Ausgabe 
7.4.1895 Drittes Blatt
 
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Bon jetzt qm sollen auch Mädchen in die Schule aufgenormm werden.

OberAbtsteinach, 5. April. Im nahen Unter-Abt« fiein ach verunglückte gestern der Knecht de» Müller- und Bäcker- Huy von Wald « Michelbach. Der immer hilf- bereite Knecht wollte einem im Sretnbruche halten gebliebenen Fuhrwerke forthelfen und kam hierbei fo unglücklich unter den Wagen, daß ihm jedevfall» beide Beine amputirt werden müssen. Darmst. Ztg.

Maio), 5. April. Der Verein Mainzer Kauf­leute hat an die beiden Kammern der Stände eine Ein­gabe mit der Bitte gerichtet: ^ES wolle die gesetzgebende Körperschaft geneigtest einen Beschluß mit Gesetzeskraft herbeiführen, nach welchem abgesehen von den Stunden deS HauptgotteSdiensteS an Sonn- und Feiertagen die Schaufenster im Großherzogthum Hessen offen- gehalten werden können." In der Begründung deS Gesuches wird die Genehmigung der Sache als eine ganz besonder- gemeinnützige Einrichtung bezeichnet, indem Jedermann gern Städte besuche, woselbst Anziehuog-punkte gegeben seien. In hervorragender Weise seien die am Rhein gelegenen hessischen Städte hieran betheiligt, weil sie dicht an eine so consumfähtge und kaufkräftige preußische Provinz grenzten, wo die erbetene Einrichtung gleichfalls bestehe. Sämmt« ltchen Güterexpeditionen der Hess. LudwtgSbahn ist er­öffnet worden, daß mit dem 1. Mai die Sonntagsruhe im Güterverkehr auch bet der LudwtgSbahn eingesührt wird. Dieselbe umfaßt die Zett von Morgens 4 bis Abends 8 Uhr. Während dieser Stunden fahren keine Güterzüge und ist auch jede Thätigkeit auf den Bureauö und auf den Hallen der Güterexprditionen au-geschloffen.

Vermischte».

* Breittau, 4. April. Wie die Abendblätter melden, hat der Mörder Sobczhk im Twarger Walde einen Förster angeschofsen. DaS ist binnen Kurzem der vierte Fall, daß Sobczhk einen Mordanschlag ausführte. Die Regierung hat die Belohnung auf die Ergreifung des Mörders auf 5000 Mk. erhöht.

Heidelberg, 3. April. Im Rausche feuerte gestern der Landwirth Heinrich Lentz im nahen HandschuchShetm mehrere Revolverschüsse auf seine beiden kleinen Kinder ab- danach suchte er sich selbst zu tödten. Die drei Schwer­verletzten wurden dem Akademischen Krankenhause übergeben, woselbst sie heute gestorben find.

* Straßburg i. E. Für die neben der Industrie- und Gewerbeau-stellung stattfindende Forst- und Jagd-AuS« stellung ist ein origineller, sehr geräumiger Pavillon aus rohen Baumstämmen gebaut, der sich malerisch am Ufer des SeeS in einer Gruppe von Bäumen erhebt. Die Forst- AuSftellung umfaßt: Karten, Meteorologie, forstliche meteo­rologische Station Bodenkunde, Steine und Erde Pflanzenerztehung Holzproduction, Holz sämmtlicher in unseren Wäldern vorkommender Bäume und Sträucher aller Altersstufen Holzgewtnnung, Darstellung des in den Hochvogesen sehr interessanten Holzhauerbetriebes Holz« und Rinde«Verwendung, Holz verarbeitende Gewerbe, Be­nutzung zu den verschiedensten Gebrauchszwecken, sämmtliche Sortimente mit Ausschluß größerer Stämme, Schälbetrteb u.s.w. Conservirung des Holzes, Instrumente und Mittel Rebennutzungen Forstschutz gegen Beschädigung durch Menschen und Thtere, Krankheiten Betriebsetnrichtungen Bauwesen, Modelle von Forsthäusern Uniformtrung. Die Jagd-Ausstellung weist auf: Ausgestopfte jagdbare Thiere Felle, Häute, Bälge Schädel Geweihe, Gehörne, Krickeln rc. Haken Altersbestimmung jagdbarer Thiere Eier jagdbarer Vögel Einfriedigungen Futtereinrichtungen und Futtermittel Fangmittel Jagdwaffen Kleider und Jagdutensilien. Diese geschmack­voll geordnete reichhaltige Sonderausstellung wird unzweifel­haft eine große Anziehung und zwar nicht nur auf Jäger und Forstmänner auSÜben.

