanden, wieder neue Kombinationen zu finden und bringt dabet eine Fülle von originellen Einfällen, freilich feine Can on» unb tiefsinnige Fugen, dafür aber Jagdfanfaren, Throlerlieder und schwungvolle Tänze. An dieser Stelle möchten wir gleich noch darauf Hinweisen, daß auf Wunsch der Wiesbadener Gäste, von denen eine Anzahl noch die Abendzüge des 15. Februar zur Rückfahrt benutzen muß, der Anfang deS Theater« auf 6 Uhr festgesetzt ist.
II. Nene» Theater. DaS Lustspiel „Der Störenfried" von Benedix, da« gestern Abend zur Aufführung gelangte, ist eines von jenen Stücken der alten Schule, bei denen man sich immer amüfirt. Es besitzt eine Anzahl Rollen, die einfach nicht ,tobt zu machen- find und besonder«, wenn sie einigermaßen gut gegeben werden, großen Erfolg haben müssen. Die Comödie behandelt die so beliebte Schwieger- mutierfrage. In da« harmonische HanSwefen de« Stadt- syndiku» Lonau hinein platzt die Schwiegermutter und scheint den Frieden und da« Glück de« Haufe« für immer zerstören zu wollen. Da greift der alte biedere Leberecht Müller in die Handlung ein und führt alle« zum guten Ende. Da» entzweite Ehepaar versöhnt sich, die Liebespaare kriegen sich und , der Störenfried", die Schwiegermutter zieht entrüstet ab. Da« ist ter Stern be» Drücke», da» einen anregenden Dialog und viele hübsche Situationen aufweist. Die besten Leistungen boten Frau Verlach in der Titelrolle und Herr Nie-


