Die Buchführung dieser Maßregel steht am 1. October d. I. bevor.
Rein, 4. September. Die „Köln. Arg." versichert bet Besprechung de- vorgestrigen Kaisertoastes, der Kaiser dabe so offen und klar gesprochen, daß gar nicht daran zu renken sei, er habe hinter diplomatischen Worten seine wahre Ansicht verbergen wollen. Hätte der Kaiser ein Umsturz« gesetz verlangt, würde er. eS klar und deutlich ausgesprochen und an die gesetzgeberischen Faktoren, nicht an daS Volk appellirt haben. Die „Köln. Ztg." fordert die Regierung auf, heute nach dem Abgang des Freiherrn von Hammerstein die Gelegenheit zu benutzen, mit Hülfe der gemäßigten Elemente die Eonservatioen für diejenigen Aufgaben nutzbar zu machen, welche der Kaiser als die Pflicht des gesammten Volkes bezeichnet. Einer allgemeinen, alle Berufsstände zusawmenschließenden Action stehe die Haltung der Conser- vativen entgegen. Die Regierung solle den conservativeu Verwaltungsbeamten nachdrücklich, oöthigenfallS empfindlich klar machen, daß eS auf den betretenen Wegen nicht so weiter gehen kann.
Bono, 4. September. In einigen umliegenden Ortschaften grasfirt der TyphuS, besonders heftig in Witter- 'chltck, Hetdgen und Vollmershoven. Biele Personen liegen krank darnieder. Die Schwerkrankeu befinden sich in der Bonner Klinik.
Krakau, 4. September. Infolge Auftreten- der Cholera in Galizien ordnete die russische Regierung SicherheitSmaß- regeln an.
Paris, 4. September. Der „Soir" meldet, daß in zwei Pariser Restaurants gestern von in Paris lebenden Mitgliedern deutscher Kriegervereine Sedanfeiern unter Ab- fingung von patriotischen Liedern veranstaltet worden seien.
Konstantinopel, 4. September. Wie verlautet, finden an der armenischen Grenze große russische Truppen- ansammlungen statt.
Der Krieg von 1870|71,
geschildert durch Ausschnitte aus ZeitungS-Nummern jener Zeit.
(Nachdruck verboten.)
6. September.
Kopenhagen, 5. September. Die Operationen der französischen Flotte in der Ostsee scheinen beendigt zu (rin.* Die hier anwesenden französischen Seeoffiziere erzählen, daß der größte Theil der Schiffe telegraphisch nach Frankreich zurückberufen worden ist, wo die Seesoldaten auf dem Lande verwandt werden sollen.
Am Oberrhein wird eS lebhaft. Ueber Belforr sollen zahlreiche Bewaffnete anlangen und man scheint an den Unsinn einer ernsthaften Invasion der badischen Rheinuser zu denken. Gestern wurde die Stellung der Deutschen bet Blunzingen (Vellingen?) angegriffen, durch die diesseitige Artillerie aber der Feind zersprengt. Das Feuern hinüber und herüber dauert sort.
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Gieße», den 5. September 1896.
** Da8 Coucert des österreichisch-ungarischen Orchesters im „Cafv Leib" am gestrigen Abend war sehr zahlreich besucht, was der vorausgegangenen Feste und der großen Hitze wegen zu verwundern wäre, wenn nicht den Leistungen dxs aus 2 Damen und 5 Herren bestehenden Orchesters ein so vorzüglicher Ruf vorauSgegangen. Die Zusammensetzung des Orchesters aus Streich- und verschiedenen Schlag- instrumenten, wie Tambourin, Castagnette, Holz- und Strohinstrument erzielte eineStheils den leidenschaftlichen Schwung, anderntheilS daS bis zu einer gewiffen Grenze Schwer- müthige und Seelenvolle, was der ungarischen Musik eigen. Auch gesanglich kam dies Empfinden zu wirkungsvollem Ausdruck. Sämmtliche Stücke fanden rauschenden Beifall, die Solo-Borrräge da caxo-Rufe. Hohes Interesse wandte sich der Schlußnummer des Programms, dem hier zum ersten Mal gebotenen Serpentin-Tanz zu, deffen Effect darin besteht, daß die dem Tacte der Musik folgenden Armbewegungen an einem großen, weißen Gewände allerlei Faltenwürfe erzeugen, die, magisch beleuchtet, ein abwechselungsreiches, farbenprächtiges Bild bieten, deffen Reiz erhöht wurde durch die mittelst einer Laterna magica darauf geworfenen Schmetterlings rc. Bilder, sowie durch die Bilder der Kaiser Wilhelm L, Friedrich, Wilhelm II. und zum Schluß Bismarcks.
