-»inet dauerhaften, deutlichen und vollständigen Aufschrift bet* -rhen fein, so daß nötigenfalls das Packet auch ohne Be- glettadresse bestellt werden kann. ES empfiehlt sich, daß dem Inhalte der Packetsendungen ein Zettel beigefügt wird, der die vollständige Adresse enthält. 3) Die Packetausschrist muß auf den Packeteu selbst niedergeschrieben oder an denselben jo haltbar befestigt sein, daß sie nicht während der Beförde- rung durch Zufall abgertsien oder abgestreift werden kann.
4) Sogenannte Fahnen, welche bei der Versendung von Geflügel, Hasen und sonstigem Wtldpret vielfach verwendet werden, müssen aus dauerhaftem Stoff bestehen und gut befestigt sein. Bet Fleischsendungen und anderen Gegenständen in Leinwandverpackung darf die Aufschrift nicht auf der Um-- hüllung aufgeklebt sein. 5) Aeltere Aufschriften re. rc., die sich auf dem VerpackungSftoff etwa noch befinden, müssen vor der Auflieferung vollständig beseitigt oder unkenntlich gemacht fein. Ganz besonders aber wird angerathen, die Packete möglichst frühzeitig und nicht etwa in den letzten Tagen vor dem Feste abzusenden, weil bei der in diesen Tagen, wie allbekannt, stattfindenden Massenauflieferung einerseits leicht Verzögerungen eintreten können, andererseits Packete, die nicht ganz dauerhaft verpackt sind, leicht Beschädigungen durch andere schwere Packete ausgesetzt sind.
Grüuberg, 4. December. Gestern Abend gegen 11 Uhr fand man in einem städtischen Wasserbehälter am „Großen Graben" die Leiche einer bejahrten Frau. Sie wurde als eine seit einigen Jahren hier wohnende, aus dem benachbarten Dorfe Lauter stammende Witlwe erkannt. Die Frau hatte in letzterer Zett öfters Spuren von Geistesgestörtheit gezeigt und hat wohl in einem solchen Anfall den Tod durch Ertrinken gesucht. Die Unglückliche, die in sehr dürftigen Verhältnissen lebte und dabet kränklich war, hinterläßt eine erwachsene Tochter, die tn einem hiesigen Hause dient und ihre Mutter nach Kräften unterstützte. Darmst. Ztg.
△ Mainz, 5. December. DaS hiesige Schwurgericht fällte heute Abend ein freisprechendes Urtheil, das in mancher Beziehung vielen oft kritisirten Verbieten französischer Gerichtshöfe gleicht. Auf der Anklagebank erschien die Krankenpflegerin Bertha Klopp er aus Posen, beschuldigt des Mordversuchs und Versuchs des TodtschlagS, sowie der Bedrohung. Die Angeklagte unterhielt seit dem Frühling
verflossenen Jahres mit einem Lithographen, Theodor Helmert in Leipzig, ein L-ebeSverhältniß. während welchem der letztere unter HeirathSversprechungen der Klopper nach und nach ihre Sparpfennige abschwindelte. Helmert siedelte hierher über und alSbald sah die Klopper ein, daß sie betrogen war. Zu den Betrügereien seiner ehemaligen Geliebten verleumdete Helmert dieselbe auch noch in der schmachvollsten Weise bei ihren Verwandten. Letzteres brachte die Klopper tn große Erregung, sie kaufte einen Revolver und reifte hierher, be- stellte Helmert unter einem falschen Namen in ein hiesiges Hotel und drückte, alS derselbe in daS Zimmer trat, die Waffe nach ihm ab. Glücklicherweise lag bet dem Revolver die Sicherung noch vor, so daß der Schuß nicht losging. Die Angeklagte erklärte bet der heutigen Verhandlung, daß sie sich im Augenblicke der That in einer unbeschreiblichen Erregung befunden und daß cS ihre Absicht gewesen sei, sich selbst zu erschießen. Nach ganz kurzer Berathung verneinten die Geschworenen sämmtltche drei Schuldfragen, worauf Freisprechung erfolgte. Der günstige Eindruck, den das betrogene Frauenzimmer, und der gegentheilige Eindruck, den der Haupt- zeuge Helmert machte, war bei dem freisprechenden Derdicte der Geschworenen jedenfalls mitbeftimmend. Nach Schluß der Verhandlung wurde der Justtzpalaft von einer großen Menschenmenge umlagert, die gewillt war, an Helmert, der schleunigst durch die Hinterthür fortgeeilt war, Volksjustiz zu üben.
Schrffsnachrichten.
Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agmten Earl Loos und I. M. Schulhof.
Bremen, 5. Decbr. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Spree, Capitän W. Willigerod, vom Nordd. Lloyd in Bremen, ist gestern 12 Uhr Nachts wohlbehalten in Newyork angekommen.
Bremen, 5. Decbr. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Stuttgart, Capitän D. Köhlenbeck, vom Nordd. Lloyd in Bremen, ist gestern 3 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
Der Postdampser „Switzerland" der „Red Star Line" tn Antwerpen ist laut Telegramm am 3. December wohlbehalten in Philadelphia angekommen.
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2ttrchttche Anzeige« der Stadt «Stehen.
Evangelische 6emein11.
Sonntag den 8. December. 2. Advent.
Gottesdienst.
A« ber Stadttirche.
Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Schlosser-
Vormittags 11 Uhr: Milttärgoites dienst Pfarrer Dinaeldey.