* Die Reibmaschine. Einem ganz absonderlichen Spitz­bubenstreich ist der Bäckermeister Julius W. in Berlin zum Opfer gefallen. Er erzählt dem Gericht darüber Fol­gendes: Ick war. eben mal zu meinem Nachbar uf'ne kleene Weiße rinjejangen, denn etjentlich wollte ick in die Stadt, um Jeschäfte zu besorgen. Aber wie bet nu mal so iS, ick wollte eben loSjehen, da kommt der Schneider nebenan un hält mir fest. $)cf weeß nich, sagt er, ick hab heit so'n Dorscht, det kommt wohl daher, dat ick heit nacht träumte, ick Hütt 'ne janze Tonne voll Salzheringe ufjejeffen. Jetzt trinke ick meine drei, vier Schoppen, verweile wird eS sechse un ick jehe dann rieber, Feierabend machen, damit ick dann endlich dazu komme, in alle JemüthSruhe meinen Abendtrunk zu nehmen. . . Bors.: So ausführlich brauchen Sie die Vorgänge nicht zu erzählen, beschränken Sie sich auf das, was Sie über den Angeklagten zu sagen haben. Zeuge: Ick wollte nur sagen, dar ick dat Opfer nachbar­licher Verführung wurde, wodurch et alleene möglich war, dat der Mann da mir so rtnlegte. Etjentlich, sagte ick zu dem Schneider, müßte ick In die Stadt, um 'ne Reibmaichine zum Mandelreiben zu koosen, aber schlimmsten Falls kann ick mir eene von meinen Kollejen Schultes borjen. Wie, sagte da 'n Mann, der am Nebentische eenen Nordhäuser trank, eene Reibmaschine brauchen Sie? Na ja, sagt ick, haben Sie vielleicht eene? Nu natierltch, sagt er, sie iS st) jut wie nei, ick weeß nur nich, wat ick mit anfangen soll, ick hab so'n janzen Krempel von eenen Schwajer jeerbt. fßenn se jut iS, sagt ick, denn könnt ick ihr ja koofen. Schön, sagt er, ick werd ihr man jleich ranholen. Er jetzt beim ooch un kommt mit 'ne janz passable Retbmaschine an, die ick ihm vor zwee Mark fünfzig abkoofe. Vors.: Hegten Sie denn keinen Verdacht, daß er auf unrechtmäßige Weise in den Besitz der Maschine gelangt sein könne? Zeuge. Jott bewahre, wie sollt ick ooch. Ick ließ ihm noch extra 'nen jroßen Schnaps jeden, un denn macht ick mir dran mit dem Schneider uen ordentlichen Skat zu

dresche». Ra weeß ja ooch woll jed^r, wie det bei'n ordent­lichen Skat zujeht, man fitzt ohne Ende, denkt nur an S Spiel un verjtßt die janze Umjebung. So war t ooch hier. Wie ick nu endlich nfbreche, i- meene Reibmaschine fort. Na, da war nu weiter nischt zu machen, ick tröste mir damit, dat am Ende der Wirth sich nur 'nen Ulk jemacht un det Ding versteckt oder in meine Wohnung jeschickt hat. Richtig, wie ick nach Hause komme, steht ooch die Maschine uf dem Tisch. Na, sagt ick zu «eene Frau, dat i- man jut, det se da ist. Ja, sagt die, un jar nich deier, se kostet nur zwee Mark. Wat? lag ick, da hat Dir der Destillenfritze wat usjebundeu, zwee Mark un ooch fünfzig Fennije bezahlte ick. Du for ihr? fragt fie. Na natierltch, sagt ick, wer denn sonst? Die hab ick ja gekooft, schreit se nu. Bors.: Nun, eS stellte fich heraus, daß der Angeklagte die Maschine, die er Ihnen verkauft, wieder an fich nahm, und daß er sie bann zum zweiten Male an Ihre Frau verkaufte. Ist eS so? Zeuge: Uff'k Haar, Herr JerichtShof. Aber bamit nich jenug. EeneS Tage- schickt mecn Colleje Schulte- feenen Stift zu mir un läßt fragen, ob ick seine Retbmaschine immer noch bräuchte, er hätt ihr ooch wteber nöthig. Herr Jott, benk ick, wat iS benn bet schon wteber , for 'ne Retbmaschinenaffaire, wo tck boch erst so mit eene rtnjefallen war. Ick zieh mir schnell an un loofe zu Schulte- hin. Na, ba hatte ick bie Bescheerung. Die Reibmaschtne, bte ick von bem Mann jekooft un bie meene Frau von ihm jekooft, hatte er uff meenen Namen bei Schulte- jeborgt; sollte man woll benken, bet so'ne burchtriebeue Jaunerei möglich wäre. Der gewanbte Spitzbube leugnet nicht, giebt aber an, au- Noth gehandelt zu haben und wurde zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt.