♦♦ Die Weiolieferuug für dar Laudwirthfchastliche Fest ist nunmehr vergeben worden. Den auf 1000 Flaschen veranschlagten Tischwein, sowie Moselwein hat das WeinhauS Zinßer übertragen erhalten. Andere Marken find unter den Wetnfirmen Gebr. Schwan, F. Helm, Mayer und Frank vertheilt worden. Außerdem liefert Rhetnheffen noch einen guten Tropfen. Champagner werden fünf Marken -u haben sein, darunter Hochheim, grün Etiquett, Kupferberg- Gold und MathäuS Müller. — Am 19. September, also am Eröffnungstage der Ausstellung, wird nach beendeter Sitzung der drei landwirthschaftlichen Provinzialveretne ein Festesten mit vorzüglicher Speisenfolge stattfinden (pro Gedeck Mk. 2,50 ohne Wein). DaS Festmahl wird in der Festhalle gehalten und wird in den nächsten Tagen bekannt gegeben, wo Karten hierzu erhältlich find.
*• Trappe» Transport. Heute Vormittag 1/210 Uhr pafsirte mittelst DonderzugeS daß hessische Jäger-Bataillon Nr. 11 aiifl Marburg die hiesige Station. DaS Bataillon wird nach dem Grieöhetmer Lager befördert.
Homberg e. b. Ohm, 4. September. Sedan feier- tage. In patriotischer Harmonie feierte das ganze deutsche Volk die Wiederkehr des Tages der Schlacht von Sedan. ES war der Gedanke deutscher Emheit und Einigkeit, der auf dem Altar des Vaterlandes die JubiläumSkerze anzündete. An fernen Altären, weil über Deutschlands Grenze, wo deutsche Zungen nur klingen, erscholl der Jubelton. Von Amerikas weirentlegene Küste kamen die alten Krieger, um
auf heimathlichem Boden, für den sie gelitten und gestritten, mit ihren KriegSbrüdern an den Festen und Freuden theil- zunehmen. Wo gäbe rS einen On innerhalb des geeinigten Deutschlands, der diesem Feste die Thore geschloffen hätte?? — Unser Städtchen hatte sich schon am Sonntag zur Feier gerüstet und festlich geschmückt. Vom Rathhaus und vielen anderen Häusern wehten Hessens Fahnen und Banner und des Reiches Farben schwarz-weiß-roth. Reges Leben herrschte trotz der Sonntagsruhe in den Straßen und die Sonne lachte herzlich vom Himmel herab. Der Kriegerverein feierte. Um 1 Uhr bewegte sich der Festzug unter Glockengeläute nach dem Kriegerdenkmal auf dem Friedhöfe. Hier stimmte der unter der Leitung des Herrn Lehrer- Heck stehende Kirchengesangverein a capella einen Choral an, worauf Herr Pfarrer Port eine begeisternde Festrede hielt. Dem Beobachter entging nicht der Eindruck, welchen die Worte auf die Zuhörer, namentlich auf die alten Veteranen, machte, welche mit ihrem Kriegesschmucke, ihren Ehrenzeichen am Ordensbande, erschienen waren. So manche Lippe bebte, so manchem kriegeSmuthigen Auge entrollte eine Thräne, eine Thräne des Dankes, so manche- stille und innige Geber stieg unter Faltung der Hände in den blauen HtmmelSdom zu dem Ge'chickelenker empor. Denn er hat ja ihr Schicksal zum Guten gelenkt und sie als Sieger gesund und in unverbrüchlicher Kraft in Frieden zurückgesührt zu den Ihren, zu Weib und Kind, in die liebe und rheure Heimath. Den fürs Vaterland gefallenen Söhnen Hombergs, deren Namen laut genannt wurden, widmete Herr Pfarrer Port einen Eichenkranz mit den Körner'scheu Worten:
„Doch stehst du dann, mein Volk, im Glücke, „In deiner Vorzeit hetl'gem Siegerglanz, „Vergiß der treuen Tobten nicht und schmücke „Auch unsere Urne mit dem Eichenkranz."
