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7.4.1895 Drittes Blatt
 
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1893

Sonntag den 7. April

Drittes Blatt

Nr.^83

Skrt#ljäl)rigrr

Amt- und Anzeigeblatt für de» Üret» Giefze»

Äratisöeiiäge: Gießener Jamiiienölätter

12. Hausen

39. Wieseck

| Einzelheiten des Festprogramms aufzahlen, das eine ist sicher, I dost sowohl die Feier am Sonntag wie diejenige am Montag

Heuchelheim

Holtheim

Hungen

29. Rodheim

30. Röthges

31. Ruttershausen

32. Staufenberg

33. Steinbach

Leihgestern Lich Lollar Mufchenheim Ronnenroth Obbornhofen Ober-Hörgern Rabertshausen

16. Inheiden

17. Klein-Linden

18. Langd

19. Lang-Göns

20. Langsdorf

1. Albach

2. Allendorf a. d. Lahn

3. Annerod

Steinheim

TraiS.Horloff

Utphe

Vellingen

Watzenborn ». Steinberg

zu Gießen als Beauftragte der Hessen-Nassauischen Bau- gewerks-Berussgenossenschast für den Kreis Gießen aus­geschieden, und an deren Stelle die Herren Weißbindermeister Ph. Schäfer zu Gießen und Maurermeister H. Keßler zu Annerod getreten sind.

Gießen, den 4. April 1895.

Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.

Bringcrlohn.

Durch die Post biogen 2 Mark 50 Pfg.

Redaction. Cxprbiüott und Druktcrei:

Schutstraße ^Ir.7, Ferniprechcr 51.

an Würde und Herzlichkeit kaum Überboten werden könne.

Beschränkt ist nun der Raum zu den Berichten über die übrigen erwähnenSwerthen Ereignisse im Kunst- und Gesell­schaftsleben dieser Woche. Da wäre vor Allem zu nennen die nunmehr beendete Aufführung desNibelungen- Cyklus" im Grohh. Hoftheater. Auch die letzten Vor­stellungenSiegfried" undGötterdämmerung" erfreuten sich deS lebhaften Beifalls des Publikums und waren vorzüglich besucht, wenngleich der als Ersatz für unseren erkrankten Tenoristen etngesprungene Wiesbadener Gast Herr Hansch- mann nicht so sehr befriedigte, tote man infolge deS ihm vorausgehenden RufeS eines bedeutenden WagnersängerS

Localer rrnd ^roVinzieller»

R. Reichelsheim i. d. W., 3. April. Die Schluß- Prüfung in der hiesigen höheren Bürgerschule fand heute Bormittag, die Schlußfeier heute Nachmittag im Saale des GasthausesZur Post" statt. Sowohl die präcisen Antworten der Schüler, als auch die ausgestellten Arbeiten dersel en zeigten von dem tücht'gen Können derselben und dem Fletße der Lehrer. Bet der Schlußfeier wechselten deutsche, französische und englische Vorträge mit mehrstimmigen Gesängen ab. Zehn Schüler verlassen die Anstalt, um sich e'nem Berufe zu widmen. Zahlreiche Anmeldungen stehen für das Sommersemester in Aussicht. Man kann die gut geleitete Anstalt allen Denjenigen bestens empfehlen, welche ihren Kindern eine bessere Bildung angedeihen lassen wollen.

Gießen, den 5. April 1895.

Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.

am Morgen des Tages von Berlin hier eingetroffene Reichs- ' tagSabgeordnete vr. Osann das Wort zur Festrede. Redner entrollte ein fesselndes Lebensbild von dem hohen Geburts- tagSkir.de und verweilte besonders bei der Schilderung des jüngsten Besuches der Parlamentarier in FrtedrichSruh. Sein Hoch auf BiSmarck erregte einen geradezu beispiellosen Jubel, nicht minder der Beschluß, dem größten Ehrenbürger unserer Stadt ein Glückwunschtelegrammen zu senden, in dem ihm mit dem Gelübde unverbrüchlicher Treue und steter An­erkennung zugleich der Wunsch ausgesprochen wurde, daß Gott noch lange ihn unS erhalten möge. Es folgten noch Ansprachen und Toaste in Menge, sowie der Bedeutung des Tages entsprechende vocale und instrumentale Darbietungen deS MannerchorsHumanitaS" und der Capelle des Leib- Dragoner-RegimenteS. Auch daS von einer größeren Anzahl Damen und Herren vorzüglich wiedergeg^bene Festspiel von Martin GreifDas erste Blatt zum Helüenkranz" fand un- getheilten Beifall. Am Montag bann verkündeten schon in der Frühe die Glocken von allen Thürmen mit feierlichem Geläute den Beginn des großen Tages. Am Bormiltag war eine außerordentliche Sladtverordneten-Bersammlung angesagt, in der die seitherige Promenadestraße den Namen Bismarck­straße erhielt. In allen Schulen sanden Festacte statt, die Behörden schloffen am Mittag ihre Bureaus. Auf Veranlassung Sr. Kgl. Hoheit deS Großherzogs concertirten am Nachmittag zwei RegimentScapellen auf dem Paradeplatz, wo sich eine coloffale Menschenmenge zusammengesunden hatte. Gegen Abend fand tm Städtischen Saalbau da« von der Stadt Darmstadt veranstaltete Festbanket, ebenfalls unter sehr reger Betheiligung aus allen Kreisen der Bevölkerung, statt, auch etn herrlicher Damenflor wohnte demselben bei. Unter den »estgasten befanden sich u. A. die Herren Staatsminister Finger, Finanzminister Weber, die Mitglieder der Ministerien und viele hohe Beamte. Herr Beigeordneter Köhler gab mit einem Hoch auf den Kaiser unb unseren Großherzog bas Zeichen zum Beginn der Feier. Als Fest­redner sprachen Herr Oberbürgermeister Morneweg, der auf den Helden im Sachsenwalde, und Herr Reichstags­abgeordneter Dr. Osann, der auf das Deutsche Reich unter großem Beifall toastete. Auch da wurde das am Tage vorher schon angeführte Festspiel gegeben und außerdem durch mehrere hervorragende Mitglieder unserer Hofbühne die Feier in jeder Weise verschönt. Zu weit würde es führen, wollte man alle