Nachmittags 21/» Uhr: Ktnderktrche. Pfarrer Schlosser-
Abends 5 Uhr: Pfarrer Dr. Grein-
Beichte und heil- Abendmahl für die Marcus gemeinde.
Am Sonntag den 15 December (3. Advent) wird im Abendgottesdienst Beichte und heil- Abendmahl für die Matthäusgemeinde Sehallen werden. Zu diesen Feiern wird besonders auch die ton» rmirte Jugend elngeladen. - Anmeldungen vorher bei dem zu, Sndigen Pfarrer erbeten.
In der JohanneSkirche.
Vormittags 9*/e Ubr: Pfarrer Dtngeldey.
Nachmittag« 2Vt Uhr: Ktnderktrche für die LucaSgemeinde. Pfarrer Dingeldey.
Abends b Uhr: Pfarrer vr. Naumann.
Betchre und heil. Abendmahl für die JohanneSgemeinde im Abendaottesd^ienftn $ december, Abends 8 Uhr, Bibelstnnde im Confirmandensaal der Johannesktrche: 1. Petrusbrtef Kap. 2 von VerS 18 an: Der Wandel unter dem Kreuz nach dem Vorbild des größten Dulders Jesu Christi. Pfarrer 0^-Naumann.
Am 3. Adventsonntag, 15. December, Beichte und heil- Abend* mahl für die LucaSgemeinde im AbendgotteSdtenst.
Katholische Gemeinde.
Sonntag, bett 8. December. 2. Sonntag im Advent. Fest der unbefleckten Empfängniß Mariae.
SamStag:
NachmtttagS um 5 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenhett zur hl. Beichte.
Sonntag:
Vormittags von GVa Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte;
„ um 6Vt Uhr erste hl. Messe;
um 71/* Uhr Austheilung der hl. Communion;
„ um 8 Uhr zweite hl. Messe;
„ um 9«/, Uhr Hochamt mit Predigt;
Nachmittags um 5»/s Uhr Christenlehre; darauf MuttergotteSandacht mit Segen.______________
flj . ..; X , wird in größeren Städten, oder aber
im Winter, von verständigen Hausfrauen oft sehr vermißt. Da ist eS erklärlich, wenn ein Waschmittel - das die Rasenbleiche völlig ersetzt und die Gewebe absolut nicht angreift — in vielen 1000 Haushaltungen gerne gebraucht wird, nämlich die echte ,LnhnS Salmiak-Terpentin-Kernseife", preisgekrönt mit goto. Medaille. H 4b
Bekanntmachung.
Aus der Stiftung der Kinder und Erben des Commerzienraths Georg Karl Gail sind für das Jahr 1896 an zwei bedürftige dahier wohnende Familien oder allein stehende Personen Unterstützungen von je 200 Mk. zu vergeben. Bewerbungen haben bis zum 15. d. Mts. bei der unterzeichneten Behörde — Zimmer Nr. 3 — zu geschehen.
Gießen, den 4. December 1895.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
10210 I. B.: Wolff.
Samstag den 18. Ian. 1896,
Nachmittags 3 Uhr,
sollen auf dem hiefigen OrtSgericht die den Ariedrich ftlimm Eheleuten tn Gießen gehörigen Immobilien:
Flur I Nr. 911710 — 64 qm Hofraithe in der Wallthorstraße,
Flur I Nr. 9126/10 — 206 qm Hofraithe daselbst,
Flur I Nr. 913710 — 531 qm Grab- garten daselbst, öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, den 6. December 1895.
Großh OrtSgericht Gießen-
I. A-: Bogt. 10209
Samstag den 28. December,
Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem hiesigen OrtSgericht die dem Uvolf Bogt in Gießen gehörige Hof- raithe:
Flur 1 Nr. 783—381 qm in der Sonn Iffentlich meistbietend versteigert werden
Gießen, den 6. December 1895- Großh. Ortsgericht Gießen-
I. A.: Bogt. 10208
Bekanntmachung.
Der auf dem städtischen Grund stück am Nodberg angesammelte Dünger aus dem Schlachthaus, ca. 125 Cubikmeter, soll
Montag den 9. l. Mts.,
Nachmittags 3 Uhr, an Ort und Stelle in sechs Loosen meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 6. December 1895.
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
I. V.: Wolff. 10211
Mittwoch den 11. December l. I wird Herr Landgerichtsrath Dr Linkenheld die außeramtliche Uebung für die Gerichtsaccessisten Leiten, wozu die Letzteren eingeladen sind.
Gießen, den 6. December 1895. Der Präsident Großh. Landgerichts der Provinz Oberheffen.
Freiherr von Ricou.
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MmimPchlW
Mittwoch den LL.Deeember, Vormittags 11 Uhr, werden im Frankfurter Hof zu Homberg a. d. Ohm die nachverzeichneten Domanial- Fischereien auf weitere 12 Jahre öffentlich verpachtet:
Fischerei-Bezirk I, enthaltend den Schächerbach (Forellenbach) und den Mühlgraben der Pletschmühle.
Fischerei-Bezirk 11, enthaltend den Ohmfluß innerhalb der Gemarkungen Homberg und Ober-Ofleiden sowie der Mühlgräben bei der obersten Mühle, Herrnmühle, Pletschmühle und Hainmühle.
Personen, deren Fähigkeit, nach den bestehenden Bestimmungen zur Pachtung zugelaffen zu werden, nicht bekannt ist, haben darüber ein Zeugniß der Großh. Bürgermeisterei spätestens bei dem Beginn der Verpachtung beizubringen.
Homberg, den 30. November 1895.
Großh Oberförsterei Homberg.
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