Nach einem kurzen Gebet intonirte der Gesangverein in Begleitung der fleißigen und tüchtigen Feuerwehrcapelle „Eine feste Burg ist unser Gott", worin die umstehende Menge einstimmke. Der Rest des Tages galt dem Vergnügen. — An demselben Orte, an welchem ein Tag vor der eigentlichen Sedanfeier die Veteranen gestanden, war die Jugend versammelt. Ihr entrollte Herr Lehrer Müller mit hoher Begeisterung ein Bild von dem Heimgegangenen Heldenkaiser und den Manen des GroßherzogS Ludwig IV. und forderte die Jugend auf, fürderhin gewappnet zu sein, wenn wieder der Erbfeind dräuen sollte. — Ein zweiter, von Jugendhand gewundener Strang zierte daS Denkmal. — Die Kirchenglocken läuteten und die Kinder sangen:
„Nun lasset die Glocken von Thurm zu Thurm, „Durchs Land frohlocken im Jubelsturm" u. s. w. Herrn Witt's vortreffliche Feuerwehrcapelle führte unsere Schuljugend, der sich auch die Herren Lehrer aus Büsfeld und Appenrod mit ihren Schülern anschlossen, zum Festplatz. Unter der hochausstrebenden, wettverästelnden Eiche, welche nach den glorreichen SiegeStagen jung gepflanzt worden war, jetzt im Sinnbild zunehmender, unverbrüchlicher Kraft Deutschlands, hielt Herr Kromm, Dirigent der erweiterten Volksschule, eine sehr energische und für die Jugend belehrende Rede. In großen Zügen führte er uns die Geschichte Frankreichs seit der Herrschaft des länderräuberifchen Ludwigs XIV., der Elfaß-Lothringen geraubt, bis auf die von uns gefeierten Ereignisse vor, wo eS da- Maß feines kecken und frechen Raubes büßen mußte, und gerechte Strafe erhielt. Der Jugend legte er warm ans Herz, ihre Pflicht zu erfüllen in der Schule, damit sie dereinst als Bürger des Staates ihre Pflicht erfüllen können, denn wer eß dort thut, wirds auch hier können. Mit der Intonation: „Deutschland, Deutschland über alles" und mit dem Hoch auf den Kaiser und den Großherzog, das Herr Lehrer Metßinger auS- brachte, schloß der offizielle Theil der Feier. Der ganze Platz wimmelte dann mit heiteren Kindern, die mit Spielen belustigt, und von den Lehrern mit vielen schönen Preisen belohnt wurden. Bei sinkender Sonne wurde unter Sing und Sang, und Kling und Klang der Heimweg angetreten. In der Stadt angelangt, wollte daS Hurrahrufen kein Ende nehmen. Am Rathhause 'schwollen der Stimmen Wellen zu einer mächtigen Woge, dann löste sich die bunte Menge.
Alsfeld, 4. September. In dem Dampfsägewerk der Gebrüder Wallach verunglückte gestern ein junger Arbeiter. Derselbe wurde, wie man hört, gestern Mittag vermißt und später als Leiche gefunden. Wahrscheinlich hat er sich während der Mittagsruhe in der Nähe des Treibriemens zum Schlafen niedergelegt und ist auf diese Weise durch grobe Unvorsichtigkeit umS Leben gekommen. — In Romrod brannte vorgestern der Dachstuhl eines HauseS und in Heimertshausen ein HauS mit Scheune ab. Letzteres Feuer soll durch Kinder angelegt sein, unter denen sich ein Knabe befand, der vor einigen Jahren schon einmal ein Feuer angelegt hatte.