* Ein Hauptstück für die Pariser Weltausstellung. Der bekannte Abgeordnete Paschkal Grouffet (Exmintster deS Aus­wärtigen unter ber Commune) hat bem Director bet Aus­stellung von 1900, Herrn Picarb, ein Project unterbreitet, bas allgemeines Interesse erregt unb von sämmtlichen Bläsern besprochen wirb. Er schlägt vor, eine 1500 Meter tiefe Grube herzustellen, welche von 200 zu 200 Metern mit horizontalen Galerien versehen, dazu bienen soll, 1) feftzu« stellen, ob bie Theorien von dem flüssigen Gluthzuftanbe des ErbkerneS richtig, 2) ob bie eventuell gefunbene Erbwärme praktisch auSnutzbar ist, und 3) ob ber Untergrunb von Paris nicht etwa auf einemSüßwaffer-Ocean" ruht. Sollte man in ber angegebenen Tiefe auf eine progressiv steigenbe Temperatur stoßen, fo hält Grouffet da- Problem des inneren Erdfeuer- für gelöst. Die Seiten - Galerieen sollen zu einer Art Bergwerks-Ausstellung mit Darstellungen ber Gewmnungsart von Kohlen, Erzen, Golb unb Diamanten bienen unb je zwei Elevatoren jebe Galerie mit ber obern unb untern verbinben. Die Kosten beS Problems sinb auf 12 Millionen Francs veranschlagt.

* Cigarren Maschine. AuS Lonbon wirb berichtet: In einigen hiesigen Slgarrenfabrifen sinb seit einiger Zeit erfolgreiche Versuche mit einer von Jean Reuse er« funbenen Maschine angestellt worben, welche bie zur Her« stellung einer Cigarre nöthigen Operationen ohne jede Unter­brechung ausführt. Nachbem bie Maschine bie Einlage in ber gewünschten Form verarbeitet, rollt sie baS Deckblatt herum unb befestigt bie Spitze burch einen mechanisch zuge- führten Tropfen Gummi. Die Cigarren sollen in Aussehen unbZug" ben mit ber Hand gefertigten völlig gleich« werthig sein. ________________________________

Landwirthschaftliche Mittheilungen.

V. An» de« Bogelsderge, im April 1895.

Im Frühjahre 1893 brachte ber .Gießener Anzeiger" einen Aufsatz über die Verwüstungen, welche die Maikäfer und deren Larven, bie Engerlinge, alljährlich anzurtchten pflegen. Der Verfaffer sagte bamats ungefähr: Der Schaden, welchen biete Jnsecten in Deutschland verursachen, ist so enorm, daß man bie Kosten der Militär-Vorlage davon decken könnte.

Im ganzen Lande roarea verschiedene Orte von ber Matkäser­plage heimgesucht worden. In ber Provinz Oberhessen wurden mehrere Odersölstereten geschädigt, am stärksten die Obersörsterei Eudorf. Hier wurden in runder Summe (wir bringen nur runde Zahlen!) 3 Millionen Käfer gesammelt. Die Oberförsterei AtSfeld brachte l/io Millionen, Nteder-Ohmen Vie- Romrod B/to, Mauldach und Haindach je Vio» zusammen in Oberhessen 5'/« Millionen. Selbstoeistänbltch sind darunter diejenigen Gemeinden nicht Inbegriffen, welche für sich selbst gegen den Maikäfer vorgtngen.

Viel schlimmer hauste der Käfer in ber Provinz Starkenburg. In ber Oderförsterei Mönchdruch würben allein soviel Käfer ge­sammelt, als in sieben oderhesfischen Oberförsterefen zusammen, nämlich über 5 Millionen. In Langen würben über 3 Millionen, in ben Obersöistereien Mttteldick, Mönchhof, Möi selben, Viernheim unb Badenhausen würben nahezu je 2 Millionen eingesammelt, sodaß durch bie Forstoerwaltung über 22 Millionen Maikäfer vernichtet worden sind.

Auch ber Late kann sich einen Begriff davon machen, um wie viel größer der Schaben sein müßte, wenn diese Unmasie von Jnsecten am Leden geblieben, wenn die Weibchen ihre Eier abgelegt unb die Larven derselben, die Engerlinge, drei Jahre lang ihr ZerstörungS- werk unter ber Erbe getrieben hätten.