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Bellersheim Bettenhausen Birklar Dorf-Gill Eberftadt m. Arnsburg Garbenteich Großen Linden Grüningen

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Bekanntmachung.

66 wird zur Kenntniß der Interessenten gebracht, daß die Herren Wetßbindermeister G. Möhl und W. Seipp

Alle Annoucen-Bureaux brS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

erwartete.

Außergewöhnlich glanzvoll gestaltete sich der 26. Vereins- abend des Richard Wagner-Zweigver ei ns, zu dem kein Geringerer als Engelbert Humperdinck sein Er­scheinen in Aussicht gestellt hatte. Das Concert wurde eröffnet durch eineHumoreske sür Orchester", die der Ver- fasscr vonHänsel und Gretel" selbst mit dem Kirchenmusik- melfter Arnold Mendelssohn in brillanter Weise auf dem Clavler zu Gehör brachte. Drei Humperdlnck'sche Lieder: Sonntagsmorgen",6 Sträußle" unbOst sinn idj unb tokber" wurden von der früher an unserer Hofbuhne wirkenden, jetzt in Frankfurt a. M. engagirtcn Opernsängerin M. von Santa tadellos gesungen, besonders die beiden ersteren, zwei neuc Compofiilonen, ernteten lebhaftesten Applau». DaS mit besonderer Spannung erwartete MärchenspielSchnee­wittchen", das zum Schluffe aufgeführt ward, verräth dieselbe zarte Anmuth unb Originalität wieHänsel unb Gretel . Nach seiner Wiedergabe wurden Humperdinck rauschende Beifalls- äußerungen zu Thell.

Einen weiteren illustren Gast sahen wir am letzten Mittwoch in unserer Stadt, Hans Buff-Gießen von der Wiesbadener Hofoper, der in einem vom Männerchor Humanitas" veranstalteten und außerordentlich gut besuchte« Wodlthätigkeitsconcert mitwirkte. Der geniale Sänger ist in Ihrer Stadt zu bekannt, als daß ich nur ein neues Wort des Lobes über seine Leistungen zu sagen brauchte. Das eine sei nur zum Schluffe berichtet, daß auch bei unS sein Erscheinen enthusiastisch begrüßt wurde.

Der chk-eaer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.

Dir Gießener ^«miritnß fdtter werden dem Anzeiger »Schentlich dreimal deigelegt.

Feuilleton.

Wochrndriefr ane der Rrfidens.

(Originalbericht deS(Siebener Anzeiger".)

Z. Darmstadt, 5. April.

Bismarcks Geburtstag. Vom Hoflheater. Engelbert Humperdinck. HauS Buff-Sießeu.