? Ulrichstein, 4. September. Eine wahrhaft tropische Hitze, eine um diese Zeit seltene Erscheinung, herrschte auf unserem gestrigen „Michaeliö-Markte". Der Blehmarkt war mit Rindvieh sehr mäßig befahren und bestätigte wiederum die Thatsache, daß die Viehmärkle auf kleineren Orten bezüglich der Rindviehauffuhr fast keine Bedeutung mehr besitzen. Die Preise für die wenig angebotenen Stücke entsprachen dem hohen Stand der jetzigen Rindviehpreise. Sehr starke Auffahrt hatte der Schweinemarkt aufzuweisen, namentlich mit den auf anderen Märkten selteneren Einlegschweinen (Läufern). Bezahlt wurde für daS Paar dieser Art 90 bi- 100 Mk. und 100 bis 120 Mk. Die Ferkel standen im Preise niedrig - sie wurden per Paar verkauft von geringerer Sorte zu 20 bis 25 und 25 bis 30 Mk., die besseren galten 30 bis 40 Mk. und 40 bis 45 Mk. — Der Krämermarkt hatte in Anbetracht der im Gange befindlichen Grummeternte verhältnißmäßig guten Besuch.
DermiMHo*
Mb. Marburg, 4. September. Im erfreulichen Gegensätze zu anderen hessischen Städten ist von hier zu berich»eo,
daß die hiesigen Bäckermeister seit gestern den Preis deL BrodcS, und zwar sämmtlicher Sorten, um 2 Psg. herabgesetzt haben. — Dürfte sich angesichts der guten Ernte auch anderwärts sehr empfehlen.
Ms. Gaffel, 5. September. Die gegenwärtige Besitzerin der Maschinen- und Locomotiven.Fabrik von Henschel und Sohn, Frau Commerzienrath Henschel, hat zur Feier de- Sedantages bestimmt, daß den sämmtlichen Arbeitern der Fabrik freigegeben, und ihnen der volle Lohn auSgezahlt werde. Die Veteranen erhielten den doppelten TageSlohn. Die Invaliden der Fabrik bekamen ebenialls vollen TageSlohn, die Jnvaliden-Beteranen doppelten Tageslohn auSgezahlt. — Auch die Maschinenfabrik von Beck u. Henkel ertheilte Gratifikationen an die Veteranen.
* Mb. Aus dem Werrathale, 4. September. Während von dem benachbarten EichSfelde berichtet wird, der Stand der Tabaks pflanz en lasse zu wünschen übrig, die Ernte werde nur eme geringe sein, kann erfreulicherweise von hier mitgetheilt werden, daß der Stand des Tabaks ein ganz vorzüglicher ist. Die jungen Planzen haben sich kräftig entwickelt und steht eine reiche Ernte in Aussicht.
* Bad Wildungur, im August. Wie aus den meisten Bädern Deutschlands gemeldet wird, haben auch wir in unserem Bade gegen das Vorjahr eine größere Anzahl von Kurgästen begrüßen können. Dank unserer vorzüglichen Heilquellen, wie der hervorragenden Tüchtigkeit unserer Specialärzte wird unser altberühmteS Bad wieder immer weiteren Kreisen bekannt, um so mehr, da die vielen, meist geheilt hier abreisenden Kurgäste, jeder für sich, ein unbezahlter Agent ist, der daS Lob unseres lieblichen Bade» verkündet. ES ist zweifellos, daß die vorjährige Zahl der Kurgäste um 8 bis 10 pCt. Überschritten und die Zahl 5000 mindestens erreicht werden wird. Auch der versandt des Helenen- und Georg Victor-Brunnens ist beftändtg steigend. Unsere Mineralquellen-Actien-Gesellschaft ist stet- bestrebt, den Bedürfnissen deS KurpublikumS entgegen za kommen. So hat dieselbe in diesen Tagen wieder eine neue Karte im Maßstabe 1 : 50,000 von der näheren Umgegend deS Bades Wildungen herausgegeben, welche für Fußtouren und Wagenfahrten in die herrlichen Berge deS Kellerwaldes sicheren Anhalt gibt. Im nächsten Jahre wird voraussichtlich über die Promenaden und Spazierwege der nächsten Umgebung eine zweite Karte in größerem Maßstabe folgen, welche alle neuen Wege und Wegeoerbesserungen enthalten wird, welche soeben auf Veranlassung der städtischen Verwaltung durch einen Forsttechniker projectirt werden. Im Laufe deS Winters wird der bisher in Holzfassung stehende Badebrunnen in Stein gefaßt werden, so daß auch hier in jeder Weise Verbesserungen angestrebt werden.