WaS bte Hauptflugzeit anbelangt, so war diese in der Provinz Starkenburg bedeutend früher als in Dberbefien; darin drückt fich bas wärmere Klima ber ersteren Provinz aus, wo die Käfer in der Zett vom 27. April bis 26. Mat fchwä'mten, während der Haup'flug in ben Oderförstereien Alsfild unb Eudorf, welche am stärksten heimgesucht worden find, vom 15. Mai dis 8. Juni .dauerte. Als wettere intereffante Beobachtungen, welche gemacht wordm find, führen wir folgende auf:

Wenn der Haupiflug beginnt, sammeln sich die Käser gerne an ben Walbränbern unb die Weibchen beginnen mit dem Eierlegen Will man also recht wirksam gegen das Geschmeiß vorgehen, so muß man sobald wie möglich bie Waldränder säubern, denn dort werden die Weibchen getroffen und am Eierlegen gehindert, waS eine Hauptsache ist.

Die beste Zett zum Sammeln und lobten der Käfer find die frühen Morgenstunden von 5 bte 7 Uhr. Um diese Zeit find die Blätter und Gräser noch feucht von Tdau, das Geschmeiß sitzt noch fest und ruhig unb läßt sich leicht abschüiteln, aufl-sen und vernichten. Mitunter läßt fich den ganzen Tag sammeln. W>rd geschüttelt, so fliegt ein Theil der Käser davon, daS sind aber fast lauter Männchen, die trägeren Weibchen fallen beim Schütteln herab unb können leicht vernichtet werden.

In der Oberförsterei Romrod waren die Waldränder, welche [ mit jungen Eichen bestockt find, besonder- stark von Maikäfern an­gegriffen worben. Rach einiger Zett btangen fie aber auch tiefer in

die Wälder hinein Da» liebste Futter bei Maikäfer- ist CiäenUrt; wem» derartige- nicht vorhanden ist, gehen fie auch an Buchenlanh, dann erst, wenn auch diese- fehlte, gingen sie an andere Weichhölzar ober sogar an junge Lärchen.

Bei bem Sammeln ber Käser bei heiligten sich besonders bi« Schüler ber Volksschulen, denen der Aufenthalt in ben Wäldern sehr wohl gefiel, besond-r» da fie dabei auch noch einen recht hübsche» Nebenverdienst hatten. Die Kinder betten meisten- Gießkannen ober andere Blechgefäße bei fich. An niederem Gebüsche wurden die Käfer ohne Weitere» mit ben Händen abgelesen. Höhere Hefte wurden ntt Hakenstangen geschüttelt, große Tücher darunter gebreitet und bie herauf gefallenen Käfer zusammengelesen Die Käfer würben rntt kochendem Wafler übergossen, was fie sofort tödtet. Auch in stach,« Gruben verbrannte man fie ober warf fie in ein Faß, worin fich Schwefelkohlenstoff befand.

Die Kosten der Vertilgung find nicht bedeutend: in manche» Gegenden, z. B. in der Lberförsterei Romrod, bethettigten fich bie älteren Schulknaben unentgeltlich an dem Vernichtungsgeschäfie, sodaß die Vie Million Maikäfer nicht einmal 24 Mark zu vertilgen kostete». Ta» tft sehr wenig. In den übrigen Oberförster eien war die Arbeit theuerer. So kostete das Tausend Maikäfer zu vertilgen: in Viernhei» 8 Pig., in Al»feld 10 Pfg., in Dudenhofen 16 Ma., in Mönchbruch 34 P g., in Babenhausen 38 Pfg., in Eudorf 66 Pfg. Für die 5 Millionen in der Oberförsterei Mönchbruch gesammelten Käfer wurden über 1700 Mark bezahlt, ein stattlicher Posten Geld. Aber wieviele Taufende an Werth hätte das Geschmeiß vernichtet, wen» man ihm nicht den Garau» gemacht hätte! Für bas Arübjahr 189» wird ein Hauplflugjahr in unserer Provinz in der Oberförsterei Düdelsheim erwartet, wo die Engerlinge fast ganz ausgewachsen unb in großen Massen beim Pflügen beobachtet worden find. In der Provinz Starkenburg find in Heppenheim, Lengfeld, Höchst, Dube» Hofen und Dieburg starke Flüge zu erwarten, benen lebenfallS mit Energie entgegengetreten wird.

Schiff-nachrichten.

Norddeutscher Lloyd, in Gießen oertreten durch die Agenten Lari Loo» unb I. M. Schulhof.

Bremen, 4. April. sPer tranSaUantischen Telegraph.] Der Postdamvfer München, Sapt. A v. Söllen, vom Nord­deutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 11 Uhr Vormittag» wohl­behalten in Baltimore angenommen.

Bremen, 4. April. fPer transatlantischen Telegraph.! Der Schnelldampfer Havel, Copt. Th. Jüngst, vom Norddeutsch«» Lloyd in Bremen, tft heute 6 Uhr Morgen» wohlbebatten i» Newyork angekommen. ____________

S. Klein

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