Geräuschvoller fast als die Wintersaison hinsichtlich der öffentlichen Veranstaltungen läßt sich die diesjährige Fastenzeit an. Künstlerische Darbietungen von wirklicher Bedeutung «reinen fast allabendlich die Freunde und Freundinnen der Kunst im Theater oder in den Eoncertsälen der Stadt. Auch die vergangene Woche brachte mehrere derartige Veranstalt- nngen, allen voran stand jedoch, sowohl hinsichtlich ihrer Be­tz rutung als hinsichtlich der Antheilnahme der großen Masse btr Bevölkerung, die Feier deS 80. Geburtstages unseres Alt-ReichskanzlerS, sie drückte der ver- tangenen Woche recht eigentlich die Signatur einer großen Festwoche auf. Schon der Sonntag sah die Stadt Im herr­lichsten Flaggenschmuck, die öffentlichen und Privatgebäude waren reich geziert, in den Schaufenstern der Verkaufsläden prangten bekränzte BiSmarckbüsten oder -Bilder und Ab- Bildungen bedeutender Momente aus dem Leben deS Alt- ReichSkanzlers. Die Nachmittagszüge -brachten eine Menge Landbewohner auS der Umgegend, die die um 3 Uhr tm Städtischen Saalbau beginnende, von der hiesigen national- liberalen Partei veranstaltete öffentliche Bismarckfeier besuchen wollten ich sage wollten, denn bei vielen auch in der Stadt selbst Wohnenden blieb es beim bloßen Wollen zu Ihrem eignen Leidwesen, der Zulauf zum Feste war zu stark und lange vor Beginn schon war der große ®ael, bte Gallerten und die anstoßenden Räume aber auch buchstäblich bis zum letzten Plätzchen besetzt- seit seinem Bestehen hat wohl der Saalbau eine solche Menschenmenge^ in seinen Mauern noch nicht zusammen gesehen. Alle Stände, alle BerufSklasstn und Geschlechter waren vertreten und die Be- gelsterung, die sie Alle beherrschte, ist kaum zu beschreiben. Professor Friedrich eröffnete die Feier als Vorsitzender mit herzlichem Willkommengruß an die Festgäste und forderte zum dreimaligen Hoch auf den Landessürften und den Kaiser aus. Nachdem Hosschauspieler Edward einen begeisterten von Felix Dahn gedichteten Prolog vorgetragen, ergriff der erst

Amtliche- Theil.

Bekaimtmaibmig,

betreffend: Die Stelle eines Kreisfeuerwehrinspectors.

Nachdem an Stelle des Herrn Baumeisters Schön zu Lich Herr Martin Loos zu Gießen zum KreiSfeuerwehr- ivfpeclor für den Bezirk Gießen-Lich ernannt worden tst, bringen wir dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, )»ß der Bezirk Gießen-Lich folgende Orte umfaßt:

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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Sortn. 10 Uhr.

Deutsches Reich.

Berlin, 5. April. Zwei R e i ch St a g S n a cd wa h len haben in den letzten Tagen unmittelbar hintereinander statt­gefunden. In dem elsässischen Wahlkreise MolSheim- , Erst ein wurde am Mittwoch die Ersatzwahl für den biS- j herigen Abgeordneten Zorn von Bulach (cons.) vollzogen, dessen Mandat durch Ernennung deS Genannten zum Unter» ! ftaatßfecretär im elsaß-lothringischen Ministerium ungültig ' geworden war. Bei der Neuwahl ist jetzt Baron Zorn von | Bulach mit großer Mehrheit, mit 11751 Stimmen, wieder- I gewählt worden, der Socialdemokrat Boehle erhielt 5400, ! zersplittert waren 540, ungiltig 681 Stimmen. Am Donnerstag folgte die Ersatzwahl tm Wahlkreise Eisenach-Dermbach nach- das Mandat deS bisherigen Vertreters desselben, deS Freisinnigen Casselmann, war vom Reichstage vor der Öfter» 1 Vertagung cafsirt worden. Bis jetzt waren festgestellt: Für

Caffelmann (ireis. Volksp.) 3420. für Pätzold (Socialb.) 2667, für EckelS (nat.-lib.) 1867, für Riemann (Antis.) 2338, für Rösicke (Bund der Landwirthe) 2701 Stimmen. Die Nolhwenvigkeit einer Stichwahl ist angesichts dieser Stimmenzersplitterung zweifellos, an der engeren Entscheidung werden der freisinnige unb der Candidat deS Bundes der Landwirthe, oder ersterer und der Socialift betheiligt sein.

(<)icßencr Anzeiger

Kenerat-Anzeiger.

Bekanntmachung,

die Umlage der land- und forstwirthschaftlichen Berufs­genoffenschaft für das Großherzogihum Hessen betreffend.

Die Umlage der land- und forstwirthschaftlichen Be» rufsgenossenschast für 1894 beträgt 369 854 Mk. 54 Pfg (176 330 Mk. 92 Pfg. für Unfallentschädigungcn, 132 248 Mk. 19 Pfg. als Anlage zum Reservefonds und 61275 Mk. 43 Pfg. Verwaltungskosten). Da sich die Gesammtfumme der beitragspflichtigen Steuercapitalien auf 13 759 395,60 Mk. (8 026 314,1 Gulden) beläuft, ergibt sich ein Ausschlag von 2,688 Pfg. auf die Mark Steuercapltal (4,608 Pfg. auf den Gulden). , M

Es wird dies gemäß § 19 der Verordnung vom 11. Juli 1888 unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Erhebung dieser Umlage demnächst in einem Ziele unter Zusendung besonderer Anforderungs­zettel gemeindeweise staufinden wird.

Darmstadt, den 11. März 1895.

Der Vorstand der land- und forstwirthschaftlichen Berufs­genossenschaft.

Nover, Regierungsrath.____________

Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Taschen­messer, 1 Peitsche, 1 Seitengewehrschelde, 1 Bürste, 1 Buch, : 1 Lederzügel, 1 Rock und 1 Taschentuch.

Gießen, den 6. April 1895.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

I. V.: Wolff, RegierungS - Assessor.