* Frankfurter Obstmarkte. Um vielfach an ihn heran- getretenen Wünschen zu entsprechen, hat daS Comits beschlossen, an Stelle der sonst stattgefundenen zwei Obst- rnärkte in diesem Jahre nur einen solchen abzuhalten der aber zwei Tage dauern soll. Nach bei den verschiedensten Seiten eingeholten Informationen find die ersten Tage des October als die geeignetsten befunden und ist demgemäß der Markt auf Dienstag und Mittwoch den 1. bezw. 2. Oktober festgesetzt worden. Wie in den Vorjahren läßt bfc Marktordnung ausschließlich in Deutschland gezogene- Obst u.s.w. zu, und zwar: fortirtcß Tafelobst, gepflückte- Winhschaft-« obst, gewöhnliche- WirthfchaftS- und Mostobft, gedörrte und eingekochte Obftfrüchte, Obstweine, Obstbranntweine, Obst- liqueure, MuS, Marmelade, GelLe u. f. «., ferner gedörrte und eingekochte Gemüse, sowie Verpackungsmaterial. Der Verkauf geschieht nach Proben. Dte Proben von sortirtem Tafelobst und gepflücktem Wirthschastsobst dürfen bis 5 Kgr. brutto, diejenigen von gewöhnlichem WirhschaftSobst bi- 25 Kgr. betragen. O ft und Gemüse-Produkte find mit Ausnahme der flüssigen, die in Flaschen aufzustellen sind, in Originalpackung auszustellen. Jeder Probe ist ein Begleitschein bei- .zugeben, der folgende Angaben enthält: Name der Sorte, Preis per Kgr. bezw. per 100 Kgr. ab nächster Bahnstation, baß zur Verfügung stehende Quantum, den Namen des Ber- (äuferß, die ungefähre Lieferzeit. Die Proben find am Tage vor Abhaltung beß Markteß, franco Marktlocal (Stabthalle) zu liefern, ober an baß Obstmarkt - Comitr';, Gneisenaustraße 15, einzusenben. Alle Verkäufe auf dem Obstmarkte finben durch vom Markt-Comitv abgestempelte Schlußscheine unentgeltlich statt. Begleitscheine sind vom Obstmarkt-Comitv erhältlich, daß auch jede weiter gewünschte Außkunst ertheilt. Eß sei zum Schluß noch darauf aufmerksam gemacht, daß daß Comitö (Centralstelle für Obst- verwerthung) auch sonst weiter, btß zu dem Markte unt danach, Abschlüsse unentgeltlich vermittelt.
* Obstbau. In den letzten Jahren ist man immer mehr zur Ueberzeugung gelangt, daß der Obstbau am besten durch Anlage von Mustergarten gefördert werden könne. Wenn hier die Bäume in ihren verschirdenften Formen in richtiger Behandlung und in den für die betreffende Gegend geeigneten Sorten vertreten sind, so hat der Fachmann und auch der Liebhaber die beste Gelegenheit, nicht nur daß für ihn Paffende zur eigenen Anpflanzung au-zuwählen, sondern auch sich über zweckmäßige Behandlung, (Srtroa, Reifezeit, Güte der Früchte :c. zu erkundigen. Ein solcher Garten befindet sich in Frankfurt a. M.- Sachsen' Hausen an der ForsthauSftraße, nicht weit vom Bahnhöfe- Derselbe wird von dem VeriuchSgarten-Beretn unterbauen und steht unter der Leitung eines tüchtigen Pomologen. Da die Besichtigung des Gartens während beß Tages allen Interessenten gestattet ist, und da bort auch jede gewünschte Auskunft und Belehrung unentgeltlich ertheilt wird, fe möchten wir besonder- jetzt bei beginnender Reisezeit der Früchte alle Gärtner und Lieb:aber aufmerksam machen, de» Garten zu besuchen. Ist ja jetzt die beste Gelegenheit geboten, sich die nöthige Sortenkeantniß anzueignen und die bort gemachten Erfahrungen für seine eigenen Anpflanzungen nutzbar zu machen.


